Spruchlexikon DEUTSCH

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Dat is Mûs (Maus) as Môer, Stêrten (Schwänze) un Oren hebbt se all.
Ostfriesland
Dat is Mûs as Môr.
Dat is Mûs of Môr (auch: Mûs as Mau), de Katt fritt se alle beide.
Holstein
i] Es ist einerlei, die Katze frisst Maus und Mausmutter.
Dat is myn vp und hen. (Ist mein Alles)
Dat is myn vp und hen.
Ist mein Alles.
Auf
Dat is myn vp und hen.
i] Ist mein Alles
Dat is ne 'mall (alberne) Brügg (Butterbrot), see de Junge, under Botter un boven Botter.
Ostfriesland
Dat is ne olle Drossel.
Dat is nett as'n Ei inn Hoppensack.
Dat is nett so geriefelk aß'n Mütz mit'n Kehlband.
Ostfriesland
i] auch: geriflik = von Personen: dienstfertig, gefällig, von Sachen: dienlich, nutzbar, bequem
Dat is nett so warm as 'n Haarbü'l (der alte Zopf).
Dat is ni immer seggt (gesagt), datt, wer nix is, ok nix warrn scholl.
Rendsburg
Dat is nich för de Katt, sä de Deef, do stehl he den Buurn twee Schinken.
Dat is nich gut, wenn dei Mînsch (Minsk, Mensch) tau tirig (zu zeitig) in'n Dau (Tau) geiht, denn hett hei 'n ganzen Dag natt Fäut (nasse Füße).
Mecklenburg
Dat is nich I un nich Fi.
Dat is nich so, as: sett di man rup.
Pommern
i] Das geht nicht so leicht.
Dat is nich wie bei der Äppelfrau.
Pommern
Aussuchen gilt nicht, man muss es nehmen, wie's kommt, der Reihe nach. Auch in Berlin mit dem Zusatz: »wie sie gekommen sind, müssen sie weg«, nämlich die Töchter; diese Antwort gibt die Mutter einem Freier um die jüngere Tochter, während die ältere noch unvergeben ist.
Äpfelfrau
Dat is nich wie bei der Äppelfrau.
Pommern
i] Aussuchen gilt nicht, man muss es nehmen, wie's kommt, der Reihe nach. Auch in Berlin mit dem Zusatz: 'wie sie gekommen sind, müssen sie weg', nämlich die Töchter, diese Antwort gibt die Mutter einem Freier um die jüngere Tochter, während die ältere noch unvergeben ist.
Dat is nicht koscher.
i] Nicht gerade, nicht recht; da steckt etwas dahinter.
Dat is nig för den Hunger edder Döst.
i] Das sind nicht eigentliche Nahrungsmittel, sondern Leckerbissen.
Dat is Nix, mîn Dochter, de Kêrl nimmt di nich.
Dat is noch in widen Felde.
Dat is noch in'r Möl (Mühle).
Dat is noch lange nich in 't Fatt (Fass), war 't insûren sall.
Dat is noch nig ûtblasen.
Holstein
Ausblasen
Dat is noch nig ûtblasen.
Holstein
Dat is ok man för'n Proppen, sagt Kruse.
i] Der Posthalter Kruse in Wismar brauchte die seitdem sprichwörtlich gewordene Redensart zuerst bei einer Debatte im Bürgerausschuss daselbst.
Dat is ôk Rindflêsch, söä' de Schlächter, doa verkôfte hä 'ne Kuhfotze.
Dat is övern Schreve.
Holstein
i] Geht über den Strich, Linie, Richtschnur, über die Grenze, ist was Außerordentliches.
Dat is Pracherstaat.
Mecklenburg
Dat is pudert un pepert.
i] Die Sache ist teuer bezahlt.
Dat is putzig, sä de Schnîder, do wisk he sîn Schwêt af.
Dat is recht min Fârwater (Fahrwasser).
i] Das ist meinem Wunsche gemäß
Dat is rumpslumpt etwas kaufen.
i] Ohne Überschlag des Maßes oder Gewichts.
Dat is Samet sin Upslag.
Holstein
i] Wenn jemand nur fürs Auge etwas Feines trägt, das darunter grob oder schlecht.
Dat is schändlich, sä de Buer, as de Koh int Water scheet, dat Land is doch groot genog!
Dat is Schîte (Scheiße), dat häw ick schon an'n Geruch, söä de Bû'r, doa ha'r sich in de Buxen schöäten.
Dat is schon lange höä, doa wêr de olle Fritze no' Feldwöäwel.
Dat is sîn Lewen (Leben).
i] Darin findet er sein größtes Vergnügen.
