< Sprichwörter >

Andern ein Vormünder, sich ein Torminder.
z] Wie solt ich andere guberniern, da ich mich selbst nit kann regiern, andern ein Vormünder, mir ein Torminder.span>

Andern empfiehlt er Braten und kann sich selber nicht raten.
la] Aliis prospiciens, non sibi.span>

Andern fängt man Ratten, sich kann man keine Maus fangen.

Andern flickt man die Säcke, die seinen lässt man die Mäuse fressen.
fr] Les cordonniers sont ordinairement les plus mal chaussés.span>

Andern ins Maul sehen müssen.
info] Ihrer Gnade leben müßen.span>

Andern ist gut predigen.

Ändern ist nicht bessern.

Ändern ist nicht bessern; und bessern ist zweierlei.

Andern kann man raten, nur sich selber nicht.

Andern Leuten flickt er den Sack, seinen lässt er die Mäuse fressen.

Andern Leuten muss der Esel Haare tragen.

Andern predigen ist leichter als selber tun.
it] Chi predica agl' altri, non si scordi di se stesso.
it] Felice chi mette in opra il ben che dice.
it] Per ben predicar, si deve prima far.span>

Andern putzt sie auf, aber sie selber ist eine Schlumperliese.
bm] Jiné kase (podkasává), a sám se plíhá.span>

Andern raten ist leichter als sich selber erkennen.
z] Stromabwärts schwimmt, wer andern rät, stromaufwärts, wer sich selbst erkennt.
la] Leve est dare consilium, arduum se noscere.span>

Andern raten wir immer recht und uns selber beraten wir schlecht.
z] Wir können allen andern raten, dass dies und jenes soll gehn von statten, zum öfftern aber wohl geschicht, dass wir uns können raten nicht.
la] Tria sunt necessaria: vesci absque saturitate, non refugere laborem, et abstinere a venere.span>

Andern soll man viel, sich selber nichts verzeihen.

Ändern und bessern ist zweierlei; viel wird in der Welt geändert, aber wenig gebessert.

Ändern und bessern sind zwei.

Andern vergib viel, dir selbst nichts.
dk] Forlad andre, men ei dig selv.
it] Condona i falli d'altrui ma non i tuoi propri.span>

Andern vertreibt er die Ratten und ihn vertreiben die eigenen Mäuse.
Russland
fr] L'enseigne du logis chacun esberge et demeure à la playe.
la] Qualis vita, talis fama.span>

Andern will er Ratten fangen und ihn selbst fressen die Mäuse.
z] Wer andern Rat erteilt und da ihm Hülffe Not, sich allzulang verweilt, von dem heißts: Dieser Mensch wiel andern Ratten fangen und kan vor sich doch selbst nicht eine Maus erlangen.
it] Chi non sà far i fatti suoi, peggio sà far quei d'altri.
la] Nequicquam sapit, qui sibi ipsi non sapit.span>

Andern zum Ergötzen, sich zu Tode zu hetzen.
Wendische Lausitz.span>

Anders benehmen sich Männer, wenn sie allein unter sich, anders, wenn sie mit Frauen zusammen sind, und wieder anders wird sich dieselbe Gesellschaft betragen, wenn ein Vornehmerer unter sie tritt, dem sie Ehrfurcht zu bezeigen Ursache haben.
Goethe (1749-1832), Rameaus Neffe, Anmerkungen. Geschmack.span>

Anders denk' ich, anders tu' ich.

Anders denkt der Braune und anders der, so ihn sattelt.

Anders der Mund es redet, anders das Herz es meint.
fr] Il a dit de bouche, mais le coeur n'y touche.span>

Anders hat sich der Jüngling, anders der Greis zu betragen. Vom Jüngling fordert man, dass er die älteren Leute ehrt, dass er sich den Besten und Bewährtesten anschließt, um sich auf ihren Rat und ihr Ansehen zu stützen; denn die Unerfahrenheit des jugendlichen Alters bedarf zur Stütze und Leitung der Umsicht des gereiften Alters.
Cicero (103-43 v. Chr.), Drei Bücher von den Pflichten.span>

Anders ist der Honig, anders sein Preis.

Anders ist es mit den Franzosen (im Gegensatz zur deutschen Kolonisation), welche ihrer Anlage nach gewalttätig sind und andere Nationen ausschließen wollen, wo sie sich festsetzen.
Chamberlain zu Herbert Bismarck (1884).span>

Anders lebt man bei uns, anders zu Rom.

Anders machen ist nicht besser machen.
ndt] Anderschmachen äs nit Biessermâchen.span>

Anders reden dann im Herzen han, ist gemein bei jederman.
la] Est mens nostra suis contraria saepe loquellis.span>

Anders reden und anders meinen ist das schändlichst auf Erden.

Anders regiert man das Schiff, wenns gut Wetter ist, anders wanns bös und ungestümm ist.

Anders sagen die Musen, und anders sagt es Musäus.
Goethe (1749-1832), Physiognomische Reisen. Der Dichter.span>

Anders singt die Krähe, anders die Nachteule.

Anders spricht der Herr, anders der Knecht.
la] Alia Leucon, alia Leuconis asinus portat.span>

Anders spricht er und anders denkt (tut) er.
la] Aliud in ora, aliud in corde.span>

Anders und doch der gleiche
la] alius et idem
Horatius, Carmen saeculare.span>

Anders,
Begreif ich wohl, als sonst in Menschenköpfen,
Malt sich in diesem Kopf die Welt.
Schiller, Don Carlos, III, 10 (König Philipp).span>

Anderswo (o. anderwärts) ist auch gut Brot essen.
ndt] Annerwegen ward ok Brod backt.
ndt] Annertwäigen wärt äuk Bräoud backen.
Arnsberg
dä] Man bager saa godt bröd andensteds som her.
la] Abdera pulchra Tejorum colonia.
la] Omne solum forti patria est.span>

Anderswo gibt es (o. sind) auch Leute.
z] Sie tun nach ihrem, nicht nach deinem Willen.span>

Anderswo isset man auch Brot.

Anderswo ist auch gut Brot essen.
la] Abdera pulchra Tejorum colonia.

Anderswo ist die Welt auch nicht mit Brettern vernagelt (o.) verschlagen.

Anderswo ist's immer besser.
bm] Kde nás není, tam dobře.span>

Anderswo sucht er, was er zu Haus im Überfluss hat.
Böhmen
info] Nämlich zu tun und zu sorgen.span>

Anderswo
la] alibi.span>

Anderthalb Mann und ein Pferdekopf.
info] Von einem Zimmer oder irgendeinem Orte, wo sich sehr wenig Menschen befinden. Aus einer Till Eulenspiegelschen Erzählung entstanden. Als Till Eulenspiegel noch als kleiner Knabe in der Wiege lag, da kam eines Morgens, als seine Eltern oben nicht anwesend waren, ein Mann zu Pferde an die Tür, die er aufstieß und fragte, ob niemand zu Hause sei. Eulenspiegel antwortete: 'Anderthalb Mann und ein Pferdekopf', weil er sich nur für einen halben Mann rechnete, der Reiter aber mit dem Leibe auf dem Kopfe des Pferdes lag und beide zum Teil im Wohnhause waren.span>

Änderung der Gesetze bessert niemand.

Änderung im Regiment nimmt selten gut End.

Änderung macht oft gute Ordnung.

Änderung zum Nachteil
la] reformatio in peius
[RSpW].span>

Änderungen im Regiment nehmen selten ein gutes End'.

Anderwärts ist auch gut Brot essen.

And'r Laits (Leute) Brûd is d'r Kend'r Säm'l.

Andre Hütten, andre Sitten.

Andre Jahr', andre Haar'; andre Zeit, andre Freud.

Andre Jahre, andre Haare.

Andre lehren ist die größte Kunst.

Andre Leute, wenn sie springen
In die Schranken, sind gesund;
Doch wir Minnesänger bringen
Dort schon mit die Todeswund'!
Heine, Der Minnesänger.span>

Andre Städtchen, andre Mädchen.
Ovid.span>

Andre Zeit, andre Anfechtung.

Andre Zeit, andre Freud.

Andre Zeit, andre Lehre.

Andre Zeiten, andre Musen.
Uhland, Die neue Muse.span>

Andre Zeiten, andre Vögel!
Andre Vögel, andre Lieder!
Sie gefielen mir vielleicht,
Wenn ich andre Ohren hätte.
Heine, Atta Troll.span>

Andre zu kennen, das musst du probieren,
Ihnen zu schmeicheln oder sie zu vexieren.
Goethe (1749-1832), Sprichwörtlich.span>

Andreas (30. November) hell und klar, bringt ein gutes Jahr. Eifel

Andreas (30.11.) hell und klar bringt ein gutes Jahr.
ndt] Andreas, hell on klôr bröngd e gud Jôhr. Trier
pl] Święty Andrzej jasny i pogodny będzie roczek płodny.span>

Andreasschnee (30.11.) bleibt hundert Tage liegen.

Andreasschnee kann lange liegen, Hubertusschnee (3.11.) im Graben versiegen.

Andreasschnee tut dem Korn weh.
pl] Śnieg na Andrzeja, dla zboża zła nadzieja.
pl] Śniegi w dzień Andrzeja gęste, żytom czynią szkody częste.span>

Andreasschnee tut Korn und Weizen weh.

Andreis Misse (o. Sünte Dreies Misse) bringet den Winter wisse (= gewiss).

Andren Leuten flickt er den Sack, seinen lässt er die Mäuse fressen.

Andrer Leute Briefe, Beutel und Tisch soll man nicht ansehen.

Andrer Leute Frauen sind die besten, die eigenen Kinder sind die besten, Gemüse des eigenen Gartens schmecken nicht, die aus anderen Gärten sind die besten.
China.span>

Andrer Leute Kreuz lehrt das eigene tragen.

Andrer Leute Kreuz lehrt das eigne tragen.

Andrer Leute Kühe haben immer größere Euter.

Andrer Leute Schmerzen tun nicht weh.
Köthen.span>

Andrer Lüte (Leute) Küje hend allewîl e größer Üter.

Andrer Mann, andres Glück.

Andrer Torheit bemerkt man ehere als eigene.

Andrês brängk (bringt) dä kahle Frês (die kalten Fröste).
Köln
ho] Sint Andries staat op en vringt, en laat niet af voor onze Lieur frouw Lichtmesdage.span>

Andres macht Pappe süß.

Andris bringt den Schnee gewiss.

Andrus (Andreastag, 30.11.), der ehrliche Mann, gibt die Weihnachten (25.12.), Toomas (Thomastag, 21.12.), der grobe Mann, bringt die Weihnachten, Nuut (Knutstag, 7. od. 13.1.), der Zapfen vom Bierfaß, bringt die Weihnachten fort.

Ane kluge Maus wêss mehr alls ee Lôch, sagte der Spitzbube, als er ins zehnte Gefängnis ging.
Schlesien.span>

Äneas roch Lavendelduft und kannte seine Mutter.

Anerkennende Worte sind eine beliebte Einleitung für anschließenden Tadel.

Anerkennung geht in der Regel nur so weit, als sie dazu dient, dem Anerkennenden selbst Relief zu geben.
Karl Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis.span>

Anerkennung ist das Brot der Geister.

Anerkennung ist das Wort eines Idioten, man findet sie im Lexikon, aber nicht im menschlichen Herzen.
Honoré de Balzac (1799-1850), Modeste Mignon.span>

Anerkennung ist der Sauerstoff für menschliche Beziehungen.

Anerkennung ist eine beliebte Friedhofspflanze.

Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst.

Anerkennung und Applaus können auch Vernichtung bedeuten.

Anerzogen ist wie angeklebt, manchmal aber verwächst das Angeklebte.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen.span>

Anes, Fanes (Fenchel), Koriander ist der vin' als wi der ander.
Ulm.span>

Anfahen ist schwer, beharren ist Kunst.
Petri, II, 16.

Anfall fällt vor sich.
[RSpW]
info] Der Erbgang ist niederwärts.
mdh] Der Anfall vellet vor sich.

Anfall stirbt der Mutter in den Schoß.
[RSpW]
info] Wird ein eheliches Kind erst nach des Vaters Tode geboren, so ist es Erbe, sobald es die Augen öffnet und die vier Wände beschreit. Stirbt es wieder, so fällt sein Anteil an die Mutter, was der Sinn des obigen Sprichwortes ist.
mhd] Daz angevelle stirbet der muter in den schoz.

Anfang flüchtig, Fortgang nichtig.

Anfang heiß, Mitte lau, Ende kalt.

Anfang heiß, Mitte lau, Ende kalt.
la] Principium fervet, medium tepet, ultima frigent.

Anfang ist bedenkenswert.

Anfang ist dasjenige, was selbst nicht mit Notwendigkeit auf ein anderes folgt, wogegen nach ihm naturgemäß ein anderes ist oder wird; Ende im Gegenteil das, was selbst naturgemäß nach einem andern folgt, sei es mit Notwendigkeit oder bloß in der Regel, wogegen nichts andres nach ihm folgt.
Aristoteles, Dichtkunst

Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
nl] Het begin is het halve werk.
la] Principium dimidium totius. Hesiod

Anfang ist ein gut Behagen, denn das Ende die Last muss tragen.
fr] Au commencement tout est beau.
it] Il veleno sta nella coda.

Anfang ist ein gut Behagen, die Last, die muss das Ende tragen.

Anfang ist ein gut behagen,
Das end muss den last tragen.
fr] Au commencement tout est beau.
it] Il veleno sta nella coda.

Anfang ist kein Meisterstück.

Anfang ist kein Meisterstück.
fr] Les apprentis ne sont pas maîtres.
fr] N'a pas fini qui commence.
it] Tutti i principi son deboli.
la] Inventum simul et perfectum nihil est.

Anfang und End' in allen Sachen
Muss man mit Gott dem Herren machen.

Anfang und end nicht bleiben gleich, wer heut ist arm, wirt morgen reich.

Anfang und End steht alles in Gottes Händ.

Anfang und Ende in allen Sachen muss man mit Gott dem Herren machen.

Anfang und Ende reichen sich (einander) die Hände.

Anfang und Ende reichen sich (o. einander) die Hände.

Anfang und Ende sind nicht immer gleich.

Anfang und Ende sind selten gleich.
dk] Enden og begyndelsen vil ey gierne folges ad.
la] Flebile principium melior fortuna sequetur.
la] Non sibi concordem spondent exordia finem.

Anfang und Ende sind wohl unter sich verwandt,
Doch ist der Anfang blind, das Ende hat's erkannt.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Anfang und Ende vom Januar zeigen das Wetter fürs ganze Jahr.

Anfang und Ende wollen nicht allzeit übereinkommen.

Anfang Verstand und Rat, zum Fortgang Vorsicht, zum Vollenden Glück und Beständigkeit.

Anfang, bedenk das Ende! Wahlspruch des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg (gest. 1640)
la] Pricipiis obsta.

