Spruchlexikon DEUTSCH

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Das Eichhörnchen erinnert sich nicht an seine Missgeschicke.
Mali
Das Eichhörnchen ist klein, aber es ist nicht der Sklave des Elefanten.
Tschad
Das Eichhörnchen schützt seine Behändigkeit, den Bären seine Stärke.
Russland
Das eigene Auge ist der König.
Estland
Das eigene Auge sieht alles.
Estland
Das eigene Auge täuscht (ja) nicht.
Estland
Das eigene Bedürfnis ist der beste Fronvogt.
Estland
Das eigene Dach behütet vor Ungemach.
Das eigene einfache Brot ist viel besser als jemand anderes Pilaf.
Aserbaidschan
Das Eigene erwartest, aber Fremdes nimmst auch an.
Estland
Das eigene Fell ist des Fuchses Feind.
Russland
Das eigene Haus ist ein goldenes Nest, das fremde Haus eine Nesselstaude.
Estland
Das eigene Haus ist für jeden die sicherste Zufluchtsort. [RSpW]
la] Domus tutissimum cuique refugium atque receptaculum.
Das eigene Hemd ist am nächsten.
Estland
Das eigene Kind ein Semmelchen, des anderen Kind ein Dreckfladen.
Estland
Das eigene Kind geht weinend, kommt lachend, das fremde Kind geht lachend, kommt weinend.
Estland
Das eigene Kind ist das Kindchen, das Kind der anderen ein Spänchen.
Estland
Das eigene Kind ist ein Goldstück.
Estland
Das eigene Kind ist immer am liebsten.
Estland
Das eigene Kreuz ist am leichtesten zu tragen.
Estland
Das eigene Land ist ein Beerlein (= so lieb wie eine Beere), das eigene Heim eine Hübsche.
Estland
Das eigene Land ist eine Erdbeere, das übrige Land eine Schwarzbeere.
Estland
Das eigene Land ist jedem lieb.
Estland
Das eigene Nest beschmutzt man nicht.
en] It's an ill bird that fouls its own nest.
Das eigene Sumpfwasser schmeckt reiner als das fremde Quellwasser.
Estland
Das eigene Unglück misst man nach Werschecken, das fremde nach Wersten.
Russland
Das Eigene verachten wir und lieben das Fremde.
Das eigene Viertel ist immer mehr als des Fremden Lägel (= ein Maß).
Estland
Das eigene Wort tritt (mit Füßen) des Fremden Schimpf.
Estland
Das Eigentum der Männer geht an vielen Plätzen verloren.
Afrika
Das Eigentümliche müsste durch die Lebensart erst recht hervorgehoben werden.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 33
Das eilen bedenckt kein ding.
Das eilen ist auch den begierigen ein harren.
Das eilfte Gebot heißt: laß dich nicht erwischen (o. verblüffen)!
Das eine auf den Kochen, das andere auf dem Staket.
ndt] Dat êne up de Knak'n, dat ander up'n Stak'n.
i] Von jemandem, der nur zwei Hemden besitzt, von denen er das eine auf dem Leibe hat, während das andere auf dem Stakete hängt, um zu trocknen.
Das eine Auge glotzt nach dem Speck, das andre nach dem Kohl.
Das eine Auge glotzt nach dem Speck, das andre nach dem Kohl.Auge
Das eine Böse vertreibt das andere.
ndt] Dat eine quât vordrift dat ander.
la] Absque malo pravum potuit devincere nullus.
Das eine gegeben, das andere verwehrt.
Das eine Gerede paßt zum anderen Gerede, der eine auf des anderen Bauch.
Das eine ist gut, das andere noch besser.
Estland
Das eine Jahr ist nicht des anderen Bruder.
Lappland
Das eine Jahr lehrt das ander nicht.
la] Raro docet reliquum reor annus in omnibus annum.
Das eine kann man fordern (od. erstreben), aber das andere nicht ungefordert lassen.
Estland
Das eine klinget, das andere klatschet.
Das eine Last tragende Wasser fließt ruhig.
Estland
Das eine Mal hüte dich vor dem Feuer, das andere Mal vor dem Wasser.
Usbekistan
Das eine muss man tun, das andere nicht ungetan lassen.
Estland
Das eine Ohr gehört dem Kläger, das andere dem Beklagten.
Das eine Öl kommt in die Lampe, das andere in den Weihkessel.
Russland
Das eine Schaf leckt nicht den Arsch von des anderen Schafes Lamm.
Estland
Das eine Schlimme schlägt oft zum andern.
mhd] Dat eine quât sleit vake to dem anderen.
la] Pleuresis pestem damnum iactura ministrat.
la] Aliud ex alio malum. Terenz
Das eine sind die Wünsche der Menschen, aber Gott gebietet anders.
Griechenland
Das eine Stange morsch ist, merkt so mancher erst beim Draufsitzen.
USA
Das eine Ufer wird beständig unterspült, das andere stets angeschwemmt: Das ist des Flusses und des Lebens Lauf.
Das eine wächst, das andere fällt.
sd] Det ena wäxer til, det andra faller af.
Das einem ein Täglich, ist dem andern eine Todsünde.
Schweiz
Das einer gewont hat, lest er hart.
Das Einfischtal ist der Himmel der Weintrinker und die Hölle der Maultiere.
Schweiz, Kanton Wallis.
Das eingepfroffte Reislein schläget seinem Stande nach.
Das Einkommen der Priester gibt Gott, und der Teufel verzehrt es.
