Spruchlexikon DEUTSCH 114

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Vor dem Backofen wachsen keine Kräuter, und ob sie da wüchsen, sie würden doch durch die Hitze verbrennen, die darausgeht.Backofen
Wann ein ding für den bachofen, in die badstub vnd auff die waschbank kombt, so ist's weit gnug ausskommen.Backofen
Wenn 't in Backaob'n schuben künn, un 'n Kip vull Spön darväör böt'n.
(Altmark.)
Backofen
Wer ein Backoffen, ein Amboss, ein Müll vnnd ein Bach zu Nachbarn hat, der hat kein gut Quartier.Backofen
Wer gegen einen backofen blasen will, der muss ein gross maul haben.Backofen
Wer kann gegen 'n Backâben hojanen.
(Mecklenburg.)
Backofen
Wider ein heissen backofen ist böss hauchen.Backofen
Al Backsels un Braussels geradt nich.
(Ostfries.)
Backsel
Alle Backsels un Brossels sünd nich awerên.
(Ostfries.)
Holl.: Alle baksels en brouwels vallen niet even goed uit.
Backsel
Ein alter Backstein hält oft länger als ein neuer.
Leider wahr, aber keine besondere Empfehlung für die neuere Ziegelfabrikation.
Backstein
Ein alter Backtrog schiefert nicht.
(Zittau.)
Backtrog
A Bud is wie Taschlech.
Jüdisch-deutsch, Warschau
info] Taschlech heißt die Zeremonie am ersten Neujahrstage, wenn man zum Flusse geht, um dort nach einem kurzen Gebete die Sünden abzuschütteln. Sinn: Ein Bad ist für den Körper, was das Taschlech für den Geist, nämlich reinigend.
Bad
Auf solchen Bad taugt solche Laugen.Bad
Bad, Wein und Weib erquicken (verderben) den Leib.
Lat.: Balnea sunt remedia laborum. - Balnea, vina, venus, corrumpunt corpora nostra, conservant eadem balnea, vina, venus. - Vina acuunt animos, vino mens aegra resurgit.
Bad
Bäder, Lieb' und Wein machen das Leben klein.
Der Gebrauch der Bäder kann unter Umständen mehr schaden als nützen.
Bad
Dä wird doch am Eng (Ende) et Bad köhle müsse.
(Bedburg.)
Bad
Das Bad (allein) austragen (austrinken, aussaufen, bezahlen) müssen.
Für einen andern büssen müssen.
Frz.: Payer la folle-enchère. - Payer les pots cassés.
Bad
Das Bad austappe(n) müesse.
(Ulm.)
Bad
Das Bad für alle bezahlen müssen.
Frz.: Il a chauffé l'étuve pour lui-même.
Bad
Das Bad kan Gott leicht heiss genug hitzen, wenn es dem gilt, der muss schwitzen.Bad
Das Bad muss jeder austrinken.
Der Ton auf das; jeder muss sterben.
Bad
Das Bad sei verflucht, das mir den Hintern eines Menschen zeigt, dessen Gesicht ich nicht einmal gern sehen mag.
Die Aegypter sagen damit, dass ihnen der Zufall die Gesellschaft eines Menschen aufgezwungen hat, dessen Anblick ihnen schon zuwider ist.
Bad
Das bad soll man aussgiessen, vnd das Kind behalten.Bad
Das Bad wäscht von aussen rein, die Reue von innen.Bad
Das ist ein böses Bad, die Beine ins Feuer halten.Bad
Der dir das Bad schenkt, wird mich zum Diener desselben machen.
(Türk.)
Bad
Die im Bade sitzen, müssen sich nicht fürchten vorm Schwitzen.Bad
Ein Bad mag's immer sein, stellt sich der Schweiss nur ein.