Anfang, bedenk das Ende!
Wahlspruch des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg (gest. 1640)
dä] For begyndelsen taenk paa ende.
dä] Som enden er sidst i gjerningen maae den vaere först i betragtningen.
fr] Au commencement considérez la fin.
la] Principiis obsta.

Anfang, Mitte und Ende sein.
info] Die Seele des Ganzen, alles in allem sein.
la] Principium, medium et finis.

Anfang, Mittel und End' allein, lass Gott in allen Sachen sein, denn, was mit Gott wird angefangen, ist niemals übel ausgegangen.

Anfang: der wichtigste Teil der Arbeit.
Platon

Anfangen = Afoh ist gut, aber höre (= aufhören) no besser.
Luzern

Anfangen ist ein gut Behagen, denn das Ende die Last muss tragen.
fr] Au commencement tout est beau.
it] Il veleno sta nella coda.

Anfangen ist halb, vollenden ganz.
(zit) Der Beginn ist die Hälfte des Ganzen.
Pythagoras

Anfangen ist leicht, (doch) Beharren ist Kunst.
dk] Let er at begynde, men at fare fort og fuldende, hører forstand og mod til.
fr] Il est aisé de commencer, mais pour continuer et pour finir il faut du jugement et du courage.
it] Non ci è più difficil cosa ch' il cominciare.
pl] Łatwiej jest zacząć niż skończyć.

Anfangen ist leicht, Beharren ist Kunst.

Anfangen ist leicht, Beharren ist schwer.

Anfangen ist leichter als aufhören.
Mageligerre er den förste ende at gribe an, end den sidste at faae fast.

Anfangen lasst sich viel!

Anfangen tut's.

Anfangen und aufhören sind bei ihm eins.
la] In limine deficere.

Anfangen und ringen ist ob allen Dingen.

Anfangen und Ringen
Ist bei allen Dingen.

Anfangen und Vollenden (o. Ausmachen) ist zweierlei.
fr] Commencer et finir sont deux.
fr] N'a pas fini (o. fait) qui commence. (Der hat nicht getan [das Werk vollbracht], der anfängt)
it] In limine deficere.

Anfangen zu bemerken, und bemerkt zu werden, ist ein kurioser Punkt unsers Lebens, geliebter Freund.
Goethe (1749-1832), An J. L. Hetzler (Konzept), 28.9.1770

Anfangen zu verstehen heißt anfangen zu sympathisieren.
Stevenson, Die Geschichte der Lüge

Anfangen, fortfahren und hinausführen gehören zusammen.
dk] At beginde, fare fort og fuldende hörer sammen.
fr] N'a pas fait qui commence.

Anfang'n un tolang'n.'
z] Beide Hann' in beide Taschen, will dat Spillwerk doch nie flaschen.

Anfangs bedenk das End.

Anfangs eine Sache zum Lachen, später wird es Ernst.
Estland

Anfangs fällt die Gestalt im Grabe ein, dann schleift sich sogar ihr Bildnis auf dem Grabsteine hinweg, - was bleibt? Was beide erschuf, die Seele!
Jean Paul, Dämmerungen für Deutschland

Anfangs geht man ins Wasser und glaubt, man wolle wohl durchwaten, bis es immer tiefer wird, und man sich zum Schwimmen genötigt sieht.
Goethe (1749-1832), An Schiller, 21.12.1804

Anfangs halt gute maß, spar, was noch ist im Fass, sonst, wenn du am end erst sparen wilt, so ists zu spat, es ist verspilt.

Anfangs Hauses.
info] In der ersten Zeit des Ehestandes.

Anfangs holt man Wasser mit dem Sieb, später nicht mal mit dem Eimer.
Estland

Anfangs Honigwochen (= Flitterwochen), später Tränenwochen.
Estland

Anfangs immer groß und berühmt, später scheint (es) nicht mal aus der Wandritze heraus.
Estland

Anfangs immer so gut und teuer, später wird man mit der Hundepeitsche weggejagt.

Anfangs macht man immer die ganze Welt, später nicht mal ein einziges Hemd.

Anfangs nimmt der Mann einen Schnaps, später nimmt der Schnaps den Mann.
Estland

Anfangs verbreiten sich die Räuden zwischen den Fingern, aber später kratzt man sich schon den Arsch.
Estland

Anfangs wollt' ich fast verzagen,
Und ich glaubt', ich trügt es nie,
Und ich hab' es doch getragen, -
Aber fragt mich nur nicht wie.
Heine, Buch der Lieder
info] Diese Zeilen verdanken ihre Entstehung einem höchst prosaischen Umstande. Heine dichtete sie auf einem Balle mit Bezug auf seine Schuhe, die ihn fürchterlich drückten.

Anfangs zog Aegina die besten Kinder.
info] Von allem, was einen guten Anfang nimmt, allmählich aber schlechter wird.

Anfangstermin
la] dies a quo

Anfank un Enne sint selten glück.
Sauerland

Anfechtung ist der Seele eine Artzeney und dem Leibe Gifft.

Anfechtung ist ein Salz, welches die Tugend würzt.
la] Virescit vulnere virtus.

Anfechtung lehrt aufs Wort merken.

Anfechtung lehrt aufs Wort merken.
info] Auf die Stimme Gottes, sie tue sich kund in der Natur, Vernunft oder Bibel

Anfechtung lehrt, dass man Gott hört.

Anfechtung macht einen Mann.

Anfechtung macht gute Christen, sagte der Handwerksbursch auf der Landstraße.

Anfechtung macht gute Christen.

Anfechtung macht gute Christen.
info] Bewährung macht stark

Anfragen steht frei.

Anführerin bei den Übeltaten aber ist die Frau, in Verbrechen ist sie Künstlerin.
Lucius Annaeus Seneca (??-65 n. Chr.), Hippolytus

Anführungszeichen sind oft nichts als faule Ausrede, mittels deren der Autor die Verantwortung für eine Banalität, die ihm in die Feder kam, oder für die ihm nichts besseres einfiel, dem schlechten Geschmack seiner Zeitgenossen aufzubürden versucht.
Arthur Schnitzler

Angeben und Ertz schatzen trifft selten zu.

Angeber sind des Teufels Netzweber.

Angeber sind Sprachriesen, in denen sich Denkzwerge verstecken.

Angeber und Zwischenträger sind das erbärmlichste Gesindel, das Gottes Erdboden trägt.
Roderich Benedix, Die Dienstboten

Angeboren Blut queint, wenn's gleich nur ein Tröpflein wäre.
info] Blutsfreunde treten ans Herz.

Angeboren ist besser als angelernt.

Angeboren ist unverloren.

Angeboren ist unverloren.
it] Quel che vien dalla natura, fino alla fossa dura.

Angeborene Weise geht schwer aus ihrem Gleise.
la] Difficile est tacitos naturae abscondere mores, ponere difficile est, quae placuere diu.

Angeborene weise ist schwer zu verbergen.
la] Difficile est ingenitos mutare mores.

Angeborne mängel kan man nicht aus und ein setzen wie der Glaser die Fenster.
z] Gewisse Mängel sind nothwendig zum Dasein des einzelnen. Es würde uns unangenehm sein, wenn alte Freunde gewisse Eigenheiten ablegten.

Angebotene Dinge sind niemanden eben.

Angebotene Hilfe hat keinen Lohn.

Angebotene Ware gilt nichts.

Angebotene Ware hat lahme Füße.

Angebotene Ware stinkt.

Angebotene Ware stinkt.
en] Proffer'd ware stinks.
ho] Aangeboden waar is verdacht.
it] Mercanzia offerta è spesso 'guastata.
it] Mercanzia offerta hà mal odore.
la] Merx ultronea putet.

Angebotener (aufgedrungener) Rat trägt keinen (wenig) Dank.
z] Geh nicht zu rath, man heiss dich dann, dann wann man dich dabei will han, wird man dir einen Boten schicken und dich zu ihm heißen rücken.
mhd] Chom nymma an den ratt, daran man dich nicht beten hatt.

Angebotener Dienst ist henkenswert (o. unwert, halb umsonst).
ndt] Angebotten dienst ward nie werdt.
en] Proffer' d service stinks.
ho] Aangeboden dienst is onwaard.
ho] Aangeboden dienst is zelden aangenaam.
ho] Gheboden dienst is onweert.
la] Dicitur oblatum fore servitium male gratum.
la] Merx ultronea putet.
la] Officium oblatum saepe ingratum.

Angebotener Dienst ist henkenswert.

Angebotener Dienst ist selten angenehm.
info] Wer zur Unzeit gefällig sein will, ist lästig.
it] Servitù offerta non è mai stimata.
la] Intempestiva benevolentia nihil a simultate differt.

Angebotener Dienst ist unwert (o. halb umsonst).

Angebotener Dienst stinkt.

Angebotne Dinger sind selten viel was gut.

Angebotner Dienst ist henkenswert.

Angebotner Dienst ist unwert (o. halb umsonst).

Angebrannt Holz geht bald wieder an.
info] Von verwitweten Personen.

Angebrannte Suppen riechen weit.

Angebrochener Taler, ausgegebener Taler.
fr] Écu changé, écu mangé.

Angedenken an das Gute
Hält uns immer frisch bei Mute.
Angedenken an das Schöne
Ist das Heil der Erdensöhne.
Angedenken an das Liebe,
Glücklich! wenn's lebendig bliebe.
Angedenken an das Eine
Bleibt das Beste, was ich meine.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien VIII, Angedenken

Angefailt gut verdenckt man.

Angefälle ist kein Lehen.

Angefangen ist noch nicht getan.
fr] N'a pas fait qui commence.

Angefangen war's, sagte der Pfaff', aber ich machte den Kopf dran.

Angefangen Werk ist halb getan.
fr] Besogne commencée est plus qu'à demi faite.

Angefangene Arbeit ist halb getan.
fr] Besogne commencée est à moitié faite.
fr] Besogne qui plaît est à moitié faite.

Angefangene ding endet Gott.

Angefangene Reise ist halb getan.

Angeführt mit Löschpapier.
Oberharz

Angeführt, mit Butter geschmiert.

Angehalten erlaufft den Hasen.

Angekohlte Holzstücke gelten als Schutzmittel des Ackers.
Aberglaube
info] Im Jahre 1653 verbietet der Rat zu Nürnberg, solche Brände vom Johannisfeuer in die Äcker zu stecken.

Angekohltes Holz ist leicht in Brand zu setzen.

Angel und Netz müssen stets fertig sein.
info] Es ist keine Gelegenheit zu versäumen.

Angeln ist die einzige Philosophie, von der man satt wird.
Peter Bamm

Angeln legen.
info] jemanden mit List zu berücken suchen.
la] Mellitus gladius.

Angeln und Fischen bringt's Brot von den Tischen.

Angeln und Vogelstellen verderben manchen jungen (o. braven) Gesellen.
info] Man hat unter allen Arten der Jagd die mittels der Angelschnur als die des Menschen unwürdigste bezeichnet.

Angemessene Last überfordert keinen.
la] Pari pondere nemo fatigabitur.

Angemessener Lohn, richtiger Knüppel.
Estland

Angenehm ist der Krieg nur für den, der ihn nicht kennt; wer ihn kennt, fürchtet ihn.
la] Dulce bellum inexpertis, expertus metuit.

Angenehm sind die erledigten Arbeiten.
la] Jucundi acti labores. (Cicero (103-43 v. Chr.), de finibus)

Angenehm wird die Mühsal für den, der sie wacker bestanden!
Aischylos, Agamemnon

Angenehm, dass es auf der Welt doch immerhin Cognac gibt.
Thomas Mann, Der Kleiderschrank

Angenehme Geschichten brechen des Jünglings Knie.
Surinam
info] Angenehme Unterhaltung macht junge Leute träge, hält sie von der Arbeit ab. Anziehende Gesellschaft ist ihr Unglück.

Angenehme Sache kommt nie zu früh.
dk] Det man adlyster kommer ikke for snart.

Angenehme Stunden gehen schnell vorüber.
en] Pleasant hours fly fast.

Angenehme Worte sind nicht wahr, wahre Worte nicht angenehm.
Laotse

Angenehmes (o. süßes) Gespräch macht angenehme Tage und Nächte.
England
la] Comes facundus in via pro vehiculo est.

Angenomen weiß geht bald unter eis.

Angenomen weiß zerschmiltzt wie ein eiss.
info] Unter 'angenommener Weise' versteht man in Bayern eine fehlerhafte Art, den Körper zu tragen. Die Gebräuche und Sitten der Vorzeit hören nach und nach auf und werden mit andern vertauscht.
bm] Dejz bůh s moudrým i najíti i ztratiti.
bm] Radĕj s moudrým plakati, nezli s bláznem zpívati.
la] Ficta cito recidunt in naturam suam. Nemo potest diu personam ferre fictam.

Angenommen das Christentum würde abgeschafft, so würden sich die Menschen nicht wohl fühlen, bis sie eine andere Art der Anbetung gefunden haben, die ebenso unausbleiblich zum Aberglauben führt, wie der Aberglauben in Papisterei endet.
Jonathan Swift, Eine Abhandlung.. (über) die Abschaffung des Christentums

Angenommene Weis zergeht wie Eis.

Angenommene Weis' zerschmilzt wie Eis.

Angepumpt, wir haben keinen Keller.

Angerührt - heimgeführt.
info] In Bezug auf 'Buhlschaft' zu Gunsten der Dirnen.

Angerührt, heimgeführt.

angesäuselt, leicht beschwipst, beduselt, benebelt sein

Angeschlagenes Geschirr hält zwei Menschenalter.

Angesehen wie ein Spieß in den Augen.

Angesicht die Tat ausspricht.
la] Efficiunt tetrum teterrima crimina vultum.

Angesicht falsch bericht't.

Angesicht, falscher Wicht.

Angesicht
Die Tat ausspricht.
la] Efficiunt tetrum teterrima crimina vultum.

Angesichts des Todes endet aller Streit.
Zola, Wie man stirbt

Angesichts einer Schöpfung, in der alle Geschöpfe fressen und gefressen werden, liegt die Vermutung nahe, dass auch der Urheber frisst.
Hans Henny Jahnn, Die Niederschrift des Gustav Anias Horn

Angestochen kommen.

Angestrichen ist nicht gemalt.
la] Cacatum non est pictum.
C. J. Weber, Demokritos VI. 76

Angetrieben in der Jugend macht hurtig im Alter.

Angewohnheit wird zur zweiten Natur.
nl] Aanwenst wordt eene tweede natuur.

Angewöhnung geistiger Grundsätze ohne Gründe nennt man Glauben.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

angina pectoris.
dt] Brustbeklemmung
info] Schmerzen auf Grund von Durchblutungsstörungen im Herzen

Angle, willst du Fische fangen.

Angle, willst du Fische fangen.
info] Treibe dein Geschäft mit Eifer.

