218 Wörterbuch altgriechisch - deutsch

  • λοισθήϊος
    ον, u. λοισθεύς
    ὁ, Kampfpreis für den Letzten
  • λοίσθημα
    τό, das Letzte, Äußerste, das Ende
  • λοῖσθος
    ον, u. λοίσθιος
    ον, der zurückbleibende. hinterste, letzte; im Wettfahren
  • λόκαλος
    ὁ, ein Vogel, vielleicht der Storch
  • λομβρότερον
    unanständiger
  • λόξευμα
    τό, schiefe, schräge Richtung
  • λοξίας
    ὁ, Beiname des Apollo, von den krummen, dunkeln Orakelsprüchen, die er gibt
  • λοξιάς
    άδος, ἡ, ὁδός, die schräge Bahn der Ekliptik
  • λοξο-βάμων
    ον, u. λοξο-βάτης
    ὁ, schräg, in die Quere gehend, wie der Krebs
  • λοξο-βλεπτέω
    schief blicken, scheel sehen
  • λοξο-δρόμος
    schief, schräg laufend
  • λοξο-ειδής
    ές, schief
  • λοξο-εργέω
    verkehrt handeln
  • λοξο-κίνητος
    sich schief, schräg bewegend
  • λοξο-πορέω
    schief, schräg gehen
  • λοξός (vgl. luzus, luzatus), seitwärts gebogen, schief, schräg; κύκλος, der schräge Kreis, von der Ekliptik; λοξὸν od. λοξὰ βλέπειν, ὀπιπτεύειν, von der Seite, scheel sehen, sowohl von Neid u. Argwohn als von verstohlenen, buhlerischen Blicken; λοξότερον ἔχειν πρός τινα, mißtrauischer gegen Jem. sein. Übertr., Ζεὺς αὐχένα λοξὸν ἔχει, Zeus hat den Nacken seitwärts gebogen, seine Huld entzogen; οὔ ποτε δουλείη κεφαλὴ ἰϑεῖα πέφυκεν, ἀλλ' αἰεὶ σκολιή, αὐχένα λοξὸν ἔχει, der Sklave hat immer einen krummen Nacken. Auch von der Rede: Umschweife machend, dunkel, bes. von Orakelsprüchen
  • λοξο-τενής
    ές, schief, schräg gespannt
  • λοξότης
    ητος, ἡ, die Schiefe, schräge Richtung; auch χρησμῶν, Zweideutigkeit
  • λοξο-τρόχις
    ιδος, ἄγγελος, krummlaufender Bote, von Lykophrons dunkler, ihre Botschaft in geschraubten Umschweifen vorbringender Kassandra
  • λοξ-όφθαλμος
    scheeläugig
  • λοξο-χρήσμων
    ον, dunkle, zweideutige Orakel erteilend
  • λοξόω
    schief, schräg machen; λελοξῶσϑαι, schräg sein
  • λόξωσις
    ἡ, das Schräg-, Schiefmachen, die schräge, schiefe Richtung; von der Ekliptik
  • λοπαδ-άγχης
    ὁ, Beiname eines Schmarotzers, Schüsselbeenger
  • λοπαδ-αρπαγίδης
    ὁ, auch von einem Schmarotzer od. Philosophen, Schüsselräuber
  • λοπαδο-φῡσητής
    ὁ, komisch statt λωτοφυσητής, vom Flötenbläser Dorion, der als Schlemmer berüchtigt war, gleichsam Schüsselbläser
  • λοπάς
    άδος, ἡ, ein flaches, irdenes Koch-, Eß- u. Trinkgeschirr, Tiegel; Schüssel, in der das Essen aufgetragen wird. Eine Krankheit der Bäume, bes. des Ölbaums
  • λοπάω
    die Rinde, Schale loslassen, von den Bäumen, welche sich im Frühjahre bei dem Wiedereintreten des Saftes schälen lassen; aber auch eine Krankheit der Bäume, bes. des Ölbaumes und des Feigenbaumes, durch ein Faulen der Wurzeln veranlaßt
  • λοπητός
    ὁ, die Zeit im Frühjahre, wenn sich die Baumrinde ablösen läßt
  • λοπία
    ἡ, die Lösbarkeit der Rinde, Abschälbarkeit der Bäume im Frühjahre
  • λοπίζω
    abschälen, die Rinde od. Schale abziehen
  • λόπιμος
    ον, leicht abzuschälen, von Bäumen, denen man die Rinde leicht abnehmen kann; und von Nüssen, die keine od. eine sehr dünne Schaale haben
