Deutsche Sprichwörter, Redensarten, Zitate 0803
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Die sieben Sakramente des Teufels sind: ein englischer Krämer, ein Jude, ein Baseler, eine alte Nonne, ein Hofschranz und ein Affe.

Die Siechen und Gesunden haben ungleiche (o. nicht einerlei) Stunden.
la] Aeger et athleta, sunt dispare saepe diaeta.

Die sieht aus wie's Anneles Truhle.
Sehr altmodisch, wie aus einer alten Truhe herausgekommen

Die silbern und gülden Götter sein die besten.
z] Dann mit denselben kann man zur Zeit der Not die römische Kirche beschützen, mit denselben kann man aus dem Land laufen, aus denselben kann man Gold machen, und in Summa mit einem solchen Gott kann man Taten tun.

Die Silbersäer sind die Goldernter.
Russland

Die simulieren, wollen viel gewinnen und wenig verlieren.

Die sind arm, die Gott haßt.
England

Die sind aus demselben Teige gebacken.
ndt] Se seng (sind) aus enem Dîg. Siebenbürgen/Sachsen
i] Leute gleicher Gattung, von demselben Schlage.
fr] Ce sont des gens de même farine.
fr] Ce sont deux hommes de même farine.

Die sind die ärgsten Dieb, die man im Haus hat.

Die sind gefährliche Katzen,
Die vorne lecken, hinten kratzen.
Rollenhagen, Froschmeuseler, 1. Buch, 2. Teil, 2. Kap.

Die sind gelehrt, die einem ihre Kunst mögen zeigen und auf den Tisch setzen.
z] Die geld haben, wie jener Brieffmaler zu Nürnberg getan, als die Künstler jhr Kunst mit jhren Wercken bewisen, hat er etlich Säck mit geld auff den Tisch gelegt, sprechend, das ist mein Kunst.

Die sind lose Hausshälterin, die den Vormittag nur mit jhrem schmuck zubringen.
dk] De som smykke formiddagen hen, ere onde huusholdersker.

Die sind mit einem Stempel geschlagen.
nl] Hij is van den zelfden (of: een' anderen) stempel.
la] Ejusdem farinae.
la] Ovo prognatus eodem.
la] Par nobile fratrum.
sd] Stumpen och krumpen gjöra lijkas bolaget.

Die sind wert zu leben, die jedem das Seine geben.
nl] Zij zijn wel waard te leven, die ieder 't hunne geven.

Die sind wie Arsch und Hemde.
Böhmen
i] Sehr vertraut mit einander

Die sind wie die Wanzen.
i] Von Leuten, die man nicht los werden kann.

Die sind witzig, die unterm Schein des Guten sich vorm Übel vorsehen.

Die sind zu loben, die ihre Geschäfte verrichten.

Die singen am lustigsten, die nichts aus der Tasche verlieren können.
en] Who doth sing so merry a note as he tat cannot change a groat.
la] Cantabit vacuus coram latrone viator.

Die Singer müssen die Hälse schmieren, sonst scharren sie.

Die Sinne betrügen die Vernunft, und die Leidenschaften der Seele verwirren die Sinne: Sie lügen und betrügen sich um die Wette.
Blaise Pascal

Die Sinne betrügen nicht. Nicht, weil sie immer richtig urteilen, sondern weil sie gar nicht urteilen; weshalb der Irrtum immer nur dem Verstande zur Last fällt.
Immanuel Kant

Die Sinne sind uns Brücke vom Unfassbaren zum Fassbaren.
August Macke, Die Masken, Der blaue Reiter

Die Sinne trügen nicht, das Urteil trügt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1193

Die Sinne, ihr Götter, die Sinne!
Montaigne, Essais, De la Vanité

Die Sinnen sind im Geist all' ein Sinn und Gebrauch:
Wer Gott beschaut, der schmeckt, fühlt, riecht und hört ihn auch.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Die Sinnenlust ist etwas jedermann Vertrautes, denn sie liegt in der Natur.
Stendhal, Über die Liebe

Die sinnliche Erscheinung gewinnt ihre Wahrheit und Vollkommenheit in der Vollkommenheit Gottes.
Nikolaus von Kues, Über die Schauung Gottes

