Spruchlexikon

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AmakerDu büst en Amaker.
Holstein
Amak heißt die Erdzunge dicht vor Kopenhagen, wo sich eine Kolonie Holländer angesiedelt hat. Wenn die Propsteihagner, die Einwohner eines Holsteinischen, ehemals auch von den Holländern angelegten Dorfs sagen wollen: Du hast keine Kräfte, so sagen sie: Du büst en Amaker. Der Ursprung dieser Redensart ist in den alten kriegerischen Zeiten zu suchen.
AmareAmate, da ihr jung noch seid, cantate, so ihr traget Leid; doch ob ihr habet Lust oder Weh, ob jung und alt seid - bibite.
AmbachtTwaelf Ambagten (Handwerk) dertien Ongelukken.
Flandern
AmbassadeAmbassaden sind aller Orten frei.
Die Völkersitte hat von jeher die Gesandten für unverletzlich gehalten.
AmbierenAmbieren und anhalten ist keine Schande.
Wer eine Stellung haben will, darf sich keine Mühe verdrießen lassen.
la] Ambitio opportuna est petitio honorum licita apud alios. (Ernest.)
AmbossAmboss und Hammer machen das Eisen nicht weicher.
dk] Ambotten og hammeren gjör jernet ikke blödere.
AmbossAuf einen harten Amboss gehört ein Hammer von Federn.
AmbossAuff einen eisernen amboss gehört ein eiserner Hammer.
»Eines bist du dem Leben schuldig: Handle oder bleib im Recht; bist du Amboss, sei geduldig, bist du Hammer, schlage zu!«
la] Incudi ferreae, malleus ferreus.
AmbossBist du ein Amboss, so leid' als Amboss; bist du Hammer, so schlag' als Hammer zu.
Arabien
Die Rumänen: Bist du Amboss, dulde du; bist du Hammer, schlage zu.
en] When you are an anvil, hold you still; when you are a hammer, strike your fill.
es] Quando agunque, sufre, quando mazo, tunde.
AmbossDer Amboss erschrickt vor dem Hammer nicht.
AmbossDer Amboss hält länger als der Hammer.
it] Dura più l' incudine che il martello.
AmbossDer Amboss ist an die Schläge des Hammers gewöhnt.
Türkei
AmbossDer Amboss ist des Lärms gewohnt.
AmbossDer Amboss ist nicht vor dem Hammer erfunden.
AmbossDer Amboss und der Hammer machen das Eisen nicht weich, sondern das Feuer.
Dänemark
AmbossDer Amboss weicht dem Hammer nicht.
AmbossDer Amposs furcht sich nicht vorm Streich.
Ein Amboss fragt nach keinem Streich.
dk] Ambotten skiötter ey hammerslag.
AmbossEin Amboss hätte viel zu tun, wenn er bei jedem Schlage seufzen wollte.
AmbossEin gläserner Amboss passt nicht für einen ehernen Hammer.
AmbossEin großer Amboss achtet schwerer Schläge nicht.
AmbossEin guter Amboss achtet der Hammerschläge nicht.
dk] En ambott er ey red for en forhammer.
nl] Een goed aanbeeld moet voor geen slag bezwijken. - Een goed aanbeeld vreest den hamern niet.
AmbossEin guter Amboss fürchtet keinen Hammer.
it] La buon' ancudine (incudine) non teme il martello.
Ein tüchtiger Amboss achtet auch schwerer Schläge nicht.
dk] Ambotten viger ey for hammeren.
fr] Bonne enclume ne craint point le marteau.
it] Buona incudine non teme martello.
la] Animus magnus non curat injurias.
AmbossEntweder Amboss oder Hammer.
fr] Il faut être enclume ou marteau. (Dict. de l'Acad., 1835.)
AmbossErst war er Amboss, dann wurd' er Hammer.
AmbossEs schadet dem Amboss nicht, dass man hart Eisen darauf schmiedet.
AmbossEtwas dem Amboss wieder übergeben.
Altrömisch
Zur Umarbeitung und Verbesserung; so gebraucht Horaz die Redensart von schlechten Versen.
AmbossGroße Ambosse fürchten kleine Hammer nicht.
la] Incus maxima non metuit strepitum.
AmbossHeute Amboss, morgen Hammer.
AmbossImmer auf einem Amboss schmieden (oder stets auf denselben Amboss schlagen).
Bei Cicero von Ausdauer und unermüdlichem Fleiße bei einer Arbeit. Jetzt mehr: was schon gesagt ist, immer wiederholen, immer dasselbe Lied singen.
fr] Battre sur la même enclume.
la] Eandem tundere incudem.
AmbossIst der Amboss noch so groß, er lacht nicht über die Schläge.
la] Incus robusta malleum non temuit.
AmbossLat, lat, seggt Smedsmidt, de Amboss is nich betalt, un för 'n Blasbalg kriggt de Kêrl ok kên Geld.
AmbossMan muss nicht stets auf einem Amboss schmieden.
fr] Il ne faut pas toujours battre sur la même enclume.
AmbossWas zum Amboss geschlagen ist, dem nützt kein Stiel.
AmbossWenn drey oder vier auffm Amboss schlagen, so muss es nach der Mensur geschehen.
»Item, wenn man drischt, Item, die miteinander singen, müssen in der Harmonie bleiben, ordnung vnd mensur halten.«
en] When many strike on an anvil, they must strike by measure.
AmbossWenn man beim Amboss lacht, fliegt der Hammer allein.
Heiterkeit erleichtert jedes Geschäft.
AmbossWer lange Amboss gewesen, will auch einmal Hammer werden.
AmbossWer sich vor den Amboss stellt, dem fliegen die Funken in die Augen.
AmbossWer zwischen Amboss ist und Hammer, dem fehlt's nicht an Jammer.
AmbossWie Amboss, so Hammer.
fr] A dure enclume marteau de plume. (G. Meurier, Trésor des sentences, XVIme siècle)
AmbossWo einige auf einem Amboss zusammen schmieden, da müssen sie Schlag halten.
AmbossYmmerzu auff eim anbiss schmiden.
la] Eandem tradere incadam diem noctemque.
AmbossZu seinem Amboss zurückkehren und Hufeisen schmieden.
Zu seiner früheren Beschäftigung.
AmbossZwischen Amboss und Hammer liegen.
In äußerster Gefahr und Bedrängnis. Die Alten sagten: Sich zwischen Altar und Stein befinden. Von den Gebräuchen entlehnt, unter denen man ein Bündnis schloss. Der Bundespriester sagte zum Volke: »So wie ich mit diesem Stein das Schwein schlage, soll Jupiter das Volk schlagen, welches zuerst dies Bündnis brechen wird.«
fr] Ètre entre l'enclume et le marteau.
it] Essere tra l' ancudine e il martello.
la] Inter malleum et incudem. - Inter sacrum et
AmbossZwischen Amboss und Hammer muss man nicht seine Finger legen.
AmbraWo es an Ambra fehlt, räuchert man wohl auch mit Bernstein.
Russland
AmbrosiaAmbrosia auf die Straße schütten.
Weise Reden vor Toren.
AmbrosiusAmbrosius schneit (oft) den Bauern auf den Fuß.
fr] J'ay entendu dire toujours, quand saint Ambroise fait neiger que nous sommes en grand danger d'avoir du froid plus de huit jours.
AmbrosiusSankt Ambrosius (4. April) man Zwiebel säen muss.
AmeiseÄ mî Ômesen, ä grisser der Hufen.
AmeiseAmeißen ins Bett tragen.
AmeiseAmeisen kriechen nicht in leere Scheuern.
AmeiseAmeisen suchen.
Sich vergebliche, unnütze Mühe machen.
la] Formicae semitas quaerere.
AmeiseAmeisen zernagen des Löwen Fleisch.