  • λοπίς
    ίδος, ἡ, Rinde, Schale, Schuppe
  • λόπισμα
    τό, das Abgeschälte, die Schale
  • λοπός
    ὁ, was sich abschälen läßt, Schale, Rinde; von der Zwiebel; bes. von Bäumen und Früchten. Aber auch von Tieren, die abgezogene Haut, das Fell
  • λορδός
    vorwärts gekrümmt, mit dem Oberteile des Körpers vorwärts gebogen, auch mit einwärts gebogenem Rücken, Ggstz von κυφός. Übh. concav, Ggstz von κυρτός
  • λορδόω
    den Oberleib vorwärts, einwärts biegen; sich einwärts biegen, den Rücken einziehen, so daß der Unterleib hervortritt, in obszönem Sinne
  • λόρδωμα
    τό, der Bug nach vorn oder einwärts
  • λορδών
    ῶνος, ὁ, ein komisch fingierter Dämon, von λορδόω, in obszönem Sinne
  • λόρδωσις
    ἡ, eine fehlerhafte Bildung des Halses u. Rückgrates, wenn sie nach vorn oder einwärts gebogen sind, Ggstz von κύφωσις. In obszönem Sinne
  • λοτός
    ὁ, Flöte
  • λοῦσις
    ἡ, das Waschen, Baden
  • λοῦσσον
    τό, der weiße Kern des Tannenholzes
  • λούστης
    ὁ, der sich gern badet
  • λουτήρ
    ῆρος, ὁ, Waschfaß, Badewanne
  • λουτήριον
    τό, eine Art Becher
  • λουτιάω
    ich habe Lust mich zu waschen od. zu baden
  • λούτριον
    τό, das gebrauchte Wasch- oder Badewasser
  • λουτρίς
    ίδος, ἡ, ὠά, der Schamgürtel beim Baden
  • λουτρο-δάϊκτος
    im Bade getötet
  • λουτρόν
    das Baden, das Bad, auch das Bade- od. Waschwasser; λοετρὰ Ὠκεανοῖο, Bad im Okeanos; ϑερμά, das warme Bad; πατρὸς χέοντες λουτρά, das Trankopfer auf des Vaters Grabe. Übh. das Abwaschen, Abspülen. Dah. die Taufe. Gramm. wollen das Waschwasser durch den Accent λοῦτρον, vom Bade, λουτρόν, unterscheiden
  • λουτρο-ποιός
    ὁ, der das Bad bereitet, so heißt ein Stück des Anaxilas
  • λουτρο-φορέω
    Wasser zum Baden tragen
  • λουτρο-φόρος
    Wasser zum Waschen oder Baden tragend, bringend, in Athen der Knabe, der am Hochzeitstage dem Bräutigam das Wasser aus der Quelle Kallirrhoe brachte; dah. ἀνυμέναια δ' Ἰσμηνὸς ἐκηδεύϑη λουτροφόρου χλιδᾶς, ohne die hochzeitliche Festlichkeit. Auch auf dem Grabe der unvermählt Gestorbenen stand παῖς ὑδρίαν λ. ἔχων od. ἡ λουτροφόρος, sc. ὑδρία, ein schwarzer Wasserkrug, auch λίβυς genannt
  • λουτρο-χοέω
    Wasch-, Badewasser aus-, ergießen
  • λουτρο-χόος
    Wasser zum Waschen od. Baden aus-, ergießend; τρίπους, der dreifüßige Kessel, in welchem das Badewasser warm gemacht wurde; auch der Sclave, der das Badewasser in die Badewanne eingoß, das Bad bereitete
  • λουτρών
    ῶνος, ὁ, Badegemach, Badehaus
  • λούω
    baden, waschen; gew. von Menschen; λοεσσάμενος ποταμοῖο, sich im Flusse baden; mit einem accus., λοέσσασϑαι χρόα, sich den Leib waschen; einmal von den Mähnen der Pferde; vom Waschen der Kleider aber wird πλύνω gesagt; λούεσϑαι ἐν πηλῷ, vom Schweine. Übertr., αἵ. ματι, sich im Blute baden
  • λοφάω
    einen Federbusch haben; λόφου ἐπιϑυμεῖ, komisches Wort nach Analogie von βραγχάω, λιϑάω u. ähnlichen Verbis, die eine Krankheit bezeichnen, gebildet, etwa: leidest du an der Federbuschsucht?
