Spruchlexikon

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AnSâch (sachte) an, söns brekt de Lîn.
Meurs
AnSanft an, so bricht (reißt) die Leine (Seil, Tau) nicht.
Gehe nicht mit Leidenschaft zu Werke, damit die Ausführung nicht misslingt. Von Zugschiffen entlehnt, durch welche Güter mittels Pferden befördert werden, wobei durch plötzliches Antreiben der Pferde das Seil leiden kann.
AnanasAnanas schmeckt wie Wurst, sagte der Bauerjunge.
Friedrich Wilhelm III. erhielt diese Antwort, als er einst in Sanssouci einem Knaben Ananas zu kosten gab.
AnanasDie Ananas ist auch nur eine Frucht.
AnanasEine Ananas wird leicht sauer im Magen des Armen.
Nishnij-Nowgorod
AnanasMan muss der Ananas gleichen; was man an ihr nicht essen kann, lässt sich zu Flachs verspinnen.
AnanasWer keine Ananas hat, dem schmecken auch die Gurken wohl.
Die Russen: Die Ananas
AnarchieAnarchie ist die schlimmste Despotie.
Die Araber sagen: Eine einzige Nacht in Anarchie ist schlimmer als viel Jahre Tyrannei.
AnareZ' Anare geht Mühl sper.
Österreichische Bauerzeitung
AnbachtTwalf Anbachten un dertien Unglücke.
Zwölf Handwerke und dreizehn Unglücke.
AnbändelnEr hat ebbes anbendelt.
Ulm
AnbändelnSie hat ihn angebandelt.
Österreich
Führt ihn am Bändel, am Schnürel.
AnbärenJemanden anbären.
Leipzig
Heftig, grob anreden.
AnbauenNiemand baut gern an, was er nicht verkaufen kann.
AnbeginnDat anbegin heft en got behagen, dat ende mot de last dragen.
AnbeginnLob das Anbeginn, das ist mein Rat, wenn die Sach ein gut Ende hat.
AnbeginnVon Anbeginn.
la] Ab acra et acu. (Petron.)
AnbeißenA wil ni rächt âbeißa.
AnbeißenEinen anbeißen lassen.
Einen ins Verderben locken.
fr] Faire avaler le goujon à quelqu'un.
la] E nassa escam petere. (Plaut.)
AnbeißenEr hat angebissen.
la] Bolo tactus est. - Hamum voravit.
AnbeißenEr will nicht anbeißen.
Große Abneigung gegen den Anfang eines Geschäfts zeigen.
AnbeißenMan kann jetzt anbeißen.
Jüdisch-deutsch
Um zu sagen, dass ein Übel gehoben sei. Ein Rabbiner war sehr krank, die Gemeinde ordnete einen Fasttag an. Gegen Abend trat Besserung ein; der Gemeindediener ging von Haus zu Haus und tat kund: »Der Rewe (Rabbi) hat Erleichterung bekommen, Kahel (die Gemeinde) darf anbeißen (wieder essen).«
AnbeißenWer (jung) anbeißt, lässt selten mehr davon.
la] Periculosum est, canem intestina gustasse.
hu] Ifjú szokás, öreg gyakorlás.
AnbeißenWer angebissen hat, der tut nimmer gut.
la] Qui semel scurra, nunquam bonus pater familias.
Österreich-Schlesien
AnbellenEr bellt den Mond an.
Auf einen schimpfen; einem drohen, dem man nicht schaden kann.
AnbellenMancher bellt jederman an.
AnbetenEr betet das goldene Kalb an.
AnbetenMan betet lieber die aufgehende, als die untergehende Sonne an.
Man hält sich lieber an den Glücklichen, als an den Unglücklichen.
AnbetenMan betet viele für Heilige im Himmel an und sie sind in der Hölle.
AnbetenWas man nicht anbeten soll, muss Gott selbst begraben.
AnbietenDe sick anbaut, dessen Laun (Lohn) was nich graut (groß).
Osnabrück
AnbietenEr bietet an, ohne dass man nehmen kann.
fr] Ce n'est que manière de dire qu'il vous l'offre.
AnbietenWas man anbietet, muss man annehmen.
AnbietenWêi sik anbäut, deam siyn Dank was nit gräut.
Büren
dk] At byde kofmanns bud.
AnbietenWenn man's ihm anböt, wer weiß, was er tät.
dk] Byd ham det, og see om han tager det ikke.)
AnbietenWer viel anbietet, will wenig geben.
it] Offerir molto è spezie di negare.
AnbietenWo ik mi anboet, wurd mi Loen nich groet. Uckermark
AnbindenEr bindet immer wieder an, wenn man ihm auch garstig heimleuchtet.
la] Gallus insilit.
AnbindenEr bindet mit allen an.
Beißt, zankt sich mit allen herum.
la] Martis campus. - Martis pullus. (Laert.)
AnbindenEr ist angebunden, wie Gretchen im Faust.
D. h. kurz, rasch entschlossen.
AnbindenEr ist da und da angebunden.
Hat an den und den Schulden.
AnbindenEr ist kurz angebunden.
Gerät leicht in Zorn.
Altfries.: Wiis ek kuurt fuar Hand. (Sei nicht zu kurz angebunden.)
fr] Avoir la tête près du bonnet.
AnbindenMit einem anbinden.
Sich mit ihm in einen Streit einlassen.
AnbindenWer bindet gern mit Großen an!
AnbindenWer Kälber und Jungvieh dem Fleischer verkauft und nicht aufzieht, kann auch
AnbindenWer nicht anbindet, kann nicht losbinden.
Niederlausitz
AnbissDer erste Anbiss tut's.
AnbissMan muss sich vor dem ersten Anbiss hüten.
AnblaffenJemanden anblaffen, wie die Sau das Judenhaus.
Berlin
AnblasenDurch Anblasen treibt man die Flamme aus der Kohle und den Zorn aus einem bösen Worte.
AnblasenEr hat ihn angeblasen, wie der Arsch die Nasen.
Leipzig
AnblasenEr kann nicht anblasen.
Von dem, der bei irgendeiner Sache, die er gelernt haben will, die ersten Elemente davon nicht innehat, nicht einmal anfangen kann.
AnblickDer Anblick der Berge erweckt die Sehnsucht nach den Tälern.
AnblickDer Anblick erzeugt die Liebe.
AnblickDer Anblick ist gut für kranke Augen.
Schottland
AnblickDer Anblick ist gut, sagte der Teufel, da sah er einen Pfaffen im Hurenhause.
AnblickDer erste Anblick war gut, sagte Adam, als er Eva'n das Hemde in die Höhe hob.
AnblickEin attischer Anblick.
Bei Aristophanes ein unverschämtes Gesicht oder Maul, weil an diesem Fehler die Sitten der Attiker litten.
la] Atticus aspectus.
AnblickEin schöner Anblick, seggt Adam, on kickt Eva undern Rock.
Danzig
AnblickEin titanischer Anblick.
Furchtbar und ernst, wie das Aussehen der Titanen geschildert wird.
la] Titanicus aspectus.
AnblickFreundlicher Anblick erfrewebet das Hertz.
AnblickFreundlicher Anblick ist ein Bett zur Lieb..
AnblickenEinen so freundlich anblicken wie der Marder das Täublein.
AnblümenSie ist anblümt.
Nürtingen
Die Schwangere.
AnbötenMe bött nit äger an, bit me koaken well.
Attendorn
Man zündet nicht eher an, bis man kochen will.
AnbrennenEr ist angebrannt.
Nicht mehr frei, bereits verlobt. In Niederösterreich: Der ist angebrennt. Von jemandem, der nicht recht gescheit ist.
AnbrennenHe lett nix anbrennen.
Er ist kurz angebunden, auch: er ist ein lustiger Geselle.
AnbrennenNich licht wat anbrennen laten.
Eine Sache schnell verrichten.
AnbringerEin Anbringer macht Fehde mit Herren.
AnbringerEin anbringer maket vede mit heren. (Disiungit reges linguax et suscitat iram.)
AnbummelnHe bummelt bi er an, as Moder êr Natelküssen.
Die Holstfrauen trugen neben dem Schlüsselbunde an der Seite hangend oft auch ihr Nadelkissen.
AndachtAndacht - Andaucht.
Jüdisch-deutsch
Ein Wortspiel der Alten in der Neuzeit, um das Wort Andacht durch Vergleich mit Andaucht (Abzugskanal) herabzusetzen.