So nagt der Neid an einem Rechtschaffenen.
AmeiseAuch Ameisen haben Galle.
Auch der Wehrloseste sträubt sich gegen Misshandlungen; auch der Schwächste und Gutmütigste kann zuletzt zornig werden.
»Die Ameisen vnd die Bienen, item die Bawren vnd Armen haben auch jren Zorn, aber er hat nicht die wehre, sondern ist ein kurtzes, kleines vnd geringes Zörnlein vnd Füncklein, nach dem Versslein: Vana est sine viribus ira: Haben Groll vnd Zorn ohne Nachdruck, ist verlorn.« (Richter, Axiomata) - Die Rumänen: So klein die Ameise auch ist, so kehrt sie sich doch um, und will beißen, wenn du sie mit dem Fuße trittst.
Die Russen: Auch die Ameise hat ihren Zorn.
cz] Ano i mravenec umí se huevati.
fr] La fourmi a sa colère.
nl] Ook de mieren hebben hare koppen.
it] Anche la moscha ha la sua collera. - Anche le piccole mosche hanno il loro pungiglione.
la] Et formicae sua bilis inest. - Habet et muscula splenem.
hu] Még a bárányban is vagyon harag.
pl] I macha ma zóli w sobie. - I robak pisnie, gdy go kto przycisnie.
pt] Cada formiga tem sua ira.
es] Cada hormiga tiene su ira.
AmeiseAuch die Ameise wahrt ihre Eier mit Sorgfalt.
AmeiseAuf Ameisen und Nesseln sitzen.
nl] Het kriewelt hem als een mierenhoop. - Hij heeft mieren in den aars.
AmeiseAus einer Ameise ein Kameel machen.
la] Formica camelus. (Lucian)
AmeiseBaut die Ameise hoch ihr Haus, fällt der Winter trocken aus.
AmeiseDie Ameiß hat es gut; sie trägt im Sommer ein, dass sie zur Winterszeit kann ohne Sorge sein.
AmeiseDie Ameise beißt, wenn sie getreten wird.
Schlesische Presse, 1877
AmeiseDie Ameise hält das Johanniswürmchen für ein großes Licht.
AmeiseDie Ameise ist ein kleines Tier, kann aber (durch stetes Ab- und Zulaufen) eine Straße über einen Felsen machen.
AmeiseDie Ameise ist nicht Landvögtin (Stadtrichterin).
AmeiseDie Ameise macht den Weg nicht umsonst.
Es hat alles seine Ursachen. Man tut nichts ohne Absicht.
AmeiseDie Ameise schafft nach ihrer Kraft.
AmeiseDie Ameise setzt auch ihre Kraft in Bewegung.
Türkei
AmeiseEin Ameiß hat auch ein spitzen Stachel.
AmeiseEine Ameise baut nicht allein.
AmeiseEine Ameise bildet keinen Haufen.
AmeiseEine Ameise hat die andere lieb.
AmeiseEine Ameise ist der andern Freundin.
AmeiseEine Ameise ist leicht ertreten.
Brüste sich keiner mit Siegen über Schwächere.
AmeiseEine Ameise legt kein Gansei.
AmeiseEr ist eine Ameise für mich.
Von jemandem, der sehr widerwärtig, weil die Ameise ein sehr lästiges Tier ist.
AmeiseEs hat auch die Omeys jhren zorn.
AmeiseEs hat noch nie eine Ameise eine Büffelkuh eingeschluckt.
AmeiseEt äs en Ômes.
Siebenbürgen-sächsisch
AmeiseEt huet noch nich en Ômes en Bäfelkâ ägeschlakt.
Siebenbürgen-sächsisch
AmeiseFür die Ameise ist 's kein Glück, dass ihr Flügel wachsen.
cz] Mravence pásti.
es] Nacenle alas a la hormiga para que se pierde mas aina. - Por su mal le nacieron alas a la hormiga. (Don Quixote)
AmeiseGehe zur Ameise, du Fauler!
la] Vade ad formicam, o piger!
AmeiseIch wollte lieber Ameisen hüten - als mich einem gewissen Geschäft unterziehen.
AmeiseKleine Ameisen vertreiben große Menschen.
AmeiseSich zur Ameise machen.
fr] Se faire plus petit qu'une fourmi devant quelqu'un. (Dict. de l'Acad., 1835)
AmeiseSie ist eine rechte Ameise.
AmeiseViel Ameisen fressen einen Löwen.
AmeiseWas die Ameise in einem ganzen Jahre gesammelt hat, frisst die Maus in einer Nacht auf.
AmeiseWas hundert Ameisen bauten, reißt oft Ein Esel nieder.
AmeiseWas wollen die Ameisen mit einem Rindskopf tun?
Surinam
Um zu sagen: Lass das, es geht über deine Kräfte. Auch viele schwache Kräfte vermögen nichts gegen einen Gewaltigen.
AmeiseWenn d' Ambeiße-n-uffn Jakobstag (25. Juli) ihre Hüse hocher und wyter mache, git's e chalte-n-und stränge Winter.
Solothurn
AmeiseWenn die Ameise Flügel bekommt, so ist's kein Glück für sie.
es] Por su mal le nacieron alas a la hormiga.
AmeiseWenn die Ameisen im August sich verkriechen, werden wir Regen kriegen.
AmeiseWenn die Ameisen nicht schon im Lenz anfingen ihre Häuser zu bauen, sie würden im Winter nicht so hoch sein.
Moskau
AmeiseWenn die Omeyssen sich mit Eyer hetzen, so will der Regen bald die Erde netzen.
AmeiseWenn du Ameisen trittst, so werden dich Elefanten treten.
Kränke nicht die Rechte des Schwächern; es gibt auch Stärkere, denn du bist.
AmeiseWenn du nicht weißt, wie den Ameisen unter deinem Fuße zu Mute ist, so lege dich unter Elefantenfüße.
AmeiseWer Ameisen verbindet, braucht fein Zupsel (Charpie).
AmeiseWerfen die Ameisen am Annatag auf, so folgt ein strenger Winter darauf.
AmeiseneierEr hat Ameiseneier gegessen.
Führt sich unangenehm für die Nase auf.
AmeiseneierEr hat Ameiseneier unter den Füßen.
AmeiseneierEr ist unruhig, als ob er auf Kohlen stände.
fr] Il a des oeufs de fourmi sous ses pieds.
AmeisenhaufenDu stichst in einen Ameisenhaufen.
AmeisenhaufenEr ist wie ein Ameisenhaufen.
Beweglich, ohne Sitzfleisch.
AmeisenhaufenIn einen Ameisenhaufen speien.
la] Nidos formicarum inspirare.
AmeisenhaufenWer in einen Ameisenhaufen spuckt, dem schwellen die Lippen.
Kann buchstäblich in Erfüllung gehen, wenn er mit den Lippen gar zu nahe kommt. Wenn jemand eine Anzahl Schwache, die, was ihnen an Kraft abgeht, durch Zahl und Eintracht ersetzen, herausfordert.
la] Qui inspuerit in cavernam formicarum.
AmeisenhaufenWer nur auf einem Ameisenhaufen steht, muss seine Aussicht nicht rühmen.
AmeisenhügelEinen Ameisenhügel für eine Stadt ansehen.
AmeisenhügelWer in einem Ameisenhügel wohnt, dem zuckt es in allen Gliedern.
AmeisenhutAmeisenhut ist für (gegen) Schlafen gut.
fr] Celuy qui est trop endormy doit prendre garde à la fourmy. (G. Meurier, Trésor des sentences, XVIme siècle)
AmeisennestWenn du in ein Ameisennest getreten bist, weißt du, welche dich gestochen hat?
AmeisennestWer in Ameisennester speiet, dem schwellen die Lippen.