Dat is sîn Pferd un Pflug.
i] Davon hat er seinen Unterhalt.
Dat is slimmer as: Schelm kumm herut.
i] Um von einer schlimmen Sache einen noch höhern Grad zu bezeichnen.
pl] Gorsza sprawa, niż w Osieku. (Die Sache ist schlimmer als in Osieck, wo ein Schlosser wegen eines begangenen Verbrechens zum Gehängtwerden verurteilt worden war. Da es aber außer ihm keinen Schlosser am Orte gab, aber zwei Schmiede, so zog man vor, statt seiner einen der letzteren zu hängen.
Dat is smuck.
i] Spottweis von dem, was schlecht getan ist.
Dat is so as: Nimm mich man.
Dat is so bönt (bunt), as de Gägelower Kirch.
Mecklenburg
i] Gagelow ist ein dortiges Dorf, dessen Kirche früher ungewöhnlich bunt gewesen sein muss, jetzt ist sie es nicht.
Dat is so dröge as Sünder Kloas1 sin Êrs.
hdt] Das ist so trocken wie Sankt Niklas sein Arsch.
i] Sankt-Niklas, 6. Dezember.
ndt] De Lampe (dat Holt) es so dràige as Sünte Kloas inner Fuet.
z] Die Kinder in Ostfriesland pflegen die Geschenke, welche sie am Sankt- Niklastage erhalten, tagelang vor das Fenster zu stellen, bis dieselben, meist menschliche Figuren aus Teig, Klâskerels, zuletzt ganz trocken und steinhart werden, sodass die Mutter vor dem Verzehren Milch zum Einweichen hergeben muss. Wahrscheinlich spielt das Sprichwort auf diese Kindersitte an.
Dat is so ein, denn müßt man mit Appelmaus inschmeren un Kaneel drup un denn den Düwel tau Wihnachten schenken.
Dat is so fast as en Mötzke (Mütze) mit en Kêhlbändje.
Kleve
Dat is so fett as Bullflêsk.
i] Ironisch, da Stierfleisch selten fett zu sein pflegt
Dat is so gemeen (gemein) as Kattenflesk, dat kruppt vun sik sülfst in de Pott.
Dat is so gemên (gemein) asse Strâtendrek.
Osnabrück
Dat is so gesund asn Hand vull Schohnagels.
Dat is so gewiss as 't Amen in de Kärk.
i] Um den höchsten Grad von Gewissheit zu bezeichnen.
Dat is so gôd as'n Hund ân Stirt.
Mecklenburg
Dat is so klar as Koffeedick.
Ostfriesland
i] Das ist so klar wie Kaffeesatz.
nl] Het is so klaar als een klontje.
nl] Het is so klaar als koffijdik.
Dat is so lang, als Lawrenz sin Kind.
Dat is so lik (gleich) as de Weg na Bremen.
Dat is so seeker as twê mal twê vêr sünd, na Folkert Krey sîn Rekenbôk.
i] Folkert Krey, Schullehrer zu Buttfrede im Harlingerland, gab 1738 ein Rechenbuch heraus, welches lange Zeit in ostfriesischen Schulen gebraucht und das noch 1839 in 15. Auflage von Hoffmann in Blersum besorgt wurde.
Dat is so sîn Mât (Maß).
i] Der passt zu ihm.
Dat is so väl, as wenn 'n Mügge in de Jade pisst.
Dat is so vêl as kumm her un schiet mi wat.
Holstein
i] Verhüllend sagt man dafür auch: wünsch
Dat is so viel, as wenn mî 'ne Mügg steckt.
z] Daz aht ich, als ein kleine breme viele ûf einen grôzen ûr.
Dat is so'n Treffen, segt der Schlachter, un slêt den Ochsen in 't Auge.
Dat is Speck un Sweinefleisk.
i] Um eine Überfüllung in irgendeiner Beziehung, z.Be Einen Wortüberfluss, den man in der Sprache Tautologie nennt, zu bezeichnen. Das ist einerlei.
Dat is stark Bêr (Bier).
i] Wenn sich einer sehr heftig vernehmen lässt, dann von mutigen kecken Reden und Taten.
Dat is Swinköt mank de Plumen.
hdt] Schweinedreck unter Pflaumen.
i] Wenn sich ein verachtetes Subjekt unter angesehene Leute mengt.
Dat is Teuerkaufbrand, se(de) Woltert, dô le(de) he de Violine up 't Feuer.
Dat is tom Rehrzageln.
z] Denn sûlle mine Kêgkens rehrzageln
i] Dann sollen meine Kühe mit dem Schwanze wedeln, sagte ein Bauer, als er den Hafer nicht teuer genug verkaufen konnte und deshalb beschloss, seine Kühe damit zu füttern.