AndachtAndacht gebiert Reichtum, aber die Tochter frisst die Mutter.
AndachtAndacht ist das beste Sonntagskleid.
AndachtAndacht steht nicht wohl auf einem vollen Bauch.
AndachtDer Welschen Andacht und der Deutschen Fasten sind beide keine Bohne wert.
Luther
dk] Drukken mands andagt, qvinde-graad, og dobblers ed er intet værd.
la] Italorum devotio, et Germanorum jejunia, fabam valent omnia.
AndachtDie andacht auff dem dantzhauss suchen.
Auch: die katzen im wasser, die fisch auff den matten.
AndachtEs fährt mancher für großer andacht zum Teuffel.
AndachtEs ist nur Andacht bei jungen (neuen) Priestern.
Frankreich
AndachtGenötigte Andacht währt nicht lange, sagte der Hund, und fing an zu bellen.
AndachtHei is sou vuller Anducht as de Buck vull Kütteln.
Westfalen
AndachtIn der Andacht liegen, wie der Pfaffe vor dem Palmesel.
Es war früher an einigen Orten Sitte, das Bild des Erlösers in Lebensgröße auf einem hölzernen Esel um die Kirche zu tragen. In manchen Kirchen hatte der Palmesel seine eigene Kapelle, worin er aufbewahrt und von dem abergläubischen Volke verehrt wurde. Am Palmsonntage wurde sonst an vielen Orten auf dem Kirchhofe der katholischen Kirche ein großer hölzerner Esel mit Rädern, darauf eine lebensgroße Puppe als Christus, gefahren. Nach der Palmenweihe strömte dort das Volk zusammen. Der Chor der Schüler sang die Worte des Evangelisten: Cum audisset populus, quia Jesus venit Hierosylam, acceperunt ramos palmorum u.s.w. Darauf traten acht Schüler vor, hoben ihre Hände gegen den Esel auf und sangen laut: Hic est qui venturus est (dieser ist es, welcher kommen wird - das kleine Hic est). Darauf respondierte der Chor: In salutem populi. Und wieder zeigten acht andere Schüler auf den Esel und sangen: Quantus est iste, ni throni et dominationes occurrant? Noli temere filia Sion; ecce rex tuus. Das war für die Schüler schon ein ruhmvolles Stück. Darauf aber kamen andere sechs Schüler, knieten nieder, neigten ihr Angesicht zur Erde, schlugen alle zugleich die Hände über das Haupt zusammen und sangen das Salve; und wenn sie ausgesungen, gingen sie drei Schritte vor, knieten wieder nieder und sangen dreimal: Salve rex, fabricator mundi u.s.w. Dann zogen sie miteinander den Esel vorwärts, um die Sache bald zu wiederholen. Dieser Esel hatte aber in manchen Kirchen, z. B. in der Jakobskirche zu Nürnberg, seine eigene Kapelle, worin er aufbewahrt und verehrt wurde.
AndachtKurze Andacht ist die beste, sagte Hans, da schlug er 's Kreuz und ging wieder aus der Kirche fort.
AndachtMan muss seine Andacht nicht bis aufs Tanzhaus und seine Fastnacht nicht bis auf den Karfreitag sparen.
AndachtWelsche Andacht und deutsche Fasten gelten eine Bohne.
AndachtWenig Andacht, aber viel Verdacht!
AndachtWer einem andern andacht wehren will, der muss sie vorerst selber haben.
AndächtigAußen andächtig, innen verdächtig.
Empfiehlt Misstrauen gegen Frömmler.
AndächtigSo andächtig, wie ein junger Priester.
Im Anfange zeigt man immer den meisten Eifer.
fr] Il n'est dévotion que de jeune prêtre.
AndalusienAndalusien ist Spaniens Keller und Kornkammer.
»Es galt auch als Mittelpunkt der spanischen Jalousie.«
AndelAndel und Kandel machen einen bösen Wandel.
Liebe und Trunk verführen sehr häufig.
AndereAn andern sieht man 's kleinste Läuschen, an sich keine Hundslaus.
AndereAndern fängt man Ratten, sich kann man keine Maus fangen.
AndereAndern flickt man die Säcke, die seinen lässt man die Mäuse fressen.
fr] Les cordonniers sont ordinairement les plus mal chaussés.
AndereAndern zum Ergetzen, sich zu Tode zu hetzen.
Wendische Lausitz
AndereAuff ander soll nicht sehen allezeit, mach dich in geschicklichkeit selbs bereit.
la] Vnus non alium, uetus annus non docet annum.
AndereDen andern (2. Januar) ein klarer Sonnenschein, bringt gute vnd vil Fisch herein.
AndereEiner dem andern mag helffen bald, so er nicht ist in lieb erkalt.
la] Dum bene uult, facile quit homo succurrere cuique.
AndereIch will nicht über andere, und andere sollen nicht über mich klagen.
la] Sine querela.
AndereLade andere nicht zu Gast, wenn du selbst aufissest, was du hast (oder: wenn du selber nichts zu essen hast).
AndereMan muss keinen andern stellen, wo man selber gehen soll.
AndereMan muss von andern nicht begehren, was man an ihrer Stelle abschlagen wurde.
la] Non petas, quod negaturus esses, non neges, quod petiturus esses.
AndereMit anderer Sachen muss man behutsamer umgehen als mit den eigenen.
AndereMögen andere meine Lasten tragen, bleib' ich nur frei von Plagen.
la] Innocuus alium aspiciam, meum habentem malum.
AndereWas du an andern hass'st, damit auch andere nicht überlast'.
AndereWas du andern angetan, nimm auch von andern willig an.
la] Ab alio expectes, alteri quod feceris. (Publ. Syr.)
AndereWas du andern tust, das erwarte auch von andern.
AndereWas du von andern ungern hast, damit tu' keinem Überlast.
en] Do as you would be done by.
fr] Il faut prendre son coeur par autrui.
la] Ne facias aliis quidquid tibi fieri non vis. - Quod sibi quis nolit fieri, non inferat ulli.
AndereWas eines andern ist, danach hat man Gelüst.
AndereWas man andern schuld gibt, muss man nicht selber tun - und das nicht selbst getan haben, was man an andern verdammen will.
la] Quod aliis vitio vertas ipse ne feceris. (Homer)
AndereWas soll der andern Gutes tun, der es sich selbst nicht tut?
AndereWer andere anschwärzt, ist darum nicht weiß.
dk] Hvo som vil sverte andre, er derfor ikke hviid.
AndereWer andere betrügt, klage nicht über Untreue.
AndereWer andere ehrt, ist selber Ehre wert.
la] Honor est honorantis, non honorati.
AndereWer andere jagt, wird selber müde.
AndereWer andere mit Kot wirft, beschmutzt sich selbst.
AndereWer andere soll putzen, muss selber rein sein und nicht schmutzen.
Abraham a Sankta Clara sagt zu den Lehrern, Ältern u.s.w.: »Ihr sollt sein wie ein Spiegel, worin sich alle können ersehen und die Tugend erlernen; wie ein Spiegel, sag' ich, und nicht wie eine Spiegelfechterei, wodurch das Volk verblendet und betrogen wird.«
en] Meddle with your old shoes!
AndereWer andere strafen will, muss selbst unsträflich sein.
la] Censor omni careat culpa.
AndereWer andere tadeln will, muss selbst ohne Mängel sein.
AndereWer andere will fangen, bleibt meist in eigner Schlinge hangen.
it] Tal resta al laccio preso, che altrui l' avea teso.
AndereWer andere will verachten, soll sich selbst betrachten; ist er fehler- und tadelfrei, so dank' er Gott, dass er es sei.
Hausinschrift in der Schweiz
AndereWer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
la] Qui struit insidias ali, sibi damnum dat ipsi. - Sibi parat malum, qui alteri parat.
AndereWer andern füllt den Magen, den lobt man vom Schuh bis zum Kragen.
la] Laudatur patule qui replet antra gule.
se] Thaen aer godher som glug fyllir.
AndereWer andern givt un litt sülvst Noot, den sall man slaan mit der Külen dod.
Gegen falsche Wohltätigkeit.
AndereWer andern Gutes tut, dem tut man wieder Gutes.
AndereWer andern nicht hilft, ist selber nicht in Not gewesen.
AndereWer andern viel will reden ein, muss selber ohne Tadel sein.