AmenAmen es ût, sed (sagt) Beckroth, alle rôe (roten) Schelmen dögen nit.
Meurs
AmenAmen ist des lieben Gottes großes Siegel.
AmenAmen Selah, die Katz goht de Bach na!
Breitingheim
AmenAmen Solomen, aliquando non habemus panem.
AmenAmen, sagte der Küster, und die Kirche war aus.
AmenDabei ist wenig Amen vnd Bestand.
AmenDas Amen war zu früh gesprochen.
AmenEr kann nicht Amen sprechen.
AmenEr konnte das Amen nicht finden.
Von einem Prediger, der kein Ende findet.
AmenIk heff noch nich Amen seggt.
Holstein
Ich habe noch nicht bejaht.
AmenNach dem Amen folgt der Segen.
Die Juden haben das Wort: Achare Moos - Kedooschim. Wörtlich: Nach dem Tode die Heiligen. Die Wörter bezeichnen die Anfänge zweier Abschnitte aus dem Pentateuch.
Noa jêidem Oamen folget kein Seagen.
Westfalen
AmenNicht nach jedem Amen folgt ein Segen.
en] Amen is not said after an unacceptable prayer.
AmenWie Amen in der Kirche.
Um zu sagen, dass etwas so gewiss ist.
AmenZu allem Amen sagen.
AmensagerDas is e rechter Omensäger.
Jüdisch-deutsch von einem Menschen, der keine eigene Meinung hat, der zu allem Amen sagt; ein Jaherr, ein Ja-Affe.
nl] Het is een amenzegger.
AmerikaEr ist nach Amerika gegangen.
In dem Sinne: er ist geflüchtet, hat sich in Sicherheit gebracht, wie man sonst sagte: er hat ein Asyl (Altar, Kirche) aufgesucht.
la] Confugere ad aram (oder: ad asylum).
AmerikaEr will Amerika entdecken.
Zu spät mit etwas kommen; etwas anbieten, was längst bekannt ist.
la] Iliadam post Homerum scribere.
AmerikaIn Amerika liegt das Geld (noch immer) auf der Straße, man muss es nur aufzuheben wissen.
AmerikaIn Amerika macht man eine Stunde in vierzig Minuten.
Sprichwort der Deutschen in Nordamerika, um zu sagen, dass der dortige Arbeiter teils infolge größerer Anstrengung, teils infolge geeigneterer Werkzeuge und einer besseren Form mehr leistet als der hiesige, dass er in derselben Zeit mehr vor sich bringt oder zu demselben Geschäft weniger Zeit braucht als in Deutschland erforderlich ist.
AmerikaWenn Amerika entdeckt ist, dann will's jeder finden.
AmerikaWer nach Amerika geht, ist drei Jahre blind.
Magazin für die Literatur des Auslandes, 1867
Anti-europäische Anschauung in Amerika. »Oft schon haben wir, und stets vergeblich, versucht, uns die seltsame Gestaltung der amerikanischen Kulturverhältnisse zu erklären, bis wir endlich den Schlüssel dazu in einem wohlbekannten Sprichwort entdeckten: Wer nach Amerika geht, ist drei Jahre blind.«
AmerikanerDie Amerikaner kochen auch nur mit Wasser.
Sprichwort nach Deutschland zurückgekehrter amerikanischer Auswanderer, deutscher Amerikamüder, auch dortiger Deutschamerikaner.
AmmeAm liebsten werd' ich Amme, sagte die Konfirmandin.
Hamburg
AmmeAuf zehn Ammen rechnet man elf Huren, denn eine darunter gilt für zwei.
AmmeDen Ammen kommen die Kinder nicht von Herzen, so kommen sie ihnen auch nicht hinein.
AmmeDer Ammen und Vormünder Schutz ist Untreu, Vorspiel und Eigennutz.
»Die Kinder kommen ihnen nicht vom Herzen, so kommen sie ihnen auch nicht darein. Gehet's wohl zu, so ist's dank- und lobenswert.«
AmmeDie Amme hat ihm die Zunge zweimal gelöst.
AmmeDie Amme hat's aus dem schönen Brunnen geholt.
So sagt man in Nürnberg und Umgegend mit Bezug auf die Geburt eines Kindes, wie man sonst auch auf kindliche Fragen antwortet: Der Storch hat's gebracht.
AmmeDie Amme ist Herrin, so lange sie das Kind nährt.
es] Ama, soys ama mientras el niño mama, y despues no nada. - Entre tanto que cria, amamos el ama; pasado el provecho luogo olvidada.
AmmeDie Amme nährt das Kind, und das Kind nährt die Amme.
AmmeDie dicksten Ammen haben die wenigste Milch.
fr] Degraces nourices autounes foys moin de lait.
la] A pingui et obesa nutrice interim minus lactis.
AmmeEine Amme kann die Mutter nicht ersetzen.
la] Lusciniae a parentibus educatae melius canunt quam tenerae e nido detractae. (Plutarch)
pl] Mamka za matke nic stoi.
AmmeEine Amme machen.
AmmeEn beten bito (ein bischen vorbei, beizu), säd de Amm', dor härr dat Kind up'n Henkel schäten.
AmmeSchlafende Amme, schreiendes (spielendes) Kind.
fr] Les nourrices peuvent bien dormir, les enfans s'esbatent. (Adag. franç., XVIme siècle)
AmmeSeine Amme verstand so viel Latein als er.
AmmeWenn die (eitle) Amme ihre Brüste schminkt, mag das Kind nicht trinken.
AmmenartEr hat Ammenart, was das Kind nicht mag, das mag die Amme.
la] Nutricum more male.
AmmenliederAmmenlieder lullen nur Kinder in den Schlaf.
AmmenmacherEr ist ein Ammenmacher.
Königsberg
Von einem Manne, der ohne bestimmten Beruf lebt.
AmmenmärchenEinem Ammenmärchen erzählen.
fr] Faire des contes borgnes. (Nouv. Diction. par Fr. Leroux)
AmmenmärchenEs sind Ammenmärchen, womit man Kinder furchtsam macht.
la] Quae apud inferos. (Aristarch)
AmmenmäreAmmenmären können keine Männer nähren.
AmmenpflegeAmmenpflege ist keine Mutterpflege.
fr] Les soins d'une nourrice ne sont pas ou ne valent pas ceux d'une mère.
AmmenweiseDu hast Ammenweise; was das Kind nicht slindet (verzehrt), issest du.
AmmerAmmer und Haubenlerche sagt, dass der Winter hinterm Berge.
AmorAmor hat dir zugeniest.
AmorAmor ist ein Krieger, der vor jeder Feste Sieger.
it] A ogni impresa.
la] Amor restat vincens.
AmorAmor ist ein Maulwurf, Hymen ein Luchs.
In der Liebe sieht man gar keine, in der Ehe zu viel Fehler.
AmorAmor vincit omnia.
»Das lieght, zeide pecunia, want daer ick pecunia niet en bin, Amor raekt daer zelden in.«
Fällt ins 14. oder 15. Jahrhundert und gehört zu den ältesten apologischen Sprichwörtern.
AmorAmoris macht, Veneris bracht, Cupidinis swert hant manchen verzert.
AmorWenn Amor und Hymen bauen eine gute Hütte, ist Plutus der dritte (oder: in ihrer Mitte).
Wenn zu der vorhandenen Zuneigung auch einige materielle Mittel kommen.
AmorWo König Amor einzieht, kann's der Hauswart Verstand nicht wehren.
AmpelAmpel und Docht verschlucken viel Öl und werden doch nicht feist davon.
AmpelEine Ampel brennt nur dann, wenn man Öl zugießt.
AmpelWenn die Ampel brennen soll, muss man Öl zugießen.
la] Sint Maecenates, non deerunt, Flacce, Marones. (Mart.)
