Spruchlexikon DEUTSCH

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Da geht einem die Pfeife aus.
i] Es ist, um aus der Haut zu fahren, um katholisch, um des Kuckucks, des Teufels, um toll zu werden.
fr] Cela ferait enrager la bête et le marchand.
fr] Cela ferait renier chrême et baptême.
fr] C'est à crever dans sa peau.
fr] Il y aurait de quoi lasser la patience d'un capucin.
fr] Le diable s'en pendrait.
Dä geht en et hundert, dat et tusend voll wird.
Bedburg
Da geht er hin und singt nicht mehr?
F. Gumbert, Die Kunst geliebt zu werden, 18. Szene
Da geht es alle hin, sagte Scheißinsbett.
Da geht es übel, wenn Frevel die Frommen schlägt und Hoffart das Fähnlein trägt.
Da geht Gewalt für Recht.
Da geht ihm ein guter Wurm ab.
i] Dem Spieler, der eine Karte beigeben muss, die er noch gut zu verwerten gerechnet hatte.
Da geht kein Loch durch.
z] Wer theurer verkauft, als die Sache wert, ist des Teufels; da geht kein Loch durch, denn es ist wider die brüderliche Liebe.
Da geht kein Streich verloren, außer der daneben geht.
i] Der verdient sie alle.
Da geht Leib und Gut miteinander.
Da geht mein (sein) Leib und Gut miteinander.
i] Von denen, die weiter nichts besitzen, als was sie auf dem Leibe tragen.
Da geht mir der Dâm (Daumen) vor.
Oberösterreich
i] Man verweigert mit dieser Redensart etwas unwillig, eine Bitte, ein Verlangen.
Da geht unser Student, sagen die Greifswalder.
i] Um eitle Selbstüberhebung zu verspotten. Von dem alten Witz, dass der einzige greifswalder Student, wenn er sporenklingend durch die Straßen schritt, die gesammte Bürgerschaft an die Fenster trieb und zu dem obigen Ausruf veranlasste.
Da geht's durcheinander wie in einem Ameisenhaufen.
Nürtingen
Da geht's klein unter.
i] Es herrscht dort Dürftigkeit und Armut.
Da geht's nach Gunst und nicht nach Kunst.
Da geht's ordentlich zu, wie bei Nobals Schaffscheren.
i] Wobei gut gegessen wurde.
Da geht's spanisch zu.
nl] Het gaat er Spaansch toe.
nl] Het ziet er Spanisch uit.
Da geht's Tschühü und Doho.
i] Tschühü und Daho sind Fuhrmannsrufe für rechts und links zum Antreiben der Pferde. Wenn es in einem Hause planlos und unordentlich hergeht, so wendet man die obige Redensart an.
Da geht's übel zu, wo Frevel die Trommel schlägt und Hoffart das Fähnlein trägt.
Da geht's warm her.
Oberösterreich
i] Da gibt es etwas zu gewinnen; da wirft's was ab, trägt's was ein.
Da geht's zu wie auf der Accise.
i] Wo viel Personen kommen und gehen, viel Besuche sind, ein großer Verkehr ist.
Da gehts zu als wie im Türkekrieg.
Da gehts zu wie in einem Imen (Bienenstock.)
Nürtingen
Da geht's zu, wie in einem Ameisenhaufen (oder Wespennest).
Da geiht e hen un holt en Tügen (Zeugen).
i] Der Justizrat C. zu M. schoss auf einer Jagdpartie in demselben Augenblick, als man sich zum Frühstück lagern wollte, einen Hasen. Ein jüngerer Jäger, welcher sich der Beute bemächtigen wollte, wurde von C. mit den Worten zurückgehalten: z] Lassen Sie uns erst ruhig frühstücken, der Hase macht sein Testament.' Aber kaum hatte er das Wort gesprochen, als sich Lampe aufmachte und davonlief. Ein durch seinen Humor bekannter Jagdgefährte, der dies zuerst bemerkte, sagte darauf in seiner trockenen Weise die obigen Worte.
