Spruchlexikon DEUTSCH

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De Bottermelk (Buttermilch) mitr Messforken eetn.
De Bran(de)win drinket, kan wol Janever (Genever) pissen.
De Brand söcht de Nägel in der Wand.
i] Zur Bezeichnung der alles verzehrenden Gewalt das Feuers
De Brannewin röpt enen.
Lippe
i] Der Branntwein ruft ihn, er ist demselben ergeben, erzieht ihn zeitweise in den Keller oder ins Wirtshaus.
De Branwin maket nix Goes.
Lippe
hdt] Der Branntwein macht nichts Gutes.
De Brei bi öpper verschütte.
Schaffhausen
i] In Ungunst kommen
De Brei mam Sabel krit hun.
De Brî (Brei) ward hêter upgebn as gôtn.
De Briei wärt (= wird) altît haiter opgaft (= aufgegeben) ärr 'e giäten wärt.
Arnsberg
De Bringer hett de Rugge af.
De Bröer (Brüder) fasst mit beide Handen, de Süster (Schwester) man (nur) mit ên.
Ostfriesland
De Brot hett, den ward Brot badn.
De Brûd (Braut) hett de Katten gôd fodert.
i] Sagt man, wenn am Hochzeittage schön Wetter ist
De Buck (Bock) mälken un inner Heië (Heide) fisken bringet nix in.
Bielefeld
De Buckel öss kein Holltopp (hohler Topf), sagte jene Margell vor ihrer Hochzeit.
De Bûer ackert seck woll grîs, aber nicht wîs'.
De Buer het man ein Kind.
[RSpW] Provinzialrecht des Fürstentums Minden
i] Weil der Bauer dasjenige Kind, welches im elterlichen Hause bleibt, in der Regel der älteste Sohn, vielfach zu bevorzugen pflegt.
De Bûer hett man ên echt Kind, de annern sind alle Hôrkinner.
[RSpW] Oldenburg
i] Der eine Sohn wird Herr, während die anderen Kinder, wenn ihnen das Glück nicht auf andere Weise günstig ist, in dürftigen und abhängigen Verhältnissen leben müssen.
De Buer hört leiwer dat Heaneken kräggen, ässe dat Vüegelken singen.
Büren
De Bûer in en grof Geselle, hei sleit twei mâl up eine Stelle.
nl] Een groote boer geeft eenen grooten slag.
De Buër schitt suër, harn' se söet schêten, mücht'st du mit frêten.
Pommern
De Bûer(e) is en Lûer(e), un wenn he slöpt bet an'n Middag.
De Bûk e Schîn, die Mage e Mödfach.
i] Wunsch eines starken Essers, dessen Bauch eine Scheune und der Magen, ein Mittelfach derselben, eine Art Schüttboden, sein soll.
De Bûk öss kein Spegel, on de Arsch öss kein Landstrasse.
Ostpreußen
De Bûr is 'n Bûr, is 'n Schelm van Natur.
dk] Bonden er ei saa argen skalk, at hannem ei bør til farn.
De Bur is as'n Mehlsack, je mehr man d'rupkloppt, je mehr stuw he.
De Bûr is en Schelm, wenn he ok slöpt bed Middag.
De Bûr is enn Ehrenmann. Rendsburg
De Bûr is tom dichten (= nächsten) bi uns Hergott.
Rendsburg
De Bûr kickt de Ûl an, on de Ûl kickt den Bûr an.
De Bûr mutt denn ganzen Staat unnerholn (= unterhalten).
Rendsburg
De Bur mutt morgens weten, wat sien Lüd dohn möt, un to'n Fröhstück mutt he daor öwer wesen.
De Bûr mütt sîn Botter laven.
i] Laven hier in der Bedeutung von schätzen (Preis bestimmen). Der Verkäufer muss wissen, was seine Ware wert ist.
De Bûr seit sik wol grîs, ewer nich wîs.
nl] De ouder dem grijst wel, maar wijst daurom nog niet.
De Bur, de den Mest verkof, verkof dat Fett van de Suppe.
De Bûr, de Oss unn de Preester sünd de dree grödsten Beester.
Rendsburg
De Bûre lâche, wenn se noh hêm gönt. Aachen (Wenn sie, mit dem eingenommenen Gelde in der Tasche, nach Hause gehen)
De Bûre lâche, wenn se noh hêm gönt.
Aachen
i] Wenn sie, mit dem eingenommenen Gelde in der Tasche, nach Hause gehen.
De Bûrestand het d' Oberhand.
Bern
De Buur seit sick woll gris, awers nich wies.
De Buur, de läwt von't Stöhnen, un de Koopmann von't Toleggen.
De da will slâpen, de mut ôk wat schâpen.
Holstein
i] Wer gut schlafen will, muss rüstig schaffen, arbeiten.
De dackhâs' (Dachhase) kickt na 'm Speck.
Elbing
i] Die Katze spaziert auf dem Dache herum
De Dag will 'n Awend hebben.
Ostfriesland
i] Auch der längste Tag neigt sich endlich.
De dar geben, dat weeren de Lêven.
De dar hett kêne Koje (Kuh) , de hett ok kêne Moje.
De dar will land kopen, de schall lude ropen.
[RSpW]
De darf net sage: Gott strauf' me, dear ist g'strauft gnug.
Ulm
i] Mit seinem bösen Weibe nämlich.
De dat Gausetatern (Gänseschnattern) nicht hewwen will, de mot de Garven vannen Steerde laten.