Angreifen kann jeder, aber der Mutige erwartet's.

Angriff bedeutet im allgemeinen strategischen Sinne das Ergreifen der Initiative in einem Scharmützel, einem Gefecht, einem Treffen oder in einer regelrechten Schlacht.
Engels, The New American Cyclopaedia

Angriff bedeutet im allgemeinen strategischen Sinne das Ergreifen der Initiative in einem Scharmützel, einem Gefecht, einem Treffen oder in einer regelrechten Schlacht.
Engels, The New American Cyclopaedia

Angriff ist Betätigung des Machttriebes.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Angriff ist die beste Verteidigung.

Angriff ist mächtiger als Verteidigung
info] Wille zur Macht höher als Kampf ums bloße Dasein.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Angriffskrieg
la] bellum offensivum

Angst (und Not) macht auch den Alten laufen.
mhd] Anxt unde vruchte maken den olden man lopen.
la] Grandaevus tremula fugit anxietate metuque.
la] Si timor in mente, currit vetus ipse repente.

Angst beschwört Gefahr herauf.

Ängst di nich ver e Pogg (Kröte), öss ok e Vagel ohne Zagel.

Angst einzugestehen - dazu gehört Mut.

Angst erfasst des Diebs Gemüt,
Wenn er viel Leute flüstern sieht.
Freidank, Bescheidenheit

Angst habe ich nicht, aber laufen kann ich schnell.
ndt] Bange bin ick nich, abers lopen kann ick fix.

Angst haben wir alle. Der Unterschied liegt in der Frage: wovor?

Angst Hasmi ist der falsche Freund.
Albanien

Angst hat immer große Augen.

Angst hat Zukunft.

Angst hilft der Tugend auf die Beine.

Angst hilft nicht gegen den Tod.

tü] Korkunun ecele faydası yoktur.

Angst hört das Gras wachsen und die Steine schreien.
[ASpW]

Angst ist dennoch von größerer Schnelligkeit als Zorn.
Titus Livius, Römische Geschichte

Angst ist der Preis, den wir für unsere Beweglichkeit zahlen. Pflanzen und Steine kennen keine Angst.

Angst ist der Schwindel der Freiheit.
Sören Kierkegaard

Angst ist der Vater des Mutes und die Mutter der Sicherheit.
England

Angst ist die Hauptquelle des Aberglaubens und eine der Hauptquellen der Grausamkeit.
Bertrand Russell

Angst ist die Triebfeder des Krieges.
Shaw (1856-1950), Der Mann des Schicksals

Angst ist die Voraussetzung fürs Überleben.

Angst ist die Wirklichkeit der Freiheit vor der Möglichkeit.
Sören Kierkegaard

Angst ist ein schlechter Ratgeber
en] Fear is a bad counselor.
en] Don't act out of fear.

Angst ist für die Seele ebenso gesund wie ein Bad für den Körper.
Gorki, Tagebuchnotizen und Erinnerungen

Angst kann man in sich immer finden. Man muss nur tief genug suchen.
Malraux, So lebt der Mensch

Angst lehrt recht beten.

Angst macht auch den Alten laufen.

Angst macht Mut.
it] La paura fa coraggio.

Angst und bange werden.
Jer. 50, 43 'Es packt ihn die Angst, das Zittern wie eine Gebärende'

Angst und Not macht ein alt Weib traben.
nl] Die angst heeft van de bladeren, die jage niet in het bosch.
la] Adversus necessitatem ne dii quidem resistunt.

Angst und Not
Währt bis in' Tod!
Spruch auf einer Münze von 1552

Angst und Schrecken bringen den Lahmen auf die Beine.

Angst verleiht Flügel.
Gustave Flaubert, Wörterbuch der Gemeinplätze

Angst verwirrt die Sinne und lässt die Dinge anders erscheinen, als sie in der Tat sind.
Cervantes, Don Quijote

Angst vor dem Gut ist größer als Angst vor dem Tod.
Estland

Angst, Elend, Kreuz und Not ist der Christen täglich Brot.

Ängste bleiben nie dieselben an einem Menschen: Die einen entstehen, die anderen vergehen.
Platon, Das Gastmahl
Diotima

Ängste erlebt, wer Sünde auf Sünde häuft.
Ben Sira

Angsthase
en] scaredy-cat

Ängstige dich nicht über die Leiden von morgen; denn du weisst nicht, was das Heute erzeugt.
Hebräer

Ängstlich aber ist es anzusehen, wenn ein starker Charakter, um sich selbst getreu zu bleiben, treulos gegen die Welt wird und um innerlich wahr zu sein, das Wirkliche für eine Lüge erklärt [..]+ Demungeachtet bleibt der Charakter immer Charakter, er mag das Rechte oder das Unrechte, das Wahre oder das Falsche wollen und eifrig dafür arbeiten.
Goethe (1749-1832), Geschichte der Farbenlehre 6. Abt. - Newtons Persönlichkeit

Ängstlich ist es, immer zu suchen, aber viel ängstlicher, gefunden zu haben und verlassen zu müssen.
Goethe (1749-1832), Lehrjahre VIII,7

Ängstlich zu sinnen und zu denken, was man hätte tun können, ist das Übelste, was man tun kann.
Lichtenberg, Aphorismen

Ängstlichkeit wird dem beigelegt, dessen Begierde eingeschränkt wird durch die Furcht vor einer Gefahr, der sich andere seinesgleichen zu unterziehen wagen.
Baruch de Spinoza, Ethik

Angstopöner Brotdêw (Brotdieb). Memel
info] So sagen die auf den Schiffen (beim Stauen) tätigen Arbeitsleute zu den vom Lande, namentlich aus dem Dorfe Angstupönen herbeikommenden Mitbewerbern.

Angst't euch bei leibe nicht, der Magen kimmt.
Breslau
info] Wenn sich jemand ohne Ursache Sorge macht.

Anhalten nutzt und zwingt, was trutzt.
Brünn

Anhänger: ein Mitläufer, der noch nicht alles erhalten hat, worauf er rechnet.
Ambrose Bierce

Anhängischer als eine Schaflaus.
info] Von einem Menschen, dessen Zudringlichkeit man sich nicht erwehren kann.

Anheben und Ringen ist ob allen Dingen.

Anheben, fortfahren und hinausführen, gehören zusammen.

Anheren Mêster (Meister), anher Wetten.
Franz. Flandern
info] Andere Herren, andere Gesetze, Rechte.

Anhollen winnt (anhalten gewinnt).
Münsterisch

Anholn deit krign.

Anholn geit vör't krign.

Animal Farm: Es gibt arme und reiche Schweine.

Aniske löfft 't, Kämelke dröfft.
Alt-Pillau.
hdt] Ein Schnäpschen Anis lüftet, macht Luft, erleichtert das Atmen, Kümmel treibt Blähungen ab.

Anj Swöb an fream Hingstar.
Nordfriesland
hdt] Eigene Peitsche und fremde Pferde.
info] Swöpe, Swepe = Peitsche, holländisch zweep, schlesisch Schwuppe, eine dünne, schwanke Gerte. Dazu schwappen, schwappern, schwupen u.s.w.

Ankemilch usem Chübel vertreibt alle Übel.
Luzern
info] Die Milch, welche übrig bleibt, wenn die Butter aus der Nidel (dem Milchrahm) geschieden wird, Buttermilch, in Bündten Schlagmilch.

Ankemoers (= Ahnmutters) Höke (= Frauenmantel) hewt up Bestevars (= Großvaters) Kiste leagen. (Von sehr weitläufiger Verwandtschaft)

Ankemoer's Hoike heft up Grootvaers Kiste legen.
Osnabrück
info] Die Verwandtschaft ist sehr weitläufig, denn der Großmutter Kleider haben auf Großvaters Kiste gelegen.

Ankemoers Höke (Frauenmantel) hewt up Bestevars (Großvaters) Kiste leagen.
info] Von sehr weitläufiger Verwandtschaft.

Anken und knurren ist halbes Bören.
Göttingen
info] Anken = ächzen, stöhnen.

Anker werfen (an-, aus-, einwerfen).
fr] Jetter l'ancre.
la] Jactare anchoram.

Anklag ist eine halbe red, man muss die Theil verhören bed.

Anklagen ist mein Amt und meine Sendung,
Es ist mein Herz, was gern beim Lob verweilt.
Schiller, Piccolomini (1799), II, 7 (Questenberg)

Anklagen mit Recht ist besser denn argwöhnen mit Unrecht.

Anklagen: die Schuld oder Unwürdigkeit eines anderen beteuern, gewöhnlich, um uns selber dafür zu rechtfertigen, dass wir ihm Unrecht getan haben.
Ambrose Bierce

Ankommen ess erst dat Besste (oder auch: Ankommen es auch dat Abkommen).
Lippe
info] Eine Arbeit anfangen.

Ankommen wie der Fuchs unter den Hühnern.
fr] Il a été reçu comme un chien dans un jeu de quilles.

Ankommen wie die Eule unter den Krähen.

Ankommen wie die Katze unter den Mäusen.

Ankommen wie die Sau in der Judengasse (im Judenhause).
info] Also sehr übel.

Ankona, die Stadt des schönen Hafens.
info] Es hat den besten Hafen des Adriatischen Meeres.
it] Ancona del bel porto. (Giani, 1477.)

Anlagen entwickeln sich zwar auch naturgemäß, müssen aber erst durch den Willen geübt und nach und nach gesteigert werden.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 423

Anlagen und Charaktereigenschaften können durch Erziehung und Beispiel der Umgebung gefördert oder gehemmt, ja bis zu einem gewissen Grade unterdrückt werden. Es hängt alsdann von den Verhältnissen im späteren Leben, öfter auch von der Energie der betreffenden Persönlichkeit ab, ob und wie fehlerhafte Erziehung oder unterdrückt gewesene Eigenschaften sich Geltung verschaffen.
August Bebel (1840-1913), Aus meinem Leben

Anlehen muss lautlos heimgehen.
dk] Laan bör at gaae lydeslös (lakkelös) hiem.

Anlocken die Kundschaft tut nur das Schild.
fr] L'enseigne fait la chalandise.
La Fontaine, Fabeln

Anlocker gibt es viele, aber Zaumanleger wenige.
Estland

Anmaßlich find ich, dass zur schlechtesten Frist
Man etwas sein will, wo man nichts mehr ist.
Goethe (1749-1832), Faust II A II, Gotisches Zimmer
Baccalaureus, Vs 6774

Anmaßung bei Verdiensten beleidigt noch mehr als Anmaßung von Menschen ohne Verdienst: denn schon das Verdienst beleidigt.
Nietzsche, Menschliches Allzummenschliches

Anmaßung geht niemals aus einem Dasein, sondern nur stets aus einem Mangel hervor.
Adalbert Stifter, Über Stand und Würde des Schriftstellers

Anmaßung ist der Kopf der Schlange.
Martin Luther, Tischreden

Anmaßung ist eine Herrschaft ohne Krone.

Anmaßung ist unsere eigentliche angeborene Krankheit.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Anmaßung und Dünkel blähen sich im kleinsten Winkel.

Anmut ahmt die Schamhaftigkeit nach wie Höflichkeit die Güte.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Anmut bringen wir ins Leben,
Leget Anmut in das Geben!
Leget Anmut ins Empfangen!
Lieblich ist's, den Wunsch erlangen.
Und in stiller Tage Schranken
Höchst anmutig sei das Danken.
Goethe (1749-1832), Faust II A I, Weitläufiger Saal
Die Grazien Vs 5299

Anmut geht über Schönheit. Jiddisch
la] Gratior est pulchro veniens in corpore virtus.

Anmut geht über Schönheit.
la] Gratior est pulchro veniens in corpore virtus.

Anmut ist das natürliche Gewand der Schönheit, Kraft ohne Anmut ist wie ein wunder Körper.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Anmut ist ein Ausströmen der inneren Harmonie.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Anmut ist ein großer Glanz von innen.
Rainer Maria Rilke

Anmut ist eine bewegliche Schönheit..
Schiller, Über Anmut und Würde

Anmut ist eine Schönheit, die nicht von der Natur gegeben, sondern von dem Subjekte selbst hervorgebracht wird.
Schiller, Über Anmut und Würde

Anmut ist köstlicher denn Schönheit.
Johann Heinrich Zschokke, Stunden der Andacht (1809-1816)

Anmut machet schön das Weib
Das macht die 'Schönheit nimmermher, sie leihet Anmut nie dem Leib.
mhd] Liebe machet schoene wîp
Desn mac diu schoene niht getuon, sin machet niemer lieben lîp.
Walther v. d. Vogelweide (1170-1230)

Anmut macht eine schöne Frau noch schöner, eine entzückende Frau noch entzückender, Anmut macht eine alte Frau jung und eine hässliche schön. Anmut bringt Gefühle hervor und bezaubert auf unmerkliche Art.
LiYu

Anmut macht eine schöne Frau noch schöner, eine entzückende Frau noch entzückender, Anmut macht eine alte Frau jung und eine hässliche schön. Anmut bringt Gefühle hervor und bezaubert auf unmerkliche Art.
LiYü

Anmut macht keine Suppe (fett).

Anmut muss angeboren sein.
en] Grace must be natural.

Anmut ohne Schönheit ist ein Magnet, der heimlich, aber fest zieht, ein Glanz, der nicht blendet, aber wohltut, ein Zauber, der nicht überrascht, aber beseligt.
Moritz Gottl. Saphir, Nachtschatten der Zeit und des Lebens (1832)

Anmut ohne Ungezwungenheit ist undenkbar.
Jean-Jacques Rousseau, Émile

Anmut umgibt die Eleganz und kleidet sie.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Anmut und Würde stehen in einem zu hohen Werte, um die Eitelkeit und Torheit nicht zur Nachahmung zu reizen.
Schiller, Über Anmut und Würde (1793)

Anmut, die dem Geiste eigen,
Muss in Werk und Wort sich zeigen,
Nicht von außen, nur von innen
Ist die Anmut zu gewinnen.
Friedrich Martin von Bodenstedt, Aus dem Nachlasse Mirza-Schaffys (1874)

Anmut, die uns entgegenlacht,
Ist des Weibes höchste Macht.
L. Jakoby, bei Sanders, Zeitschrift für deutsche Sprüche

Anmutig werden selbst alltägliche Sentenzen
Im Silbenwasserfall melodischer Kadenzen.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Ann (Annentag) hat sehr schmächtige Schamteile (= es kann bald anfangen, zu regnen).

Ann (Annentag, 26.7.) harnt (= es regnet).

Ann de Binätsch verlesen.
Durlach
info] Einen tüchtig heimschicken, ausfilzen. In Elsass Binätsch = Spinat.

