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Die Zeiten sind böse, sagte der Vater; was würd' er jetzt sagen?
la] Aetas parentium pecor avis. Horaz
la] Meliora praetervolant, deteriora succedunt. Seneca

Die Zeiten sind gewesen, da man den Speck auf Kohlen gebraten.

Die Zeiten sind lausig, brauchen Sie keine Kämme, sagte der Hausierer zum Kaufmann.

Die Zeiten sind nicht immer die gleichen, das Gras nicht immer grün.

Die Zeiten sind nicht mehr, wo Berta spann.
Bismarck, im norddeutschen Reichstage, 24. Mai 1870

Die Zeiten sind schwer,
Drum muss der Mensch die Freude leicht ergreifen.
Schiller, Wilhelm Tell, IV, 3 (Stüßi)

Die Zeiten werden immer schlechter (ärger).
i] Eine sprichwörtliche Klage, die schon sehr alt ist.
mhd] Diu zît hât sich verwandelt gar: ie lange lenger boesent diu jâr.

Die Zeiten, Brüder, sind nicht mehr.
z] Da Treu und Glauben galten.

Die Zeitenfolge ist trügerisch. Die Menschen fürchten die Vergangenheit, die kommen kann.
Sprüche der Weisen

Die zeitgenössische Kritik ist der schlechteste Maßstab für die Beurteilung einer schöpferischen Leistung. Sie macht aus kleinen Talenten geniale Meister, und aus diesen wieder Genies, während sie den wahren Genius nicht erkennt und ihn unbeachtet lässt.
Fliegende Blätter

Die Zeitung ... ist nichts anderes als ein Kampfplatz. Man muss leben. und man muss kämpfen, um zu leben.
Zola

Die Zeitung heutzutag ist unerträglich kalt,
Das Neuste was man hört, ist immer Monats alt.
Goethe, Mitschuldigen A II Sz 2 (Der Wirt)

Die Zeitung ist die Konserve der Zeit.
Kraus

Die Zeitung ist eine Lügnerin.

Die Zeitung ist ihrer Natur nach eilig und ungestüm: Je schneller der Lebensrhythmus ist, desto irrsinniger schreit der politische und der ganze sonstige Alltag.
Block, Die Kunst und die Zeitung

Die Zeitung ist nicht nur ein kollektiver Propagandist und kollektiver Agitator, sondern auch ein kollektiver Organisator.
Lenin, Womit beginnen?

Die Zeitung kann sich das abscheulichste Verbrechen erlauben, niemand glaubt sich davon persönlich beschmutzt.
Honoré de Balzac (1799-1850), Verlorene Illusionen

Die Zeitung muss zu einem Kampforgan werden, das nicht nur regelmäßig wahrheitsgetreue Nachrichten über unsere Wirtschaft bringt, dies zum ersten, sondern das diese Nachrichten auch analysiert, sie wissenschaftlich verarbeitet, damit richtige Schlußfolgerungen für die Leitung der Industrie u. a. gezogen werden können.
Lenin, Brief an die Redaktion der Zeitung 'Ekonomitscheskaja Shisn'

Die Zeitung... ist nichts anderes als ein Kampfplatz. Man muss leben, und man muss kämpfen, um zu leben.
Zola, Das Werk

Die Zeitungen erzählen freilich alles, aber immer nur in dem Sinne ihrer Partei. Da kann man sich tot und lebendig lesen und hat zuletzt doch noch nichts.
Weerth, an die Mutter, 29. 5. 1845

Die Zeitungen lügen.

Die Zeitungen sind der Sekundenzeiger der Geschichte. Derselbe aber ist meistens nicht nur von unedlerem Metalle als die beiden anderen, sondern geht auch selten richtig.
Schopenhauer

Die Zelle macht den Mönch nicht.
fr] L'habit ne fait pas le religieux, mais la bonne conscience.

Die Zensur ist der Maulkorb für den Menschen.
Sprüche der Weisen

Die Zensur ist die jüngere von zwei Schwestern, die ältere heißt Inquisition.
Johann Nepomuk Nestroy, Freiheit in Krähwinkel

Die Zensur kommt mit dem Kriege. Der Krieg ist der Kaiserschnitt der Menschheit: er entbindet gewaltsam die Geister; folglich mag in ihm eine fliehende Diktatur - da er selber die schlimmste ist - gebieten, auch den Büchern.
Jean Paul, Fragmente

Die Zensur zwingt zu geistreicherem Ausdruck der Ideen durch Umwege.
Goethe, F. v. Müller, 9.7.1827

Die zerbrochenen Töpfe kommen auf Rechnung des Herumträgers.