Osnabrück
i] Wer keine böse Nachrede haben will, muss die Gelegenheit dazu vermeiden
De dat Latein nig versteit, de late et ungebrüdet (ungehudelt, ungeneckt).
De dat letzte ut de Kros nimmt, fallt de Decksel (o. sleit dat Lid) up de Nôse.
Ostfriesland
De dat letzte ut'r Kannen hebben will, de sleit dat Lid up'r Nöse.
De dat löft (lobt), de hett en Kalf in't Lief.
De dat röhrt, de röhrt en vul Nest.
De dat rührt, de rührt 'n fûl Näst.
Ostfriesland
De dat Spinnrad lett stân, mut mit'n Ars blôt gân.
Holstein
De de Hals tobreckt, de häft de Bênen gên Schuld geven.
Ostfriesland
De de Hund tarrgt, mutt de Bät vorlêf nehmen.
De de Inbärung het, môt ôk de Ûtgiften dregen.
Schwerin
i] Wer die Einnahme hat, muss auch Ab- und Ausgabe tragen.
De de ko (Kuh) hört, fât se bi'n Stêrt (o. bei de Hören, d.i. Hörnern).
i] Jeder sucht das Seine zu behaupten.
De de Kô (Kuh) slacht, geit de Melk quit.
De de Lust to danssen hett, de is der licht upspählt (aufgespielt).
Ostfriesland
De de Moder (Mutter) to Frünne het, geit mit de Dochter fleiten.
Ostfriesland
De de Oogen nich âpen deit, môt de Büel âpen dôn.
Oldenburg
De de Oogen nich âpen deit, môt de Büel âpen dôn.
Oldenburg
Auge
De de Scha(de) hett, hett de Schimp dertô.
Ostfriesland
De de Schô (Schuh) passt, de treckt se an.
Ostfriesland
De de Tewe im Huse hett, de hett de Hünn' up'r Döre.
Eichwald
De de Wahrheit seggt, kann nien Harbarg kriegen.
Rastede
z] Vnd geht der wahrheit wie den hasen, wo sie sich nicht baldt dannen packt, so wird's verfolgt, gezwackt, gesackt, ja nimmer keine schantz gelingt.
De deit alles vör sinen Kopp (Kopf).
i] Er fragt niemand um Rat.
De deit, wat he kann, is wert, dat he lêft.
Ostfriesland
De den Düvel to'n Fründ hett, de ist al halv in de Höll!
De den Globen (Glauben) hett, kann so dra uppen Abnd (Ofen) backen as derin.
De den Hund tarrt (zerrt), môt de Bete (Biss) vörlêf (fürlieb) nêmen.
Ostfriesland
De den Hund tarrt, mutt't bieten vörlew nehmen.
De den Landesherrn un den Amtmann spreken will, de mot de Stünden nich tellen (zählen).
Oldenburg
De den Mann troet (vriet), de troet (vriet) ôk de Schulden.
Holstein
De den rechten Weg geit, de sleit kèn Zwick in't Oge.
De den Roland sehn will, mutt den Mund vull Knake hebben.
De den Schaden hôt, hôt uch de Schpôt.
Siebenbürgen/Sachsen
De denkt up'n ollen Mann.
i] Er nimmt seine Gesundheit in Acht.
De der 't Hangen wönnt (gewöhnt)is, den kellt (quält)de Hals nich mehr.
De der fragt, will nicht geven.
De der hangen schall, versupt nich.
Ostfriesland
nl] Die geboren is, om te hangen, verdrinkt niet.
De der lüstert, het kên gôt Gewêten.
Ostfriesland
i] Lüstern, holländisch luisteren, schweizerisch lustern gehört entweder zu dem vom altsächsischen hlust = Ohr, gothisch hlausjan = hören u.s.w. abstammenden lustern, lüstern, oberdeutsch losen für: horchen, lauschen oder es ist ein lautmalendes Wort, wie die anklingenden: flüstern, flistern, flischpern, pischpern, fischpern, wischpern.
De der sait (sät), de der mait.
Holstein
i] Wird auf diejenigen angewandt, welche den Nutzen aus der Arbeit anderer zu ziehen wissen.
De der schrift (schreibt), de der blift (bleibt).
Oldenburg
De der slöpt (schläft), de bitt (beisst) nüms (niemand).
Ostfriesland
De der wat heft (hat), komt up'n Düvel, de der nich heft, komt up dusend Düvel.
Osnabrück
De Dêrens de na teinen lôpt von Bartel Fett den Muftert kôpt.
i] Von Nachtnymphen. Bartel-Fett = Hurenwirt
De Dêrn (Mädchen) Dai Derne hiät en Isern aftriärn.
Iserlohn
hdt] Die Dirne hat ein Eisen abgetreten. (Die Unschuld verloren)
De derrsten Zieng (Ziegen) hahn's Fett innewennig.
Oberharz
De dett so dikke, wie de Lûs in'n Schorfe.
De diäglicke Druope dringet dor en harten Stein.
De die vivitur.
Hieronymus
dt] Man lebt in den Tag hinein.
De Diefkater (Teufel) schall die holn.
De Diern stellt sich as de Katt mit'n Alkopp (Aalkopf).
De disteln un de radel seiet, mag vele unkrutes meien.
De doa gewt (gibt), wat 'r hat, is wärth, dat 'r löäwt.
De döcht nich Sünndachs orrer Warkeldachs.
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