Spruchlexikon DEUTSCH

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Das Gut fällt auf das nächste Blut.
[RSpW]
i] Die Gradesnähe entschied für das Recht zum Erbe
Das Gut folgt seinem Herrn.
[RSpW]
i] Jeder hat das Recht, sein Eigentum in Besitz zu nehmen, wo er es findet. Das Sprichwort ist aus dem lübischen Rechte entlehnt.
fr] Le bien sieut (suit) la gent.
Das Gut geht in den Hof, daraus es gekommen.
[RSpW]
i] Bezieht sich auf den seltenen Fall, dass ein Gut wieder an den Gutsherrn zurückfällt, von dem die Verleihung ausgegangen ist.
mhd] Dat gued geit weder in den hof dar is us gekommen is.
Das gut glück muss man regieren, das böss überwinden.
z] Man muss das glück im zaum halten, dat es vns nit zu frech stürtz, das böss aber mit sig erhalten, dz es vns nit in verzweifflung werff.
Das gut hat ein kurtze blut.
i] Das Gute ist nicht von Dauer, was einem lieb ist, verliert man bald
Das gut hat Glück und böss dück.
Das gut Herz sieht in allem vbel.
Das Gut ist voller Lohn, das Böse voller Pein.
O Mensch, wie soll in dir nicht Höll und Himmel sein?
Das Gut lehnet so viel als es zinset.
[RSpW]
i] Sagt, dass die Größe der Angabe eines Guts, die durch Laudemium, Handgeld, Handlohn u.s.w. bezeichnet wird, nicht überall dieselbe ist. Der Ertrag desselben konnte ohne Verschulden des Besitzers geringer werden, danach wurde auch der Erbpacht ermäßigt.
Das Gut löset seinen Herrn.
[RSpW]
i] Wer mit einer Schuldenlast beschwert ist, kann zur Tilgung derselben seine unbeweglichen Güter, über die er, wie sich von selbst versteht, nach Willkür schalten können muss, veräussern und mit dem daraus gelösten Gelde seine Schuld bezahlen. Auf diese Weise macht das Gut seinen Herrn von der Schuldenlast los. Das Sprichwort sagt aber auch, dass in vielen Fällen der, welcher mit Gelde büßen kann, nicht mit Verlust seiner Freiheit haften darf, nicht mit der Haut bezahlen muss.
Das Gut löst seinen Herrn.
Das Gut muss hingehen, woher es gekommen.
Das Gut muss nicht größer sein als sein Herr.
fr] Le bien est très mal employé qui de son maistre n'est subjugué.
Das Gut muss zwei Narren haben, einen, der 's sammelt (gewinnt), und einen, der's wieder zerstreut (vertut).
Das Gut muss zwei Schelme haben, der eine muss es hinein- und der andere muss es hinausschelmen.
Das Gut stirbt vom jüngsten zum jüngern.
[RSpW]
i] Da die Teilung eines Guts in so viel Teile, als Kinder vorhanden waren, eine nachteilige Zersplitterung des Besitzes zur Folge hatte, so ward allmählich die Sitte Regel, nur einem Kinde, in der Regel dem jüngsten Sohn, Haus und Hof zu überlassen, der seine Geschwister abfinden musste. Starb er ohne Kinder, so fiel der Besitz an den nächst jüngsten.
Das Gut sucht Gut.
dk] Et godt kaster ikke et ander bort.
Das gut umsorgte Schaf macht aus seinem Schwanz keinen Mantel.
Das Gut will keinen ruiwen Herrn hewwen.
Sauerland
i] Riv = freigebig, milde, aber auch auswürfisch, verschwenderisch. He is allto ryve = er wendet zu viel auf. He gift ryve = ist freigebig, ryve hûsholen = in der Haushaltung viel aufgehen lassen, riw bezeichnet einen geringern Grad von Verschwendung in der Hauswirtschaft. Von einer Hausfrau, Köchin u.s.w., die in der Küche mehr, als nötig ist, verbraucht, sagt man: Se is to rîw. Rîw' upp geb'n = bei einem Gastmahl zu reichlich auftragen.
Das Gut, das du weggibst, gehört dir; das Gut, das zurückbleibt, gehört einem anderen, wenn du ins Grab eingehst.
Mongolei
Das Gute auch im Schlafe schön.
Russland
Das Gute auf Befehl ist nicht das Gute.
Turgenjew, Der Egoist
Das Gute belehrt das Bessere.
Das Gute bewegt sich wie eine Schnecke, aber das Übel hat Flügel.
Indien
Das Gute bleibt auch nach langer Zeit bestehen.
Arabien
Das Gute bleibt nicht unbelohnt.
nl] Geen goed onbeloond, noch kwaad ongestraft.
Das Gute bleibt unvergessen.
bm] Dobru dobrá i pamet'.
Das Gute bringt sein Lob mit.
Das Gute dankt sich selbst.
Polen
Das Gute des Deutschen (d. i. des Herrn) muss man vernichten.
Estland
Das Gute dringt nicht über das Tor hinaus, das Böse pflanzt sich tausend Meilen weit fort.
Das Gute empfiehlt sich von selbst.
Das Gute erinnert sich lang, das Schlechte noch länger.
Jüdisch
Das Gute erkennt man, wenn es fortgeht, das Schlechte, wenn es kommt.
Italien
Das Gute findet (schon) selbst die Mütze.
Das Gute findet man auf der anderen Seite des Busches.
i] Nach Überwindung von Hindernissen
Kikuju (Kenia)
Das Gute geht dem Besseren zum Paten.
