Spruchlexikon DEUTSCH

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Dat letste Für (Feuer) un dat irste Gras, da drinken dei Herrn den Hypokras.
i] Es ist früher erwähnt, wie der Bürgermeister Joh. Wittenberg von Lübeck auf einem Balle zu Kopenhagen die Insel Bornholm vertanzt hat. Er verlor deshalb auf dem Markte zu Lübeck den Kopf. Damit aber die künftigen Bürgermeister sich hüten möchten, ebenfalls eins oder das andere hintanzen zu lassen, ließ der Rat aus dem Vermögen des hingerichteten Wittenberg einen silbernen Becher machen und die Worte eingraben: 'Da danzt Bornholm hen.' Aus demselben mussten die Bürgermeister jährlich zweimal nach den obigen Sprüchen trinken, und zwar im Frühjahr, wenn man den Stubenofen zu heizen aufhört und im Herbst, wenn man mit dem Heizen wieder begann.
Dat lett (lass) nett, wenn ener schett on der andre ett.
Jerentowitz im Kreise Graudenz
i] Um zu sagen, dass gewisse Dinge oder Handlungen nicht zusammenpassen.
Dat lett nig smuck.
i] Ist nicht gut, nicht anständig, passend.
Dat lett sich hören, säd Jenner, ôn krêg fert Ohr.
Danziger Nehrung
Dat lett sick denken, dat krank Lüd nich gaut tau Weg sind.
Mecklenburg
Dat lett sick nich mit eens in'n Backâben schüben.
Mecklenburg, Schwerin
i] Es kann nicht alles auf einmal geschehen
Dat Licht brennt em up de Finger.
Pommern
Dat Licht brennt, as wenn 'n Wever dod is.
Ostfriesland
i] Sehr dunkel, weil die Weber bei ihrer Arbeit helles Licht bedürfen. Doch stehen damit die holländischen Auslegungen im Widerspruch weil die Weber bei sehr dürftigem Licht (kleine lampjes en dunne pitjes) arbeiten.
nl] De kaars brandt, alsof er een wever vrijde.
Dat Licht brennt, as wenn de Wever üm't Hûs geit un frêd (freit) nâ de Maid.
Ostfriesland
Dat Licht geit ut. Preußen
i] Wenn der Tag sich neigt und es anfängt dunkel zu werden.
Dat Licht singt den letzten Vers.
i] Es geht damit zu Ende.
Dat liggt buten mîn'n Verstand, sä de Jung, as dremal dörtein.
Dat ligt dâr ûnwüar (liegt durcheinander) as Krût un Röven.
Rastede
Dat lik (gleicht) darna as min Eers na 'n Peperdose.
Dat lîkt derna as mîn Êrs nâ, 'n Peperdose.
Ostfriesland
i] liken = gleichen, ähnlich sein.
Dat loa 'k luien, sach de Köster, doa was 'me sin Wyf afstuoarwen.
Hemer in der Grafschaft Mark
i] Der Ton liegt auf lasse. Diesmal lasse ich läuten, ich läute nicht selbst.
Dat löppt üm bî de Rügge (Rücken) up as kôld Püttwâter (Brunnenwasser).
Ostfriesland
Dat löppt unner dör as de Röttenkötel unner de Peper.
Dat löpt dôr et Läsch (Schilf).
Meurs
i] zu weit, verkehrt.
Dat löpt tohôp as Poggenkoller (Froschlaich).
Lübben
i] Vom leichtsinnigen, törichten Heiraten.
Dat löpt under dör, as de Rattekötel under de Peper.
Dat löpt unner dörch (läuft unten durch), ass de Musköätel unner 'n Pöäper.
Dat lud (das lautet), as wan de Zî'e (Ziege) oppen Bréäd küeteld.
Dat lügst du as 'n Snîder.
Ostfriesland
i] Schneider, besonders weit gereiste, sollen gern lügen.
Dat lügt he as en Schelm.
Dat lüttje Rad geit vör in de Wagen.
Ostfriesland
Dat Mädchen kann singen, do es en Nagtegall mâr en Bês (Biest) tegen.
Meurs
Dat maket mi vêle Müse (Mäuse).
i] Verursacht mir Sorgen, Bedenken, Grillen.
Dat Mal gewen.
i] Die Stelle bezeichnen, wo ein Wettlaufen, Sprung, Wurf u.s.w. anfangen oder enden soll.
