Spruchlexikon DEUTSCH

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D' Herre esse Schnepfedreck, d' Bure esse Krut und Speck, und äser eins soll geng nüt ha.
Bern
D' Hoa (Haare) senn ma dapai ge Pea gstign.
Steiermark
D' Hoasa (Hase) drascha bain'm.
Troppau
i] Ist in Furcht, besonders in Fällen, wenn jemand seiner Handlungen wegen entdeckt zu werden fürchtet.
D' Hörner ausstrecke.
Schwaben
D' Hühner göh gern y (ins Hühnerhaus), 's git schön Wätter.
Solothurn
D' Hühner göh nit gern y, 's git wüescht Wätter.
Solothurn
i] wüescht = von wüst = unansehnlich, schlecht, hässlich, z.B. wüst tun = lärmen, zanken; ein wüstes (d.h. abgenutztes hässliches) Kleid; wüste, d.i. schmuztige Hände; wenn der Himmel sich überzieht, sagt man: es wüstet.
D' Hühner si uff de Bäume, 's git wüescht Wätter.
Solothurn
D' Hühner und d' Rebe gänd nüd vergebe.
Luzern
D' Hund bissid en and nid.
Luzern
D' Hund und d' Herrn lassen die Türen offen.
Oberösterreich
D' Hündle versteckt, dass koi Mäusle dran schmeckt.
Ulm
D' Ima (Imme) thüend nüd ala Lüta guet.
i] Entschieden denen nicht, die sie nicht angemessen und gut behandeln.
D' Jugend muss tobet ha, hätt de Bettelma g'seit, do ischt em s Chind zum Bündel usgheit.
Schwiizertütsch
i] Keiten = fallen.
D' Jungfraun und d' Oar derf ma net z' lang aufhebn.
D' Karte müsse's gebe, hat der Beckabu g'sait, hat's Zaindle sammt de Wecke verspielt.
D' Kend'r (Kinder) macht ma mid'm Pôp'l forchtich, d' Grûssa mid'm Taif'l.
Österreich-Schlesien
D' Kirch' ist sein G'vatterin.
Schwaben
D' Knödel sein gessen - jetz waar was zum Essen recht!
D' Koh (Kuh) melkt dörch'n Hals.
Seehausen
i] Je besser sie gefüttert wird, desto mehr Milch gibt sie.
D' Kotz kreit mer de Buckel nauf.
Ulm
hdt] Die Katze kriecht mir den Buckel hinauf.
D' Kriesi (Kirschen) händ Stiel, s' cha näh, wer will; d' Kriesi händ Stei, si g'höre nid eim allei.
Luzern
D' Kroide (Kreide) schrîb and'rsch.
i] Es kam nicht so, wie erwartet war.
D' Kue (Kuh) schlot em de Kübel um.
i] Seine Bestrebungen misslingen ihm.
D' Kuh vergisst, dass sie a Kalb gewea ist.
Württhemberg
dä] Koen har glemt at hun var kalv.
fr] Il est advis à vielle vache qu'elle ne fust oncques et veau.
nl] De koe is vergeten, dat zij een kalf geweest is.
sd] Koon will intet meer witta aff at hon haar warit kalff.
D' Kundschaft verschla.
dt] Die Kundschaft verlieren
i] Den Kredit, den guten Namen einbüßen.
D' Kuttelfleck kommen aus dem Dreck, kommen wieder drein, müssen immer Kuttelfleck sein.
Augsburg
i] Die zur Speise zubereiteten Kaldaunen.
D' Längi macht d' Strängi.
D' Laubagüss kimt ganz gwis.
Oberösterreich
i] Vom Laubfall im Oktober.
D' Leut lässt ma redn - d' Küah schelln - und d' Hund belln.
D' Leut lernst aufm Markt kennen, net in der Kirchen.
D' Leut lernt man auf'm Markt kennen, net in der Kirchen.
D' leut nemen sich zu tod.
D' Leut reden viel, wenn der Tag lang is.
D' Leut redn immer vom Saufen, aber nia vom Durscht.
D' leut sindt nit guldin.
D' Leut' müss'n was z' rede haba, d' Hund was z' belle.
Oberösterreich
D' Liab (Liebe) is a narrisch Ding, den måchts schwer und den måchts g'ring, den machts kålt und den machts warm, den machts reich und den machts arm.
Wien
D' Liab druckt 's Herz und da Knödl 'n Magen.
D' Liab macht blind - beim Arsch und beim Grind (= Kopf).