  • λοφεῖον
    τό, das Futteral, in welches man den Federbusch legte; auch für einen Spiegel
  • λόφη
    ἡ, Federbusch
  • λοφη-φόρος
    einen Federbusch tragend, von der Haubenlerche
  • λοφιά
    ἡ, der Nacken oder Rücken an den Tieren, die Mähnen oder Borsten haben, bes. des Pferdes u. χαίτη, auch die Mähnen od. Borsten selbst, wie es vom Eber heißt φρίξας εὖ λοφιήν; ἀντὶ λόφου ἡ λοφιὴ κατέχρα, statt des Federbusches diente die Mähne. Vom Rücken eines Seetieres u. so auch sonst beim Delphin, die Rückenflosse. Übh. = λόφος, Erhöhung, Hügel
  • λοφίζω
    erheben
  • λοφιήτης
    ὁ, der Hügelbewohner, Pan
  • λόφιον
    τό, kleiner Hügel
  • λοφνίς
    ίδος, ἡ, eine aus der Rinde der Weinrebe gemachte Fackel
  • λοφόεις
    εσσα, εν, mit Erhöhungen, hügelig
  • λοφο-ποιός
    Helm-, Federbüsche machend
  • λοφο-πωλέω
    Federbüsche verkaufen
  • λοφο-πώλης
    ὁ, der Federbüsche verkauft
  • λόφος
    ὁ, 1) eigtl. der Nacken der Zugtiere, der unter das Joch gespannt, von diesem gerieben wird; von Pferden; aber auch vom Halse des Menschen; οὐδ' ὑπὸ ζυγῷ λόφον δικαίως εἶχον, den Nacken unter dem Joch halten, d. i. geduldig gehorchen. 2) wahrscheinlich von der Mähne auf dem Nacken der Pferde entnommen, Helmbusch; immer aus Pferdehaaren; Hephästus bildet diesen aus Gold nach; auch = Federbusch. Dah. auch bei den Vögeln = die Kuppe auf dem Kopf. Beim Hahn der Kamm. Bei Fischen = λοφιά. Bei Menschen ein auf dem Wirbel hervorragender Haarschopf, um den rings herum der Scheitel kahl geschoren ist, λόφους κείρεσϑαι, sich Schöpfe scheeren. 3) Erderhöhung, Hügel. 4) ῥήματα ὀφρῠς καὶ λόφους ἔχοντα, sich wie die Mähnen hoch aufsträubende Worte. 5) die abgezogene Haut, Leder
  • λόφ-ουρος
    mit langhaarigem Schwanze, od. Tiere, die am Halse u. am Schwanze lange, steife Haare haben, wie die Pferde u. Esel
  • λοφ-ώδης
    ες, hügelig
  • λόφωσις
    ἡ, das Kuppentragen, die Kuppe selbst
  • λοφωτός
    mit einer Kuppe, Helmbusch u. dgl. versehen
  • λοχ-ᾱγέω
    ein Lochage sein, der Erste in der Loche sein, sie anführen
  • λοχ-ᾱγία
    ἡ, die Würde eines λοχαγός
  • λοχ-ᾱγός
    ὁ, Anführer eines λόχος, Rottenführer, Hauptmann, der als der Erste des Lochos ihn anführt, und wenn die Soldaten in einer langen Reihe hinter einander marschieren, vorangeht; als Offiziere werden in der Regel nur genannt στρατηγοὶ καὶ λοχαγοί. Der röm. centurio. Auch = curio
  • λοχάδην
    aus dem Hinterhalte, lauernd, tückisch
  • λοχαῖος
    zum Gebären gehörig, δίφρος, Geburtsstuhl. Von der Saat, schnell, üppig aufschießend, auch = viele dichte Blüten treibend; von schweren Ähren, die sich legen. Ἔρως, die versteckte, heimliche Liebe
  • λοχάω
