Abt, Franz
* 22. Dez. 1819 in Eilenburg (Sachsen)
† 31. März 1885 in Wiesbaden
Komponist

Leben

Sein Vater, ein Pfarrer und begeisterter Klavierspieler, gab ihm den ersten Musikunterricht. In Leipzig studierte er Theologie und Musik an der Universität und an der Thomasschule. Hier schloss er Freundschaft mit Lortzing, Mendelssohn und Schumann. Nach dem Tode des Vaters im Jahre 1837 widmete er sich ausschließlich dem Musikstudium. Trotz seiner Anstellung als Kapellmeister in Bernburg wechselte er bald nach Zürich, wo er als herausragender Chorleiter bekannt wurde. Nach und nach wurde er in all seinen Chören als Direktor ernannt und gewann viele Preise mit ihnen. 1852 begab er sich an das Hoftheater in Brunswick, wo er 1855 erster Kapellmeister wurde. Seiner Hauptleidenschaft, der Chorleitung, folgend, errang er internationale Anerkennung, durch die er in viele Hauptstädte Europas eingeladen wurde. Ein außerordentlicher Empfang wurde ihm auf seiner Tournee durch die USA (1872) zu Teil. Überarbeit und in schlechter Verfassung kehrte er 1882 nach Wiesbaden zurück.
Abts Werk weist über 600 Opusnummern mit mehr als dreitausend Einzelbeiträgen auf. Der Vokalmusik galt sein Hauptinteresse, hier besonders den Werken für Männerchor, dessen bescheidenes Repertoire er gehörig aufbesserte. Sein Musikstil ist volkstümlich, seine Melodien einfach und erfrischend, mit einer gefälligen und abwechslungsreichen Begleitung, so dass Stücke wie Wenn die Schwalben heimwärts ziehn und Die stille Wasserrose leicht für Volkslieder gehalten werden.
Sein Sohn Alfred (* 25. Mai 1855 in Brunswick, † 29. April 1878 in Genf) war Kapellmeister in Rudolstadt, Kiel und Rostock.

Bühnenwerk

  • Des Königs Scharfschütz (H. Lindau), Singspiel (komponiert 1873)
  • Reisebekanntschaften (Xaver Franz Seidl), Singspiel 1 Akt (1875 Offenbach)
  • Die Hauptprobe, Singspiel (Aufführungsdaten nicht bekannt)
  • Die sieben Raben (Hermann Francke), Märchenspiel 1 Akt (Aufführungsdaten nicht bekannt)
  • Rübezahl (Hermann Francke), Märchenspiel 1 Akt (Aufführungsdaten nicht bekannt)

    weitere Werke

  • Chorwerke mit Orchesterbegleitung, darunter: All-Deutschland op. 201 und Schlachtlied op. 223
  • Gesangszyklen für Chöre mit Klavierbegleitung, darunter: Ein Sängertag op. 85; Die Kirmes op. 101; Frühlingsfeier für Männerstimmen op. 181; Rotkäppchen für 2 Solostimmen, Frauenchor und Klavier op. 526; Ein eidgenössisches Sängerfest
  • Zahlreiche Chorlieder, meistens für vierstimmigen Männerchor, einschließlich: Vineta op. 163 Nr. 3; Waldandacht op. 175 Nr. 2; Die stille Wasserrose op. 192 Nr. 2; Mir träumte von einem Königskind op. 276 Nr. 4
  • Sololieder mit Klavierbegleitung: Wenn die Schwalben heimwärts ziehen, ca. 1850; Agathe op. 39 Nr. 1; Gute Nacht, du mein herziges Kind op. 137 Nr. 2; Es hat nicht sollen sein op. 213 Nr. 2
  • Zwei- bis dreistimmige Kinderlieder
  • frühe Werke für Klavier, hauptsächlich Salonstücke

    Bibliografie

  • Anonym: Verzeichnis Sämtlicher Lieder und Gesänge von Franz Abt (Leipzig ohne Datum)
  • H. Weber: 'Franz Abt der anmuthsvolle Liedercomponist', Neujahrsblatt Allmeine Musikgesellschaft in Zürich, (1886)
  • R. August: 'Zum 100. Geburtstag von Franz Abt am 22. Dez. 1919', Neue Musikzeitung (1920)
  • B. Rost: Vom Meister des volkstümlichen deutschen Liedes, Franz Abt (Chemnitz 1924)

    Klangbeispiele

  • Ave Maria
  • Ave Maria
  • Ave Maria
  • Advent
  • Das Morgenrot
  • Der Frühling kommt
  • Der Kuckuck
  • Der Postillon
  • Die Abendglocken rufen
  • Die Abendglocken rufen
  • Nacht
  • Rheinländer Polka
  • Schlaf' wohl, du süßer Engel du
  • Serenadi
  • Tähtede taga
  • Über den Sternen
  • Vom Blümchen
  • Waldandacht
  • Waldandacht
  • Waldandacht
  • Waldandacht
  • Wenn die Schwalben heimwärts ziehn
  • Wenn die Schwalben heimwärts ziehn
  • Wenn man beim Wein sitzt
  • Wo die Alpenrosen blühn

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