Spruchlexikon DEUTSCH

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Daheim, geheim.
Daheimleben kann nie Rang und Orden geben.
Daher der Zorn und die Tränen.
la] Inde ira et lacrimae.
Daher die Tränen
i] das ist der eigentliche Grund
la] Hinc illae lacrumae!
Daher geiht he un denkt wi Goldsmidts Junge, de dachte ôk Mester tau wêren.
Braunschweig
Daher jene Tränen!
la] Hinc illae lacrimae!
Terenz, Andria
Daherfliegen wie der Pfaff aus dem Federfass.
Dahergehen noch mehr.
Nürtingen
i] Spott auf einen fehlgegangenen Streich.
Dahergehen, wie d' Katz in Flöklschueh.
Oberösterreich
Daherkommen wie ein Pfitzigpfeil.
Oberösterreich
i] Recht schnell.
Dahersteigen wie da Hahn on Gerstenhalmen.
Oberösterreich
Daheym ist ein man zwen.
Daheym ist er (mancher) ein man.
i] Vom Schwachen, Furchtsamen, nichts Vermögenden.
la] Extra periculum audax (ferox).
la] Gallus in suo sterquilinio plurimum potest.
Daheym ist gut gelert sein.
z] Es thut eim niemand widersprechen, aber draussen brauchts schnauffens.
Daheym nur ists geheym.
z] Die Worte vor der Pforte, die fliegen von Orte zu Orte, es hält sie nicht Nagel, nicht Leim.
it] Chi vuol star bene non bisogna partirsi da casa sua.
la] Domi manere oportet belli fortunatum.
la] Nil miserabilius, quam incerta sede vagari.
la] Nullus est locus domestica sede jucundior.
Dahin fließen die Tage, und unwiderruflich läuft das Leben ab.
la] Fluunt dies et inreparabilis vita decurrit. Seneca
Dahin fließt das Wasser ab, wo die niedrigste Stelle ist.
Estland
Dahin gehen noch mehr.
Rottenburg
i] Spott auf einen danebengegangenen Streich.
Dahin musste es kommen, sagte der Bauer und spannte seine Frau vor die Egge.
Dahinfahren wie ein Strom (o. Wasser).
Dahingehen, wohin der größte Potentat keinen Gesandten schicken kann.
Dahingehts hat der Spaz gsagt, hat 'n die Kaz im Maul gehabt.
Rott.-Tal
Dahinter steckt ein Aal.
i] Ein Betrug.
fr] Il y a anguille.
fr] Il y a quelque anguille sous roche.
Dahinter steckt ein Aal.
d. i. ein Betrug.
fr] Il y a anguille, oder: Il y a quelque anguille sous roche.
Aal
Dahinter steckt etwas.
la] Causa aliqua subest.
Dahoam, dahoam is doch dahoam! Wannst net furt muaßt, bleib, d' Hoamat is da zweite Muatterleib!
Dahocken wie ein Pfund Schnitz.
Dahocken wie ein Wurzelmännlein.
Dahr Bohk (Bock) wird o ne (auch nicht) de mehste Milch gan.
Oberlausitz
i] Bei dieser Sache, diesem Geschäft ist wenig zu gewinnen. Der Ton liegt auf: der.
Dai 'ne Hor (Hure) sik niemt te Aeren, es en Schelm oadder well enen wären.
Grafschaft Mark
Dai den Koalenner (Kalender) maket, dä iätet ok Brot.
Iserlohn
Dai druaned (dröhnen) as ne Kau (Kuh), die melk wer'en wel.
Grafschaft Mark
i] Vom dumpfen Gebrüll des Rindviehes.
Dai es ächten (= hinten) nitt as väören, süss (= sonst) könn he met der Fuet (= dem Hintern) Nüete (= Nüsse) knappen. Iserlohn
Dai es ächten (hinten) nitt as väören, süss (sonst) könn he met der Fuet (dem Hintern) Nüete (Nüsse) knappen.
Iserlohn
Dai es ächten (hinten) nitt as väören, süss (sonst) könn he met der Fuet (dem Hintern) Nüete (Nüsse) knappen.
(Iserlohn)
Ächten
Dai es ânkuemen (angelaufen) as de Suege im Jéudenhéuse.
Iserlohn - De kummt an as de' Mutt (Sau) in't Judenhûs. Rastede
Dai es so besuopen (besoffen), hä süht den hiemmel för 'n dudelsack un de hillgen drai küenige för spitsbauwen an.
Dai es so geschickt, as en Iësel omme Prumenbome (auf dem Pflaumenbaume).