AndereWer des andern vermag, der steckt ihn in den Sack.
Andreas Eberhard Rauber, Hofkriegsrat Kaiser Maximilian's II., von diesem nebst seiner Familie in den Reichsfreiherrenstand erhoben, ein ebenso gelehrter als stattlicher Mann, war mit einer außerordentlichen Leibesstärke begabt. Die Länge seines Bartes ging bis an die Füße und wieder hinauf bis zum Gürtel. Wenn er in vollem Staate nach Hofe ging, ließ er denselben wie ein Fähnlein um sich fliegen. Seine Stärke bewies er in dem merkwürdigen Kampfe um seine Braut. Maximilian hatte in seiner Jugend ein schönes österreichisches Fräulein geliebt, die ihm eine Tochter geboren. Helena, das Pfand dieser Liebe, wuchs schön und lustig heran. Geschmückt mit allen Reizen weiblicher Schönheit, fehlte es ihr nicht an Bewerbern. Die hervorragendsten waren ein vornehmer und reicher Spanier und unser Rauber. Den Spanier begleitete der Ruhm eines kühnen Helden; er war ein wohlgebildeter, starker und rüstiger Mann. Zwar kannte man auch Raubers Stärke, aber man wusste nicht zu entscheiden, welcher der Stärkere von beiden sei. Der Kaiser versprach die Hand dem, der sie erkämpfen werde. Beiden Kämpfern wurde ein Sack nach der Größe seines Gegners gereicht, und der Kaiser erklärte, dass derjenige, welcher den andern in den Sack stecken werde, der beglückte Bräutigam sein werde. Der Kampf begann im Angesicht des Kaisers und des ganzen Hofs und wurde lange mit gleichem Glück fortgesetzt, bis es endlich Rauber gelang, den Spanier in den Sack zu schieben. Dies gab Veranlassung zu obigem Sprichwort.
AndereWer ein andern nur jagen tut, derselb wird gewiss auch werden mud.
la] Currens lassatur, quo praecurrens agitatur.
AndereWer sich an andern spiegelt, spiegelt sich sanft (gut).
fr] Il se châtie bien, qui se châtie par d'autrui.
it] Savio è colui, ch'impara a spese d'altri.
la] Felix quem faciunt aliena pericula cautum.
hu] Boldog ember, a ki más' veszedelmein tanul.
AndereWer sich auf andere verlässt, der ist verlassen genug.
en] For what thou canst do thyself, rely not on another.
fr] Qui s'attend à l'écuelle d'autrui, a souvent mal dîné.
AndereWer sich mit anderer Untat will schön machen, wäscht sich in einer Mistlache.
AndereWer sik op Anre ferlet, un sölbs nix het, de is op ewich bedragen.
Süderdithmarschen
AndereWillst du andere strafen und lehren, musst du dich erst selbst bekehren.
it] Chi non sa far i fatti suoi, peggio sa far quei d'altri.
la] Qui sibi semitam non sapiunt, aliis monstrant viam.
AndereWillst du einen andern hin und wider jagen, musst auch selber Müdigkeit ertragen.
AnderesDat is 'n anders, see de Müller, bet (biss) up'n Musekötel.
Ostfriesland
AnderesEin anderes ist in den Brunnen fallen, ein anderes in den Brunnen steigen.
AnderesEin anderes ist versprechen, ein anderes halten.
fr] Promettre et tenir sont deux.
AnderesEins nach dem andern, sagte Hans und verkauft Haus und Kuh zugleich.
AnderesEs ist ein anderes, wenn Homer schlummert und wenn Chörilus schnarcht.
Altgriechisch
AnderesEs ist etwas anderes - küssen oder Ohren abschneiden, sagte das Mädchen.
AnderesTu mir was anders!
AnderesWas anderes ist des Schulzen Kuh.
Philipp Melanchthon hörte zu Tübingen bei einem Professor der Rechte Collegia, der bei einem jeden Falle, wo das Recht des Niederen zu Gunsten des Mächtigen gebeugt wurde, zu sagen pflegte: »Das ist des Schultheißen Kuh!«
AnderesWas anderes ist Mäukedreck.
Dönhoffstädt
ÄnderleIch möcht' Änderle hecken.
Schles. Provinzialblatt, August 1786
Um das Ängstliche und Lästige der Langeweile auszudrücken, wenn man auf etwas sehr lange warten muss, ohne weggehen oder sich während der Zeit mit etwas beschäftigen zu können. Mit dem Worte »Änderle« soll, bemerkt wird, der Landmann in einigen Gegenden Schlesiens eine große weiße, in der Erde sich aufhaltende Made (Engerling?) bezeichnen.
AndermannBeter Andermanns Gôd as kên Gôd.
Oldenburg
ÄndernAlles ännert sik in der Welt, man de Schimienstäute nit.
Sauerland
ÄndernAlles endert sich ohne des Papstes wurstkahen vnd der kuhschwantz.
ÄndernÄndern ist nicht bessern.
ÄndernÄndern und bessern ist zweierlei; viel wird in der Welt geändert, aber wenig gebessert.
ÄndernEr ändert sich alle Furz lang.
Der schlesische Landmann vom Unbeständigen.
ÄndernEr ändert sich wie Polypen.
Die, wenn man sie verfolgt, sich an einem Felsen anklammern und die Farbe gerade dessen annehmen sollen, dem sie sich angeschlossen haben, um nicht ergriffen zu werden. Also bald diesen Charakter, bald jenes Aussehen annehmen.
ÄndernEs ändert sich alles mit der Zeit.
ÄndernEs kann sich ändern, sagt Bredero.
ÄndernIst wohl zehenmal geändert, sagt Galle, mein Han.
ÄndernMan ändert sich oft und bessert sich selten.
la] Maritimus cum sis, ne velis fieri terrestris.
ÄndernMan muss sich selber ändern, wenn sich's ändern (bessern) soll.
pt] Muda-te, mudar-se-te-ha a fortuna.
ÄndernSchnell ändern ist mit Gefahr verbunden.
Zuweilen wahr, und stürmischen Reformatoren zur Beachtung zu empfehlen; aber nur zuweilen, weil sich manches nur dann aus- und durchführen lässt, wenn es rasch geschieht.
ÄndernViel wird geändert, wenig gebessert.
ÄndernWas ich nicht ändern kân, seh' ich gelassen ân.
Sagan in Schlesien
la] Livius fit patientia quidquid corrigere est nefas. (Horaz)
ÄndernWas man ändert, bessert man selten.
ÄndernWas man nicht ändern kan, das sol man lassen hinlauffen.
cz] Ceho nelze predeluti, darmo na to zehrati.
dk] Man skal väre til freds med der som ey kand väre anderledes.
ÄndernWas man nicht ändern kann, muss man nichändern wollen.
la] Durum sed levius fit patientia, quidquid corrigere est nefas. - Stultum est timere, quod vitari non potest. (Publ. Syr.)
ÄndernWas man nicht ändern kann, nehme man geduldig an.
ÄndernWas man nicht kann ändern, das muss man lassen schlendern.
la] Optimum est, quod emendare non possis. (Seneca)
ÄndernWas nicht zu ändern ist, ist nicht zu ändern.
en] What cannot be repaired, is not to be regretted.
ÄndernWenn ich's nicht endern kan, so bistu mein lieber Mann.
ÄndernWenn man alles ändert, das Evangelium muss bleiben.
ÄndernWer etwas ändern will, was sich nicht mehr ändern lässt, versäumt darüber, das Versehen schnell wieder gut zu machen.
dk] Det skal man lide, som staaer ey til at vride
pl] Czego ujsc niemoezsz, wytrwaj.
ÄndernWer zu oft ändert, schadet mehr als er nützt.
fr] Qui trop change, empire.
AndersAlle Dâg andersch on am Sinndag sûre Komst.
Wehlau
Auf die Frage: wie heißt du?
AndersDas ist was anders, sagte der Flohfänger, da hatte er eine Laus gekriegt.
AndersEr heißt alle Tage anders.
Anders als Eigenname. Ein Wortspiel, ähnlich das lateinische: Uterque ambo, alter neuter. (Plut.)
AndersEr ist anders wenn er steht und anders wenn er sitzt.
AndersEs kommt wohl anders, als wir meinen.
It kumt wohl anders dan wy meinen. (Evenit interdum secus atque putavimus omnes.)
la] Non omnia evenire, quae statuas solent. (P. Syr.)