AmpelWir mögen wohl die Ampel putzen, aber kein Öl dreingeben.
AmphibiumEr ist ein Amphibium.
Ein zweizüngiger Mensch.
AmselEine Amsel wetzt der andern den Schnabel.
pl] Kiedy trafi kos na kosa, jeden z nich umyka nosa.
AmselEine blinde Amsel.
Unverständig. - Das deutsche Sprichwort hat die Amsel sehr dürftig behandelt; im Französischen kommt sie häufiger vor: C'est un dénicheur de merles. - C'est un fin merle. (Diction. de l'Acad.) - Or commence le merle à faire son nid.
la] Talpa caecior.
AmselSingt die Amsel im Februar, so bekommen wir ein teures Jahr.
AmselWenn die Amsel satt ist, schmecken die Trauben sauer.
fr] A merle soûl cerises sont amères.
AmselWenn eine Amsel im Haus, so bleibt der Blitz daraus.
AmselWer Amseln im Winter Futter streut, hat Glück und bleibt vom Fieber befreit.
AmsessenHe hett Amsessen in de Snût.
Ränke. Sinn: Er ist ein Schlaukopf, er sieht nach Ränken aus.
AmsigenWier sich nit ämsekt, dier lekt.
AmsterdamAmsterdam ist die Perle aller Städte.
Als solche galt es früher, wie als Sitz und Sammelplatz des Reichtums.
AmsterdamAmsterdam, du grote Stadt, büst gebaut up Palen; wenn du nun ins umme fallst, wel sall dat bitalen.
Nicht allein in Amsterdam, sondern in ganz Holland ruhen beinahe alle Häuser auf Rosten. An und für sich ist indes die Befürchtung des Umfallens eine kindische Vorstellung. Dennoch gab im vorigen Jahrhundert eine Erscheinung einigen Grund zu dieser Befürchtung. Um das Jahr 1730 fanden sich nämlich plötzlich Würmer ein, wahrscheinlich mit Schiffen aus Indien gekommen, welche in kurzer Zeit die Wände der Schiffe und die Pfähle an den Dämmen durchbohrten und unbrauchbar machten. Die Besorgniss war groß, da man kein Vertilgungsmittel kannte. Man fürchtete, sie würden die Pfähle angreifen, worauf Amsterdam ruht. Sie verloren sich indes nach einigen Jahren infolge eines strengen Winters wieder.
AmsterdamAmsterdam, haaste Geld, ik hewwe Ware, sagte de Besenbinner.
Westfalen
AmsterdamAmsterdamken, as ik dir noch ênmol so guamm, sullt du nêt völ behollen, sä de Feling, do harr he de 30 Gülden mitbrocht.
Der Westfälinger war auf seinem Hausierhandel bis Amsterdam gekommen, wo er für 30 Gulden seine Ware abgesetzt hatte; er fürchtete, wenn er noch einmal so viel Ware hinbringe, dass die Zahlungsmittel der Stadt erschöpft werden würden.
AmsterdamDer ist bis (oder: beinahe bis) Amsterdam gewesen.
D. h. sehr weit. Unter den Landleuten in Nordböhmen ist, wer in Amsterdam gewesen, weiter gereist, als wer bloß bis in Amerika gewesen ist.
AmsterdamWenn Amsterdam mein wäre, wollt' ich's in Utrecht verzehren.
AmtAlle Ämter gevt Kappen.
AmtAlle Ämter sind schmierig, ausgenommen das des Lichtziehers, das ist fettig.
nl] Alle officiën zijn smerig, behalve dat van Kaarsen niaker, dat 's vettig.
AmtAlle Ämter sind schmierig, sagte des Küsters Weib, und stahl eine Kerze.
AmtAlle Ämter sünt smerig.
nl] Alle officiën smerig, zei de kosters wrouw, tom zij een eindje kaars nit de kerk krug. - Is het ambt smerig, elk een vlamt er op. - Ik heb een honorabel en profitabel officie, zei wolfert, en hij bediende de schop-en bezem plants als substituut.
la] Quodlibet officium lucri pinguedine crassum.
AmtAmt adelt niemanden.
Die Rechte und Ämter, die der Adel besaß, erwarben sie durch den Geburtsstand; es waren Folgen, nicht Ursachen des Adels. - Das ampt bleibt gut, obschon die Person böss ist.
mhd] Darumme ne edelt nemere en ambacht.
AmtAmt bringt Ehre, aber die Tugend nicht immer Amt.
dk] Som ved amt erlangen ere, sau bör amt erlanges ved dyd.)
AmtAmt bringt Samt.
Manchmal aber auch kaum so viel, um grobes Tuch zu kaufen und zu bezahlen.
AmtAmt gibt Kappen, (mit dem spätern Zusatz:) sind's nicht Kappen, so sind's doch Lappen.
Der Ursprung dieses Sprichworts fällt nach den Berichten Grunar's in seiner »Preussischen Chronik« in die Zeit des Hochmeisters Heinrich von Richtenberg, der von 1470-77, obwol in großer Armut, regierte, da Preußen sich nach dem verderblichen dreizehnjährigen Kriege noch nicht erholt hatte. Diese Dürftigkeit drückte auch die Ordensbrüder; und oft war nicht einmal so viel Geld in der Kasse, dass ihnen die nötigen Kleider angeschafft werden konnten. Einer darunter, Matthias von Beybelen, bat den Hochmeister zu wiederholten malen um ein neues Kleid, zeigte ihm die zerrissenen Lappen, erhielt aber immer schlechten Trost. Auf fortgesetztes anhaltendes Bitten gab ihm endlich der Hochmeister das Amt, die Zinskäse von den Schäfern einzunehmen, wobei er bald so viel erwarb, dass er sich ein neues Kleid anschaffen konnte. Als sich nun viele über die schleunige Verbesserung seiner Umstände wunderten und ihn darum befragten, pflegte er zu antworten: Amt gibt Kappen. Diese Antwort wurde zum Sprichwort, auch bald außerhalb Preußens, und wird gebraucht von denen, welche bei geringer Besoldung sich Nebenzugänge zu verschaffen wissen. Später wurde der obige Zusatz, die Neigung des Sprichworts zum Reime zu befriedigen, teils den Sinn zu beschränken, hinzugefügt.
nl] Het ambt geeft kappen.
AmtAmt hat Würde, aber die Würde nicht stets das Amt.
dk] Som ambt besidder vaerdighed, burde vaerdighed besidder ambt.
AmtAmt macht verdammt.
Wenn es schlecht verwaltet wird.
AmtAmt ohne Sold ist ein Schlüssel zur Untertanen Gold.
AmtAmt ohne Sold macht Diebe.
dk] Bestilling uden lön giver tyve.
AmtAmt ohne Verstand gilt wenig im Land.
la] Est decor obtusus cui nullus competit vsus.
se] Lithin makth aer vm then hedher aenghin dygdh fölgher.
AmtAmt und Person soll man unterscheiden wohl.
AmtAmt und Werk zeigen an, was der Mann kann.
fr] L'office et la somme, monstreront quel soit l'homme.
AmtAmt wird keinem zur Eh' gegeben, drum soll man's brauchen, weil man's hat.
AmtÄmter geben Töpfe, aber keine Köpfe.
Die sollen sie auch nicht geben, weil man diese voraussetzen muss.
fr] Point de bénéfice sans charges.
AmtÄmter geben Würde und Bürde.
la] Capere (Tradere) provinciam. (Plato)
AmtÄmter kommen oben, die Eheleute werden unten zusammengeschoben.
nl] Brui loften en officiën worden van den hemel toegeschikt.
AmtÄmter machen wohl dicke Bäuche, aber keine vollen Köpfe.
AmtÄmter sind Brunnen.