Ann Koahle, du bleibst.
Schlesien
info] Diese Redensart ist neuern Ursprungs. Eine Gemeinde hatte aus den Probepredigern nicht den Kandidaten gewählt, der einigen einflussreichen Persönlichkeiten angenehm war. Die Wahl wurde bemängelt, und es wurde versucht, seitens des Patrons oder eines Kreisbeamten in einer Gemeindeversammlung der Stimmung der Gemeinde eine andere Richtung zu geben. Ein Mitglied der Gemeinde, Namens Kahl, sprach seine Meinung dagegen aus. Der anwesende Patron drohte, ihn hinausbringen zu lassen. Da riefen Stimmen: 'Ann Koahle, du bleibst!' (Und Kahl, du bleibst!) Das Wort wurde nochmals im Chor wiederholt und ward sofort nicht blos am Orte selbst, sondern auch in der Umgegend, wo man von dem Vorgange Kenntniss erhielt, sprichwörtlich angewandt, um jemand zum Dableiben zu nötigen.

Anna (26. Juli) warm und trocken, macht den Bauer frohlocken.

Anna (26.7.) warm und trocken, macht den Bauer frohlocken.

Anna ist als Jungfrau gestorben, weil sie nicht gefragt wurde.

Annaberg die liebste, Freiberg die größte, Chemnitz die höchste, Leipzig die beste.

Anne ähs, bi di Wärr' hoatt gebrahnt.
Henneberg
info] Anno eins, als die Werra gebrannt, d. i. vor sehr langer Zeit. Die Franzosen sagen, wenn sie ausdrücken wollen, dass etwas vor uralter Zeit gewesen sei: Zur Zeit, als man sich die Nase an die Ärmel wischte. Namentlich um eine gute alte Zeit auszudrücken.
fr] Du temps qu'on se mouchait sur la manche.

Anne bêse Schwegermutter îs's Toifels Underfutter.
hdt] Eine böse Schwiegermutter ist des Teufels Unterfutter.
info] Man hat sogar behauptet: Der Teufel dürfte sich ihrer oft als Überzug nicht schämen. Die Spanier sagen: Eine Schwiegermutter ist bitter und wäre sie auch von Zucker. In Hindostan heißt es, um das Glück einer jungen Frau zu preisen, die mit ihrem Manne allein ist: Es ist weder Mutter noch Schwiegerin da, sie ist glücklich. Man lässt dort aber auch die Schwiegertochter Hunger leiden, wenn die Schwiegermutter nicht daheim ist, indem man sagt: Die Schwiegermutter ist nach ihrem Dorf gegangen und die junge Frau fragt: was soll ich essen? Dagegen klagt diese über Ansprüche jener: Die Schwiegermutter hat nicht einmal Beinkleider und die junge Frau verlangt ein Zelt und Schirme. Bei den Russen hat die böse Schwiegermutter auch hinten Augen. Die Albanesen bezeichnen das Wohnen in der Nähe einer Schwiegermutter als unangenehm und gefährlich, indem sie sagen: Die Schwiegermutter nahe bei der Tür ist wie der Mantel beim Dornbusch.

Anne Froge (Frage) stieht frey: Jungfer, set er anne Hure?

Annehmen ist nicht geben.
en] To take is not to give.
Shakespeare (1564-1616), König Richard III. I,2

Annem (einem) Langsamen ies ke woarmer Bissen beschert.

Anner Jâr (Jahre), anner Hâr.

Anner Lü(de) (Leute) Gôd is anner Lü(de) Sorge.
Ostfriesland

Anner Lüd' (Leute) sind ôk Lüd', se(de) Klâs Steffens, dô lewte (lebte) he noch.
Ostfriesland

Anner Lüde Kôl is ümmer fetter.
info] Was andere Leute haben, scheint immer besser als das, was man selbst besitzt.

Annere Heerens (Herren) settet annere Suulen.

Annere Heerens settet annere Suulen.

Annerwegen ward ok Brot backt.
ndt] Annertwäigen wärt äuk Bräoud backen.
Arnsberg

Annika, schürze das Kleid, wenn du durch die Furth watest.
Russland

Anno achtundvierzig haben sie uns beschossen, achtundfunfzig beschissen.
info] Der erste Teil bezieht sich auf die Revolution und der andere (Prag) auf die Einführung der österreichischen Verfassung, wodurch faktisch alles im Preise stieg.

Anno dazumal.
info] Vor langer Zeit.

Anno Een (eins), as de Döwel junk weer.
Ostfriesland

Anno Eins, als der große Wind ging.
nl] In het jaar één, als de uilen preken.

Anno Eins, wie die Elbe brannte und mit Stroh gelöscht wurde.
Chemnitz

Anno ên ass de Düfel jung was.

Anno ent (= eins) als de grote Wind wär (= war).
Königsberg
info] Wenn man keine genaue Zeitangabe machen kann. Man meint damit den am 3. Nov. 1801 in Königsberg wütenden Orkan, der große Verwüstungen anrichtete und an den noch heute eine Denkmünze erinnert. Man sagt abgekürzt: Anno Wind.
info] Man bedient sich für dergleichen Zeitbezeichnung auch der Ausdrücke: Anno dazumal, Anno Kruck, Anno Schnee, Anno Schniefke. Von Anno Schneife her, von Anno Tobak.

Anno neng, dea di däck Schnî fäl.
Siebenbürgen/Sachsen
hdt] Anno neun, als der dicke Schnee fiel.

Anno Tekli.
Siebenbürgen/Sachsen
info] Emmerich Graf von Tököly wurde im Jahre 1690 mit Hilfe der Türken zum Fürsten von Siebenbürgen ausgerufen, aber schon im folgenden Jahre wieder vertrieben. Um zu sagen, vor sehr langer Zeit.

Anno Toback, als der alte Fritz Gefreiter war.

Anno Tuback, und jetzt schreibt ma Zundel.
Schwaben

Anno Vierzig, als die Elbe brannte und die Hunde das Feuer mit Strohwischen löschten.

Anonym sind wir schon - jetzt werden wir Alkoholiker.

Anpacken und zu Ende führen.
la] Suscipere et finire.

Anpassung ist der Kerkermeister der Freiheit und der Feind des Wachstums.
en] Conformity is the jailer of freedom and the enemy of growth.
John F. Kennedy

Anpassung ist die Stärke der Schwachen.

Anpumpft, Herr Vetter (oder Herr Pfarrer).

Ans brennende Haus läuft auch der feindselige Nachbar, um zu löschen.
Rumänien

Ans Brett müssen.

Ans Herz drück ich den Feind, doch um ihn zu ersticken.
Jean Racine, Britannicus

Ans Kreuz geschlagen sein.
info] Scherzhaft von denen, die einen Orden erhalten haben.
la] Alligari ad gladium.

Ans Licht zeuch nicht, sollen sie bleiben hold: Mädchen, Leinwand und Gold.

Ans Meer gehen, um seine Hände zu waschen.
fr] Pour laver ses mains on ne vend pas sa terre.

Ans Nehmen ist so viel Freude gehängt, als wenn vom Mann das Weib empfängt; doch Wiedergeben tut beschweren, als sollten wir ein Kind gebären.

Ans Rad hängt sich Dreck, wie Rost ans Eisen.
dk] Der hænger altid skarn ved hiulet og rust ved jernet.

ans Ruder kommen
en] to take the helm
fr] prendre le gouvernail (o. la barre)
it] salire al potere

Ans Schienbein stoßen macht helle (o. wache) Augen.

Ans Sterben denkt man zu spät.
fr] On s'arise tard en mourant.

Ans Übel hat sich noch keiner gewöhnt.
Spanien

Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an,
Das halte fest mit deinem ganzen Herzen.
Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft,
Dort in der fremden Welt stehst du allein,
Ein schwankes Rohr, das jeder Sturm zerknickt.
Schiller, Wilhelm Tell, II, 1 (Attinghausen)

Ans Wahre wie ans Falsche sind notwendige Bedingungen des Daseins gebunden.
Goethe (1749-1832), Geschichte der Farbenlehre 4. Abt. - Zwischenbetrachtung

Ans Werk!
info] letztes Wort des Kaisers Septimius Severus
la] Laboremus.

Ans Ziel gelangen.
info] Bis zum Kalke kommen: das Ziel war mit Kalk bezeichnet.
la] Ad calcem pervenire.

Anschauen können wir uns nicht, das Ich verschwindet uns dabei immer. Denken können wir uns aber freilich. Wir erscheinen uns dann zu unserm Erstaunen unendlich, da wir uns doch im gewöhnlichen Leben so durchaus endlich fühlen.
Friedrich Schlegel, Philosophische Vorlesungen

Anschauen macht Gedanken.

Anschauen macht Liebe und Gelegenheit Diebe.

Anschauen macht Liebe, Gelegenheit Diebe.

Anschauliche Reiseberichte machen die Entwicklung der Unkultur vom Männnergesang zum Männergebrüll fühlbar. Je lauter der Lärm und je schlechter die Luft, desto klarer die Erkenntnis, dass in dem Kampf um das Freiheitsrecht, der Zeit ihre Phrase zu prägen, Bier fließt.
Kraus, Fahrende Sänger

Anscheinend haben Europäer anstatt Blut laue Milch in den Adern.
Voltaire, Candide oder Die beste der Welten

Anschläg haben oft ein gestalt der Riesen und sind doch nur ein Rauch.

Anschläg kluger Leut ohne Gott stehen vffen Sand und gehen für sich als hetten sie's von Krebsen gelernt.

Anschläg sind für augen gross, in Worten ein rauch und ganz krafftlos.

Anschlag, der nicht Fortgang hat, ist ein Wagen ohne Rad.
Friedr. von Logau, Deutsche Sinn-Getichte (1654)

Anschläge gehen mit der Sonne auf und nieder.

Anschläge gehen mit der Sonne auf und nieder.
ho] Alle anslagen gelukken niet even wel.

Anschläge in hohen Sachen lassen sich in keinen Sack packen.

Anschläge macht er, es könnt's kein Hund verrennen.
Rottenburg

Anschläge ohne Gott stehen auf Sand und gehen, als hätten sie es von den Krebsen gelernt.
dk] Mange anslag tillige gaaer krebsgang.
fr] Plusieurs projets à la fois avancent à reculons.

Anschläge sind (oft) in den Augen groß, im Werk aber ein Rauch und kraftlos.

Anschläge und Blaubeeren geraten nicht alle Jahre.

Anschläge verschmelzen oft wie Schnee.
la] Ut sunt rerum eventus, sic sunt hominum mentes.

Anschläge, die listig und frech, sind im Anfange lieblich, in die Länge beschwerlich, im Ausgange verderblich.
dk] Listige (o. dristige) anslag ere i begyndelsen yndelige, i længen besværlige, i enden fordærvelige.
it] Disegni non riuscone sempre.

Anschläge, so nicht fortgesetzt werden, sind so nütz wie ein Wagen ohne Räder.

Anschlege bestehn, wann man sy mit rath füret, und Krieg solle man mit vernunfft füren.

Anschuldigungen gegenüber muss man schwerhörig sein.
la] Difficilem oportet aurem habere ad crimina.

Anschuldigungen muss man überhören.
la] Difficilem oportet aurem habere ad crimina.

Ansehen deit gedenken, schrivt de Becker in Hadersleven.
info] Dies holsteinische Sprichwort rührt daher, dass ein Bäcker in Hadersleben, dessen Haus sehr vor dem Anlauf der Reisenden lag, über verschiedene an die Vorderseite seines Hauses gemalte Brotwaren das: Ansehen thut gedenken, als Inschrift und Lockspeise hatte malen lassen.
flämisch] Anzien doet gedenken.
ho] Aanzien doet gedenken, sprak de man, en hij zette een' geschilderden oven op het venster.
ho] Aanzien doet gedenken, zei de vos tegen de hoenderen, toen noodde hij haar op een ont bijt.

Ansehen der Person macht schele Augen.

Ansehen ist leichter als machen (o. ausführen, tun).
info] Um auszudrücken, dass etwas beim ersten Anblick nicht schwer erscheint, bis man dazukommt.
fr] Il semble qu'il n'y ait qu'à se baisser et prendre.)

Ansehen kostet kein Geld.

Ansehen kostet nichts.

Ansehen macht (o. deit, tut) gedenken.

Ansehen macht (o. tut) freien.
it] Dov' è l'amore, la è l'occhio.
la] Ex aspectu nascitur amor.

Ansehen macht freien.

Ansehen macht gedenken.

Ansehen tut alles, und Gold macht das Ansehen.

Ansehen tut mehr denn Macht

Ansehen tut nicht unrecht.

Ansehn tut mehr denn Macht.

ansehnlicher Schaden
la] speciosum damnum

Ansichten, die vom herrschenden Zeitgeist abweichen, geben der Menge stets ein Ärgernis.
Germaine de Staël, Über Deutschland

Ansonsten hege ich keinen Zweifel am Siegeszug des Lebens. Alles Lumpige wird vergehen. Die Niedertracht wird verschwinden. Kränkungen, Schmerz, Tränen und Kümmernisse wird man vergessen. Die Kinderchen werden lachen. Die Erwachsenen applaudieren. Und man wird die ganze alte Welt, die ganze Vergangenheit ansehen als ein trauriges Missverständnis im Morgengrauen der Menschheit.
Sostschenko, Das Himmelblaubuch

Anspannen kostet viel.
Estland
info] Ein selbständiges Leben beginnen kostet viel Geld.

Anspielungen auf persönliche Beziehungen in literarischer Polemik halte ich für unzulässig.
Block, an Andrej Bely, 6. 8. 1907

Ansprake hebbe.

Anspruch einer Sache
info] Herausgaberecht
la] rei vindicatio

Ansprüche machen stumpf den Geist.
Fjodor M. Dostojewski, Das Dorf Stephantschikowo und seine Bewohner

Anspruchslosigkeit fordert die Philosophie, nicht Selbstbestrafung: Es braucht nicht ungepflegt zu sein die Anspruchslosigkeit.
Lucius Annaeus Seneca (??-65 n. Chr.), an Lucilius

Anspruchslosigkeit ist freiwillige Armut.
Lucius Annaeus Seneca (??-65 n. Chr.), Briefe über Ethik

Anspruchslosigkeit ist Seligkeit.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Anstand ist die Hauptsache.
la] Caput artis est, decere, quod facias.

Anstand tut's, sage Säuberlich, da putzt er an der Tafel seine Nägel aus.

Anstand und Lüge sind Geschwisterkinder.

Anstand ziert und kostet nichts.

Anständige Frauen haben eine Scheu vor Heftigkeiten und Unberechenbarkeiten, die indessen zum Wesen der Leidenschaft gehören, aber auch wo kein Ungestüm ihr Schamgefühl verletzt, setzen sie sich zur Wehr.
Stendhal, Über die Liebe

Anständige und prächtige Kleidung verleiht den Menschen Ansehen.
var] Kleider machen Leute.
la] Cultus concessus atque magnificus addit hominibus auctoritatem.

