Deutsche Sprichwörter, Redensarten, Zitate 0679
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Die Deutschen an die Front! (The Germans to the front!)
Admiral Seymour, Befehl an Kapitän v. Usedom am 22. 6. 1900 bei dem Angriff auf das Fort Hsiku am Peiho

Die Deutschen berufen sich für ihren Primat auf ihre Philosophie und Wissenschaft und weisen darauf hin, wie sie die Wissenschaft in der ganzen Verwaltung, im Kriegswesen, in der Wirtschaft und im Handel in Anwendung zu bringen verstehen. Die deutsche Wissenschaft, das ist wahr, kann sich großer Erfolge rühmen, aber sie ist nicht frei, sie ist ein Bestandteil des offiziellen Systems; die deutschen Universitäten sind Kasernen des Geistes.
Masaryk, Das neue Europa

Die Deutschen bilden sich so viel auf ihre Bescheidenheit ein, das kommt mir vor, als wollte ein Hase mit seiner Furchtsamkeit prahlen.
Ludwig Börne, Aphorismen

Die Deutschen bringen von Italien gemeiniglich drei Übel mit nach Haus: den Beutel geleert, den Leib versehrt, das Gewissen entehrt.

Die Deutschen der neueren Zeit haben nichts anders für Denk- und Preßfreiheit gehalten, als dass sie sich einander öffentlich missachten dürfen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 973

Die Deutschen gehorchen so gern, wie sie gern Gehorsam fordern.
Sprüche der Weisen

Die Deutschen haben das Perpetuum mobile viel glücklicher ausgedacht als die Mathematici, sintemahl ihre Becher und Gläser niemahls stille stehen.

Die Deutschen haben den Verstand in den Händen.
Französisches Sprichwort im 16. Jahrhundert

Die Deutschen haben die Feierlichkeit des langsamen Verstandes.
Arthur Schnitzler, Aphorismen und Betrachtungen aus dem Nachlass

Die Deutschen haben die merkwürdige Angewohnheit, dass sie bei allem, was sie tun, sich auch etwas denken.
Heinrich Heine

Die Deutschen haben mehr Wissen im Kopf als Wort im Maul.
it] I Tedeschi intendono più che non sanno esprimere.

Die Deutschen haben so eine Art von Sonntagspoesie, eine Poesie, die ganz alltägliche Gestalten mit etwas besseren Worten bekleidet, wo denn auch die Kleider die Leute machen sollen.
Goethe, Riemer, 21.12.1811

Die Deutschen haben unter allen Nationen am meisten philosophiert, das kommt daher, sie haben am wenigsten gelebt.
Ludwig Börne

Die Deutschen haben von jeher die Art, dass sie es besser wissen wollen als der, dessen Handwerk es ist, dass sie es besser verstehen als der, der sein Leben damit zugebracht.
Goethe, Gespräche mit Riemer, 12.12.1812

Die Deutschen haben zuviel Geld zu Turnier, Kindertaufen, Spielen und Aufzügen, aber viel zu wenig, Krieg zu führen.
Moritz v. Oranien bei Weidner, Apophth.

Die Deutschen haben, ohne es zu wollen, nach den Anforderungen der Geistlichkeit ihre Bühne gebildet.
Goethe, Schriften zur Literatur - Deutsches Theater

Die Deutschen hängen nicht am Boden, sondern verpflanzen sich leicht allerwärts; als sind kosmopolitisch aus Temperament und hassen kein Volk, als höchstens zur Wiedervergeltung. Haben sie nicht viel Genie, so haben sie gute Urteilskraft, die Produkte desselben zu nutzen. Sie sind nicht blendend durch Neuigkeit, so sind sie tüchtig durch Stetigkeit. Sie sind gemacht, das Gute aller Nationen zu sammeln und zu vereinbaren, und nehmen alle gleich willig auf. Ein Völkerbund, der allgemein werden kann.
Kant, Reflexionen zur kritischen Philosophie