Das Einnehmen macht nicht reich, aber das Ausgeben.
Das Einseifen tut's nicht allein, der Bart will auch geschoren sein.
Russland
Das einzelne Schaf ist (immer) in Gefahr vor dem Wolf.
Das einzelne Schaf ist in Gefahr vor dem Wolf.
Das einzig Gute, das von Osten kommt, ist die Sonne.
Portugal
i] Spanien liegt im Osten Portugals
Das einzige Ding, das im Wadi gelassen wird, sind seine Steine.
Algerien
Das einzige Fegefeuer, das es gibt, ist eine Frau.
England
Das einzige Kind stirbt oder ist hungrig oder isst sehr viel.
Gabun
Das einzige Kind wird nicht verkauft.
Kamerun
Das einzige Mittel gegen Aberglauben ist Wissenschaft. Nichts anderes kann diesen Pestflecken aus dem menschlichen Geiste hinwegwischen. Ohne sie bleibt der Aussätzige ungereinigt und der Sklave unbefreit.
en] The only remedy for superstition is knowledge. Nothing else can wipe out that plague-spot of the human mind. Without it, the leper remains unwashed, and the slave unfreed.
Henry Thomas Buckle, Gesch. d. Zivilisation (1858-1861). K. 15
Aberglaube
Das einzige, was man aus Erfahrungen lernt, ist die Erkenntnis, dass man nichts aus Erfahrungen lernt.
Das Eis (zwischen ihnen) ist gebrochen.
i] Die bestandene Kälte hat sich in ein freundliches Verhältnis verwandelt
en] the ice is broken
fr] la glace est rompue
it] il ghiaccio è rotto
Das Eis kracht so lange, bis es (endlich) bricht.
Das Eis schimpft das Wasser und platscht selbst hinein.
Das Eis zerbricht Sankt Julian (27.1.),
wo nicht, da drückt ers fester an.
Das Eis zum Bruche bringen.
i] Eine Sache zur Entscheidung führen, drängen
Das Eisen berät den Hammer nicht.
Tansania
Das Eisen gehört so gut zum Speer wie der Schaft.
Das Eisen ins Feuer bringen.
Das Eisen ist schwer zu schmieden.
i] Dieser Mann ist schwer zu behandeln, man kommt bei ihm nicht leicht ans Ziel
Das Eisen lässt sein Rosten nicht.
ndt] Das eisen last sein rosten nit.
z] Wie das eisen jmmer wider rostet, also lest auch der feind seine tücke nicht.
Das Eisen liegt über dem Gold.
Russland
Das Eisen liegt zu oberst, das Gold zu unterst.
Russland
Das Eisen muss man schmieden, solange es heiß ist.
Das eisen nimmer wirt gefug, wenn eines nicht das ander schlug.
Das Eisen rostet vom Alter.
Das Eisen rostet, der Mensch grauet.
Das Eisen schmiede, solange es glüht, die rechten Worte sprich, solange die Rede hitzig.
Kirgisien
Das Eisen schmiedet sich am besten, wenn's (bereits) glüht.
Das Eisen schwimmen lehren.
i] Verkehrtes, Naturwidriges tun
Das Eisen ward nimmer gefug, wenn eines nicht das andre schlug.
Das eisen wir noch los (von ihm).
Das Eisen wird vom Eisen geschärft.
la] Ferrum ferro acuitur.
i] Vgl. Sprüche Salomos: Ein Messer wetzt das andere.
Das eiserne Würfelspiel.
i] Eine sprichwörtlich gewordene Umschreibung für Krieg aus Schillers Gedicht 'Die Schlacht', in der die Stelle lautet: 'Das wilde, eiserne Würfelspiel.'
Das eiss hat kein balcken.
Das Element des Fisches ist das Wasser, das des Menschen der Mensch.
Mexiko
Das Elend (o. der Frohndienst) ist uns angetraut wie eine Frau.
Litauen
Das Elend am Spieß weissagt großen Riss.
Schlesien
i] Um die Zeit, als Herzog Georg Wilhelm von Liegnitz, der letzte Piast'sche Spross, gegen Michaelis 1675 Anstalten zur Feier seines Geburtstags machte, wurde in der Kotzenauer Heide, auf den Gütern des Herrn von Stosch, ein 'Elendthier' (Elenn, Cervus Alces) gefangen und als eine Seltenheit der herzoglichen Tafel geschenkt. Der Herzog starb nicht lange danach. Nachdem das slawische Wort Elenn das deutsche Elch verdrängt hatte und dann selbst in Elend verderbt worden war, benutzte es sofort der Aberglaube in seiner Weise, wovon auch das obige Sprichwort ein Beweis ist. Auch die abergläubische Vorstellung gehört hierher, das Tier leide an der Epilepsie, oder besitze die Kraft, sie zu heilen.
Das Elend bauen.
i] Die Grundbedeutung des Wortes Elend ist aus der starken Liebe zur Heimat hervorgegangen und bezeichnet das Wohnen im Auslande, in der Fremde. In diesem Sinne steht es in der obigen Redensart, die soviel heißt, als in einem fremden Lande wohnen. Da Fremde und Verbannung wehe tun und unglücklich machen, so nahm das Wort Elend allmählich die allgemeine Bedeutung von miseria an und seine ursprüngliche trat dagegen zurück. In den meisten Sprichwörtern ist nun die spätere Bedeutung des Wortes herrschend, der ursprüngliche Sinn hat sich besonders in den Redensarten erhalten.
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