Viele aber sind bloß periodische, die nur zu gewissen Zeiten Wasser haben.
dk] Bestilling erne (em beder) ere guds, dog personnerne ere tis dievelens.
AmtÄmter sind Gottes, die Amtleute des Teufels.
AmtÄmter und Ehren stehen ihm an, wie dem Ochsen ein Sattel und dem Esel eine Bischofsmütze.
AmtÄmter und Posten hängen nicht am Baum, aber am Schiebkarren.
Wer ein Amt haben will, muss einflussreiche Gönner (tüchtige Schiebkarren) haben.
nl] Ambten en posten hangen niet aan den boom, maar wel aan den kruiwagen.
AmtÄmter und Zünfte müssen so rein sein, als wenn sie von den Tauben gelesen wären.
AmtÄmter und Zünfte sind hier gleichbedeutend. Es will sagen, dass dem, welcher in eine Zunft oder Gilde aufgenommen zu werden verlangt, weder in Ansehung seiner Geburt, noch seines Lebenswandels etwas entgegenstehen müsse, was denselben der Gesellschaft anderer ehrbarer Zunftgenossen unwürdig mache. Den Gedanken: Wer zu einem Amte gekommen ist, muss es nach Ehre und Würde desselben führen, drückten die Griechen in dem Sprichwort aus: Wer nach Sparta gekommen ist, schmücke es! (Spartam nactus est, hanc orna.)
AmtÄmter wären schon gut, wenn nur die Rechenschaft (das Rechnunglegen) nicht wäre.
AmtÄmter, die besten, darben, tragen Stroh statt Garben.
AmtÄmter, wobei die darben, die sie verwalten, sind Diebesanstalten.
AmtAnder Amt, andre Sorge.
la] Non est eadem cura oratoribus, quae phonascis. (Quinct.)
AmtDanach das Amt ist, danach wird einer gehalten.
AmtDar ys nen Ampt so geringe, ydt ys Hengens werdt.
AmtDas Amt bleibt gut, obschon die Person böse ist.
AmtDas Amt der Schlüssel ist eine sonderbare Kirchengewalt.
Wird angewandt, wenn ein evangelischer Geistlicher Kirchenzucht übt, Kirchenstrafen vollstreckt.
AmtDas Amt ehrt den Mann, der Mann soll das Amt ehren.
AmtDas Amt erlaubt manches, was sonst im Recht verboten ist.
Mit Bezug auf den Vertheidiger in Prozessen, welchem in dem, was Recht ist, ein großer Spielraum gestattet wird.
mhd] Das ammecht is loubis maniches, das zust in dem rechten verboten ist.
AmtDas Amt ist des Mannes Lehrmeister.
la] Res publica virum docet.
AmtDas Amt lehret den Mann.
Es gibt Kenntnisse, die man nicht im voraus lernen, sondern die man allein auf dem Wege der Erfahrung erlernen kann.
AmtDas Amt lehret regieren.
AmtDas Amt macht den Mann, und nicht der Mann das Amt.
»Der Edelmann sagte: bekomm ich ein Ampt, so muss ich wohl weis seyn, ich sey es, oder sey es nicht. Der Fürst sagte: Du sagest recht, Honores mutant mores, der die Ehre hat, muss weiß und klug seyn, er sey es oder nit, das Ampt macht heutiges Tages den Mann, und nicht der Mann das Ampt.«
AmtDas Amt macht wohl satt, aber nicht klug.
AmtDas Amt weiset den Mann.
De stât wyset den man. (Ipse magistratus animum demonstrat et iram).
AmtDas Amt zeigt an, was der Mann kann.
Im Privatleben kann man den Charakter eines Mannes bei weitem nicht so kennen lernen, als im öffentlichen.
dk] Embedet viser hvad een kood.
nl] Wat de man kan, wijst het ambt an.
la] Magistratus virum indicat. (Pittac.)
AmtDas Amt zeigt den Mann.
AmtDas Amt zeigt nicht immer an, was der Mann kann.
AmtDas Amt zeugt vom Mann.
AmtDat Ampt töget den Man an. (Reineke)
Das Sprichwort ist übrigens sehr alt, schon bei den alten Griechen bekannt.
Luther sagt: »Man erfährt nicht eher was in einem Manne steckt, er komme denn ins Regiment.«
nl] Het ambt toont den man.
AmtDes Ampts Schaden geht auf des Amtes Vorstand.
AmtDie Ämter können nicht leiden, was unehrlich ist.
AmtDie Ämter sind Gottes, die Personen des Teufels.
AmtDie dienen zu den Emptern wohl, die jhre Zech können bezahlen.
AmtDrei Ämter können es unmöglich allen recht machen: Schneider, Koch, Lehrer.
AmtDrei Ämter sind die schwersten: in Kirchen und Schulen lehren, Land und Leute regieren und Kinder gebären.
AmtEin Amt, das seinen Mann nicht nährt, ist keine trockne Bohne wert.
es] Officio que noda de comer à sa dueño no vale dos habas. (Don Quixote)
AmtEin böses Amt sich selbst verdammt.
AmtEin fettes Amt vernaturet oft das Schaf in einen Wolf.
AmtEin gleiches Amt bekommen.
la] In matellam immejere.
AmtEin großes Amt läuft mit einem kleinen Manne davon.
AmtEin hohes Amt hat schwere Pflichten.
dk] Högt embede stort regenskab.
AmtEin jedes Ampt beweiset seinen Mann.
AmtEin jedes Ampt darff eines eigen Mannes.
AmtEin willkommenes Amt ist keine Last.
it] Volontaria carica non è di carica.
AmtEinem ein ampt befehlen.
AmtEinen andern sein ampt vbergeben.
AmtEmpter geben Kappen.
AmtEr geht aus dem Amte hinaus, arm wie eine Kirchenmaus.
Der Franzose sagt von jemand, der bei seinem Dienst nichts erübrigen konnte oder gar dabei arm geworden ist: Er verlässt sein Amt mit dem weißen (d. i. Bettel-) Stabe in der Hand. (Sortir de son emploi, le bâton blanc à la main.)
AmtEr hat sich ins Amt praktiziert.
AmtEr legt sein Amt nieder wie der Kuhhirt von Dorliken.
Der, als ihn die Gemeinde fortjagen wollte, sei nen Dienst aufsagte.
fr] Il a été cassé aux gages.
AmtEs führet nicht ein jeder ein jedes ampt.
AmtEs ist ein böses Amt, einem Löwen die Zähne auszufeilen.
AmtEs ist ein schlimmes Amt, wo man entweder Herrgott oder Teufel sein muss.
AmtEs ist ein schönes Amt, wo man nur mit dem Magen arbeiten darf.
AmtEs ist kein Ampt so klein, es ist nützlich.
AmtEs ist kein Ampt, es schwitzet.
AmtEs ist kein Amt so gering, es bezahlt den Strick.
AmtEs ist kein Amt so gering, es lässt sich genießen; wärmt es nicht, so flickt es doch, flickt es nicht, so lappt es doch.
dk] Der er intet saaringe fogderie, der jo gaome en sack havre.
nl] Geen officie zoo kleen, of het es beter dan niets.
AmtEs ist kein Amt so gering, man kann dabei einen Braten betriefen.
fr] Point d'emploi sans bénéfice. - Qui a office, a bénéfice.
AmtEs ist kein Amt so klein (so gering), es lässt sich messen.
AmtEs ist kein Amt so klein, das nicht den Galgen verdient.
Auch im kleinsten und unbedeutendsten Amte oder Dienste kann sich ein Gewissenloser manches Sträfliche erlauben.
AmtEs ist kein Amt so klein, es gibt so viel Schmalz, dass man einen Braten damit übertriefen kann.
AmtEs ist kein Amt so klein, es ist besser als kein.
nl] Nooit amtje zoo kleen, of het is beter dan geen.
