Spruchlexikon DEUTSCH

<<< 0127 >>>

Christus ist der allgemeine Ablas Meister, der das Fegfewer aussgelescht.
Christus ist der Papisten Weisenberg, aber nicht Kronen Weisenberg.
Christus ist der rechte Hertzog in Oesterreich.
Christus ist mächtig, aber mächtiger ist das Schicksal.
Island
Christus ist mein Leben und Sterben Gewinn.
la] Mihi enim vivere Christus est et mori lucrum.
Christus ist nicht in der Kammer.
Christus ist nicht Steuermann, sondern Steuerknecht im römischen Schiff der guten Werke.
Christus ist sauer essens nit ungewohnt, und kan widerumb noch viel sauers kochen, wehe denen, die es essen müssen.
Christus ist um Geld verraten worden.
Neugriechisch
Christus ist um Geld vertan worden.
Griechenland
Christus ist uns schon viele Jahre vorausgegangen, deswegen muss man wol beritten sein, wenn man ihm folgen will, sagte der Abt, als ihn einer fragte, warum er reite, während sein Herr und Meister zu Fuße gegangen sei.
Christus ist unser Fleisch und wir sein Gebein.
Christus ist unsers lebens zielstatt, zweck und fürbild.
Christus konnte wohl die Reichthümer verachten, er bedurfte ihrer nicht, hätte er aber alles kaufen müssen, er würde anders gesprochen haben.
Christus lässt wohl sinken, aber nicht ertrinken.
Christus leidet am meisten von den Gelehrten.
Christus möge segnen, was gut begonnen ist.
la] Christus bene coepta secundet.
Erasmus, Colloquia familiaria, Auspicanti quippiam
Christus muss wachsen, ich aber abnehmen, sagt Johannes.
i] So sagt man am Tage der Geburt Johannes, weil die Tage um diese Zeit abnehmen und Christi Geburt näher rückt.
Christus regiert, Christus überwindet, Christus triumphiert.
Karl der Große bei Zinkgref, Apophth.
Christus und Belial lassen sich nicht vertragen.
Christus und der Belial stehen nimmer in einem Stall.
Christus verdient's, der Glaube begreift's, die Werke bezeugen's.
Christus wäre nimmermehr bei Zachäo eingekehrt, wenn er nicht vom Maulbeerbaum herabgestiegen wäre.
i] Empfiehlt Bescheidenheit.
Christus wird noch täglich gekreuzigt.
Christus, vnser rüster, ist aller Christen muster.
Chuder (Kauder) im Chopf hâ.
i] Närrisch, verrückt, verwirrt sein.
nl] Men weet wel, in welk gezelschap men is, als ratten en muizen koeterwaalsch spreken.
Chuma (kommen) n'i nid hütt, so chuma n'i de morn und vilicht gar üb'rmorn.
Bern
i] Trostspruch der Faulen und Lahmen.
Churzi Haar sî glî b'bürstet.
Bern
Churzi Predigt, langi Brootwürst.
Schweiz
Churzi Ross und längi Rind, e rychi Frau und weni Chind, das hilft huse.
Solothurn
Chutzpe (Dreistigkeit, Keckheit, Frechheit) muss mer habe' (wenn man im Leben fortkommen will).
Jüdisch-deutsch
Chutzpe muss mer habe'.
Cis Rhenum schiede den Krieg.
Claus speiset mit worten.
la] Verba importat Hermodorus.
Clauss meint, es sei geritten, wenn er den Sattel auf'm Kopfe getragen.
i] Um einen einfältigen Menschen zu schildern.
Co Komin, to Dunin.
i] Dem berühmten Peter Dunin soll die heilige Jungfrau versprochen haben, dass seine Nachkommenschaft sich in so viel Familien ausbreiten solle, als er Kirchen bauen werde; und deren soll er 77 erbaut haben.
Còcciula gemacht von drei ist weder ein Versagen noch ein Erfolg.
