Deutsche Sprichwörter, Redensarten, Zitate 0788
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Die Reichen können gut Butter essen.

Die Reichen kriegen mehr, und die Armen kriegen Kinder.
Schwarze in den USA

Die reichen Leute, die gewinnt
Man nur durch Schmeichelein -
Das Geld ist platt, mein liebes Kind,
Und will auch platt geschmeichelt sein.
Heine, Lumpentum

Die Reichen mit den Gulden klingen, wenn Arme ums Brot singen.

Die reichen müssen reich sein.

Die Reichen müssten sehr glücklich sein, wenn sie nur halb so glücklich wären, wie die Armen glauben.
Sprüche der Weisen

Die Reichen pfeifen, die Armen singen.
Estland

Die Reichen rühmen gern die Zahl ihrer Pelze vor denen, die nackt gehen.
Russland

Die reichen seind entweder nit fromm oder unfrommer erben.

Die Reichen sind außen von Gold, innen von Eisen.
la] Nusquam fraude caret, semper mentitur avarus, erga inopes surdus, ferrea corda gerit.

Die Reichen sind eine Speisekammer der Armen, ein Verlangen der Bedrängten, eine Zuflucht der Fremden, eine Herberge der Pilger.

Die Reichen sind es nicht, die das Geld verlästern, die Armen aber verlästern es alle.
Russland

Die Reichen sind für der Heuchler (Schmarotzer) Mund, was ein Knochen für den Hund.
dk] De rige ere hyklernes narre.

Die Reichen sind insgemein von außen von Gold, von innen von Eisen.

Die Reichen sind schwer zu erreichen.
bm] Za bohatým se neuhonís.

Die Reichen sollen der Armen gedenken.
z] Wem Gott viel reichtumb tut bescheren, der brauch sie ihm zu lob und ehren, und den armen zu nuts und gut; denn also er fast weisslich tut.
la] Viuas prudenter, gazas habeas sapienter, non abscondendo, sed egenis distribuendo.

Die Reichen sollen die Armen trösten.
mhd] De ryken sullen de armen trôsten.
la] Est hominis miserum solari ditis egentem.

Die Reichen streiten um Länder, die Armen schlafen schnarchend.
Estland

Die Reichen tragen das Hirn in der Tasche.

Die reichen und (zugleich) geizigen sind ihres guts kinder.
bm] Skoupý boháč jako jeho skřínĕ; ač v ní zlato předce v koutĕ stává.
pl] Skąpy bogacz jako jego skrzynia; choć w niéj złoto, przecię w kącie lezy.

Die Reichen und die Gauner - das sind zwei Seiten ein und derselben Medaille, zwei Hauptarten von Parasiten, die der Kapitalismus großgezogen hat, sie sind die Hauptfeinde des Sozialismus; diese Feinde müssen unter die besondere Aufsicht der ganzen Bevölkerung gestellt werden; gegen sie muss rücksichtslos vorgegangen werden, sobald sie die Regeln und Gesetze der sozialistischen Gesellschaft auch nur im geringsten übertreten. Jede Schwäche, jedes Schwanken, jede Sentimentalität in dieser Hinsicht wäre das größte Verbrechen am Sozialismus.
Lenin, Wie soll man einen Wettbewerb organisieren?

Die Reichen und die großen Herrn, die Gelehrten und die heiligen Gleissner sind des Teuffels leckerbissen.

Die Reichen und die Könige, welche die Philosophen ehren, ehren damit nur sich selbst; aber die Philosophen, welche den Reichen schmeicheln, bringen damit diesen keinen Ruhm und sich selbst nur Schaden.
Plutarch, Ehevorschriften

Die Reichen und die Unwissenden sind Schafe mit goldener Wolle.
Italien
i] Sie laden zur Ausnutzung ein

Die Reichen werden beneidet, die Armen bemitleidet.

Die Reichen wissen nicht, wie dem/den Armen zumute ist.

Die Reichen wollen gelobt, beklatscht, gefeiert, bewundert u.s.w. werden; deshalb haben sie keine Freunde.
dk] Den rige haver mange frænder, den fattige ingen hør og kiender.
ho] Rijke lui hebben veel vrienden.