Dä géit (geht) daheär as de Rüe na der Hochtîd.
Grafschaft Mark
Da geit he hen, as de Hund ân Swans.
Holstein
i] Ist übel an- oder weggekommen.
Da geschieht auch der erste Stich zu einem Paar kalbledernen Schuhen, sagte der Bauer, als der Stier auf die Kuh stieg.
Württemberg
Da geschieht fürs Ackern wenig genug, wo der Bauer lauft vom Pflug, der Ochse verwirft das Joch und das Ross sein Kummet noch.Ackern
Da geschieht fürs Ackern wenig genug,
wo der Bauer lauft vom Pflug,
der Ochse verwirft das Joch
und das Roß sein Kummet noch.
Da getts zua, wi uf an läusige Koupf.
Franken
Da gewt 't wat af.
i] Es setzt Hiebe.
Da gewt 't wat af.
Es setzt Hiebe.
Abgeben
Da gibt's arme Ritter in Elendsfett.
Da gibt's keine Würst'l.
Wien
i] Weigern nützt nichts, da hilft kein Widerstreben.
Da gibt's mehr Fische als Wasser.
i] In den Steppen des Orinocogebiets hat man das Sprichwort: Im Apure gibt es mehr Cariben als Wasser. Der Caribe ist, wenn auch nur von der Größe eines Goldfisches, einer der gefährlichsten Süßwasserfische, denn mit seinen sägeförmigen Zähnen durchschneidet er sogar Stahl- und Kupferdrähte.
Da gibts Sache, als wann mar erst g'heiratet hätt.
Oberösterreich
Da gibts viel zu tappen (aber) wenig zu schnappen.
Rotttal
Da gift et keinen andern Rat als Konrad.
Wolfenbüttel
i] Man muss nunmehr zum Stocke greifen.
Da gilt noch Treue und Glauben.
Da ging der Schimmel seinen richtigen Schritt.
i] Es war alles in Ordnung.
Da ging erst der Gaul.
i] Nachdem dies alles geschehen war, kam die Sache erst in Gang.
Da Gold geht den Reichen nach.
var] Es regnet gewöhnlich dahin, wo es schon vorher nass ist.
en] Riches fall on the richest.
fr] Le bien cherche le bien
it] Il denaro è fratello del denaro.
sp] Llueve sobre mojado.
sp] Vase el bien al bien y las abejas á la miel.
Dä gönnt net un mag ah selvs net.
Bedburg
Da Gott den Hahnrey schuff, da schuff er die gut Geduld dabey.
Da Gott den Menschen schuf, hat er auch jedem sein Geschick verliehen.
Da Gott die Wipfel der Palme nicht herabgebeugt hat, so hat er das Haupt der Giraffe emporgehoben.
Äthiopien
Da Gott keine Bosheit mag, gab Gott jedem Geschöpf einen Namen.
Ghana
Da Gott nicht alles alleine machen wollte, schuf er Mütter.
Da greifen zehn Katzen nicht eine Maus.
i] Nämlich in einem zerlumpten Kleidungsstück.
Da greoss Hund is san Vöda.
Oberösterreich
hdt] Der große Hund ist sein Vetter. (Er hat einflussreiche Bekannte oder Verwandte)
Da grêsdê Râfâ griagd de meist'n Schlêg.
Niederösterreich
hdt] Der größte Raufer kriegt die meisten Schläge.