Die Deutschen hätten keine Phantasie?
Ein Satz, der sich selber zerstört.
Die Deutschen haben überall sie,
Wo sie nicht hingehört.
Grillparzer, Sprüche u. Epigramme

Die Deutschen hatten nunmehr genugsam historische Kenntnis von allen Dichtarten, worin sich die verschiedenen Nationen ausgezeichnet hatten. Von Gottsched war schon dieses Fächerwerk, welches eigentlich den inneren Begriff von Poesie zu Grunde richtet, in seiner Kritischen Dichtkunst ziemlich vollständig zusammengezimmert..
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,7

Die Deutschen heben hoch die Hand, doch fällt sie bald wieder in den Sand.

Die Deutschen können die Philisterei nicht loswerden. Da quengeln und streiten sie jetzt über verschiedene Distichen, die sich bei Schiller gedruckt finden und auch bei mir.
Eckermann, Gespräche mit Goethe, 16. 12. 1828

Die Deutschen können erst über Literatur urteilen, seitdem sie selbst eine Literatur haben.
Goethe, Maximen und Reflexionen 517

Die Deutschen kriegen mit Eisen, nicht mit Gold.

Die Deutschen lieben Rheinwein. Er wird in schlanke Flaschen gefüllt und für ein gutes Getränk gehalten. Von Essig unterscheidet er sich durch die Etikette.
Mark Twain

Die Deutschen lobt man nicht - aus gutem Grunde.
Lettland

Die Deutschen pflegen mit Eisen und nicht mit Gold zu kriegen, demjenigen, der bei ihnen Zuflucht sucht und sich auf Treu und Glauben in ihren Schutz und Schirm ergibt, ihr Obdach und Herberg nicht zu versagen, viel weniger denselbigen zu verachten oder seinen Feinden zu übergeben.
Kaiser Otto I. der Große bei Zinkgref, Apophth.

Die deutschen politischen Schriftsteller .., nicht an Geist fehlt es ihnen, aber an Mut.
Börne, Gesammelte Schriften, III: Kritiken: Aristokratismus

Die Deutschen sind als Volk ehrlich, fleißig und intelligent, auf ihrer sozialen und politischen Wohlfahrt beruht das wirtschaftliche Gedeihen von Großbritannien, Skandinavien, Russland und Italien, - wenn auch in geringerem Maße - das Frankreichs. Es ist unmöglich, ein solches Volk zu vernichten, es ist unmöglich, es von der Landkarte zu streichen, aber es ist möglich, es wirtschaftlich und sozial zu ruinieren. Wenn aber Deutschland ruiniert wird, so wird der größte Teil Europas ruiniert.
H. G. Wells, Die Hoffnung auf Frieden

Die Deutschen sind Buben mit Vernunft, drum freue sich keiner ihrer Zunft.

Die Deutschen sind die Bergleute des Gedankens: sie beuten in aller Stille die Reichtümer des menschlichen Intellekts aus.
Frau v. Staël, De l'Allemagne

Die Deutschen sind die Greise von Europa; die Engländer die Männer; die Franzosen die Kinder, und ich mag gerne mit Kindern spielen.
Voltaire, Die Prinzessin von Babylon

Die Deutschen sind ehrliche Leute.
Shakespeare, Die lustigen Weiber von Windsor, IV, 5 (Wirt)

Die Deutschen sind ein bildungsverletztes Volk, diese Verletztheit schafft die günstigsten Voraussetzungen für Demagogie, sie schafft Bildungsstände, Reserven, Gereiztheiten..
Heinrich Böll, Worte töten Worte heilen, 1964

Die Deutschen sind ein bildungsverletztes Volk, diese Verletztheit schafft die günstigsten Voraussetzungen für Demagogie, sie schafft Bildungsstände, Reserven, Gereiztheiten..
Sprüche der Weisen

