< Sprichwörter >

An die Diern drängen s' sik an as die ollen Wiewer an'n Fischwågen.
ndt] An das Mädchen drängen sie sich ran, wie die alten Weiber an den Fischwagen.span>

An die Dinge glauben heißt: etwas bestehen lassen nach dem eigenen Tode, und im Leben die Befriedigung haben, in Berührung zu kommen mit dem, was noch nach uns bestehen wird.
Cesare Pavese.span>

An die dumme Stirne gehört als Argument von Rechts wegen die geballte Faust.
Nietzsche, Menschliches Allzumenschliches.span>

An die falsche Adresse geraten.
info] Nicht den Richtigen treffen.
en] To come to the wrong address (o. shop, house). - To mistkae your man. - To knock at the wrong door. - To bark u the wrong tree (coll)
fr] Se tromper d'adresse.
it] Capitar male.span>

An die Fersen gewachsen sein.
info] Er war seiner Mutter an die Fersen gewachsen.span>

An die Flabben schlagen.
info] Backen, Wangen, flabben, auch flappen = mit Schall küssen, auch unmässig küssen, schmatzen.span>

An die Geschichte verweise ich euch, forscht in ihrem belehrenden Zusammenhang nach ähnlichen Zeitpunkten und lernt den Zauberstab der Analogie gebrauchen.
Novalis, Die Christenheit oder Europa.span>

An die graue Hûr (Haren) derkennt män die Juhr.
Jüdisch-deutsch, Warschau.span>

An die guten Tage soll man denken und die bösen überwinden.
en] Think of ease, but work on.span>

An die Heiligen zu denken heißt gewissermaßen, sie zu schauen.
Bernhard von Clairvaux, Fünfte Ansprache auf das Fest Allerheiligen.span>

An die Hütte des Hirten pocht der Hunger nicht.
Spanien.span>

An die Künstler: Engagement ist kein Zeitvertrag!
Alexander Eilers.span>

An die letzte Wohltat erinnert man sich am besten.
England.span>

An die Löwenhaut einen Fachsbalg nähen.

An die niedrige Mauer lehnen sich alle.
Italien.span>

An die Person gebundener (d.h. nicht vererbbarer) Klageanspruch
la] actio personalis [RSpW].span>

An die Schlange beiß' ich nicht an, sagte der Bub' zum Pastor; da sollte er in der Kinderlehre den Sündenfall erzählen.

An die Spitze der zum Hörnertragen besonders veranlagten Scharen stellen wir jene Bankiers, die fortwährend mit Millionen arbeiten, deren Kopf dermaßen mit Berechnungen angefüllt ist, dass schließlich die Zahlen die Hirnschale durchdringen und sich in Additionsreihen über ihrer Stirn erheben.
Honoré de Balzac (1799-1850), Die Physiologie der Ehe.span>

An die stangen kommen.
info] In Streit, in Kampf mit jemandem geraten.span>

An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.
Marx/Engels, Manifest der Kommunistischen Partei.span>

An die Stelle der eigenen Vernunft tritt die Majorität.
la] Stat pro ratione numerus!
Bismarck, im deutschen Reichstag, 12. 6. 1882; 24.1.1887.span>

An die tote Hand kommen.
info] Von einem geistlichen Stifte erworben werden.span>

An die unrechte Tür anklopfen (anbossen).

An die Wahrheit der geistigen Welt glauben: das ist Religion.
Ranke, Tagebuchblätter.span>

An die Wegscheide kommen.

An die Zuschauer (gerichtet)
info] von der Bühne aus unmittelbar ans Publikum
la] ad spectatores.span>

An Diem der Iésel (Esel) behôrt, begrôt hier auch.

An diesem Augenblicke hängt die Welt!
Schiller, Wallensteins Tod (1799), V, 9 Gordon.span>

An diesem Bangen, an diesem Verwelken der Sinne,
an dieser Grabessehnsucht fühl' ich es,
dass mir nicht fern das Ende der Tage!
Grillparzer, Die Argonauten II.span>

An diesem Ende des Marktes erzählte er eine Lüge, am anderen Ende glaubte er sie selbst.
Türkei.span>

An diesem Feste wird nicht anders getanzt.
info] Wenn man zwar etwas im allgemeinen als unziemlich betrachtet, aber zugibt, dass es an einem gegebenen Orte, bei einer bestimmten Gelegenheit nicht zu vermeiden sei, z.B. wenn man im Bade sich entkleidet, in einer Gesellschaft Trunkener etwas übers rechte Maß mitgeht, unter Weibern den männlichen Ernst fahren lässt u.s.w. Entlehnt von den Festen, an denen bestimmte Gebräuche üblich und schwer zu ändern sind. Wenn Kirmes ist, hörte ich einen schlesischen Bauer sagen, so ist Kirmes. Und einen anderen: 'S wird fortgesoffen, 's ist Kirmes.span>

An diesem Herzen endet meine Irrfahrt.
Schiller, Die Jungfrau von Orleans, III, 3 (Burgund).span>

An diesem Menschen ist nicht sein Äußeres, sondern sein Inneres hinzugelogen: er will durchaus nicht Schein und Oberfläche scheinen, was er doch ist.
Nietzsche, Nachlaß (Unschuld des Werdens).span>

An diesem Seil muss man nicht ziehen.
info] Muss sich an der Sache nicht beteiligen, nicht daran mit arbeiten.span>

An diesem Strick hängt unser Glück, sagte der Schulze, da hing er das Bild des Landrats aus dem Fenster.

An diesem Strick muss man nicht ziehen.
nl] Gij moet aan dat touwtje niet trekken.span>

An diesem Tische hat kein Afterredner Statt.
info] Augustus hatte über seinen Speisetisch geschrieben: Quisquis amat dictis absentum rodere famam, hanc mensam vetitam noverit esse sibi.
la] Absint offensae, cum fit celebratio mensae.span>

An dieser Stelle
la] hoc loco
Cicero (103-43 v. Chr.), In Verrem.span>

An d'r Nase 'rumführa.
info] Hinhalten, zum Besten haben.span>

An drei Dinge soll sich niemand kehren: an der Krämer Schwören, an der Hunde Hinken, an der Huren Winken.

An drei Dinge soll sich niemand kehren: an der Spieler Schwören, an der Bauern Geren und an der Weiber Zähren.

An drei Dingen erkennt man den Fürsten: bei Haltung gegebener Zusagen, reiner Straße und guter Münze.

An drei Dingen erkennt man den Sohn Abrahams: Gerechtigkeit im Herzen, Bescheidenheit des Geistes und Mäßigung in seinen Wünschen.
Hebräisch.span>

An drei Dingen erkennt man den Weisen: Schweigen, wenn Narren reden, denken, wenn andere glauben, und handeln, wenn Faule träumen.
fr] Cinq propriétés caractérisent le sage: Ne pas interrompre celui qui parle, écouter et réfléchir, ne faire de questions que celles qui mènent à un but, répondre à propos et par ordre, le sot fait tout le contraire.span>

An drei Dingen erkennt man des Menschen Sinn in der Welt: im Trunk, im Zorn und am - Geld.
fr] Trois choses font connaître l'homme: la bouteille, la bourse et la colère.span>

An drei Dingen erkennt man, ob jemand verheiratet ist oder nicht: wenn seine Haare aus dem Hute, seine Ellenbogen aus dem Ärmel und seine Zehen aus den Strümpfen hervorsehen.

An drei Dingen fehlt es noch immer in der Welt: an Münze, Holz und guten Freunden.

An drei Dingen ist immer etwas zu flicken: an einer Mühl', einer Uhr und eines Weibes Tücken.

An drei Dingen ist in Westfalen nicht Not: an dünnem Bier, langen Meilen und grobem Brot.

An drei Dingen kan Mancher den Tod erwischen: an Kalb, junge Hünle und rohen Fischen.
la] Vitalus, pulli et pisces condi mortem multis pariunt.span>

An drei Dingen kann man erkennen, ob einer klug ist: wenn er seinen Zorn mäßigen, sein Haus wohl regieren und einen guten Brief stellen kann.
z] Das erste betrifft seine Begierden, das andere sein Leben und Wandel, das dritte sein Verstand.span>

An drei Dingen wird erkennt ein schlechtes Regiment: wenn der Zehrstand blüht, der Nährstand flieht (auswandert) und der Lehrstand vervieht (verdummt).

An drei Orten erweist man sich keine Ehre: im Gefängnis, im Klosett und im Schwitzbad.
Jiddisch.span>

An drei Schöffen nimmt der König die Wahrheit.
[RSpW]
info] Zur Schöpfung des Urteils waren drei Schöffen erforderlich.
bm] Konsel jest krále úředník. - Konsel jest obecného dobrého sluzebníkem.
ho] Die waerheyt sol hij (de conick) nemen an drie Schepenen.span>

An drei Stücken mangelt es den Menschen: am Anfang, Mittel und Ende.

An dreien ist kein Segen: an dem, der alles kauft, an dem, der sich immer nur auf die Verdienste seiner Eltern (Ahnen) stützt, und an dem, der den Erlöser bringen möchte.
info] Der erste ist arm oder verarmt bald, der andere hat kein eigenes Verdienst und der dritte befindet sich in schlechten Umständen.

An dreierlei Leuten ist kein Mangel: an Priestern, Juden und Huren.

An dreyen Dingen wird es der Welt noch vor dem Jüngstentag mangeln: an Holz, an guter Münz und an guten Freunden.

An dronken Wüüf as an Engel uu-nt Bâd.
Amrum
hdt] Ein trunken Weib ist ein Engel im Bette.span>

An dummen Leuten fehlt's nicht.
fr] Plus de gens bestes que d'asne chrestien.span>

An dummen Leuten sind Rüben und Sack verloren.

An Dunckel (Dünkel) bind man kein Pferdt.

An dünnen, unmerkbaren Seilen hängen oft fürchterliche Gewichte.
Friedrich Schiller.span>

An e Sod is kân Broche.
hdt] An einem Geheimnis ist kein Segen (berächah).
info] Als Bemerkung, wenn man sieht, dass einer dem andern was in die Ohren raunt.span>

An eben diese Betrachtung [über Goethes gegenständliches Denken] schließt sich die vieljährige Richtung meines Geistes gegen die Französische Revolution unmittelbar an, und es erklärt sich die grenzenlose Bemühung, dieses schrecklichste aller Ereignisse in seinen Ursachen und Folgen dichterisch zu gewältigen.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort.span>

An ego totiens de eadem re audiam?
Terentius, Adelphoe
dt] Soll ich mir ständig dasselbe anhören?.span>

An Ehren ab, an Schanden auf, das ist der Welt Lauf.

An Ei is en Gräul und en groß Geschrei um en Brei (Bereitung, Gericht).
Sauerland.span>

An Eigen ist die rechte Leibzucht der Frauen.
[RSpW]
info] Leibzucht (Leibgedinge, Wittum) ist das dingliche Nutzungsrecht, das der Mann vor oder nach Eingehung der Ehe für den Leib, d.i. für das Leben der Frau gerichtlich an seinen Liegenschaften, also an wahrem Eigen und nicht an Fahrhabe bestellte, um das Bestehen derselben im etwaigen Witwenstande zu sichern. Dies Nutzungsrecht erlosch mit dem Tode der Frau.span>

An eigenen Gedanken und gespanntem Tuche gehet viel abe.
Luther in der Auslegung des 7. Kap. Johannis
la] Cogitationes saepissime fallunt.span>

An Eigennutz und Tand wird der Mensch erkannt.
nl] Eigenbaat is de toetssteen der menschen.span>

An eim fluss ein prunnen graben.

An eim schwartzen Kessel reibt sich niemand weiß.

An ein faules (stinkend) Fass legt man keinen silbernen (kostbaren) Reif.

An ein schlechtes Buch macht man keine silbernen Klausuren.

An ein schön Spiel denkt man gern.
fr] A beau jeu, beau retour.span>

An ein stumpfes Messer braucht man keine goldene Klinge zu setzen. Soll am Messer eins von Blei sein, dann lieber der Griff als die Schneide.
Russland.span>

An ein ungeschauts Tuch schlägt man kein Blei.

An eine alte Sünde darf man sich nicht erinnern.
Estland.span>

An eine böse sache soll man einen trunck Wein gießen.
z] Mit dem Gegenteil einen Trunk tun, so wird sie vertragen.span>

An eine Hure gepicht sein.
z] Wir Deutschen reden, wer an eine Hur gepicht ist, der' u.s.w.span>

An eine reine Quelle soll man mit reinem Eimer gehen.
Russland.span>

An eine schwache (schwankende) Wand muss man sich nicht lehnen.
dk] Ondt er at støtte sig til ludende væg.
ho] Tegen eenen zwacken muur zal men niet leunen.span>

An eine schwankende Wand muss man sich nicht lehnen.

An eine Wand, so den Fall droht, pisst kein Hund.

An einem Aalschwanz bleibt keine Klette hangen.

An einem Abend kann man nicht zwei Räusche haben.

An einem Abend verduftet, was den Sommer über erschuftet.

An einem alten buhler will jedermann ein Narren haben.

An einem alten Haus hat man immerdar (o. immer was) zu flicken.
en] An old sack asked much patching.span>

An einem alten Knochen nagt selbst ein Hund nicht mehr.

An einem Alten und einem Buben ist jede Wohltat verschwendet.

An einem andern kann man leicht sehen, was man Lust zu tadeln hat.

An einem Bein nagen muss man nicht mehr.

An einem braven Herzen prallt das Unglück ab.
Spanien.span>

An einem Christen stirbt nichts, nur sein Creutz und elend.

An einem Diamantenkoller hat sich schon mancher Frauen Tugend erhängt.

An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter.
Konfuzius.span>

An einem einzigen geistvollen Menschen kann der Umgang genug haben: ist aber nichts als die gewöhnliche Sorte zu finden, so ist es gut, von dieser recht viele zu haben, damit durch die Mannigfaltigkeit und das Zusammenwirken etwas herauskomme, und der Himmel schenke ihm dazu Geduld.
Schopenhauer (1788-1860), Aphorismen zur Lebensweisheit, Paränesen und Maximen.span>

An einem Esel hast du einen Sohn, an einem Schwiegersohn hast du nur einen Esel.
Kurdistan.span>

An einem Fenster klebt ein festter Mann.
Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen.
Ein grauer Clown zieht sich die Stiefl an.
Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.
Alfred Lichtenstein, Die Dämmerung.span>

An einem Feste muss man keine Perlen verlieren.
Arabien (Denn man wird sie nicht wieder bekommen, weil an diesem Tage das Gesindel obenauf ist)
fr] Aux bonnes fètes les bons coups.span>

An einem Filzhut Schnüre tragen.
info] Um allzu große Vorsicht zu charakterisieren.span>

An einem Fuchs bricht man nicht Wildbann.

An einem Gaste und an einem Weibe hat man nach drei Tagen genug.

An einem Gaste und einem Weibe hat man nach drei Tagen genug.

An einem Geheimnis ist kein Segen.
Jüdisch-deutsch] An e Sod is kaan Brooche.span>

An einem gehenden Mühlrade gibt's keine Spinnweben.
nl] Daar wast geen spinrag aan een' draaijenden molenkam.span>

An einem Geschlagenen will (ein) jeder zum Ritter werden.
la] Cadente quercu quilibet signa tecat.span>

An einem Geschlagenen will jeder zum Ritter werden.

An einem Gliede kalendern.
info] Von denen, welchen alte Schäden den Wetterwechsel melden.span>

An einem goldenen Stricke führt der Hase den Löwen.

An einem großen schalk verwandelt sich selten der alte Balg.
la] Homines extremae malitiae nunquam aut raro fiunt meliores.span>

An einem Haar zieht man mich hin, wo ich gern bin.

An einem Halm wachsen ja nicht zwei Ähren.
Estland.span>

An einem Handwerk trägt man nicht schwer.
bm] Remeslo plece netízí, a s ním blaze.
dä] Godt haandverk er en god tære-penge som let bæres.span>

An einem Helden ist alles verzeihlich, nur nicht die Schwäche.
Jakob Boßhart, Bausteine zu Leben und Zeit.span>

An einem Jesuiten bricht man kein Gesetz und an einem Fuchse keine Wildbahn.

An einem jungen Weibe frisst ein alter Mann einen sanften Tod.

An einem Karren mit jemandem ziehen.
info] Mit jemand gleiches Interesse haben oder gleiches Schicksal dulden müssen.
la] Idem jugum trahere.span>

An einem kleinen Splitter kann ein großer Mann ersticken.
en] A mote may choke a man.span>

An einem Kopf, der schlecht geschoren, ist die Ehr' verloren.