    durch einen Hinterhalt auflauern, aufpassen; mit dem accus. des Ortes, mit einem Hinterhalte belegen; absol., einen Hinterhalt legen; sich in Hinterhalt legen; λελοχημένοι, versteckt; λοχᾶν τὴν πρὸς Ῥωμαίους φιλίαν, den Römern unter dem Schein der Freundschaft nachstellen
  • λοχεία
    ἡ, das Gebären, die Geburt; von der Artemis, τὴν λοχείαν εἴληχε, ihr ist die Sorge für das Gebären, die Gebärenden zugefallen; von Vögeln. Auch das Geborene, wie δυωδεκάπαιδα λοχείην die zwölf Kinder bedeutet
  • λοχεῖος
    zum Gebären gehörig, die Gebärende betreffend, Ἄρτεμις λοχεία, welche Beschützerinn der Gebärenden u. der Geburten ist; τὰς λοχείους ἡμέρας ἑορτάζειν, Dankfest für die Entbindung; τὰ λοχεῖα, die Reinigung der Kindbetterinnen nach der Geburt
  • λοχεός
    ὁ, der Hinterhalt
  • λόχευμα
    τό, die Geburt, das Geborene. Aber κάλυκος ἐν λοχεύμασιν ist = im Gebären, im Mutterschoß
  • λοχεύτρια
    ἡ, die Kindbetterin, Gebärerin. Die Hebamme
  • λοχεύω
    1) die Geburt zur Welt bringen, sowohl von der Mutter, gebären, παῖδα, als auch von der Hebamme, eine Frau entbinden, τίς λοχεύει σε; auch λοχευϑείσης αὐτοῦ τῆς μητρός, als die Mutter entbunden wurde; gebären; u. übertr., hervorbringen
  • λόχησις
    ἡ, das Auflauern, im Hinterhalte Liegen
  • λοχητικός
    auflauernd im Hinterhalt
  • λοχίζω
    1) einem im Hinterhalte auflauern, ihm nachstellen; λοχισϑέντες διεφϑάρησαν, sie kamen durch einen Hinterhalt um; χωρίον λελοχισμένον, der mit einem Hinterhalte besetzte Ort; ὁπλίτας ἐς ὁδόν, in Hinterhalt legen. 2) einen Heerhaufen in Rotten, λόχοι, abteilen u. danach aufstellen. 3) auch = λοχεύω, gebären
  • λόχιος
    Geburtsschmerzen; Ἄρτεμις λοχία, die den Gebärenden hilft; τὰ λόχια. die Reinigung der Kindbetterin. Auch = trächtig
  • λοχισμός
    ὁ, das in Hinterhalt Stellen, Legen
  • λοχίτης
    ὁ, 1) im Hinterhalt liegend, auflauernd. 2) der von demselben λόχος ist, Mitsoldat, Gefährte; λοχῖτις ἐκκλησία = comitia centuriata
  • λοχμαῖος
    im Busch versteckt, sich im Gebüsch aufhaltend, Μοῦσα, von den Vögeln
  • λόχμη
    ἡ, Wildlager, Dickicht, Gebüsch, das dem Wilde zum Lager dient; λόχμας ὑπὸ κυανέας, der Wald
  • λόχμιος
    von den Bienen
  • λοχμόομαι
    dicht, buschig wachsen
  • λοχμ-ώδης
    ες, buschartig, wie ein Dickicht
  • λόχος