D' Lieb neigt sich auf dö Seit'n, wo d' Taschen hängt.
Österreich
la] Amor vergit ad crumenam.
sd] Kiärleken hånger wed taskan.
D' Liebe mues zangget ha, und wenn si enangere mit Schitere würf.
Schwiizertütsch
D' Liebi dringt dur d' Händsche dure.
Schwiizertütsch
nl] De liefde klapt uit hare oogen, en dringt door den handschoen heen.
D' Liebi ist blind, fallt ebe so liecht uf e Küedr as uf e liebs Kind.
D' Liebi ist blind; es küsst e Mueter ihres rotzig Kind.
D' Liebi muess zangget ha, und wan si enangere mit Schitere würf.
Oberaargau
D' Lippe hänge, wie e Ross vor der Schmidd.
Münstertal
D' Lippe îs g'schwolla wî a Bänd'r pôtscha.
Österreich-Schlesien
D' Lob hoam gea.
i] Erlittenes Unrecht rächen, wieder vergelten.
D' Lumpe si Lüt, und us Narre gits nüt.
Solothurn
D' Lüt (Leute) lan rede, d' Hünd lan waulen, d' Vögel lan gappen und geng grad usi de rächt Weggen.
D' Lüt thüend doch nie schüliger, as um die hälig Zit umme.
i] Die meisten Ausschweifungen fallen in die Zeit der kirchlichen Feste.
D' machst j'a a G'sichte, wie de Kotze, wenn's dunnert (waterlecht).
Freistadt
D' Manne hei alli es Schît im Rügge, wenn 's nit brönnt, so mottet's.
Schwiizertütsch
D' Manne hei Chnöpfli u d' Wiber Häftli.
Bern
D' Maus gat no oimaul in d' Fall'.
Ulm
D' Max'n sein ihm ausgegangen.
i] Die Maxdore; das Geld ist zu Ende.
D' Midicha- und d' Montabräut' habet nie koan rechte Freud'.
Oberösterreich
i] Es herrscht der Glaube, dass Ehen, die Montags und Mittwochs geschlossen werden, nicht glücklich seien. An vielen Orten halten Brautleute, von denen ein Teil verwitwet ist, an diesen Tagen Hochzeit. Mädchen, wurden und werden in der Regel nur noch au Dienstagen 'z'samgöben' oder getraut. Ein Rest von Tagewählerei, wovon sich im Volksglauben noch reiche Spuren finden. Die Heiden wählten für ihre Unternehmungen die Tage aus; und da die Taufe nicht kräftig genug ist, allen Aberglauben, alle verkehrten Ansichten abzuwaschen, so ist auch sie ins Christentum wie vieles andere übergegangen. Wenn ein Fremder am Montage zur Stubentür hineinsieht, ohne ganz hineinzugehen, so folgt daraus, dass der Mann seine Frau schlägt. Wer am Grünen Donnerstag oder drei Freitage hintereinander fastet, der ist dasselbe Jahr vom Fieber frei, wer es hat, verliert es. Freitags soll man Kinder nicht baden, weil sie aus ihrer Ruhe kommen. Wenn Sonnabends der Wocken nicht abgesponnen wird, so wird aus dem Flachs und Werch kein gut Garn und bleicht sich nicht weiß. Am Mittwoch geborene Kälber sollen von der besten Art sein, dagegen soll man am Mittwoch kein Kalb anbinden, man soll an diesem Tage nicht ein- oder ausziehen u.s.w. Einige halten den Mittwoch, andere den Donnerstag, andere den Freitag zu Unternehmungen für unglücklich u.s.w.
D' Miller unn d' Becke händle mit nander.
Elsass
D' Moasenfâa soll ma' alsand hâa.
Oberösterreich
hdt] Die Meisenfänger soll man allesammt hängen.
i] Weil die Meisen zu den vorzüglichsten Insektenvertilgern gehören. Die Weisthümer setzen auf ihren Fang die höchste Buße; aber erst in neuerer Zeit haben die Tierschutzvereine wieder für ihre Schonung gewirkt.
D' Morgastund hat Gold im Mund, sie hat aber ganz natürlig pfundweis Blei im Fürlig (= Hintern).
D' Müller und d' Becke stäled nid, me bringt ne's.
D' Müller, Schnîder und Wäber wöred nid g'hänkt, 's Handwerk ging sust ûs.
D' Nachbarschaft dakena.