An einem Leben ist ohnedem weiter nichts, nach meiner realistischen Vorstellungsart, als das Detail, besonders nun gar bei einem Particulier, wo keine Resultate zu denken sind, deren Weite und Breite uns allenfalls imponieren könnten, und bei einem Künstler, dessen Werke, die bleibenden Wirkungen seines Daseins, nicht vor unsern Augen stehn.
Goethe (1749-1832), An Schiller, 4.2.1796.span>

An einem Mädchen und einem Weinstock sieht man nichts, bis sie den Rock hochziehen.

An einem Mann fehlt's keiner schönen Maid, wie an Prozessen guten Advokaten zu keiner Zeit.

An einem Mann wird hochgepreist, wenn ehr und tugend er beweist.

An einem Meeresufer spazieren wandeln und in einem Regentümpel daneben ersaufen; ? das ist ein wahrhaft tragikomisches Schicksal.
Arthur Schnitzler

An einem Menschen liegt so viel als am andern. Ein jeglicher hat sein besondere Gab, Kunst, Weisheit, Gerechtigkeit.
Paracelsus, De ordine doni.span>

An einem morschen Seil darf man nicht zu stark ziehen.

An einem nackten Schaf ist nischte abzuscharen.

An einem Nagel hängt sehr viel.

An einem närrischen Weibe soll sich keiner reiben.
fr] A femme sotte nul ne s'y frotte.span>

An einem nassen Sack kann man sich nicht trocknen.

An einem Nestore ist mehr gelegen, denn an zehn Ajacen.
info] Weisheit geht über Stärke.span>

An einem neuen Sacke bleibt das Mehl hängen.
nl] Aan nieuwe zakken blijft het meel hangen.span>

An einem offenen Paradiesgärtchen geht der Mensch gleichgültig vorbei und wird erst traurig, wenn es verschlossen ist.
Gottfried Keller, Das Sinngedicht.span>

An einem Ort ich gern bin, da zög man mich mit einem Härlein hin.
la] Quando libens graditur crine vir attrahitur.span>

An einem Ort zu bleiben heißt, sich durch seine Nachbarn schützen. Bantu

An einem Ort zu bleiben heißt, sich durch seine Nachbarn schützen.
Bantu.span>

An einem Ort, wo ich gerne bin, zieht man mich an einem Härlein hin.

An einem Pfennig sieht man wie ein Gulden gemünzt (geschlagen) ist.
nl] Aan een' penning ziet men, hoe een gulden gemunt is.span>

An einem Pfennig sieht man, wie ein Gulden gemünzt ist.

An einem Rade, das sich dreht, wächst kein Moos.
ho] Daar wast geen mos aan een' draaijenden molenkam.span>

An einem reichen Mädchen sieht man den Buckel nicht.

An einem Rocken mit jemandem spinnen.

An einem rotzigen Buben und einem lausigen Heinsel (= Fohlen) soll man nicht verzweifeln.
Franken.span>

An einem runden Tische ist jeder Platz der erste.
en] At a round table there's no dispute of place.
fr] Ronde table ôte le debat.
it] A tavola ronda non si contende del luoco.span>

An einem rußigen Kessel kann man sich nicht sauber reiben.

An einem rußigen Kessel macht man sich schwarz.
Franken.span>

An einem Sack guten Korns soll man, wenn man ihn aus der Mühle zurück empfängt, nicht mehr Mangel spüren, als wenn man mit einer Rute ins Wasser schlägt.
[RSpW]
info] Damit wurde im alten deutschen Recht ausgedrückt, dass der Müller seine Mahlgäste nicht übervorteilen solle.span>

An einem schlechten Wochentage davongehen.
Schlesien.span>

An einem schmutzigen Lumpen kann man sich nicht sauber waschen.

An einem schmutzigen Lumpen kann man sich nicht sauberwischen.

An einem schmutzigen Sack (o. Lumpen) kann man sich nicht sauberwaschen (o. -wischen).

An einem Schneeball saugen.
nl] Hij zuigt aan een' sneeuwbal.span>

An einem schönen Singvogel findet man ja nicht immer ein schönes Kleid.
Estland.span>

An einem schönen Tage muss man nicht ohne Mantel (Schirm u.s.w.) ausgehen.
info] Vorsorge ist nützlich.
sp] El dia de calor, ese te arropa mejor.span>

An einem schönen Tage muss man nicht ohne Mantel ausgehen. (Vorsorge ist nützlich)

An einem schwachen (morschen) Seile muss man gelinde (nicht zu stark) ziehen.
z] Mit eim seil das bös ist und schwach, soll man ziehen allgemach.
mhd] Mit kranken seilen sal men lyslik trecken.
la] Funibus utendam parce qui robore cassi.
dä] Man kan ei drage haard med brudet reb.
ho] Aan een krank zeel zal men zachkens trekken. - Mit enen cranken repe sal men liselic trecken.
la] Paulatim trahere non forti consule reste.span>

An einem schwachen Stricke darf man nicht stark ziehen.
nl] Aan een kwaden reep moet men zachtjes trekken.span>

An einem schwarzen Rocke sieht man die kleinste Faser.
info] Eine Nachlässigkeit des Hirten verdirbt die ganze Herde. Der geringste Fehler im geistlichen Stande gebiert die unverzeihlichsten Sünden im bürgerlichen.span>

An einem Seil miteinander ziehen.
info] Entweder sein Mitschuldiger oder mit ihm eines Sinnes sein, ein gemeinschaftliches Geschäft mit ihm besorgen, ein Schicksal mit ihm tragen.span>

An einem sommerlangen Tage kann man viel sagen.

An einem starken Baume ist gut anhalten.
fr] Il faut se tenir au gros de l'arbre.
ho] Men moet zich altijd vasthouden aan het dikste van den boom.span>

An einem Stocke, dar Hummeln in seyn, soll man nicht klopfen.
z] Denn sie fliegen gern aus und stechen.span>

An einem Strang mit jemandem ziehen.
info] Mit ihm einig sein oder gemeinschaftlich mit ihm ertragen, bekämpfen, betreiben.span>

An einem Toren ist immer Hopfen und Malz verloren.
it] Si perde molto per esser stolta.span>

An einem toten Adler rupft jede Krähe.

An einem Toten muss man ein Schwert nicht versuchen.
info] Abwesende und Tote nicht in verleumderischer Weise angreifen.
bm] Meče na mrtvém nezkousej.span>

An einem unsaubern Troge stirbt kein Schwein.

An einem vertrunkenen Kalb ist viel zu wagen.
ndt] 'N verdrunken Kalf is sagd to wagen.
Ostfriesland.span>

An einem vorgeworfenen Bissen ist noch niemand erstickt.
info] In Bezug auf vorgeworfene Wohltaten.span>

An einem Weib und einer Mühl ist jmmer zu bessern und zu flicken.

An einem Weibe kann sich der Mann keine Ehre erschlagen.
nl] Men kan geene eer aan een wijf slaan.span>

An einem Weibe, einer Mühle und einem alten Hause ist immer etwas zu verbessern.

An einem weichen Ei kann man neun oder achtzehen Schanden begehen.
z] Das alt sprichwort sach: neun schand man ob eyen Ay entpfach.
z] Man sagt im Sprichwort, dass neun schanden an einem weichen Ey zu begehen seyen .. Da sich einer beschmieret, mehr als einen Streich auffs Ey thut, vom Brodt beisset, die Schale zubricht, oder aus dem Ey trincket, zweimal saltzet, und was dess Dinges der Höflichkeit mehr ist.
z] Dass er fürhin nicht Brodt und Bisslein schneid, das Ey nicht am rechten Ort auffschläget, vmbrühret, reyn aussisset, nit recht wider die schalen vor sich legt.span>

An einem weißen Kleide sieht man die Flecken zuerst (o. am leichtesten).
nl] Het witste kleed is 't eerst besmet.span>

An einem Wolf bricht man keine Wildbahn.
[RSpW]
info] Wer einen Wolf schießt, der wird nicht als Jagdfrevler bestraft.span>

An einem wüsten Kessel kann man sich nicht sauber machen (weiß reiben).
info] Wüsten von Wust = Unflat.span>

An einem zerrissenen Sacke und einer alten Scheune hat man immer zu flicken.
nl] Een versleten zak en een oude schoen behoeven veel gelapt te worden.span>

An einem zum Ritter und Meister werden wollen.
z] An einem zum Ritter werden.span>

An einem Zwerge die Größe des Riesen messen.

An einen (keinen) Stock kommen.
z] Heirate die P., du gehst mit ihr an kan Stock an, d.h. du machst mit ihr eine gute Partie.span>

An einen dampfenden Topf wagt sich keine Fliege.
es] A olla que hierve, ninguna mosca se atreve.span>

An einen faulen Pfahl kann man sich nicht halten (lehnen).
nl] Men kan zich aan geen' vuilen paal doen wrijven.span>

An einen geschickten Spieler gewöhnen sich gute Karten.

An einen groben Sack gehört ein grobes Bändel.
la] Malo nodo malus quaerendus est cuneus.span>

An einen gütigen Menschen wird man sich stets gern erinnern.

An einen hohen Baum kann der Wind leicht heran.

An einen nassen Sack kann man sich nicht trocknen.

An einen Platz gebunden sein.
nl] Aan eene plaats gebonden zijn.span>

An einen sauern Apfelbaum gebunden sein.
info] An einen widerwärtigen Mann verheiratet sein.
en] To be tied to the sour apple-tree.
it] Se ha mangiato le candele, ora coga gli stoppini.span>

An einen solchen Fuß gehört kein anderer Schuh.

An einer alten Schuld nimmt man Haberstroh.

An einer anderen Aychen (Eiche) anklopfen müssen.
z] Denn wan sie - jre Gugel nicht hette ausgezogen, und Gukkutzer worden wären, so müsste N. an einer anderen Aychen anklopfen.span>

An einer Arzneidosis für alle gehen auch die Kranken zugrunde.

An einer bösen Schuld soll man geschnitten Stroh an Bezahlung nehmen.

An einer Frau und an einer Mühle gibt es immer etwas zu flicken.
en] He that has wife and children, wants no business.
fr] A une femme et à une vieille maison, il y a toujours à refaire.
fr] Il n'y a femme, cheval ou vache qui n'ait toujours quelque tache.
it] Al mulino ed alla sposa manca sempre qualche cosa.

An einer Frau und an einer Mühle gibt es immer was zu flicken.

An einer Frau und an einer Mühle gibt's immer was zu basseln und zu flicken.
ndt] An 're junge Frau und e Mühle gits immer z' verbessern. Aargau
en] He that has wife and children, wants no business.
fr] A une femme et à une vieille maison, il y a toujours à refaire.
fr] Il n'y a femme, cheval ou vache qui n'ait toujours quelque tache.
it] Al mulino ed alla sposa manca sempre qualche cosa.
ho] Die een oud huis heeft en eene jonge vrouw, heeft werk genoeg.
ho] Een jonge vrouw en molenrad, daaran ontbreekt gemeenlijk wat.span>

An einer goldenen Krücke geht der Lahme schneller als der Arme auf zwei gesunden Beinen.
Russland.span>

An einer hänfenen Holzbirne erwürgen.

An einer Huren ist nichts guts zu sehen.

An einer kleinen Sandbank kann ein großes Schiff scheitern.
en] Many sands will sink a ship.span>

An einer Kohle kann man sich wohl verbrennen, aber nicht wärmen.

An einer Lampe werden tausend Lampen angezündet.
info] Wirkung des guten Beispiels.span>

An einer leeren Krippe geraten die Pferde in Streit.
Estland.span>

An einer Mühle und einem jungen Weibe ist immer was zu flicken (stets was zu bessern am Leibe).
info] Dadurch gleichen sie einander. Das Unterscheidende zwischen beiden finden die Finnen darin, dass die Mühlen mit der Sonne, die Weiber sogar wider den Strom gehen.
en] Mills and wives are ever wanting.
fr] A un moulin et à une jeune mariée, il y a toujours quelque chose à refaire.
it] Al molino et alla sposa sempre manca qualche cosa.span>

An einer Narrenwaage steht die Zunge nie gerade.

An einer nassen Schüssel haftet kein Pech.

An einer Nessel ist weder Blatt noch Blüte schön.

An einer schlechten Honigbirne nagt die Wespe nicht.
Wendische Lausitz.span>

An einer schönen Brust zu ruhn, das ist ein Trost.
A. v. Platen, Ghasele.span>

An einer Seele, die frei von Gedanken und Erregung ist, findet selbst der Tiger keine Stelle, seine Krallen einzuschlagen.

An einer Stelle wird man nie alt. Estland

An einer Stelle wird man nie alt.
Estland.span>

An einer Verwünschung stirbt kein Elefant.

An einer Ware, womit jeder handelt, ist wenig zu verdienen.

An eines Advokaten Tür muss man nicht mit eisernem Hammer klopfen.
it] Alla porta dell'avvocato altro ci vuol che martello.span>

An eines Gutes Ansprach ist kein Verlust.
info] Wer einen Rechtsanspruch an eine Sache zu haben glaubt und diesen trotz der Weigerung des Verpflichteten geltend machen will, muss klagbar werden. Dabei kann er nichts verlieren als die Prozesskosten, hat aber die Aussicht, sich in den Besitz des Gegenstandes zu setzen, während der Gegner außer den Prozesskosten noch die Sache selbst verlieren kann.span>

An eines Königs Hofe ist jeder selbst sein bester Freund.
fr] A cour de roi, chacun pour soi.
ho] Aan's konings hof is elk voor zich zelven alleen.span>

An eines tauben Mannes Tür klopfen.
nl] Dat is aan eens dooven mans deur geklopt.span>

An eingesperrte Mädchen gehen die Insekten.

An eins Gesellen kan man spüren, was er selbst muss im Schilde führen.
bm] Jaký tovarys, takové srdce.
it] Vuoi conoscer uno, guardo con chi pratica.
la] Noscitur ex socio, qui non cognoscitur ex se.span>

An einzigen Sohn soll män scheuen (meiden), an einzige Tochter soll män freuen (süchen).
Jüdisch-deutsch, Warschau
info] Der erstere bringt gewöhnlich die Fehler des Muttersöhnchens, die letztere das Vermögen der Eltern mit.span>

An eltern und schulmeistern ist vil gelegen.

An en gued Pferd hört en gueden Täun.
Westfalen.span>

An Ên' 's Gröbsta 'runter macha.
Würzburg
hdt] Das Gröbste an einem heruntermachen.span>

An enden kent man die wepp oder nath.
un] Minden botnak végén a feje.span>

An Entschuldigungen wird es niemand (so) leicht fehlen.
info] Ein Satz, welcher sich auf die Menge von Ausflüchten stützt, deren sich diejenigen, denen es um die Erfüllung ihrer Obliegenheiten nicht Ernst ist, bedienen können.span>

An Entschuldigungen wird es niemand leicht fallen (o. fehlen).

An er klönen Höig sötzt däck'n got Bei.
Eifel
hdt] An einer kleinen Hecke sitzt oft ein guter Bienenstock.span>

An era ung'iesa Schuld neahmt mer Haberstrouh.
Schwaben.span>

An Erfahr'ne isch über an G'Iehrte.
Schweiz.span>

An Erfahrung fehlt es uns nicht, aber an der Gemütsruhe, wodurch das Erfahrene ganz allein klar, wahr, dauerhaft und nützlich wird.
Goethe (1749-1832), An Zelter, 23./29.3.1827.span>

An erster Stelle
la] primo loco.span>

An Êten (Essen) und Drinken lât ek et nit fälen, davor weil eck ak meine gehörige Raie hem.
info] Diesen Ausspruch legt man zur Selbstverspottung solchen Leuten in den Mund, deren ganze Arbeit in Essen und Trinken besteht, und die für solche Anstrengung viel Ruhe und Schlaf bedürfen.span>

An etwas Schande stirbt man nicht.
fr] Un peu de honte est bientôt bue.span>

An Ewjen (armer Mann) in Ohjer (Ohr) hereinzulegen.
Jüdisch, Warschau
info] Um einen blutarmen Menschen zu bezeichnen, dessen Habseligkeiten so gering sind, dass sie in einem Ohre Raum genug finden.
la] Omnia praeter animam debet.span>

An Ezechiel (10.4.) geht der Lein nicht fehl.
info] Der Tag, d.h. die Zeit, in welche der Tag fällt, wird als günstig zum Leinsäen bezeichnet.span>

An Ezechiel, dem 100. Tag nach Neujahr, da säe Leinsamen, dann gedeiht er wunderbar.

An Fabian und Sebastian (20.1.) fangen Tag und Baum zu wachsen an.

An Fabian und Sebastian fängt der rechte Winter an.

An falschen Zeugen fehlt es nie.

An Farben kennt man Vögel und Narren.

An Fastnacht braucht jeder seine Pfanne selber.
fr] A carême-prenant chacun a besoin de sa poële.
ho] Op vastenavond heeft ieder zijn eigen pannetje noodig.span>

An Fastnacht erhungert niemand.

An fauler War ist kein gut Haar.

An fauler Ware ist kein gut Haar.

An federn siht man klar, was es für ein Vogel war.