    ὁ, 1) eigtl. ein Ort, wo man sich hinlegt, ein Hinterhalt, Versteck, d. i. ein Ort, in welchen eine Kriegerschar gelegt wird, um auf den Feind zu lauern u. plötzlich auf ihn loszubrechen; ἐκ λόχου ἀμπήδησε, er brach aus dem Hinterhalt hervor; auch das hölzerne Pferd der Griechen vor Troja heißt κοῖλος u. πυκινὸς λόχος; so heißen die feindlichen Schiffe ξύλινος λόχος in einem Orakel. Übh. Hinterhalt, λόχονδε ἰέναι, zum Hinterhalt gehen; λόχον ἀνδρῶν εἰςίζεσϑαι, im Hinterhalt liegen; λόχον εἷσαι, einen Hinterhalt legen; λόχῳ εἷσαί τινα, einen in Hinterhalt legen; λόχονδε κρίνειν ἄνδρας ἀριστῆας, die Tapfersten zum Hinterhalt auslesen; auch das Auflauern, Nachstellen selbst; wie λόχος ϑείοιο γέροντος, die Art u. Weise, dem göttlichen Alten aufzulauern; die den Hinterhalt bildende Mannschaft. Dah. jede gewaffnete Schar Fußvolk. Übh. jede Schar; ϑαυμαστὸς λόχος εὕδει γυναικῶν, von den Furien; eine Abteilung von Kriegern zu Fuß, gewöhnlich von hundert Mann; aber die hinzugesetzte Bestimmung ἀνὰ ἑκατὸν ἄνδρας zeigt, daß die Zahl keine feste war und sich nach der in den einzelnen griechischen Staaten u. Stämmen verschiedenen Einteilung der Bürger u. des Heeres richtete. So gehen vier πεντηκοστύες auf einen λόχος, u. bei den Spartanern heißt der vierte od. nach anderen der fünfte Teil der μόρα ein λόχος. Auch von bürgelichen Vereinen. Die Sp. nennen so die röm. centuria. 2) das sich ins Bett Legen, von den Kindbetterinnen, die Niederkunft, die Geburt, auch das Geborene. 3) bei den Macedoniern ein Monat, dem attischen Maimakterion entsprechend
  • λοχός
    ἡ, = λεχώ, die Kindbetterin
  • λύα
    ἡ, Auflösung, Zwiespalt, Aufruhr
  • λυαῖος
    ὁ, der Löser, Sorgenlöser, Beiname des Bacchus
  • λῡγαῖος
    dunkel, finster
  • λύγαιον
    τό, Hals-, Armband
  • λυγγαίνω u. λυγγάνω
    den Schlucken, λύγξ, haben
  • λυγγ-ώδης
    ες, oft den Schlucken habend
  • λύγδην
    schluchzend
  • λύγδινος
    u. λυγδίνεος
    von weißem Marmor; blendend weiß wie Marmor
  • λύγδος
    ὁ, weißer Marmor, ein blendend weißer Stein, ἡ Παρία λύγδος, parischer Marmor
  • λύγη
    ἡ, Schatten, Dunkel, Finsternis
  • λυγηρός
    biegsam
  • λυγίζω
    biegen, winden, drehen; ἄρϑρον ᾗ λυγίζεται, vom Fußgelenk; κόσμος λελυγισμένος, von künstlichen Schnörkeleien des Gesanges u. Liedes; bes. in der Sprache der Ringer: dem Gegner durch geschickte Biegungen und Wendungen entgehen od. ihn zu Boden werfen; ἀποστραφῆναι λυγιζόμενος ὥςτε μὴ παρέχειν δίκην, sich drehend, wendend
  • λύγινος
    von Weiden gemacht, geflochten
  • λύγισμα
    τό, das Gewundene, Gekrümmte, Gedrehte
  • λυγισμός
    ὁ, das Winden, Krümmen, Biegen, bes. von den geschickten Biegungen u. Wendungen, mit welchen der Ringer seinem Gegner ausweicht od. ihn niederzuwerfen sucht; übertr. von den ähnlichen Wendungen der Sophisten bei Redekämpfen, verkünstelte Schnörkeleien im Gesange
  • λυγιστής
    ὁ, der aus Weidenzweigen Flechtende, der Böttcher
  • λυγιστικός
    zum Winden, Drehen geschickt, geschmeidig, der Tänzer
  • λυγιστός
    gebogen, zu biegen, biegsam.