AmtEs ist kein Amt so klein, es trägt was in die Küchen ein.
nl] Nooit ambtje zoo klein, of het is beter dan geen.
AmtFünf müssen ihr Amt verneinen: Pfaffen, die gern hören Kinder weinen, Juden, die gern wohnen bei Schweinen, Mönche, so zu weltlich scheinen, Henker, welche töten keinen, und Teufel, die nicht gerne peinen.
AmtGekauftes Amt ist verdammt.
fr] Qui achète office revend son office. (G. Meurier, Trésor des sentences)
AmtGroß Amt macht einen reichen Amtmann.
AmtGroßes Amt, große Sorgen.
la] Multa cura summo imperio inest.
AmtHohe empter sind ein schlüpfriger Ort, da man leichtlich gleiten kan..
dk] I höge bestillinger er vanskeligt ikke at foneisig.
AmtHoher empter vnlust tregt manchen früh zu grab..
AmtIm Ampt vnd zu Feld gilt sawer sehen vnd ernsten.
AmtIn ein fremdes Amt greifen.
la] Falcem in alienem messem mittere.
AmtIst dir eyn ampt eyn zit lanck gegeben, darvff saltu dich nyt zu hoich erheben.
AmtIt is kein ampt so gut, dar legt ein dâf ut.
AmtJe höher Amt, je tiefer Fall.
AmtJedes Amt bedarf eines eigenen Mannes.
AmtJedes Amt ist gut, sagte des Küsters Frau, als sie ein Stückchen Licht in der Kirche bekam.
AmtJedes Amt schmutzet.
Alle ammet smittet. (Artificis proprius labor inficit atque colorat)
AmtJemandem in sein Amt greifen.
Sich eine Verrichtung anmaßen, die einem andern gesetzlich gebührt.
AmtKein Ampt so klein, es zalt den Strick, drumb muss der haben groß Glück, der vom Amptmann bleibt vngerupfft, vnd nicht biss auffs Borbein gezupfft.
AmtKeiner kan ein Ampt verrichten, darin er nicht ein Schüler gewesen.
AmtKlein Amt - bequem Amt.
Von dem, was wenig einbringt, aber viel Angenehmes hat. Kleine Gabe, aber liebe Gabe.
la] Munus exiguum, sed opportunum.
AmtLass dir dein Amt empfohlen sein, mit Treu' und Fleiß es schmücke fein.
dk] Tit blive personer forsgenede med bestillingen, og ikke bestillingen for personnen.
AmtMan kann einem wohl das Amt geben, aber nicht den Verstand dazu.
AmtMan kann nicht zwei Ämter in Einer Sache führen.
AmtMan muss die Ämter den Leuten und nicht die Leute den Ämtern geben.
AmtMan soll die Ämter und Dienste mit Leuten versehen, nicht die Leute mit Ämtern und Diensten.
AmtMan stellet manchen in ein Amt, das muss er dennoch können, ob er gleich kein Schulrecht drin getan.
AmtManchen stehen ämpter vnnd ehren an, wie einem Ochsen ein Sattel vnd eim Esel ein Bischoffshut.
AmtManches Amt macht verdammt.
AmtNeu Amt, neue Sitten.
la] Alia vita, alia diaeta.
AmtNicht jedes Amt ist von Samt.
AmtNiemand sol sich seines Ampts schemen.
Schlecht Amt, schlechte Leute.
AmtSo einer ein Amt überkommt, so redet er nicht mehr seine Sprache, er fängt an schwäbisch (hochdeutsch) zu reden.
Nicht das in der heutigen Mundart herrschende Schwäbisch, sondern die oberdeutsche Hauptsprache der Schrift aus der Zeit der Hohenstaufen.
AmtViel Ämter und wenig Blech, eine leere Tasche und Schneiderzech'.
AmtVil empter schmecken wohl.
AmtWart' deines Amtes oder lass es fahren.
la] Inter pelliculam tuam te contine.
AmtWas deines Amtes nicht ist, davon lass deinen Vorwitz.
Pred. Sal., 3, 24
Mische dich nicht unberufen in die Angelegenheiten eines dritten.
en] Meddle not with tat you have nothing to do withal.
fr] Ne sois point curieux des choses qui ne te regardent pas. - Ne vous mêlez pas de choses qui ne vous regardent point.
it] Di quel che non ti cale, non ne dir nè ben nè male.
la] Aliena noli curare. - Non est meum negotium, multum valeat. (Diog.) - Syrus cum non sis, ne syrissa.
AmtWas newlich ins ampt kommen ist, das plehet sich gern auff.
Henisch bemerkt dazu: »vnd ist gemeiniglich vil rhum vnd stoltzierens da, wie die newen wägen sehr knarren vnd kurren.«
AmtWat dienes Amts nich is, doa loat dien'n Vöärwitz.
AmtWenn du vors Amt gehst, so sprich dir zu Hause erst das Urteil.
Litauen
AmtWenn man aufs Amt geht, ist man groß (reich, vermögend), und wenn man zurückkommt, ist man bloß (arm, ausgezogen).
AmtWenn man zu großen Emptern vnd Händeln vnversuchte leute gebraucht, so gehet es alles zu grund.
AmtWer an seinem Ampt verzagt, dem stehet nicht zu raten, noch zu helffen.
AmtWer auff sich selbst viel Empter nimpt, der mag nicht tun, was jeden ziempt.
AmtWer das Amt hat, nimmt billig den Vorteil vom Amte.
AmtWer das Amt kann (hat), bekommt den Verstand dazu.
AmtWer das Amt kauft, muss das Recht verkaufen.
it] Chi compra il magistrato, forza è che venda la giustizia.
AmtWer ein (obrigkeitliches) Ampt antritt ohne sciente vnnd experiente, der trägts mit der Leut penitente.
dk] En uvaerdig i bestilling er faenes ulykkes.
AmtWer ein Amt bekommt, bekommt den Verstand nicht mit.
nl] Die het officie geeft, geeft de wijsheid niet mede.
AmtWer ein Amt bekommt, bleibt nicht, wie er ist, Lung' und Leber kehrt sich um.
la] Dat mores sciri culmen hercle viri. - Honores mutant mores.
se] Thu skal pröna mannen i sith waldh.
AmtWer ein Amt erhält im Land, der erhält auch den Verstand.
Zuweilen mit etwas Unverstand durchschossen.
cz] Cest' rodí rozum.
Fläm.: Die d'ampt geeft, en geeft de wysheyt niet meede.
nl] Die het ambt kan, krijgt het verstand daartoe.
it] Chi dà la carica non dà la scienza.
la] Virtus in titulis propriis fit (sit) habenda curulis.
se] Ther takir man dygdh som hon aer.
AmtWer ein Amt genommen, ist der Freiheit verkommen.
fr] Celui qui s'acquitte de son devoir ne s'oblige à personne.
AmtWer ein Amt haben will, muss Vettern suchen.
Sonst wurden die Ämter verkauft, jetzt pflegt man sie häufig zu erschleichen oder zu erränken (zu erintriguieren).
AmtWer ein Amt hat, braucht keinen Verstand.
AmtWer ein Amt hat, der warte sein.
AmtWer ein Amt hat, findet leicht eine Frau.
fr] Un charge est le chausse-pied du mariage.
AmtWer ein Amt hat, hat auch den Verstand.
In Hannover: Wär en Amt hat, dei het âk den Vorstand.
AmtWer ein Amt hat, ist verständig, hätte er auch so viel Schiefer, um ein Haus zu decken.
AmtWer ein Amt hat, muss sich vergessen und für andere wirken.
la] Publica persona privatam depone.