Die zerstreute Erfahrung zieht uns allzusehr nieder und ist sogar hinderlich, auch nur zum Begriff zu gelangen.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 2. Abt. - Farbenlehre und Farbenbehandlung der Alten

Die Zerstreutheit bedeutet... eine Art von Denkträgheit, die sich im Reden und Handeln äußert.
Theophrast, Charaktere

Die Zerstreuungen unseres Lebens, die Bekanntschaft mit neuen Gegenständen, kurz jede Veränderung unseres Zustandes, tun unserm Herzen das, was Staub und Rauch einem Gemälde tun, sie machen die feinen Züge ganz unkenntlich und die starken weniger sichtbar, und das so unmerklich, dass man nicht weiß, wie es zugeht.
Goethe, An Käthchen Schönkopf 12.12.1769

Die Zeugen, denen man Recht in die Hand legt, reden am besten.

Die Zicklein heißen alle Ziegen, wie ihr Mutter.

Die Ziege beleckt wohl die Bäume, aber es ist ihnen nicht gesund.
i] Wie Ziegenzungen Bäume, so verderben Schmeichlerzungen Menschen.

Die Ziege bringt keine Schafe zur Welt.
Surinam

Die Ziege fürchtet sich vor der Küche, aber sie kommt nicht hinein.
i] Seinem Schicksal entgeht niemand. Man quäle sich daher nicht im voraus mit Sorgen, was geschehen soll, geschieht doch.

Die Ziege geht nicht leicht das zweite mal aufs Eis.
bm] Svedes jen jednou kozu na led.

Die Ziege geht so lange in den Kohl, bis ihr Fleisch ist im Kasserol (o. bis die Haut ist Kamisol.)

Die Ziege gibt ihr Leben hin, der sie isst, sagt, sie ist zäh.
Marathi, Indien

Die Ziege ginge nicht auf den Markt, wenn sie nicht müsste.
bm] Nerada by koza do trhu, ale musí.
pl] Nie rada koza na targ, ale musi.

Die Ziege hinket (nascht) so lange, bis der Wolf sie fasst.
it] Tanto va la capra alle verze, che vi lascia la pelle.
it] Tanto và la capra zoppa, ch' il lopo al fin l' intoppa.

Die Ziege ist die Kuh des Armen.
fr] La chèvre est la vache du pauvre.

Die Ziege ist in den Weinberg gesprungen, also wird auch ihre Tochter hineinspringen.
fr] La chèvre a sauté dans la vigne, aussi y sautera la fille.

Die Ziege kann sich nicht eher freuen, als bis sie auf dem Dach ist.
Estland

Die Ziege kratzt nie ihren Rücken, bis sie eine Mauer sieht.
Jamaika

Die Ziege läuft nie besser, als wenn der Wolf sie verfolgt.
it] Vassi capra zoppa, se il lupo non l' intoppa.

Die Ziege lebt nicht von Lob und das Schaf nicht von Tadel.
Estland

Die Ziege mag lügen, aber ihre Hörner nicht.
Montenegro

Die Ziege meiner Nachbarin hat einen größeren Fuß als meine.
Spanien

Die Ziege muss grasen, wo sie angebunden ist.

Die Ziege muss sich nicht mit dem Wolf einlassen.
it] La capra non può contrastar col leone.

Die Ziege muss weiden, wo sie angebunden ist.
i] Jeder muss sich in seine Lage schicken.
fr] Où la chèvre est liée, il faut qu'elle broute.
dk] Hvor man binder geeden, der bider hun.

Die Ziege scharrt so lange, bis sie schlimm liegt.
fr] Tant gratte chèvre, que mal gît.

Die Ziege schindet den Baum, der Wolf die Ziege, den Wolf der Bauer, den Bauer der Jude, den Juden der Herr, den Herrn der Advokat und den Advokaten (holt) der Teufel.
bm] Dře koza vrbu, a vlk kozu, a vlka sedlák, a sedláka zid, a zida pán, a pána jurista, a jurista čert. Kráve řve, medvĕd řve, a kdo koho dře, ani čert nevyskoumá.
bm] Pán loupí chlapa jak skopa, a čert pána jak berana.