  • λύγκειος
    u. λυγκικός
    vom Luchs, luchsartig, bes. scharfsehend wie der Luchs
  • λυγκίον
    τό, kleiner Luchs
  • λυγκούριον
    τό, entweder eine rotgelbe, durchsichtige Bernsteinart, od. ein ins Rötliche spielender Hyacinth, der zu Siegelsteinen verarbeitet wurde. Einige betrachten das Wort als ein Compositum λυγκός-οὖρος, weil man den Stein für versteinerten Luchsharn gehalten habe; andere leiten es von den Λίγυες ab, von denen der Stein zu den Griechen gekommen sei
  • λυγμός
    ὁ, der Schlucken; das Schluchzen, Weinen
  • λύγξ
    λυγκός, ὁ, ἡ, der Luchs
  • λύγξ
    υγγός, ἡ, der Schlucken; Schluchzen, Weinen
  • λυγό-δεσμος
    mit Weidenzweigen gebunden
  • λυγο-ειδής
    ές, Weidenruten ähnlich
  • λυγο-πλόκος
    Weidenzweige flechtend
  • λύγος
    ἡ, selten ὁ, jeder junge, biegsame, zum Flechten geeignete Zweig; δίδη μόσχοισι λύγοισι, adj., biegsam; πέρδιξ, πλεκτὸς λεπ ταλέαις οἶκος ἔχει σε λύγοις, ein geflochtener Käfig. Zu Kränzen gebraucht; = ἅγνος, eine bestimmte Weidenart. Λυγός aber ist στρεβλωτήριον ὄργανον, eine Schraube der Tischler, geleimtes Holz darein zu spannen
  • λυγο-τευχής
    ές, aus Weidenzweigen gemacht, geflochten
  • λυγόω
    biegsam machen, biegen, flechten
  • λυγρός
    jammervoll, elend; τὰ λυγρά, traurige Dinge, Elend, Unglück; auch = Verderben, Unheil; ἔξοχα λυγρὰ ἰδυῖα, die ausnehmend Verderbliches Sinnende, von der Hydra; οἱ λυγρὰ νοεῦντες ἄλλῃ παρκλίνουσι δίκας, die Verderbliches Sinnenden; so sind auch λυγρὰ φάρμακα, im Ggstz der ἐσϑλά, schädliche Mittel, Gifte od. bösartiger Zauber u. λυγρὴ γαστήρ ist der unheilstiftende, unselige Magen. Von Menschen gebraucht bedeutet es den zum Kampf Untüchtigen, Elenden, Feigen; aber auch = unheilvoll, anderen Unheil bringend
  • λῡδιάζω u. λῡδίζω
    den Lydern nachahmen, bes. in der Sprache u. in der Tracht den Lyder spielen
  • λῡδία λίϑος, ἡ
    der lydische Stein, d. i. der in Lydien entdeckte Probierstein für das Gold, sonst βάσανος genannt
  • λῡδίων
    ωνος, ὁ, das lat. ludio, ludius
  • λῡδο-παθής
    ές, weichlich u. schwelgerisch, wie ein Lyder
  • λύζω
    den Schlucken haben; schluchzen (beim Weinen)
  • λύθρον
    τό, u. λύθρος
    ὁ, Besudelung, Verunreinigung; λύϑρῳ παλάσσετο χεῖρας, mit Mordblut u. αἵματι καὶ λύϑρῳ πεπαλαγμένος, mit blutgemischtem Staube; vom Saft der Purpurschnecke; unreines Blut
  • λυθρο-στάλακτος
    mit Blut beträufelt
  • λυθρό-φνρτος
    mit Blut gemischt
  • λυθρόω
    mit Mordblut besudeln
  • λυθρ-ώδης
    ες, mit Mordblut besudelt, blutig
  • λυκαβαντίδες
    Ὁραι, die das Jahr machenden, bildenden Horen; ἑξήκοντα τελεῖ Χαριτὼ λυκαβαντίδας ὥρας, geradezu für 60 Jahre
  • λυκάβας
    αντος, ὁ, das Jahr; wunderlich von λύκος u. βαίνω, weil die Tage des Jahres so unmittelbar auf einander folgen, wie Wölfe, die, wenn sie über einen Fluß setzen, einer in den Schwanz des andern einbeißen; richtiger von ΛΥΚΗ, die Lichtbahn, der Sonnenlauf
