Spruchlexikon DEUTSCH

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Da der Herrgott seine Esel kannte, ließ er sie alle ohne Hörner.
Da der Kranke genaß, er Gott vergaß.
Da der kranke genaß, je (nie, viel) er ärger was.
z] Vor Zeiten sagten die Klosterleute: Daemon languebat, tunc monachus esse volebat, sed dum convaluit, mansit ut ante fuit.
z] Mancher der spricht, o lieber Gott: ich will fromb werden, hilff aus not; alsbald er aber tut genesen, kehrt er zum vorigen sündlichen wesen.
mhd] Dô der siech man genas, dô was er als er ê was.
mhd] Si gedenken aber an daz Sprichwort nicht: dô der sieche lîp genas, do beliep er, als er ê was.
mhd] Wen sprichet: dô der siech genas, dô was er der er ouch ê was.
mhd] Dem spricht man, dô der siech genas, dô wart er boeser dann er was.
nl] Als de kranke weêr genas, was't erger, dan't te voren was.
la] Quando languebat, monachus bonus esse uolebat: sed cum conualuit, mansit ut ante fuit.
la] Surgens aegrotus reprobus fit denique totus.
Da der Löwe sprach: 'Ich werde deine Lämmer töten und du wirst meiner Gegenwart erinnern.'
Botswana
Da der Pfaff ein Weib nahm, verschlug er seine Pfaffheit.
i] Der katholische Geistliche, welcher nach empfangener Weihe heiratet, geht seiner geistlichen Würde verlustig.
mhd] Do der phaffe wib nam, do vorslug er die phaffheit.
Da der Schmied den Ambos hämmert, hämmert ihm der Mönch die Frau.
Da der Tor die Törin nahm, ward der Tor der Törin Mann.
Da der wein wächst, da trinkt man den schlechsten.
z] Also diejenigen, und die ort, davon man alle Tugendt und Christlichen wandel lernen und erwarten soll, seind im tun und Leben ärgerlich.
Da der Wirt ein Hahnrei ist, ziehen die Gäste gerne ein.
Da der Wolf gefangen war, da wollt er fromm werden.
Da der Wolf liegt, da beisst er nicht.
Da der Zaun am niedrigsten ist, will jedermann übersteigen.
Da die Artischocken in großer Herren Gärten wuchsen, waren sie angenehm, jetzo da sie bey Bauern zu finden, helt man nichts darauf.
Da die Artischocken in großer Herren Gärten wuchsen, waren sie angenehm; jetzo da sie bey Bauern zu finden, helt man nichts darauf.Artischocken
Da die stolze Kuh keine Milch geben wollte, ward sie zum Reiten abgerichtet.
Jakuten
Da die Treue ward geborn,
Da kroch sie in ein Jägerhorn;
Der Jäger blies sie in den Wind,
Daher man keine Treu mehr find't.
Da die Treue ward geborn,
Floh sie in ein Jägerhorn,
Der Jäger blies sie in den Wind,
Daher man sie jetzt selten findt.
Hans Rudolf Grimm, Poetisches Lust-Wäldlein
la] Nusquam tuta fides.
Virgil
Da die Weide Palmen trug, nannte sie sich gleich einen heiligen Baum.
Da die Wespe keinen Honig machen kann, macht sie Galläpfel.
Da diese Welt doch nur ein Gaukelstück,
Hoffst du umsonst in ihr auf wahres Glück.
Und jene Feder, die dein Schicksal schrieb,
Sie kehrt um deinetwillen nicht zurück.
Da Doabm (Darm) ged'n nian aus.
Steiermark
i] Es fehlt ihm nie an Gesprächs- und Unterhaltungsstoff.
Dä drät et Hûs fêl.
Bedburg
i] Vom Plauderer und Schwatzhaften.
Da drehen sich einem die Kutteln um.
Nürtingen
i] Die Eingeweide, Kaldaunen. Um Mitleiden oder Unmut auszudrücken.
Da dreht es sich (wendet sich das Blatt).
Da dreht sich mir der Magen
en] that makes your stomach turn over
fr] ça me soulève le cour
it] mi si rivolta lo stomaco
Da du kein Syrer bist, benimm dich nicht wie einer.
Altgriechisch
i] Wie ein Barbar.
Da du selber gestrauchelt bist, musst du dich selbst erheben und warte nicht, dass andere dir Hilfestellung geben.