Costa Rica
Coellen (Köln) in Duyschlant, London in engelant, Parijs in vrankrych, Roma in Italien.
i] In der Köhlhof'schen Chronik von 1499, in der dieses Sprichwort vorkommt, wird Köln die 'hochwürdige und heilige Stadt', die 'Metropolis und Hauptstadt vom ganzen deutschen Lande' genannt.
Cogito ergo sum. Ich denke und mithin so bin ich; Ist das eine nur wahr, ist es das andre gewiss.
Goethe/Schiller, Xenien
Cöllen (Köln) eine Kroin boven allen Städten schoin.
i] Altdeutscher Spruch, der sich unter dem Bilde auf dem silbernen Tafelaufsatz befindet, den 1858 die Stadt Köln dem Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, jetzigem Kronprinz (1869), zum Hochzeitsgeschenk überreichte.
Concilium hin, Concilium her, ist's Menschenlehr, so gilt's nicht mehr.
Concordia ist zu allen Dingen gut.
Corpus Christi = Leib Christi = Fronleichnamsfest, Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi , immer am 2. Donnerstag nach Pfingsten
Bauernregel
Cöslin darf eine Torheit tun, und darf sie auch bezahlen.
i] Zur Zeit der Reformation lebte dort ein katholischer Barbier, der eines Tages zu viel trank und sich zur Störung des Gottesdienstes mit einem Glase Branntwein in der Hand und einer quakenden Ente unter dem Arme in die Kirche hineindrängte. Darüber gerieten die Cösliner in solche Entrüstung, dass sie ihn in einen Sack näheten und lebendig ersäuften. Sie mussten wegen dieser Tat nicht allein 4000 Gulden bezahlen, sie erhielten auch den Namen Sacksöfers deshalb. Sie haben aber auch noch andere Spitznamen gehabt. So sagte man Horsa Cöslin, weil sie einmal gegen ihren Landesherrn Bogislaf X. zwar einen mutigen, aber unbesonnenen Angriff gemacht hatten. Man schimpfte sie dann auch wieder Musum Cöslin, oder Mus Cöslin, weil ihr Bürgermeister Heidenreich ihnen den Ratsschatz mausete und damit nach Lübeck entwich, der Lübecker Rat aber den Schatz mit Beschlag belegte und davon einen festen Turm baute, den man dort Musum Cöslin nannte.
Costa Rica ist ein Land, so schmal wie die Taille einer schönen Frau.
Costa Rica
Courage ist Illusion, Ausgeglichenheit ist das Beste, was wir bekommen können.
Marokko
Courage schützt vor Blamage.
Courage, Kraut und Lot (Pulver und Blei) hilft manchem aus der Not.
Courage, verlass mich nicht, wenn's angeht, so entlauf' ich.
Schwaben
Cras, cras ist der Raben Sang.
Cras, cras schreyen die Raben, d.h. morgen, morgen will ich Busse tun.
Cresole, ein armer Ort, man hat nicht Brot, nicht Krümchen dort.
it] A Cresole - non v' è nè pan nè fregole (= briccioli).
Cretenser seind lügner, faul beuch, und böse vihe.
la] Cretensis cretensem.
Crispin macht den Armen um Gotteslohn Schu, er stahl aus Erbarmen das Leder dazu.
Crispin macht den Armen um Gotteslohn Schuh, er stahl aus Erbarmen das Leder dazu.Arme
Crispinus stillt dat Ledder, un gift de Schoh um Gotts willen.
i] Die stahlen das Leder und machten armen Leuten Schuhe daraus.
Cum pleno titulo ist Eifersucht des Teufels Zuflucht, und fast in der ganzen Welt kein größere Torheit als diese.
Abraham a Santa Clara (1644-1709), Der eifersüchtige Narr
Cumin im Maul des Elefanten.
Nepal
Cura prima finxit: Dieses Seiende hat den Ursprung seines Seins in der Sorge. Cura teneat, quamdiu vixerit: Das Seiende wird von diesem Ursprung nicht entlassen, sondern festgehalten, von ihm durchherrscht, solange dieses Seiende, in der Welt ist.
Martin Heidegger, Sein und Zeit, 1. Hälfte
D Kärch isch erscht aus wemmr ufhärt zu singa
D' Advokaten wissen, wia ma die wächserne Nasn draht.