  • λυκ-άγχη
    ἡ, wie κυνάγχη, eine Art Bräune
  • λύκαινα
    ἡ, die Wölfin
  • λυκαίνιον
    τό, eine komische Maske alter Frauen
  • λυκαινό-μορφος
    wie eine Wölfin gestaltet, in Wolfsgestalt
  • λύκαια
    τά, sc. ἱερά, das Fest des Lycäischen Zeus; ein Fest der Parrhasier in Arcadien; auch die römischen lupercalia
  • λυκ-ανθρωπία
    ἡ, eine Krankheit aus Melancholie, wobei der Kranke des Nachts umherläuft u. wie ein Wolf heult
  • λυκ-άνθρωπος
    ὁ, (Wolfsmensch, eigtl. der die Gestalt u. Stimme eines Wolfes annimmt, Wärwolf), der an der λυκανϑρωπία leidet
  • λυκ-αυγής
    ές, zweitichtig, dämmerhell; οὐδ' ἡμέρα πάνυ λαμπρά, ἀλλὰ καϑάπερ τὸ λυκαυγὲς ἤδη πρὸς ἕω, Morgendämmerung
  • λύκ-αψος
    ἡ, eine Pflanze
  • λυκέη
    ἡ, sc. δορά, Wolfsfell
  • λυκεία
    ἡ, Wolfsfell, Helm aus Wolfsleder
  • λύκειος
    wölfisch, vom Wolfe. Auch Beiwort des Apollo als Wolfstöter od. Schutzgott von Lycien
  • λυκηδόν
    nach Art des Wolfes
  • λυκηθμός
    ὁ, Wolfsgeheul
  • λυκιδεύς
    ὁ, der junge Wolf
  • λυκιο-εργής
    ές, von lycischer Arbeit, wie sie in Lycien gemacht wird
  • λύκιον
    τό, eine bes. in Lycien wachsende Dornenart, sonst πυξάκανϑα. Auch ein aus den Zweigen und Wurzeln dieser Pflanze gekochter, als Heilmittel gebrauchter Saft
  • λύκιος
    ὁ, eine Dohlenart
  • λυκο-βατίας
    ὁ, vom Wolfe betreten, ein Wald, in dem sich Wölfe aufhalten
  • λυκό-βρωτος
    vom Wolfe gefressen od. angebissen
  • λυκ-όδοντες
    οἱ, die Wolfszähne
  • λυκο-ειδής
    ές, wolfsähnlich, -artig, bes. von der Farbe
  • λυκο-εργής
    ές, Wölfe abtuend, tötend, πρόβολοι λυκοεργέες, Wurfspieße zum Abfangen od. Erlegen der Wölfe
  • λυκο-θαρσής
    ές, wolfskühn, dreist wie ein Wolf
  • λυκο-θήρας
    ὁ, der Wolfsjäger
  • λυκο-κτονέω
    Wölfe töten
  • λυκο-κτόνος
    Wölfe tötend, Apollo, dem Wölfe geopfert werden; τὸ λυκοκτόνον, Wolfsgift
  • λυκό-μορφος
    wolfsgestaltig
  • λυκο-πάνθηρ
    ηρος, ὁ, Wolfspanther
  • λυκο-περσικόν
    τό, eine ägyptische Pflanze, die einen gelblichen Saft von widrig starkem, aromatischem Geruche gab
  • λυκό-ποδες
    οἱ, die Wolfsfüßigen, heißen die Athener, bes. die Alkmäoniden, welche den Tyrannen Hippias verjagten. Auch Trabanten der Tyrannen, entweder weil sie Stiefel von Wolfsfellen trugen oder das Zeichen eines Wolfes auf dem Schilde führten
  • λυκοῤ-ῥαίστης
    ὁ, Wolfstöter
  • λύκος
    ὁ (lupus, nach einigen mit ΛΥΚΗ zufammenhangend, entweder von seiner Farbe, dem Grauen, od. weil er um das Zwielicht auf Raub ausgeht), 1) der Wolf, als eines der größten in Griechenland einheimischen Raubtiere Sinnbild der Gier u. der verwegenen Wildheit; λύκος ἔχανεν, von getäuschter Hoffnung; λύκον ἰδεῖν, einen Wolf gesehen haben, d. i. verstummen, weil nach dem Volksglauben der die Sprache verlor, den ein Wolf früher gesehen als er den Wolf; ἐκ λύκου στόματος, aus des Wolfes Rachen. 2) auch von einer Fischart; eine Spinnenart; ein Vogel. 3) die Blüte der Iris. 4) eiserne Haken oder Spitzen, a) scharfe Zacken, Wolfszähne, am Gebiß hartmäuliger Pferde, lupata; b) Haken, Klopfer an der Tür, wie κόραξ, u. der Haken am Brunnenseil, an welchem der Eimer hängt. 5) auch die Päderasten heißen so