AmtWer ein Amt hat, warte des Amts.
la] Spartam, quam nactus es, orna. (Cicero)
AmtWer ein Amt hat, wird beneidet (gehasst), sagte der Gänsehirt (Bettelvogt), als ihn die Magd schalt.
nl] Alle gemeene digniteten zijn de haat van het gemeen subject, zei Arie de aschman, en hij werd van eene dienstmeid zur kwalijk bejegend.
AmtWer ein Amt will bekleiden, muss können Schmach und Tadel leiden.
Er muss geduldige Ohren und Gleichmut besitzen und sich gewöhnen, Gutes und Böses von sich zu hören, ohne sich durch eins von beiden vom rechten Wege abbringen zu lassen.
la] Magistratum gerens, audi et juste et injuste. (Erasmus)
AmtWer en Amt hat, dei wâr 'et.
AmtWer im Ampt der Obrigkeit die Affekten zu rath nimmt, der treibt hurerey mit der Justiz vnnd Weißheit.
AmtWer ist im Ampt zu sehr gelind, der schafft kein nutz bei bösem gsind.
AmtWer mitgeht zum Amt, der geht auch mit zum Schlamp.
AmtWer nicht gehet zum ampt, der gehet auch billig nicht zum schlamp.
AmtWer red't uf sein Amt und sein' Mischpooche (Familie), an dem is kahn Massel (Glück) un kahn Brooche (Segen).
Jüdisch-deutsch
AmtWer sein Amt nicht ehrt, den ehrt es auch nicht.
la] Spartam nactus es hanc orna.
AmtWer sein Amt wie ein Fuchs erschlichen hat, wird es wie ein Wolf verwalten.
AmtWer seines Amtes sich schämt, der stehe davon ab.
AmtWer sich beim Amt will um was verwenden, der muss kommen mit goldenen Händen.
AmtWer sich ein Ampt kaufft, ist schon ein Schalk, oder wils bald werden.
en] He tat buyeth magistracy must sell justice.
AmtWer sich seines ampts schämet, der stehe sein ab.
AmtWer sich zum Ampt drengt, der ist sein nimmermehr wert.
AmtWer viel Ämter auf sich nimmt, der kann nicht tun, was jedem ziemt.
fr] Qui trop embrasse, mal étreint.
la] Pluribus intentus minor est ad singula sensus.
AmtWie Amt, so Mann!
AmtWie Einen das Amt findet, so lässt es ihn auch.
Nach mittelalterlicher Anschauung wird der Mann zu seinem Amte geboren; und wenn er keinen Verstand dazu besitzt, so bekommt er ihn von Gott; das Amt kann an seinem Geburtsstande namentlich nichts ändern.
mhd] Wie en das ammecht vynt, so behelt is en und so lest is en auch.
AmtWo die Ämter mit Leuten und nicht die Leute mit Ämtern besetzt werden, da geht es recht zu.
AmtZu Ämtern braucht man nicht Landeskinder, sondern Männer.
ÄmtchenÄmtchen bringt Käppchen.
Schon im wörtlichen Sinne wahr; die gemeinen Mönche tragen bloße Kapuzen, Bischöfe Mützen, Äbte »Käppchen«, Kardinäle Hüte, der Papst eine dreifache Krone u.s.w. Als Sprichwort will es sagen, dass jeder Dienst, jedes auch noch so kleine Amt Vorteile abwirft, und dem, der es bekleidet, per fas oder nefas, sein Unterkommen gewährt. »Werde ein Amtmann; so hast du keine Sorgen«, sagte der Hofnarr fröhlich zum König August, als dieser einst über Sorgen klagte. Die Entstehung des obigen Sprichworts wird so erzählt: Klaus von Ranstät, gewöhnlich Klaus Narr genannt, wollte von seinem Herrn, dem Kurfürsten Ernst von Sachsen, ein Amt haben. Dieser vertraute ihm endlich die Aufsicht über die Speckgewölbe an und gab ihm den Titel Speckmeister. Die Speckseiten wurden ihm zugezählt und er musste Rechnung darüber führen. Dennoch gelang es ihm, seinen Herrn zu betrügen. Er ließ sich bei einem Schmiede lange, schmale, dünne und zweischneidige Messerchen machen. Mit diesen Instrumenten und einem Kohlenbecken versehen, ging er des Nachts in sein Specklager, machte die Messerchen eins nach dem andern glühend, fuhr damit in die Speckseiten, deren jede einiges Fett fahren lassen musste, das er in einem Gefäß auffing. Wenn er eine Menge gesammelt hatte, verkaufte er es. Nach einiger Zeit erschien er mit einer roten Kappe, wie man sie damals bei Hofe trug, statt der gewöhnlichen Narrenkappe. Als der Kurfürst den Klaus fragte, woher er die Kappe habe, erwiderte er immer nur die geheimnissvollen Worte: »Ämtchen bringt Käppchen.« Bei Untersuchung der ihm übergebenen Speckvorräte fand man der Zahl nach alles richtig; aber er selbst gestand nachher seinem Gebieter, dass mehrere der dort hängenden Speckseiten nichts seien, als die äußere Hülle derselben, indem er es gemacht habe, wie alle andern Beamten, die das Fett des Landes sich selbst zueigneten und ihrem Gebieter die leeren Hülsen ließen.
fr] Il n'y a point d'emploi sans bénéfice. - On ne peut manier le beurre, qu'on ne s'engraisse les doigts.
la] Quodlibet officium lucri pinguedine crassum.
ÄmtchenEs ist kein Ämtchen so klein, es trägt was ein, sagte des Küsters Frau, da hatte sie das Öl aus der Kapelle genommen.
nl] Geen officie zoo klein, of het is beter dan niets.
ÄmtchenEt es geen Ämtchen esu kleng, et es hengens wert.
»Doch werden wir durchs Sprichwort glert: ein jedes Ampt ist henckens werdt.«
ÄmtchenKe Ämbke, of et schmett München.
Färbt ab, wirft etwas ab.
ÄmtchenNichen Ämtchen ône Schlemtchen.
ÄmtleinÄmtle - Schlämple.
Schlamp bezeichnet sowohl nachlässiges Tun, als zufälligen oder herbeigeführten Nebengewinn.
ÄmtleinChlini Ämtli bringe churzi Ehr u lange Chöste.
Luzern
ÄmtleinEin jedes ämptle weiset seinen Mann.
ÄmtleinEr sucht ein Ämtlein.
fr] C'est un valet à louer.
ÄmtleinEs ist kein ämptle, es ist henckens wert.
la] Nullus est magistratus, quantumvis parvus, qui non suspendio dignus.
ÄmtleinEs ist kein Ämptlein so klein, schuhet oder solet es nit, so flicket es doch; flicket es nicht, so lappet es.
cz] Není sluzbicky, aby nebylo partycky. - Není toho úradku, aby nemel svého dárku. - Úrad nemylí: jestli netece, aspon kape.
pl] Co urzad to obrywka.
ÄmtleinEs ist kein Ämtlein so klein, dass man sich dabei nicht den Galgen verdienen kann.
Österreich
ÄmtleinEs ist kein Ämtlein so klein, es ist henkenswert.
ÄmtleinEs ist kein Ämtlein, es hat sein Schlämplein.
ÄmtleinEs ist kein Ämtli, es hat auch ein Schlämpli.
ÄmtleinJed's Amtla hat sei Schlampla.
Franken
cz] Prijede úredník, nebývá bez koláce. - Úredníkem býti, ne bez medu ziti.
ÄmtleinJedes Ämtlein hat sein Schlämplein.
la] Tam probus haud quisquam toto reperitur in orbe, officium qui expers utilitatis agat.
ÄmtleinViel Ämtlein, viel Schlämplein.
AmtleuteAmtleute geben dem Herrn ein Ei und nehmen den Untertanen zwei.
AmtleuteAmtleute haben die Schlüssel zu der Bauern Gelde.
