Spruchlexikon DEUTSCH

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Das gute Wetter reisst bald aus:
Wenn früh rumort und pfeift die Maus,
wenn's Vöglein ängstlich heimwärts zieht
und flink ins Nestchen schlüpft,
wenn Kräh' und Rabe krächzend fliegt,
die Henne im Sande wühlt,
die Taube sich badet
und die Schwalbe über dem Wasser sich wiegt,
wenn der Esel im Grase sich dreht,
und man an den Stichen der Mücke vergeht,
wenn Spinne ihr Netz nicht weiterbaut,
sich verkriecht und es mit dem Rücken anschaut.
Das Gute wie das Schlechte ist wahr, und beides sind Dinge dieser Welt.
Japan
Das Gute wird geredt, das böss wird gedacht.
Das Gute wird verschwiegen, das Böse sieht man von Mund zu Munde fliegen.
Das Gute wirkt im Stillen.
bm] Tezko jest dobro vídati, ale snadno poznati.
Das gute Wort kommt von Christus, das schlechte vom Popen.
Russland
Das gute Wort melkt, das Böse sticht.
Sizilien
Das Gute, das du tust, so dass es gesehen wird, ist nicht wahre Tugend, das Schlechte, von dem du fürchtest, dass man davon weiß, ist das wahre Übel.
China
Das Gute, das man tut, muss man zwischen Haut und Hemd verstecken.
Frankreich
Das Gute, das Schaden auf dem Rücken trägt, ist nicht gut.
Das Gute, das wir heute tun, macht uns morgen glücklich.
Indien
Das Gute, dass man tut, muss man zwischen Haut und Hemd verstecken.
fr] Entre la chair et la chemis il faut cacher le bien qu'on fait.
Das Gute, was man empfängt, schreibt man in Sand, das Böse aber gräbt man in Marmor.
i] Nicht so der edelmütige Mann, er legt die Gnaden, die er austeilt, unter seine Füße, und heftet Gnaden, die er empfängt, auf sein Herz
dä] Man glemmer snart det gode, det onde hænger hart ved.
en] Men's evil manners live in brass, their virtutes we write in water. Shakspeare, König Heinrich VIII., IV,2
Das Gute, was man in der Welt tun kam, ist ein
Das Gütlin macht Mütlin.
Das Gutmeinen macht viel Leut weinen.
Das gwisser ist das besser spiel; drumb welcher gern gifft meiden will, sol sich zu keiner schlangen setzen, die ihn bald möcht mit gifft verletzen.
la] Tutius est uere, morsum fugiendo cauere, quam prope serpentem procumbere uirus habentem.
Das gwunnen (Gewonnene) verlieren die Reichen, die Armen das verlorn erschleichen.
z] Als ein armer so ernsthafft und fleissig ware, vmb seine Tochter warb, gab er sie dem Armen, fürgebend, das der, so Reich könt werden, besser were, den der schon allbereyt im Reichtumb säse. Denn es gehet nach dem Sprichwort: Das gewunnen verliren die Reichen, die Armen das verlorn erschleichen.
Das Haar der Toten muss den Lebendigen oft neues Leben geben.
Das Haar des Mädchens (der jungen Frau) ist heilig.
Kirgisien
Das Haar ist lang, die Zunge (noch) länger.
Russland
Das Haar muss ich zu dem rauffen darleihen.
z] Das har müssen herleihen.
Das Haar täuscht, der Zahn lügt, aber die Falte lässt keinen Zweifel.
Spanien
Das Haar trinkt (Wasser) vom Herzen.
Aserbaidschan
Das Haar von den Toten muss oft den Lebendigen ein neues Leben geben.
Das Haar wächst auf deinem Kopf, auf deiner flachen Hand aber nicht.
Das Haar zum Raufen geben, gelüstet niemand.
Das Haar, das der Jäger verlor, wird vom Hirsch gehört, vom Keiler gewittert und vom Muffelwidder gesehen.
Frankreich
Das haasst dem Chasser e Hoor ausgerisse'.
i] Wenn es gelungen ist, einem Geizhalse eine Gabe zu entwinden, da die Borsten den Schweinen sehr fest sitzen.
Das haasst mer: e sauere Sauce um e Backstein mache.
i] In Bezug auf die vergeblichen Versuche, veraltete und abgestorbene Gebräuche durch Modernisierung wieder aufrischen zu wollen.
Das haasst mer: Mechallel Schabbes umsunst.
i] Den Sabbat umsonst entweiht, wird gesagt, wenn ein Unternehmen keinen oder nur geringen Gewinn trägt.