An federn und farben kent man Vögel und Narren, den Pfennig an seinem klang, den Vogel an seinem gesang, den Bären an seinen tatzen, den Lewen an seinen pratzen, den Gecken an seinen fratzen, das Hertz an der pracht, den Teuffel an der macht.

An Feiertagen geht der Teufel jagen.

An feiler Taverne wird kein Hausfriede gebrochen, noch die Gewehre befochten.
[RSpW]
info] Ein gewalttätiger Angriff im Wirtshause wurde nach altdeutschem Recht nicht als Heimsuchung, d.i. Störung des Hausfriedens betrachtet. Das Wirtshaus ist ein offenes Haus für alle, und dort verübte strafbare Handlungen werden nicht anders geahndet, als wenn sie auf der Straße begangen worden wären.
ndt] An eyne veile tauernen is neen husvrede gebroken, noch de were beuochten.
Hamburg.span>

An Feyertagen gespunnen, helt nicht.

An Frauen und Mühlen gibt's immer zu flicken.

An Frauen und Steuern ist kein Mangel.
it] Moglie, e malami non manciano mai.span>

An freie Tafel ist gut Gäste laden.
nl] Daet 't vry gelagh is, ist goet gasten nooden.
ho] 'T is goet dansen op een ander mans vloer.
ho] 'T is goet feest houden op anders sael.span>

An fremdem Hüftschmerz hinkt man nicht.

An fremdem Tische nimm für gut, wenn guter Will nach Kräften tut.

An fremdem Tuch lernt man den Schnitt leicht.
z] An fremdem Tuch lernt jeder leicht den Schnitt, doch bringt er gern die eigene Schere mit.span>

An fremdem Unglück lässt sich gut sehen, was man meiden sollte.
la] Bonum est fugienda aspicere in alieno malo.

An fremden Fehlern erkennt man die eigenen.
it] Con l' error d'altri il proprio si conosce.span>

An fremden Gebrechen erkennt man die eigenen Schwächen.
pl] Kto cudze nedze uwazy lekcéj sobie swoje wazy.span>

An fremden Hunden riechen die andern.

An fremden Hunden und Kindern hat man das Brot verloren.

An fremden Hunden und Kindern ist das Brot verloren.

An fremden Kindern und Hunden ist's Brot verloren.
z] Man sagt, was man den frembden Hunden zu gut tut und den frembden kinden, das wirdt mit vnflat und mit stanck bezalt, denn solchs ist der Welt danck.
info] Der fremde Hund wird allerdings, sobald er frei wird, trotz des guten Futters, das er erhalten, wieder fortlaufen, um seinen Herrn aufzusuchen und nichts als den Strick zurücklassen; daraus lässt sich aber noch nicht die allgemeine Anwendung des Sprichworts auf Pflegekinder rechtfertigen, da einzelne Undankbare vielen Dankbaren gegenüberstehen.span>

An fremden Tischen schmeckt es wohl.
dk] Ingen ceder andens mad, uden hau bliver deraf a glad.span>

An fremder Leut Kinder und frembden Hunden ist die Kost verloren.

An fremder Tafel nimm für gut, was guter Will' auftragen tut.

An Frog (Frage) is frei, sagte der Bauer zum Advokaten, is die Rechnung beschissen oder bemalt?
Schlesien.span>

An fünf Dinge soll sich niemand kehren: an der Krämer Schwören, an der Hunde Hinken, an der Metzen Winken, an der Frauen Weinen, an der Kinder Greinen.

An fünf Dingen erkennt man fünf andere: das Wetter am Wind, den Vater am Kind, den Herrn am Gesind, den Esel an den Ohren, an den Worten den Toren.

An fünf Zeichen erkennt man den Narren: er ist leicht zu erzürnen, gibt Geschenke solchen, die es nicht verdienen, bemüht sich um nichtige Dinge, unterscheidet nicht zwischen Freund und Feind und offenbart seine eigenen wie anderer Geheimnisse.

An Fürsten Vorzüge zu loben, die sie nicht haben, heißt, sie ungestraft beleidigen.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen.span>

An gâden Nâibar as bêdarüsh an fiiren (widjen) Frinj.
Amrum
hdt] Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.span>

An gebärden kennet man das gemüet.

An Geberden mercket man, was im hertzen steckt.

An Gebildetem nur darfst du, Nachahmer, dich üben;
Selbstgebildetes ist Stoff nur dem bildenden Geist.
Schiller, Der Nachahmer.span>

An gedanken geht viel ein, wie am rohen Duch.

An Gedanken und gespanntem Tuch geht viel ab.
mhd] An gedanken und geneetem Tuch geht viel ab.span>

An Gedanken und gespanntem Tuche geht (o. kriecht) viel ein.

An Gefährten und Gesellen zwar gibt jeder sich zu kennen gar.

An gehorsamen Kindern finden die Eltern Freude.

An gekrümmeten Gulden verleurt man wenig.

An Geldwunden stirbt niemand.
info] Das Leben allein ist nicht wieder zu ersetzen.span>

An Gellert, die Tugend und die Religion glauben, ist bei unserm Publiko beinahe Eins.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Rezensionen - Über den Wert einiger deutscher Dichter.span>

An gemein ort bindt niemand sein pferd.

An gemeinen Ort bindet niemand sein Pferd.

An Georgi (23.4.) soll sich ein Rab' im Korn verstecken können.

An Georgi mit dem Korbe, aber an Nikola mit dem Wagen.
Russland (Über das Wachstum des Grases).span>

An geringem Tische ist sicher essen.
info] Er hält länger als der vollauf und lecker besetzte.span>

An Gesamtgut da graben, die da frieden.
[RSpW]
info] Hier das Grundeigentum der Gemeinde (Almende) gegenüber dem Privatbesitz. Um das letztere, das Sondergut, vom Almende auf kennbare Weise auszuscheiden und einer Verringerung desselben zu Gunsten des letztern vorzubeugen, da in zweifelhaften Fällen zum Vorteil des Gemeindeguts entschieden zu werden pflegte, mussten die an das letztere grenzenden Privatbesitzer den Zaun oder Fried herstellen, der das Gesamtgut vom Sondergut trennte. Diese Einfriedung wurde jedoch erst dann für eine ausreichende Scheidung erachtet, wenn neben ihm ein Graben gezogen war. Die Pflicht aber, den Graben zu ziehen, lag wieder denen ob, welche den Zaun herzustellen und zu unterhalten hatten.
z] An einer samenden Meinheit dar graven, de dar freden.span>

An gespanntem (grauem, rohem, ungenetztem) Tuch und Anschlägen geht im Jahre viel ab.
z] An gedancke und gespannte Tuche gehet viel abe. Wie die gute Apologi also des Küsters mit seinem Tropff, des Münchs mit seinem Oelkrüglein und des Bawern mit dem Hasen.span>

An gestohlenem Holze wärmt man sich nicht lange.

An getane Arbeit denkt man gern.
la] Suavis est laborum praeteritorum memoria. Cicero.span>

An Gewêten üs an Schlaghterhünj.
Nordfriesland.span>

An gezählt Geld is kaan Broche (Segen).
Jüdisch-deutsch.span>

An Gimpl auf der Nase sitzen hab'n.
Oberösterreich.span>

An Gimpl fang'n.
info] Infolge der Kälte eine rote Nase bekommen.span>

An Giwêten üs an Slaghterhünj.
Nordfriesland
hdt] Ein Gewissen wie ein Schlächterhund.span>

An Glauben ein Kind, an Vernunft ein Rind, macht für Erd' und Himmel blind.

An gleicher Bürde trägt sich keiner müde.

An gleicher Bürde trägt sich niemand müde.

An Glück und Leid, an Ruhm und Unheil empfängt stets eine jede Nation genau, was als verdient.
v. Sybel, Kleine historische Schriften.span>

An Gott denken ist ein Handeln.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen.span>

An Gott nicht verzag', dein Glück kommt alle Tag'.
dk] Ingen mishaabe om Gud og lykken.span>

An Gottes großem Kram sind alle Waren um Arbeit feil.

An Gottes Hofe hat auch der Arme unangemeldet Zutritt.

An Gottes Hülf' und reichem Segen ist aller Menschen Tun gelegen.

An Gottes Segen ist alles gelegen, sagte jener Pfarrer, der kurze Predigten liebte.

An Gottes Segen ist alles gelegen, wer den nicht hat, muss Armut pflegen.

An Gottes Segen ist alles gelegen.

An Gottes segen ist alles gelegen.
fr] Bien ne réussit ou ne prospère si Dieu n'y donne sa bénédiction.
fr] En peu d'heures Dieu labeure.
ho] Aan Godes zegen is 't al gelegen.
un] Miénk a reménység, de Istenben áll a kimenetel.span>

An Gottes Tafel essen alle aus einer Schüssel.

An Gottes Wage täuscht die Zunge nicht.

An Gottes Wort dich halt allein, wilt du für abgunst sicher sein.

An Gottes Wort halt dich am meisten und gib nicht Glauben allen Geisten.

An Grant ham, wiera tragadi Katz.
Oberösterreich.span>

An grattan Snewâl, au gâdan Kurnhûp.
info] Ein großer Schneewall, ein guter Kornhaufen.span>

An greenen Jul, an witjen Puask.
Amrum
hdt] Grüne Weihnacht, weiße Ostern.span>

An Gregor kommt die Schwalbe über Meeresport, an Benedict (21.3.) sucht sie im Haus ein Ort, an Bartholomä (24. August) zieht sie mit Gott wieder fort.
it] Da San Gregorio papa la rondine passa l' acqua, San Benedetto la rondine sul tetto, da San Bartolomeo la rondine va con Dio.span>

An Gregori (12.3.) muss der Bauer mit der Saat ins Feld.

An Gregori einen Regenguss auf das Haupt, die Hacke auf dem Buchweizenfelde.
Kärnten.span>

An griechischen und römischen Mustern musste der niedergedrückte Geist nordischer Barbaren sich aufrichten und die Gelehrsamkeit einen Bund mit den Musen und Grazien schließen.
Schiller, Universalgeschichte.span>

An großem (= vielem) Lachen erkennt man den dummen Mann. Estland

An großem (vielem) Lachen erkennt man den dummen Mann.
Estland.span>

An großen Haufen Nischte (Nichts).
Schlesien.span>

An großen Öfen ist gut sich wärmen, sie bedürfen aber viel Holzes.

An großen Öfen ist nicht gut wärmen, sie bedürfen aber viel Holzes.
v] An großen öfen ist sich gut zu wärmen, sie bedörffen aber vil holtz.
info] Es ist nicht sicher, ihnen gar zu nahe zu kommen.
dä] Godt er at varme sig ved store ovne, men de ville have meget brænde.
it] Chi sta appresso il fuoco, è forza che si scaldi.span>

An großen Strömen ist schlimm fischen.
it] A fiume famoso non andar a pesca.span>

An großer Herren Höfen fehlt es an Fuchsschwänzern nie, da viel Füchse gefressen werden.

An großer Herren Höfen ist die Eingangstür von Pfefferkuchen, die Ausgangstür von Nadelholz.
bm] Do panského dvoru vrata siroká, ale ven úzká.
bm] Siroká vrata ke dvoru, úzká nazpĕt.
dä] Til hove sød indgang, men suur udgang.span>

An großer Herren Höfen werden dreierlei Leute gefunden: Fuchsschwänzer, Missgönner und Verleumder.
z] Die Fürsten haben an ihren Höfen mehr Schmeichler als Fliegen in ihren Gärten. Racine.span>

An Gründen dazu soll es dir gewiss nie fehlen, sagte die Braut, als ihr der Bräutigam mitteilte, er pflege oft ohne Grund zu zanken.

An Grundsätzen hält man nur fest, solange sie nicht auf die Probe gestellt werden, geschieht das, so wirft man sie fort wie der Bauer die Pantoffeln und läuft, wie einem die Beine nach der Natur gewachsen sind.
Otto von Bismarck, an seine Braut, 14. März 1847.span>

An gutem willen, Stolz und Hochmut fehlet es der Welt nicht.

An guten Bissen verdirbt man sich den Magen zuerst.

An guten Schulen und guten Wegen erkennt man den guten Staat (eine gute Regierung).
nl] Goede scholen en goede uurwerken zijn twee kenteekens van eene goede stadsregering.span>

An guten Schulen und richtigen Uhren erkennt man einen wohlregierten Staat.

An guten Tagen sind Morgen und Abend nicht weit auseinander.
info] Sie erscheinen kurz, vergehen schnell.span>

An guter Absicht bist du reich,
Willst Zukunft säen. Sä' mit Verstand!
Ein guter Bauer sät Hand vor Hand.
Ein Narr nur schüttet gleich
Den ganzen Sack aufs Land.
Will Vesper, Rufe in die Zeit.span>

An guter Lehr' trägt keiner schwer.

An guter Lehr',
Trägt keiner schwer.

An guter War' verkauft men si nid.
fr] Bonne marchandise n'est jamais trop chère.
ho] Aan goede waar is men nooit bekocht.span>

An guter Ware ist oft viel verdorben.

An Gutes erinnert man im Guten, an Böses im Bösen.

An gütlichen Handlungen gewinnet man oft nicht mehr als Esels-Ohren.

An Habe steh ich arm,
Ein Los, infolgedessen auch der Adel sinkt.
Euripides, Elektra.span>

An Hanger hoan î schon, dass ih'n or'ntli siech vor meiner.
Steiermark
info] Personifikation eines heftigen Hungers.span>

An Häreguns (Herrengunst) un Vugelsang
Erfreut der Minsch sich selde lang.

An Haspel laufen.
z] Item, so man einen auff ein Handwerck dinget, vnd er laufft an Haspel, der fallet endlich den Halss ab.span>

An Hass und Neid stirbt Heiterkeit.

An Hass und Schmeichelei geht Tugend und Wahrheit entzwei.

An hastigem Trank und an einem Weib, das ständig Kreuze schlägt, muss die Seele erkranken.

An heiligen drei Könige sind die Tage einen Hahnenschritt länger.

An heiligen Orten gehen viele Dämonen um.

An heiligen Tagen wird man am meisten geschlagen.

An heißen Tagen besteht man nicht auf den Riten.
China.span>

An Hochzeiten und Beerdigungen fällt es schwer, richtige Antworten zu geben.

An Höfe und auf hohe Berge kommt man schwer und ist allda in steter Gefahr.
dk] Til hove er som paa et høgt bierg vanskeligt at komme, men farligt at blive.span>

An Höfen bekommt man eher einen Trunk zum Versuch als einen guten Spruch.

An Höfen fällt es schwer, hohes Alter zu erreichen.

An Höfen gibt es mehr Achitophel als Josephe.

An Höfen gibt es mehr Ahitophel als Josephe.
fr] A chasque court son traistre.span>

An Höfen ist jeder für sich.
fr] A la cour du roi chacun est pour soi.span>

An Höfen muss die Tugend betteln gehen und Wahrheit hinter der Türe stehen.
bm] Ctnost a pokora nemá místa u dvora.
bm] Ctnost si nohu zlámala, pravdĕ dno vypadlo, a srdce upřimnosti u dvora vychladlo.
pl] Cnota nogę złamała, z prawdy dno wypadło, a gzczerosci u dworu juz bardzo nadbladlo.
pl] Cnota, pokora niema miejsca u dwora.
pl] Prawda, szczérość a pokora niemiewa miejsca u dwora.span>

An Höfen und in Klöstern bringt man einem eher einen Trunk, dass er ihn versuch', als ein Buch, dass er einen guten Spruch such'.

An Hoffart wischet der Teuffel den Hindern.

An Hoffnung reich, im Glauben fest,
Mit Tränen, Seufzen, Händeringen
Dacht ich das Ende jener Pest
Vom Herrn des Himmels zu erzwingen.
Goethe (1749-1832), Faust I, Vor dem Tor
Faust Vs 1026f.span>

An Hoffnung und gespanntem Tuche geht viel ab.
fr] Vin versé n'est pas avalé.span>

An höheren Orten scheinet die Tugend am hellsten.

An hörensagen leugt man viel.

An Hörensagen lügt man viel.