Wenn man nur recht verfährt, so wird sich auch der Schweiss einstellen. Nestor, der älteste russische Geschichtschreiber (gestorben 1116), erzählt vom heiligen Andreas: »Als er am Dnjepr aufwärts ging, sah er in der Gegend von Nowgorod Badestuben aus Holz gezimmert und darin Oefen aus Stein, welche stark geheizt wurden. Die Leute zogen sich nackt aus, begossen sich mit Wasser und peitschten sich mit Ruthen dermassen, dass man für ihr Leben fürchten musste. Wenn sie heraustraten, begossen sie sich mit kaltem Wasser.« (Wurzbach I, 1.)
Poln.: Ma li być łaznia, niechże będzie znój.
Bad
Ein Bad nehmen.Bad
Ein Bad vberhencken.Bad
Ein Bad vertreibt den Tod nicht.Bad
Ein warmes Bad reinigt mehr als ein kaltes.
Wer selbst z.B. kalt dabei bleibt, wenn er Verweise und Zurechtweisungen ertheilt, darf sich wenig Wirkung davon versprechen.
Bad
Einem das Bad gesegnen.
Man rief dem Einsteigenden Prosit balneum zu; aber auch in übler Bedeutung für einen derb durchprügeln. - Konrad Baumgarten gesegnete dem Vogt von Wolfenschiess das Bad so, dass er ihn mit der Axt todtschlug. Und mit der Axt hab' ich ihm 's Bad gesegnet.« (Schiller.)
Das Wort kommt übrigens in einer ältern, wahrscheinlich von Schiller für seinen Tell benutzten Schrift schon vor, die den Titel führt: Ein Schönes Spiel, Gehalten zu ist ry in der Eidgenossenschaft, Von Wilhelm Thellen ihren Landmann und Ersten Eydgenossen, Sammt dem Tellen Lied. Gedruckt im Jahre Christi MDCXCVIII. (Ohne Druckort.) Was bei Schiller Baumgarten sagt, sagt in dem obigen Spiel Kuno Appenzeller von Unterwalden: »Da gab ich jhm warms mit eim schlag und gsegnet jhm mit der Axt das Bad, dass er todt lag in der Standen.« (Vgl. Europa, Chronik der gebildeten Welt, Leipzig 1862, Nr. 9, S. 286.)
Bad
Einem ein Bad bereiten (anlassen, aufgiessen, richten, rüsten).
Hat oft den übeln Sinn von: nachstellen, Fallen legen, in Gefahr stürzen, weil der Nackte, Wehrlose überfallen und erschlagen werden kann, oder auch weil das Bad zu heiss bereitet wird. (Grimm, I, 1069.) - In der Schweiz wird diese sprichwörtliche Redensart, wie oben bemerkt, aus der Erzählung abgeleitet, wie der Vogt von Wolfenschiess von der Gattin Konrad Baumgarten's verlangt, sie möchte mit ihm ins Bad gehen; sie ist aber wol noch ältern Ursprungs. Wurzbach leitet sie aus der Sitte slawischer Völker ab, Schwitzbäder zu gebrauchen. Nach M. Gallus soll Boleslaus der Tapfere (992-1025) oft dergleichen Bäder gebraucht haben. Wenn er einen Jüngling bessern, aber auch gleichzeitig für begangene Fehler züchtigen wollte, so nahm er ihn mit ins Bad, in welchem er ihn eigenhändig mit der Ruthe hieb, ihm dabei gute Lehren gab und - mit einem neuen Kleide nach Hause schickte. Hierin soll die obige Redensart ihren Ursprung haben.
Bad
Einem ein Bad einheizen.Bad
Einem ein Bad überthun.
Einem einen schweren Handel oder eine böse Sache auf den Hals richten.
Bad
Einem ein sauberes Bad bereiten.
Ihn in schlimme Händel verwickeln.
Frz.: Mettre quelqu'un en de beaux draps blancs.
Bad
Einen aus dem Bade ziehen.
Ihn retten.
Bad
Einen zum Bade schicken.
Es war ehemals Sitte, sich einmal im Jahre zur Ader zu lassen, was auf holländisch coppen heisst, daher Kopper- oder Koppelmanndag (Fasttag der Bader am Montag nach Drei- König), was fälschlich mit »Kupfermontag« übersetzt worden ist. Diese Operation geschah in der Regel im Bade und wurde von den Bartscherern vorgenommen, welche darum auch lange Bader hiessen. Daher auch obige Redensart für: Jemanden ein Loch in den Kopf schlagen. (Vgl. Ausland, 1870, Nr. 10, S. 232.)
