Spruchlexikon DEUTSCH

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De wat spart, de wat hett.
Oldenburg
De watt Lêves hett, de geit dernâ un de wat Sêres (Schmerzhaftes, Wundes) hett, de föhlt dernâ.
Oldenburg
dt] Wer etwas Liebes bat, der geht, und wer was Wehes hat, der sieht oder fühlt danach.
De Wedderslag is nich verbade.
De Wêdwe (auch: Wedefroen) Klêd is lang, elk trett der up.
De Weg is en Pîp (o. 'n Smök) Wegs lang.
Holstein
i] So lang als man braucht, um eine Pfeife auszurauchen, etwa eine halbe bis eine ganze Stunde Entfernung
De Weg will Lüe hem.
i] Mit den Worten: 'der Weg will Leute haben', entschuldigt man ironisch die unnötigen und unnützen Wege, die sich jemand macht.
De Weiber un de Sneggen möt det Hus drüg'n uppen Ruggen.
De Weibern muess me nid alles uf d' Nase binde.
De Wein is mi nig im Weg, aver dat Wâter.
Holstein
i] Als Antwort, wenn jemand gefragt wird, ob er an der Gicht leide.
De Wein köppet.
Hamburg
i] Er benimmt einem den Kopf.
De weit reist, verendert wohl das gstirn, aber nit das hirn.
De Weîte öss öm Fack, de Vesperkost öm Dack.
i] Wenn der Weizen eingeerntet ist, hört bei den Arbeitern die Vesperstunde auf.
De Welt heft sick ummekêrt, drum so hebbe ick Essel pipen gelêrt.
hdt] Die Welt hat sich umgekehrt, drum hab' ich Esel pfeiffen gelernt.
la] Mundus est immutatus ac perversus, ideo asinus fistula canere didicit.
De Welt îs ju nich mit Brâta verschlân.
De Welt, dos wär n Perle, häts ne asû viel schlechte Kerle.
De wêt Beschêd vun en halv Brod, wenn dat heele (Ganze) up is.
i] Wenn jemand etwas Bekanntes zu ergründen vorgibt. Der Klügling
De wêt na 't Schärmest (Schermesser) to liepen (den Mund zu ziehen).
De wet nig van Lüll edder Tüll.
i] Sie ist gänzlich unerfahren.
De wêt van de Mudder, he hett all in de Göte (Gosse) wesst.
Ostfriesland
i] Mudder = Kot, Schmutz, Schlamm
De wett dor Mauen antosetten.
i] Er weiß die Sache ordentlich anzugreifen.
De wîder (weiter) springen will, as sîn Kluwstock reckt (reicht), fallt in 'n Slôt (Graben).
i] Der Kluwstock ist ein langer Stock (Springstock mit einer eisernen Klaue, Kluwe) der namentlich in den Marschen gebraucht wird, um vermittels desselben über die vielen Gräben zu springen.
De will hebben sinen Willen, de krigt wat vör sine Billen.
i] Zu eigensinnigen Kindern. Bille, Billen = Lenden, Sitzbacken.
De will leigen, de kan wat nijes seggen.
la] Mentiri cupiens nova quit narrare popello.
De will pusten un holle't (hält das) Mehl in'n Mund.
De wille Bär löppet dör dat Koren.
Westfalen
i] Wird gesagt, wenn das Korn wogt
De Wind blâset ut en kôld Lok.
hdt] Er weht wie aus einem kalten Loche.
De Wind flüggt mit de Höner to Wîm un ôk wedder af.
hdt] Der Wind, welcher sich am Abend erhebt, legt sich am Morgen.
De Wind get all (bereits) üöwer de Stoppeln, un me härt de hültenen Klocken (Dreschflegel) goan.
i] Um den Eintritt des Herbstes zu bezeichnen.
De Wind is Ost, de Wind is West, mîn Hüsje steit up't allerbest.
i] Pflegt der Müller zu sagen.
De Wind öss Noarde, kömmt von Kerspelle.
Alt-Pillau
i] Der Wind ist dann West-Südwest. Kerspellen volkstümlich für Craxtepellen, ein Dorf im Kirchspiel Heiligenkreuz, Kr. Fischhausen.
