<<< Weisheiten 0762 >>>

Die Menschen [sind]+ im Durchschnitte genügsam, und wer ihnen den Spaß verderben will, behält immer Unrecht.
Goethe, An Herzog Karl August, 17.5.1791

Die Menschen aber in Glückskinder und Pechvögel zu teilen bedeutet, die menschliche Natur von einem engen, voreingenommenen Standpunkt aus zu betrachten.
Tschechow, an A. S. Suworin, 3. 11. 1888

Die Menschen aber, die ihren eigenen Weg zu gehen fähig sind, sind selten. Die große Zahl will nur in der Herde gehen, und sie weigert die Anerkennung denen, die ihre eigenen Wege gehen wollen.
Blaise Pascal

Die Menschen achten den, der sie verachtet.
Honoré de Balzac

Die Menschen achten viel zu wenig auf das, was man Laune oder Stimmung nennt; sie sollten begreifen lernen, dass es nicht genügt, gut zu sein, sondern dass sie auch gut scheinen müssen, wenn ihnen überhaupt daran liegt, mit anderen gesellig und einträchtig zu verkehren.
La Bruyère, Vom Menschen

Die Menschen all sind toll, und ob sie's meiden sehr,
Verschieden sind sie nur nach wenig oder mehr.
Sprüche der Weisen

Die Menschen änderten sich, jeder auf seine Weise. Erst wenn ein Mensch stirbt, verstehen wir das Geheimnis der wechselvollen, zuweilen widersprüchlichen Jahre. Doch solange er lebt, überschattet jeder neue Tag den gestrigen.
Sprüche der Weisen

Die Menschen bedienen sich des Gedankens nur, um ihre Ungerechtigkeiten zu begründen, und sie wenden die Worte nur an, um ihre Gedanken zu verbergen.
Voltaire, Der Kapaun und das Masthuhn

Die Menschen begehen den Fehler, dass sie ihren Hoffnungen keine Grenzen zu setzen wissen. Sie bauen auf sie, ohne sich nach den eigenen Kräften zu richten, und rennen so ins Verderben.
Niccolò Machiavelli, Vom Staat

Die Menschen beginnen mit der Liebe, enden mit dem Ehrgeiz und befinden sich in einer ruhigeren Verfassung des Gemüts oft erst, wenn sie sterben.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Die Menschen begreifen niemals, dass schöne Stunden, so wie schöne Talente, müssen im Fluge genossen werden.
Goethe, An Zelter, 28.8.1816

Die Menschen betrügen und werden betrogen; aber sie zu kennen ist Gold wert...
Pestalozzi, Lienhard und Gertrud

Die Menschen bezeichnen das plötzliche Erscheinen einer verborgenen Wirklichkeit als Wunder.
Rolland, Über dem Getümmel

Die Menschen bleiben nicht immer Mai.

Die Menschen brauchen Leidenschaften...
Helvetius, Vom Menschen

Die Menschen bringen nur für unnötige Dinge Geldopfer. Ihre phantastischen Ziele sind ihnen am teuersten.
Herzen, Memoiren und Reflexionen, Bruchstücke

Die Menschen dauern mich in ihren Jammertagen...
Goethe, Faust, Prolog im Himmel (Mephisto) Vs 297

Die Menschen denken immer, die Zeiten würden schlimmer; die Zeiten bleiben immer, die Menschen werden schlimmer.

Die Menschen denken nur ausweichend!
Goethe, Riemer, 28.12.1812

Die Menschen denken über die Vorfälle des Lebens nicht so verschieden, wie sie darüber sprechen.
Lichtenberg, Vermischte Schriften

Die Menschen der alten Zeit sind auch die der neuen, aber die Menschen von gestern sind nicht die von heute.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Die Menschen deren Ehe wohlbestellt
Sind glücklich. Wem's in diesem Punk misslingt,
Ist elend in und außer seines Haus.
Euripides, Orestes

Die Menschen drängen sich zum Lichte, nicht um besser zu sehen, sondern um besser zu glänzen. Vor wem man glänzt, den lässt man gerne als Licht gelten.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Die Menschen dulden keine Fehler, die sie nicht selbst begehen.
England

Die Menschen durchleben jetzt alle zuviel und durchdenken zu wenig.
Nietzsche, Menschliches, Allzumenschiches

Die Menschen dürfen sich mit Fremden in einen Streit einlassen, in der Familie jedoch sollen sie fest zusammenhalten, es sollte so sein wie bei Küken aus einer Brut, die sich niemals untereinander streiten.