Da guckt der Schulmeister heraus.
i] In einigen Sprichwörtern hat das Wort Schulmeister eine verächtliche Nebenbedeutung, doch erhalten die jüdischen Elementarlehrer einen weit weniger ehrenden Beinamen.
jüdisch-deutsch] Var wus is a Melammed (Lehrer) a Schwanz? Weil er geht bejn - Regel le Regel. Warschau (Die jüdischen Elementarlehrer werden mit dem Spitznamen Schwanz-Melammed belegt, weil er (der Lehrer) zwischen den Beinen (Regel) herumschlendert. Das Wort Regel hat nämlich eine doppelte Bedeutung: erstens der Fuß, das Bein und zweitens bezeichnet es jedes der drei großen Feste: Ostern, Wochen- und Laubhüttenfest, an welchen, besonders zu Ostern und Laubhütten als am Beginn des Schulsemesters, der Melammed herumgeht, seine Schüler zu werben. Also er heißt so, weil er zwischen den Beinen oder zwischen den Feiertagen herumgeht.
nl] Hij hangt den schoolmeester uit.
Da guckt man nicht drum zum Fenster 'naus.
Meiningen
Da hab' ich ein Ei, ich hätt' gern zwei.
Nürtingen
i] Wird mit den Einleitungsworten: 'Da heißt's auch' angewandt, wenn ein Armer einem Wohlhabenden etwas schenkt.
Da hab' ich mir eine schöne Geschichte eingefädelt, sagte der Schneider.
i] Etwas Schlimmes eingerührt.
i] Zur Zeit, als der Präsident der Vereinigten Staaten Nordamerikas, Johnson, durch sein verfassungswidriges Verfahren unter Anklage gestellt war, vernahm man dort das obige Wort als Anspielung auf seinen frühern Beruf.
Da hab' ich Naaches (Ruhe, Zufriedenheit) davon, wie von meinem ersten Hemd.
i] Vom ersten Hemd hat man wohl ebenso viel Vergnügen als vom letzten.
Da habe ich nun in meinem Leben viele Verse gemacht, darunter sind ein paar gute und viele mittelmäßige, da macht der Eyck ein solches Bild, das mehr wert ist als alles, was ich gemacht habe.
Goethe (1749-1832), W. Grimm, 20.9./6.10.1815
Da haben die Läuse Rand.
Rottenburg
i] Raum. Von einem, der Kopf und Hals voll Drüsen und Grind hat.
Da haben die Spatzen ihr Nest hineingebaut.
i] Von einem skrofulös zerfressenen Halse.
Da haben die wilden Schweine gegrast.
nl] De wilde zwijnen hebben hier gegraasd.
Da haben sich ja zwei gefunden.
Da haben sich zwei gesucht und gefunden.
Da haben Sie ja nichts als Sommersprossen, sagte jener, als die Frau sagte, ihre Kinder wären alle in den Monaten Juli und August geboren.
Da haben wir 's liebe Gut, und es ist nicht ausgebacken.
i] Ein junger Mensch, der unwissend, sittenlos und unbrauchbar von der Universität oder von seinen kostspieligen Reisen zurückkommt.
Da haben wir das Ei.
i] Die Bescherung.
Da haben wir das Fest und keinen Kuchen.
ndt] Da hebbe we de hilgen Dage un kêne Kauken. (Gerade das nicht, was der Augenblick fordert)
Da haben wir den Dreck, sagte der Pastor und ließ das Kind fallen.
Da haben wir den Dreck.
i] Da haben wir's, nämlich das Unangenehme, die widerwärtige Bescherung.
Da haben wir den Salat und keinen Essig dazu.
Köthen
Da haben wir die Kaltschale.
ndt] Doar hebb'n wî de Kollschâl (auch: Konnschâl). Mecklenburg
i] Soviel wie: Da haben wir die Geschichte.
Da haben wir Gottes Wort schwarz auf weiß, sagte der Bauer, da sah der den Priester auf einem Schimmel.
ndt] Da siacht ma das Wort Gottes schwarz auf weiß, hat der Bauergsagt, wia da Herr Pfarra auf an Schimmel gritten is.
Da habt ihr das Vallentön'l, rief die Hebamme, und warf vor Schrecken das Kind in einen Eimer Wasser.
Da habt ihr den Regen ohne den Wind.
Kreis Nimptsch in Schlesien
i] Beim Eintritt eines unerwarteten Ereignises.
Da habt ihr den Teufel in Leinwandhosen, und 's heißt immer, er hätte keine.