Dat Maorgenrauth (Morgenrot) in de Gausken (Goßen) flaut, dat Aovenrauth guet Wiäder baut.
Münster
Dat Maul is 'ne begänge (gangbare) Landstrate.
Hannover
Dat maut (muss) mi alle reine sin, sach de Frau, doa sstriegede (streifte) se de Katt üäwer der Käirne af.
Dat maut mi reine sin, sach de S'lächtersfrau, doa trock se 'n Duimlink (Däumling) iut der Wuoarsst (Wurst).
Dat mehrt söck, wie de Dreck ver Wiehnachte, säd jen Bûr, als sine Frû e Pârke kreg.
Dat mekelnborgsche Waop'n maok'n.
i] Beide Arme auf den Tisch stützen und so einen Ochsenkopf, der im mecklenburger Wappen vorkommt, darstellen. In Holland nennt man diese Haltungsform das koesfeldsche Wappen.
nl] Hij gelijkt het wapen van koesfeld wel.
nl] Hij zit als het Wapen van koesfeld.
Dat Mêken (Mädchen) ess 'ne rechte Kratzeböste.
Lippe
i] Kratzbürste. Man sagt dafür auch Tange.
Dat ment ik bäter, sä dat Pêrd, und settle de lutten Leutnant vör de Schöl af.
Dat Messer öss so scharp, dat du kannst drop frîe rîde.
Dat Messer schnött ön drê Dag mehr als ön ênem.
Dat Messer schnött Poggehaar.
Dat Messer snid as en däud (tot) Ruie bit.
Grafschaft Mark
Dat Messer snid, me kön derop na Köllen rêi'en.
Dat Messer snitt ässe kald Water brennt.
Büren
Dat Mest (Messer) is so stump, dar kann wohl 'n Hexe up na Köln rîden.
Dat Mest ist so stump as 'n Ssaaks.
i] Ssaaks = ser ältere Name für Messer, der aber im allgemeinen außer Brauch gekommen ist und nur noch für schlechtes Messer gebraucht wird.
Dat Mest snitt as 'n Flêt (?).
i] Das Fragezeichen findet sich schon in der Quellenschrift.
Dat Miul (Maul) geiht äm äs 'ne Antenfutt.
Sauerland
Dat moet wat Vornehm's sîn, segt de, hebben 'n Nors von twe Hälften.
Dat mög en lägen Sack sinn, dei nit liggen könn und loten sick flicken.
Sauerland
Dat möt 'n wendet werden, sede de Fruw to den Aal, dar trecket se em de Hud (Haut) ab.
Dat môt mi reine sin, sagte de Frau, da trock se ne Katte ût der (Butter-)Kearne un strîpede se aw.
Dat Mûl (Maul) bringet den Deif an'n Galgen.
i] Bezieht sich im Mittelalter auf das vom Diebe entweder freiwillig abgelegte oder durch Kerker und Folter erzwungene Geständnis; kann sich in neuerer Zeit aber auch auf belastende Zeugenaussagen beziehen.
Dat Mûl (Maul) geit em as en Scheermest (Scheermesser).
i] Nämlich beim Sprechen.
Dat Mûl geit em as 'n Spolrad.
i] Schnurrt in einem fort.
Dat Mûl geit em as 'ne Garnwinne (Garnwinde).
Westfalen
Dat Mûl in de Pünte (Spitze) trecken.
Büren
i] Den Mund verziehen.
Dat Mûl is 'n Schelm, wenn man emm man wat butt (bietet), denn jahnt he upp.
Oldenburg
Dat Mûl plappert on de Narsch wêt von nuscht.
Dat Mûl ümmer vör hebben.
Mecklenburg
i] Vorlaut sein.
Dat Mûl upsparr'n.
Dat Mündken in't Püntken setten.
i] Einen spitzen Mund, auch Jungfernmund, machen; bei Kindern oder erwachsenen Mädchen mit dem Nebenbegriff der Eitelkeit. Von einem Mädchen, das einen schnippischen Mund zieht. Pünt französisch pointe = Spitze, püntig = geziert, kokett.
Dat Müsche (Mäuschen) hat e Stätzche krêge (kriegt).
Aachen
i] Die Sache hat wichtige Folgen gehabt, ist gegen Vermuten ausgefallen; man ist übel weggekommen. Stätzche von Statz (= Starz), der Schwanz eines Tieres, Schweif, auch Stiel, Starz.
nl] Dat muisje heeft een staartje.