Die Deutschen sind für mich unmöglich. Wenn ich mir eine Art Mensch ausdenke, die allen meinen Instinkten zuwiderläuft, so wird immer ein Deutscher daraus.
Friedr. Nietzsche, Ecce homo

Die Deutschen sind im Allgemeinen aufrichtig und bieder: Sie brechen nie ihr Wort, und Lug und Trug sind ihnen fremd. Wenn dieser Fehler sich jemals in Deutschland einbürgern sollte, so würde das nur als Folge des Bestrebens geschehen, die Ausländer nachzuahmen.
Germaine Baronin von Staël, Über Deutschland

Die Deutschen sind im Allgemeinen aufrichtig und bieder: Sie brechen nie ihr Wort, und Lug und Trug sind ihnen fremd. Wenn dieser Fehler sich jemals in Deutschland einbürgern sollte, so würde das nur als Folge des Bestrebens geschehen, die Ausländer nachzuahmen.
Germaine Baronin von Staël, Über Deutschland

Die Deutschen sind nicht national, aber auch nicht kosmopolitisch, die größten Deutschen; nur ihre Feinde haben ihnen den dummen Wahn, man müsse beschränkt sein, eingeimpft.
Nietzsche (Nachlaß), Unschuld des Werdens

Die Deutschen sind noch nichts, aber sie werden etwas.
Nietzsche (Aus R. Oehlers Nietzsche-Brevier)

Die Deutschen sind recht gute Leut',
Sind sie einzeln, sie bringen's weit;
Nun sind ihnen auch die größten Taten
Zum erstenmal im ganzen geraten.
Goethe, Gedichte: Politika

Die Deutschen sind Roms Gökelwaaren.
Luther

Die Deutschen sind schwer unter einen Hut zu bringen.

Die Deutschen sind sicherlich das einzige Volk auf Erden, das ein schlechtes Gewissen mehr genießt als eine schöne Frau.
Peter Zadek

Die Deutschen sind sicherlich das einzige Volk auf Erden, das ein schlechtes Gewissen mehr genießt als eine schöne Frau.
Peter Zadek

Die Deutschen sind übrigens wunderliche Leute! Sie machen sich durch ihre tiefen Gedanken und Ideen, die sie überall suchen und überall hineinlegen, das Leben schwerer als billig.
Goethe, Eckermann, 6.5.1827

Die Deutschen sind weder Rebellen noch Sklaven, sondern halten sinnend in der Mitte und warten auf eigene Kraft.
Jean Paul, Erste Pflicht der deutschen Fürsten gegen deutsche Völker

Die Deutschen sind wie die Läuse, die man auf dem Tische entzweiknackt, die Spanier wie die Filzläuse, die ungern weggehen, wo sie sind, die Italiener wie die Wanzen, wo sie einmal waren, hinterlassen sie den Geruch der Sodomiterei, des Verrats und Meuchelmords, die Franzosen wie die Flöhe, die nie an einem Platze bleiben können, sondern von einem Orte zum anderen springen.
Moritz von Nassau

Die Deutschen sind wiederkäuende Tiere.
Goethe, Riemer, 5.1.1814

Die Deutschen sollten in einem Zeitraume von dreißig Jahren das Wort Gemüt nicht aussprechen, dann würde nach und nach Gemüt sich wieder erzeugen, jetzt heißt es nur: Nachsicht mit Schwächen, eignen und fremden.
Goethe, Maximen und Reflexionen 340

Die Deutschen sollten in einem Zeitraume von dreißig Jahren das Wort Gemüt nicht aussprechen, dann würde nach und nach Gemüt sich wieder erzeugen; jetzt heißt es nur: Nachsicht mit Schwächen, eignen und fremden.
Goethe, Maximen und Reflexionen 340

Die Deutschen stehen im Ruf eines guten Charakters, nämlich dem der Ehrlichkeit und Häuslichkeit, Eigenschaften, die eben nicht zum Glänzen geeignet sind.
Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