Die Menschen empfinden im allgemeinen eine große Freude an der Farbe. Das Auge bedarf ihrer, wie es des Lichtes bedarf.
Goethe, Entwurf einer Farbenlehre 6. Abt 759

Die Menschen empfinden manchmal die Verachtung am tiefsten, wenn sie sie am meisten verdienen.
Mark Twain, Das Medium des Mesmeriseur

Die Menschen erkennt man an ihren Taten.

Die Menschen erröten weniger über ihre Laster als über ihre Schwächen und ihre Eitelkeit.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Die Menschen ersinnen sich selbst ihre Qualen.
Herzen, Mein Leben

Die Menschen ertappen sich nur deshalb so häufig bei einem Irrtum, weil sie unwissend sind und weil im allgemeinen ihre unheilbarste Torheit darin besteht, sich für weise zu halten.
Helvetius, Vom Geist

Die Menschen erwartet nach ihrem Tode, was sie sich nicht träumen lassen oder wähnen.
Herakleitos

Die Menschen erwerben ihre Diplome und verlieren Instinkt.
Francis M. de Picabia, Aphorismen

Die Menschen erwerben sich ihre besten Erfahrungen durch Erinnerung der Misserfolge, die sie im Verkehr mit anderen und sonst im Leben erlitten haben.
Smiles, Der Charakter

Die Menschen essen, die Tiere fressen.

Die Menschen fangen an, über ihren Zustand, über ihre Verhältnisse, Rechte und Pflichten nachzudenken, wollen nicht mehr sich im Blinden leiten lassen, nicht mehr alles auf Autorität annehmen. Sind sie zu arg gedrückt und misshandelt worden, so erwacht nun das Gefühl der Unwürdigkeit der Rolle, welche sie bis dahin gespielt haben.
Knigge, Manifest

Die Menschen fangen immer erst mit Fehlern an, bevor sie sich bessern können.
Meng-zi, Buch Meng-zi

Die Menschen finden selten ein Wort der Anerkennung füreinander und zeigen wenig Neigung, sich gegenseitig zu loben.
La Bruyère, Vom Urteil

Die Menschen finden sich in ein verhasstes Müssen
Weit besser als in eine bittre Wahl.
Schiller, Piccolomini, I, 2 (Illo)

Die Menschen fügen einander Schaden zu entweder aus Furcht oder aus Hass.
Niccolò Machiavelli, Der Fürst

Die Menschen führen den Krieg und Gott gibt den Sieg.
fr] Les hommes font la guerre, et Dieu donne la victoire.

Die Menschen fürchten den Tod, gleichwie Kinder sich fürchten, ins Dunkel zu gehen....
Francis Bacon (1561-1626), Über den

Die Menschen fürchten den Tod, wie Kinder sich fürchten, ins Finstre zu gehen.

Die Menschen fürchtet nur, wer sie nicht kennt,
Und wer sie meidet, wird sie bald verkennen.
Goethe, Tasso A 1 Sz 2 (Allfons) Vs 310f.

Die Menschen geben fast nichts auf die Tugenden des Herzens und vergöttern die Gaben des Körpers und des Geistes.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Die Menschen geben sich mehr Mühe in die Hölle als in den Himmel zu kommen.

Die Menschen gedenken wohl, aber Gott schickt wie es soll.

Die Menschen gehen Einkaufen wie zum Fischen, sie wollen sehen, wie groß der Fisch ist, den sie mit dem kleinsten Köder fangen können.
Henry Ward Beecher

Die Menschen gehen langsam zu Werke, wenn sie Zeit zu haben glauben, und rasch, wenn die Not sie treibt.
Niccolò Machiavelli, Vom Staat

Die Menschen gehen sprunghaft von einem Ehrgeiz zum anderen über. Zuerst ist man darauf bedacht, nicht angegriffen zu werden, dann trachtet man danach, andere anzugreifen.
Niccoló Machiavelli. Vom Staat

Die Menschen gehn viel zu nachlässig mit ihren Erinnerungen um.
Novalis, Aus den Fragmenten und Studien

Die Menschen gewöhnen sich an alles, selbst an die Knechtschaft, wenn nur der Herr nicht härter ist als die Knechtschaft.
Montesquieu, Geist der Gesetze