Das hab ich schon gewusst, als meine Schuhe noch drei (o. Sechser) Sechslinge kosteten.
i] Das wusste ich schon als kleines Kind in wohlfeilen Schuhen.
Das hab ich schon gewußt, als meine Schuhe noch drei Sechser kosteten.
Das hab' ich an den Schuhen verschlissen.
Das hab' ich gewusst, eh' an dich gedacht worden ist.
la] Hoc noveram, priusquam Theognis natus est.
Das hab' ich längst an den Schuhen abgelaufen.
i] Das ist für mich eine alte Sache, das hab' ich längst gewusst.
fr] J'ai su cela il y a longtems.
nl] Dat lap ik onder mijne schoenen. - Zijne oude schoenen weten het wel.
la] Hoc noveram, prius quam Theognis natus est.
Das hab' ich längst wieder ausgeschissen.
Nürtingen. Lange wieder vergessen.
Ausscheißen
Das hab' ich längst wieder ausgeschissen.
Nürtingen
i] Lange wieder vergessen
Das habe ich auch vor, sagte das Stubenmädchen, als das Fräulein sich verlobt hatte.
nl] Dat hebje niet kwalijk voor, zei de meid, toen ze hoorde, dat hare jufvrouw om een vrijer bad.
Das habe ich ihm gut abgeschossen, sagte der Bauer, da hatte er sein zweites Kind selber getauft.
Das habe ich im Bauch gehabt.
Das habe ich schon gewusst, als du noch die ersten Hosen trugst.
la] Hoc noveram, antequam Theognis natus est.
Das haben die Alten auf uns gebracht, wir weisen es weiter für Recht.Alten (die)
Das haben die Alten auf uns gebracht, wir weisen es weiter für Recht.
Das haben die Apostel nicht gepredigt.
nl] Dat was de meening van den apostel niet.
Apostel
Das haben die Apostel nicht gepredigt.
nl] Dat was de meening van den apostel niet.
Das haben die Schweden liegen gelassen.
i] Diese Redensart vernimmt man im Bergischen und auch anderswo am Rhein, um etwas zu bezeichnen, was liegen geblieben ist, entweder weil es nichts taugt oder weil man es nicht hat fortbringen können. Ihren Ursprung hat sie im Dreißigjährigen Kriege und erinnert an die Verwüstungen, welche die Schweden nach dem Tode ihres Königs Gustav Adolf in Deutschland angerichtet haben. Wenn sie mit ihren Verbündeten, den Franzosen, eine Gegend heimgesucht hatten, war gewöhnlich nur das liegen geblieben, was nicht wert war mitgenommen zu werden. An vielen Orten, wo die Hütten beraubt und niedergebrannt, wo die Bewohner umgebracht worden waren, mag wohl nichts zurückgeblieben sein als die Steinblöcke umher, daher jetzt noch, wenn man nach einem auffälligen Felsblocke oder Steine fragt, was er zu bedeuten habe, die Antwort erfolgt: Den haben die Schweden liegen gelassen.
Das haben ihm die Juden angetan.
i] Wenn jemand von irgendetwas nicht lassen kann.
Das haben wir mit der Ammenmilch (o. Muttermilch) eingesogen.
la] Cum lacte nutricis suximus.
Das haben wir schon zum Schweinefüttern.
Wien
i] Wenn man etwas übergenug hat.
Das häfelin zum feuer setzen.
i] Leidenschaften anfachen
z] Wann das häfelin ist zugesetzt und sie mir das hackmesser wetzt. Da setzt sie mir das häfelin zu, da ich solt zu Paris studieren.
Das häflin vom feuer (ab)rucken.
i] Eifer, Begierde u.s.w. mäßigen, bändigen
Das halb Brûd (Brot) hängt an den Bäme (Bäumen).
Meiningen
i] Zur Bezeichnung der Wichtigkeit des Obstes als Nahrungsmittel
Das Halb ist mehr denn gar (o. ganz).
i] Die Hälfte eines Gutes zu behalten ist gewiss besser, als das Ganze zu verlieren
nl] Half is meer dan beel.
Das halb Leben ist kein Unterscheid unter den Leuten.
Das Halbe ist oft besser als das Ganze.
nl] Half en half is sterk genoeg.
i] Was man auf ein Mittelbier bezieht, das aus der Verbindung eines starken und eines schwachen bereitet wird.
la] Dimidium plus toto.
Das halbe Leben ist bereits draufgegangen, bevor wir wissen, was Leben ist.
Frankreich
Das halbe Vergnügen des Mundes befindet sich zuvor in der Nase.