An hübsche Geschöpfe in Weiberröcken sollten junge Männer nur denken, wenn ältere fromme Leute da sind, die sie führen und lenken.
Sean O'Casey, Hahnenspuk.span>

An huchen Daigrad jaft liagh Sails.
hdt] Eine hohe Morgendämmerung gibt niedrige Segel.
info] Wind, welcher kleine Segel verlangt.span>

An Hünj leapt nimmer söwen Juar dol.
Nordfriesland
mhd] Ein Hund läuft nie sieben Jahr toll.
info] Der Lauf des Bösen hat sein Ziel, der Verbrecher bleibt in der Regel nicht eine sehr lange Zeit unangefochten.span>

An Hurentränen und Diebesschwören soll sich niemand kehren.
dk] Tro ei store graad og tyve eed.
fr] Il ne faut point croire une putain pour pleurer, ni un larron pour jurer.span>

An iada Spoara gfint an Ziara.
Steiermark
info] Ein jeder Sparer findet einen Zehrer.span>

An iad's Hâsal find't a Grâsal.
Niederösterreich
hdt] Es ist kein Häslein, es findet sein Gräslein.span>

An iargan Vöggal skal a Neab uf.
hdt] Einem argen Vogel soll der Schnabel ab.span>

An ieda siedt sich seine Suppe aba.
Oberösterreich
info] Jeder sucht seinen Gewinn.
hdt] Ein jeder siedet sich seine Suppe.span>

An ignoras eos etiam, qui morituris auxilium salutare denegarint, quod contra mores id ipsum fecerint, solere puniri? Apuleius, Metamorphoses
dt] Weisst du etwa nicht, dass meist auch die bestraft werden, die bei Lebensgefahr die rettende Hilfe versagen, weil sie damit gegen die guten Sitten verstoßen haben?.span>

An ihm ist nichts dann Fell und bein.

An ihm ist Öl und warnung verloren.

An ihm ist Predigt, Sacrament, Vater unser und alles verlohren.

An ihm ist Taufe und Chrysam verloren.

An ihm ist weder Haut noch Haar gut.

An ihn denken viel Leute.
info] Von einem, der viel Schulden hat.span>

An ihrem Schürzenbande hängen.
info] Besonders von Kindern, die immer bei der Mutter sein wollen.
en] To hold by the apron-strings.
ho] Aan iemands riem hangen.span>

An ihren Früchten sollt (o. werdet) ihr sie erkennen.
Matthäus 7, 16
la] A fructibus eorum cognoscetis eos. Vulgata, Evangelium secundum Matthaeum.span>

An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Matthäus 7, 16

An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
la] A fructibus eorum cognoscetis eos.

An ihren Sabbaten sitzen sie in schmutzigen Kleidern; und sollten auch ihre Feinde Leitern anlegen und die Stadtmauern ersteigen, so rühren sie sich nicht, sondern bleiben unbewegIich, indem sie in dem Aberglauben wie in einem Netze verstrickt sind.
Plutarch, Vom Aberglauben.span>

An ihres Mannes Tod ein Frau ist noch nie worden grau.

An innern Kämpfen
Hat stille Weisheit jahrelang zu dämpfen,
Stets mühevoll ist ihre Bahn.
Goethe (1749-1832), Festzug 18. 12.1818
Tell.span>

An Jahren jung ist ein Fehler, der sich alle Tage bessert.

An Jahren jung kann alt an Verstand sein.

An Jakobi (25.7.) Regen -stört den Erntesegen.

An Jakobi den Größeren (25.7) kommt die alte Fliege mit sieben bessern.

An Jakobi verwächst dem Frosch das Maul.

An jedem Arbeitsplatz kann man beobachten, dass wenige Arbeitskräfte den Löwenanteil der Arbeit verrichten. Die Besessenen. Die Heiligen. Sie sind die Pferdestärken, sind die Walzen, sind die Detonationen, die das Flugzeug zum Fliegen bringen.
Örkény, Die Angelegenheit der Frau Handk.span>

An jedem fürstlichen Paradebett richtet das Volk.
Kotzebue, Klios Blumenkörbchen.span>

An jedem Gerücht ist ein kleines bisschen Wahrheit.
en] Throw plenty of dirt and some will be sure to stick.span>

An jedem guten Teppich hat Allah mitgeknüpft.
Arabien.span>

An jedem Ort kommt ein Kluger (Geschickter, Künstler) fort.

An jedem Ort sieht man heitern und trüben Himmel.
dk] Stedet gjør hverken lykkelig eller ulykkelig.span>

An jedem, der stiehlt, wird Rache genommen, dem Fluch entsprechend.
Altes Testament, Sacharja 5, 3.span>

An jeden Lappn gfallt sei Kappn - und mir mei Huat.

An jeder Elle ist er dreiundzwanzig Zoll faul.

An jeder Handfeste hilft der Tote, als der Lebendige.
[RSpW]
info] Bei Urkunden, wie z.B. zweiseitigen Verträgen, haben die Unterschriften der bereits verstorbenen Zeugen so viel Beweiskraft wie die der noch lebenden.
mhd] An yeglichen hant Vest hilfft der Todt als der Lembtig.span>

An jeder Wunde kann man sich zu Tode bluten.
nl] Geene wond zoo groot of zij bloedt schielijk dood.span>

An jeds kriagt sei' Fleckl, wo 'n der Schuah druckt.

An jemandes Augapfel rühren.

An jemandes grüner Seite sitzen.
info] Auf der Seite des Herzens, das dem Nachbar gewogen ist.
ho] Aan iemands groene zijde zitten.span>

An jemandes Lippen hängen

An Jesuiten ist nichts zu bessern.
z] Sie müssen sein, wie sie sind, oder gar nicht sein, erklärte ihr Ordensgeneral Ricci dem Papste Ganganelli.span>

An jonghan Lânjhüs, an ualen Thiif.
Amrum
hdt] Ein junges Lügenhaus, ein alter Dieb.span>

An jonkan Mâran, an lachtan Dâi.
Amrum
hdt] Ein dunkler Morgen, ein heller Tag.span>

An jungen Bäumen muss man immer etwas abhauen, wenn sie gerade wachsen sollen.
info] Von der Zuchtbedürftigkeit der Jugend.span>

An jungen Bäumen, wenn sie gerade wachsen sollen, muß man immer etwas abhauen.

An jungen Bäumen, wenn sie gerade wachsen sollen, muss man immer etwas abhauen.
fr] A jeune arbre, si l'on veut qu'il soit d'une bonne venue, il y a toujours à retrancher.span>

An Junkersrappen, Mönchskappen und Pfaffenschlappen ist kein Segen.
z] Hängt der Fluch der Welt.span>

An Kamm und Sporen erkennt man den Hahn.
nl] Aan kam en sporen kent men den haan.span>

An Kamm und Sporen sieht man, ob der Hahn alt oder jung ist.
nl] Kam en sporen van den haan doen zijn' ouderdom verstaan.span>

An Kasparl mache.
Oberösterreich
info] Einen Hanswurst in der Gesellschaft u.s.w. vorstellen, weil Kasperle auch ein Name des Hanswurstes war oder ist.span>

An Kindern, Weibern und Familie hängen alle Menschen; sie gehen unter in dem schlammigen Meere der Sorgen wie alte Waldelefanten im Schlamm.
Mahâbhârata.span>

An Kindes statt angenommen werden Haussöhne; adoptiert wird, wer rechtlich eigenständig ist. [RSpW]
la] Adoptantur filii familias; arrogantur qui sui iuris sunt.

An klein Rêms lehr'n de Hunn Lärrer kau'n.
Altmark.span>

An kleinem Zahnweh merkt man frey, wie elend unser Leben sey.

An kleinen Brunnen löscht man auch den Durst.

An kleinen Brunnen löscht man auch den Durst.
en] A little stream may quench thirst as well as a great river.
fr] A petite fontaine boit-on à son aise.
sd] Små brunnar släcka ock törsten.span>

An kleinen Dingen muss man sich nicht stoßen,
Wenn man zu großen auf dem Wege ist.
Hebbel, Demetrius, IV, 2 (Mniczek).span>

An kleinen Riemen lernen die Hunde Leder fressen.

An kleiner Hund bellen soll man sich nicht kehren.

An kleiner Quelle kann man bequem trinken.
fr] À petite fontaine on peut boire à son aise.span>

An Kopf haben wiera Wassaschaf.
Oberösterreich
info] Einen unförmlich großen oder so angeschwollenen Kopf haben.span>

An Kotzebue schreiben.

An kranken (armen) Leuten kan niemand Ritter werden.

An Künsten trägt man nicht schwer.

An Künsten trägt man nicht schwer.
z] An Kunst und weisheit tregst nit schwer.span>

An künstlerischer Integrität und Geschliffenheit hat die französische Sprache höchste Vollkommenheit erreicht und erschwert damit die Arbeit der Schriftsteller.
Isaak Babel (1894-1941), Erzählungen schreiben.span>

An kurzen Haaren ist nicht viel zu kämmen.
Russland
bm] Dlouhé vlasy, krátký rozum.
en] A bald head is soon shaven.
fr] De peu de drap courte cappe.
ho] Kort haar is gaauw gekamd.span>

An kurzen Rossen und langen Stieren ist nichts zu verlieren.

An Lamberti (17.9.) nimm Kartoffeln raus, doch breite ihr Kraut auf dem Felde aus.

An Lânjhüs het kurt Bian.
Amrum
hdt] Ein Lügenhaus hat kurze Beine.span>

An Lânjhüs mut (skal) an gud Gîdechtnis hâ.
Amrum
hdt] Ein Lügenhaus (Lügner) muss ein gut Gedächtnis haben.span>

An Lappen lernen die Schneiderjungen nähen.

An Laurentius (10.8.) man pflügen muss.

An Laurentius ist's zur Zeit; an der Madonna (15. Aug.) ist's noch gut; an Sanct-Rochus (16. Aug.) ist's zu spät, an Bartholomäi (24. Aug.) gib ihm einen Fußtritt.
info] Der frühe Augustregen ist der beste.
Italien.span>

An Laurenzi (10.8.) ist es Brauch, da hört das Holz zu wachsen auf.

An leffen Wâi wânert 'm lagt.
Amrum
hdt] Einen lieben Weg wandert man leicht.span>

An leib, an ehr, an gut schadt vngetrewer muth.

An Leib, Verstand und Gut, der volle Wein schaden tut.

An Leibeserben fällt das Eigen lediglich.
[RSpW]
info] Das deutsche Erbrecht gründet sich ursprünglich nur auf Sippe, d.i. eheliche Verwandtschaft, nahe und fern, Vater, Kinder und alle Vettern. Es liegt in der Natur des deutschen Erbrechts, dass das Erbe nur in der Familie sich vererbe, d.h. was der Sinn des obigen Sprichworts ist, nur an Leibeserben falle.
mhd] An lip erben vallz daz aigen ledeclich.
bm] Matka při synu není nápadnice.span>

An Leuten, die hoch stehen, sieht man Male und Höcker (Buckel) fern.
la] Omne animi vitium tanto conspectius in se crimen habet, quanto major, qui peccat, habetur. Juvenal.span>

An Lichtmess (2.2.) fängt der Bauersmann neu mit des Jahres Arbeit an.

An Lichtmess (2.2.) lässt man (Arbeit und) das Spinnrad in Ruh', damit der Wolf keinen Schaden tu'.
Masuren.span>

An Lichtmess begegnet sich der Sommer mit dem Winter.
Rutenen.span>

An Lichtmess miss deinen Topf und hebe dein Korn auf.
England.span>

An Lichtmess muss die Lerche singen und sollt' der Kopf ihr auf dem Stein zerspringen.

An Lichtmess müsst ihr noch die Hälfte euers Strohs und Heus haben.
Tschechien.span>

An Lichtmess Schnee, zu Ostern Wasser zu Tee (Regen).

An Lichtmess Sonnenschein, der bringt noch viel Schnee herein,
gibt es aber Regen und keinen Sonnenblick, dann ist der Winter fort und kehrt nicht mehr zurück.

An losen (falschen) Zeugen gebrach es niemand.
mhd] Loses tuges en brak nummanne.
la] Inveniet facile testem qui quaerit inanem.
ho] Looze getuigen ontbreken niemand.span>

An losen Zeugen gebrach es nie (o. niemandem).

An Lügen gewinnt man nicht, dann dass man jnen zunächst dester weniger glaubt.

An Lügen gewinnt man nicht, denn daß man ihm nächstens desto weniger glaubt.

An Lügen gewöhnt man sich wie an Regierungen.
Russland.span>

An Lügnern gewinnt man nichts, denn dass man ihn zunächst destoweniger glaubt.
fr] Le mensonge a besoin qu'on le croie.
fr] Mentir a mestier à la fiée.span>

An Magd, die glei singt, und on a Hund, dâr glei bellt, sein nischt wârt.
Lusdorf bei Böhmisch-Friedland.span>

An Magdalena (22.7.) regnet's gern, weil sie weinte um den Herrn.

An Magerkeit ist noch keiner gestorben.

An male sarta
gratia nequiquam coit et rescinditur?
Horatius, Epistulae
dt] Oder ist eure schlecht ausgebesserte Freundschaft vergeblich geschlossen und reisst wieder auseinander?.span>

An manchem Kopf ist das Beste der Zopf.

An manchem Kopf ist das beste der Zopf.
z] Da war einmal an einem Schopf ein Zopf, der hing so stattlich an dem Kopf; des freute sich der Tropf. Und als der Zopf geschnitten war vom Haar, da ward zuerst es allen klar, dass weiter nichts dahinter war.span>

An manchem Ort wär' volle Offenheit
Nur lächerlich und schwerlich an der Zeit.
Molière, Le Misanthrope, I, 1 (Philinte).span>

An Margarethen (13.7.) Regen bringt den Nüssen keinen Segen.

An Mariä Geburt (8.9.) ziehen die Schwalben fort.

An Maria Himmelfahrt (15.8.), das wisse, gibt es schon die ersten Nüsse.

An Mariä Namen (12.9.) sagt der Sommer (sein) Amen.

An Mariä Reinigung (2.2.) begegnet sich der Winter mit dem Sommer.
Russland.span>

An Maria Verkündigung (25.3.) geht unsere liebe Frau mit einem brennenden Scheit unter der Erde hin.
Oberösterreich
z] Unter den Tagen, welche auf Zeit und Witterung, auf Saat und Ernte Bezug haben, treten gewisse besonders hervor, und es lassen sich auch, wenn man die Abstände vergleicht, öfters wiederkehrende Cyklen von Monaten und Tagen nicht verkennen. Unter den Frauentagen ist besonders Mariä Verkündigung zu nennen. Von da an gefriert es nicht mehr, weil unsere liebe Frau mit einem brennenden Scheit unter der Erde hingeht. Unter den Tagen der Heiligen sind am wichtigsten Georg, Peter und Paul, Michael, denen sich Matthias, Jakob, Bartholomäus, Matthäus, Simon und Judas anschließen. Zu erwähnen sind noch Gregor, Benedict, die vierzig Märtyrer, Mariä Heimsuchung, Laurenz; Gertrud (17.3.), welche an ihrem Namenstage zu >garteln< anfängt, fällt, was Zeit- und Natursymbolik betrifft, mit Mariä Verkündigung zusammen. Die beiden Tage schließen so zu sagen eine Octave ein. Als Haupttag des Jahres stellt sich Georgi heraus; mit ihm beginnt der Auswärts, die mildere Jahreszeit, welche mit Michaelis wieder endet. Der Abstand zwischen beiden beträgt fünf Monate und wenige Tage; nur einen Tag mehr als der von Pauli Bekehrung (halb Winter hinum, halb Winter herum) bis zum Peterstag, der mit der Sichel dasteht und die erste Hälfte der mildern Jahreszeit schließt. Von Mattheis, der's Eis bricht, bis Jakobi, wo der Schnee blüht, zieht sich ebenfalls eine Frist von fünf Monaten. Von Pauli Bekehrung bis Georgi verläuft eben ein Vierteljahr oder drei Monate; und die nämliche Zeitfrist erstreckt sich zwischen Georgi und Jakobi, zwischen Jakobi und Simon Judas, wo es den ersten Schnee anwirft, und die rauhe Jahreszeit wieder beginnt, endlich zwischen Simon Judas und zwischen Pauli Bekehrung. Auch Peter und Pauli und Michaeli liegen drei Monate voneinander ab. Von Mattheis, der's Eis bricht, bis Bartholomäi, wo alles Getreide eingebracht sein soll, gehen sechs Monate; ebenso von Benedicti, wo Hafer gebaut wird, bis Matthäus, der das Geschick der neuen Aussaat bestimmt, und von Mariä Verkündigung bis Michaeli. Von Gregori, wo der Bär das erstemal aus dem Loche geht, sind etwas mehr als vierzig Tage bis Georgi, wo er keinesfalls mehr im Loche bleibt. Mit Beginn der Woche, in die Georgi fällt, enden die vierzig kalten Tage der vierzig Märtyrer. Vierzig Regentage reichen von Mariä Heimsuchung bis Laurenzi; und der Laurenzisturm, der dem Regenwetter ein Ende macht, bleibt nicht aus.span>

An Mariä Verkündigung (25.3.) kommen die Schwalben wiederum.

An Maria Verkündigung (25.3.) legt man die Lampen nieder, an Maria Geburt (28.9.) holt man sie wieder.
it] Alla Madonna di Marzo si scopano, e alla Madonna di Settembre si trovano.span>

An Mariä Verkündigung hat das Frühjahr den Winter überwunden.
Russland.span>

An Mariä Verkündung (25.3.) kehrt der Storch zurück mit Vespermündung (Vesperbrot).