Das gute Gewissen ist ein Garten, worin nichts wächst als Augentrost.
Das gute Gewissen ist ein Kalender, worin nichts steht als gutes Wetter.
Das gute Gewissen ist eine Hochzeit, worauf das Herz vor Freude tanzt.
Das gute hat ein kurtz blut.
Das Gute hat immer einen Fehler.
Das Gute hat kein Alter, das Böse hat keinen Tod.
Estland
Das gute Heilmittel für eine Wunde ist an der Narbe zu sehen.
Gabun
Das Gute hört man weit, das Böse noch viel weiter.
Polen
Das Gute in der Ferne sticht das Böse in der Nähe aus.
Russland
en] Good at a distance is better than evil at hand.
it] Val più un ben lontano che un mal vicino.
pt] Mais val bem de longe que mal de perto.
Das Gute ist auch im Schlaf gut.
Das Gute ist da zum Wohltun und die Gabe zum Geben.
la] Bona ad bene faciendum.
Das Gute ist dem Bösen nicht gleich, auch wenn zahlenmäßig gleich.
la] Bona malis paria non sunt, etiam pari numero.
Das Gute ist der Feind des Besseren.
en] Good is good, but better carries it.
en] Striving to better, often we mar what is well.
en] The best is the enemy of the good.
fr] Le meilleur est l'ennemi du bon. (Recueil)
fr] Le mieux est l'ennemi du bien. Voltaire, Dictionnaire Philosophique
fr] Penser faire mieux que bien, c'est se tuer et faire rien.
it] Il meglio è nemico del buono (o. bene).
la] Bono melius invenire potest.
sp] Lo mejor es el enemigo de lo bueno.
Das Gute ist des Besseren Knappe.
Das Gute ist gegeben, das Bessere ist nicht gegeben.
Das Gute ist gut, aber das Bessere hat die Oberhand.
Das Gute ist immer teuer.
Das Gute ist nicht gut, so es nicht gut verstanden und gefasset wird.
Das Gute ist richtig und vollkommen, unbalbiert und unhalbiert.
Das Gute ist schwach, das Böse ist stark.
Das gute Jahr bringt mehr hervor, als das gut bestellte Feld.
Andalusien
Das Gute kann man wohl unterdrücken, aber nicht erdrücken.
Das Gute klatscht über das Bessere.
Das Gute kommt für alle, das Böse für den, der's sucht.
Das Gute kommt langsam, Böses lässt nie auf sich warten.
Das Gute kommt uns sauer an, das Böse kommt von selbst auf den Plan.
Das Gute kommt von weit her, das Böse ist in unmittelbarer Nähe.
Bolivien
Das Gute kompt sawr gnug an, das böss ist (wächst) von ihm selbst auff den Plan.
Das Gute kompt schwer an.
Das gute kompt von Gott, das böss vom Teuffel.
Das gute Kopfkissen sichert den Schlaf.
Das gute Korn kann Unkraut vertragen.
Das gute Korn verträgt das Unkraut.
fr] Le bon blé porte bien l'ivraie.
Das Gute lacht über das Bessere.
Das Gute lässt sich tausendmal leichter reden als tun.
Rumänien
Das gute Leben lässt Vater und Mutter vergessen.
Spanien
sp] Buena vida, padre y madre olvida.
Das gute Leben wohnt im leer gegessenen Teller.
Brasilien
Das Gute lebt allein, das Böse scheint zu leben.
la] Quod vivitur, vita est, probe si vivitur.
Das Gute leidet Not.
Das Gute leidt wohl je not, aber nimmer den tot.
Das Gute lobt mancher und tut's nicht, das Böse tut mancher und sagt's nicht.
dk] Det gode siger man, og giør ei, det onde giør man, og siger ei.
Das Gute lobt sich selbst.
kroat] Dobro se samo hvali.
Das Gute mehrt, das Böse zehrt.
la] Bonum auget, malum minuit. / Wahlspruch von Papst Clemens X.
Das gute Meinen macht manchen weinen.
Das gute Pferd will den Sporen und das schlechte doppelt, so will gut Weib und böses den Stock.
Afghanistan
Das Gute regnet nicht in den Mund, weil das Arbeiten ist gesund.
dk] Fordi er arbeid godt, godset ei regner i munden.
Das Gute reist mit der Geschwindigkeit einer Schlange. Das Böse hat Flügel.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)
Das Gute sagt man, aber man tut's nicht; das Böse tut man und sagt's nicht.
Das Gute siegt am Ende, doch darf es rühriger Hände.
bm] Dobré nad zlým vítezí.
Das Gute siegt immer über das Böse.
Das Gute soll kommen, woher es will.
es] Venga el bien, y venga por donde quiere.
Das Gute soll man lassen bleiben und nicht übergüten, sonst verdirbt man's.
Das Gute sprießt aus Leid und Leiden,
Das Leiden fließt aus gütlich tuenden Gütern.
Rückert, Erbauliches und Beschauliches aus dem Morgenlande
Das Gute tu gut, das recht recht.
Das Gute tu gut, das Rechte recht.
Das Gute tu und wirf's ins Meer, weiß es der Fisch nicht, weiß es der Herr.
Das Gute tue gut, das Rechte recht.
Das Gute vergisset man baldt, das böss gedenckt man.
Das Gute verkauft sich per Unze, das Schlechte per Kilogramm.
Mexiko
Das Gute von gott, das böss vom Teuffel.
Das Gute voran, das böss hinden nach.
Das Gute wechselseitig teilen, das Böse gegenseitig tragen.
Das gute Weib hat weder Augen noch Ohren.
Apulien
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operone
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