Die Reichen, die Großen, die Könige, die sind alle nichts weiter als Kinder, welche, da sie sehen, dass sich jeder bemüht, auch die kleinste Unannehmlichkeit von ihnen fernzuhalten, dadurch allmählich wahrhaft kindisch eitel werden, und die förmlich stolz auf Dienstleistungen sind, die man ihnen, wenn sie echte Männer wären, nimmermehr erweisen würde.
Rousseau, Emile

Die reichste Empfindung des Lebens liegt im Atmen.
Gerhart Hauptmann

Die reichsten Bauern haben immer die dürrsten Katzen.

Die reichtum haben ein hasen Herz.

Die Reichtum ist der endelichen.
z] Endelich = Fleißig, emsig ohne unterlass, ohne verzug.

Die Reichtümer Ägyptens sind für die dortigen Ausländer.
Arabien

Die Reichtümer der Frau bringen Hader ins Haus.
Finnland

Die Reichtümer der Reichen halten die Zungen der Armen in ständiger Bewegung.
Kurdistan

Die Reierer kommen immer hinten nach.

Die Reife des Geistes zeigt sich an der Langsamkeit im Glauben.
Baltasar Gracián y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Die Reifen machen nicht das Fass.

Die Reihe der Päpste zieht sich ohne Unterbrechung durch nunmehr fast zweitausend Jahre. Sie hat Weltumwälzungen, die alles andere, Völker, Reiche, Institutionen, Kulturen, in ihrem Sturz begraben haben, überdauert. Sie selbst ist eine Herrscherreihe in Wahlfolge, die, wenigstens in der Theorie, niemals an ein einzelnes Volk gebunden war, und deren einigendes Band nicht das Blut, sondern der Geist ist. Deshalb ist die Idee das Primäre in der Geschichte des Papsttums.
Erich Caspar, Geschichte des Papsttums

Die Reihe von wirklichen Erfindungen ist gering, besonders, wenn man sie durch ein paar Jahrhunderte im Zusammenhange betrachtet. Das meiste, was getrieben wird, ist doch nur Wiederhohlung von dem, was dieser oder jener berühmte Vorgänger gesagt hat.
Goethe, J. D. Falk, 28.2.1809

Die Reihenfolge, in der man die Dinge erlernt, ist, was schließlich die Individualität des Menschen ausmacht.
Sprüche der Weisen

Die reimen gut, die schlecht hören.
Sie reimen sich's zusammen
z] Gemeinigcklich reimen solche wohl, die übel hören.

Die reimen wohl, die übel hören.
i] Sie denken sich hinzu, was sie nicht verstanden haben, sie reimen sich's zusammen.

Die reine Bildungslust, jedem einwohnend, auf eine friedliche Ausgleichung sittlicher Verhältnisse hinstrebend, sie ists, die sich gesellig am freudigsten offenbart.
Goethe, An Nees v. Esenbeck, 11.9.1826

Die reine Demokratie, vollkommen durchgeführt, erstrebt ein Ziel, das ebenso wie die Theokratie undenkbar ist. Beide haben gemeinsam den krampfhaften Zug, ein an sich unerreichbares ideal erzwingen zu wollen. Das sehen wir in allen radikalen Demokratien. Jeder Unterschied zwischen den Menschen soll gewaltsam beseitigt werden, bis man schließlich auf den Gedanken kommt, auch den Unterschied der Geschlechter von Staats wegen aufzuheben.
Treitschke, Politik

Die reine Frau ist wie ein frischer Quell,
Der uns entgegensprudelt klar und hell,
Wie eine lautre Gottesoffenbarung.
Bodenstedt, Lieder des Mirza Schaffy

Die reine Freundschaft gewährt einen Genuss, zu dem sich mittelmäßige Menschen nie zu erheben vermögen.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Die reine Intelligenz wird oft durch eine selbstgefällige Spottsucht verunreinigt.
Sprüche der Weisen

Die reine Liebe, von der man so viel spricht, ist nirgends zu finden. Die Zartheit der Empfindungen ist ein bloßes Hirngespinst.
Diderot, Die geschwätzigen Kleinode

Die reine Unbefangenheit des Märchens, welche dessen Hauptcharakter ist..
Goethe, Tagebuch, 24.4.1831

Die reine Wahrheit macht das Leben ruhig, eine schöne Lüge macht es angenehm.
Sprüche der Weisen

Die reine Zunge lässt sich nicht vermieten;
Um Lohn soll niemand können ihr gebieten,
Dass sie der Untreu nicht verfällt.
Reinmar von Zweter, Sprüche

Die reinen Herzens sind, haben den Ganges in ihrer Wanne.
Hindi, Indien

Die Reinheit einer Revolution kann 14 Tage dauern.
Cocteau

Die Reinlichkeit ist besser als Arbeit.
Finnland

Die reinste Freude ist die Schadenfreude.