Die sinnliche Wahrnehmung ist den lebenden Wesen von Natur eigen. Aufgrund derselben bildet sich bei manchen von ihnen ein Gedächtnis, bei andere ist das nicht der Fall. Deshalb sind die ersten verständiger und gelehriger als diejenigen, die keine Erinnerungskraft besitzen.
Aristoteles, Älteste Metaphysik

Die sinnliche, bezaubernde Skulptur schafft Wonne, die Malerei stilles Entzücken und Träumerei, die Musik Leidenschaft und Aufruhr der Seele.
Gogol, Skulptur, Malerei und Musik

Die Sinnlichkeit ist eine Mauer und ein großer Berg, der uns hindert, unser Heil zu sehen.
Martin Luther, Tischreden

Die Sitte aber, sollt er wissen, folgt
Dem Urteil nicht, sie folgt dem Vorurteil.
Gutzkow, Uriel Acosta, 2, 5 (Manasse)

Die Sitte des In-den-April-Schickens ist bei uns lange nicht genug verbreitet und geübt. Der erste April müsste ein wahrer Festtag für die Nation werden, ein Dies Saturnalis - in jedem Falle ein liebenswürdigerer Feiertag als mancher offizielle.
Christian Morgenstern, Stufen

Die Sitte ist nur Schein des Sittlichen und Zeichen vom Zerfall;
Die Bildung jedoch, obwohl auch Bild der Bahn, ist Mittel zum Zerfall.
Lao-tse, Die Bahn und der rechte Weg

Die Sitte kann keinem Menschen erlassen werden; sie ist eine Art Allerweltssprache, ohne die man nie verstanden wird; doch soll der Mensch in sie eben so wenig von Jugend auf hineingeleimt werden, als er ganz unfähig für sie werden darf.
C. Brentano, an Bettine

Die Sitte stammt von Allah.
Arabien

Die Sitte, die man jung erlernt, die gilt im Alter.
Estland

Die Sitten der Germanen waren einzigartig. Nur während der Kriege kannten sie ein Oberhaupt, in Friedenszeiten war die Familie eine autonome Gemeinschaft, die anscheinend eine Mittelstellung zwischen den matrilinearen Clans und der patriarchalischen Gens einnahm.
Sprüche der Weisen

Die Sitten der Völker sind verschieden, aber gute Handlungen werden überall als solche anerkannt.
Japanischer Spruch, bei Heine, Ludwig Börne

Die Sitten des Gerechten lassen allezeit einen guten Geruch zurück.

Die Sitten des Volks hängen von denen ab, die es regieren, sowie der Ton auf der Scheibe vom Töpfer abhängt, der ihm seine Gestalt gibt.

Die sitten hond den ritten, geld fähret auf hohen schlitten, armut aber muss zu Fuß gehn.

Die Sitten seiner Freunde soll man kennen, aber nicht hassen.
nl] De zeden uws vriends zult gij kennen, maar niet haten.

Die Sitten sind in unserer Hand, die Gesundheit in Gottes.
Finnland

Die Sitten vor die Lande sind mancher hande.

Die Sittenlehrer irren sich, wenn sie in jedem Alter denselben Grad der Bescheidenheit verlangen. Anders der Jüngling, der in seine Kräfte gerechtes misstrauen setzt; anders der Mann, der sie geprüft und gezeigt hat.
Goethe, Riemer, zeitlich unbestimmt

Die Sittenlosigkeit der Völker ist so groß und ihre Euphemismen darüber so zahlreich, dass ein ehrlicher, in der Verderbtheit uneingeweihter Mann fast kein Wort sagen kann, ohne eine Zweideutigkeit zu sprechen.
J. G. Seume, Apokryphen

Die Sittenschilderung darf nur das ins Auge fassen, was allgemein gültig ist; sie wird zur Satire, sobald sie sich von diesem Grundsatz entfernt.
M. Grimm, Montesquieu und seine Nachahmer

Die Sittlichkeit allein ersetzt den Glauben nicht;
Doch weh dem Glauben, dem die Sittlichkeit gebricht!
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Die Sittlichkeit ist dazu da, die menschliche Gesellschaft emporzuheben und sie von der Ausbeutung der Arbeit zu befreien.
Lenin, Die Aufgaben der Jugendverbände