AndersEs wird wohl immer anders, aber nicht besser.
Hannover
AndersEt is nich anners, as wenn he drum vom Balken (obersten Boden, Decke des Hauses) fallen will.
Osnabrück
Er will nicht gern an die Sache dran.
AndersWas morgen anders kann sein, das nenne nicht dein.
la] Nil proprium ducas, quod mutari possit. (Publ. Syr.)
AndersWenn et nich andersch ös, denn, Herrke, stête se mî man dâl, seggt jenne Margell.
AndersWer es nicht anders haben will, dem geschieht recht.
la] Volenti non fit injuria.
AndersmachenÂnderschmachen äs nit Bießermâchen.
AndersmachenWie willt dat annersmaken, sägt de Schmedt, äwwer se sagt nich, bätter.
Lippe
AnderswerdenFörsch Anderstwerda ka ma nüd.
Niemand kann sich verbürgen, seine Gedanken nicht zu ändern, denn fürs Anderswerden kann man nicht.
AnderswoAnderswo isset man auch Brot.
AnderswoAnderswo ist auch gut Brot essen.
la] Abdera pulchra Tejorum colonia.
AnderswoAnderswo ist's immer besser.
cz] Kde nás není, tam dobre.
AnderswoAnderswo sind auch Leute.
Wer anderswo gewesen, dem laufen hier die Ochsen gebraten herum.
ÄnderungÄnderung der Gesetze bessert niemanden.
Viele Leute meinen, ist jenes unrecht gewesen, so kann dies auch unrecht sein.
ÄnderungÄnderung macht oft gute Ordnung.
ÄnderungÄnderungen im Regiment nehmen selten ein gutes End'.
ÄnderungEnderung der zeiten des Jahres bringen Kranckheiten, Enderung im Regimente vnnd statuten bringen beschwerlichkeiten.
ÄnderungIst die Änderung noch neu, so bleibt der alte Name am (vom) Gebäu.
ÄnderungViel Änderung im Regiment bringt schlechtes End'.
ÄnderungVier wundersame änderungen: aus dem fischer der erst kirchhiert, aus dem verfolger der heidenlerer, aus dem zolner der erst evangelist, aus dem mörder d' erst paradeiser.
AnderwärtsAnderwärts ist auch gut Brot essen.
AndreasAn Sankt-Andreas ist's die ganze Zeit (den ganzen Tag) Nacht.
Spanien
AndreasAndreas (30. November) hell und klar, bringt ein gutes Jahr.
Eifel
AndreasAndreas, hell on klôr bröngd e gud Jôhr.
Trier
AndreasAndree bringt Schnee.
Niederösterreich
AndreasAndreis Misse (auch Sünte Dreies Misse) bringet den Winter wisse (gewiss).
Soest
AndreasAndrês brängk (bringt) dä kahle Frês (die kalten Fröste).
Köln
nl] Sint Andries staat op en vringt, en laat niet af voor onze Lieur frouw Lichtmesdage.
AndreasAndres macht Pappe süß.
AndreasAndris bringt den Schnee gewiss.
AndreasDen Andreas sieht man lieber dürr als nass.
AndreasGeh, dummes Andreaschen, mit dem Glöckchen. Du bist zu alt zum Spielen, geh' und lerne was.
Masur.: Jdz glupi Jendrisku ze dzevenkun.
AndreasNach Andris is der Winter gewiss.
AndreasSankt Andres macht das Eis, Sankt Georg (22. April) bricht das Eis.
AndreasSankt Andres, Sankt Bartolomes, die zween Söhne Zebedes, der heilige Sankt Wentzel und der selige Sankt Stenzel sind gut vor's kalte Weh, und behüten vor Regen und Schnee. Die heiligen sieben Planeten, die trösten uns in allen Nöten: Hachus, ? Maccus, ? Baccus, ? die heiligen Wort behüten uns vor schlimm Werken an allen Ort.
Spruch der Waschfrauen. »Kein Waschweib«, heißt es im Erleuterten Preußen (Königsberg 1724, »wird sich leicht außer Haus begeben, sie bete denn zuvor wie folgt, insgemein: Sankt Andreas u.s.w.«
AndreasSünten Dresmisse es de Winter gewisse, Kläsken dernoa sicht me 'ne vör allen Düören stoan.
Grafschaft Mark
AndreasabendWer sich am Andreasabend zu Tode fastet, der stirbt noch im November.
AndreasschneeAndreasschnee treibt dem Bauer die Preise in die Höh.
AndreasschneeAndreasschnee tut den Früchten (Saaten) weh.
AndreasschneeDe Andreißnei doit den Kôren wei.
AndreasschneeWenn der Andreasschnee liegen bleibt, so liegt er hundert und zehn Tage.
Oberösterreich
AndrehenWas kindisch angedrehet wird, das helt in nöthen, als ein zubrochen Armbrust.
AndrellenSie hat sich eins andrellen lassen.
Von unehelicher Schwängerung.
AndrückenDröck an, mîn Schuschelke, passe wâr öck di woll.
Dönhoffstädt
AnduselnEr hat sich einen angeduselt.
Ist betrunken.
ÄneasÄneas roch Lavendelduft und kannte seine Mutter.
Aneinander hängenAneinander hängen.
Sie hängen aneinander wie ein Rattenkönig.
Aneinander hängenDas hangt aneinander wie die Hôse am Schinken.
Aneinander hängenDas hängt aneinander wie Spenzel und Papier.
Aneinander hängenDat hänget aneinanner as Kattenscheske.
Sauerland
Aneinander hängenEs hangt (sie hängen) aneinander wie eine Reihe (Gebund) Zwiebeln.
nl] Het hanget aan elkander als eene riet uijen.
Aneinander hängenEt hänget anein es en Schepel Appel.
Sauerland
Aneinander hängenSie hängen aneinander wie Ketten.
nl] Zii hangen als klissen aan malkander.
Aneinander hängenSie hängen aneinander wie Krotenkrös.
AnerbenWas einem angeerbet ist, der hat die Gewinne von dem Toten.
Von dem, was man als Erbgut erhält, hat man nicht nötig, das Besitzrecht nachzuweisen. In dieser Beziehung sagt die Glosse zum Sachsenspiegel: »Was man einem Manne oder einem Weibe gibt, das soll sie drei Tage besitzen, auf dass sie ein Gewer darvon erkriegen, was aber auf sie geerbt wird, brauchen sie nicht zu besitzen.«
mhd] Waz einem angeerbit ist, der hat die gewer von dem toden.
AnerkennungAnerkennung ist das Brot der Geister.
Paul Lindaus Gegenwart
AnerkennungDas fädelt sich nicht an wie Perlen.
Geht nicht am Schnürchen.
fr] Cela ne s'enfile pas comme des perles.
AnfahrenEinen anfahren wie die Sau den Dreck (Sack).
AnfallAnfall fällt vor sich.
Der Erbgang ist niederwärts.
mdh] Der Anfall vellet vor sich.
AnfallAnfall stirbt der Mutter in den Schoß.
Wird ein eheliches Kind erst nach des Vaters Tode geboren, so ist es Erbe, sobald es die Augen öffnet und die vier Wände beschreit. Stirbt es wieder, so fällt sein Anteil an die Mutter.
mhd] Daz angevelle stirbet der muter in den schoz.
AnfallSüßer Anfall macht süße Antwort.
AnfallenWas bald anfällt, fällt bald ab, junge Lieb' ist fahrend Hab'.
AnfangAller Anfang is licht, seggt de Plümaensammler.
AnfangAller Anfang is schwar, nur 'n Lumpenmann seiner net.
AnfangAller Anfang ist leicht, sagt der Lumpensammler.
AnfangAller Anfang ist leicht, segt de Lumpensammler.
Lüneburg
AnfangAller Anfang ist schwer, blot nich bi't Steensammeln, segt de Buur.
Selmsdorf in Mecklenburg-Strelitz
AnfangAller Anfang ist schwer, dachte die Reichsarmee, und verschied.
AnfangAller Anfang ist schwer, no's Mistladen net, do kriegt me 's leicht zuerst.
Schwaben
AnfangAller Anfang ist schwer, säd de Bur, do wull he de Koh bi'n Schwans in'n Stall trecken.
AnfangAller Anfang ist schwer, säd' de Dêf, dör stöl he 'n Mählstên.