  • λυκο-σκυτάλιον
    τό, ein Kraut
  • λυκο-σπάς
    άδος, u. λυκό-σπαστος
    vom Wolfe zerrissen; vom Wolfe angefallen; ἵπποι, eine Pferderasse in Unteritalien
  • λυκό-στομος
    wolfsmäulig, Name einer Sardellenart
  • λυκό-φανος
    eine Pflanze
  • λυκ-όφθαλμος
    wolfsäugig, auch ἡ λ., ein Edelstein
  • λυκο-φιλία
    ἡ, Wolfsfreundschaft, d. i. falsche, tückische Freundschaft
  • λυκο-φίλιος
    von der Art der Wolfsfreundschaft
  • λυκο-φόρος
    einen Wolf als eingebranntes Zeichen tragend
  • λυκό-φρων
    ον, wolfsmütig
  • λυκό-φως
    τό, Zwielicht, Dämmerlicht; von λύκος, die Zeit, wenn der Wolf, wie andere Raubtiere, auf Beute ausgeht, od. von dessen grauer Farbe
  • λυκόχροος
    wolfsfarbig
  • λυκόω
    wie ein Wolf anfallen, zerreißen, τῶν προβάτων λελυκωμένα, vom Wolfe zerrissene Schafe
  • λῡμα
    τό, die Besudelung, Verunreinigung, der Schmutz; auch der abgewaschene Schmutz, den man wegwirft; τόκου, die Reinigung der Wöchnerinnen; δόμων, Kehricht; εἶμι πρός τε λουτρά - ὡς ἂν λύμαϑ' ἁγνίσας ἐμὰ μῆνιν βαρεῖαν ἐξαλύξωμαι ϑεᾶς, bildet den Übergang zur sittlichen Befleckung, Schmach. Auch = λυμη, Verderben; auch das Einzulösende, das Pfand
  • λῡμαίνω
    reinigen, 1) sich reinigen. 2) einen schimpflich, schändlich, wie einen Verworfenen (λῦμα) behandeln, verhöhnen, mißhandeln, u. gew. übh. schaden, beschädigen, verletzen, zerstören; c. acc., ὀργῇ χάριν δοὺς ἥ σ' ἀεὶ λυμαίνεται, der Zorn, der dir immer schadet; τοιαῦτα Σοφοκλῆς λυμαίνεται ἐμέ, so beschimpft er mich
  • λῡμαντήρ
    ῆρος, ὁ, der Zerstörende, Verletzende
  • λῡμαντήριος
    schmählich behandelnd, verletzend, schadend; auch κεῖται γυναικὸς τῆςδε λυμαντήριος, der das Weib verletzt
  • λῡμαντής
    ὁ, = λυμαντήρ, γάμον οἷον κατακτήσαιτο λυμαντὴν βίου, das Verderben seines Lebens
  • λύμαξ
    ακος, man leitet davon das lat. lumectus u. lumarius ab
  • λύμασις
    ἡ, u. λῡμάχη
    ἡ, Schmach, Hohn
  • λῡμεών
    ῶνος, ὁ, Beschädiger, Zerstörer
  • λύμη
    ἡ, schmähliche Behandlung in Worten und Werken, Beschimpfung, Schmach, Mißhandlung, auch übh. Schaden, Verderben; ἐπὶ λύμῃ, um einem zu beschimpfen; wie σἄνδρα οὕτο αἰσχρῶς λύμῃ διακείμενον, von einem Menschen, dem Nasen u. Ohren abgeschnitten sind; ὧν διαφϑειρομένων οὐκ ἂν γίγνοιτο μεγάλη λύμη τῇ πόλει, es dürfte der Stadt kein großer Nachteil daraus erwachsen. Auch = λῦμα, Besudelung, Unreinigkeit
  • λῡμ-ώδης
    ες, schädlich, verderblich
  • λῡπάης
    ὁ, nannte man einen sophistischen Redner
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