Anständigen im wahren Sinne begegnet man nur unter Menschen, die feste Überzeugungen haben, konservative oder liberale, die so genannten Gemäßigten neigen zu sehr zu Belohnungen, Beihilfen, Kreuzen, Gehaltszulagen.
Anton P. Tschechow, Notizbücher

Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen.
George Bernhard Shaw

Anstatt aber das Einfachere sich und anderen fruchtbar zu entwickeln, dreht man sich um den Anfang herum, dem man doch eher nichts abgewinnt, als wenn man auf ein lebendiges Fortschreiten aufmerkt.
Goethe (1749-1832), An E. Meyer, 23.4.1829

Anstatt dass ihr bedächtig steht,
Versucht's zusammen eine Strecke,
Wisst ihr auch nicht, wohin es geht,
So kommt ihr wenigstens vom Flecke.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien VII

Anstatt deine Feinde zu lieben, behandle deine Freunde ein wenig besser.
Edgar W. Howe

Anstatt der Liebe, dieser Vision,
Habt ihr den Hass nicht als solide Feurung?
Hass ist die längste Freude, die es gibt;
Gehasst wird langsam, aber schnell geliebt.
Byron, Don Juan

Anstatt des Federspitzens den Degen schleiffen.

Anstatt des Zaums braucht man oft Sporen.

Anstatt die Teufel zu fürchten, fürchte die Menschen!

Anstatt meinen Worten zu widersprechen, sollten sie nach meinem Sinne handeln.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 114

Anstatt verständig zu belehren und ruhig einzuwirken, streut man willkürlich Samen und Unkraut zugleich nach allen Seiten, kein Mittelpunkt, auf den hingeschaut werde, ist mehr gegeben, jeder Einzelne tritt als Lehrer und Führer hervor und gibt seine vollkommene Torheit für ein vollendetes Ganze.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Geistes-Epochen nach Hermanns Mitteilungen

Anstatt zu hören was er sagt, ist Marashlis's Eselsfurz besser.
Zypern

Anstatt zu klagen, dass die Rosen Dornen haben, Freude sollst du haben, dass der Dornenstrauch Rosen trägt.

Anstatt zu klagen, dass die Rosen Dornen haben, Freude solltest du haben, dass der Dornstrauch Rosen trägt!

Anstatt zum Huhn ksch-ksch zu sagen, zerbrich ihm gleich die Füße.

anstelle des Titels
la] pro titulo

anstelle einer Zahlung (bzw. Leistung) (annehmen oder geben)
la] in solutum (accipere aut dare)

anstelle eines Elternteils
la] in loco parentis

Anstelle von Fleisch iss Bohnenkäse - du wirst satt und sparst dein Geld.
China
info] Bohnenkäse entsteht aus Sojamilch, einer aus gequollenen, zerkleinerten Sojabohnen gewonnenen Flüssigkeit, gehört zu den typischen Zutaten der chinesischen Küche.

Anstifter und Aufwiegler zum Aufstand
la] seditionis quidem instimulator et concitator

Anstrengendes nehmen wir uns vor, doch ohne Anstrengung gibt es keinen Erfolg.
la] Ardua molimur, sed nulla, nisi ardua, virtus.

Anstrengung ist für edle Geister eine Stärkung.
Lucius Annaeus Seneca (??-65 n. Chr.), an Lucilius

Anstrengungen machen gesund und stark.
Martin Luther, Tischreden

Anteilnahme ist die allseitige Bestätigung der Einsamkeit.

Anteilnahme ist die gesellschaftliche Form der Zudringlichkeit.

Antichristus kann Christentum nicht predigen.

Antichristus kann Christum nicht predigen.

Antike Tempel konzentrieren den Gott im Menschen, des Mittelalters Kirchen streben nach dem Gott in der Höhe.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1034

Antilope und Hyäne schließen keine Freundschaft.

Antipathie gegen irgendeine Nation sollte sich der Einzelne gar nicht erlauben, denn dieselbe ist unbedingt eine Beschränktheit. Der gebräuchliche Vorbehalt der Ausnahmen, so dass man zwar einem Volke im allgemeinen alle schwarzen Farben nachsagt, aber den Einzelnen für einen weißen Raben anerkennt, ist keine Genugtuung und kann nicht für Billigkeit angenommen werden, denn nur ein Kind oder ein Irrsinniger dürfte eine ausnahmslos gute oder schlechte Nation für möglich halten.
Spitteler, Politische Tagesberichte

Antiquitäten sind das einzige Feld, auf dem das Gestern noch Zukunft hat.
Harold Wilson

Antje, bede, 't Speck wart uns stâlen (= gestohlen)

Anto (nahebei) is noch nicht half.
Oldenburg

Anton, das verstehst du nicht.

Anton, steck'n Degen ein!
info] Beruhigungsformel.
info] Der Titel einer Posse von Kalisch, die 1859 in Berlin auf Aschers Narrenfest aufgeführt wurde und als Anspielung auf die Kriegsgelüste des französischen Kaisers Napoleon III. betrachtet wurde. Wurde als Sprichwort gebraucht, um im Ernst oder auch scherzhaft die Angriffs- und Streitlust zu dämpfen.

Antoni, vergiss den Lein nie.
info] Der dem Anton von Padua gewidmete 13. Juni wird als ein zum Leinsäen günstiger Tag bezeichnet.

Antonios Tod
Ist nicht ein einzeln Sterben; denn so hieß
Die halbe Welt.
Shakespeare (1564-1616), Antonius und Cleopatra V, 1

Antwort auf eine schwere Beleidigung: Ach! Das sagen Sie doch nur, um mich zu decken.
Jules Renard, Ideen, in Tinte getaucht. Aus dem Tagebuch von Jules Renard

Antwort, die nicht zur Frage passt, ist eine Last.
la] Responsio debet fieri secundum interrogationem.

Antworte dem Narren nach seiner Narrheit, auf dass er sich klug dünke.
Acerra philologica

Antworte dem Narren nach seiner Narrheit, das er sich nit weyse lasse duncken.
Agricola

Antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit, dass du jm nicht auch gleich werdest.
Agricola

Antworte dem, der dich ruft.

Antworte nicht, man frage dich denn.

Antworten finden heißt: vom Fragen ermüdet sein.

Antworten wie ein Normann.
info] Normännisch, d. i. unbestimmt, zweideutig.
fr] Répondre en Normand.

Antwortet die Hölle oder das Tollhaus?
Schiller, Fiesko 5,17
Zenturione

Antwortet man nicht, so ist man überwunden.
[RSpW]
info] Wer sein Recht nicht verteidigt, oder bei gerichtlichen Verhandlungen gar nicht, oder nicht rechtzeitig erscheint, geht seines Rechts verlustig.
ndt] Antwortet he nicht, so is he verwunnen.
Schlesien

Anvertrautes Gut hat ein kurzes Leben.
tü] Emanetin ömrü kısadır.

Anwalt des Teufels
info] einer, der die Einwände - gegen eine Seligsprechung - vorträgt
la] advocatus diaboli

Anwalt Gottes
info] einer, der die Gründe für eine Seligsprechung vorträgt
la] advocatus Die

Anwälte müssen den Prozessierenden so Rechtsbeistand leisten, dass sie in der Freiheit zu schimpfen und der Unbesonnenheit zu schmähen nicht weiter gehen, als der Nutzen für den Prozeß es verlangt.
la] Advocati ita praebeant patrocinia iurgantibus, ut non ultra, quam litium poscit utilitas, in licentiam conviciandi et maledicendi temeritatem prorumpant.

Anwälte und Ärzte erteilen nur Rat, wenn sie gefragt werden.

Anweisung (o. Assignation) ist keine Zahlung.
[RSpW] (In dem Falle aber, wenn A eine Forderung an B hat, dieser aber A an C weist, welcher dem B schuldig ist, um sich die Summe auszahlen zu lassen, C aber entweder an A nicht zahlen will oder überhaupt nicht zahlen kann, ist die Anweisung keine Zahlung. A hat die Schuld des C von B nicht übernommen und hält sich mit seiner Forderung nur an B)
ndt] Anweisung is noch geen Betahlung.
Ostfriesland
ho] Assignatie is geene betaling. - Onderwijzing is geene betaling.

Anweisung (o. Delegation) ist gute Bezahlung.
[RSpW]
info] Dieses Sprichwort gilt, wenn A für seine Forderung an B, dessen Forderung an C an Zahlungsstatt förmlich übernimmt und sich somit aller Ansprüche an B begibt.

Anweisung ist keine Zahlung.

Anweisungen für ein glückliches Leben
la] vitae praecepta beatae

Anwerber seine volle Freiheit habe, seinen Antrag zurückzunehmen und eine andere Verbindung einzugehen.)

Anwerbung macht keine Verbindung.

Anwerbung macht keine Verbindung.
[RSpW]
info] Dem Ehestande gehen Anwerbung, Jawort, Verlobung und Trauung voraus. Dies Sprichwort bezieht sich aufs erste und will anzeigen, dass, solange auf die Anwerbung das Jawort nicht erfolgt, der Anwerber seine volle Freiheit habe, seinen Antrag zurückzunehmen und eine andere Verbindung einzugehen.

Anwesend und doch abwesend
la] praesens absens

Anziehen wie Magnet.
info] Von Sachen und Personen, die einen starken Einfluss auf unser Begehrungsvermögen ausüben.
ho] Hij trekt het al gelijke de zeilsijzer trekt een.
la] Omnes attrahens ut magnes lapie.

Anziehungskraft besitzen: Sie ist ein Zauber kluger Höflichkeit. Man benutze diesen Magnet seiner angenehmen Eigenschaften mehr zur Erwerbung der Zuneigung als wirklicher Vorteile, doch auch zu allem.
Baltasar Gracián y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Ap, wat hest du wackre Kinner.
Oldenburg
info] Spott auf die Affenliebe vieler Eltern, welche ihre Kinder für die schönsten und wohlbegabtesten halten.

Apage, Satana!
Vulgata, Evangelium secundum Matthaeum
dt] Weiche, Satan!
info] Oder wie ihr gern saget, pfui des Teufels.

Apartheid ist die Herrschaft der Gewehre und der Henker.
Nelson Mandela, Aufruf nach dem Soweto-Aufstand von 1976

Ape, knicke dick, Esel bücke dick, segt de Bûere un slut 'n Slagbôm.
Lüneburg

Ape, wat hest du moje (= schöne) Jungen.
Ostfriesland
ho] Aap, wat hebt gij mooije jongen. - Schipper, welk een mooi wijf hebje.

Apenteker köche bäter, und losse sich är Köchen doch déier bezuolen.

Apfel der Zwietracht.
la] Malum discordiae.
Justinus

Apfel fällt nicht weit vom Stamme.

Apfel hin, Apfel her, ich gehe gewiss nicht dran.

Äpfel um Birnen.
info] Wechsel, der wenig ändert.

Äpfel und Frauen sind auswendig schön, inwendig wurmstichig zu schauen.

Äpfel vom Herrengaul sind auch keine Süßlinge.

Äpfel zu Ostern und Mädchen über dreißig schmecken nicht mehr.

Äpfel, Birnen und Nuss machen der Stimme Verdruss.
dk] Aebler, paerer og nöder skade rösten.

Äpfel, Nüss' und Mandelkern fressen die Auerkinder gern.
München
info] Die Au ist eine dortige Vorstadt.

Apfel: Sündenfallobst.
Hans-Horst Skupy

Äpfelschnitz und Bireschnitz, sie wachse 'n a de Bäume,
's geht Mânge zue 'me Meitschi g'hilt, 's wär' besser, er blieb daheime.

Äpfelschnitz und Birneschnitz und gäli Ruesli drunger,
wenn ein Muetter e Jumpfern 'n isch, so nimmt's mi's Düvels Wunger.

Apfelschnitzen hat jedermann im Halse sitzen.

Apfelsinen sind gut, aber Kartoffeln sind besser.
z] Man lebt besser von lauter Kartoffeln als von lauter Apfelsinen, aber der erste Anbiss von einer süßen Orange ist freilich romantischer, als der in eine gekochte, oder gar in eine rohe Knollenfrucht. Zur Charakteristik der Frauen von Bogumil Goltz

Apfelwolken und geschminkte Frauen sind nicht von langer Dauer.
fr] Temps pommelé et femme fardée ne sont pas de longue durée.

Aphorismen schreiben sollte nur einer, der große Zusammenhänge vor sich sieht.
Robert Musil

Aphorismen sind die Einfälle der Philosophen.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues

Aphorismen sind doch keine Aphorismen um Gottes willen! Es ist doch nur, um euch im Leben rasch kurz zu helfen. Sie können doch daher weder geistreich noch blöd sein. Wie die Medizinen: die können doch auch weder geistreich noch blöd sein, sondern helfen oder nicht helfent
Peter Altenberg

Aphorismen sind vielleicht der beste Weg, um philosophische Überzeugungen darzulegen. Ein Philosoph, der darauf ausgeht, ein ganzes, kompliziertes System zu entwickeln, ist zuweilen unfreiwillig nicht mehr ganz aufrichtig. Er wird der Sklave seines Systems, dessen Symmetrie zuliebe er oft bereit ist, die Wahrheit zu opfern.
Lew N. Graf Tolstoij

Aphorismen: Wenn der blitzartig rasche Gedanke richtig ist, bedarf er keiner historischen Entwicklung. Und wenn er unrichtig ist, kann ihn eine langsame, naturgemäße, historische Entwicklung auch nicht verbessern!
Peter Altenberg

Aphorismus - das kleinste mögliche Ganze.
Robert Musil

Aphorismus: Nicht Fisch und nicht Fleisch. Nicht Epigramm und nicht Entdeckung. Es fehlt ihm anscheinend an der Ganzheit, Einprägsamkeit, Reduzierbarkeit odgl. Bloß Bewegung ohne Ergebnis, Knotenpunkt usw. Darum die Abneigung gegen ihn. Schlage es nicht in denWind!
Bewegt-Neuangeregtseinwollende Zeiten lieben Aphorismen. So Nietzsche und die Moderne.
Robert Musil

Apke, spring' äwer.
Königsberg
info] Spottend zu dem, der auffallend gekleidet geht.

Apollo ist der echte Typus eines Franzosen: er ist einer von denen, die es nicht ertragen können, dass irgendein anderer ebenso gut die Flöte spielt als er.
Bismarck

Apollo lacht nicht immer.

Apotheker und Postmeister tragen grob Tuch.
z] Es is noch ganz ni so lang her, dat de Aftheker jo so groff wêren as de Postmeisters.

Apotheker, Doktor und Jurist bringen das best von unrechten gut darvon.

Apothekerflaschen geben dem Tode zu naschen.

Appel, trag die Taler herein, dass ich zappel.
info] Worte einen sterbenden Geizhalses an seine Diener gerichtet. Sprichwörtliche Bedeutung: Geld bewegt, erzeugt Leben und Lust zum Handeln.