England
Das Halbteil ist mehr dann gar.
Das Hälmchen ziehen.
i] Etwas durchs Los entscheiden, wer den kürzern Halm zieht, hat verloren
fr] Tire (jouer) la courte -buche.
fr] Tirons à la courte-paille.
Das hält den Stich nicht.
fr] Cela ne vaut via.
Das hält ewig, und wenn morgen ewig wäre.
Samland
Das hält kein Jude aus (und wenn er steinalt ist).
Königsberg
i] Obgleich die Juden, wie ihre Geschichte beweist, sehr viel ausgehalten haben.
Das hält kein Türke aus.
nl] Het is voor geen' Turk om uit te staaen.
Das hält keine deutsche Pfarrerstochter aus.Aushalten
Das hält keine deutsche Pfarrerstochter aus.
Das hält so lange, bis es entzwei ist.
i] Spott auf eine Sache, die wenig Dauer verspricht
Das hält Stich wie der calvinsche Glaube.
Das hält von elf bis Mittag, dann muss es aber gleich schlagen.
Nürtingen
Das hält wie der katholische Glaube.
Braunschweig
Das hält wie ein loss Armbrust.
Das hält wie Pobitz.
i] Sehr fest. - Pobitz ist ein Dorf des Tepler Bezirks in Böhmen
Das hält wie Stahl und Eisen.
i] Ist sehr fest
Das hält zusammen wie der lutherische Glauben.
Steiermark
i] Die Protestanten halten, wo sie in einem katholischen Lande leben, ebenso zusammen, wie jede andere politische oder religiöse Genossenschaft, die sich in der Minderheit einer starken Majorität gegenüber befindet. Katholiken, Juden u.s.w. tun in einem ähnlichen Falle, besonders wenn von der herrschenden Mehrheit noch ein Druck auf sie ausgeübt wird, ganz dasselbe.
Das Halten ist schwer, drum eil' zum Versprechen nicht sehr.
Das Handwasser ist das süßeste.
Das Handwerk belohnt seinen Meister.
Das Handwerk der Schmarotzer kostet nichts.
Das Handwerk grüßen. (Bei Berufsgenossen auf einer Reise einsprechen)
Das handwerk hast und feindet ainandern.
Das Handwerk hat goldenen Boden.
Das Handwerk mag noch so bescheiden sein, es ernährt seinen Mann.
fr] Il n'est si petit métier qui ne nourrisse son homme.
Das Handwerk neidet.
Das Handwerk verlangt nicht nach Brot, es ist selber nahrhaft.
Das hängt (o. schwebt) (völlig) in der Luft
en] it hangs in the air
fr] cela n'a aucun fondement solide
it] questo è campato in aria
Das hangt aneinander wie die Hôse am Schinken.Aneinander
Das hangt aneinander wie die Hôse am Schinken.
Das hängt aneinander wie Spenzel und Papier.Aneinander
Das hängt aneinander wie Spenzel und Papier.
Das hängt doch da, wie der Dieb am Galgen.
Das hängt in der Knate wie Helgoland.
ndt] 'T hang't in d' Kant' as't Hilgenland.
i] Mit Bezug auf die schräge Oberfläche des Felseneilands Helgoland.
Das hängt mir zum Hals heraus
v] ich habe bis oben genug
en] I am fed up (to the teeth) with it
fr] j'en ai par-dessus la tête - cela me sort par les yeux - j'en ai plein le dos
it] ne ho fin sopra i capelli (o. gli occhi) - ne ho piene le tasche
Das hängt zusammen wie Wolken, Zwirn und Arschloch; aus Wolken tut es spritzen, den Zwirn tut man spitzen und auf dem Arschloch tut man sitzen.
Das Harte zerstört das Harte.
la] Durum durum destruit.
Das harzgeroder Feld trägt Korn oder Geld.
i] Das erzreiche Harzgeroder Plateau
Das Haschen nach Wohlwollen
la] captatio benevolentiae
Das Hasenfell muss der Löwenhaut ausweichen.
Das Hasenpanier annehmen.
i] Fersengeld
Das Hasenpanier aufziehen (o. nehmen).
z] Vnd steckt das hasenbannir auff.
z] Denn in anfechtung rewt (reut), der kauff, der steckt das hasenpannir auff.
z] Er steckte das Hasenpannir auff.
Das hässliche Weib meidet den Spiegel.
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0661 0662 0663 0664 0665 0666 0667 0668 0669 0670
0671 0672 0673 0674 0675 0676 0677 0678 0679 0680
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0691 0692 0693 0694 0695 0696 0697 0698 0699

operone
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