Die Deutschen stehen im Ruf eines guten Charakters, nämlich dem der Ehrlichkeit und Häuslichkeit; Eigenschaften, die eben nicht zum Glänzen geeignet sind.
Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

Die Deutschen tragen in der Mehrzahl Rucksäcke oder Lodenanzüge und -mäntel, die Engländer Photoapparate, die Amerikaner erkennt man an den Schultern und die Tschechen daran, dass sie fast wie Deutsche aussehen und auffällig laut sprechen..
Capek, Italienische Briefe

Die Deutschen tragen Seide, die Bauern Leinenstoff.
Estland

Die Deutschen trinken des Abends den Wein und am Morgen die Hefen.

Die Deutschen unter ihrem grauen Himmel, mit ihrem hartnäckigen Winter haben sich ihr tägliches Brot in harter Arbeit verdienen müssen. Überfluss hatten sie nur an seelischen und geistigen Gütern. Diese sind aber mit der Arbeit eng verbunden, sie ist ja der Lebensatem des Volkes, es lebt nicht nur von, sondern in ihr, in ihr prägt es sich aus wie in der Kunst, in die sie übergeht.
Ricarda Huch, Deutschland, Landschaft und Baukunst

Die Deutschen unter ihrem grauen Himmel, mit ihrem hartnäckigen Winter haben sich ihr tägliches Brot in harter Arbeit verdienen müssen. Überfluss hatten sie nur an seelischen und geistigen Gütern. Diese sind aber mit der Arbeit eng verbunden; sie ist ja der Lebensatem des Volkes, es lebt nicht nur von, sondern in ihr, in ihr prägt es sich aus wie in der Kunst, in die sie übergeht.
Ricarda Huch, Deutschland, Landschaft und Baukunst

Die Deutschen unter ihrem grauen Himmel, mit ihrem hartnäckigen Winter haben sich ihr tägliches Brot in harter Arbeit verdienen müssen. Überfluß hatten sie nur an seelischen und geistigen Gütern. Diese sind aber mit der Arbeit eng verbunden; sie ist ja der Lebensatem des Volkes, es lebt nicht nur von, sondern in ihr, in ihr prägt es sich aus wie in der Kunst, in die sie übergeht.
Ricarda Huch (1864 - 1947)

Die deutschen Walen lachen über einen Zahn.
i] Schalkslachen.

Die Deutschen waren von den älteren Zeiten her an den Reim gewöhnt, er brachte den Vorteil, dass man auf eine sehr naive Weise verfahren und fast nur die Silben zählen durfte. Achtete man bei fortschreitender Bildung mehr oder weniger instinktmäßig auch auf Sinn und Bedeutung der Silben, so verdiente man Lob, welches sich manche Dichter anzueignen wußten. Der Reim zeigte den Abschluß des poetischen Satzes, bei kürzeren Zeilen waren sogar die kleineren Einschnitte merklich, und ein natürlich wohlgebildetes Ohr sorgte für Abwechslung und Anmut.
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV, 18

Die Deutschen werden bald so klug sein, wie wir.
Litauen
lit] Sztay, Wokaitys jàu taip iszmannas, kaip Lietuwiniks.

Die Deutschen wie die Juden lassen sich wohl unterdrücken, aber nicht vertilgen. Sie lassen sich nicht entmutigen und bleiben stark geeint, selbst wenn es ihnen beschieden wäre, kein Vaterland mehr zu besitzen.
Goethe, zu Reinhard, 1807

Die Deutschen wissen nicht leicht, wie sie etwas Ungewohntes zu nehmen haben, und das Höhere geht oft ihnen vorüber, ohne dass sie es gewahr werden.
Eckermann, Gespräche mit Goethe. 30. 3.1831

Die Deutschen wissen zu berichtigen,
Aber sie verstehen nicht, nachzuhelfen.
Goethe, Sprüche in Reimen: Sprichwörtlich