Die Ziege springt über den Tisch, das Zicklein springt über das Haus.
Rumänien

Die Ziege tut es, das Schaf erleidet es. Rumänien (Es muss für die Tat der Ziege büßen)

Die Ziege tut es, das Schaf erleidet es.
Rumänien
i] Es muss für die Tat der Ziege büßen)

Die Ziege warf zwei Zicklein, die Haut des einen geht an die große Trommel, die des anderen an die Bibel.
Montenegro

Die Ziege will mit dem Löwen kämpfen.

Die Ziege wirft kein Lamm.

Die Ziege wollte einen langen Schwanz haben und hat ihn nicht gekriegt, und nun ist sie auch so zufrieden.
Westfälisch

Die Ziege zieht es immer den Berg hinauf.
sp] A cabra sempre tira ao monte.

Die Ziege zieht es immer den Berg hinauf.
sp] A cabra sempre tira ao monte.

Die Ziege, die am meisten meckert (o. schreit), gibt die wenigste Milch.
Von unproduktiven Meckerern
sd] Den geten, som mest bräker, mjölkar minst.

Die Ziege, die springt, ist immer mager.
Estland

Die Ziegel auf den Dächern waschen.

Die Ziegel, welche vor dem Regen schützen, sind bei schönem Wetter gemacht worden.
China

Die Ziegen haben es in sich.
i] Geben bei anscheinender Magerkeit verhältnismäßig viele und gute Milch.

Die Ziegen im Schlachthaus sind fetter als ich.
Talmud
i] Zur Abwehr eines drohenden Übels, gegen Anwünschungen.

Die Ziegen lecken kein Zeit ab.

Die Ziegen mit den längsten Bärten geben nicht stets die meiste Milch.

Die Ziegen scheuen sich nicht vor dem stinkenden Geißbock.

Die Ziegen starben, und der Ziegenmist begann wiederzukäuen.

Die Zielscheibe des Spottes sein
en] to be s. o's butt (o. laughing-stock)
fr] être le point de mire (o. la cible) des moqueries - être en butte aux railleries
it] essere lo zimbello di...

Die Zierde eines schönen Menschen sind seine Augenbrauen und sein Auge.
Arabien

Die zierde und reichtumb dieser welt gleich wie ein schöne blum hinfelt.
la] Qvicquid formosum mundus gerit aut preciosum, floris habet morem, cui dat natura colorem.

Die Ziererei ist... die schlechteste Seite des menschlichen Charakters. Sie ist ein Betrug, um den der Schleier der Bescheidenheit gehüllt ist.
Jaroslav Hasek

Die Zigarre würde mir ganz gut schmecken, wenn sie nicht so billig wäre, sagte der Baron, als der Kaufmann fragte, ob sie ihm zusage.

Die Zigeuner stehlen immer frecher, sagte der Bojar, und ließ alles Vieh der Bauern in seine Ställe treiben.
i] Damit die Zigeuner den Bauern nicht etwa ein Kalb oder eine Ziege stehlen, nimmt der Bojar ihnen alles Vieh. Zur Schilderung der rumänischen Edelleute.

Die Zigeunerin klagte, als ihr Mann auf den Tod lag: Ach, du stirbst mir nun, mein Mann, und was hinterlässt du mir? Ich lasse dir mein Feuerzeug, sagte er, und dazu dreitausend Läuse.

Die Zigeunerin sagt, was anderen geschieht, aber ihr eigenes Schicksal kennt sie nicht.
it] La zingara ad altrui la sorte dice, e la sua non conosce, l' infelice.

Die Zikade weiß nichts vom Schnee. (Denn sie stirbt im Herbst) China

Die Zikade weiß nichts vom Schnee.
Denn sie stirbt im Herbst
China

Die Zimmerleite un die Mauer,
das sin de rechten Lauer;
ene Stunde tun se essen,
ene Stunde tun se messen,
ene Stunde rôchen se Tabak,
damit vergeht der halbe Tag.
Dessau