De Wind steit med den Swînen up un geit med den Swînen to bedde.
hdt] Der Wind hebt mit Sonnenaufgang zu wehen an und hört mit Sonnenuntergang wieder auf.
De Wind, de tegen de Sünn upgeit, 't is'n Wunner, dat he nêt ewig steit.
i] Man hat beobachtet, dass der Wind, welcher von Westen nach Norden und von da nach Osten geht, sich dort lange hält.
De Winter fragt, wat de Samer verdênt heft.
De Winter verfrüürt nit.
De Wirtschaft, wo 't am besten geit, is de, wo jeder mitarbeidt.
De wiset de Räkning (Rechnung).
i] Spottweis von einem, der, wenn er lacht, sein ganzes Gebiss sehen lässt.
De wohl (gôd) hackt, de wohl (gôd) kakt (kocht).
Ostfriesland
De wohl sei't, de wohl mei't, de wohl smert, de wohl fährt.
De woll sitt, late sin Rüggen.
De wrêdste (stärkste) in't Midden, see de Düwel, do gung he tüschen twê Papen.
Ostfriesland
De Wurst is mi to krumm, säd' de Voss; da satt de Katt met 'ner Worst oppem Bôme.
v] De Wurst is doch to krumm, sä de Voss, do hung se hum to hoch.
De Zêge drögt (het) dat Fett innewennig.
i] Damit mögen sich zunächst magere Personen trösten; das Sprichwort will aber auch sagen, dass manche Menschen mehr innern Gehalt besitzen, als ihr Äußeres verspricht.
nl] Magere lieden hebben veel bloed in.
De Zieens (Ziegen) het dat Holt noch nicht alle freaten.
i] Westfälische Strafandrohung für Kinder, es gibt noch Ruten.
De'n Pennig nich ehrt, is'n Dahler nich wert.
De, der dênt (dient), is sô gôd as de, der lônt.
i] Die Dienstboten sind in Oldenburg den Kindern des Hauses fast vollständig gleichgestellt, sie gehören ganz mit zur Familie, und da auch die Kinder wohlhabender Landleute dienen, so haben alle dieselben Umgangsformen und finden sich auf dem Lande die Scheidewände nicht, die sonst wol den Herrn vom Diener trennen.
Dea ged 's Maul wiar a Prechl.
Steiermark
i] Dieser geht das Maul wie eine (Flachs-)Breche.
Dea lebt wia God in Frongraich.
Niederösterreich
ndt] E liewt wä âser Häregott ä (in) Paris. Siebenbürgen/Sachsen
i] Unbekümmert, sorgenfrei.
Dea losed wie d' Sau vor da Müldia.
Niederösterreich
hdt] Er lauscht, horcht, wie die Sau vor der Mühltür.
i] Losen, eigentlich horchen, auch gedankenlos dastehen. In Mühlen werden häufig Schweine gemästet, die oft horchen, was in der Mühle so klappert.
Dea macht a boa'r Augen, wia di Katz wann's dunna'd.
Niederösterreich
Dea macht a boa'r Augen, wia di Katz wann's dunna'd.
Niederösterreich
Auge
Deam brot ma a-n-extra Wurst.
Deam einen fällt de Leiwe (Liebe) up den Butterweck, deam annern up den Koudreck.
Marsberg
Deäm geid de Board, as wan hä van der Aennekefuet (= Entenbürzel) freäten hädde.
Grafschaft Mark.
Deam geit de Board äs der Hitte (= Ziege) na Micheili.
i] Von jemandem, der beim Sprechen isst. Die Ziegen werden nach Michaeli auf die Weide getrieben
Deam gucket d' Liederlichkeit us alle Knopflöcher aus.
Ulm
Deam guckt Dommheit bei de Oahra (o. bei alle Knopflöcher) raus.
Schwaben
Deam isch Dommheit ans Hira (an die Stirne) g'schrieba.
Schwaben
Deam isch dös a'geboara wia 's Stinka em Bock.
Schwaben
Deam ist seine Haut über d' Kopf nausg'wachse.