Iserlohn
Dai es te Plasse kuemen as de Rü'e te Kalle.
Iserlohn
i] Er ist sehr übel angekommen. Dem fremden Hunde, der in Kalle bei Iserlohn einen Besuch machte, ging, als er, verfolgt, durch eine Hecke brach, von dem verloren, was der Pape zu beklagen hatte, der Hinz, den Kater, fillen wollte.
Dai et in der Hölle gewuent es, diäm es et niene Pinn.
Grafschaft Mark
Dai géid (geht) der düär as de Kau düär den Niewel.
Grafschaft Mark
Dai Goëd (Gott) taiket (gezeichnet) hett, sind de slimesten.
Driburg
Dai häld ân as en Krüepel (Krüppel) am Wéäge.
Iserlohn
Dai häld ân as en Krüepel (Krüppel) am Wéäge.
Iserlohn
Anhalten
Dai héäd 'et Maul uàpen, as wen et Brêi rêägende.
Iserlohn
Dai héad en Gewîeten (Gewissen) as en Mallersack.
Grafschaft Mark
Dai héäd en Magen as en Saldoatentornister.
Grafschaft Mark
nl] Dat ligt mij te hard in de maag.
nl] Dat zit hem dwars in de maag.
Dai héad mär Schläge krîegen as en Iesel in Unna.
Grafschaft Mark
i] Unna am Hellwege ist wegen seiner Esel sprichwörtlich.
Dai hiät sik en Lack maket, dat kliäwet iän titliäwens an.
Iserlohn
i] Lack = Flecken, Schimpf, altsächsisch lahan = tadeln.
Dai kiket met enem Oge nam Hiemel, un met dem annern in de Westentaske.
Iserlohn (Zur Bezeichnung eines Scheinheiligen)
Dai kiket met enem Oge nam Hiemel, un met dem annern in de Westentaske.
Iserlohn. Zur Bezeichnung eines Scheinheiligen.
Auge
Dai könn sick wuol im Fingerhaue kuoken un met der Nainoal opscheppen.
Grafschaft Mark
Dai làiped (läuft) derümme as de Katte üm den hèiten Brêi.
Grafschaft Mark
Dai lätt ok gärne Guodes Water üöwer Guodes Lant goan.
Iserlohn
hdt] Er lässt auch gerne Gottes Wasser über Gottes Land gehen.
Dai löpet (läuft) ok met as et Hiemt im Aese.
Iserlohn
i] Von einem verachteten Gesellschafter.
Dai Lü (Leute) hett kain guet Holt am Truoge.
Dai máiped as 'ne Bréud.
Grafschaft Mark
i] Nicht recht einbeißen wollen, geziert essen, maulen, von Mappe = Mund. Er isst so geziert wie eine Braut.
Dai maut enem de Bülten (Pilze) vom Hiärten schuwen.
Iserlohn
i] Der große Dieb hilft den kleinen einfangen und lenkt dadurch den Verdacht von sich ab.
Dai maut noch dör de Bockmuele trocken wären.
Grafschaft Mark
Dai möch viel Heu hewwen, dä jedem 't Mul woll stoppen.
Dai molked (melkt) mä med ëinem S'trieke, had de Man saght, doa hadde den Oßen mained.
Hagen
i] Striek = Strich, Zitze am Euter.
Dai sall noch wohl kuemen (kommen), de Katte hett ne nitt fräten.
i] So sagt man in der Grafschaft Mark, wenn der Schnee länger als gewöhnlich ausbleibt.
Dai schickt sik so prächtich dertau as de Iesel taum Figgelêinen strâiken (Violine streichen).
Grafschaft Mark
Dai sgend as en Kîetelläpper.
Grafschaft Mark
i] Sgennen, sgenden = schimpfen, schelten, Kesselflicker, Läpper zu Lappen.
Dai sgend as en Wannenflicker.
i] Wanne oder Schwinge zum Reinigen des Getreides.
Dai sittet dertüsken (dazwischen) as de Ule tüsken den Kraigen (Krähen).
Dai sittet sik im Lechte (Lichte) as en Holskenméäker (Holzschuhmacher).
Grafschaft Mark
Dai släd derna (er schlägt danach) as de Blinne nam (nach dem) Duppen.
Dai Spaß mutt Schaptähn hebben, kein Hunn'ntähn.
Mecklenburg
hdt] Der Spaß muss Schafs-, er darf keine Hundszähne haben.
Dai sühd in de Locht (Luft) as en Vuegelfänger.
