o p e r o n e

Aljab'ev, Aleksandr Aleksandrovič
* 15. (4.) Aug. 1787 in Tobolsk
† 3. März (22. Febr.) 1851 in Moskau

Bühnenwerk

  • Lunnaja noc, ili Domovye (Mondnacht oder Die Hausgeister); P. A. Muchanov/P. N. Arapov), komische Oper 2 Akte (7. Juni 1823 St. Petersburg, Bolsoj)
  • Musik zu mehr als 20 Vaudevilles, darunter:
    Derewenski filosof (Der Dorfphilosoph; M. N. Sagoskin; 1823 Moskau)
    Chlopotun (Der Geschäftige: A. I. Pisarew; 1824 ebda.)
    Wolschebny baraban (Die Zaubertrommel), Ballett (1827 ebda.)
  • Als Sohn eines Gouverneurs genoß der junge Aljabjew in Moskau eine ausgezeichnete Bildung, die auch Musikunterricht einschloß. Seit seinem 14. Lebensjahr war er als Beamter der Staatl. Bergbehörde tätig. 1812 nahm er als Husarenoffizier am Befreiungskrieg gegen Napoleon teil und gelangte bis nach Paris. Nach Rußland zurückgekehrt, lebte er als Offizier in Petersburg und befaßte sich mit mus. Studien und mit Kompos. Um sich ganz seiner mus. Tätigkeit zu widmen, nahm er 1823 im Rang eines Oberstleutnants seinen Abschied aus der Armee und übersiedelte nach Moskau, wo er kompos. wirkte und 1825 bei der Eröffnung des Bolschoi-Theaters aktiv beteiligt war. Im Frühjahr des gleichen Jahres wurde er auf Grund einer fingierten Anzeige, in Wirklichkeit wegen seiner Beziehungen zur Dekabristenbewegung, inhaftiert und 1828 nach seinem Geburtsort verbannt. 1832 wurde ihm ein Kuraufenthalt im Kaukasus gestattet und 1833 die Stadt Orenburg als Wohnsitz vorgeschrieben. Hier lebte und wirkte er mus., bis er Ende der 1830er Jahre von den Behörden die Erlaubnis erhielt, nach Moskau zurückzukehren. Auf Wunsch der zaristischen Regierung mußte er seine letzten Lebensjahre in der russ. Metropole in völliger Zurückgezogenheit verbringen.

    Aljabjews Bedeutung für die russ. Musik beruht in erster Linie auf seinem Vokalschaffen. Unter den älteren Zeitgenossen Michail Glinkas war er einer der vielseitigsten Liederkomp., der dem russ. Kunstlied neue Wege erschloß. Seine 1825 entstandene Romanze Solowej (Die Nachtigall) ist über Rußland hinaus populär geworden. Als erster namhafter russ. Komp. zeichnete Aljabjew im Kaukasus und im Uralgebiet Volksweisen auf und harmonisierte sie. In der mus. Gestaltung orientalischer Sujets war er ein Vorgänger Glinkas und M.A. Balakirews. Seiner Bühnen- und Instr.- Musik eignet ein romant.-nationales Kolorit.