An Mariä Verkündung hell und klar, ist ein Segen für das ganze Jahr.

An Marien (25.3.) ist gut Lein säen.

An Markus (25.4.), da versteckt die Socken, unsere Krähe im Roggen.

An Mârnemân hi hê't, an Injammân hi fê't.
Amrum
hdt] Ein Morgenmann hat's, ein Abendmann kriegt's.
info] Der Frühaufstehende ist schon im Besitz dessen, was der Spätaufstehende noch erreichen soll.span>

An Martina (30.1.) Sonnenschein, verheißt viel Frucht und guten Wein.

An Martini (10.11.) Sonnenschein tritt ein kalter Winter ein.

An Martinitag (10.11.) die Gans zu Hause bleiben mag.
info] Man trieb an diesem Tage die Gänse nicht ins Feld, weil jedermann das Recht besaß, sie wegzunehmen.span>

An mäßigem (etwas) Regen ist viel gelegen.

An Matrus hed di Nacht sin Jil ferdên. Am Marnam siad an Kriak üb a Roa an rep: Spar', spar'! To lât, to lât, Mât, sad thi Matrus.
Nordfriesland
hdt Ein Matrose hatte die Nacht sein Geld verthan. Des Morgens sass eine Krähe auf der Raa und rief: 'Spar, spar!' 'Zu spät, zu spät, Kamerad', sagte der Matrose.span>

An Matthäi (21.9.) die Mütz' über die Ohren zieh'.

An Matthäi hat das schöne Wetter ein Ende.
Venedig.span>

An meinem Barte soll er das Scheren nicht lernen.
info] Ich gehöre nicht zu den Leuten, die mit sich spielen und sich misshandeln lassen.
ho] Hij zal voor niet hat scheren aan mijn baard nit leeren.span>

An meinem Herzen hat sich nichts angehängt (o. ist nichts hängen geblieben).
info] Um die Unschuld zu versichern.span>

An meinen Bildern müsst ihr nicht schnüffeln, die Farben sind ungesund.
Rembrandt, überliefert bei Goethe (Maximen und Reflexionen).span>

An Meinen bindet niemand sein Pferd an.

An Meinen und Glauben bindet man kein Pferd fest.

An Meinen und Glauben bindet niemand seinen Gaul (o. Pferd) fest.

An meiner Stelle würdest du anders reden.
Terenz, Andria.span>

An menschen oft ein schaafes wat, eins wolffe gmüt bedecket hat.
la] Pelle sub agnina, latitat mens saepe lupina.span>

An Menschen und Rosenstöcken muss man nie verzweifeln.
z] Der Winter entblättert diese, das Unglück beugt jene, aber pflegt sie nur die Liebe, so schießen die Knospen wieder nach. Kotzebue.span>

An Mich und Mir und Mir und Mich kennt man Berliner sicherlich.

An Michaeli (29.9.) kauft man gut Vieh. Doch den Verkauf brech' nicht übers Knie.

An mir soll es nicht fehlen.
la] Partes meae non desiderabuntur.span>

An Mitgift ist noch keiner gestorben, sagte der Bräutigam.

An Mittag, wenn die Sonne scheint, sieht man keine Sterne.
fr] A midy estoile ne luit.span>

An Mutters Rock- o. Schürzenzipfel hängen
en] to be tied to o's mother's apron-strings
fr] être pendu aux basques (o. au cotillon o. au jupon) de sa mère - se réfugier dans les jupes de sa mère
it] essere attaccato (o. cucito) alla gonnella (o. alle sottane) della madre.span>

An 'n groten As gehört 'ne grote Bückse.
Iserlohn
hdt] An einen großen Arsch gehört eine große Hose.span>

An 'n Mund vull Aeten sitt väl Ehre.
Bremen.span>

An narren hilft weder chrisam noch tauf.
fr] Tout est perdu ce qu'on donne à fol.span>

An Narren ist nirgends Mangel.
la] Stultorum plena sunt omnia.
un] Rakva vagyon e' tarka világ sokféle bolondokkal.span>

An Neujahr wächst der Tag um einen Hahnenschritt, am heiligen Dreikönig um einen Hirschensprung, an Sebastian um eine ganze Stund', an Mariä Lichtmess merkt man erst was drum.

An niadd'n Loppen (Lappen) gfold sain Koppen.
Steiermark
info] Auch meine Haube, setzt man in Oberösterreich hinzu.span>

An nichts Geliebtes musst du dein Gemüt
Also verpfänden, dass dich sein Verlust
Untröstbar machte.
Herder, Literatur und Kunst IX.span>

An nichts gewöhnt man sich so schnell wie an des langsame Arbeiten.

An Nöösh so grat üsh an Hauberg.
hdt] Eine Nase so groß wie ein Hauberg.span>

An oandere Mutter hoat ah a liebs Kind.
Steiermark.span>

An Ochs hot a lange Züng ün känn kein Schojpher (Posaune) nit blusen.
Jüdisch-deutsch, Warschau
info] Der Ochse hat zwar eine lange Zunge, aber das Posaunenblasen vermag er doch nicht; denn nicht immer gelingt, wozu man Anlagen zu haben meint.span>

An Ochs üm a Groschen, wenn der Groschen is nit du (da).
Jüdisch-deutsch, Warschau
info] Im Paradiese, heißt es, kostet der Ochse einen Groschen; was nützt jedoch, fragt das Sprichwort, der billige Preis einer Ware, wenn das wenige dazu erforderliche Geld nicht vorhanden ist.span>

An olde Husen un olde Froens gift't immer wat to flicken.

An ole Hüser un ole Wîfer is altît wat to flicken.
hdt] An alten Häusern und alten Weibern ist stets was zu flicken.
info] Man vernimmt aber sehr oft die gegenteilige Behauptung, dass junge Frauen mehr kränkeln als alte.span>

An olle Wîfen un olle Hûsen is alltîd wat to lappen.
info] Lappen heißt eigentlich: flicken, ausbessern, uneigentlich: prügeln.
en] A ship and a women are ever repairing.
en] A women and a glass are ever in danger.
it] A molini, orologi e sposa manca sempre qualche cosa.span>

An Orden vün a Borek.
Jüdisch-deutsch, Warschau
info] Burak, polnisch = rote Rübe. ein Orden von einer Rübe. Scherzhafte Belohnung. Man wird dafür zum Eselsritter geschlagen.span>

An Ort und Stelle hat die Erzählung einer wichtigen Begebenheit stets mehr Interesse.
Goethe (1749-1832), J. S. Grüner, 30. 8. 1821.span>

An Ort und Stelle, in originaler Lage
info] z. B. archäologische Funde
la] in situ.span>

An Ostern geht die Sonne hüpfend auf.

An Pauli Bekehrung (25.1.) dreht sich die Padde (Frosch) um.

An Pauli bekerungtag (25.1.), des Wetters solche rechnung trag: so die Sonne tut scheinen klar, das bedeutet ein gutes Jar; ein nebel auch, groß oder klein, der bringt ein sterben allgemein. Nimpt aber der wind überhand, darauf eruolget krieg im land; durch regen aber oder schnee soltu ein theure zeit versteh.
la] Clara dies Pauli, bona tempora denotat anni, si fuerint nebulae pereunt animalia quaeque; si fuerint uenti nascuntur praelia genti: si nix aut pluuia designat tempora cara.span>

An Paulus Einsiedel (10.1.) Sonnenschein bringt viel Korn und Wein.

An Petri Kett (1.8.), da sollt' scheinen die Sonne von A bis Zett.

An Petri Kettenfeier (1.8.) geh'n die Störche fort.

An Pfaffen solt nicht kehren dich, die gelehrten seynt die besten nicht.
la] Clericus edoctus non est semper sale coctus.span>

An Pflaumenpfingsten.
ndt] Op Plumepingste.
info] Nimmerleinstag.span>

An Philippi (1.5.) säet unser Herrgott dem Korn unter.
Oberösterreich
info] Philipp flickt das Getreide aus. Nach dem Volksglauben in Oberösterreich soll man am Philippitage, der mit dem Jakobitage zusammenfällt, nicht flicken, man bekomme sonst den Wurm am Finger, den das Volk, mit Vermeidung des eigentlichen Namens, häufig das >Beistad< nennt; auch soll man am Philippitage nicht nähen und stricken, weil unser Herrgott dem Korn untersäet, überhaupt nicht arbeiten, weil Philippi das Getreide >ausflickt<.span>

An Purpurmänteln und Bauernkitteln, ist's dem Winde gleich zu schütteln.

An putzsüchtigen Weibern und schlechten Zigarren ist das Deckblatt das beste.

An Quargk sillt 'r kriegen, sagte Jockel zu den Flöhen, die ihn bissen, und löschte das Licht aus, dass sie ihn im Bett nicht finden sollten.
Schlesien.span>

An Rat gebrach es nie einem Mann, der vor- und umwärts schauen kann.
nl] Aan raad ontbreekt het niemand.span>

An Rauschign und a Fua Hai muisst aus'n We gain.
info] Einem Berauschten und einem Fuder Heu musst du aus dem Wege gehen.span>

An rechnung machen, an worten, an duncken und gespante tuch gehet viel ab.

An Rechten und Kriegen gewinnt niemand viel.

An rechter Stelle Schande, an rechter Stelle Mut.

An Rheumatismus und an wahre Liebe glaubt man erst, wenn man davon befallen wird.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen.span>

An Riemen lernt der Hund das Leder fressen.

An ringen Bedler, thiar egh ian dör amgungkân.
Nordfriesland
hdt] Ein schlechter Bettler, der nicht eine Tür umgehen, meiden kann.span>

An ritterschaft ist frommen und freiheit.
info] Der Deutsche des Mittelalters dachte sich nur den Freien als edel und hielt den Unfreien für einen Schalk, wie er später auch den Teufel nannte. Nur der Freie konnte die Ritterwürde erwerben.span>

An Romanus (28.2.) und Lupizinius - unsere Sonne scheinen muss.

An Ross und an Mann stehts Scheiße schön an.
Oberösterreich
info] Vernehmbare Winde.span>

An runzeln ists alter leicht abzunemen.

An Salz kann man sich nicht satt essen und mit Gedanken sich nicht von seinen Sorgen befreien.
Russland.span>

An salzigem Wasser sieht man keinen Durstigen.

An Sankt Afra (7.8.) Regenkommt dem (o. ist für den) Bauern ungelegen.

An Sankt Agathe (5.2.) Sonnenschein, bringt recht viel Korn und Wein.

An Sankt Agnes (21.1.) die Hälfte Heu und die Hälfte Ausgabe (o. Arbeitslohn).
Venetien.span>

An Sankt Andreas (30.11.) ist's die ganze Zeit Nacht.

An Sankt Andreas ist's die ganze Zeit Nacht.

An Sankt Ann' fangen die kühlen Morgen an.
pl] Od świętej Anki zimne poranki.span>

An Sankt Anton (17.1.) nehmen die Tage zu um eine Mönchsruh'.

An Sankt Benedikt (21.3.) acht wohl, dass man Hafer säen soll.

An Sankt Cyprian (15.9.) zieht man oft schon Handschuh' an.

An Sankt Gall' (16. Okt.) flieg auf den Berg und sä' im Tal.

An Sankt Gall (16.10.) ernte man die Rüben all!

An Sankt Gall flieg auf den Berg und sä' im Tal.

An Sankt Gall führe die Ochsen aufs Feld und unterlass es nicht.
Italien.span>

An Sankt Gall säe, säe, tue es ja.
Italien.span>

An Sankt Galli (Sankt-Gallus, 16. Okt.), wann die Rübe reif ist.
Oberlausitz.span>

An Sankt Johann gafft man hinein.
Picardie (Wenn es regnet, in die leeren Nüsse).span>

An Sankt Johann geht der Sorgo ins Korn.
Venetien (Sie haben wie alle Bewohner Oberitaliens den Glauben, dass wie in der Johannisnacht der Most in die Traube, am Johannistage der Sorgo oder Mohnhirse in die Körner geht).span>

An Sankt Joseph fliegen die Schwalben übers Dach, sie fliegen oder fliegen nicht, die Kälte verlässt uns.
Venetien.span>

An Sankt Joseph legt man den Bettwärmer weg.
Mailand.span>

An Sankt Katharina entweder Schnee oder Reif.
Toskana.span>

An Sankt Katharina ist Schnee auf den Hügeln.
Mailand.span>

An Sankt Katharina nimmt man den Kohlentopf.
Venetien (Sowohl den Topf zum Wärmen der Hände und Füße wie die Wärmflasche zum Auswärmen des Bettes).span>

An Sankt Katharina wird die Kälte schärfer.
Lombardei.span>

An Sankt Katharina ziehe den Wärmetopf heraus.
Mailand.span>

An Sankt Kilian (8. Juli) säe Rüben an.

An Sankt Kilian (8.7.) säe Rüben an.

An Sankt Laurenti (10.8.) Sonnenschein bedeutet ein gut Jahr für Wein.
fr] Quand il pleut en aout, il pleut bien et bon moust.span>

An Sankt Lorenz blickt man hinein und an Sankt Rochus knackt man sie auf.
Picardie (Nuss- und Mandelernte).span>

An Sankt Lorenz die große Hitze, an Sankt Antoni die große Kälte; die eine oder die andere währt nicht lange.
Sardinien.span>

An Sankt Lorenz kommen die Nüsse mit dem Stocke, an Sankt Rochus verlieren sie die grüne Schale.
Venetien.span>

An Sankt Lucia (23/25.12.) ist der Abend dem Morgen nah.
info] Die Tage sind da am kürzesten, der Abend grenzt an den Morgen.
dä] Dagen er kan to stumpede ender; er som stumpede lys, der har kan øjne og ender.span>

An Sankt Lucia beisst die Kälte.
Mailand.span>

An Sankt Lucia martert die Kälte.
Toskana.span>

An Sankt Lucia wachsen die Tage um den Sprung eines Flohs, an Sankt Thomas um den Schritt eines Pferdes.
Picardie.span>

An Sankt Magdalena, ist die Nuss voll oder noch nicht voll, unsere Kinder wollen sie aufmachen.
Lombardei.span>

An Sankt Martha (29.7.) hängt man das Licht unter den Rauchfang.
info] In Venetien soll man an diesem Tage wieder anfangen abends bei Licht zu spinnen.
it] Da Santa Marta se taca la luse sota la nappa.span>

An Sankt Martin der Winter im Kamin.
Venedig.span>

An Sankt Martin lege Holz ins Kamin.
Mailand
Sankt Martin feiern. (Ein gutes Mahl bereiten, genießen)
Sankt Martin führt die Schlüssel zu jeder Seele auf dem Pfad zum letzten Urteil. (Bezieht sich auf die drei großen Gerichtszeiten (Dinge) im Jahr. Eins dieser Dinge fiel in die Zeit um Ostern (Frühling), das andere in den Anfang des Herbstes; und als drittes echtes Ding war der Martinstag bezeichnet. Nachdem das Christentum Eingang gefunden, wurde der Sonne rechtseinschließende Kraft auf die Heiligen übertragen. Die Dreizahl bildet die Regel beim echten Dinge)
Sankt Martin gab den Mantel; ein Spieler gibt Hosen, Wams und Hemd, darum weil er wohl heiliger ist, wenn er nackt seinem Herrn, dem Teufel, nachrennt.
Sankt Martin macht Feuer ins Kamin; dann, o Mädel, greif' zum Rädel. Nassau
Sankt Martin Miss is de Winter wiss.
Sankt Martin setzt sich schon mit Dank am warmen Ofen auf die Bank.
Sankt Martin setzt sich schon mit Dank zum Wärmen auf die Ofenbank.
Sankt Martin war ein milder Mann, trank gerne cerevisiam; und hatt' er nicht pecuniam, so ließ er seine tunicam.
Sankt Martin weiß nichts mehr von heiß.
Sankt Martin, du vol Liebe, du wonst vnter Diebe, die geben dir ein Pfennig und stelen dir ein Pferd; wer die Diebe hengte, des weren sie wohl wert.
Sankt Martins breckt dat Is, man find he gên, so mâkt he ên.
Sankt Martinus zu Pährd macht de Bauer allährd. Trier (allährd = munter, flink, rührig, vom französischen alerte. Auf den Martinstag, trierisch Meerdestag, fallen gewöhnlich für den Landmann die Zahltermine von gepachteten Grundstücken und geliehenen Kapitalien)
altfries] Sinte Martine da sloetelin feert to iwer siele in dat paed ti da lesta ordele.
fr] Faire la Saint-Martin.
fr] Saint-Martin boit le bon vin et laisse l'eau courre au molin.
la] Post Martinum bonum vinum.span>

An Sankt Martin scherzt der Winter nicht bald, Schnee und Frost kommen mit Gewalt.
Tschechien.span>

An Sankt Martins Tag (10.11.) lobe unsrer Frauen Fasten.

