Dante Alighieri - La Divina Commedia - Inferno - Canto 06

Konrad Falke - Die Göttliche Komödie - Hölle - Gesang 06

Bei Rückkehr des Bewußtseins - das sich zuschloß
Vorm jammervollen Los der zwei Verwandten,
Das mit Betrübnis gänzlich mich verwirrte -;

Ach, neue Marterqualen, neue Märt'er
Schau' ringsum ich, was ich mich auch bewege,
Und wie mich wende, und wohin ich starre!

Ich bin im dritten Kreis, im Kreis des Regens,
Des ewigen, maledeiten, eisig-schweren,
Der sich nach Art und Weise niemals ändert.

Grobkörniger Hagel, schmutziges Naß, Schneeschauer
Stürzt durch die finster-dicke Luft hernieder;
Es stinkt der Boden, der all dieses aufsaugt.

Cerberus, Bestie grausam und entsetzlich,
Stößt aus drei Rachen kötergleich ein Bellen
Über das Volk hin, das hier eingetunkt liegt!

Augen hat er glutrot, Bart schmierig-schwarz,
Den Bauch gebläht und scharf bekrallt die Pfoten;
Er kratzt die Geister, schindet und zerreißt sie.

Heulen macht sie der Regen selbst wie Hunde;
Mit einer Seite leih'n sie Schirm der anderen:
Es dreh'n gar oft sich um die die ärmsten Sünder.

Als Cerberus uns sah, der große Lindwurm,
Riß er die Schnauzen auf und wies die Zähn' uns:
Er hatte nicht Ein Glied, das still er hielte.

Allein mein Führer spreizte seine Finger,
Griff von dem Schlamm - und mit den vollen Fäusten
Warf er hinab ihn in die gierigen Schlünde!

Wie jener Hund, der belfernd nähergeifert
Und ruhig wird, sobald den Fraß er einschnappt
(Denn nur ihn zu verschlingen strebt und ringt er):

Derart gehabten sich die schmutzigen Fratzen
Des Dämons Cerberus, der all die Seelen
So sehr erschüttert, daß sie taub sein möchten.

Wir schritten über Schatten hin, die plattschlägt
Der schwere Guß, und setzten unsre Sohlen
Auf ihre Nichtigkeit, die Körper scheint.

Sie lagen auf dem Boden, samt und sonders;
Nur einer nicht: der schnellt' ins Sitzen jählings,
Als er uns sah an sich vorüberwandern.

»'O, der du wirst durch diese Höll' geleitet«,
Sprach er zu mir, »erkenn mich wieder, kannst du's:
Du bist, bevor ich noch verwest, gewesen!«

Und ich zu ihm: »Die Marter, die du duldest,
Entzieht vielleicht dich also meinem Geiste,
Daß mich nicht dünkt, ich hab' dich je gesehen.

Doch sag mir, wer du bist, daß an so leid'gen
Ort du versetzt wardst und zu solcher Strafe,
Daß, gibt's auch größere, keine ist so häßlich?«

Und er zu mir drauf: »Deine Stadt, die derart
Von Neid strotzt, daß schon überläuft das Becken,
Hielt bei sich im lichten Erdenleben.

Ihr Bürgersleute nanntet einst mich Ciacco:
Um der verfluchten Lust des Gaumens willen
Brech' ich - du siehst's - im Regen hier zusammen.

Und bin ich ärmster Sünder hier nicht einzig;
Denn alle diese steh'n in gleicher Strafe
Für gleiche Schuld ...« Und mehr nicht ließ er hören.

Versetzt' ich ihm: »O Ciacco, dies dein Leiden
Bedrückt mich so, daß es zum Weinen einlädt ...
Doch sag mir, wenn du's weißt: Wohin noch kommen

Die Bürger der parteizerrißnen Stadt?
Ist einer drin gerecht? Und sag den Grund mir,
Warum hat solche Zwietracht sie befallen?«

Und er zu mir: »Nach langem Wortgezänke
Fließt endlich Blut; und die Partei der "Bauern"
Vertreibt die andre voller Schimpf und Schande.