Dat mut de Meister verstân, wenn de Wurst na Schît smeckt.
Holstein
i] Der Meister entscheidet, es ist sein Werk.
Dat mütt gaen (gehen) as wenn de Bûr Plûm fritt.
Altmark
i] Sehr eilig
Dat mutt man achter ênen Tên (Zähne) êten.
i] Von einer seltenen und kostbaren Speise, von etwas, das man nur äußerst sparsam verwenden darf.
Dat nädigste toirst, sä de Bur und prügel sin Fro un let da Peerd in'n Graben liggen.
Dat Näske (Näschen) piert die ok nich vom Schemper.
Ostpreußen
i] Der Bauer zum Lebemann.
Dat Nê (Neue) is sellen wat Goes.
i] Abneigung des oldenburger Landmanns gegen alles, was irgend Bezug auf Veränderung der überkommenen Einrichtungen und Verhältnisse hat.
Dat nemet em af.
Afnemen im Sinne von wiedervergelten.
Afnemen
Dat nemt sick fransch ut, sä Hans un kreg de Deern bi'n Schinken.
Dat Nigge is nit jümmer dat Beste.
Dat nimmt sik Fransch ût, säd' Hans, un krêg de Diern bi'n Schinken.
Holstein
Ausnehmen
Dat nimmt sik Fransch ût, säd' Hans, un krêg de Diern bi'n Schinken.
Holstein
Dat nödtigst toers, sä de Bur, dor hau he sin Olsch un leet dat Peerd in'n Sloot liggen.
Dat Ôg mag alltîd mehr as der Mund.Auge
Dat Ôg mag alltîd mehr as der Mund.
Dat Og will ok watt, sär dei blind Jochen, da friet hei na' ne hibsch Dirn.
Mecklenburg
Dat Ôge wil ôk wat hebben, hadde de blinde Harm seggd, dô frêde he na'n moie Dêrn.
Oldenburg
hdt] Das Auge will auch was haben, sagte der blinde Bernard, da heiratete er ein hübsches Mädchen.
nl] Het oog wil ook wat hebben, zei de man, en doen aloeg hij zijne vrouw een blaauw gezicht.
Dat Oge will ôk wat, see blind' Jakb (Jakob), dô frêde he na'n moje Wicht.
Ostfriesland
Dat Oler geit vöran, wenn't ok na'n Galgen geit.Alter
Dat Oler geit vöran, wenn't ok na'n Galgen geit.
Dat Öller kröppt op e Söller. Dönhoffstädt
Dat Öller kröppt op e Söller.
Dönhoffstädt
Alter
Dat ös besunge. (Ist hin, verloren)
Dat ös e Dicknäsger.
Dat ös e Donnerkrät'.
i] Zur Bezeichnung eines garstigen, vorherrschend aber eines pfiffigen und verschlagenen Menschen, besonders im jugendlichen Alter.
Dat ös e Nimmerdûn.
i] Dûn = Dick. Ein Nimmersatt
Dat ös en rechter Bisworm.
i] Von einem ruhelosen Menschen. Die stechende Bremse, welche in die Haut des Rindviehs ihre Eier legt, und das Bisen, das wilde Umherrennen derselben mit veranlasst.
Dat ös en reiner Alfsrankel.
Natangen
Dat ös en reiner Alfsrankel.
Natangen
Alfsrankel
Dat ös fer de Katt to Böxe.
Stallupönen
i] Von etwas, das keinen Wert hat. Das ist verloren, aufgegeben.
Dat ös glîk ön e Nårsch tô krûpe.
Dönhoffstädt
i] So possierlich ist die Sache
Dat ös glîk ön e Nårsch tô krûpe.
Dönhoffstädt
So possierlich ist die Sache.
Arsch
Dat ös man Ôgnverblendnis.
Ist nichts als Blendwerk, Täuschung, Taschenspielerei.
Augenblendnis
Dat ös man Ôgnverblendniss.
i] Ist nichts als Blendwerk, Täuschung, Taschenspielerei
Dat ös tom Bekacke.
Dat öss (wär) man Hummel ön e Haar.
Dat öss als wenn de Domme (Dumme) möt dem Dwatsche kôset.
Dat öss als wenn e Mück önt Haff pösst.
Dat öss beter, als wenn em de Hund wat schött.
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