AnfangAller Anfang ist schwer, sagte der Dieb (oder: sagte Hans Klapper) und stahl einen Amboss (einen Mühlstein).
nl] Alle beginselen zijn zwaar, zei de dief, en voor de eerste maal stal hij een aanbeeld.
AnfangAller Anfang ist schwer, sagte der Jung, aber zum Betteln ist der Sack leicht.
AnfangAller Anfang ist schwer, sagte der Tanzmeister und lehrte die Gans auswärts gehen.
AnfangAller Anfang ist schwer, seggt de Deiw, un stehlt tauirst 'nen Amboss.
Mecklenburg
Der Anfang, d. h. die Entdeckung, wo man anfangen soll, ist mehr als die Hälfte der Arbeit. (Aristoteles in seiner Ethik)
AnfangAller Anfang ist schwer, wie der Teufel sagte, als er sich mit Mühlsteinen trug.
AnfangAller Anfang ist schwer.
Jean Paul sagt: dermaßen schwer, dass die ganze Philosophie bisher weiter nichts suchte, als eben einen. Goethe meint: allgemeiner könne man sagen: Aller Anfang ist leicht und die letzten Stufen werden am schwersten und seltensten erstiegen.
»Aller Anfang ist schwer, ächzt der Deutsche. Au commencement tout et beau, ruft lustig der heitere Franzose.«
cz] Co k hure, vse hure.
cz] Kazdý zacátek tezký (tvrdý).
dk] Begyndelsen er altid svarest.
en] The beginnings are always hard.
en] The difficulty is in the outset.
fr] Il n'y a que le premier pas qui coûte.
hr] Vsaki pocetek je tezek.
it] Il più duro passo è quel della soglia.
it] Ogni principio è difficile.
la] Initii difficultas toleranda.
la] Omne initium difficile.
la] Omne principium grave.
la] Omnibus in rebus gravis est inceptio prima.
la] Portum itineri longissimum esse.
nl] Alle begin is moeijelijk.
nl] Het begin is altijd 't zwaarste.
pl] Poczatek kazdéj rzeczy jest trudny.
se] All begynnelse är swår.
tschud] Keik hakkatus raske.
AnfangAller Anfang mit Gott, bringt alles zu Ende ohne Spott.
la] A Jove principium.
AnfangAller Anfang öss leicht, säd de Pracher, als hei dörcht erschte Dorp gegange wer on hadd nuscht ön Sack.
Heiligenbeil
AnfangAller Anfang öss schwer, man det Prachregehen nich.
Königsberg
AnfangAller Anfang öst schwer, segt Jenner, on stellt n'n Ambos.
Königsberg
AnfangAller Anfang zielet aufs Ende.
AnfangAlles mot en Anfang un en Enne hewwen.
Westfalen
dk] Aldting maa have en begyndelse.
dk] Der maa valn grundvold til bygningen.
AnfangAm Anfang heilen ist besser (o. leichter) als am Ende.
Nießwurz, sagt Ovid, ist umsonst, wenn die kranke Haut schon geschwollen, Arznei zu spät, wenn das Übel durch die Länge der Zeit schon unheilbar geworden ist.
la] Satius est initiis mederi quam fini. (Suid.)
AnfangAm Anfang wollt' ich hoch hinaus und kam nachher ins Gärtner- (auch Huren-) Haus.
Königsberg
AnfangAnfang flüchtig, Fortgang nichtig.
AnfangAnfang heiß, Mitte lau, Ende kalt.
la] Principium fervet, medium tepet, ultima frigent.
AnfangAnfang ist bedenkenswert.
AnfangAnfang ist die Hälfte des Ganzen.
Der hat die Hälfte der Tat, wer gut angefangen hat. (Horaz)
nl] Het begin is het halve werk.
la] Principium dimidium totius. (Hesiod)
AnfangAnfang ist ein gut Behagen, denn das Ende die Last muss tragen.
fr] Au commencement tout est beau.
it] Il veleno sta nella coda.
AnfangAnfang ist kein Meisterstück.
fr] Les apprentis ne sont pas maîtres.
fr] N'a pas fini qui commence.
it] Tutti i principj son deboli.
la] Inventum simul et perfectum nihil est.
AnfangAnfang und End steht alles in Gottes Händ.
AnfangAnfang und Ende in allen Sachen muss man mit Gott dem Herren machen.
AnfangAnfang und Ende reichen einander die Hände.
AnfangAnfang und Ende sind selten gleich.
dk] Enden og begyndelsen vil ey gierne folges ad.
la] Flebile principium melior fortuna sequetur.
la] Non sibi concordem spondent exordia finem.
AnfangAnfang und Ende vom Januar zeigt das Wetter an für's ganze Jahr.
AnfangAnfang und Ende wollen nicht allzeit übereinkommen.
AnfangAnfang vnd end nicht bleiben gleich; wer heut ist arm, wirt morgen reich.
AnfangAnfang, bedenk das Ende.
dk] For begyndelsen taenk paa ende.
dk] Som enden er sidst i gjerningen maae den vaere först i betragtningen.
fr] Au commencement considérez la fin.
la] Principiis obsta.
AnfangAnfang, Mitte und Ende sein.
Die Seele des Ganzen, alles in allem sein.
la] Principium, medium et finis.
AnfangAnfang, Mittel und End' allein, lass Gott in allen Sachen sein; denn, was mit Gott wird angefangen, ist niemals übel ausgegangen.
AnfangAnfank un Enne sint selten glück.
Sauerland
AnfangAuf einen bösen Anfang folgt selten ein gutes Ende.
AnfangAuf einen solchen Anfang gehört ein solches Ende.
la] Mali principii malus finis.
AnfangBesser im Anfang vergebens bedacht, als zu Ende vergebens beklagt.
AnfangBesser vor Anfang suchen Rat, als bereuen nach der Tat.
la] Satius est initiis mederi quam fini. (Suid.)
AnfangBöser anfang gewinnt wohl ein gut end.
AnfangBöser Anfang, böses Ende.
»Böse Früchte trägt die böse Saat.« (Schiller)
es] Al enhornar se tuirce el pan.
fr] A mal enfourner on fait les pains cornus.
fr] Qui mal commence, mal achève.
hu] Gonosz eredetnek gonosz a vége.
hu] Rosz kezdetnek rosszabb a vége.
la] Difficile est, ut bono peragantur exitu, quae malo sunt inchoata principio.
la] Mali principii, malus finis.
AnfangDas Anaginn und das Ende hant dik Missewende.
AnfangDas ist der Anfang vom Ende.
Ein Wort Talleyrands, das er in dem Augenblick aussprach, als in Paris die Nachricht von dem Schicksal des unglücklichen Feldzugs nach Russland eintraf.
AnfangDas ist der Anfang vom Liede.
AnfangDe Anfang is 'n Daler wert.
AnfangDe Anfang von den Daler is de Bankschilling.
Rendsburg
AnfangDem Anfang muss man widerstreben.
AnfangDem Anfang wehren.
la] Principiis obsta.
AnfangDenk an den Anfang und an das Ende dieser Welt.
AnfangDer Anfang fröhlich oft erklingt, das Ende Leid und Jammer bringt.
AnfangDer anfang fröhlig offt erklingt, das end vil leid vnd Jammers bringt.
AnfangDer Anfang ist hitzig, das Mittel lau und das Ende kalt.
Luther
hu] Tüzes a kezdete, fagyos a vége.
la] Principium favet, medium tepet, ultima frigent.
AnfangDer Anfang ist immer vor dem Ende, aber das Ende nicht immer am Anfange.
la] Non statim finis apparet cum initio. (Herod.)
AnfangDer Anfang ist kein nütz gewesen, wie konnte dann das Ende besser sein!
AnfangDer Anfang kompt einen sawr an, das End gehet mit freuden hinauss.
AnfangDer Anfang mag behagen, das Ende muss die Last tragen.
fläm] t' Beginsel mag behagen, maar d' eyndeken moet den last dragen.
AnfangDer Anfang sei auch noch so gut, zuletzt geht's auf die Hefen.
AnfangDer Anfang sei wie er will, das Ende kriegt das Lob.
cz] Zacátek hezký, treba jenom jesti konce.
AnfangDer Anfang und die Mitte gut, ohne gut Ende nichts nützen tut.
AnfangDer Anfang warm, das Mittel arm, das Ende dass Gott erbarm.
AnfangDer keinen Anfang hat zum Reichtum, der sammelt nicht bald Schätze.