AmtleuteAmtleute hüten wie der Fuchs die Gänschen, und richten wie der Wolf über die Schafe.
AmtleuteAmtleute kommen eher in Gefahr als ein Schiffmann.
Der Untertanen Beschwerden sind gegen sie, können ihnen indessen da, wo man die vortreffliche Erfindung der Kompetenzkonflikte zur Anwendung gebracht hat, wenig schaden.
AmtleuteAmtleute machen ein Loch auf und stopfen das andere zu.
AmtleuteAmtleute müssen klug sein.
Als der Landgraf Wilhelm zu Hessen einen Edelmann fragte, wann er anfangen wolle, witzig zu werden, so antwortete er: »Gebt mir ein Amt, so werd' ich auch klug sein; in meinem jetzigen Stande brauche ich's nicht.«
AmtleuteAmtleute müssen manche Pille verschlucken.
AmtleuteAmtleute nehmen die Leilaken (Inletten) von einem Bette und decken sie aufs andere.
AmtleuteAmtleute nehmen von den Füßen und (schmücken) decken damit den Kopf.
AmtleuteAmtleute nehmen von einem Altar und schmücken damit den andern.
AmtleuteAmtleute schneiden das beste Stück vom Tuch; Gott geb', dass dem Herrn zu einem Rock übrig bleibt.
AmtleuteAmtleute sollen die Bauern hegen, aber nit fegen; sich ihrer erbarmen, aber sie nit verarmen; in Not erfreuen, aber nit mit Strafe bedräuen; ihre Arbeit ehren, aber nit beschweren.
AmtleuteAmtleute und Pfleger, Förster und Häger, Schaffner und Jäger, Schösser und Prokurator, Verwalter und Kurator haben nicht großen Lohn, werden gleichwohl reich davon.
Eine andere Lesart lautet: Amptleut und Pfleger, Förster und Heger, Kastner und Schösser, bawen Häußer und Schlösser, haben kleinen lohn, werden reich davon. Nun zeug mir an, wie das sein kann. Ihr griff, die weiß nicht iederman; sie schreiben ein X vor ein U, so kommen sie mit der Rechnung zu.
AmtleuteAmtleute und Schösser bauen schöne Schlösser.
»Amtleute und Schösser (Zoll- und Steuerheber) bauen große Häuser und Schlösser, und kriegen doch wenig Sold, sind nicht treu noch hold; die Rechnung kann nicht fehlen, die Diebe müssen stehlen.« (Preußischer Hausfreund, Berlin 1810)
AmtleuteJunge Amtleute, alte Bettelleute.
AmtleuteMit Amtleuten und Vögten ist gut umzugehen, wenn man dem Arsch nimmt, dass man den Kopf deckt.
AmtleuteNeue Amtleute und neue Karren, wenn man sie zuerst braucht, sie knarren.
AmtleuteNewe Amptleut vnd hohe leinene Wand, hat selten ein langen bestand.
AmtleuteSchlechte Amtleute (Beamte) und Wanzen muss man mit scharfen Mitteln kuranzen.
AmtleuteWas die Amtleute gefressen, das wird dem Herrn zugemessen.
AmtmannAch ja, Herr Amtmann, ja. Schluss von Gellert's Fabel: Die Bauern und der Amtmann.
AmtmannAin vnnutzer Amptman vnd Prelate ist wie ein Affe auff dem Dache.
AmtmannAmtmann - verdammt man.
AmtmannAmtmänner kommen schwer in den Himmel.
»Der Teufel war einst in einer Spielgesellschaft, da bekam er Nachricht, dass nächsten Tag ein Amtmann begraben werde.«
AmtmannDe ôle Amtmann weer doch mitn Buck tofrêdn, disse awer will de ganze Hêrde.
Oldenburg
AmtmannDer Amtmann - ein Angstmann.
AmtmannDer Amtmann stirbt, das Amt bleibt.
AmtmannDer Amtmann vergeht (stirbt), das Amt besteht.
la] Dignitas non moritur.
AmtmannDer Amtme verdammt me.
Luzern
AmtmannEin Amtmann auf dem Land hat das Geld der Bauern in der Hand.
AmtmannEin Amtmann gibt seinem Herrn großen Nutzen vor, da sieben Schäden dahinterliegen.
AmtmannEin jeder Amptmann haben wil, Teuffels Würst vnd Zollküchlein viel; da acht man gering das beste Ziel.
AmtmannRufe den Amtmann, sagte der Herr zur Magd, als sie meldete, dass der Fleischer den Ochsen sehen wolle.
AmtmannUnser Amtmann tut nie einen Schritt umsonst.
AmtmannVor des Amtmanns und des Advokaten Tür, armer Beutel, wehe dir!
it] La borsa trema innanzi la porta del giudice e dell' avvocato.
AmtmannWä 'n Amtmann spröäken will, dä mött de Stunne ne tell'n.
AmtmannWer beim Amtmann eine Gans will essen, dem werden die Federn teuer zugemessen.
AmtmannWer dem Amtmann entgeht, fellt dem Richter in die Hand.
AmtmannWie kann man beim Amtmann die Hände sehen, er hat sie ja immer in unsern Taschen, sagte der Bauer zum Jungen, der sich über das Brustbild vom Amtmann wunderte.
AmtmannsbauchDat is 'n Ammansbûk.
Von einem wohlgenährten dickbäuchigen Menschen.
AmtsbrilleSich die Amtsbrille aufsetzen.
Einen ernsten Ton anstimmen, den Ernst und die Würde des Beamten annehmen oder hervortreten lassen.
cz] Poraditi si na nos úredni brejle.
pl] Upristi postavu tolik co nem.
AmtseidAmtseid wird manchem leid.
AmtsgesichtEin Amtsgesicht aufstecken (machen).
AmtskleidDas Amtskleid ist der Deckschalk.
AmtsmieneEine Amtsmiene annehmen (machen).
AmtsrechtVon Amtsrecht sollen die Amtleute reden.
Im Mittelalter hatte nicht bloß jedes Land seine Weise, jede Stadt ihr Gesetz, auch jeder Stand hatte seine Rechte und Pflichten, die für den Ungenossen nicht bestanden.
mhd] Van der ambt rechte sulent auch die ambtlüte sagen.
AmtsschimmelDen Amtsschimmel will jedermann reiten.
AmusierenEr amusiert sich wie der Mops auf der Türklinke.
AmusierenEr amusiert sich wie der Mops im Tischkasten.
Damit bezeichnen die Berliner den höchsten Grad von Langeweile.
fr] S'ennuyer comme un brochet dans le tiroir d'une commode.
AmusierenEr amusiert sich wie ein Gott.
AmusierenEr amusiert sich wie ein Mops (Spitz) im Rosengarten (in Königsberg: im Teegarten).
AmyrisAmyris ist wahnsinnig.
Dies altgriechische Sprichwort wurde gebraucht, wenn einer allein eine Gefahr voraussah und sich deshalb bei Zeiten in Acht nahm, andere ihn aber eben wegen solcher Vorsicht für einen Narren hielten, bis sie endlich zu ihrem Schaden einsahen, dass sie Narren gewesen. - Amyris, ein Sybarite, war von seinen Landsleuten nach Delphis geschickt worden, um das Orakel zu fragen, wie lange sie sich ihres glücklichen Zustandes zu erfreuen haben würden, worauf er die Antwort erhielt: so lange, bis sie würden anfangen die Menschen mehr als die Götter zu ehren. Als Amyris glaubte, dass ein solcher Fall eingetreten sei, packte er seine Sachen zusammen und zog fort; die Sybariten nannten ihn wahnsinnig, mussten aber erfahren, dass ihn ein richtiger Blick dem Unglück zu rechter Zeit entzogen habe.

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