Dat is um ên Kattensprung (Katzensprung) to dôn.
Holstein
Dat is unner de Lüde (Leute).
i] So geht das Gerücht, so erzählt man sich.
Dat is unsen Herren Pastoren sin Gotteswûrt-Naharker.
i] Scherzhafte Bezeichnung für Küster. Nahârker = der die beim Aufbinden liegengebliebenen Ähren vermittels der Harke (des Rechens) zusammenbringt.
Dat is Vaders Kind wêst.
i] Er ist beim Vater gewesen, bis er geheiratet hat.
Dat is väörgät'n Brot.
Altmark
Dat is verbetert dör Jan Balhorn.
Dat is verkehrt, hadde de Buer sagt, doa hadde dat Peard am Stêrte täumet.
Westfalen
nl] Dat is verkeerd, zei de stalknecht, en hij toomde het paard aan den aars.
Dat is vör de Nieglichkeit, säd' Rüting, wîer van't Mäten kâmen un härr sich 't Bên brâken.
i] Nieglichkeit = Unberufene Neugierde.
Dat is vör sien fêge Tage.
i] Fêge, das hochdeutsche feige, aber im Niederdeutschen mit der Bedeutung: dem Tode geweiht, den Keim des Todes in sich tragend. 'Noch nich fêge', d.h. noch nicht bald sterbend. Von einer Handlung, die jemand im Widerspruch zu seinem Charakter, seinen Eigenheiten, seinem Wesen und seinen Gewohnheiten ausführt, sagt man: 'Dat is kört för sien fêge Dage', d.h. das ist so gegen seine Natur, dass man seinen baldigen Tod erwarten kann.
Dat is vör Voss-, un achter Schapfell (Fuchs- und Schaffell).
Dat is woll en dummen Esel, de wat schriewet un kann 't nit lesen.
Dat is wullen den Duivel up a Kussen binhen.
Franz. Flandern
hdt] Das ist wollen den Teufel auf ein Kissen binden.
Dat is'n anner Slag Koorn, sä de Möller, da beet he up'n Muskötel.
Dat is'n Muskant! säd' Asmus, härr'n Fârken in'n Sack.
(hdt) Das ist ein Musikant! sagte Asmus, da hatte er ein Ferkel im Sack.
Dat is, as de Saat is: Ulen geeft Ulen!
Dat is, as wenn de Becker den Stuten givt.
Holstein. Wenn eine Ware ihren bestimmten Preis hat.
Bäcker
Dat is, es wenn de Becker den Stuten givt.
Holstein
i] Wenn eine Ware ihren bestimmten Preis hat
Dat iss 'n Brill, der passt de achter eine in.
Dat iss nich Bessas wäth, man müsst oall Säg fäm Oass geten.
Ukermark
hdt] Das ist nichts Bessers wert, als der Sau vor den Hintersten gegossen.
i] Die Bauersfrauen brauen häufig selber das zu ihrem Gebrauch nötige Bier, 'Trinken' genannt. Gerät es einmal sehr schlecht, so wird obige Redensart auf dasselbe angewandt.
Dat iss'n schlechten Broten (Braten), wo nischt afgeiht.
Ukermark
Dat ist ein Bissen für sein Maul.
nl] Het is een kostje noar zijn mond.
Dat ist god (gut), wer dormit nicks to don hat, sede de Jung, dar bêten sik twê Kreyen.
Dat ist kenen Pfennig wêrd.
Dat ist lang un smärig, sä de Kêrl, do stohl he Seilgoarn un Bregenwurst.
i] Wurst aus dem Gehirn des Schweins.
Dat ist nich so licht as Vigelinspälen.
Dat ist schön Heu, söä' de Öäsel, doa fratt' r' Pöäperkôken.
Dat it för de Nüschêr (Neugier), söä' Rutenberg, kam van 't Möäken un brok sich 'n Bên.
Dat Junkgôt (Junggut) is darten, môet man 't ôk bi de Stêrt (Schweif) uphelpen.
Ostfriesland
i] Darten, dartlich = kühn, verwegen, ausgelassen, mutwillig, lustig.
Dat kan dem Besten passieren, hadde de Snîder segt, do har e de Knäupe un Knäupeholler am Rocke alle an einer Seit sett.
Soest
Dat kann 'ä noch nicht opessen. Brandenburg
Dat kann 'ä noch nicht opessen.
Brandenburg
Aufessen
Dat kann 'r utwennig, as de Hoahn det Kreih'n.
Dat kann 'r utwennig, as de Hoahn det Kreih'n.Auswendig
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operone
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