AnfangEin Anfang sonder Ende.
AnfangEin böser Anfang gewinnt ein bösen Ausgang.
AnfangEin böser Anfang nimmt ein böses End.
AnfangEin guter anfang gewint gern ein gut end.
AnfangEin guter Anfang ist alles rühmenswert.
AnfangEin jedes seinen Anfang hat, der Ochse aber in der Stadt, wie du ihn siehst, zu keiner Frist, ein junges Kalb gewesen ist.
AnfangEr findet keinen Anfang und kein Ende.
AnfangEs ist besser den Anfang zu heilen als das Ende.
la] Flamma recens parva sparsa resedit aqua.
AnfangEs muss als ein Anfang haben.
AnfangEs sey der anfang wie er kan, das End muss den last tran.
AnfangEs sey der anfang wie er will, das end erlanget lob oder schand.
AnfangGuter Anfang (verspricht) gutes Ende.
AnfangGuter Anfang ist halbe Arbeit.
cz] Dobrý pocátek polovico dila.
cz] Dobrý pocátek, pul práce.
cz] Hned na za cátu hled' získati pochvalu.
cz] Hned na za cátu hled' získati pochvalu.
cz] Kdo dobre pocne, jakoby v prostredku bye.
cz] Za cátck dobrý konu mívá, podobný.
dk] Af god begyndelse haabes god endelse.
dk] Begyndelsen bär at vaere god og heldig.
en] A good beginning makes a good ending.
es] Buen principio la mitad es hecho.
fr] A moitié fait qui bien commencé.
fr] Heureux commencement est la moitié de l'oeuvre.
hu] Munkának jó eleje, a dolognak veleje.
it] Buon principio fa buon fine.
it] Chi ben comincia, ha la metà dell' opera.
la] Boni principii, finis bonus.
la] Dimidium facti, qui bene coepit, habet.
nl] Goed begin, goed einde.
pl] Na poczaku sie trzeba popisac.
pl] Poczatek dobry, polowica roboty.
pl] Poczatek wiekszy jest, niz polowica wszyst kiego.
pt] A boa vontade supre a obra.
AnfangGuter Anfang macht guten Fortgang.
nl] Die te veel onderneemt, slaagt zelden.
AnfangGuter Anfang, gut Behagen, das Ende muss die Last tragen.
nl] Het beginsel mag behagen, maar het einde zal den last dragen.
AnfangHerber Anfang, süßes Ende.
AnfangHitziger Anfang, langsamer Fortgang, faules Ende.
nl] Een koud begin, de beste zin.
AnfangIm Anfang der Christlichen Kirchen seynd wenig Stiffte, Klöster vnd Klausen gewesen vnnd viel Christen; ietzund seynd viel Kirchen, Klöster, Stieffter vnd Klausen vnd seynd wenig Christen.
AnfangIm Anfang hitzig und behend, lau in der Mitte und kalt am End'.
AnfangIm Anfang ist man emsig und fleißig und dann lässt man den Hund hinken.
»Die im Anfang die allermutigsten sind, die gehen offt dahin, wenn die Gefahr angehet, vnd die zuvor nicht haben mucken dürfen, die tun das Maul auff vnd bekennen Christum.« (Rebus in adversis timidi, tumidique secundis.) (Richter, Axiomata)
AnfangIm Anfang muss man widerstreben.
la] Initiis mederi praestat.
AnfangIm Anfang schuf Gott Himmel und Erde - hät am Enn uck wohl noch dôn?
Pommern
Hätte er's am Ende auch wohl noch getan?
AnfangIm Anfang sei auf deiner Hut.
AnfangIm Anfang vbel geraten, pfleget endlich wohl zu bestehen.
AnfangIm Anfang wohl geraten pflegt endlich wohl auszugehen.
AnfangIst der Anfang schwer, führt er wohl zu Glück und Ehr.
dk] Besverling begyndelse giver gemunliger en dyd
AnfangKleiner Anfang - großer Ausgang.
la] Ex minimis initiis maxima. (Homer)
AnfangKräftiger Anfang, fleißiger Fortgang, glückliches Ende.
AnfangMan muss den Anfang abwenden, man weiß nicht, wo der Ausgang kann enden.
AnfangMan muss nicht nach dem Anfang verlangen, wenn man bis ans Ende gegangen.
Von denen, welche am Ende der Tage die Lebensjahre zurückwünschen.
la] Ad finem ubi perveneris, ne velis reverti.
AnfangNärrischer Anfang nimmt den Krebsgang.
»Ein vorweißlich anfang gewint gemeynlich den Krebsgang.«
»Sonderlich ein närrisch anfang, gewint gemeynlich den Krebsgang.«
AnfangRascher Anfang, rasches Ende.
AnfangRichtiger Anfang macht richtigen Ausgang.
dk] Af stet begyndelse vorder tit store ting.
AnfangSchlechter Anfang gewinnt Krebsgang.
la] Mali principii, malus finis.
AnfangSchlimmer Anfang bringt wohl gut Ende.
la] Flebile principium melior fortuna secuta est. (Ovid)
AnfangSüßer Anfang, sauer Ende.
dk] Söd begyndelse giver tit saur ende.
it] Il veleno sta nella coda.
AnfangUm den Anfang ist keine Zeit beschieden.
Unter Anfang ist im altdeutschen Recht das unbeschränkte Recht verstanden, von jedem Dritten seine Fahrhabe zurück zu verlangen, also die Eigentumsklage dessen, dem es entwendet worden ist.
mhd] Umme den anevang is keyn czie dan beschyden.
AnfangUngerechter Anfang gewinnt den Krebsgang.
dk] Uretfaerdig Anfang gaaer geweenlig Krebsgang.
fr] Un commencement injuste n'avance ordinairement qu'à pas d'écrevisse.
AnfangVom Anfang bis ans Ende ist oft ein weiter Weg.
la] Non statim finis apparet cum initio. (Herodot)
AnfangVom Anfang bis zu Ende.
la] A calce ad carceres.
la] A capite ad calcem.
la] A coelo usque ad terram.
la] Ab ovo usque ad mala. (Horaz)
AnfangVon geringem Anfang entsteht offt eine große Vnlust.
AnfangWas am Anfang wehe tut, das geht meist am Ende gut.
AnfangWas einen Anfang hat, muss auch ein Ende haben (o. nehmen).
nl] Dat is een begin zonder einde.
AnfangWas einen Anfang nimmt, dem ist auch ein Ende bestimmt.
la] Neci debetur, quidquid usquam nascitur.
la] Omne quod ortum est, mortalitas consequitur.
AnfangWas im Anfang wehe tut, macht zuletzt ein frohes Blut.
AnfangWas im Anfang wohl tut, tut im end wee.
AnfangWas nicht hat einen guten Anfang, gewinnt einen bösen Ausgang.
AnfangWas nicht im Anfang wird bedacht, wird nicht zu gutem End' gebracht.
AnfangWat 'nen Anfangk hät, dat hät och en Ängk.
Köln
AnfangWenn der anfang nicht gut ist, so folgt selten ein gut end.
AnfangWer den Anfang heilt, braucht das Ende nicht zu kurieren.
AnfangWer einen guten Anfang gemacht, hat das Werk halb vollbracht.
nl] Een goed begin is de helft van het geheel.
AnfangWer im Anfang oft gewann, ward zuletzt ein Bettelmann.
it] Chi vince da prima, perde da sezzo.
AnfangWer zum Anfang nicht witzig genug, den macht der Ausgang (selten) klug.
AnfangWie der anfang vnd das mittl eines Dings ist, also pflegt auch gemeiniglich das end zu sein.
AnfangWie der Anfang, so das Ende.
dk] A begyndelsen dömmes tit om enden.
dk] Enden som begyndelsen.
es] Quien mal anda, mal acosa.
fr] Telle vie, telle fin.
AnfangWie kann der Anfang und das Ende ein Ding sein?
AnfangWo der Anfang nicht gut ist, wird selten ein gut Ende folgen.
Luther
AnfangWo en Anfang is, da is ohk en Enne.
Hildesheim
AnfangWo kein Anfang, da ist auch kein Ende.
cz] Kde není zacátku není i konec.
ill] Gde nema pocetka, nema ni sversetka.
nl] Als er geen begin aan komt, is er ook geen einde te wachten.
AnfangWu' a Onfang ies, muss och a Ende seyn.