D' alt'n Glâb'n (Glauben) und d' alt'n Zäu(ne) fallen ei'.
Innsbruck
D' Arbat is koa Frosch, die hupft oam net davo.
D' Arbeit ist kein Has', die lauft nicht davon.
D' Auge uf oder der Geldseckel.
Luzern
Luxemburg: d'Än oder der Beidel op.
Auge
D' Auge uf oder der Geldseckel.
Luzern
ndt] D'Aen oder der Beidel op. Luxemburg
D' Batenberger hei' d's Mul über der Nase.
Schweiz
i] Die Batenberger wohnen nämlich am Thunersee in der Höhe auf einem Vorsprunge, welcher die 'Nase' heißt.
D' Bedenke' kann e kengem ferdenken.
D' Biérge' begene' sech net, ower d' Leit.
D' Blaumüüler (= Silberstücke) sind die beste Reiskamerade.
Schweiz.
D' Box (Hose) unhun.
D' Brunnenliese hätt' g'sat: Lug' d' Bire a.
i] So antwortet man in St.-Gallen dem, welcher gute Ware zu teuer findet. Die Brunnenliese gab ihre Birnen zwar teuer, hatte aber immer vortreffliches Obst, daher sie zu den über den Preis sich beschwerenden Käufern wohl sagen konnte: Lug d' Bire a, d.h. sieh was für gute Früchte du für dein Geld bekommst.
D' Bure lure so lang si dure.
Solothurn
D' Bure si Lure und Schelme vo Nature.
Emmental, Schweiz
mhd] So wist dat nijt so sugr, inis as van arde em gebugr, wan e dat hie up stigende is, hie is gijr ind valsch, des sijt gecoijs.
D' Chind si eim nid am Schiibei gwachse.
Schwiizertütsch
D' Chriesi hend Stei für keinen allein, d' Chriesi hend Stiel, 's 'kas essen, wer will.
D' Chue (Kuh) machen.
Luzern
i] Der Narr im Spiel sein.
D' Ehrlichkeit isch us der Welt g'reist und der Kredit is närrisch worden.
Solothurn
D' Eltere erzühed d Chind und d Nochbere verhürootet s.
Schwiizertütsch
D' Engele mach'ns Bett.
Elsass
i] Wird gesagt, wenn's schneit.
D' Feindschaft hat an kloan Kopf, findt überall eini.
D' Flejel (Flügel) lapple lon.
i] Entmutigt sein, keine Anstrengung mehr machen, den Fittich hängen lassen.
D' Frau ha Hosen a und ist Meister un nit de Ma.
i] Wahrscheinlich schrieb auch deshalb Luther an seine Frau: 'Lieber Herr Käthe.'
D' Freud' leit (liegt) im Bach.
Würtemberg
D' frühen Vögl falln gern aus 'm Nest.
D' Fuchswildhaub'n afhab'n.
Oberösterreich
i] In leidenschaftlicher Aufregung, fuchswild sein.
D' G'vaternhund beißen a.
Oberösterreich
i] Die Hunde der Gevattersleute beißen auch.
D' Gofa ond d' Narra (oder die: rüschiga Lüt) sägid d' Wohreht.
i] Gof = ein niedriger, doch in der Schweiz nicht auffallender Ausdruck für das in der edlern Sprache gebräuchliche Chend (Kind).
D' Gurgel is iem z' weit.
Ob der Enns
i] Von einem starken Trinker.
D' Güte isch mengsmol es Stuck vo d'r Liederlichkeit.
Aargau
D' Haar einzeln ausgrissn ist no lang net geschorn.
D' Hammel muss mer scheren, so lang er Wolle hat.
Teplitz
D' Händ an' Emm b'schissa.
i] Durch den Umgang mit jemand in Schande kommen.
D' Hand drüber schloh.
Luzern
i] Beschwichtigen.
D' Händ öber enand tue.
i] Müßig sein, die Hände in den Schoß legen.
D' Händ unter d' Füß lege.
Luzern
D' hand von der Buttn, - san Weinbeerln drein!