Die Deutschen wollen die Welt verbessern. Die Österreicher begnügen sich damit, sie mies zu finden.
Ernst Starikowski

Die Deutschen wollen die Welt verbessern. Die Österreicher begnügen sich damit, sie mies zu finden.
Ernst Starikowski

Die Deutschen, denen es am leichtesten fällt, zu schreiben, wie sie sprechen, die sich fremden Klängen, Quantitäten und Akzenten nicht ungern gleichstellen..
Goethe, Divan - Noten und Abhandlungen - Revision

Die Deutschen, die verdammten, würden verhungern,. wenn es keine Bauern gäbe.
Estland

Die Deutschen, und sie nicht allein, besitzen die Gabe, die Wissenschaften unzugänglich zu machen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 589

Die Deutschen.. gehen jeder seinem Kopfe nach, jeder sucht sich selber genug zu tun; er fragt nicht nach dem anderen.
Eckermann, Gespräche mit Goethe, 6. 4.1829

Die Diagnose erschreckt mehr als die Krankheit.
it] La diagnosi spaventa più della malattia.

Die Diagnose erschreckt mehr als die Krankheit.
it] La diagnosi spaventa più della malattia.

Die Dialektik ist die Ausbildung des Widersprechungsgeistes, welcher dem Menschen gegeben, damit er den Unterschied der Dinge erkennen lerne.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1202

Die Diamanten haben ihren Preis, aber der gute Rat hat keinen.

Die Diät ist die beste Apotheke.
dk] Afhold er en lægedom for sundhed og et langt levnet.

Die Dichter brauchen Abstand, brauchen Zeit und Stille. Erst wenn das mächtige, hinreißende, brodelnde Leben sich im Kessel ihrer Ruhe geläutert hat, kann es zum unsterblichen Gesicht werden.
O. M. Graf, Reise nach Sowjetrußland 1934

Die Dichter bringen ihre Gemächte durch die Finger zur Welt.

Die Dichter haben eine derart dürftige Palette, dass sie sich an die Ungenauigkeit und an die konventionellen Vergleiche gewöhnen.
Sully Prudhomme, Intimes Tagebuch

Die Dichter haben keinen Grund, uns die Liebe als blind zu schildern; man muss ihr die Binde von den Augen nehmen und diesen hinfort den Genuss gestatten.
Pascal, Pensées

Die Dichter sagen uns von einem Speer,
Der eine Wunde, die er selbst geschlagen,
Durch freundliche Berührung heilen konnte.
Es hat des Menschen Zunge diese Kraft..
Goethe, Tasso A IV Sz 4 (Tasso) Vs 2576f.

Die Dichter schreiben für die Dichter wie die Geologen für die Geologen.
Sully Prudhomme, Gedanken

Die Dichter sind gegen ihre Erlebnisse schamlos: sie beuten sie aus.
Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 4, Sprüche und Zwischenspiele

Die Dichter sollten nicht auf der Ebene der großen Menge stehen, sondern die höchsten Gedanken haben, welche ihrer Zeit erreichbar sind.
Paul Ernst, Der Weg zur Form

Die Dichter wollen entweder belehren oder unterhalten oder beides, Angenehmes wie Nützliches für das Leben bieten. Halte deine Empfehlungen kurz, damit der Geist gelehrig das Gesagte rasch erfaßt und getreulich festhält.
la] Aut prodesse volunt aut delectare poetae,
aut simul et iucunda et idonea dicere vitae.
Quidquid praecipies, esto brevis, ut cito dicta
percipiant animi dociles teneantque fideles.