AnfangZu Anfang oder zu End', der März seine Gifte send't.
AnfangZum Anfang Verstand und Rat, zum Fortgang Vorsicht, zum Vollenden Glück und Beständigkeit.
Anfangen'S fängt an und wird.
Schlesien
AnfangenAfoh ist gut, aber höre (aufhören) no besser.
Luzern
AnfangenAnfahen ist schwer, beharren ist Kunst.
AnfangenAnfang'n un tolang'n.
»Beide Hann' in beide Taschen, will dat Spillwerk doch nie flaschen.« (Plattdütscher Husfriend)
AnfangenAnfangen ist halb, vollenden ganz.
»Der Beginn ist die Hälfte des Ganzen.« Pythagoras
AnfangenAnfangen ist leicht, beharren ist Kunst.
dk] Let er at begynde, men at fare fort og fuldende, hører forstand og mod til.
fr] Il est aisé de commencer, mais pour continuer et pour finir il faut du jugement et du courage.
it] Non ci è più difficil cosa ch' il cominciare.
AnfangenAnfangen ist leichter als aufhören.
dk] Mageligerre er den förste ende at gribe an, end den sidste at faae fast.
AnfangenAnfangen tut's.
Die Tür öffnen. (Fores aperire). Plinius
Das Fenster öffnen. (Fenestram aperire). Terenz
AnfangenAnfangen und aufhören sind bei ihm eins.
la] In limine deficere.
AnfangenAnfangen und ringen ist ob allen Dingen.
AnfangenAnfangen und vollenden ist zweierlei.
fr] Commencer et finir sont deux.
la] In limine deficere.
AnfangenAnfangen vnd ausmachen ist zweierley.
AnfangenAnfangen, fortfahren und hinausführen gehören zusammen.
dk] At beginde, fare fort og fuldende hörer sammen.
fr] N'a pas fait qui commence.
AnfangenAngefangen ist noch nicht getan.
fr] N'a pas fait qui commence.
AnfangenAngefangen war's, sagte der Pfaff', aber ich machte den Kopf dran.
AnfangenBald angefangen, bald liegen gelassen.
AnfangenBesser nicht anfahen, denn erliegen.
cz] Lépe jest nepocínati, nez pocna nedokvnati.
en] It is better, never to begin, than never to make an end.
it] È pazzia cominciare quando non si può finire.
la] Domum cum facias, ne relinque impolitam. (Hesiod)
AnfangenBesser nicht anfangen, denn kein Ende erlangen (oder: als nicht beendet).
hr] Zaludu je zacina.
AnfangenBis der anfangt zu knelle' (unterrichten) is der S'man (Semester) herum.
Jüdisch-deutsch
Vom Trägen, Saumseligen, der, bevor er beginnt, die geeignete Zeit vergehen lässt.
AnfangenDer fängt früh an!
Zeigt schon früh, was man von ihm zu erwarten hat.
AnfangenDer fängt wohl an, der das Ende bedenkt.
AnfangenDer hat's angefangen, jener hat's ausgemacht.
la] Hic telam texuit, ille deduxit.
AnfangenDie viel anfahen, erndten wenig.
AnfangenDie vil anfahen, enden wenig.
AnfangenDös ist gar net ang'fange.
Schwaben
Es reicht nirgends hin.
AnfangenEhe man etwas anfähet, soll man zuerst das Ende betrachten.
AnfangenEr fängt (seine Erzählung, Geschichte u.s.w.) bei Adam (mit Erschaffung der Welt) an.
Aristoteles: Bei der Linie anfangen (A linea incipere), d. h. ganz von vorn. Von den Wettläufen hergenommen. Im Zirkus die Linie, von der ausgegangen wurde, dann jede Grenzlinie.
AnfangenEr fängt an ab- oder zurückzuhalten.
Von seinem ersten Vornehmen abzusehen. Aus der Schiffahrt entlehnt: Die Flotte hielt ab, blieb außer dem Bereich des feindlichen Feuers.
AnfangenEr fängt an den Kamm aufzusetzen und den Gescheiten zu spielen.
fr] Il commence à lever la tête, et à vouloir faire l'entendu.
AnfangenEr fängt die Frühmetten mit Husten und das Abendessen mit Saufen an.
AnfangenEr fängt's an, wo er's gelassen hat.
AnfangenEr hat länger angefangen als gebaut.
AnfangenEr mag anfangen, seinen Weinberg zu schneiden.
AnfangenEs fahe einer an, wass er aussführen kan.
AnfangenEs ist nichts mit ihm anzufangen.
la] Influit, quod exhauritur.
AnfangenEs liegt nicht am wohl anfangen, sondern am wohl enden.
cz] Dobre poeítí dobré jest, ale dobre skonct'ti vetóí eest'.
cz] Ne tomu sláva, kdo pocne, ale kdo dokoná.
en] Good to begin well, better to end well.
fr] Commencement n'est pas fusée.
fr] Il n'a rien fait qui n'achève bien.
fr] Mal commence qui bien n'achève.
fr] N'a pas fait qui commence.
it] Comincia da uomo e finisce da bestia.
it] E pazzia cominciare, quando non si può finire.
la] Omnia tunc bona sunt, clausula quando bona est.
pl] Nie ten co pocznie, ale co dokona, slawe otrzyma.
AnfangenEs ligt nicht an wohl anfahen, sondern an wohl enden.
AnfangenFahe an dir an.
AnfangenFahe viel an, richt wenig auss.
AnfangenFahn viel an, bächt lützel.
»Fang viel an, verdirb wenig.«
AnfangenFang's an, so ist's halb getan.
AnfangenFange viel an, richte wenig aus.
AnfangenFängst du mit Vergnügen an, so ist die Sache halb getan.
AnfangenFängt man eine neue Ordnung an, so spannt Betrug gleich daran, dass die Obrigkeit nicht bestrafen kann.
AnfangenFrisch angefangen ist halb getan.
it] Chi ben comincia, è alla metà dell' opra.
la] Dimidium, qui coepit, habet.
se] Wäl börjadt är halfgjordt arbete.
AnfangenHast du es wohl angefangen, so wird's auch wohl hinausgehn.
AnfangenHastus wohl angefangen, so richts auch wohl auss.
AnfangenHoch angefangen, niedrig aufgehört.
Der Franzose sagt von jemandem, der schön anfängt und schlecht endigt: Er hat violett Feuer gemacht (Il a fait feu violet).
AnfangenJe später angefangen, je später vollendet.
AnfangenJung angefangen vnd gewohnt, ist mit der buss das beste..
AnfangenKeiner sol mehr anfangen, denn jhm befohlen ist, und er weiß hinauss zu führen.
AnfangenKlein fängt man an, groß hört man auf.
AnfangenMan fängt oft hitzig an und pflegt dann kalt hinauszugahn.
AnfangenMan kann bald etwas anfangen, aber wie das Ende ist, weiß man nicht.
AnfangenMan mags anfangen, wie man will, so muss man sieben Pfund Dreck zum Jahre fressen.
AnfangenMan muss mancherley anfangen, biss man den Wein in die Heute bringe.
AnfangenMan muss nicht anfangen, was man nicht kann ausführen.
la] Ultra vires nihil aggrediendum.
AnfangenMan muss wieder da anfangen, wo man aufgehört hat.
dk] At begynde der man endte, skarve der det brast, öge der det slap.
AnfangenMit Kleinem fängt man an, mit Großem hört man auf.
AnfangenNärrisch angefangen, närrisch gegangen.
AnfangenSe fängk bâl ân zo krome.
Köln
Sie kommt bald in die Wochen.
AnfangenÜbel angefangen ist selten glücklich ausgegangen.
es] Quien mal anda en mal acaba.
la] Raro bono peraguntur exitu, quae malo sunt inchoata principio.
AnfangenViel weger wär nicht fahen an, dann nach dem Anfang doch ablan.
AnfangenWär anfangt met Leigen, höärt up med Bedreigen.
AnfangenWas du anfängst, mach' auch aus.
it] Faccia il cappuccio, chi ha fatta la cappa.
AnfangenWas einer angefangen (zugeschnitten) hat, soll ein anderer (nicht) ausmachen.
la] Hic telam texuit, ille deduxit.
AnfangenWas er angefangen, soll ein End' erlangen.
la] Eandem tundere incudem.
AnfangenWas fang ich an mit dem toten Mann, sagte die Frau.