China
Da du Wegerich verehrst, denken auch daran, Banane ebenso zu verehren.
Ghana
Da dürfft er nich mit ufgezogen kummen.
Da dürfft er nich mit ufgezogen kummen.Aufziehen
Da eine Kuh böset, da bösen sie alle miteinander.
i] Lascivire. Gewöhnlich biesen, bisen, bisern, pisen. Vom Rindvieh, wenn es bei großer Hitze von Bremsen gestochen und verfolgt mit aufgestelltem Schwanze hin- und herläuft. Aber auch von lustigen, schwärmenden Menschen.
z] Nemb war, die Kuh hebt an zu bisen, sie scherzt, sam sei sie auf der wiesen.
z] Es hütt ein Knab auf einer Wisen, ließ seine schaf und zigen pisen.
z] Da wer kein Awen feld und Wisen, da nicht die Geiss thet umbher bisen.
Da einer das kröpflein veracht, dem wird das hünlein nicht, sagen die Kinder.
Da einer ins Kloster fuhr, erbt er keinen Pfennig.
[RSpW]
i] Zu den Fällen, welche erbunfähig machten, gehörte auch der Eintritt ins Kloster. Nach dem Sachsenspiegel und den Goslarischen Statuten tritt sofortige Erbfolge ein, als wäre die in den Orden getretene Person schon gestorben, weil der Mönch für die Welt verloren. Auch nach dem kanonischen Rechte verlieren Personen, die ins Kloster treten, die Fähigkeit beerbt zu werden, folglich können sie auch kein Erbe empfangen.
dä] Sidhæn han for i clostær tha æruær han ængæn pænning.
Da einer mit umgehet, das hangt jhm nach.
Da einmal Wasser ist gesin, mag wider wasser kommen hin.
la] Locis quod grauius proponderat undique pondus.
Da er alt ward, fing er an klug zu werden.
Da er alt ward, fing er an klug zu werden.Alt (Adj.)
Da er das Kamel nicht bewältigen kann, beißt er in den Sattel.
Arabien
Da er den dritten Tag wollt naschen, wird ihm der Hof abgeblasen.
Da er der Kuh nichts kann, stößt er das Kalb.
Arabien
Da er es (das Geld) ablehnen wollte und mit einiger Schalkheit zu verstehen gab, dass er nicht so abgebrannt sei, als es aussehen möchte.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit
Da er im Wasser ist, weiß man nicht, ob der Fisch weint.
Mali
Da er seiner Schwiegermutter nicht gewachsen war, band er mit seiner Frau an.
Ägypten
i] Wenn er sieht, dass sein eigentlicher Feind ihm überlegen ist, so greift er einen Schwachen und Unschuldigen an. Schwiegermutter steht hier allgemein für feindliche, widerwärtige Personen.
Da erhebet sich der Bettlertantz.
Da es dem Narren mislang, die Glut mit Schwefel zu dämpfen, so versucht er, das Feuer mit Öl zu löschen.
Russland
Da es dem Trinker von geworden, da vergehts ihm wieder von.
Da es dem Wolfe nichts hilft, auf die Schafe zu lauern, so holt er sie aus der Hürde.
Da es en rechten Güörtenteller (Grützenzähler).
Iserlohn
i] Ein knickeriger Mensch.
nl] Het is een gorten-teller.
Da es mir wohl erging auf Erden, wollten alle meine Freunde werden; da ich kam in Not, waren alle Freunde tot.
Da es Ostern gibt, gibt es magere Zeiten.
Costa Rica
Da es Schuld in der Unschuld gibt, gibt es Unschuld in der Schuld.
Afrika
Dä es we' ne Wimpel om Dag.
Köln
Dä es zo domm (dumm), duss zo dun.
Köln
Dä ess ens räet an de Lîmroth (Leimrute) kumen.
Bedburg
i] Zu Schaden, durch List übervorteilt worden.
Dä ess ens räet durch de Zäng getrocke wurde.
Bedburg
i] Durch die Zähne gezogen, durchgehechelt.
Dä ess êns rät öm et Liet (Lid) gefôt wurde.
Bedburg
i] In dem Sinne: über den Löffel barbiert.
Dä ess jetzt wie 'ne Vogel op de Heck.
Bedburg
i] In unsicherer Stellung.
Dä ess von alle Mäede (Märkte) widderkumme.
Bedburg
i] Hat Erfahrung, Weltkenntnis, ist durchtrieben.
Dä ess wie en wasse Nase.