Die Sittlichkeit ist ein Kind der Sitte; die Sitte ist ein Kind der Geographie und Geschichte, des Klimas, der Religion, der Tradition und der Rasse.
R. N. Coudenhove-Kalergi, Held und Heiliger

Die Sittlichkeit ist ganz individuell, sie besteht nicht unter zweien.. Meine Sittlichkeit ist eigentlich nichts anderes als die Art und Weise, wie ich den reinen Willen, mich zu veredeln, oder in der gemeinen Sprache, recht zu tun, an das bestimmte Maß meiner Erkenntnis und an den bestimmten Zustand meiner Verhältnisse ankette.
Pestalozzi, Meine Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des Menschengeschlechts

Die Sitze, die im Himmel für gute Wächter bereitgehalten werden, sind immer noch leer.
Tschechien

Die Skepsis fängt mit den Ausnahmen an, das Dogma zu befeinden, welches auf einem Gesetzlichen Fuß gefaßt hat. Die Skepsis hat große Vorteile in der natürlichen Unruhe und Zweifelsucht der Menschen, man macht ihnen ein Dogma gar leicht verdächtig.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Dogmatismus und Skeptizismus

Die Skepsis ist die Eleganz der Angst. Cioran

Die Skepsis ist die Eleganz der Angst.
Cioran

Die Skepsis muss erst dogmatisch werden, dann findet sie auch wieder bereite Gegner.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Induktion

Die Skizze sagt uns oft mehr als das ausgeführte Kunstwerk, weil sie uns zum Mitarbeiter macht.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Die Sklaven der entwickelten industriellen Zivilisationen sind sublimierte Sklaven, aber sie sind Sklaven.
Herbert Marcuse, Der eindimensionale Mensch

Die Sklaven haben Tyrannen gemacht, der Blödsinn und der Eigennutz haben die Privilegien erschaffen, und Schwachheit und Leidenschaft verewigen beides.
Seume, Spaziergang nach Syrakus

Die Sklaven verlangen Kleidung und Unterhalt; so viele Magen der gefräßigsten Tiere wollen versorgt sein; man muss ihnen Kleider kaufen, ihre diebischen Hände bewachen und sie ihre Dienste unter Heulen und Verwünschungen verrichten sehen. Wieviel glücklicher ist der, der keinem etwas zu verdanken hat, außer sich selbst, dem er es am leichtesten versagen kann!
Seneca, Von der Gemütsruhe

Die Sklavin des Mannes hält sich für sein Idol.
Sprüche der Weisen

Die Skorpione starben, da wurden die Ameisen Großvieh, und der Frosch blähte sich auf und bekam Eckzähne.

Die skrupellosesten Postenjäger sind die Revolutionäre, denn sie gehen über Leichen.
Sprüche der Weisen

Die Skrupellosigkeit bedeutet ein Festhalten an Schändlichkeiten im Reden und Handeln.
Theophrast, Charaktere

Die Sleyen seyn ein artztet aller Fischen.
z] Davon (dass die Schleien mit ihrem Schleim die Wunden heilen) das Sprichwort kommen ist bei den Friesländern: Die Schleyen seyn ein artztet aller Fischen.

Die so genannte Freiheit des Menschen läuft darauf hinaus, dass er seine Abhängigkeit von den allgemeinen Gesetzen nicht kennt.
Friedrich Hebbel, Tagebücher

Die so rote Haar und Bärt haben, geben keinen guten Kaminfeger.

Die sogenannte Creme der Gesellschaft ist meistens fett.
Sprüche der Weisen

Die sogenannte 'Dummheit der Massen', die seit jeher als der Sündenbock bei allerlei Prinzipienverstößen aufmarschiert, ist im Grunde genommen nichts anderes als die Beschränktheit derjenigen, die sich auf diese Dummheit berufen.
Rosa Luxemburg, Der Parteitag und die Budgetbewilligung

Die sogenannte Gesundheit kann nur im Gleichgewicht entgegengesetzter Kräfte bestehen, wie das Aufheben derselben entsteht und besteht nur aus einem Verwalten der einen über die anderen.
Goethe, Riemer, 6. 12. 1807