Appelbrei is Appelbrei, sagt Quaddel.
Hildesheim

Appelgraue Lücht (Licht), iserfast (beständig) Wêer; Jungens, staht up un hâlt de Pêr.
info] Mit diesem Rufe weckt der Bauer an einem viel versprechenden Morgen seine Knechte.

Appellieren und Bettlen stehet jedermann frey.
info] In unsern Tagen da, wo öffentliche Ordnung herrscht, nicht mehr.

Appetit braucht nicht Torte zu suchen, ihm schmecken Eierkuchen.

Appetit ist die beste Soße (od.
Sauce, Brühe).
fr] Il n'y a point de pareille sauce que l'appétit.
la] Cibi condimentum est fames, potionis sitis.

Appetit lehrt den Lahmen gehen und Hunger lässt (o. lehrt) ihn springen.
Russland

Appetit ohne Kredit gibt ein schlechtes Fazit.

Appetit sieht Eierkuchen für Torte an.

Appetit und wenig auf den Tisch ist besser als kein Appetit bei Braten und Fisch.

Appezeller Kühe und appezeller Lüt touged nid zu üs, säged Thurgauer und d' Schaffhuser.

Applaus ist der Anfang der Schmähung.
Japan

Aprell (April) ist auch ein Winterg'sell.

April April, er weiß nicht, was er will.
pl] Kwiecień - plecień, bo przeplata trochę zimy, trochę lata.

April dürre - macht die Hoffnung irre.

April frißt der Lämmer viel.

April frisst der Lämmer viel.
fr] L'ouaille (brebis) et l'abeille en apvril ont leur deuil.

April hat sin egen Will.
Ostfriesland

April ist bos (böse), darum gehe nicht bloß!

April ist bos, darum gehe nicht bloß!

April ist der grausamste Monat, Flieder zeugend aus dem toten Land, Erinnerung und Begierde mischend.
T. S. Eliot, Das wüste Land

April kalt und nass füllt Scheuer und Fass.
fr] Bourgeon qui pousse en avril mel peu de vins au baril. (In Bezug auf den Wein)
pl] Kwiecień, co deszczem rosi, wiele owoców przynosi.

April kommt auf den März.
z] O trawrigkeit dess Hertzen, wan wirstu nemmen ab? Aprill kombt auff den Mertzen, der winter geht zu grab. Trutz-Nachtigall von Fr. Spee, 1649

April macht die Knospen rund, Mai öffnet ihnen den Mund.

April nass und kalt gibt Roggen wie ein Wald.

April naß und kalt, wächst das Korn wie'n Wald.

April ohne tüchtig Graupeln zwingt oft, Rinden zu knaupeln.

April regnet den Menschen, Mai regnet den Tieren.
info] Aprilregen trägt zum Gedeihen des Getreides, Mairegen zum Wachstum des Grases bei.
fr] Avil pleut aux hommes, mai pleut aux bêtes.

April soll dem Mai halb Laub und halb Gras bringen.

April trocken macht die Keime stocken.

April tut, was er will.

April tut, was er will.
ndt] April däöt wat he will. Münster
ndt] Der April thuat wiare will. Innsbruck

April tut, was er will.
ndt] April däöt wat he will. Münster
ndt] Der April thuat wiare will. Innsbruck

April und Herbst hat hinter jedem Hag ein Regen.

April und Mai fürwahr sind die Schlüssel fürs Jahr.

April und Mai machen fürs Jahr den Brei.
fr] Avril et Mai de l'année font tous seuls la destinée.

April und Mai sind die Schlüssel zum ganzen Jahre.
en] April and May are the keys of the year.

April und Weiberwill ändert sich sehr bald und viel.

April warm und naß tanzt die Magd ums Butterfaß.

April warm, Mai kühl, Juni nass, füllt dem Bauer Scheuer und Fass.

April windig und trocken,
macht alles Wachstum stocken.
pl] W kwietniu posusza - nic z ziemi się nie rusza.

April, April, der macht, was er will.

April, April, der weiß nicht, was er will.

April, April, ich kann dich narren, wie ich will.

April, das ist der Mond, in dem sich Spargelstechen nicht lohnt.

April, dein Segen heißt Sonne und Regen - nur den Hagel häng' an den Nagel.

April, kau still.
info] Im April muss man die Kühe nicht auf die Weide treiben.
dä] April med sin pig jager dean ind tilig.

April, nass und kalt, gibt Roggen wie ein Wald.

Aprildürre macht jede Hoffnung irre.

Aprilen Blut' (Blüte)
Tut selten gut.

Aprilen Blut' (o. Aprilenblut') tut selten gut.

Aprilen ziert das Erdreich fein,
Mit schönen Kraütern und Blümelein.
Spatzier in Lufft, halt mässig dich,
Jag, Impf, Säe, das Erdreich brich.
Jetzt erhizt und mehrt sich das Blut,
Drumb Aderlassen ist sehr gut.

Aprilen-Blut tut selten gut.

Aprilenflut führt den Frosch weg mit seiner Brut.

Aprilenglut tut selten gut.

Aprilenschnee bringt Gras und Klee.

Aprilenschnee düngt, Märzenschnee frisst.

Aprilensturm und Regenwucht kündet Wein und gold'ne Frucht.

Aprilenwärme und Regen machen den Schnecken die Wege.

Aprilflöckchen bringen Maiglöckchen.

Aprilflocken bringen Maiglöckchen.

Aprilflöcklein bringen Maiglöcklein.

Aprillagilla thuot da Baura d' Kästa filla.
Horgen
info] Es sind Schneeflocken und Graupeln gemeint.

Aprillapflaster füllt dem Bauer Kisten und Kasten.

Aprillengunst und Jungferntreu, verliebte Schwüre und Flüche sind eben des Zerreissens frei, wie weite Schneiderstiche.

Aprillen-Regen sind der Felder Segen.

Aprillenwäder un Frugenssinn sünd veränderlich von Anbeginn.

Apriller - Viehfiller.

Aprilregen bringt Maiblümlein hervor.
en] April showers bring forth May flowers.
fr] Pluge dauril, rosée de mag.
la] Pluvia aprilis, ros May.

Aprilregen ist dem Bauern gelegen.

Aprilregen ist den Bauern gelegen.

April's Gewalt wird nicht gar alt.

Aprilschnee bringt Gras und Klee.

Aprilschnee ist besser als Aprilregen.

Aprilschnee ist besser als Schafmist.
Schweiz

Aprilschnee ist der Grasbrüter.

Aprilschnee ist Mist - Maischnee frisst.

Aprilschnee mästet, Märzschnee frisst.

Aprilsturm und Regenwucht künden Wein und gold'ne Frucht.

Aprilwetter ändert sich oft.
dk] April-veir er ubestandig.
fr] En avril le temps est inconstant.

Aprilwetter und Frauensinn ist veränderlich von Anbeginn.
dk] April-veir er ubestandig.
fr] En avril le temps est inconstant.

Aprilwetter und Herrengunst darauf zu bauen, ist umsunst (umsonst).

Aprilwetter und Herrengunst ist eitel Dunst, sagte der Bauer und zog die Mütze vor dem Herrn Landrat.

Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick.

Aprilwetter und Weiberlaunen sind von gleicher Art.

Aprilwetter und Weibertreu, das ist immer einerlei.
ndt] Aprillenwäder un Frugenssinn sünd veränderlich von Anbeginn.
Mecklenburg

Aprilwetter, Rosenblätter, Herren- und Frauengunst vergehen als Rauch und Dunst.

Apsküwen hä thi Hinger skeben.
Nordfriesland
info] So sehr fühlte der alte Friese die Schädlichkeit des Aufschubs, wo es etwas Gutes galt.
hdt] Aufschieben hat der Henker geschaffen.

Ar beißt korz o (ab).
Franken
info] Das Essen schmeckt ihm.

Ar fätte Sau a Oarsch schmîrn.
Österreich-Schlesien
info] Einem Reichen Geschenke machen.
la] Alcinoo poma dare.

Ar fêrt (fährt) seiner Mutter wider 's Maul.
Franken
info] Er widerbellt.

Ar flennt, doss 'n der Bouck stisst (dass er schluchzt).
hdt] Er weint, als wenn ihn der Bock stößt.

Ar frisst an Pfaff'n mit d'r Kutt'n.
info] Ist sehr gefrässig.

Ar gett drei, (er geht darein) wi d'r Hans in die Nüss'.
Franken
info] Unüberlegt.

Ar gett wie d'r Göiker in Grôs.
Franken
info] Hebt die Beine hoch.

Ar glotzt wie a Hausknâcht, der scha (schon) sechs Wuch'n ke Trinkgald kriagt hat.
Franken

Ar glotzt'n oa (= gafft, stiert an), wi's Kalb a neu's Tor.

Ar habs immer af 'm Brôt.
Franken
info] Es wird ihm immer wieder vorgeworfen.

Ar hat ân Aug uf sie.
Franken

Ar hat an Bauch wie a Burgamäst'r.
Franken
ho] Hij heeft een' buik als een burgemeester.

Ar hat an Narr'n drou g'frass'n.
Franken

Ar hat die Brüah (Brühe) verschütt.
Franken
info] Die Gunst verloren.

Ar hat Geld wi a Säutreiber.
Franken
info] Nämlich viel.

Ar hat mi g'schend't (geschimpft) as wenn i di Säu' mit'n g'hüat't hätt.
Franken

Ar hat m'r ner 's Maul g'macht.
info] Er hat versprochen, ohne zu halten.

Ar hat 'n die Bê (Beine) ôrg'schlôg'n.
Franken
info] Er hat ihn in Misskredit gebracht.

Ar hat 'n die gröbsten 'runter gehangt (o. gehangen).
Franken

Ar hat 'n 'runter lauf'n lass'n.
Franken
info] Er hat ihn tüchtig ausgescholten.

Ar hat 'n 's Pech 'runter gathant (getan).
Nürnberg
info] Er hat ihn bestraft, derb ausgescholten; besonders einen Vorwitzigen.

Ar hat nu (noch) ke Wasser getröbt, ar hätt' denn z'erst neig'schissen.

Ar hat 's Maul uf 'n racht'n Flak.

Ar hat 's oun Noug'l (Nagel) g'hengt.
Franken
info] Er hat die Sache, das Geschäft u.s.w. aufgegeben.

Ar hat sei Bôit (Ackerbeet) nausg'schnît'n.
Franken
info] Er ist am Abend seines Lebens, er hat sein Tagewerk vollbracht.

Ar hat si sei Bettle (Bettlein) g'macht.
Franken
info] Er hat sein Schäflein im Trockenen.

Ar hat Wicken.
info] Nicht Geld, sondern Vermögen.

Ar hat'n a Bên (Bein, Knochen) ei's Maul gab'n.
Franken
info] Er hat ihn durch leere Versprechungen beschwichtigt.

Ar hot'n uf di Kirmes g'loden.
Franken

Ar hout Angst an Housen.
hdt] Er hat Angst in den Hosen.

Ar hout kenn Fatzen (Fetzen) anzeziehn.
info] Er hat kein ganzes Gewand, ist blutarm.

Ar hout sei Hejtl fer sich.
hdt] Er hat seinen Kopf (Haupt) für sich.

Ar is an Gesichte wie gemoult.
hdt] Er ist im Gesichte wie gemalt.
info] Also sehr schön.

Ar is'n Teufel aus d'r Kätz'n g'hopfet.
Franken
info] Ein Rückentragkorb mit Armbändern. Es ist ein gefährlicher Mensch.

Ar ît guat b'schlôg'n.
Franken
hdt] Er ist gut beschlagen.

Ar ît kê heuriar (heuriger, diesjähriger, junger) Hôs (Hase) mehr.
Franken
info] Er ist nicht unerfahren, er hat Haare auf den Zähnen.

Ar it m'r Freund über zehn Böit Schroll'n.
Franken
hdt] Er ist mit mir befreundet (verwandt) über zehn Beete.
info] Sehr entfernt. Schrolle = Klumpen, Scholle.

Ar ît nit leini.
Franken
info] Gelind.

Ar ît uf'n Schleffwag.
Franken
info] Auf einem falschen Wege. Der Schleifweg ist ein Fahrweg, der auf dem Felde, nicht aber in einen Ort ausmündet.

Ar ît'n Drak (Dreck) unter die Föss (Füßen).
Franken
info] Er ist ihm Gegenstand der Verachtung, den er mit Fußtritten behandelt.

Ar kehrt überall ei, wua unner Herrgott 'n Arm 'rausreckt.
info] Einkehren, wo der Herrgott den Arm ausstreckt, der Arm als Wirtshausschild.

Ar kou an fest'n Schlag mach'n.
Franken
info] Er ist ein starker Esser.

Ar kriagt Schlög wi de Tauberöisel.
Franken
info] Er kriegt Schläge wie der Esel an der Tauber, einem kleinen Flusse in Franken.

Ar kriegt sei Blechla.
Franken
info] Es wird ihm schlimm zugesetzt.

Ar lüagt (lügt), aß (dass) en di Ag'n (Augen) tropf'n.
Franken

Ar macht a Faust in di Taschen.
Franken

Ar macht aus d'r Laus an Elefanten.

Ar macht en Fluntsch.
info] Er macht ein weinerliches Gesicht.

Ar macht sich mit 'n Säbel 'n Wag durch de Walt.
info] Er macht seine Carrière als Soldat.

Ar macht überoll 'n großen Hans.
Franken
info] Es ist ein Prahler.

Ar mecht (macht) a Brüah (Gerede) über alles.
Franken

Ar mecht (macht) ke Wasser trüab.
Franken
info] Tut niemandem etwas zu Leide.

Ar mecht a G'sicht, wi drei Tôg Ragawatt'r (regenwetter).
Franken
info] Finster, böse.

Ar mecht si ann Fuass (Fuß) 'nei 's Haus.
Franken
info] Er sucht sich einzunisten.

Ar möcht sich vor Bûsst in' Orsch beissen, wenn ar og könnde.
hdt] Er möchte sich vor Bosheit (Zorn, Rachgier) in den Arsch beißen, wenn er nur könnte.

Ar muss Housathörlezins (Alimentengelder) zohl'n.
Franken

Ar nimmt'n 's Bett unter'n Orsch wack.
Franken
info] Er verfährt hart mit ihm.

Ar schind't de Laus üm 'n Balg.
Franken

Ar schlecht alles über en Läst (Leisten).
Franken

Ar schleppt's rümm wie die Katz' ihr Jungen.
Franken

Ar schlöcht naus wie a Bruatgans.
Franken
hdt] Er schlägt hinaus wie eine Brutgans.
info] Wird von komischer Lustigkeit gesagt.

Ar sieht aus, ass wenn ar nit dreia zöhl'n köenet.
Franken

Ar steckt sei Nas'n in all'n Drak.
Franken
info] Er mischt sich in alles.