Bad
Er ist ins Bad gereist.
Büsst eine Gefängnissstrafe ab.
Bad
Es hilfft kein bad an einem Juden oder Rappen (Raben).
Was in der Natur begründet ist, was zum Charakter einer Sache oder Person gehört, lässt sich nicht abwaschen. Das ist aber auch kein Vorwurf für dieselbe.
Bad
Es ist so mehr ein Bad als ein Bädechen.Bad
Es wird einem oft das Bad heiss genug gemacht, er mag schwitzen, wenn er will.Bad
Gehe ins bad vnd werde nicht nass.Bad
Ich muss immer 's Båd ausgissen.
(Schles.)
Jüdisch-deutsch in Warschau: Er müss tumid (immer) dus Bud ausgiessen. Er büsset immer die Sünden anderer, er ist der Sündenbock.
Bad
Im Bad und beim Barbeer fehlt's nie an neuer Mär.
Holl.: In badplaatsen, barbierswinkels en molens verneemt men alle dingen.
Bad
In solchem bad ist das die lacken1.
1) Das Laken, oberdeutsch: Lailaken = Bett-, Badetuch u.s.w.
Bad
Ist lange nicht zum bad gewest.
Luther's Ms., S. 1.
Bad
Kalte Bäder machen warmes Blut.
Es ist unserer Zeit bestimmt gewesen, die heilenden, stärkenden Kräfte des kalten Wassers wieder zu erkennen und in ihre Rechte einzusetzen. Wiewol man in Betreff des Misbrauchs, der mit dem kalten Wasser getrieben worden ist und zum Theil noch getrieben wird, auch sagen könnte: Kalte Bäder machen kaltes Blut.
Bad
Kein bad böss frauwen gnug mag reiben, nach dem raiben die schmertz vertreiben.
Lat.: Balnea cornici non prosunt, nec meretrici, nec meretrix munda, nec cornix alba fit unda.
Bad
Kein Bad hilft dem Raben.Bad
Man hat ihm ein heiss Bad übergehenkt. - Murner, Schelm., 41.Bad
Mancher ging ins Bad gesund, und kam zurück als kranker Hund.
Die Russen: Es kommt nicht jeder heil aus dem Bade, der gesund hingeschickt wird.
Bad
Nach dem Bade warm, nach Lässe1 kalt, thust du das, so wirst du alt.
1) Nach der Ader oder nach dem Aderlass.
Bad
Nur wer im Bade sitzt, weiss wie heiss es ist.Bad
Sie gehören in Ein Bad.
Verdienen dieselbe Behandlung, dieselbe Strafe.
Bad
Sie sitzen beide in Einem Bade.
»Man findt aber ettlich narren, wenn sy jre weiber gnug schenden vnd in jr eigen nest scheissen, nemmen sy die dann wieder zu jnen vnd sitzen dann beyde ins Bad.« (Rollwagenbüchlein, XXV.)
Bad
Was das Bad bringt, muss es wieder nehmen.
»Was das Bad bringet, das nimmt es auch wieder hinweg.« (Seitz, Gopp Saurbronnen, 1725, S. 129.)
Bad
Wenn sie ins Bad gingen, sie könnten Hosen und Schuh anbehalten.Bad
Wer das Bad bereitet, kommt nicht hinein.
Ausgenommen manchmal, weil keine Regel ohne Ausnahme ist.
Bad
Wer gern in heisse bäder rent, billich er offt den ars verbrent.
Lat.: Culum comburit, qui feruida balnea quaerit.
Bad
Wer ins Badt kompt, der wird nass.Bad
Wer ist gen Bad gefahren, dem soll wol getwagen und geschoren werden.