Die sogenannte Managerkrankheit kommt dadurch zustande, dass Manager vergessen, ihre eigene Gesundheit zu managen.
Sprüche der Weisen

Die sogenannte Wohltätigkeit ist eine besondere Form der Selbstbeweihräucherung.
Henry Ford (1863 - 1947)

Die sogenannten impulsiven Menschen, sind meistens nicht Verschwender, sondern nur Ungeduldige ihres Gefühls.
A. Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Die sogenannten Naturdichter sind frisch und neu aufgeforderte, aus einer überbildeten, stockenden, manirierten Kunstepoche zurückgewiesene Talente. Dem Platten können sie nicht ausweichen, man kann sie daher als rückschreitend ansehen, sie sind aber regenerierend und veranlassen neue Vorschritte.
Goethe, Maximen und Reflexionen 112

Die sogenannten Religionsstreitigkeiten, welche die Welt so oft erschüttert und mit Blut bespritzt haben, sind nie etwas anderes als Zänkereien um den Kirchenglauben gewesen.
Kant

Die Sohlen brennen ihm.
i] Er steht wie auf Kohlen, er brennt vor Ungeduld.
fr] Les pieds lui brûlent (frétillent).

Die Söhne der Helden sind Bösewichter.
Altgriechisch

Die Söhne der Witwe haben keine Tränen.
Sie sind Leid gewohnt
Kikuju (Kenia)

Die Söhne erziehe in der Halle, die Frau - in den Kissen.
China

Die Söhne essen die Früchte, und die Väter rutschen auf den Schalen aus.
Spielt auf die Familienrache an, bei der die Väter für die Morde der Söhne zu büßen hatten
Albanien

Die Söhne folgen dem Vater, die Töchter der Mutter.

Die Söhne sind adelicher als der Vater, denn sie haben ein Glied (einen Sprossen) mehr.
fr] Le fils d'un gentilhomme est plus noble que son père.

Die Söhne sind das Knopfloch der Eintracht.

Die Söhne sind in des Vaters Schlitten.
Estland
i] Sie arten dem Vater nach

Die Soldaten sind die besten Antiquarii, sie erhalten die alten Gewohnheiten am meisten.
z] Denn die bloße Erde ist das erste Bett gewesen.

Die Soldaten sind die besten Bußprediger: wenn sie kommen, beten die Bauern; so lange sie bleiben, feiern sie, und wenn sie weiter ziehen, fasten sie.

Die Soldaten verstellen sich wenigstens nicht, dass man die Guten und Bösen gleich das erstemal kennt.
Goethe, Stella A I, Im Posthause (Lucie)

Die Soldaten ziehen stark ins Quartier und schwach ins Feld.

Die Soldaten, die fünfzig Schritte geflohen sind, lachen jene aus, die hundert Schritte geflohen sind.
China

Die solidesten Freundschaften beruhen auf gemeinsamen Feindschaften.
Sprüche der Weisen

Die Solitärperson kann sich am leichtesten in einer demokratischen Gesellschaft entwickeln.
Nietzsche

Die sollen's bezahlen, so die Schuhe mit Bast binden.
Die Bauern nämlich. Bast heißt hier wie im Tristan Leder und Lederriemen

Die sommerliche Kuh milcht aus dem Mund, die winterliche hinter dem eigenen (d. i. des Besitzers) Rücken.
Estland

Die Sommermast ist die beste.

Die sonderbarste aller sexuellen Verirrungen ist vielleicht die Enthaltsamkeit.
Remy de Gourmont

Die Sonderung von Dichtung und Geschichte ist unschätzbar, indem keine von beiden dadurch zerstört, ja jede vielmehr erst recht in ihrem Wert und Würde bestätigt wird, sowie es unendlich interessant ist zu sehen, wie sie beide wieder zusammen fließen und wechselseitig aufeinander wirken.
Goethe, An B. G. Niebuhr, 17.12.1811

Die Sonn erreget alls, macht alle Sterne tanzen,
Wirst du nicht auch bewegt, so g'hörst du nicht zum ganzen.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Die Sonn gehet alle tag gegen abend.

Die Sonn zieht die Wolken auf in die höhe und die stehen hernach der Sonn vors licht.

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