Oberösterreich
i] Die Nachbarschaft er- oder anerkennen, auch nachbarlich sein, sagt man in Oberösterreich von Nachbarn, die in gutem Einvernehmen, das sich besonders dadurch ausspricht, dass die Männer an Feiertagen gern zusammenkommen, sich mit Gespräch und Spiel unterhalten.
D' Nacht, d' Liebi und de Wî gänd verkehrti Gedanken ii.
Schwiizertütsch
D' Narre (Narren) si au Lüt.
Schweiz
D' Narre si au Lüt, aber nid wie ander.
D' Narre si au Lüt, aber nit all' Lüt Narre.
Solothurn
D' Narre tüend e Zeiche.
Schweiz
D' Narre wachse, me brûcht si nid z' b'schütte.
i] B'schütte = mit Dünger begießen.
D' Nase z'vorderst ha.
Luzern
i] Der erste sein wollen.
D' Nochrichd hod an Pauannknechd daholdd'n.
Steiermark
hdt] Das Nachgericht, der Nachtisch, hat den Bauerknecht erhalten, nämlich im Dienst.
D' Norre und Narre sind z' tür, wie me's kauft.
D' Not greint.
Oberösterreich
i] Sie macht die Menschen mürrisch, zänkisch.
D' Oerta 'n us macha.
i] In Appenzell; in anderen Kantonen auch Uerte, in Glarus nebenbei auch Uerteli = Zeche; in Bündten auch Gastmahl. Bei Hebel: Uerte = Wirtshausrechnung, wie Abrechnung überhaupt. Davon das Zeitwort urten, ürten, ürtnen.
z] Beim Wein ürten oder zechen.
z] Mit dem mag er wohl ürtnen und Trinkhen. Zellwegers Urkunden zu seiner Geschichte des Appenzeller Volks, Trogen 1830-36
z] Um örthen spihlen. Landbuch des Cantons Appenzell, 1585
i] Um die Zeche spielen.
D' Pfeifa b'schneide.
i] Den Übermut dämpfen, die Mittel schmälern.
D' Pfeife ausklopfa.
D' Pfuscher esse 's Brod und d' Mödeler lyde Not.
Solothurn
i] Um zu sagen, dass Pfuscher mehr als sorgfältige, aber langsame Arbeiter verdienen.
D' Ross frässet e Ma, wo nid mit umgoh ka.
D' Ross schlönd enand nu bim leere Bahre.
D' Ross stalled gern, wo's vorher nass ist.
D' Rumplebe, d' Scheißete.
Schwaben
D' Sach isch g'schättert.
i] G'schättert von schatt = geflickt.
D' Sach zum Wort und 's Geld an en Ort.
D' Sâl ût is, d' Sgô sgännt is.
Oldenburg
hdt] Die Sohle heraus, der Schuh geschändet.
D' Säu gelte nie, was sie wert sind.
Luzern
i] Entweder zu viel oder zu wenig.
D' Sau gibt, Vater, gib du.
i] In Schwaben, wenn man bestimmt, wer zuerst die Kosten auszulegen hat.
D' Säu hei eidwederes strauig oder guldig Stile.
Solothurn
i] Je nach der Kartoffelernte werden die Schweine sehr billig oder sehr teuer.
D' Scham hät d' Röth verlore.
Aargau
D' Schelm sy au Lüt, aber nit all' Lüt Schelme.
Solothurn
D' Schelme sind nid alli Müller, aber d' Müller alli Schölme.
D' Schloflüs bysse-n-e.
Solothurn
D' Schneck' auf d' Schwanz schlage, dass se net büllet (bellen).
Ulm
i] Die gewöhnliche Antwort auf die Frage, was jemand treibe.
D' Schnorra all z' vorderest hâ.
i] Das Maul eines Tieres, verächtlich des Menschen. Im Reden vorlaut, schnippisch, naseweis sein.
D' Schuasterweiber und die Schmiedsroß gehen barfuß.
D' Schuhmacher träge de böseste Schuh.
Luzern
D' Schulden essen mit aus der Schüssel.
D' Schulden und 's Wort Gottes bleibn ewig!
D' Simpeler hei Buoben wie Chinija, Maddjini wie Prinzel sine, Gold wie Laub, Fleisch wie Holzbîge, Wî wie Bäch.
D' Soppa heds das wie 's katholische Vateronser, se hed au ke Chraft ond ke Herrligkeit.
hdt] Die Suppe hat, wie das katholische Vaterunser keine Kraft und keine Herrlichkeit.
D' Stadtleut ihr Dreck stinkt aa net besser als der Bauerndreck.
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0671 0672 0673 0674 0675 0676 0677 0678 0679 0680
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