Die reinste Freude, die man an einer geliebten Person finden kam, ist die, zu sehen, dass sie andere erfreut.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,11

Die reinste Lustigkeit ist die Liebe, Gott ist die Liebe, Gott ist reinste Lustigkeit.
Heinrich Heine

Die reinste Menschlichkeit, sie allein kann dir, dem Menschen, Religion sein.
Herder, Christliche Schriften

Die reinste Rose, die in Dornen fällt, ritzt ihr Blatt.
z] Ganz unversehrt bringt kein Mädchen seine hohe Gemütseinhaft zurück aus der Gemeinschaft mit dem Gemeinen. Je zarter der Stoff des weiblichen Wesens ist, desto eher nimmt er Flecken an bei der Berührung eines bösen.

Die reinste und höchste Malerei in der Musik ist die, welche du auch ausübst, es kommt darauf an, den Hörer in die Stimmung zu versetzen, welche das Gedicht angibt, in der Einbildungskraft bilden sich alsdann die Gestalten nach Anlass des Textes, sie weiß nicht, wie sie dazu kommt.
Goethe, An Zelter, 2.5.1820

Die Reise darf nicht länger sein als der Urlaub.
nl] Maak uwe reis even lang als uw tijd.

Die Reise der Frau geht vom Ofen zur Schwelle.
Russland
i] Sie bleibt im Haus

Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei, und meist von der unerwarteten Seite; man empfängt mehr oder weniger, als man hofft, man kann ungestraft eine Weile hinschlendern, und dann ist man wieder genötigt, sich einen Augenblick zusammenzunehmen. Für Naturen wie die meine, die sich gerne festsetzen und die Dinge festhalten, ist eine Reise unschätzbar, sie belebt, berichtigt belehrt und bildet.
Goethe, An Schiller, Stäfa, 14. 10. 1797

Die Reise ins Meer geht nicht weit, wenn einer auch die größten Wasserstiefeln anhat.

Die Reise wird mit ihm fortgehen.
i] Er wird sterben.

Die Reise, auf der jeder eine Stimme hat, wird nie eine glückliche.
England

Die reiten einander auf dem Halse herum.

Die reitenden Helden vom festen Land
Haben jetzt gar viel zu bedeuten,
Doch stünd es ganz in meiner Hand,
Ein Meerpferd möcht ich reiten.
Goethe, Zahme Xenien IX

Die Reiter haben es (auf ihren Weg) mitgenommen.
i] Von einer Neuigkeit, die so bekannt ist, dass sie die reisenden Beduinen gehört und allenthalben auf ihrem Wege erzählt haben.

Die Reize der Jugend sind das einzige Gepäck der Liebe.
Honoré de Balzac, Die Physiologie der Ehe

Die Religion begehrt nicht, das Universum seiner Natur nach zu bestimmen und zu erklären wie die Metaphysik.. Ihr Wesen ist weder Denken noch Handeln, sondern Anschauung und Gefühl.. Religion ist Sinn und Geschmack fürs Unendliche.
Schleiermacher, Reden über die Religion

Die Religion beruht auf dem wesentlichen Unterschiede der Menschen vom Tiere - die Tiere haben keine Religion.
L. Feuerbach, Das Wesen des Christentums

Die Religion des Hungers ist Essen, sei es erarbeitet, erbettelt oder gestohlen.
B. V. Arnim, Armenbuch

Die Religion gibt einen Halt. Aber das Pferd ist nicht gut zu sprechen auf den Halt, den der Sattel dem Reiter gibt.
Brecht, Gespräche mit jungen Intellektuellen

Die Religion hat den Reichtum geboren, aber das Kind hat die Mutter verschlungen.
z] Ist auf die Klöster gemünzt.
z] Wie man sagt, das Religion geboren hab ein Tochter fron, die Tochter hab ihr Mutter gefressen, bei Reichtum sei der Lehr vergessen.
z] Die Religion hat Reichthumb gezeugt und geboren, nun bringt die Dochter, d.i. der reichthum jhre Mutter, Religion, um den Hals.