Die Zimmerleut und Maurer,
das sein rechte Laurer,
ehe sie essen, messen, stehen und sich besinnen,
so ist der Tag von hinnen.
schweiz] Zimmerlüt und Mûrer sind die fulste Lûrer; si essed, messed, b'sinned si, so goht en halbe Tag verbi.
i] Dieser Spruch gehört zu den zahlreichen Necksprüchen, die der Volkswitz erfunden hat, und mit denen ganze Landestheile, Land- und Ortschaften, Städte, Berufsarten, Stände und Personen unter- und gegeneinander ihren Scherz treiben. Selbst eine Anzahl Familiennamen geben zu der Vermutung Anlass, dass sie auf dem Boden dieses Volkshumors entstanden sind, z.B.: Duvenkropp (Taubenkropf), Oßenkopp (Ochsenkopf), Käsebier, Schluckebier, Sauerhering, Bratering, Hauto oder Hotho (Hauzu), Griepenkerl (Greif den Kerl), Störtebecher (Stürze den Becher = Zecher, Saufaus) u.v.a. Zunächst hat der Volkswitz eine Anzahl von Gewerben mit Spitznamen versehen; der Schuhmacher ist ihm ein Pechhengst, der Seemann ein Jan Maat oder eine Theerjacke, der Seiler ein Galgenposamentirer, der Maurer ein Lehmklitsch, der Leineweber ein Knirrficker u.s.w.. In übelem Rufe stehen auch die Barbiere als Schwätzer und Herumträger, die Jäger als Lügner, die Müller als Schelme. Die Beamten sind Federfuchser, die Advokaten Rabulisten, böse Christen und Beutelräumer, die Wundärzte Pflasterkasten oder weiter hinauf Doktor Eisenbarte. Der Unteroffizier flucht und wettert im Volksmund ohne Unterlass, ein Amtmann ist sackgrob, der Matrose ein gutmütiger Tölpel, die Leineweber gelten für Hungerleider, der Maurerschwamm will nicht brennen, die Zimmerleute und Maurer sind die ärgsten Laurer. Es liegt nahe, dass Wirtshäuser mit prellsüchtigen Wirten dem Volkswitze nicht entgehen konnten, wie eine Anzahl Spottnamen beweisen, welche Schenken dieser Art erhielten, die dann auf die Ortschaften, die sich um sie bildeten, übergingen, z.B. Fegebeutel (bei Striegau), Leerbeutel (bei Breslau) und Zehrbeutel (bei Sagan); ein Wirtshaus in Holstein hieß Luerup (Lauerauf), ein anderes biem Dredüwel (beim dreifachen Teufel). Auch ganze Volksstämme bleiben von der Necksucht nicht verschont, indem man ihre Mängel hervorhebt oder sie ihnen andichtet. Die Sachsen, womit hauptsächlich die Meissner gemeint werden, sollen knausernde Hungerleider sein, deren Lieblingsgericht Kalbsbraten mit Backpflaumen, und deren Lieblingsgetränk der 'Blümchenkaffee' sei, zu dessen Bereitung alljährlich in der Sylvesternacht eine Bohne Mokka auf den Boden des Kaffeetopfes genagelt werde, die mit viel Wasser und noch mehr Genügsamkeit die nächsten zwölf Monate der Familie zur Herstellung ihres Magenlabsals zu dienen habe. Ein Stück Zuckerkand hinge die Zeit über zur Versüßung des letztern von der Decke herab. Die Pommern und Altbaiern gelten für grob, die Hessen für blind; am schlimmsten kommen die Schwaben weg. (S. Schwabe 1 und Schwabenstreiche.) In Altbaiern hat sich der Volkswitz sehr zahm gehalten. Von den Straubingern heißt es: sie lassen fünf gerade sein. Zur Zeit des Hans Sachs war Schrobenhausen (vielleicht seines Namens wegen, von schrauben, verschroben) etwas anrüchig. In der Oberpfalz sind Hirschau und Weilheim übel weggekommen. In Franken hat er sich wieder mehr gehen lassen. Seine Monheimer sind 'Herrgottsbader', weil sie ihr Crucifix, das bei einer Prozession sehr bestaubt worden war, in einem Teiche wuschen; die Mistelgauer sind Hummeln und die Nürnberger Herrgottsschwärzer, weil sie ein massives Christusbild an der Sebalduskirche schwarz angestrichen haben sollen, damit es nicht die Habgier der Soldaten reize. Die Nürnberger hängen auch keinen, bevor sie ihn haben. Heideck führt eine Klaue im Stadtwappen, wie ihre Nachbarn wissen wollen, weil die Heidecker einmal ein Kuhhorn gefunden und für eine Klaue vom Vogel Greif gehalten. Von den Karlstädtern heißt es: sie hätten in Kriegszeiten einen Schatz in den Main versenkt und, um ihn wiederfinden zu können, über der Stelle eine Kerbe in den Kahn geschnitten. Die Münchberger ziehen gegen einen Pudel, die Weißenstädter gegen einen Backtrog zu Felde, sind also mit den sieben Schwabenhelden verwandt. Franken hat übrigens auch Städte, die selber ihre Neckereien ausüben. So besaß Kalten-Westheim a.d. Rhön einen Weiberwetzstein, an dem sich sonst niemand wetzen durfte. Wenn dies jemand aus Unkunde tat, so kamen die Frauen herzu, tauchten ihn ins Wasser und ließen ihn eine GeldBuße zahlen. Schweinfurt hatte als Städtewahrzeichen einen Adler, der beim Volk die Eule hieß. Wurden die Handwerksburschen gefragt: Was macht die Eule? so musste die Antwort lauten: 'Nichts'. In Karlstadt wurden die von Würzburg her einwandernden Handwerker gefragt: Was machen die Heiligen auf der würzburger Mainbrücke? Die Antwort musste lauten: ein Dutzend, wer das nicht wusste, wurde nach Würzburg zurückgeschickt. Hessen hat seine Schwarzenborner und Griesheimer. Im Nassauischen wurde früher die kleine Stadt Hefftrich, im Meißenschen Mutzschen und Adorf vom Volkswitz gestreift. Die Wiener werden als 'Flaschelträger', die Salzburger als Stierwäscher geneckt. Letztere wollten den schwarzen Stier ihrer bunten Stadtheerde weiß waschen und verwandten darauf einige Zentner Seife.