Das Bad im Mittelalter beschränkte sich nicht nur auf ein Sitzen im Wasser, es war noch mit verschiedenen andern Proceduren verbunden. So wurde z.B. das Scheren des Haupthaares und Bartes im Bade vorgenommen. In einem alten Badeliede wird der Vorgang beim Baden so geschildert: »So man gen Bad sitzet ein, thut man krauen und kratzen fein, man pflegt auch zu schröpfen in dem Bad, damit man das böse Blut komm ab. Der Brauch im Bad ist auch der, dass man sauber zwag und scher. Eh' man nun geht aus dem Bad, prusst man sich fein sauber ab. Nach dem Bad man zu ruhen pflegt.« Um dieser Proceduren willen pflegten sich meistens Barbiere (Heildiener in unserem Sinne) den Besitz von Badestuben zu verschaffen, wozu auch ein bedeutendes Hülfspersonal erforderlich war. In den vom 3. September 1487 bestätigten Statuten der breslauer Bader innung werden als solches aufgeführt: Scherer, Lasser (d.i. Aderlasser), Badeknechte, Tschurer und Reiberinnen.
Bad
Wer krätzig ins Bad geht, kommt räudig wieder heim.Bad
Wer langsam ins Bad kommt, verbrennt sich bald.
Warme Bäder nannten die Alten herculische, weil Vulcan dem Hercules als Anerkennung seiner Thaten warme Bäder bereitete. Auch, da Nero warm badete, neroanische.
Bad
Wer nicht ins Bad kommt, dem kann der Bader weder Füsse noch Haupt waschen.Bad
Wer offt ins Bad gehet, dem wird offt gezwogen.Bad
Wer oft (viel) ins Bad gehet, wird oft gezwaget1.
1) Gewaschen.
Bad
Wer selten zu Bade kommt, der verbrennt leicht den Arsch.
Bei Tunnicius (827): De selden to bade kumt, de vorbernt gêrne den êrs. (Culum raro lavans pellem cum femore laedit.)
Bad
Wer sich nicht vorm Bade schämt, darf sich auch nicht vorm Nacktsein schämen.
Die Türken: Im Bade verschämt thun, ist, wie in der Fremde dick thun. (Nordmann.)
Bad
Wir seind im Bad, es gehe, wie es wolle, wir schwitzen oder frieren.Bad
Wir sind im Bad, Gott geb' uns das Schwitzen.Bad
Zu einem guten Bade gehört ein guter Trunk.
Dies Sprichwort kommt in einem Schreiben des Herzogs Julius von Braunschweig an den Markgrafen Johann von der Neumark vor. Der Herzog hatte im Februar 1570 dem Markgrafen in Küstrin einen Besuch gemacht und schreibt ihm, dass er auf der Rückreise sammt Wagen und allen Leuten ins Wasser geworfen worden sei. Er schreibt: »Wissen E.L., dass wir gestrigen Tages, da wir von derselben abgezogen, zu einem sehr köstlichen Wildbad, dergleichen Wir uns in der Mark nicht vermuthet, und in dem Wir auf dem andern Damm so hierwärts nach Frankfurt geht, fahren wollen, fast bis an die Ohren ins Wasser mit Wagen und allen Leuten, die bei uns gesessen, über Haufen gefallen sein. Dieweil aber deshalb ohn allen Schaden abgegangen«, setzt er jovial hinzu, »haben wir uns zu Frankfurt, wie man spricht, dass zu einem guten Bade ein guter Trunk gehöre, mit dem Bessten ergötzt und E.L. Gesundheit getrunken.« (Berlin, oder Der Preuss. Bauernfreund, I, Berlin 1810, Nr. 27, S. 126.)
Bad
Bar gegen bar setzen.
Es soll darunter bisweilen jus talionis verstanden werden.
Bar
Das Bare ist das Wahre.
Empfiehlt die Barzahlung bei Käufen ihrer allseitigen Vorzüge wegen und es ist namentlich ein Grundsatz der Bauern, die vom Creditgeben keine Freunde sind. - Im Plattdeutschen: Det bâre is't wâre.
Bar
Ich will's bar sehen.
la] Ex tempore persolve.
Bar
Barschaft ist besser als Gelahrschaft.Barschaft

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481 482 483 484 485 486 487 488 489 490
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