Oberlausitz
Da habt ihr den Teufel, ob er nicht schwarz ist.
Da habt ihr die Pastete.
Köthen
i] Den schlimmen Erfolg, die Unannehmlichkeiten.
nl] Daar ligt eene pastei.
Da habt ihr euern Juden.
Köthen
i] Während der Cholerazeit war in dem Hause eines Einwohners zu Köthen ein alter Jude gestorben, dessen Leiche er ohne Zögern fortgeschafft wissen wollte. Da es ihm nicht gelang, dies durchzusetzen, auch keiner der Glaubensgenossen sich zu der Leiche wagte, lud er dieselbe auf einen Schubkarren und brachte sie so nach der Wohnung des Schames (jüdischen Küsters), indem er die obigen sprichwörtlich gewordenen Worte hineinrief. Sein Verfahren blieb indes nicht ohne Ahndung.
Da habt ihr's, Mutter, beseht's.
z] Sagt ich's nicht? hab' ich nicht geschrieben: du sollst aufrichtig sein?
Da habt jhr das, ist weit besser, dann wolt jhr das.
Da half kein Kumst (Kohl) und kein Schnaps mehr.
z] Der Türke schlug die Russen von der Donau weg und half da (obgleich sie 15-20 Jahre dienen) kein Kumst und kein Schnaps mehr.
Da hängt das Geld fest.
i] Um auszudrücken, dass von der Seite kein Geld zu erhalten sei, dass, wer da etwas zu fordern habe, sich auf keine Zahlung verlassen könne, sagen die Holländer: Het geld is op den rooster geteld.
Da hängt die Schere heraus.
Da hängt's ihm heraus.
Nürtingen
i] Da will's hinaus.
Da hast die Gans, sagte der Advokat zu seinem Kollegen, ich hab sie b'roft, b'rof sie auch.
Da hast du deinen: es tut dir nichts.
Da hast du den Korb, geh damit gen Markt.
la] Dulcis amica vale, mandatum do tibi tale.
Da hast du dir einen Igel in die Unterhose gesteckt.
Bulgarien
Da hast du etwas, damit dir der Wachs nicht vergeht.
i] In der Niederlausitz zu Kindern, die von einer Speise, einer Leckerei gern etwas haben wollen. Es scheint die Meinung zu Grunde zu liegen, die unbefriedigte Sehnsucht der Kinder könne ihrer körperlichen Entwickelung, ihrem Wachstum Nachteilig sein.
Da hast du Kuckucks Dank.
i] Weil die jungen Kuckucke ihre Mutter aufressen sollen. Man kann aus jeder Naturgeschichte ersehen, dass der Kuckuck bloß von Insekten lebt.
Da hast du's Birkhuhn, fünf Fallen für Wölfe und du bist darin.
Litauen
Da hast du's, Birkhuhn; fünf Wölfe in den Fallstricken; dir war nicht aufgestellt, und du bist darin.
Litauen
Da hast du's, wie's gebacken und gebraten ist.
i] In aller Vollständigkeit und Vollkommenheit.
Dä hät 'ne Schelm em Mau.
Bedburg
i] In seinen Ärmeln steckt ein Schelm, trau ihm nicht.
Da hät 'r sick 'n schönen Dipentaot (Deputat) up 'n Hals leggt.
Altmark
i] Wenn sich jemand eine Abgabe, Last u.s.w. auferlegt hat.
Da hat a gut Mondstück.
Ungar. Bergland
ndt] Sie hot a guat's Mundstück.
Würzburg
Da hat auch ein blind Huhn eine Erbse gefunden.
Da hat das Recht keine Gewalt, wo die Gewalt Recht hat.
Dä hät de Böck geschoren.
Bedburg
i] Den Nutzen davon.
Da hät de Nüss geschlagen.
Bedburg
i] Seinen Nutzen in der Tasche, sein Schäflein geschoren.
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0491 0492 0493 0494 0495 0496 0497 0498 0499

operone
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