Ulm
i] Dem Kahlköpfigen
Deam ist's Herz in d' Hose gefalle.
Ulm
Deam kann ma au vormacha, unser Herrgott heiße Lorenz.
Deam kommt's wia 'm alta Weible 's Tanza.
Schwaben
Deam rinnet d' Auge, und d' Näs tröpflet wie Schleifers Kübele oder Gießfässle, deam sein Hähnle nett recht zugriba ist.Auge
Deam rinnet d' Auge, und d' Näs tröpflet wie Schleifers Kübele oder Giessfässle, deam sein Hähnle nett recht zugriba ist.
Deam scheißt me auf de Kopf, no hat er a Kopp ohne Noht (Naht).
Schwaben
Deam sind d' Weisheitszähn au no net komme(n).
Ulm
Deam stot's an wie der alte Kuh 's Bisa.
D. h. das lustige übermütige Umherspringen.
Anstehen
Deam stot's an wie der alte Kuh 's Bisa.
i] Das lustige übermütige Umherspringen
Deam thä i koin rothe Heller anvertraun.
Ulm
Deam will i de Nabel scho 'nein drucka.
i] Den will ich demütigen, kleinkriegen, züchtigen.
Dean hat me au nur mit Darnhändsche (Dornhandschuh) gfange.
Schwaben
i] Um einen Wildfang, einen lebhaften, unruhigen Charakter, einen wilden Burschen zu bezeichnen.
Dean kann me in ölle drei Felder brauche, wie auf em Misthaufe.
Deän Langeslöper (Langschläfer) Goedd erneärt, wai freö oppstoit, suin Gued verteärd.
Lippstadt
Deän Pot schimpft en Keätel Schwartoarsch.
Neumark
Deär Bettelman löpt sich nischt üm.
Neunmark
Dear bleibt au ledig wie der Gaissbock.
Hohenstatt
Dear dreht de Stiel um. Stielum machen.
Ulm
Dear druckt (drückt) ned, wia der Michel in Himmel.
Ulm
Dear fahrt drei nei wia d'r Bau'r in d'Stiefel.
Schwaben
Dear fahrt oin a wia d'Sau im Sack (o. wia da Narr im Kachelofa).
Schwaben
Dear flaucht, dass d'Steara vom Himmel rafallet.
Schwaben
Dear fluacht wia a Hoid (o. wia a Reiter, wia a Landsknecht).
Schwaben
Dear goht mit'm Sach um, wia d'Sau mit'm Stroah.
i] So verschwenderisch
Schwaben
Dear hat en Kopf wie a Simmer (Simri).
Ulm
Dear haut (o. hot) meahr Ausreda as a jonger Hond Flöah.
Schwaben
Dear haut a G'weg (Behändigkeit, Beweglichkeit) wia a Wiesele.
Schwaben
Dear haut a Näs wia en Birahaugga (Birnhaken) (o. wia a Dobbanudl).
Schwaben
Dear haut en Bart wia a Jud.
Schwaben
Dear haut en Bauch wia a armer Herr Pfarr.
Schwaben
Dear haut Nägel wia a Schinder (o. wia d'r Schinder Jörg; wia a Krotaschaber).
Schwaben
Dear haut nei wia a Drescher.
Schwaben
Dear haut's im Griff wia d'r Metzger da Stich.
Schwaben
Dear haut's wichtiger wia 's Bettelweible am Kirweihsamste.
Schwaben
Dear haut's wichtiger wia a legata Henn'.
Schwaben
Dear heart d' Fleah huschta und 's Gras wachsa.
Schwaben
Dear heinet wia a Schlossho(n)d.
Schwaben
Dear het älle Forbe (Farbe) wie Bäustmacher.
Ulm
i] Beim Spiel, wenn einer alle Couleuren hat
Dear hockt dau, wia de oischischte Henna of'm Mischt (o. wia a krank's Heahle; wia 's Ke(n)d beim Dreck).
Schwaben
Dear hot 's a bitzle dick hinter de Ohren.
Schwaben
Dear hot (o. haut) en Grind wia a Prälat (o. wia en Metza; wia en Immakorb).
Schwaben
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