Die Dichter wollen entweder nützen oder erfreuen.
Horaz, Von der Dichtkunst

Die Dichter, insofern auch sie das Leben der Menschen erleichtern wollen, wenden den Bick entweder von der mühseligen Gegenwart ab oder verhelfen der Gegenwart durch ein Licht, das sie von der Vergangenheit her strahlen machen, zu neuen Farben.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Die Dichterei verhält sich ohngefähr wie der Wein. Die meiste Nachfrage darnach ist immer da, wo er nicht mehr wächst.
Merck, An den Herausgeber des 'Teutschen Merkurs'

Die Dichtkunst gleicht dem Baumharz, das entquillt,
Wo's Nahrung hat.
Shakespeare, Timon von Athen, I, 1 (Dichter)

Die Dichtkunst ist die Erinnerung und die Ahnung der Dinge: was sie feiert, ist noch nicht tot; was sie singt, lebt schon.
Lamartine, Girondisten: Vorwort

Die Dichtkunst ist die Freundin der Einsamkeit: die Quellen spenden ihr Unterhaltung, die Auen Trost, die Bäume Erquickung und die Blumen Freude. Und jeder, der mit ihr zusammenkommt, geht beglückt und belehrt von dannen.
Cervantes, Die kleine Zigeunerin

Die Dichtkunst ist eine redende Malerei, die Malerei aber eine stumme Dichtkunst.
Plutarch, Wie ein Jüngling die Dichter lesen soll

Die Dichtkunst muss man behandeln wie ein kostbares Schmuckstück, das sein Besitzer auch nicht jeden Tag trägt und es immerzu und allen Leuten zeigt, sondern nur dann, wenn es sich ziemt und bei passender Gelegenheit.
Cervantes, Die kleine Zigeunerin

Die Dichtkunst scheint dem Verstand aller derer gefährlich zu sein, die nicht im Besitze des Gegenmittels sind, nämlich der Erkenntnis der wirklichen Welt.
Plato, Staat

Die Dichtkunst sei ein Wagen, meint ihr wohl,
den man auf breitem Weg nur vorwärtsbringt?
Ein Adler ist sie, der im freien Flug
sich hoch in nie erreichte Höhen schwingt.
Petöfi, An die Nachahmer

Die Dichtkunst verlangt im Subjekt, das sie ausüben soll, eine gewisse gutmütige, ins Reale verliebte Beschränktheit, hinter welcher das Absolute verborgen liegt. Die Forderungen von oben herein zerstören jenen unschuldigen produktiven Zustand und setzen, für lauter Poesie, an die Stelle der Poesie etwas, das nun ein für allemal nicht Poesie ist.
Goethe, An Schiller, 3./4.4.1801

Die Dichtkunst, die Tochter der Einbildung, war die erste Philosophie.
Du Marsais/D'Holbach, Essay über die Vorurteile

Die Dichtung allein erhebt die Sprache aus dem Bereich profanen Gebrauches zum künstlerischen Maßstab, sie entsteht ja erst aus der Synthese von Stoff und Form. Jede andere Kunstart findet die Mittel zur Gestaltung von Ewigkeit her unberührt und unentweiht vor. Aber die Wörter und Wendungen, aus denen das Abendlied von Claudius gefügt wurden, sind alltäglich in jeder Bierstube zu hören.
Sprüche der Weisen

Die Dichtung des organisierten Heimwehs ist durchaus epigonenhaft, sie gleicht kitschigen Geschenkartikeln, die man sich mitnimmt, weil es nun einmal so Brauch ist.
Becher, Das poetische Prinzip

Die Dichtung ist auf Das Recht nicht ebengut zu sprechen - nicht nur, weil so viele Dichter entlaufene Jünger der Rechtsschule sind. Das Recht, das starrste unter den Kulturgebilden, und die Kunst, die wandlungsfähigste Ausdrucksform des wandelbaren Zeitgeistes, leben in einer natürlichen Feindschaft.
Radbruch

Die Dichtung ist mehr als ein Traum ? In der Dichtung ist die Leichtigkeit und Verspottung der Realität vollkommen.
Döblin, Der Bau des epischen Werks

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