Die Zimmerleut' und Maurer,
das sind die rechten Laurer;
eine Stunde tun sie essen,
eine Stunde tun sie messen,
eine Stunde rauchen sie Tabak,
damit vergeht der halbe Tag.

Die Zimmerleute bauen gute Archen für wenige, aber sie selber ertrinken lieber mit den vielen.

Die Zimmerleute bauten Noahs Kasten, aber sie gingen nicht hinein.

Die Zimmerleute sind leichte Leute; sie müssen sich beschweren, wenn sie zu Hause gehn, dass sie der Wind nicht wegführt.
i] Sie sollen früher in dem Rufe gestanden haben, Bauholzstücke mit nach Hause zu nehmen.

Die Zimmerochsen, das Maurervieh und die Herren Handlanger werden zum Essen gebeten.
i] Scherzhafte Einladung zum Essen. Bei einer Hochzeit war der Bräutigam ein Handlanger.

Die Zitrone bis auf den letzten Tropfen ausdrücken.

Die Zitronen nach dem Feste bringen.
jüdisch-deutsch] Das haast: Es vergim nach Sickes.
i] Wenn etwas zu spät, also nutzlos kommt oder geschieht.
fr] C'est de la moutarde après diner.

Die Zivilehe bedeutet in Wirklichkeit nichts weiter als die Eintragung in eine Liste, die der Staat wie so manche andere aufstellt, um über die Verhältnisse der einzelnen unterrichtet zu sein In einem gesitteten Staat muss eben jeder seine Nummer haben.
France, Die rote Lilie

Die Zivilehe ist einfach eine Formalität.
France, Die rote Lilie

Die Zivilisation erschwert dem Menschen so unsäglich den Weg zum Menschen.
Sprüche der Weisen

Die Zivilisation hat die Liebe von der Stufe des Instinkts auf die der Leidenschaft gehoben.
George Moore

Die Zivilisation ist das unausweichliche Schicksal einer Kultur... Zivilisation sind die äußersten und künstlichsten Zustände, deren eine höhere Art Menschen fähig ist. Sie sind ein Abschluss; sie folgen dem Werden als das Gewordene, dem Leben als der Tod, der Entwicklung als die Starrheit, dem Lande und der seelischen Kindheit... als das geistige Greisentum und die steinerne, versteinernde Weltstadt. Sie sind ein Ende, unwiderruflich, aber sie sind mit innerster Notwendigkeit immer wieder erreicht worden.
Spengler, Untergang des Abendlandes

Die Zivilisation ist nichts anderes als ein Farbanstrich, der vom nächsten Regen fortgewaschen wird.
Rodin

Die Zivilisation und Gerechtigkeit der Bourgeoisordnung tritt hervor in ihrem wahren, gewitterschwangern Licht, sobald die Sklaven in dieser Ordnung sich gegen ihre Herren empören. Dann stellt sich diese Zivilisation und Gerechtigkeit dar als unverhüllte Wildheit und gesetzlose Rache.
Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich

Die Zivilisation verhilft dem Menschen nur zur Vielseitigkeit der Empfindungen.
Dostojewski, Aufzeichnungen aus dem Untergrund

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