Die Religion hat so viele Menschen böse gemacht, tut es noch und wird es immer tun..
Diderot Unterhaltung eines Philosophen mit der Marschallin von C.

Die Religion hat zwei Kinder, die Liebe und den Hass.
Russland

Die Religion ist das Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit.
Friedrich Schleiermacher, Der christliche Glaube I

Die Religion ist das Krankenhaus der Seele, welche die Welt verwundet hat.
Jean Antoine Petit-Senn, Geistesfunken und Gedankensplitter

Die Religion ist der Anker des Lebens.
Hille, Ein Traum

Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.
Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie

Die Religion ist die allbelebende Weltseele der Bildung.
Friedrich von Schlegel, Ideen

Die Religion ist die beste, welche die Vielen eint, den Einzelnen kräftigt, den Stolzen beugt, die uns das Leben lieben und den Tod mit Ergebung erwarten macht.
Sprüche der Weisen

Die Religion ist die einzige Metaphysik, die das Volk imstande ist, zu verstehen und anzunehmen.
Joubert, Gedanken und Maximen

Die Religion ist die Erkenntnis aller unsrer Pflichten als göttlicher Gebote.
Kant, Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft

Die Religion ist die erste Liebe, die Liebe des Jünglings - die Liebe, die ihren Gegenstand durch die Erkenntnis zu profanieren glaubt. Die Philosophie dagegen ist die eheliche Liebe, die Liebe des Mannes, die sich in den Besitz und Genuss ihres Gegenstandes versetzt, aber freilich auch dadurch alle die Reize und Illusionen zerstört, die mit der Geheimniskrämerei der ersten Liebe verbunden sind.
Feuerbach, Tagebuch 1834-1836

Die Religion ist eigentlich die Kunst, sich durch Gedanken an Gott ohne weiter andere Mittel, Trost und Mut im Leid zu verschaffen und Kraft, demselben entgegenzuarbeiten.
Lichtenberg, Aphorismen

Die Religion ist ein Teil des Schicksals.
Napoleon I., auf St. Helena

Die Religion ist ein Zügel für die Massen.
Krupskaja, Über die weltliche Schule

Die Religion ist eine Art geistiger Fusel, in dem die Sklaven des Kapitals ihre Menschenwürde und ihren Anspruch auf eine halbwegs menschenwürdige Existenz ersäufen.
Lenin, Sozialismus und Religion

Die Religion ist eine Krücke für schlechte Staatsverfassungen.
Schopenhauer, Parerga und Paralipomena II, 22

Die Religion ist nichts als der Schatten, den das Universum auf die menschliche Intelligenz wirft.
Victor Hugo

Die Religion ist Opium für das Volk - nur, wenn sie verboten ist.
Sprüche der Weisen

Die Religion kann erst dann wieder zur Kulturmacht werden, wenn sie sich von aller Zweckhaftigkeit frei macht. Zu dieser gehören Glaube und Erlösung.
Rathenau

Die Religion kann nie schlimmer sinken, als wenn sie solchermaßen zur Staatsreligion erhoben wird, es geht dann gleichsam ihre innere Unschuld verloren, und sie wird so öffentlich stolz wie eine deklarierte Maitresse.
Heine, Reisebilder, Briefe aus Berlin, 16. 3. 1822

Die Religion lehrt lieben und hassen.

Die Religion muss dem Volke erhalten werden.
Kaiser Wilhelm I., 23. 8. 1876

Die Religion muss froh machen.
Sprüche der Weisen

Die Religion ruft den Menschen nicht ab von den Pflichten der Erde, sondern gibt ihm Kräfte, alles, was menschlich ist, bis auf den letzten Augenblick recht zu besorgen. Man könnte mich missverstehen, aber wie ich es denke, ist es gewiss wahr: Der Mensch ist nicht für die Relilon, die Religion ist für den Menschen.
Pestalozzi, Christoph und Else

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