Alsdann hernach geschieht's, daß diese hinstürzt,
Binnen drei Sonnen, und die andre hochsteigt
Durch die Gewalt solch eines, der noch schwank ist:

Stolz wird sie lange Zeit die Stirnen tragen,
Knechtend die andre unter schweren Frohnden,
Wie sie darob auch jammre, wie sie knirsche!

Gerecht sind zwei, doch niemand achtet ihrer;
Hochmut, Scheelsucht und wilde Habgier heißen
Die Feuerfunken, die das Herz entzünden ...«

Hier setzt' er Schluß dem tränenwürdigen Liede;
Doch ich zu ihm: »Noch möcht' ich, daß du lehrst mich
Und weitre Rede mir machst zum Geschenke!

Tegghiaio, Farinata, einst so würdig,
Arrigo Mosca und der Rusticucci,
Und all die andern, nur auf Rechttun denkend:

Sag mir, wo sind sie? Mach, daß ich sie kenne!
Denn groß Verlangen treibt mich, zu vernehmen,
Ob sie der Hmmel atzt, die Höll' vergiftet.«

Und jener: »Sie sind beiden schwärzern Seelen!
Verschiedne Schuld drückt sie hinab zum Grunde;
Wenn also tief du steigst, wirst du sie schauen ...

Doch weilst du wieder auf der süßen Erde,
Bitt' ich dich, ruf mich andern ins Gedächtnis -
Mehr sag' ich nicht; und mehr nicht geb' ich Antwort.«

Die graden Augen dreht' er drauf ins Schielen;
Besah mich kurz und neigte jäh die Stirne:
Hinfiel mit ihr er zu den andern Blinden.

Da sprach zu mir mein Führer: »Nimmer hebt er
Sich hoch vorm Ruf der englischen Posaune,
Wann nahen wird die grimme Macht des Richters!

Jeder kehrt dann zurück zum Jammergrabe,
Nimmt wieder auf sein Fleisch und äußere Formung,
Hört an den Spruch, der dröhnt für ewige Zeiten.«

So schritten wir durch ekelhaftes Mischmasch
Von Schatten und von Regen, mäßigen Schrittes,
Rührend ein wenig an das künftige Leben.

Weshalb ich sprach: »Herr, werden diese Qualen
Noch wachsen nach dem großen Richterspruche,
Geringer werden oder so noch brennen?«

Und er zu mir: »Zu deiner Weisheit kehre,
Die will, daß, um wieviel ein Ding vollkommner,
Es größere Wonne fühlt und drum auch Leiden!

Obschon hier diese gottverfluchte Rotte
Zu wirklicher Vollendung niemals eingeht,
Harrt ihrer dort doch, mehr als hier zu sein.«

Wir kreisten rings im Bogen mit dem Pfade
- Beredend andres noch, das ich nicht melde -
Und kamen so zum Ort, wo man hinabsteigt.

Dort fanden Plutus wir, den großen Erzfeind.

Al tornar de la mente, che si chiuse
dinanzi a la pietà de' due cognati,
che di trestizia tutto mi confuse,003

Novi tormenti e novi tormentati
mi veggio intorno, come ch' io mi mova
e ch' io mi volga, e come che io guati.006

Io sono al terzo cerchio, de la piova
etterna, maladetta, fredda e greve :
regola e qualità mai non l'è nova.009

Grandine grossa, acqua tinta e neve
per l'aere tenebroso si riversa ;
pute la terra che questo riceve.012

Cerbero, fiera crudele e diversa,
con tre gole caninamente latra
sopra la gente che quivi è sommersa.015

Li occhi ha vermigli, la barba unta e atra,
e 'l ventre largo, e unghiate le mani ;
graffia li spirti, scuoia e disquatra.018

Urlar li fa la pioggia come cani :
de l'un de' lati fanno a l'altro schermo ;
volgonsi spesso i miseri profani.021

Quando ci scòrse Cerbero, il gran vermo,
le bocche aperse e mostrocci le sanne ;
non avea membro che tenesse fermo.024

Lo duca mio distese le sue spanne,
prese la terra, e con piene le pugna
la gittò dentro a le bramose canne.027

Qual è quel cane ch' abbaiando agugna,
e si racqueta poi che 'l pasto morde,
ché solo a divorarlo intende e pugna,030