D' Händle versteckt, dass kei Mäusle dra schmeckt.
Ulm
i] Zu kleinen Kindern.
D' Henna (Henne) badid si, es ged ruh (regnerisches) Wetter.
D' Herre (Geistlichen) zeige eim allemal d'r Weg in Himmel und - göhnd en selber nit.
Aargau
0001 0002 0003 0004 0005 0006 0007 0008 0009 0010
0011 0012 0013 0014 0015 0016 0017 0018 0019 0020
0021 0022 0023 0024 0025 0026 0027 0028 0029 0030
0031 0032 0033 0034 0035 0036 0037 0038 0039 0040
0041 0042 0043 0044 0045 0046 0047 0048 0049 0050
0051 0052 0053 0054 0055 0056 0057 0058 0059 0060
0061 0062 0063 0064 0065 0066 0067 0069 0068 0070
0071 0072 0073 0074 0075 0076 0077 0078 0079 0080
0081 0082 0083 0084 0085 0086 0087 0088 0089 0090
0091 0092 0093 0094 0095 0096 0097 0098 0099 0100
0101 0102 0103 0104 0105 0106 0107 0108 0109 0110
0111 0112 0113 0114 0115 0116 0117 0118 0119 0120
0121 0122 0123 0124 0125 0126 0127 0128 0129 0130
0131 0132 0133 0134 0135 0136 0137 0138 0139 0140
0141 0142 0143 0144 0145 0146 0147 0148 0149 0150
0151 0152 0153 0154 0155 0156 0157 0158 0159 0160
0161 0162 0163 0164 0165 0166 0167 0168 0169 0170
0171 0172 0173 0174 0175 0176 0177 0178 0179 0180
0181 0182 0183 0184 0185 0186 0187 0188 0189 0190
0191 0192 0193 0194 0195 0196 0197 0198 0199 0200
0201 0202 0203 0204 0205 0206 0207 0208 0209 0210
0211 0212 0213 0214 0215 0216 0217 0218 0219 0220
0221 0222 0223 0224 0225 0226 0227 0228 0229 0230
0231 0232 0233 0234 0235 0236 0237 0238 0239 0240
0241 0242 0243 0244 0245 0246 0247 0248 0249 0250
0251 0252 0253 0254 0255 0256 0257 0258 0259 0260
0261 0262 0263 0264 0265 0266 0267 0268 0269 0270
0271 0272 0273 0274 0275 0276 0277 0278 0279 0280
0281 0282 0283 0284 0285 0286 0287 0288 0289 0290
0291 0292 0293 0294 0295 0296 0297 0298 0299 0300
0301 0302 0303 0304 0305 0306 0307 0308 0309 0310
0311 0312 0313 0314 0315 0316 0317 0318 0319 0320
0321 0322 0323 0324 0325 0326 0327 0328 0329 0330
0331 0332 0333 0334 0335 0336 0337 0338 0339 0340
0341 0342 0343 0344 0345 0346 0347 0348 0349 0350
0351 0352 0353 0354 0355 0356 0357 0358 0359 0360
0361 0362 0363 0364 0365 0366 0367 0368 0369 0370
0371 0372 0373 0374 0375 0376 0377 0378 0379 0380
0381 0382 0383 0384 0385 0386 0387 0388 0389 0390
0391 0392 0393 0394 0395 0396 0397 0398 0399 0400
0401 0402 0403 0404 0405 0406 0407 0408 0409 0410
0411 0412 0413 0414 0415 0416 0417 0418 0419 0420
0421 0422 0423 0424 0425 0426 0427 0428 0429 0430
0431 0432 0433 0434 0435 0436 0437 0438 0439 0440
0441 0442 0443 0444 0445 0446 0447 0448 0449 0450
0451 0452 0453 0454 0455 0456 0457 0458 0459 0460
0461 0462 0463 0464 0465 0466 0467 0468 0469 0470
0471 0472 0473 0474 0475 0476 0477 0478 0479 0480
0481 0482 0483 0484 0485 0486 0487 0488 0489 0490
0491 0492 0493 0494 0495 0496 0497 0498 0499

operone
<<< 0127 >>>