Die toten Augen (Hans Heinrich Ewers / Marc Henry), Eine Bühnendichtung 3 Akte (5. März 1916 Dresden, Hofoper); bei der Berliner Erstaufführung (26. Oktober 1916) wurde der Text des Schlusses dahin geändert, dass Galba nicht von Arcesius erwürgt wird, sondern sich dem Eifersüchtigen durch die Flucht entzieht. Diese Fassung wird häufig beibehalten
Musik von Eugene d'Albert

Personen des Vorspiels
- Der Hirt - Jugendlicher Heldentenor / Lyrischer Tenor
- Der Schnitter- Charakterbariton / Lyrischer Bariton
- Der Hirternknabe - Soubrette
Personen der Handlung
- Arcesius, Sondergesandter des Römischen Senats in Jerusalem - Charakterbariton
- Myrtocle, seine Gattin, eine Korintherin - Dramatischer Koloratursopran / Dramatischer Sopran
- Aurelius Galba, römischer Ritter, Hauptmann, Freund des Arcesius - Jugendlicher Heldentenor
- Arsinoë, Myrtocles Sklavin, Inselgriechin - Soubrette
- Maria von Magdala - Dramatischer Alt
- Ktesiphar, ägyptischer Wunderarzt - Spieltenor
- Rebecca, Ruth, Esther und Sarah, jüdische Frauen - Sopran, Alt, Sopran, Sopran
- Eine sieche Frau - Sopran
- Vier Juden - 2 Tenöre, 2 Bässe
- Ein alter Jude - Baß
- Ein Hirt - Stumme Rolle
Doppelbesetzungen: Hirt - Galba, Schnitter - Arcesius, Hirtenknabe - Sarah
Schnitter; Sklaven/innen des Arcesius; Jüdisches Volk
Jerusalem, Palmsonntag; Hügelige Landschaft; Platz vor einem römischen Landhaus außerhalb Jerusalems

2 Flöten, 1 Piccolo (auch 3. Flöte), 2 Oboen, 1 Englsich Horn (auch 3. Oboe), 2 Klarinetten, 1 Bassklarinette (auch 3. Klarinette), 3 Fagotte, 4 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen, 1 Basstuba, Pauken, Schlagzeug, Glockenspiel, Cembalo, Orgel, 2 Harfen, Streicher

Durchkomponiert, etwas 2 Stunden

Vorspiel. In einer hügeligen, hellen Landschaft kehren Schnitter vom Felde heim, und Hirten suchen nach einem verlorengegangenen Lämmchen.

Einziger Akt. Auf einer Anhöhe vor Jerusalem zwischen Sonnen-Aufgang und -Untergang des Palmsonntags. Der römische Senator Arcesius, hässlich von Gestalt und Angesicht, hat die wunderschöne, blinde Griechin Myrtocle zur Gemahlin. Sein edles zartfühlendes Wesen lässt die blinde Frau glauben, dass ihr Mann ihr an Schönheit ebenbürtig sei. Erfüllt von dem ständigen Verlangen, den Geliebten einmal von Angesicht zu Angesicht zu sehen, hört sie nun, dass Jesus, von dem die Kunde geht, er könne Tote auferwecken und Blinde sehend machen, in Jerusalem einziehen werde. Sie eilt ihm entgegen und fleht ihn an, sie zu heilen. Das Wunder vollzieht sich, aber der Heiland verkündet ihr: 'O Weib, wahrlich ich sage dir, ehe die Sonne zur Neige geht, wirst du mir fluchen'. Während sie entzückt über ihre eigene Schönheit und rasend vor Glück in ihr Haus eilt, um sich für ihren Geliebten zu schmücken, kommt Arcesius mit dem Hauptmann Galba des Weges daher. Arcesius hört von der Heilung der Blinden und verbirgt sich, um ihr in seiner abschreckenden Hässlichkeit nicht vor die Augen zu treten. Myrtocle hält nun den schönen Galba für ihren Gemahl und wirft sich ihm in die Arme. Galba liebt sie schon seit längerer Zeit, und da sie sich jetzt leidenschaftlich an ihn schmiegt, vermag er nicht zu widerstehen und erwidert ihre Küsse. Ausser sich vor Wut über den treulosen Freund, stürzt Arcesius hervor, wirft sich über Galba und erwürgt ihn in sinnloser Eisersucht. Myrtocle steht, starr vor Entsetzen, neben Galbas Leiche, von dem flüchtenden Gatten allein gelassen. Durch ihre Sklavin Arsinoe erfährt sie die traurige Wahrheit. Da flucht sie dem Manne, der das Wunder an ihr vollbracht hat, und schaut todestraurig in die Sonne, bis das Licht ihrer Augen abermals erlischt. Arcesius kehrt zurück; in banger Hoffnung, dass sich ihre Liebe nun wieder ihm zuwenden und die Welt ihrer Träume von neuem erstehen werde, geleitet er die Hilflose in sein Haus.
Bei der Berliner Erstaufführung (26. Oktober 1916) wurde der Text des Schlusses dahin geändert, dass Galba nicht von Arcesius erwürgt wird, sondern sich dem Eifersüchtigen durch die Flucht entzieht. Diese Fassung wird häufig beibehalten.

1951 Walter Born; Radio-Sinfonieorchester Stuttgart
Myrtocle: Marianne Schech
Galba: Wolfgang Windgassen
Arcesius: Engelbert Czubok
Hirt: Frang Fehringer
Arsinoe: Lore Paul
Maria von Magdala: Hetty Plümacher
Myto 982.185 (2 CD, live); Cantus Classics 500231 (2 CD)

1997 Ralf Weikert; Dresdener Philharmoniker, Philharmonischer Chor Prag
Arcesius: Hartmut Welker
Arsinore: Margaret Chalker
Galba: Norbert Orth
Hirt: Lothar Ordinius
Jesus: Olaf Bär
Ktesiphar: Eberhard Büchner
Maria Magdalena: Anne Gjevang
Myrtocle: Dagmar Schellenberger
Rebecca: Cornelia Wosnitza
Schäfer: Cornelia Wosnitza
Schnitter: Olaf Bär
CPO 999 692-2 2 CD

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