Die Menschen glauben den Augen mehr als den Ohren. Lehren sind ein langweiliger Weg, Vorbilder ein kurzer, der schnell zum Ziele führt.
Seneca, Briefe an Lucilius

Die Menschen glauben gern, was sie wünschen.
Cäsar, Der Gallische Krieg

Die Menschen glauben, dass man sich mit ihnen abgeben müsse, da man sich mit sich selbst nicht abgibt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 930

Die Menschen glauben, nur dann ihren Besitz sicher zu haben, wenn sie von anderen etwas hinzuerwerben.
Niccolò Machiavelli, Vom Staat

Die Menschen glauben, sich mit etwas Wichtigem zu befassen, befassen sich aber nur mit Fresserei.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1890)

Die Menschen gleichen darin den Kindern, dass sie unartig werden, wenn man sie verzieht, daher man gegen keinen zu nachgiebig und liebreich sein darf.
Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Leberisweisheit

Die Menschen gleichen den Kräutern des Feldes, einige blühen, andere welken.
Hebräer

Die Menschen gleichen immer mehr der Zeit, in der sie leben, als ihren Vätern.
Ägypten

Die Menschen gleichen Kindern, die in einem von einer hohen Mauer umgebenen Garten spielen. Immer wieder wird eine Tür in der Mauer geöffnet, und eines dieser Kinder verschwindet durch diese Tür.
Sprüche der Weisen

Die Menschen gleichen mehr der Zeit, in der sie leben, als ihren Vätern.
i] Der ganze gesellschaftliche Zustand mit seinen Ansichten und Sitten hat einen größeren Einfluss auf den Menschen, als die Erziehung und das Beispiel seiner Eltern.

Die Menschen haben alle einerlei eingang in das leben und gleichen aussgang.

Die Menschen haben Angst und probieren gar nicht aus, wie viel Härte und Armut sie ertragen können.
William Faulkner

Die Menschen haben damals gefordert, gebt uns erst etwas zu essen, dann können wir arbeiten. Wir mussten ihnen sagen, erst müssen wir arbeiten, um etwas zu essen zu haben.
Sprüche der Weisen

Die Menschen haben das Schicksal erfunden, um ihm die Schuld an den Wirren der Welt zuzuschreiben...
Rolland, Über dem Getümmel

Die Menschen haben den guten Willen zur Dienstfertigkeit nur bis zur Gelegenheit, sie zu beweisen.
Marquis de Vauvenargues, Reflexionen und Maximen

Die Menschen haben den Teufel aus der Hölle vertrieben.
ho] De hel is ledig van duivelen, maar vol van doode menschen.

Die Menschen haben große Ansprüche und keine Pläne.
Vauvenargues, Réflexions et maximes

Die Menschen haben immer das Bedürfnis, große Persönlichkeiten zu zerschlagen, weil sie sie nicht fassen können.
Sprüche der Weisen

Die Menschen haben ja auch das Essen zu etwas anderem gemacht: Not auf der einen, Überfluss auf der anderen Seite haben die Klarheit dieses Bedürfnisses getrübt...
Rainer Maria Rilke, An F. X. Kappus, 16.7.1903

Die Menschen haben keinen schlimmern Feind als das zu große Glück.
Italien

Die Menschen haben sich in dem Zufall ein Trugbild geschaffen, einen Vorwand ihrer eignen Torheit; denn nur selten stehen Zufall und Überlegung im Widerspruch. Das meiste im Leben bringt einsichtsvoller Scharfblick in Ordnung.
Demokrit, Fragmente

Die Menschen haben sich stets geängstigt und geplagt, sie haben sich untereinander gequält und gemartert, sie haben sich und anderen das bisschen Leben sauer gemacht und die Schönheit der Welt und die Süßigkeit des Daseins, welche die schöne Welt ihnen darbietet, weder zu achten noch zu genießen vermocht.
Goethe, H. Luden, 19.8.1806

Die Menschen haben so lange unter den Verblendungen der Gewalt gelebt, dass Gewalt Ausübende sowie Gewalt Erduldende naiv zu der Überzeugung gelangt sind, diese Art menschlichen Verhaltens sei... das allernormalste.
L. Tolstoi, an N. N. Mikluch-Maklai, 25. 9. 1886

Die Menschen haben viele absonderliche Tugenden erfunden, aber die absonderlichste von allen ist die Bescheidenheit. Das Nichts glaubt dadurch etwas zu werden, dass es bekennt: ich bin nichts!
Hebbel, Tagebücher, Hamburg, 19.8. 1843

Die Menschen haben vor dem Tod zu viel Achtung, gemessen an der geringen Achtung, die sie vor dem Leben haben.
Henry de Montherlant

Die Menschen haben zu allen Zeiten aus der Religion ein Werkzeug des Ehrgeizes und der Ungerechtigkeit gemacht.
M. Grimm, Religion und Gesellschaft

Die Menschen hält man bei den Worten, das Vieh bei den Hörnern.
fr] On prend les hommes par les paroles et les bêtes par les cornes.