Grafschaft Mark
Dai van Not to Brot koemt, dat sint de slimmsten.
Dai wet nitt van Tütten oader Bloasen.
Iserlohn
Dai wet van Guot kain Let.
Iserlohn
hdt] Er weiß von Gott kein Lied.
Daiwesgued (Diebesgut) daüt nümmer gued.
Westfalen
Däjlich Brît (Brot) schtält de Nit.
Däkdân (dicktun) äs nichen.
Kronstadt
Dal möt dem Gedûn, heft Môs geschlackert.
i] In Samland, wenn jemand gleich nach dem Essen sich zur Ruhe legt, oder wenn man Kinder zur Ruhe bringt. Gedun ist ein altpreussischer Name, der hier wohl nur als Wortspiel mit dûn = dick (vollgegessen) gebraucht ist.
Dal möt dem Gerwine, heft Speck gestâle.
Alt-Pillau
i] Gerwin ist Personenname.
Dalang wat idj mä a Gratten, maren wat skitj mä a Letjen.
Föhr
hdt] Heute was essen mit den Großen, morgen was scheißen mit den Kleinen. (Wer sich heute erhöht, wird morgen erniedrigt)
Daliegen wie die Kindbetterin.
i] Die Berner nach der Schlacht bei Laupen.
Daliegen wie ein fauler Schäfer auff der Schippe.
Dälsche Leute haben das meiste Glück.
nl] Malle menschen hebben het geluk.
Dam (diesem) öss der Zîp g'schlissen.
i] Er ist durch Vorhaltungen, Vorwürfe, Zurechtweisungen u.s.w. gedemütigt, auch vom Geschick hart mitgenommen worden, er hat sein Vermögen u.s.w. verloren. Zîp, Zîpf am Erzgebirge Zîps, eine Krankheit der Hühner, die sonst Pips genannt wird.
Dam Biere worn rechte Hefen gegan.
Däm Êne gefällt de Môder on däm Andre de Doeter.
Düren
hdt] Dem einen gefällt die Mutter, dem anderen die Tochter.
Dam is Höllenwoarm.
Hirschberg
Dam Kende (Kinde) lott oach d' Tomb-ôd'r schlôn.
Österreich-Schlesien
i] Tomb-ôd'r = die Ader, aus der sein dummes Zeug, seine übermütigen Streiche kommen. - Man vertreibe oder bändige seinen kindischen Übermut.
Dam machen se de letze Musicke.
hdt] Dem machen sie die letzte Musik, sie läuten ihn aus.
fr] Musique de sainte innocent fait pitié à qui l'entend.
Dam sei Voatter is off en Nössbâm dersoff'n.
Henneberg
i] Von einem unehelichen Kinde, besonders wenn der Vater nicht zu ermitteln ist, sagt man: Sein Vater ist auf einem Nussbaum ersoffen. In der Eifel setzt man dafür Kirschbaum.
Dam seîn de Schwongfâdern ausg'rössen.
Böhmisch-Friedland
i] Er ist um Hab und Gut gekommen, der Mittel zu seinem Bestehen und Wirken beraubt, Kraft und Mut sind ihm entzogen.
Damals als die Pegnitz brannte.
i] In Nürnberg, um zu sagen, dass etwas nie geschehen oder, dass man nicht wisse, wann es geschehen sei, oder, dass es sich vor undenklicher Zeit zugetragen habe.
z] Ursprünglich hat man wohl mit der Redensart in hyperbolischer Weise einen recht heißen Sommer bezeichnet, wo der Fluss fast ganz trocknete, wo die Hitze so groß war, dass man meinte, das Wasser hätte brennen können. Dann mag sie von Dingen gebraucht worden sein, die recht sehr selten sind und lange nicht mehr vorkamen.
Damals warst du noch in Abrahams Wurstkessel.
i] Noch nicht geboren.
Damit basta.
i] Ich habe nun mein letztes Wort gesagt, dabei bleibts.
nl] Dat is basta.
Damit bleib' mir aus dem Tornister.
Damit die Augen sehen, müssen die Beine sich bewegen.
Botswana
Damit die Feldfrucht gedeihe, muss der Bauer Stroh zum Winteraustreiben geben.
Damit du nicht schief werdest.
Ostpreußen
i] Bei scherzweisen Backenstreichen rechts und links.
Damit einer sündiget, damit wird er gestraft.
Damit Gott uns die Sünden vergeben kann, müssen wir erst einmal sündigen.
Damit hapert es.
nl] Daar is klei aan den kloet.
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