o p e r o n e

Amadei, Amadio, Filippo, genannt Pippo (identisch mit F. Mattei)
* um 1675 in Reggio (Emilia)
† nach 1729 vermutlich in Rom

Bühnenwerk

  • Teodosio il giovane Oper (1711 Rom, Palazzo della Cancelleria)
  • 14 Arien zu Arsace (1721 London, Haymarket); deutsch von Johann Mattheson als Der ehrsüchtige Arsaces (1722 Hamburg), siehe Giuseppe Maria Orlandini
  • 1. Akt zu Muzio Scevola (siehe Giovanni Bononcini) (1721 London, King's Theatre)
  • Über die Herkunft und mus. Bildung von Amadei ist nichts bekannt. Crescimbeni zufolge lebte Amadei eine Zeitlang am Hofe Kardinal Benedetto Pamphiljs, später auch an dem Kardinal P. Ottobonis. Aus den Haushaltsrechnungen Kardinal Ottobonis geht hervor, daß er zwischen 1690 und 1696 bei Auff., die meistens im Palazzo della Cancelleria in Rom unter der Leitung A. Corellis stattfanden, als Violonespieler mitgewirkt hat. 1702 wird er als »trombettiere di Campidoglio« bezeichnet. In den folgenden Jahren scheint er vorwiegend im Auftrag Ottobonis Opern und Oratorien komp. zu haben. 1718-1720 war Amadei Mitgl. des von Händel gegr. Orch. der Royal Academy of Music in London. 1721 komp. er, zusammen mit Giovanni Bononcini und Händel, die Oper Muzio Scevola. 1723 wird er noch als »subscriber« (zit. nach Diz. Biografico degli Italiani) einer ital. Grammatik genannt; nicht viel später scheint er nach Rom zurückgekehrt zu sein, wo er Kardinal Ottoboni bis 1729 als Instrumentalist gedient hat. Sein Todesdatum ist unbekannt.

    Amadei war in seiner Zeit als Violoncellist und als Komp. gleichermaßen berühmt. Noch Gerber weiß ihn (nach unbekannter Quelle) als einen Violoncellisten zu rühmen, »dessen Kunst alles übertraf, was zu seiner Zeit auf seinem Instrumente hervorgebracht werden konnte«. Als Komp. scheint er aber das Mittelmaß eines Musikers, der sich in allen weltl. vok. Gattungen gut auskannte, nicht überschritten zu haben. Mattheson (Critica Musica) zählt ihn immerhin zu jenen Komp., die den Tritonus »gar schön in der Melodie« zu gebrauchen wüßten.