Ar thuat alles uf die leicht Achsel namma.
Franken

Ar thuat'n an bloab'n Nab'l fürmach'n.
Franken
hdt] Er macht ihm einen blauen Nebel vor.
info] Spiegelt oder lügt ihm etwas vor.
ndt] 'N blaue Näbel vormacha.
Würzburg

Ar töigt (taugt) in ken alt'n Schuhe mehr.
info] Wenn an jemandem kein guter Fetzen ist.

Ar traut'n Landfried'n nit racht.

Ar trögt alles brüawarm (brühwarm) 'nou (hin).
Franken
info] Er ist ein Ohrenbläser, Zuträger.

Ar verkauft'n auf'n Buckel.
Franken
info] Er schaltet mit ihm nach Belieben.

Ar wêss es gut auszeschpikelieren (auszuspekulieren).
Schlesien

Ar will alli Bâm raussreiss'n.
Franken
info] Von einem, der viel tun will.

Ar will 's Hafala (Töpfchen) nit verschüt'n.
Franken
info] Er will's nicht bei ihm verderben.

Ar will 's Krumm' widder groad mach'n.
Franken

Ar will's Blåb (Blaue) vom Himmel roalarna.
Franken
info] Er will das Blaue vom Himmel herunterlernen.

Ar wird ou d'r Nas'n rümmge'füahrt.
Franken

Ar wird se(ch) ken Zou (Zahn) drou ausbeißen.
Franken
info] Das Maul wird ihm sauber gehalten werden.

Ar wird überoll g'hanselt.
Franken
info] Geneckt, verspottet.

Ar wirft di Wurst nach 'n Säusoak.

Arabiens Wohlgerüche alle
Versüßen diese kleine Hand nicht mehr.
Shakespeare: Macbeth, V, 1 (Lady Macbeth) i. d. Übersetzung von Schiller

Arabisch ist eine Sprache, Persisch ein Konfekt, Türkisch eine Kunst.
Iran

Arabisch ist gut für Schmeicheln, Türkisch für Tadeln und Persisch für Überzeugen.
Iran

Arabisch ist Wissenschaft, Persisch ist Zucker, Hindustani ist Salz, aber die Turksprache ist Kunst.
Turkvölker

Arbaissen sehen.
info] Es ist darin noch die alte Form des Wortes zu erkennen, die erweisz war, und allgemach in erbeisz, erbisz, erbs, Erbse überging.

Arbed äs de biést Schpekulazion.
hdt] Arbeit ist die beste Spekulation.

Arbeid is kên Hoas, s' löppt nicht furt.
Seehausen
hdt] Arbeit ist kein Hase, sie läuft nicht fort.

Arbeide, dat ênem de Krêmels ût em Nârsch flêge.
Wehlau
hdt] Arbeiten, dass einem die Krümel aus dem Arsch fliegen.

Arbeide, dat ênem de Pûst vergeit.

Arbeiden will he woll, sä de Buer, aber he kann man sein eegen Sweet (Schweiß) nich riken!

Arbeit - das ist schlecht.
Estland

Arbeit - des Mannes Reichtum.
Estland

Arbeit adelt den Menschen.
it] Il lavoro nobilita l'uomo.

Arbeit adelt, ich bleibe bürgerlich.

Arbeit adelt, wir bleiben bürgerlich, sagen die Müßiggänger.
z] Arbeit adelt. Die Finanzaristokratie. Hans-Horst Skupy
it] Il lavoro nobilita l'uomo.
pl] Praca uszlachetnia.

Arbeit adelt.

Arbeit als Betäubungsmittel gegen Einsamkeit, Bücher als Ersatz für Menschen!
Dag Hammarskjöld, Zeichen am Weg

Arbeit an sich tut wohl.
la] Iuvat ipse labor.
Martialis, Epigrammata

Arbeit befreit uns von drei Übeln: Langeweile, Laster und Not.
Voltaire

Arbeit besiegt alles, unersättlich.
Die unablässige Arbeit besiegt alles.
la] Labor omnia vincit improbus. (Vergil, Georgica)

Arbeit bezahlt sich immer.
pl] Praca zawzdy popłaca.

Arbeit bläst das Feuer im Herzen aus.
z] Es gibt kein Stilmittel gegen die Aufforderungen des Herzens als Tätigkeit, gegen die Grübelgespenster, womit der Geist sich plagt, keine Bannung, als Beschäftigung.
en] By doing nothing we learn to do ill.
it] Niente facendo s'impara a far male.
la] Nihil agendo male agere discimus.

Arbeit bringt Brot, Faulenzen Hungersnot.
pl] Praca żywi, lenistwo psuje.

Arbeit bringt den Mann zu Ehren, Müßiggang in Not und Schand.

Arbeit bringt Ehr'.
la] Labores pariunt honores.
la] Labor generosos animos nutrit.

Arbeit bringt Tugend, Tugend bringt Ehr'.

Arbeit eines Tages beschert, was der, so auf ihn folgt, verzehrt.
dk] Arbeid og møde er daglig føde.
fr] Le travail et la peine assurent la nourriture journalière.

Arbeit endet nicht, bis deine Hände dir auf die Brust gelegt werden.
Estland

Arbeit erbt ja nicht die Seele, Erholung erbt die Seele.
Estland

Arbeit ergötzt, Trägheit zurücksetzt.

Arbeit erhält das Leben.
z] Denn der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen. Wenn er nichts zu arbeiten hat, so sucht er sich wenigstens zum Ersatz Beschäftigungen. Seume
z] Fast alle guten Arbeiter leben lange. Dandolo wurde im 84. Jahre zum Dogen erwählt, im Alter von 94 Jahren stürmte er Konstantinopel und starb als Doge 97 Jahre alt. Wir erinnern an die Kraft Sokrates', den das Orakel für den weisesten der Menschen erklärte, die Kraft des Archimedes, der durch seinen Scharfsinn Syrakus gegen die Römer hielt, an die Kraft des Michel Angelo, der die Kronen der Architektur, Skulptur, Malerei und Poesie getragen hat, die Kraft des Gallilei, von dessen Blindheit Castelli sagt: ein Auge, das mehr gesehen, als alle, die vor ihm hingegangen sind und das die Augen aller derer geöffnet, die nach ihm kommen werden, die Kraft des Newton, der für jedes seiner 85 Jahre eine wichtige Entdeckung gemacht hat, der Kraft des Bacon, der alle Wissenschaft als seine Provinz in Anspruch nahm, der Kraft des Fontanelle, die Kraft eines Franklin, Jefferson und Adams, dieser weisen und heroischen Staatsmänner, die Kraft eines Washington, des vollkommenen Bürgers, eines Wellington, des vollkommenen Soldaten, eines Goethe, des allwissenden Poeten, eines Alexander von Humboldt, dieser Encyclopädie der Wissenschaft u.s.w. (Beranger)
dä] Arbeyde er halv sund held.

Arbeit erhält die Gesundheit.
fr] L'homme bien sain, mangeant bien et buvant sans travail ne le sera pas longtemps.

Arbeit erhält jung und gibt Kraft, Faulheit macht alt und erschlafft.
dk] Arbeyde styrker, og giör länge ung.

Arbeit ernährt den Menschen, Faulheit verdirbt ihn.
Estland

Arbeit ernährt ja niemanden.
Estland

Arbeit ernährt, Müßiggang verzehrt.
bm] Práce človčka ziví, zahálka maří.
ho] Arbeid verwarmt, luiheid verarmt.

Arbeit erwärmt, Faulheit schadet.
England
en] Labor warms, slotz harms.

Arbeit erwirbt, Sparen gewinnt.
en] Work does not profit, but economy.

Arbeit findet sich überall, und nach getaner Arbeit schläfst du ruhig ein, wenn deine Zeit abgelaufen ist.
Herzen, Mein Leben

Arbeit fleissig und tu' das dein, wilt du vor geilheit sicher sein.

Arbeit flüchtiger Hand hat nicht lange Bestand.
bm] Dilo kvapné není platné.
bm] Kdobré věci přinálezí chvile.
bm] Náhlá robota nikedy dobra nebývá.
bm] Spěsné dîlo nebývá dobré.
bm] Spěsné dîlo z rukou padá.
bm] Spěsná práce nad výdělkem pláče.
pl] Kto działa skoro, niebywa mu sporo.
pl] Pcrędka robota z ręku pada.

Arbeit fragt ja nicht nach Brot.
Estland

Arbeit für Arbeit ist schlimmer Lohn.
fl] Arbeid is quaad arbeids loon.

Arbeit für das Wohl deiner Kinder ist besser als Wallfahrt und heiliger Krieg.
Arabien

Arbeit für Geld ist auch vergolten.
info] Jeder zahlt, womit er kann.
fr] A besogne faite, argent appreste.
la] Hostimentum est opera pro pecunia. Plautus

Arbeit für heute, Kraft für morgen.
Estland

Arbeit fürchtet den Meister.
Estland

Arbeit fürchtet Männer, die Brot gegessen haben.
Estland

Arbeit gebiert Ruhe.

Arbeit geht hinter dem Arbeitenden einher.
Estland

Arbeit geht hinter dem Tätigen (d.i. dem Arbeitenden) einher. Estland

Arbeit gelingt dem Hurtigen, dem Täter (d.i. Arbeitenden) gelingt sie ja nicht. Estland

Arbeit' gern und sei nicht faul,
Kein gebraten Taub fleugt dir ins Maul!
Wartburg

Arbeit gewinnt allezeit (etwas).

Arbeit gewinnt allezeit (etwas).
info] Tätigkeit an sich selbst schon ist weit fruchtbarer für den Menschen, als das Gut, was er sich dadurch zu verschaffen strebt.
dä] Ved arbeide faaer man ild af staal.

Arbeit gewinnt allezeit.

Arbeit gewinnt Feuer aus Steinen (o. dem Stein).
z] Arbeit gewinnt Fewer außm Stein.
Christoph Lehmann, Politischer Blumen-Garten (1662)
la] Dii bona laboribus vendunt.
la] Ignis de lapide surgit mediante labore.
la] Labor omnia vincit improbus. Vergil
la] Nunc lege, nunc ora, nunc cum fervore labora.
un] A munka mindent meggyöz.

Arbeit gewinnt Feuer aus Steinen.

Arbeit gibt Brot, Faulheit gibt Not.
fr] Au paresseux laboureur les rats mangent le meilleur.

Arbeit gibt den Speisen guten Geschmack.

Arbeit gibt es für viele gemeinsam zu machen, Brot hat man nicht mal, um selbst zu essen.
Estland

Arbeit gibt Tugend, Tugend bringt Ehre.

Arbeit gibt tugent, tugent bringt ehr.

Arbeit gibt uns mehr als den Lebensunterhalt, sie gibt uns das Leben.
Henry Ford (1863 - 1947)

Arbeit gibt uns mehr als den Lebensunterhalt, sie gibt uns das Leben.
Henry Ford, Mein Leben und Werk

Arbeit gross, und haupt gedanck machen oft die glider kranck.
la] Dum caput infestat, labor omnia membra molestat.

Arbeit hat allezeit Vorrat.

Arbeit hat allezeit Vorrat.
info] Dem Arbeitsamen darf der Hunger höchstens nur an die Fenster kommen, nie ins Haus.

Arbeit hat bittere Wurzel, aber süße Frucht.

Arbeit hat bittere Wurzel, aber süße Frucht.
dk] Arbeide har en bitter rod, men sød smag.
en] No sweet without some sweat.
fr] La racine du travial est amère, mais son fruit est doux.

Arbeit hat den Segen,
Macht was hart helt doch loß.
Drumb solt jr Arbeit pflegen,
Legn nit die Händ in Schoß.
Joh. Doman, Lied von der Hanse (1618)

Arbeit hat der Tätige (d. i. der Arbeitende), Schlaf der Schläfer (d. i. der Liegende).
Estland

Arbeit hat eine bittere Wurzel, aber eine süße Frucht.
Estland

Arbeit hat eine bittere Wurzel, sie gewinnt aber süße Früchte.

Arbeit hat Gulden, Müßiggang (macht) Schulden.
fr] Le travail paie les dettes, la fainéantise les fait.

Arbeit hat volle Küch' und Beutel.

Arbeit heißt des Mannes Würde.
Ernst Moritz Arndt, Gedichte (1860)

Arbeit hilft nicht, sagte der Bettler, als er leer aus einem Bauernhofe kam.

Arbeit hilft nicht, wenn das Glück umschlägt.

Arbeit im leeren Gehöft, Sorge im elenden Leben.
Estland

Arbeit in der Jugend streng, lebst denn froh und in die Läng.

Arbeit in Maßen ist der Gesundheit des Leibes wie der Seele förderlich, und außerdem kann der Staat sie nicht entbehren.
Voltaire, Philosopisches Wörterbuch

Arbeit is kên Hâs', säd de Daglöner, löpt uns nich weg.
Hamburg
ndt] Arbeit öss kein Haske, sei rennt nich weg. Auch: öss keine Haskejagd.
Ostpreußen

Arbeit ist Arbeit.
Estland

Arbeit ist bei Armut gut.

Arbeit ist bei Gott beliebter als das Verdienst der Väter.

Arbeit ist beschwerlich, aber ehrlich.
fr] Le travail ne déshonore pas.

Arbeit ist bitter, aber süß das Brot, das man durch sie kauft.
Hindi, Indien

Arbeit ist das beste Heilmittel für alle Krankheiten und alles Elend, das die Menschheit je befallen hat - ehrliche Arbeit.
Thomas Carlyle

Arbeit ist das einzige, aber auch ein ausreichendes Mittel gegen alles Weh des Lebens.

Arbeit ist das Einzige, was mich nicht müde macht.
Paul Reynaud

Arbeit ist das Feuer der Gestaltung.
Karl Marx

Arbeit ist das Gesetz unseres Seins - das lebendige Prinzip, das Menschen und Völker vorwärts treibt.
en] Work is the law of our being - the living principle that carries men and nations onward.
Samuel Smiles, Charakter (1871)

Arbeit ist das Größte auf der Welt, darum sollten wir uns immer etwas für morgen aufheben.
Unbekannt

Arbeit ist das halbe Leben.

Arbeit ist das sicherste Kapital.
Jean de La Fontaine

Arbeit ist das wärmste Hemde,
Frischer Quell im Wüstensand,
Stab und Zelt in weiter Fremde
Und das beste Vaterland!
Keller, Kantate. Zur Eröffnung einer Ausstellung in Zürich 1883

Arbeit ist dem Menschen zum Zeitvertreib (da).
Estland

Arbeit ist der beste Brautschatz.

Arbeit ist der beste Büttel, sie schafft die Bettler aus dem Lande.

Arbeit ist der beste Schlaftrunk.

Arbeit ist der Ehre Mutter.
pl] Za pracą idzie sława.