An Sankt Matthäi ist das schöne Wetter vorüber.
Italien.span>

An Sankt Mattheis (24.2.) geht kein Fuchs mehr übers Eis.

An Sankt Mattheis (24.2.) trinkt die Lerch' aus'm Gleis.

An Sankt Matthias (24.2.) erste Frühlingshoffhung.
Oberschlesien.span>

An Sankt Medardus (6.8.) wird ausgemacht, ob 40 Tage die Sonne lacht.

An Sankt Medardus (8. Juni) wird ausgemacht, ob 40 Tage die Sonne lacht.

An Sankt Michael siehe gut zu, ob der Himmel heiter ist.
Venetien.span>

An Sankt Paul Bekehr (25.1.) wendt sich der Winter halb hin, halb her.

An Sankt Philippstag die Linsen zum Felde trag.

An Sankt Urban (25.5.) setzt die Frucht die Körner an.
it] Per Sant' Urbano il frumento è fatto grano.span>

An Sankt Urbanstag (25.5.) ist Baum- und Weingarten verdient.
info] Da die Pflege der Baum- und Weingärten den Wirtschafter nicht das ganze Jahr in Anspruch nimmt, so war bestimmt, dass mit dem Sankt- Urbanstage, als der Zeit, da die Weingärten und Baumpflanzungen aus der Pflege des Gärtners traten und ihrer eigenen Entwickelung überlassen wurden, der Ertrag verdient sein solle.span>

An Sankt Valentein (14. Feb.) friert's Rad mitsamt der Mühle ein.

An Sankt Valentin (14.2.) die Hälfte Brot, die Hälfte Wein, und die Hälfte Heu fürs Vieh.
info] Die Italiener gehen sogar in der Vorsicht noch weiter, indem sie die andere Hälfte des Winters erst mit dem 14. Februar beginnen lassen.span>

An Sankt Vinzent (22.1.), da hat der Winter noch kein End'.

An satten Eers kan föl bitheenk. Nordfriesland (Ein sitzender Arsch kann viel erdenken)

An Säuen fehlt es nicht, wenn der Teufel aus Besessenen fährt.

An Saukauf ist wenig zu gewinnen.
info] Schädlicher Einfluss schlechter Gesellschaft.
z] Vnd fecht ein schedlichs spil jn (den Schelm, hier ein Mensch von unanständigem Betragen, pöbelhaftem Charakter, der in bessere Geaellschaft gekommen ist) an, damit sie all zu schaffen han, mit leib und leben kaum entrinnen, an sawkauf wenig nutz gewinnen.span>

An Schiffen und Frauen ist immer was zu flicken.

An schlechten Bissen kauen.

An schlüpfrigen Händen bleibt leicht etwas kleben.

An schmierigen Händen bleibt viel hangen.

An schmierigen Händen bleibt viel hängen.
en] Benefits bind.
fr] Qui prend s'engage.
fr] Qui prend, se vend.
it] Chi ha preso resta preso.
la] Munera capiunt hominesque deosque.
sp] Quien prende su cuerpo vende.span>

An schmutzigen Händen bleibt viel hängen.

An Schnittern fehlt es nicht, wenn nur erst zu ernten ist.

An schöne Galgen soll man sich hängen.

An schönes (teueres, kostbares) Holz gehängt werden.
info] Ein Unglück ist erträglicher, wenn es von Schande frei ist. Für den der hängt, dürfte es allerdings keinen schönen Baum geben; eine hohle Weide möchte für ihn wohl mit einem Lorberbaume in gleichem Range stehen.span>

An Schönheit und an Leim bleibt man sehr leicht kleben.
z] Schönheit ist ein Vogelleim, jeder hänget gern daran, wer nur fleugt, wer nur schleicht, wer nur manchmal kriechen kann.span>

An schönne Gruß, und wear net laufe könn', deam fehl's am Fuß.
Bietigheim.span>

An Schorf soll man nicht tasten.
info] Verharschte, wunde Stellen soll man nicht berühren.
ho] Schurft is ligt geraakt. - Schurft will niet geraakt zijn.span>

An schwarzen Kesseln kann man sich nicht weiß brennen.

An schwarzen Kesseln kann man sich nicht weiß brennen.
ndt] Am e ruessige Kessel kammer sich nidd sufer rywe. Strasburg
la] Luto lutulentior.span>

An seine Träume glauben heißt, sein Leben im Schlaf verbringen.
China.span>

An seinem eigenen Schopfe kann sich niemand aus der Grube ziehen, in die er gefallen ist.

An seinem Ort
la] suo loco.span>

An seinem Stricke spinnen.
info] Auf dem Wege zum Galgen sein.span>

An seinem Todestage kräht kein Hahn.

An seinem Umgang erkennt man den Menschen.

An seinem Umgange (seiner Gesellschaft) erkennt man den Menschen.

An seinen Blüten erkennt man den Baum der Früchte trägt.

An seinen Früchten erkennt man jeden Baum.

An seinen Früchten erkennt man, was für ein Baum es ist.
la] Fructibus ex propriis arbor cognoscitur omnis. Beda Venerabilis, Proverbiorum liber
la] Fructibus ipsa suis, quae sit, cognoscitur arbor. Panfilus.span>

An seinen Gewohnheiten hängt man.

An seinen Idealen zu Grund gehen können heißt lebensfähig sein.
Peter Altenberg.span>

An seinen Nachkommen erkennt man den Mann.
la] In extremis suis agnoscitur vir.span>

An seinen Räten erkennt man den Fürsten.
bm] Po radcĕ krále poznati jest.span>

An seinen Scherzen erkennt man den Menschen.
fr] Au plaisanter on connaît l'homme.span>

An seinen Vertrauten soll man nicht zweifeln; einmal Bezweifelten nicht trauen.

An seiner ewigen Ängstlichkeit erkennt man den Philister und 'Bürger' (im übelsten Wortsinne).
J. M. Verweyen, Der Edelmensch.span>

An seiner Nase findet jeder Fleisch.
info] Er ziehe sich also daran, und bekümmere sich nicht um die Nasen (Angelegenheiten) anderer.span>

An seiner Rübe erkennt man den Trunkenbold.
fr] À la trogne connaît-on l'ivrogne.span>

An seiner Sprache erkennt man das Regime.
Heinrich Mann, Der Weg der deutschen Arbeiter.span>

An seiner Uhr ist's nie zu spät.
info] Vom Trägen.
fr] Il n'est jamais tard à son horloge.span>

An Septemberregen ist dem Bauern viel gelegen.

An Septemberregen
Für Saaten und Reben ist dem Bauern gelegen.

An sich denken gibt wenig Glück. Wenn man aber viel Glück dabei hat, liegt es daran, dass man im Grunde nicht an sich, sondern an sein Ideal denkt.
Friedr. Nietzsche, Wir Philologen, 2, Plan und Gedanken zur Ausführung.span>

An sich denken, ist ganz recht; nur an sich denken, das ist schlecht.

An sich ist das Leben nichts Gutes und nichts Böses, es ist der Hintergrund, auf dem ihr selbst Gutes und Böses anbringen könnt.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais.span>

An sich ist es ja gleichgültig, ob man sein Geld spart oder ausgibt, gut oder schlecht kann nur genannt werden, was wir damit wollen.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais.span>

An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu.
William Shakespeare (1564-1616), Hamlet (Hamlet).span>

An sich rapsen und dapsen.

An sicherem Ort
la] in solido.span>

An sichern Dingen ist der Zweifel gut.

An sieben Dingen (Stücken) wird eines Menschen Weisheit erkannt: wenn er in Gegenwart Verständigerer schweigt, niemandem in die Rede fällt, nicht unbedachtsam antwortet, gern hört und lernt, nach des Gesprächs Veranlassung fragt, in seinen Reden Ordnung hält und die Wahrheit sagt.

An Silber bin ich äußerst interessiert.
la] In argento plane studiosus sum.span>

An silbernen Wocken spinnt man das feinste Garn.

An sîne Rede ess weder Klack noch Schmack. Lippe

An Sittensprüchen hat der Arge sein Vergnügen,
Nicht um danach zu tun, doch um damit zu trügen.
Rückert, Weisheit des Brahmanen.span>

An Skelm, diar sin bâst ep dê.
Amrum
hdt] Ein Schelm, der sein Bestes nicht tut.span>

An skürw'd Schep kan an hian Hokfal umstegh.
Nordfriesland
info] Ein räudig Schaf kann eine ganze Hürde voll anstecken.span>

An slacht Müs, diar man ian Hâl hea.
Nordfriesland
hdt] Eine schlechte Maus, die nur eine Höhle, ein Loch hat.span>

An slachten Föggel, thiar sin anj Neast egh onnerhoal kaan.
Nordfriesland
hdt] Ein schlechter Vogel, der sein eigenes Nest nicht unterhalten kann.span>

An so ein Leben, in dem man nie allein ist, gewöhnt man sich nicht, man lebt es bitter zu Ende.
Tucholsky, Nie allein.span>

An solchem Kaufe solches Geld.
it] Tanto è mercante colui che perde quanto colui che guadagna.span>

An solchen Vorfrühlingstagen, wo der Geist die Last des Winters noch nicht ganz abgeschüttelt hat, ist's, wo die Sehnsucht nach der Ferne uns am mächtigsten ergreift. Es ist ein sonderbares Ding um diese Sehnsucht, die wir nie verlieren, so alt wir sein mögen.
Wilhelm Raabe, Die Chronik der Sperlingsgasse.span>

An Sorgen muss mancher erworgen.
nl] De zorgen verworgen.span>

An Steckn muss ma sich richten in jungen Jahrn, dass ma a Heb' (= Stütze) hat für die alten Tag.

An Stelle des Siegels
info] auf Kopien, Beglaubigung
la] loco sigilli (l. s.).span>

An stinckendem (faulem) Fleisch ists saltz verlohren.

An Stockfisch- un Erdäpfelsdâg (Freitag) sagen de ärm Lück, esse mêr de Erdäpfel met gekreiztem Olg (Öl) un de Stockfesch' setzen dröm eröm.
Köln.span>

An Stricke bindet man die Ochsen, an Unterschriften die Bauern.

An Sünden gewinnet man nichts.

An Tand'lmoarkt z'sammenkaufen.
z] Was hast denn da für an Tand'lmaorkt z'sammen kauft?
info] Altes Zeug aller Art, Plunder, ein Durcheinander von unbedeutenden Dingen.span>

An Terno mach'n.
info] Glück haben, ein gutes Geschäft machen.
z] Mid sein Weib had er an Terno g'machd. Mit dem Kuf had er an Terno g'machd.span>

An Tiefe sowie an Fleiß hat es dem Deutschen nie gefehlt. Nähert er sich anderen Nationen an Bequemlichkeit der Behandlung und übertrifft sie an Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit, so wird man ihm früher oder später die erste Stelle in Wissenschaft und Kunst nicht streitig machen.
Goethe (1749-1832), Geschichte der Farbenlehre 2. Abt. - Farbenlehre und Farbenbehandlung.span>

An Titeln soll man nicht sparen, man kauft sie ja nicht auf der frankfurter Messe.
la] Qui vents volnut pasci, indigni sunt alimento alio.span>

An Titeln soll man nicht sparen, sagte die Braut zum Pfarrer, als sie das Aufgebot bestellte; ich bitte um den Ehrentitel Weiland vor Jungfrau, den die selige Amtmännin bekam.

An Tröghal, hä egh mannar üsch tau Earmer.
Nordfriesland
hdt] Ein Bettler hat nicht weniger als zwei Gewerbe.
info] Will sagen, dass er nicht mit einer Gabe zufrieden ist.span>

An trübem Teich sammelt der Fischer leicht Reichtümer an.

An Tuch und Worten geht viel ein.

An übel gewonnenem Gut hat der dritte Erbe weder Freude noch Mut.
la] Et male partorum non gaudit tertius haeres.span>

An überstandene Leiden erinnert man sich gern.

An überstandene Leiden erinnert man sich gern.
la] Meminisse laborum suave qui servatus est.span>

An überwundene Leiden denkt man mit Siegesfreuden.
it] Quel che fù duro a patire, è dolce a ricordare.span>

An überwundenes Missgeschick denkt man gern zurück.
la] Jucunda est memoria praeteritorum malorum.span>

An und für sich; von selbst
la] per se.span>

An und in dem Boden findet man für die höchsten irdischen Bedürfnisse das Material, eine Welt des Stoffes, den höchsten Fähigkeiten des Menschen zur Bearbeitung übergeben..
Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,14.span>

An Undankbaren ist alle Wohlthat verloren.

An ungebetnen Gast steckt man untern Ofen.

An ungetanem Werk ist nichts zu meistern.
sd] För ogjord gjärning bötes oföd fä.
sd] Hät är med ingo bött.
sd] Ogjord blijr ospord.span>

An unmöglichen Dingen soll man selten verzweifeln, an schweren nie.
Goethe (1749-1832), Italienische Reise II, Paralipomena.span>

An Unmögliches ist niemand gebunden. [RSpW]
la] Ad impossibile nemo tenetur.

An Unmögliches ist niemand gebunden.
la] Ad impossibile nemo tenetur.
[RSpW].span>

An unser früheres Leben können wir uns deswegen nicht erinnern, weil Erinnerung eine Eigenschaft nur dieses Lebens ist.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1905).span>

An unverschuldeter Aufregung gestorben, erklärte der Totenschauer, als er einen Mann tot mit drei Kugeln im Kopfe fand.

An unverstendigen Leuten kan niemand Meister werden.

An Urban (25. Mai) die Hirse gut geraten kann.

An Urban (25. Mai) und Pankrazius (12. Mai) der Winzer die Ernte bemessen muss.

An Urban (25.5.) die Hirse gut geraten kann.

An Urban (25.5.) und Pankrazius (12.5.) der Winzer die Ernte bemessen muss.

An urem Mann is a Wattren (Freigebiger) auf a fremden Beutel.
Jüdisch-deutsch, Warschau
info] Wenn jemand auf Kosten anderer mildtätig ist.span>

An urem-Mann is wie a Hojker.
info] Höcker, Buckliger. Beide tragen, was sie besitzen, auf dem Rücken.span>

An urm Mann is wie a löchriger Sack.
Jüdisch-deutsch, Warschau
info] Schwer zu füllen.span>

An urm Mann steht bei der Tür.
Jüdisch-deutsch, Warschau
info] Wer Gefälligkeiten oder Wohltaten beansprucht, muss bescheiden sein.span>

An Ursula (21.10.) muss das (o. brings) Kraut herein, sonst schneien (noch) Simon und Juda (28.10.) hinein.'

An Ursula (21.10.) muss das Kraut herein, sonst schneien Simon und Jude (28.10.) drein.

An verdächtigen Orten halte dich nicht auf und sei nie Gefährte eines Menschen, der ein Wegweiser zum bösen Ort ist, damit er dich nichts Böses lehre. Dergleichen Leute fliehe und bleibe ihnen fern.
Buch des Kabus.span>

An vergangenes Unglück ist gut denken.
la] Jucunda malorum praetoriorum memoria.span>

An verlegenem Fleisch kauft man allzeit zu teuer.

An verlorenem Appetit stirbt man nicht.
es] Dejar de comer por haber comido no es enfermedad de peligro.span>

An Versprechungen ist jeder so reich, wie er will.
Ovid, Die Liebeskunst.span>

An Versprechungen und rohem Tuch geht viel ein (zurück).
dk] Løfte og raat klæde løber meget ind.span>

An viel reden kennt man einen Narren.

An viel reden ohne Verstand wird der Narr erkannt.
nl] In woorden zonder slot is't kenmerk van een' zot.span>

An viel Rühmen soll man sich nicht kehren.
fr] De se vanter doit l'en prendre garde.span>

An vielem Fragen erkennt man einen Narren.
z] In den Hospitälern bemerkt man, dass die Narren vorzüglich gern Tabak schnupfen. In der Gesellschaft erkennt man sie an dem vielen Fragen.
it] Chi troppo dimanda ha testa di matto.span>

An vielem Lachen erkennt man den Hachen (o. Narren).

An vielem Lachen erkennt man den Hachen
info] Oft wird man fragen können, wer der Narr ist, der welcher lacht, oder der, über den gelacht wird.span>

An vielem Lachen sollst du den Narren erkennen (o. erkennt man den Narren).
la] Per risum multum debes cognoscere stultum.span>

An vielem Lachen sollst du den Narren erkennen.
Lateinisch

An vielem Schwatzen erkennt man den Mann.
la] Qui multum fatur, stultissimus esse probatur.span>

An vielen Höfen essen die Esel der Gelehrten Brot und die Narren besitzen die Ehrenstellen.

An vier Dingen erkennt man den Franzosen: wenn die Uhr schlägt, wenn er jemand fragt, wenn er Versprechungen macht und wenn er von seinen Liebschaften redet.