Cotai si fecer quelle facce lorde
de lo demonio Cerbero, che 'ntrona
l'anime sí ch' esser vorrebber sorde.033

Noi passavam su per l'ombre che adona
la greve pioggia, e ponavam le piante
sopra lor vanità che par persona.036

Elle giacean per terra tutte quante,
fuor d'una ch' a seder si levò, ratto
ch' ella ci vide passarsi davante.039

« O tu che se' per questo inferno tratto, »
mi disse, « riconoscimi, se sai :
tu fosti, prima ch' io disfatto, fatto. »042

E io a lei : « L'angoscia che tu hai
forse ti tira fuor de la mia mente,
sí che non par ch' i' ti vedessi mai.045

Ma dimmi chi tu se', che 'n sí dolente
loco se' messa e a sí fatta pena,
che, s' altra è maggio, nulla è sí spiacente. »048

Ed elli a me : « La tua città, ch' è piena
d'invidia sí che già trabocca il sacco,
seco mi tenne in la vita serena.051

Voi cittadini mi chiamaste Ciacco :
per la dannosa colpa de la gola,
come tu vedi, a la pioggia mi fiacco.054

E io anima trista non son sola,
ché tutte queste a simil pena stanno
per simil colpa. » E piú non fé parola.057

Io li rispuosi : « Ciacco, il tuo affanno
mi pesa sí, ch' a lagrimar m'invita ;
ma dimmi, se tu sai, a che verranno060

Li cittadin de la città partita ;
s' alcun v'è giusto ; e dimmi la cagione
per che l'ha tanta discordia assalita. »063

Ed elli a me : « Dopo lunga tencione
verranno al sangue, e la parte selvaggia
caccerà l'altra con molta offensione.066

Poi appresso convien che questa caggia
infra tre soli, e che l'altra sormonti
con la forza di tal che testé piaggia.069

Alte terrà lungo tempo le fronti,
tenendo l'altra sotto gravi pesi,
come che di ciò pianga o che n'adonti.072

Giusti son due, e non vi sono intesi ;
superbia, invidia e avarizia sono
le tre faville c' hanno i cuori accesi. »075

Qui puose fine al lagrimabil suono.
E io a lui : « Ancor vo' che m'nsegni,
e che di piú parlar mi facci dono.078

Farinata e 'l Tegghiaio, che fuor' sí degni,
Iacopo Rusticucci, Arrigo e 'l Mosca
e li altri ch' a ben far puoser li 'ngegni,081

Dimmi ove sono e fa ch' io li conosca :
ché gran disío mi stringe di savere,
se 'l ciel li addolcia, o lo 'nferno li attosca. »084

E quelli : « Ei son tra l'anime piú nere :
diverse colpe giú li grava al fondo ;
se tanto scendi, là i potrai vedere.087

Ma quando tu sarai nel dolce mondo,
priegoti ch' a la mente altrui mi rechi :
piú non ti dico e piú non ti rispondo. »090

Li diritti occhi torse allora in biechi :
guardommi un poco, e poi chinò la testa :
cadde con essa a par de li altri ciechi.093

E 'l duca disse a me : « Piú non si desta
di qua dal suon de l'angelica tromba,
quando verrà la nimica podèsta :096

Ciascun rivederà la trista tomba,
ripiglierà sua carne e sua figura,
udirà quel che in etterno rimbomba. »099

Sí trapassammo per sozza mistura
de l'ombre e de la pioggia, a passi lenti,
toccando un poco la vita futura.102

Per ch' io dissi : « Maestro, esti tormenti
cresceranno ei dopo la gran sentenza,
o fier minori, o saran sí cocenti? »105

Ed elli a me : « Ritorna a tua scienza,
che vuol, quanto la cosa è piú perfetta,
piú senta il bene, e cosí la doglienza.108

Tutto che questa gente maladetta
in vera perfezion già mai non vada,
di là piú che di qua essere aspetta. »111

Noi aggirammo a tondo quella strada,
parlando piú assai ch' io non ridico ;
venimmo al punto dove si digrada :114

Quivi trovammo Pluto, il gran nemico.

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