AnfangenWas man nicht anfangen kann, kann man auch nicht enden.
AnfangenWas übel angefangen ist, das gehet selten wohl aus.
hu] Gonosz eredetnek gonosz a vége.
it] Chi non pesa, non ben porta.
it] Comincia da uomo, e finisce da bestia.
AnfangenWat fang öck an, wat mêk öck, wat sett öck bi, wat kâk öck?
Ein Verlegenheitsseufzer.
AnfangenWekker vôâl anfangt, meigt weinig.
Schwerin
AnfangenWenn einer nichts mehr weiß anzufangen, so läuft er in Krieg oder ins Kloster.
AnfangenWenn es einmal anfängt zu gargeln, kann's nimmer aufhören.
AnfangenWenn man anfängt bei de Wänd, hot es bald e End'.
Es steht schlimm, wenn man damit beginnt, die Sachen von den Wänden herab zu verkaufen.
AnfangenWenn's einmal anfängt, kommt's mit Haufen.
Ulm
AnfangenWer anfangt mit Leegen, höärt op mit Bedreegen.
Süderdithmarschen
AnfangenWer anfängt und nicht endet, verliert seine Mühe.
fr] Qui commence et ne parfait, sa peine perd.
AnfangenWer anfängt zu kriechen, fängt auch an zu lügen.
AnfangenWer angefangen, ist noch nicht fertig.
fr] N'a pas fait qui commence.
AnfangenWer bald anfängt, muss bald aufhören.
AnfangenWer bald anfängt, wird bald fertig.
AnfangenWer einmal anfängt, hat allezeit mehr Werg am Roggen.
la] Semper Ilio mala.
AnfangenWer etwas anfängt, braucht vier Augen.
AnfangenWer frisch fängt an, hat halb getan.
la] Magna pars profectus est velle perficere.
AnfangenWer frö anfangt ös bôl fertig, säd de Schuster, da stund hei morgens öm êlf op on ging âwends öm sewe ligge.
AnfangenWer gut angefangen hat, hat die Hälfte einer Tat.
AnfangenWer hoch anfängt, muss eine gute Stimme haben, oder bald aufhören.
cz] Kdo vy soko zacne, musí miti dobrý blas, aneb prestati brzo.
AnfangenWer nicht anfängt, darf nicht aufhören.
hu] A ki soha nem kezdi, soha nem végzi.
AnfangenWer nicht anfängt, endet nicht.
fr] N'a pas fait qui commence.
AnfangenWer oft anfängt, kann oft ausruhen.
cz] Casté pocínání, casté od pocivání.
AnfangenWer viel anfängt und nichts vollendet, ist in Gedanken reich, aber in der Tat arm.
AnfangenWer viel anfängt, endet wenig.
fr] Qui commence plusieurs choses, en achève peu.
it] Chi due lepri caccia, una non piglia, e l'altra lascia.
it] Chi molte cose comincia, poche ne finisce.
la] Plurima qui aggreditur, nil apte perficit unquam.
hu] Ki sokban foglalatoskodik, keveset hajt végre.
hu] Ki sokba kap, keveset végez.
AnfangenWer wohl angefangen hat, der hat halbe Arbeit schon verbracht.
AnfangenWer zu hoch anfängt, bleibt im Gesange stecken.
AnfangenWer zu viel anfängt, bringt wenig zu Stande.
la] Plurima qui aggreditur, nil apte perficit unquam.
AnfangenWer zu viel anfengt, macht zu wenig aus.
AnfangenWer's links anfängt, dem geht's links.
AnfangenWie man anfängt, so hört man auf.
AnfangenWo anfangen und wo enden!
Ausruf bei einer überwältigenden Masse von Stoff.
la] Quid primum aut ultimum?
AnfangenWo fang wi et an, wo krieg wi et op.
Holstein
Von Verschwendern, die in den Tag hinein ihr Geld verschleudern, als ob es kein Ende nähme.
AnfangenWohl anfangen ist gut, wohl enden besser.
AnfangenWohl angefangen ist halb getan (o. vollendet).
dk] Vel begyndt er halv giorat.
en] Well begun is half done.
es] Buen principio, la mitad es hecho.
fr] Bien commencé est à moitié fait.
fr] Heureux commencement est la moitié de l'oeuvre.
fr] Il n'est que de bien commencer.
fr] Qui bien commence, bien avance.
fr] Un ouvrage bien commencé est plus d'à moitié fait.
la] Dimidium facti qui coepit, habet. (Horaz)
la] Incipe quidquid agas, pro toto est prima operis pars.
la] Incipe, dimidium, qui bene coepit, habet.
la] Principium dimidium totius. (Hesiod)
pt] Bom principio, he ametade.
AnfangenWohl angefangen ist halb gewonnen.
AnfangenWohl angefangen ist nicht genug, sondern wohl ausmachen.
AnfangenWohl angefangen und schlecht geendet, heißt das ganze Werk geschändet.
dk] Vel begyndt og ilde endt faaer skam til takke.
la] Opprobrium coepti, qui male claudit, habet.
AnfängerDer Anfänger ist aller Ehren wert.
AnfängerEin Anfänger ist kein Meister.
cz] Kdo nikdy zle, nikdy dolre.
cz] Kazdy ucedlník od kazu se ueí.
cz] První výklad nebez peccu.
cz] Thadlu od kazu zacíná.
hr] Kazení jest spatné umeni.
hr] Po kvaru se clovek vuci.
AnfängerEin guter Anfänger ist alles rühmens wert.
AnfängerEin jeder ist ein anfenger vnd Meister seines eigen Glücks vnd vnfalls.
AnfängerEs geht meist über den Anfänger hinaus.
la] In caput auctoris facinus plerumque redundat.
AnfängerEs ist vmb einen guten anfenger vnd vmb ein guten deuter zu tun.
AnfängerMit einem Anfänger muss man Nachsicht haben.
la] Venia primum experienti. (Diogen.)
AnfangsAnfangs bedenk das End.
AnfangsAnfangs zog Ägina die besten Kinder.
Von allem, was einen guten Anfang nimmt, allmählich aber schlechter wird.
la] Primum Ägina pueros optimos alit.
AnfassenJerer fat an sin Näs, denn find't hei Fleisch.
Mecklenburg
AnfassenWer viel anfasst, behält wenig.
AnfechtenEs ficht ihn nichts an.
AnfechtenWas dich nicht anficht, das lass gehen, wie es gehet.
AnfechtungAnfechtung ist der Seele eine Artzeney und dem Leibe Gifft.
AnfechtungAnfechtung ist ein Salz, welches die Tugend würzt.
la] Virescit vulnere virtus.
AnfechtungAnfechtung lehrt aufs Wort merken.
Auf die Stimme Gottes.
AnfechtungAnfechtung lehrt, dass man Gott hört.
AnfechtungAnfechtung macht einen Mann.
AnfechtungAnfechtung macht gute Christen, sagte der Handwerksbursch auf der Landstraße.
AnfechtungAnfechtung macht gute Christen.
AnfechtungEs ist groß Anfechtung, kein Gelt haben.
AnfeindenWen man anfeindet, den muss man fürchten.
AnfeindenWillst du nicht angefeindet werden, so halte stets den Sack auf dem Rücken, die Augen zur Erden.
AnflennerA îs a rechter Ânflenner, ma wiss wul.
Schlesien
AnflickenEinem etwas anflicken.
Ihn verleumden, ihm Fehler andichten.
AnfliegenEt is em nit angefluogen, et hêt et midde gesogen.
Waldecksches Uppland
AnfliegenWas bald anfliegt, fliegt bald ab.
AnfrageAnfragen stehen frei.
AnfrageEine Anfrage beißt niemanden.
Freitag, Soll und Haben
AnführenAngeführt mit Löschpapier.
Oberharz
AnführenAngeführt, mit Butter geschmiert.
AnführenJemanden anführen.
Ihn betrügen, hintergehen.
AnführenWer einmal angeführt, nicht leicht wieder trauen wird.
AnführenWer einmal einen angeführt, dem ist nicht mehr zu trauen.
la] Cavendum ab eo, qui semel imposuit.
AnführerEin übler Anführer ist schlimmer als alle Nachfolger.
dk] Hvo vom ilde anförer er värre end den som folger.
AnfurzenA werd ens (uns) anforzen wie 'n Schandarm.
Schlesien
So barsch behandeln, wie Gensdarmen wohl zu tun pflegen.

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