An vier Dingen erkennt man einen Narren: sich selbst loben, sich leicht erzürnen, ungefragt viel reden und wegleihen ohne Sicherheit.
en] By six qualities may a fool be known: Anger without cause, speech without profit, change without motive, inquiry without an object, putting trust in a stranger and wanting the capacity to discriminate between a friend and a foe.span>

An vier Dingen geht viel ab: an Rechnungen, an Worten, Dünken und gespanntem Tuch.

An vier Dingen wird ein Mensch erkannt: in seinem Geschäft, in seinem Trinken, in seinem Zorn und seinem Spiel.

An vier Zeichen erkennet man den Mann: seine Weisheit, wenn er in Rechten ist; seine Geduld, wenn er in Not ist; seine Demut, wenn er groß ist, seinen Reichtum, wenn er tot ist.

An viererlei Leuten ist Mangel auf Erden: an Pfaffen, sonst dürfte einer nicht sechs bis sieben Pfründen haben; an Adeligen, sunst wollte nit jeder Bauer ein Junker sein; an Huren, sonst würden Eheweiber und Nonnen das Handwerk nicht treiben, und an Juden, sonst würden Christen nicht wuchern.

An Vinzenzi (22.1.) voller Sonnenschein, der lässt uns hoffen auf Korn und Wein.

An Vorwand fehlt es keinem, wenn er betrügen will.

An Wänden gehen.

An Wanj, thiar knarket, thi healt laang.
Nordfriesland
hdt] Ein Wagen, welcher knarrt, hält lange.
info] Um zu sagen, dass die, welche stets über ihre Gesundheit klagen, in der Regel am längsten leben.span>

An Waren und grauem Tuch geht viel ein.

An Wedwüf her iarst Mân mut altidj üübh baasel dânsi.
Nordfriesland
hdt] Der erste Mann einer wieder verheirateten Witwe muss allezeit auf dem Tische tanzen.
info] Er wird bei jedem Anlass gelobt.span>

An Weibern ist keine Ehre zu erjagen.

An Weibern liegt keine Macht.

An Weibern liegt keine Macht.
info] Der Ehemann wird als der natürliche Vormund seiner Frau betrachtet, in dessen Hand auch die Verwaltung des gesammten Vermögens ruht.
mhd] An wiben liget keyne macht niet.span>

An Weibern schlagen die Männer ihre Schand'.

An Weibern und Melonen kauft man allzeit mit Gefahr.

An Weibern und Unglück ist niemals mangel gewest.

An Weibertreue und Wunder ist schwer glauben.

An Weiberweinen, Metzgerschwören und Hundehinken darf sich niemand kehren.
la] Neve puellarum lachrymis moveare caveto, ut flerent, oculos erudire suos.span>

An Weihnacht die Hälfte Brot, die Hälfte Wein.
Toskana.span>

An wenig Gegenständen erscheint die Farbe in ihrer ursprünglichen Reinheit, selbst im vollsten Lichte, sie wird mehr oder minder durch die Natur der Körper, an denen sie erscheint, schon modifiziert..
Goethe (1749-1832), Schriften z. Kunst - Diderots Versuch ü. d. Malerei.span>

An wessen Gewinn jemand beteiligt war, an dessen Verlust soll er auch teilhaben.
[RSpW]
la] Cuius participavit lucrum, participet et damnum.

An Willen und Worten ist kein Zwang.
info] Im Allgemeinen sollen nicht bloß die Gedanken, sondern auch die Worte, insofern in diesen nicht selbst schon, wie bei Ehrenkränkungen, das vollendete Unrecht liegt, von strafrechtlicher Ahndung verschont bleiben, da dadurch allein noch niemand Gewalt angetan wird.
mhd] An willen noch an worden i's nen gedvang.span>

An williger Armut hat Gott kein Schuld.

An witjen Hingst skal föl Streilis ha.
Amrum
hdt] Ein weißer Hengst (Pferd) soll viel Streu haben.
info] Wird in Bezug auf eitle Hausfrauen gebraucht.
ndt] Di wit Hingster skel fuul Streils haa. Sylt.span>

An Witwen und Jungfrauen, an Rüben und Schoten am Wege rupft jedermann.
bm] Usklubná semena, v poli hrách ařepa, vlidech vdova a panna kazdému jsou na ránĕ.span>

An Witwen und Waisen will jeder ziehen und zerren.

An Witwen und Waisen will jedermann den Arsch wischen.
nl] Aan weduwen en weezen will elk trekken en plakken.span>

An wohlen Tagen geht er auf dem Eis tanzen.

An wohlfeiler Ware ist teuerer Kauf.
it] Guardati delle derrate di buono mencato.span>

An Wort und Schritten erkennt man den Mann und seine Sitten.

An Worten und an Werken kann man den Heuchler merken.
it] Per l' opere non per il vestito vien conosciuto l' hipocrita.span>

An worten und grauem (ungenetztem) tuch geht viel ein.
nl] Aan woorden en laken, neem altijd wat tegen het krimpen.span>

An Worten und grauem Tuch geht viel ein.

An Worten und Laken muss man immer etwas gegen die Krümme haben.

An Worten und ungenetztem Tuche geht viel ein.

An Wüüf kaan onnar a Skortelduk muar wechbring, üüs sööwen Hingster tji kôn.
Nordfriesland
hdt] Ein Weib kann unter der Schürze mehr wegbringen, als sieben Pferde ziehen können.
info] Heimlich, hinter dem Rücken des Mannes.span>

An Zeichen erkennt man die Herberge.
nl] Het teeken wijst de zaak.span>

An Zerstreuungen lässt es uns die Welt nicht fehlen; wenn ich lese, will ich mich sammeln und nicht, wie jener Sultan von Indien, durch abgerupfte Märchen hingehalten sein.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Literarisches Konversationsblatt.span>

An Zornigen ist kein Ehr zu erjagen.

An zu viel Glück ist noch keiner gestorben.
Flandern

An Zusagen und rohem Tuch gehet viel ein.

An zuviel Wurst kann ein Hund ersticken.

An zwei Ankern steht ein Schiff fester als an einem.
en] Good riding at two anchors, men have told, for if one break the other may hold.
la] Ancoris duabus niti bonum est.
un] Két istáphoz jó támaszkodni.span>

An zwei Dinge muss man sich gewöhnen, um das Leben erträglich zu finden: Die Unbilden der Zeit und die Ungerechtigkeiten der Menschen.
Chamfort, Maximen und Gedanken.span>

An zwei Dingen fehlt immer etwas: an einer Mühle und an einer Braut.

An zwei Dingen ist immer was zu flicken: an alten Häusern und alten Weibern.

An zwei Dingen ist verloren der Safran und die goldnen Sporen: an Kuhfleisch in gelber Brüh' und einem Ritter ohne Müh'.

An zwei Dingen ist wenig zu erwischen: an Träumereien und Backfischen.

An zwei Tagen zitterst du umsonst vorm Tod:
Wo ihn Gott bestimmt, wo Gott ihn nicht bestimmt.
Denn am ersten hilft kein Arzt in deiner Not
Und am letzten dir kein Mensch das Leben nimmt.
Rückert, Erbauliches und Beschauliches aus dem Morgenlande.span>

An zwei Tischen wird ein Fraß erzogen.
ndt] A zwé Tische wird en Frass erzoge.
Schweiz.span>

An zwei wichtigen Merkmalen erkennt man den echten Kritiker: Erstens schreibt er gut und lebendig, er steht mit seiner Sprache auf du und du, er missbraucht sie nicht. Zweitens hat er das Bedürfnis und BestrebenPestalozzi, seine Subjektivität.. so klar zur Darstellung zu bringen, dass der Leser eben diese Subjektivität benutzen kann, wie man ein Metermaß benutzt.
Hesse, Notizen zum Thema Dichtung und Kritik.span>

An zweien Tischen erzieht man einen Fraß.

Analogie oder auch nur Gleichnis haben wir in der Musik: das was dort gleichschwebende Temperatur ist, wozu die Töne, die sich nicht genau untereinander verhalten wollen, so lange gebogen und gezogen werden, dass kaum einer seine vollkommene Natur behält, aber sich alle doch zu des Tonkünstlers Willen schicken.
Goethe (1749-1832), An Louise Seidler? (Konzept).span>

Analphabeten können am besten zwischen den Zeilen lesen.

Analphabeten müssen diktieren.

Analyse ist nicht die Sache des Dichters. Sein Beruf ist, zu malen, nicht zu sezieren.
Macaulay, Kritische u. historische Essays, Milton.span>

Ananas schmeckt wie Wurst, sagte der Bauerjunge.
info] Friedrich Wilhelm III. erhielt diese Antwort, als er einst in Sanssouci einem Knaben Ananas zu kosten gab.span>

Anarchie ist die größte aller Utopien.

Anarchie ist die schlimmste Despotie.

Anarchie ja, aber bitte nicht zuviel.

Anarchie wäre der wünschenswerte Zustand, wenn die Menschen Maschinen oder Götter wären. Aber dann müsste sie nicht erst gepredigt werden. Sie wäre eben da.
Arthur Schnitzler, Aphorismen und Betrachtungen aus dem Nachlass.span>

Anarchismus ist der Versuch, das kleinere Übel durch das größere zu ersetzen.

Anarchismus ist umgestülpter bürgerlicher Individualismus.
Lenin, Anarchismus und Sozialismus.span>

Anarchisten sind objektiv die besten Helfer der Reaktionäre. Vielleicht wollen sie das sogar sein.
Gustav Heinemann.span>

Anatomie leistet am organisierten Wesen, was Chemie am unorganisierten.
Goethe (1749-1832), Vergleichende Anatomie I.span>

Anaxagoras lehrt, dass alle Tiere die tätige Vernunft haben, aber nicht die leidende, die gleichsam der Dolmetscher des Verstandes ist.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1191.span>

Anbete du das Feuer hundert Jahr,
Dann fall hinein - dich frissts mit Haut und Haar.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien V.span>

Anblick der Liebe
la] imago pietatis.span>

Ancho hat eine Seele voll Erbarmen, die Füße des gestohlenen Schweines gibt er den Armen.
Basken
it] Rubar il porco, e darne i piedi per l'amor di Dio.span>

Andacht - Andaucht.
info] Ein Wortspiel der Alten in der Neuzeit, um das Wort Andacht durch Vergleich mit Andaucht (Abzugskanal) herabzusetzen.span>

Andacht durch Vergleich mit Andaucht (Abzugskanal) herabzusetzen)

Andacht gebiert Reichtum, aber die Tochter frisst die Mutter.

Andacht ist das beste Sonntagskleid.

Andacht ist ein Stern der Frühe,
Der das Herz mit Gott vermählt,
Dass es preisend, dankend glühe,
Fromm bekennend den Dreieinen.
Ludwig Bechstein, Der Sonntag (1833).span>

Andacht steht nicht wohl auf einem vollen Bauch.

Andacht, die Demut nicht begleitet, wird unfehlbar Stolz.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen.span>

Andächtig gebet und weise räth können vil verhindern.

Andächtige Ohren finden.
nl] Hij vond aandachtige ooren.span>

Andalusien ist Spaniens Keller und Kornkammer.
z] Es galt auch als Mittelpunkt der spanischen Jalousie.span>

Andauernde Treue gegen das Alte macht die Treue gegen das Neue nahezu zur Unmöglichkeit..
Fontane, Cecile.span>

Andauerndes Fieber bringt den Löwen um.
Italien.span>

Andauerndes Schlagen tötet die Schlange.
Afrika.span>

Andel und Kandel machen einen bösen Wandel.
info] Andel = Diminutiv von Anna. Liebe und Trunk verführen sehr häufig.span>

Ander Amt, andere Sorge.
la] Non est eadem cura oratoribus, quae phonascis. Quinct.span>

Ander dag Abend is noch nich e kommen.
Braunschweig

Ander Handel, ander Wandel.
nl] Andere nering, andere tering.span>

Ander Holz her.

Ander Jahr, ander Glück.

Ander Jahr, Ander Haar.

Ander Jahr, ander Haustock.
Franken
mhd] Ander jâr, ander guot.span>

Ander Jahr, ander War'.
dk] Et andet aar kommer der en anden jule aften.span>

Ander Land Schwarzbeere, eigen Land Erdbeere.
Finnland.span>

Ander Land, ander Glück.
info] Dem, der in ein ander Land kommt, kann es besser oder schlechter ergehen als an seinem frühern Wohnsitz.
it] Chi muta paese, muta ventura.span>

Ander Land, ander Leute.

Ander Land, ander Litt, hat dr Schwyzer gsit, wia a Goaßbock zum Fenster rausgschaut hat.

Ander Land, andere Leute.

Ander leut brot schmeckt allzeit besser.

Ander leut creutz lehrt das deine tragen.
la] Aliorum exemplo patiens.span>

Ander Leut fehl sehen und sein eigen nicht, das ist der Toren sitt.

Ander Leut gelt, ander Leuth sorg.

Ander Leut Gut ist ander Leut Sorge.

Ander Leut Gut, ander Leut Sorge.

Ander leut haben auch hände.
la] Et meum telum cuspidem habet.
la] Et mihi sunt vires et mea tela nocent. Ovid.span>

Ander Leut haben auch heut.

Ander Leut häuser sein besser als vnsers.

Ander Leut Hilff nit mehr bedürffen.
la] Sine cortice nare.span>

Ander Leut Küh geben immer mehr Milch alss vnsere.

Ander Leut Schad ist guter Rat.

Ander Leut(e) Brot schmeckt allzeit besser.

Ander lude (Leute) breve, büdels unde tavelen en sal men nicht ansein.
la] Alterius chartas, loculum, non inspice mensam.span>

Ander Mann, ander Glück.

Ander Mann, ander Glück.
info] Auch wohl mit dem Zusatz: denn Gottes Wunder erben nicht.span>

Ander Städtchen, ander Mädchen (o. ander Städtel, ander Mädel).
info] Zur Schilderung der Soldaten- und Gesellenliebschaften. Von denen, die sich ein Verdienst daraus machen, an jedem neuen Orte ihres einstweiligen Aufenthalts eine neue leichtgläubige Schöne zu täuschen.
bm] Holka bez hocha, ryba bez vody.
bm] Kde obĕd tu milá, kde večeře tu jiná.
en] Other cities, other girls.
fr] Autres villes, autres filles.
ho] In elk steedken een ander meedken.
it] Città che vai ragazza che trovi.
sp] Amor trompetero: cuantas veo tantas quiero.
sp] En cada puero un amor.span>

Ander Städtchen, ander Mädchen.

Ander Sünd kreucht zu Winkel, Hoffart will allzeit am Licht stehn.

Ander' Wind - ander' Wetter.

Ander Wohltat vergisst man bald, Gottes am ersten.

Ander Zeit, ander Anfechtung.

Ander zeit, ander Gott, ander Jahr, ander Glück.

Andere (fremde, neue) Weide ist der Kühe Freude.
info] Wie fremdes Brot der Kinder Semmel ist, so lieben auch die Tiere Veränderung der Kost, und die Kühe gehen gern auf des Nachbarn Brache und Wiesen.span>

Andere Bäume, andere Holzhauer.
Litauen

Andere Beeren, schmutzige Beeren, Johannisbeeren, schlechte Beeren, Vogelbeerbaumbeeren, kräftige Beeren, da kannst du Trauben kauen, so hat der Bär gesungen.
Estland.span>

Andere beglücken, es ist das reinste Glück auf dieser Erde. - Nur schwer ist es, wenn wir selbst nicht glücklich sind, und andere doch grade in unserm Glück das ihrige setzen.
Kleist, an Wilhelmine von Zenge, 10. 10. 1801.span>

Andere büezt er d' Seck, und sîn lot er d' Müs frässe.
hdt] Andern flickt er die Säcke, die seinen lässt er die Mäuse fressen.
info] Er ist gegen andere dienstfertig und vernachlässigt dabei seine eigenen Angelegenheiten.
it] Un gobbo vede la gobba del compagno e non la sua.
la] Aliena vitia in oculis habemus, a tergo nostra.span>

Andere Büsche, andere Pilze.

Andere Dinge bezeugt man mit anderen Leuten.
[RSpw]
info] Zur Bestätigung oder Aufklärung verschiedener Fragen sind in der Regel verschiedene Zeugen erforderlich.span>

Andere erkennt man klar, sich selbst nicht.

Andere feist machen und selbst Hunger leiden, ist beherzten Leuten zuwider.

Andere für lauter Gänse halten und Meister Klügel sein, der's Pferd im Hintern zeumt.
Luther.span>

Andere Gedanken kommen über Nacht.

Andere gurrt er auf und er selber schläft.
Lettland
bm] Zvon do kostela lidi prizývá, a sám v kostele nikdy nebývá.
fr] Les cloches appellent à l'église, mais n'y entrent pas.
ho] Hij slacht de klokken die het volk ter kerke luiden, en er buiten blijven.
ho] Hij slacht den bakker, die het brood in den oven steekt en er zelf buiten blijft.
it] Non entra a messa la campana, e pur ognuno ci chiama.
pl] Dzwon do kosciola ludzi zwolywa, a sam w kosciele nigdy niebywa.
sp] No entra en misa la campana, y á todos llama.span>

Andere Hand, anderes Glück.