Arbeit ist der Fluch der trinkenden Klassen.
Oscar Wilde

Arbeit ist der größte Gutsvogt.
Estland

Arbeit ist der Quell der Lebensfreude. Man bleibt jung, wenn man gefordert wird.
Anneliese Rothenberger

Arbeit ist der Schlüssel zur Ruhe.
Hindi, Indien

Arbeit ist der Tugend Mutter.

Arbeit ist der Welt Ernährer.
Estland

Arbeit ist des Alters beste Zukost.
info] Wer im Alter etwas zum Zusetzen, Zubeißen haben will, der muss in der Jugend fleißig arbeiten und zurücklegen.
la] Optimum obsonium labor senectuti.

Arbeit ist des Blutes Balsam,
Arbeit ist der Tugend Quell.
Johann Gottfried Herder, Der Cid (1806), 3, 48

Arbeit ist des Blutes Balsam.

Arbeit ist des Bösen Trotz.
Estland

Arbeit ist des Bürgers Zierde,
Segen ist der Mühe Preis,
Ehrt den König seine Würde,
Ehret uns der Hände Fleiß.
Schiller, Das Lied von der Glocke

Arbeit ist des Dummen Vergnügen (o. Zeitvertreib).
Estland

Arbeit ist des faulen Menschen Zeitvertreib.
Estland

Arbeit ist des Geistes Hüter,

Arbeit ist des Körpers Futter,
Arbeit ist des Geistes Hüter,
Arbeit ist der Tugend Mutter.

Arbeit ist des Lebens Würze.

Arbeit ist des Lebens Würze.
pl] Praca jest życia przysmakiem.

Arbeit ist des Menschen Pflicht, wer nicht säet, erntet nicht.

Arbeit ist des Reichtums Grundlage in der Stadt, im Schloss und auf dein Bauernhof.
Estland

Arbeit ist des Ruhmes Mutter.

Arbeit ist die Bedingung des Lebens, das Ziel Weisheit, und Glückseligkeit .. ist der Preis.
Friedr. von Schiller, D. Spaziergang unter d. Linden (1782)

Arbeit ist die beste Arznei.
Block, An die Mutter, 16.7.1917

Arbeit ist die beste Zukost für das Alter. v] Wer rastet, der rostet.
la] Optimum obsonium labor senectuti.
la] Senectuti labor obsonium optimum.

Arbeit ist die einzige Entschuldigung für Erfolg.
Helmar Nahr

Arbeit ist die Hälfte der Gesundheit.

Arbeit ist die Mutter des Lebens.
Slowakei

Arbeit ist die Quelle allen Reichtums.
John Locke

Arbeit ist die Seife des Herzens.

Arbeit ist dreierlei: Nähr-, Lehr- und Wehrarbeit.
z] Arbeit ist dreyerley: Lehr, Wehr und mehr arbeit.
Christoph Lehmann, Politischer Blumen-Garten (1662)

Arbeit ist ein Artzney vieler Laster.

Arbeit ist ein goldnes Armband.

Arbeit ist eine Arznei vieler Laster.

Arbeit ist eine Ehrensache.
Estland

Arbeit ist eine gute Hausapotheke.
sd] Arbete är half helsa.

Arbeit ist eine Sucht, die wie eine Notwendigkeit aussieht.
Peter Altenburg, Schnipsel

Arbeit ist einer der besten Erzieher des Charakters.
Samuel Smiles, Charakter

Arbeit ist etwas für dumme Leute und alte Pferde.

Arbeit ist für alle böse Anfechtung.

Arbeit ist für dumme Menschen und alte Pferde nötig.
Estland

Arbeit ist für Leib und Seele gesund.
z] Erbeit uns von Krankheit erfreiet und verdauet all böse Sachen, die sonst dem Leib viel unlust machen. Froschmäuseler

Arbeit ist gesund, denn gebratene Tauben fliegen nicht in den Mund.
la] Labor est dulcis quia non pluit vsus hyulcis.
sd] For thy aer aerwodhe got at godz raegnar ey j mwn.

Arbeit ist Gottes straf.
z] Darum meiden viel die arbeit, dass sie der Straff Gottes entgehen.

Arbeit ist gut versorgt.

Arbeit ist häufig der Vater des Vergnügens.
Voltaire

Arbeit ist Irrtums Lohn.

Arbeit ist ja kein Frosch, dass sie davonspringt.
Estland

Arbeit ist ja kein Hase, dass sie davonläuft.
Estland

Arbeit ist ja kein Vogel, dass sie davonfliegt.
Estland

Arbeit ist ja nicht so schwer wie der Anfang.
Estland

Arbeit ist jede Ruh, die Euch nicht dient.
en] The rest is labour, which is not us'd for you.
Shakespeare (1564-1616), Macbeth I,4

Arbeit ist kaan Charpe (= Schande).

Arbeit ist kein Übel, aber die Augen sind die Feiglinge.
Trinidad

Arbeit ist kein Wolf, dass sie in den Wald läuft.
Estland

Arbeit ist keine Schande.
ndt] Arbeit ist kaan Charpe.

Arbeit ist nicht Schreiben, dass man sie nicht kann.
Estland

Arbeit ist Segen.
jüdisch-deutsch] Meloche is Broche.
la] Arare littus.

Arbeit ist vor (o. gegen) Armut gut.
dk] Arbeide er godt for Armod.
fr] Le travail remédie à la pauvreté.

Arbeit ist Wohlstand.

Arbeit ist, was den Menschen tötet.
Estland

Arbeit kann alles erfinden, Armut alles überwinden.

Arbeit kann alles finden, Armut alles überwinden.

Arbeit langweilt, der Acker ermüdet.
Estland

Arbeit läuft ja nicht davon.
Estland

Arbeit läuft nicht davon.
pl] Robota nie zając.

Arbeit lehrt den Arbeitenden.
Estland

Arbeit lehrt den Täter (d. i. den Arbeitenden) . Estland

Arbeit lehrt sich selbst.
Estland

Arbeit lobt (od. rühmt) sich selbst.
Estland

Arbeit lobt den Tätigen (d. i. den Arbeitenden). Estland

Arbeit lohnt dem Täter (d. i. dern Arbeitenden) . Estland

Arbeit löscht Feuer- und Liebesbrunst.

Arbeit löscht Feuers- und Liebesbrunst.
info] Schon im Entstehen tötet sie die Begierden, welche der Müßiggang erzeugt und ernährt.
la] Cedit amor rebus, res age, tutus eris. Ovid

Arbeit macht Appetit, sagte, den Hammer schwingend, der Schmied.

Arbeit macht aus Kieselsteinen Demant.

Arbeit macht aus Steinen Brot.

Arbeit macht das Leben süß, aber Müssiggang ist auch nicht bitter.

Arbeit macht das Leben süß, Faulheit stärkt die Glieder.

Arbeit macht das Leben süß, nicht arbeiten macht's bitter.

Arbeit macht das Leben süß', seufzte der Millionär, der auch gern mal genascht hätte.
[ASpW]

Arbeit macht das Leben süß,
Macht es nie zur Last,
Der nur hat Bekümmernis,
Der die Arbeit haßt.
Gottlob Wilh. Burmann, Kleine Lieder für kleine Mädchen u. Jünglinge (1777), Lob d. Arbeitsamkeit

Arbeit macht das Leben süß.
en] No sweet without sweat.
fr] Le travail fait le charme de la vie.
it] Pan di sudore ha gran sapore.
pl] Praca osłodą życia.

Arbeit macht den Lebenslauf
Noch einmal so munter;
Froher geht die Sonne auf,
Froher geht sie unter.
Gottlob Wilh. Burmann, Lieder in drey Büchern (1774), Der lustige Hans. Melodie von Joh. Abraham Peter Schulz (1779)

Arbeit macht froh.
Estland

Arbeit macht holprigen Weg glatt.

Arbeit macht Kraut zu Wildpret.

Arbeit macht man mit der eigenen Hand, aber den Lohn nimmt man nicht mit der eigenen Hand.
Estland

Arbeit macht niemandem Schande, sondern ehrt alle.
Estland

Arbeit macht reich, säd' de Paster, is aberst nich wöer, sünst wiere wi Daglöners alltohop rik Lüd'.
hdt] Arbeit macht reich, sagt der Pastor, ist aber nicht wahr, sonst wären wir Tagelöhner alle zusammen reiche Leute.

Arbeit macht reich.
la] Labor ditat.

Arbeit macht Spaß, aber wer kann schon Spaß vertragen?
[ASpW]

Arbeit macht uns frohe Tage.

Arbeit macht weder Ochsen noch Pferde fett.

Arbeit måkt das Läben säut, Zucker die Kollschål' (Kaltschale).
hdt] Arbeit versüßt das Leben.

Arbeit muss die Esslust machen.

Arbeit nach dem Abendläuten ist besonders am Sonnabend und Feierabend verpönt

Arbeit nach Sonnenuntergang - das Verdienen von des Teufels Tabaksgeld.
Estland

Arbeit nehret nicht, sondern Gottes Segen und Gedeyen.

Arbeit nehrt, Müssiggang zehrt.

Arbeit nicht darumb in dieser welt, dass du sammlest viel gut und gelt, sonder betracht den letzten tag, an dem es dich nichts helffen mag.
la] Quaere necessaria, sed non cumulare labora, sed cumulla ubi suprema statueris in hora.

Arbeit nimmt dem Müßiggange das Brot aus dem Maule.

Arbeit ohne Beten ist eine Nuss ohne Kern und ein Himmel ohne Stern.

Arbeit ohne einen Mann ist Blitz ohne Regen.
Bulgarien

Arbeit ohne Glück hilft nichts.
z] Nihil labor potest adversans fortuna. Ludovicus II. (Arbeit ohne Glück verfängt nichts)

Arbeit ohne Lohn ist halb Spott, halb Hohn.
fl] Arbeid is løns vaerd.
la] Est labor ingratus, quem debita praemia fallunt.

Arbeit ohne Mühe.
info] Inschrift an der Laurentina
la] Labor absque labore.

Arbeit ohne Vorteil wird sauer.

Arbeit ohne Vorteil wird sauer.
info] In Bezug auf Frondienste. Der Mensch will für seine Mühe etwas haben.

Arbeit pflanzt Rosen auf die Wangen.

Arbeit rettet vor drei Übeln: vor Langweil, Laster und Bettelstab.

Arbeit schadet ja nicht dem Knochen.
Estland

Arbeit schadet nicht dem Tätigen (d. i. dem Arbeitenden), wenn der Tätige der Arbeit nicht schadet.
Estland

Arbeit schändet (o. schimpft) nicht.
Hesiod

Arbeit schändet nicht, sprach die Nonne und wusch ein Paar (Mönchs-)Hosen.

Arbeit schändet nicht.

Arbeit schändet niemand, Faulheit tadelt jeden Mann.
Estland

Arbeit schändet uns nicht; die Trägheit aber entehrt uns.
Hesiod (8. Jahrhundert v. Chr.)

Arbeit soll keine Belastung, sondern ein Vergnügen, eine Arbeit, die man gern macht, sein.
Gladkow, Das Birkenwäldchen

Arbeit spricht drei, sagte das Glück zwei.
info] Höher im Werte steht das durch Arbeit Erworbene, als das auf dem Wege des Glücks Erlangte.

Arbeit sucht den Mann, nicht der Mann die Arbeit.
Estland

Arbeit sucht nicht den Tätigen (d. i. den Arbeitenden), der Tätige soll die Arbeit suchen.
Estland

Arbeit thut viel missgriff.

Arbeit tötet nicht, Kummer tötet.
Estland

Arbeit treibt den Täter (d. i. den Arbeitenden) an. Estland

Arbeit tut weh, der Staub brennt manchen.

Arbeit überwindet alle Schwierigkeit.
fr] Avec du travail ou vient à bout de tout.
fr] Le labour surmonte tout.
fr] Le travail vient à bout de tout.
ho] Met arbeid en geduld knaagt de muis een kabeltouw door.
la] Labor improbus omnia vincit. Virgil

Arbeit überwindet alles.
info] Motto des US-Staats Oklahoma
la] Labor omnia vincit.

Arbeit übt die Hand und schärft den Verstand.
dk] Arbeyde foröger forstanden.

Arbeit um der Arbeit willen ist gegen die Natur.
John Locke

Arbeit und Beständigkeit macht, das alles wohl gedeiht.
Wahlspruch des Herzogs Friedrich zu Holstein

Arbeit und Enthaltsamkeit machen unser Lebenszeit.

Arbeit und Fleiß verschaffen dir den Preis.
la] Fructus honos oneris, fructus honoris onus.

Arbeit und Fleiß,
das sind die Flügel,
Sie führen über Strom und Hügel.
Johann Fischart, Das Glückhafft Schiff von Zürich

Arbeit und Genuss
Sind Zwillingsbrüder, eins im anderen lebend.
Adolf Wilbrandt, D. Meister v. Palmyra I, 4 (Apelles) (1890)

Arbeit und Kreuz findet man überall.
bm] Vsudy práce vsudy kříz, vsudy jest nějaká tíz.

Arbeit und Lohn müssen immer gleich stohn.

Arbeit und Müh' würzt auch dünne Brüh'.
la] Optimum obsonium labor.
sd] Arbete och möda gerdaglig spis och föda.

Arbeit und Not machen Hochzeit.
info] Wenn Bräutigam und Braut gleich mittellos sind.
fr] La faim a épousé la soif.

Arbeit und Pflege sind das Erbteil aller Menschen.
la] Lex eorum, quibus pater est Adam, ut laborent, quibus mater, Eva, ut adfligantur.

Arbeit und Plage dehnen kurze Tage.
la] Otia corpus alunt, animus quoque pascitur illis, immodicus contra-carpit utrumque labor.

Arbeit und Ruh schließt dem Arzt die Türe zu.
dk] Arbeyde og hvile med nimanden holde sundhed op.

Arbeit und Sparen macht reiche Knechte.

Arbeit und Sparen macht zusehends reich.
en] Industry is fortune's right hand, and frugality her left.
sd] Flit är lyckans högra arm och sparsam het dess wenstra.

Arbeit und Sparn macht reiche Knecht.
Georg Rollenhagen, Froschmäuseler (1595), B. 2, T. 2, K. 7

Arbeit und still sitzen behellt die Zucht.

Arbeit und Tag dem Herrn, Nacht und Lust.
Estland

Arbeit und Tugend ist der größte Reichtum.

Arbeit verdient Lohn.
Estland

Arbeit verlangt einen Tätigen (d.i. Arbeitenden).
Estland

Arbeit vermag alles.
pl] Praca wszystko zwycięża.

Arbeit verrichtend
info] Sozialenzyklika
la] Laborem exercens

Arbeit versüßt das Leben.
ndt] Arbeit måkt dat Läuben säut, Zucker die Kollschål' (= Kaltschale).

Arbeit vertreibt den Kitzel.

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