Bedburg
i] Unbeständig, launenhaft.
Da fahr' ich voll drauf ab!
Da fährt des Teufels Braut.
i] Wenn Feuer aus dem Steinen sprüht.
Da fällt der Dreck zu einem Krüppel.
Nürtingen
i] Zunächst von sehr hoch angebrachten Abtritten.
Da fällt mir all' mein Weißzeug bei.
Da fängt der Hirsch die Hunde.
la] Cervus canes trahit.
Da Fauli trogg si z'tod, da Flaissigi ged genod.
Steiermark
i] Der Fleißige geht so oft, als es nötig ist.
Da fehlt auch nicht das Pünktlein auf dem i.
Da fehlt die Feile.
i] Die Arbeit ist noch rauh, mangelhaft, bedarf der Politur.
nl] Het heeft de vijl noodig.
Da fehlt nicht das Tüpfli aufs i.
Nürtingen
Da fehlt noch das Tüpfelchen auf dem i.
Da finden sieben Katze keine Maus.
ndt] Dau findet siebe Katze kä Maus. Ulm
Da findt man keinen g'sattelten Gaul.
Nürtingen
i] Zur Bezeichnung arger Unordnung.
Da Flecka (Flecken) helfa heba und lega.
i] Im Glück wie im Unglück der Gemeinde mit Rat und Tat beistehen, unter allen Umständen für das Wohl der Gemeinde wachsam und tätig sein.
Da fliegen Scheben, wo Flachs gehechelt wird.
Da folgen die Kinder wie die Orgelpfeifen.
i] Wenn sie so aufeinanderfolgen, dass, wie die Dänen sagen, das eine Kind Zähne, wenn das andere Hände bekommt.
Da fraget Kuntz ohn sorg vil nach.
la] Non est curae Hippoclidi.
Da fragt der Weise den Narren um Rat.
nl] De wijze vraagt den zot om raad.
Da fragt Kuntz on sorgen wenig nach.
la] Non est curae Hippoclidi, non curas, quanti veneat frumentum.
Dä Frau géit (geht), as 'ne Gäus, dä 't Ai nit los wer(d)en kan.
Grafschaft Mark
Da freu' ich mich druf wie der Chosen (Bräutigam) uf die Kalle (Braut).
Jüdisch-deutsch (Auch in ironischer Bedeutung)
Da friert Mark und Bein zusammen.
Nürtingen
Da friss ich (auch) keinen Salzstein.
Nürtingen
i] Keinen Stein Salz, da bleib' ich nicht lange.
Da gaoh wi hiär (da gehen wir her), sagg de Kreihe, dao hadd' ehr de Hawk in 't Muel.
Da geb' ich nicht einen faulen Rappen für.
Da geh' ich auf alle Viere über die Ringstrasse.
Wien
i] Zu ergänzen: Ehe ich das tue.
Da gehen achtzehn aufs Dutzend.
z] In allen Stätten, Flecken und Dörffern werden täglich Leut geboren, die hertz und händ haben zu Schiessen, Hawen vnnd Stechen, vnnd kommen oft Achtzehn für ein Dutzet zu Marck.
Da gehen doch eher die Krebse mit dem Hasen davon.
nl] Dan gaan de krabben nog met den haas door.
Da gehen wir Botaniker, sagte die Kuh zum Kräuterweibe.
Da gehen wir Künstler, sagte der Schuhflicker zum Bildhauer.
Da gehen wir Musikanten, sagte die Kuh zum Pfeifer, als sie eine Schelle bekommen hatte.
Da gehet der Wind aus einem andern Loche.
Da gehet es aus einem anderen Fasse.
Da gehet es gut, wenn schon ein ganzes Dorf verbrennt, wenn nur des Pfaffen Haus aufrecht bleibt.
Da gehet's zu, wie im Venusberge.
Da gehets zu, wie beim Teufel in der Hölle.
Da gehört Armschmalz hin.
Es ist große Kraft vonnöten.
Armschmalz
Da geht alles widerwärtig zu, wo man den Esel auf den Sack ladet.
Dä geht dem Hohnderei noh un ließ et Gängsenei leggen.
Bedburg
Da geht die Mutter vom Kinde.
Da geht die Uhr richtig.
i] Da weht der Wind von der rechten Seite.
Da geht ein Licht auf.
nl] Daar gaat een licht op.
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0691 0692 0693 0694 0695 0696 0697 0698 0699

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