Andere Hände haben immer die fettesten Schnitte.
info] Neid vergrößert.
bm] V cizích rukou vzdy vetsí krajíc.span>

Andere Hauer, andere Fuhrleute.

Andere Hund sind zum Hasen-, andere zum Bärenfangen.

Andere Hütten, andere Sitten.
la] Diversi diversa putant.span>

Andere jahr, andere haar; andere zeit, andere freud.
info] Die großen Veränderungen, die oft ein einziges Jahr im Leben eines Menschen bewirkt.span>

Andere Jahre, andere Leute, andere Glocken, ander Geläute.
bm] Mnoho let, a mnohých nevidĕt.span>

Andere Jahre, andere Schuhe.

Andere Kinder sind Schleppsäcke, willst du auch einer sein?
info] Findet seine Erklärung in einem Kinderspiel. Die Kinder fragen der Reihe nach die Mutter: Darf ich auf die Gasse? Mutter: Nein. Kind: Andere Kinder sind auch gegangen. Mutter: Die andern Kinder sind Schleppsäcke; willst du auch einer sein?.span>

Andere kommen und gehn, es werden dir andre gefallen,
Selbst dem großen Talent drängt sich ein größeres nach.
Goethe (1749-1832), Euphrosyne.span>

Andere Krankheit, andere Arznei.
dk] Ny syger, ny liegedom.
la] Aliud est alio morbo remedium.span>

Andere Länder, andere Sitten.

Andere Länder, andere Sitten.
en] Other countries, other manners.
en] So many countries, so many customs.
fr] Autres pays, autres mours.
fr] Vérité en-deçà, erreur au-delà.
it] Paese che vai usanze che trovi.
la] Alia vita, alii mores.
ndt] Ander Land, andre Sitten.
sp] En cada pueblo su uso y en cada su costumbre.span>

Andere Länder, andere Sitten; andere Mädchen, andere Titten.
fr] Autres pays, autres moeurs.span>

Andere Leut gebrechen haben wir vor vns, die vnsern aufm rucken.

Andere Leut muss man nicht mit der Hausselen, sondern mit Krämer Elen messen.

Andere Leut' tragen auch Schälk in der Häut.

Andere Leute haben auch einen Kopf.
es] Necio es, quien piensa que otro no piensa.span>

Andere Leute haben auch Fäuste.
nl] Andere lieden hebben ook handen.span>

Andere Leute haben auch Hände.

Andere Leute haben auch Häute.
info] Sie sind auch empfindlich.span>

Andere Leute haben auch Nägel unter den Stiefeln.

Andere Leute haben auch Spieße und Schilder, Helme und Harnische.

Andere Leute kochen auch (nur) mit Wasser.
info] Auch wenn sie tun, als kochten sie alles in Rebensaft.span>

Andere Leute kochen auch mit Wasser.

Andere Leute sind auch keine Narren.
z] On dencke desholben nich, dass andre Leute Narren seyn; a mêent wul, ich bin ihm gerade gutt genug.span>

Andere Leute wollen auch leben.

Andere Leute, andere Fehler.
la] Aliud aliis vitii est.span>

Andere Leute, andere Sitten und Gebräuche.
ndt] Oeödar Lidj, öödar Wetten.
Nordfriesland.span>

Andere mögen darüber klagen, dass unsere Zeit böse sei; ich klage darüber, dass sie armselig ist. Es gibt keine Leidenschaft mehr. Die Gedanken der Menschen sind dünn und schwach wie ein Spitzengewebe, sie selbst erbärmliche Geschöpfe wie Spitzenklöpplerinnen. Ihre Gedanken sind zu elend, um sündhaft zu sein.
Sören Kierkegaard, Entweder-Oder.span>

Andere müssen Dich loben!
Sprüche Salomon 27, 2
info] Der Fremde lobe dich, und nicht Dein Mund, ein anderer, und nicht Deine Lippen!.span>

Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
en] There are plenty of other fish in the sea.span>

Andere nach seinem Kopf richten.
fr] Mesurer les autres à son ause.span>

Andere neidlos Erfolge erringen sehen, nach denen man selbst strebt, ist Größe.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen.span>

Ändere nicht deinen Stand, du habest denn einen bessern bei der Hand.
la] Maritimus cum sis, ne velis fieri terrestris.
la] Nil cito mutabis, donec meliora videbis.span>

Andere Pfeifen ziehen.
info] In dem Sinne wie: andere Saiten aufziehen.span>

Andere pflanzten, was ich essen soll - ich pflanze, was andere essen mögen.
Iran.span>

Andere richten ist leicht.

Andere Saiten aufziehen.
info] Andere, mildere oder ernstere Mittel anwenden, Maßregeln ergreifen.
fr] Changer de batterie.
fr] Changer de ton.
fr] Changer de gamme.
fr] Mettre de l'eau dans son vin.
ho] Hij strijkt eene andere snaar aan.span>

Andere sehen zu, er hat zugegriffen.

Andere sieht man in einem klaren Licht, sich selbst aber nicht.

Andere Städtchen, andere Mädchen.
v. Schlippenbach, in der Ferne (vertont von Friedr. Silcher).span>

Andere Tiere, andere Köder (Lockspeise).
info] Den einen gewinnt man durch Lob, den andern durch Geschenke.span>

Andere trösten macht kein Kopfwehe.
it] A buon confortatore non dolse mai il capo.span>

Andere Wälder, anderes Wild. Andere Büsche andere Pilze.

Andere Zeit, (zeugt) andere Leut.
dk] Anden tid giver andre folk.
fr] En temps et lieu on doibt tout faire.
sp] Tal el tiempo, tal el tiento. Don Quixote.span>

Andere zeit, andere freud.
bm] Jiné doby, jiné způvoby.
dä] Anden tid, anden fryd.
ho] Andere tijden, andere zeden.
ill] Druga doba, druge ćudi.
la] Alia vita, alia diaeta.span>

Andere Zeit, andere Lehre.
info] Eine Zeit hatte das Priestertum, eine andere das Fürstentum; jetzt arbeitet das Volkstum an der Lösung seiner Aufgabe.span>

Andere Zeit, andere Leut'.

Andere Zeit, andere Weise.
la] Tempora mutantur, nos et mutantur in illis.span>

Andere Zeit, anderes Geschmeid.
isl] Adhra tidh annadh smidh.span>

Andere Zeiten andere Sorgen!
Goethe (1749-1832), Benvenuto Cellini, Anhang.span>

Andere Zeiten, andere Gedanken.

Andere Zeiten, andere Lieder.
z] Andere Zeiten, andere Lieder! Heute bauen die Enkel jener Heiligen den Schweizern für gutes eidgenössisches Geld die Eisenbahn.span>

Andere Zeiten, andere Musen (o. Saiten, Städte).

Andere Zeiten, andere Sitten.

Andere Zeiten, andere Sitten.
en] Other times, other manners.
fr] Autre temps, autre mours.
it] Altri tempi, altri costumi.
it] I tempi mutano.
la] Alia vita, alii mores.
la] Mores secundum tempus.
la] Quae placuere prius, displicuisse solent.
sd] Andra tider, andra zeder.
sp] Otros tiempos, otros costumbres.span>

Andere Zeiten, andere Sorgen.
it] Altri tempi, altre cure.span>

Andere zu durchforschen ist schwer; aber man muss diese Kunst notwendig verstehen, sich selbst dagegen undurchdringlich machen. Dazu gehört das Dissimulieren, d. h. die Zurückhaltung seiner Fehler, und jener äußere Schein.
Kant, Über Pädagogik, Von der praktischen Erziehung.span>

Andere zu erkennen ist Weisheit, sich selbst zu erkennen ist Erleuchtung.

Anderen gefällt mehr das Unsere, uns das anderer.
la] Aliena nobis, nostra plus aliis placent.

Anderen gibt er weisen Rat, aber die Trauben isst er selber.
tü] Ele verir talkını, kendi yutar salkımı.span>

Anderen kannst du oft entkommen, dir selbst niemals.
la] Alios effugere saepe, te numquam potes.

Anderen verzeih alles, aber dir selbst nichts.
Estland.span>

Anderer (Leute) Fehler sind gute Lehrer. Estland

Anderer Fehler sind gute Lehrer.

Anderer Fehler sind unsere (o. gute) Lehrer.
la] Optimum est, aliena insania frui.span>

Anderer Gefahr sei dein Lehr'.

Anderer Gefähr sei deine Lehr'.
fr] Belle doctrine met en lui qui se châtoye par autrui.span>

Anderer Hände können nicht kratzen, wo es dich juckt.
Slowakei

Anderer Hände können nicht kratzen, wo es dich juckt.
Slowakei.span>

Anderer Himmel, ander Glück.

Anderer Hof, anderer Kwaß.
Estland.span>

Anderer Kopf, andere Gedanken.

Anderer Kreuz lehre dich das dein tragen.
dk] Andres kors lære dig at bære dit.
dä] Lær du af andres kors hvorledes du skal bære dit.span>

Anderer Leid tut uns nicht leid.

Anderer Leut Kühe haben allzeit die größten Euter.
la] Parvus semper tuus pullus.span>

Anderer Leut Torheit sey dein Weissheit.

Anderer Leut Unglück, der Landsknechte höchstes Glück.

Anderer Leute Bettdecke schützt mich nicht vor Kälte.
info] Es ist ein schlechter Trost, zu hören, dass andere etwas haben.span>

Anderer Leute Briefe, Beutel und Tisch soll man nicht ansehen.
info] Nicht die Augen in den Briefen, noch die Hände in den Taschen (anderer).
Italien.span>

Anderer Leute Brot schmeckt allzeit besser.

Anderer Leute Bücher sind schwierig zu lesen.
Niederlande.span>

Anderer Leute Eier haben zwei Eigelb.
Bulgarien

Anderer Leute Eier haben zwei Eigelb.
Bulgarien.span>

Anderer Leute Ernte abmähen.

Anderer Leute Esel dreht die Mühle am besten, der Priester aus der Ferne liest den Gottesdienst am besten.
China.span>

Anderer Leute Fehler sind die besten (o. gute) Lehrer.
sd] Andras feel lära bäst.
sd] Bäst lära aff annars skada.span>

Anderer Leute Fehler sind gute Lehrer.

Anderer Leute Geld ist auch kein Blei.

Anderer Leute Häuser löschen und das eigene brennen lassen.
z] Wir reden von disen, so ander leut fürdern und sich versaumen, oder so ander leut häuser löschen und lassen das jrig brennen.span>

Anderer Leute Höcker (Buckel) sehen wir besser als unsere eigenen.
la] Sed non videmus id manticae, quod in tergo est.span>

Anderer Leute Kreuz lehrt das eigene tragen.

Anderer Leute Kühe haben immer ein größeres Euter. Schweiz

Anderer Leute Kühe haben immer größere (o. ein größeres) Euter.
Schweiz
mhd] Frembd brot schmeckt wol.
en] The largest udders are found on other people's cows.
fr] Pain d'autrui réveille l'appétit.
ho] Vreemd brood smaakt wel.
it] Il pane degl' altri par sempre più saporito.
it] La moglie del compagno pare più bella.
la] Aliena nobis, nostra plus aliis placent.
la] Fertilior seges est alienis semper in agris, vicinumque pecus grandius uber habet.
la] Juvat inconcessa voluptas. Ovid
sp] La gallina del vecino más huevos pone que la mía.span>

Anderer Leute Kühe haben immer größere Euter.

Anderer Leute Sachen ordnen ist nicht ratsam.

Anderer Leute Schaden ist der Juristen und Ärzte Gewinn.

Anderer Leute Schmerzen tun nicht weh.
info] Aber desto mehr die eigenen.span>

Anderer Leute Sorge hängt man an den Nagel.

Anderer Leute Speck ist immer fetter.
info] Neid vergrößert.span>

Anderer Lob hat Rosenduft für uns, Selbstlob hat Kotgeruch für andere.
Russland.span>

Anderer Lüe Abend is âk noch nich ekômen.
info] Dem Schadenfrohen und Spötter ruft man zu: Anderer Leute Abend ist auch noch nicht gekommen, um ihm zu sagen, dass auch er vor Widerwärtigkeiten nicht sicher sei, dass auch ihm vor seinem Tode noch Ähnliches begegnen könne.span>

Anderer Meinung soll man hören und mit Verstand sich daran kehren.
bm] Přijímej cizí zdání, a drz se svĕho uznání.
pl] Kazdego zdanie przyjmuj, a swego się rozumu trzymaj.span>

Anderer Schaden auf sich laden, ist auf sich laden größern Schaden.

Anderer Stand, andere Sitten.
en] Honours change manners.
fr] Les honneurs changent les moeurs.
it] Chi muta lato, muta stato.
la] Honores mutant mores.
la] Permutant mores hominis, cum dantur honores.span>

Anderer Tag, andere Plag'. Innsbruck.span>

Anderer Torheit bemerkt man eher als die eigene.

Anderer Torheit bemerkt man eher als eigene.

Anderer Torheit sei deine Weisheit.

Anderer Übel sind uns nur ein Traum, wir bemerken sie kaum.
fr] Mal d'autrui n'est que songe.span>

Anderer Unglück ist für den Neidischen gut.

Anderer Unglück ist uns nur ein Traum.

Anderer Unglück warnet uns vor gleicher Tück.
bm] Cizi nestĕstí druhdy vhod.
bm] St'astný, kdoz cizí příhodou vystříhá se před svou skodou.
bm] St'astný jest ten, kdo cizím nestĕstim umí se kátí.
la] Aliena periclitatio, nostra emendatio.
pl] Cudze nieszezęście podczas gwoci.span>

Anderer Würde ist dem Neidischen eine Bürde.

Andererseits braucht eine neue, noch ungefestigte Gesellschaft das Wissen. Sie hat den dringendsten Bedarf an Menschen, die viel gelernt haben, innerlich feststehn, streng geprüft sind und ein für alle Male geistige Zucht halten.
Heinrich Mann, Geheime Schulen.span>

Andererseits ist aber, wie längst bekannt, jede Kunst ideal.
Kurt Badt, Kunsttheoretische Versuche.span>

Andererseits ist die Frau von Natur aus impulsiver als der Mann, sie reflektiert weniger als dieser, sie ist selbstloser, naiver, daher ist sie von größerer Leidenschaftlichkeit beherrscht, die sich in der wahrhaft heroischen Aufopferung, mit der sie für ihr Kind eintritt im schönsten Lichte zeigt.
August Bebel (1840-1913), Die Frau und der Sozialismus.span>

Andererseits ist echte Wissenschaft oft mit sehr unangenehmer, widerlicher Arbeit verbunden.
August Bebel (1840-1913), Die Frau und der Sozialismus.span>

Andererseits, sagte der Pfarrer, ist die Akustik jetzt besser.
[ASpW].span>

Anderes Brot hat sieben Rinden.
it] Il pane degli altri ha sette croste.span>

Anderes Brot ist sehr gesalzen.
it] Il pane degli altri è troppo salato.span>

Anderes ist Versprechen, anderes ist Geben (o. Halten).
fr] Autre est promettre, autre est donner (o. tenir).span>

Anderes Jahr, anderes Haar.

Anderes Leben - andere Lebensweise.
la] Alia vita alia diaeta.span>

Anderes lesen sich Knaben, anderes Männer, anderes Greise heraus.
la] Aliud legent pueri, aliud viri,aliud senes.Terenz, Grotius.span>

Anderes Sinnes werden.
info] Seine Meinung ändern, sein Vorhaben aufgeben.span>

Anderes werden Knaben lesen, anderes Männer, anderes Greise.
Terenz.span>

Anderland: Schwarzbeere, Eigenland: Erdbeere.
Finnland.span>

Anderleut Gut - anderleut Sorge.

Anderleut Gut ist groß (schön) Gut.
nl] Anderer goed behaagt ons 't meest.span>

Anderm die Netze flicken und seine eigenen zerrissen lassen.
Russland.span>

Andermann Geld macht keinen reich.
fr] Argent d'autrui nul n'enrichit.span>

Andermanns Gut gehört dir nicht.

Andern altert das Herz zuerst und anderen der Geist.
Und einige sind greis in der Jugend: aber spät jung erhält lang jung.
Friedr. Nietzsche, Also sprach Zarathustra.span>

Andern beim Essen zusehen, macht keinen satt.

Andern das Glück in die Hände spielen.
info] Wenn uns etwas nicht nach Wunsch gelingt, und ein anderer davon den von uns beabsichtigten Vorteil erhält. Vom Würfelspiel entlehnt, wenn man so wirft, dass man verliert und ein anderer gewinnt.span>

Andern die Federn vom Rocke klauben.

Andern die Schalen geben und sich den Dotter behalten.

< operone >