Die Menschen hält man beim Rocke, Gott bei seinem Worte.

Die Menschen halten bloß das für wirklich, was sie verkaufen können.
Sprüche der Weisen

Die Menschen halten sich jedoch selten an das, was sie brauchten oder nicht brauchten, und tun gewöhnlich ein übriges über den Bedarf.
Ludwig Anzengruber, In der Andreasnacht

Die Menschen halten sich mit ihren Neigungen ans Lebendige. Die Jugend bildet sich wieder an der Jugend.
Goethe, Maximen und Reflexionen 290

Die Menschen handeln oft wie gewisse kleine Raubvögel, die die Beute, zu der die Natur sie treibt, mit solcher Gier verfolgen, dass sie den größeren Vogel nicht bemerken, der über ihnen schwebt, um sie zu zerfleischen.
Niccolò Machiavelli, Vom Staat

Die Menschen hassen nie so sehr den, der Böses tut, noch das Böse selbst, wie den, der es beim Namen nennt.
Leopardi Pensieri

Die Menschen helfen lieber dem, der ihrer Hilfe nicht bedarf, als dem, welchem sie nötig ist.
Hebbel. Tagebücher

Die Menschen in Amerika sind vom Rassismus angesteckt - das ist die Gefahr. Paradoxerweise sind sie aber auch von den demokratischen Idealen angesteckt - das ist die Hoffnung.
Martin Luther King, Artikel für 'Look'

Die Menschen in der Welt streben nur nach gut und geld, und wenn sie es erwerben, legen sie sich hin und sterben.

Die Menschen in Masse werden von jeher nur verbunden durch Vorurteile und aufgeregt durch Leidenschaften, selbst der beste Zweck wird somit immer getrübt und oft verschoben, aber demohngeachtet wird das Trefflichste gewirkt, wenn auch nicht im Augenblick, doch in der Folge, wenn nicht unmittelbar, doch veranlaßt.
Goethe, An A.O.Blumenthal, 28.5.1819

Die Menschen irren deswegen so oft, weil sie unwissend sind; und überhaupt besteht ihre unheilbarste Narrheit darin, dass sie sich weise dünken.
Helvetius, De l'esprit

Die Menschen kann man entbehren, aber mancher braucht einen Freund.

Die Menschen kann man hinter das Licht führen, aber Gott nicht.

Die Menschen kennen den Nutzen des Nutzlosen nicht.
Martin Buber

Die Menschen kennen einander nicht leicht, selbst mit dem besten Willen und Vorsatz, nun tritt noch der böse Wille hinzu, der alles entstellt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 86

Die Menschen kennen sich einander nicht;
Nur die Galeerensklaven kennen sich,
Die eng an eine Bank geschmiedet keuchen;
Wo keiner was zu fordern hat und keiner
Was zu verlieren hat, die kennen sich;
Wo jeder sich für einen Schelmen gibt
Und seinesgleichen auch für Schelmen nimmt.
Goethe, Tasso A V Sz 5 / Tasso Vs 3338f.

Die Menschen kommen durch nichts den Göttern näher, als wenn sie Menschen glücklich machen.
Cicero, Rede für Ligarius

Die Menschen können alles ertragen außer guten Tagen.
Niederlande
Vgl. Goethe: Alles in der Welt lässt sich ertragen, nur nicht eine Reihe von schönen Tagen

Die Menschen können den Weg der Wahrheit verherrlichen; nicht aber verherrlicht die Wahrheit die Menschen.

Die Menschen können lange Zeit das ihnen Nützliche verkennen, aber stets kommt die Zeit, da sie Klarheit gewinnen und von ihr Gebrauch machen.
Claude-Henri de Saint-Simon, Über die Reorganisation der europäischen Gesellschaft

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