Astorga
Text von Ernst Pasqué nach Episoden aus dem Leben des Komponisten Emanuele d'Astorga
Romantische Oper 3 Akte
Uraufführung 27. Mai 1866 Stuttgart
Musik von Johann Joseph Abert

Notenmaterial

BSZ Digital Music Library

Erstaufführungen

Deutsche Erstaufführung 1866 Leipzig, danach an vielen deutschen Bühnen; 1870 Wien, Carltheater, 1876 Basel; 1888 Posen; 1876 Prag (tschechisch)

Einführung

Aberts 'Astorga' ist überaus reich an Schönheiten und zeugt von einer großen Meisterschaft in Verwendung aller Mittel, welche die weit entwickelte moderne Kunst bietet. Für den Sänger ist diese Oper ausgiebig und dankbar. Des Komponisten Instrumentatiion ist eine ausgezeichnete und zeigt er sich hier als fein gebildeter Musiker, der vor allem Maß zu halten weiß. Wo immer das Werk Aufführungen erlebte, wurde dem Komponisten stürmisch zugejubelt.

Solisten

  • Francesco Fernese, Herzog in Parma - Baß
  • Eleonore, seine Nichte - Sopran
  • Carlos, Herzog von Los Balbazes, spanischer Grand und Gouverneur Siziliens - Bariton
  • Astorga, Sänger und Musiker - Tenor
  • Angioletta - Sopran
  • Graf von Lauristan, Intendant der Kapelle Leopold I. - Baß
  • Ein Offizier
  • Chor

    Kavaliere und Edeldamen, Gefolge, Trabanten und Pagen, Sänger und Musiker, Schüler Astorgas; Wachen, Volk

    Ort und Zeit

    Parma, 18. Jahrhundert

    Handlung

    1. Akt. Palast Farnese zu Parma. Astorga liebt Eleonore, die Tochter Farneses, und genießt auch ihre Gegenliebe. Francesca Farneses aber hat seine Tochter Carlos zum Mann bestimmt. Astorga hat den Auftrag bekommen, durch ein Lied das Hochzeitsfest zu verschönen. Hierbei lernt er mit Schrecken seinen Nebenbuhler kennen. In seiner Liebe teilt Astorga den Hochzeitsgästen mit, daß Carlos seinen edlen Vater, der sich gegen die Tyrannenherrschaft aufgelehnt, habe hinrichten lassen, und seine Mutter und ihn gezwungen habe, diesem Bluturteile beizuwohnen. Weil Astorga aber hierdurch seine Ebenbürtigkeit verrät, beschließen Carlos und Farnese seinen Untergang. Als Carlos den Sänger niederstoßen will, wirft sich Angioletta, eine begeisterte Schülerin Astorgas, dazwischen und hält Carlos von seiner Tat ab. Astorga wird von seinen Anhängern weggeführt.

    2. Akt. Häuschen Angiolettas in lieblicher Landschaft, die von einem Flusse im Hintergrunde durchzogen wird. Astorga hat sich hierher geflüchtet. In aller Einsamkeit, zurückgezogen von aller Gesellschaft arbeitet er hier an seiner Hymne: Stabat mater dolorosa. Angioletta tritt hinzu und mahnt den Geliebten, sich zu seinem Schutze ins Haus zu begeben. Astorga folgt der Mahnung. Kaum ist er in das Häuschen getreten, da ertönen Männerstimmen, und auf einem Nachen kommen Carlos und Lauristan mit mehreren Offizieren. Lauristan hat vom Kaiser den Auftrag erhalten, die berühmte Sängerin Angioletta für die Hofoper zu gewinnen. Mit Mühe war es ihm gelungen, den Aufenthalt der beliebten Künstlerin auszukundschaften. Doch Angioletta lehnt den ehrenhaften Antrag ab. Auf Bitten der Kavaliere singt sie und entzückt alle durch ihren schönen Gesang. Alle Herren verabschieden sich wieder, und jeder von ihnen und insbesondere Balbazes hofft im geheimen, Angioletta für sich zu gewinnen. Er beschließt, sie heute Nacht mit Gewalt sein eigen zu machen. Angioletta eilt ins Haus, um Astorga vor den Spähern zu retten. Kaum ist sie in ihre Wohnung getreten, kommt des Herzogs Nichte Eleonore daher. Ihr ist Kunde geworden, daß ihr Gemahl (Carlos, Herzog von Balbazes) den Aufenthalt Atorgas durch Späher erfahren hat. Sie will den armen Sänger retten und versteckt sich in der Nähe der Hütte. Unterdes hat sich Balbazes von seinen Gefährten getrennt, um seinen finsteren Plan, Angioletta zu rauben, auszuführen. Er gewahrt Eleonore und hält sie für Angioletta. Er gesteht der vermeintlichen Sängerin seine Liebe, erkennt aber zu spät, daß er seine Gattin vor sich hat. Wütend dringt er auf diese ein. Da eilt Astorga herbei und rettet Eleonore. Balbazes fordert Astorga zum sofortigen Zweikampf und wird in demselben getötet. Volk eilt herbei und findet Carlos von Balbazes tot daliegen. Ein Offizier befiehlt, daß Astorga gefangen genommen werde, doch als Angioletta verspricht, Lauristan an den Hof zu folgen, wird Astorga freigelassen, aber Wahnsinn umfängt ihn. - Eleonore verspricht Astorga nun zu schützen.

    3. Akt. Palast der Eleonore. Zwei lange Jahre hat sich Eleonore in treuer Liebe vergeblich bemüht, Astorgas Geisteskrankheit zu heilen. Nichts hat sie unversucht gelassen, um den Geliebten zu retten. Heute will sie das letzte versuchen. Sie hat nämlich eine berühmte Sängerin bestellt, die durch Astorgas eigene Komposition, die Hymne "Stabat mater dolorosa", des Kranken geistige Umnachtung vertreiben soll. Die Sängerin kommt. Es ist niemand anders als Angioletta, die mit Freuden sich bereit erklärt, durch Gesang der Hymne den verehrten Meister zu heilen. Angioletta singt, und Astorga erlangt die geistige Klarheit zurück. Aufjauchzend erkennt er die geliebte Angioletta und stüzt in ihr Arme. Obwohl Eleonore für Astorga vom König von Spaniendie Erlaubnis erwirkt hat, daß Astorga seinen alten Namen Fürst von Palagonien wieder führen darf, beschließt jener doch, mit Angioletta in stiller Zurückgezogenheit fortan zu leben. Mit tiefem Schmerz nimmt Eleonore von Astorga, den sie innig geliebt, für immer Abschied.

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