Deutsche Sprichwörter, Redensarten, Zitate 0665
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Die Angst hat große Augen - und Mikrophone statt Ohren.
Petan

Die Angst hat gute Augen.
Spanien

Die Angst hatte mir die Hufe zu Flügeln gemacht.
la] Timor ungulas mihi alas fecerat.

Die Angst ist eine Zange, die fast jedem Menschen den Mund öffnet.
Sprüche der Weisen

Die Angst ist unerträglicher als der Schmerz, die Angst schärft die Empfindungen, während der Schmerz sie abstumpft.
Sprüche der Weisen

Die Angst kann die Unsterblichkeit nicht schaffen. Sie ist nicht so produktiv, einen solchen Gedanken hervorzubringen.
Sprüche der Weisen

Die Angst macht Mut.
Italien

Die Angst sieht die Gefahr durch ein Vergrößerungsglas.
Sprüche der Weisen

Die Angst verhindert nicht das Sterben.

Die Angst vor dem Tod ist eine unbestreitbare Tatsache. Aber ebenso unbestreitbar ist, dass diese Angst, und mag sie noch so groß sein, noch nie stark genug war, um die Leidenschaft der Menschen einzudämmen.
Albert Camus

Die Angst vor der Langeweile ist die einzige Entschuldigung für die Arbeit.
Anton P. Tschechow, Notizbücher

Die Angst vor der Verbindung, dem Hinüberfließen. Dann bin ich nicht mehr allein.
Franz Kafka, Tagebücher 1913

Die Angst vor einer Gefahr kann manchmal die größte der Gefahren sein.
Tommasèo

Die Angst wird sich immer Götzen schaffen.
Honoré de Balzac

Die Angst zittert mit im Triumph.
Walter Hilsbecher

Die Angst zittert mit im Triumph.
Walter Hilsbecher

Die Ängste bezeichnen die Grenzmarken unserer Persönlichkeit.
Kurt Guggenheim

Die Angstläuse beißen ihn, der Feind ist nicht weit.

Die Anhänger eines großen Mannes pflegen sich zu blenden, um sein Lob besser singen zu können.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Die Anker lichten.
i] Sich zur Abreise anschicken. Die Taue, womit das Schiff an das Ufer befestigt ist, lösen
la] Ancoras tollere.

Die Anklage hat nach allgemeinem Verständnis fallen lassen, wer die Absicht dazu völlig aufgegeben, nicht wer sie nur aufgeschoben hat. [RSpW]
la] Destitisse accipimus, qui in totum animum deposuit, non qui distulit accusationem.

Die Anklage hat offenbar fallengelassen, wer den Prozeß nicht nur verschoben, sondern ihn völlig aufgegeben hat. [RSpW]
la] Destitisse autem is videtur, non qui distulit, sed qui liti renuntiavit in totum.

Die Anklage hat offenbar fallengelassen, wer innerhalb einer vom Präsidenten festgelegten Frist seinen Angeklagten nicht gerichtlich verfolgt hat. [RSpW]
la] Destitisse videtur, qui intra praefinitum accusationis a praeside tempus reum suum non peregit.

Die Anklage hören viele, aber die Verteidigung (o. die Rechtfertigung) wenige.

Die Anklage hören viele, die Rechtfertigung wenige.

Die Ankunft der Ehefrau ist der Beginn der Nachkommenschaft.
Hindi, Indien

Die Anlage des Menschengeschlechtes bestimmt es dazu, in Gesellschaft zu leben.
Saint-Simon, Katechismus der Industriellen

Die Anlage, das Höhere aufzunehmen, ist sehr selten, und man tut daher im gewöhnlichen Leben immer wohl, solche Dinge für sich zu behalten und davon nur so viel hervorzukehren, als nötig ist, um gegen die anderen in einiger Avantage zu sein.
Goethe, Eckermann, 18.3.1831

Die Anlässe zur Magie überhaupt finden wir bei allen Völkern rund in allen Zeiten. Je beschränkter der Erkenntniskreis, je dringender das Bedürfnis, je höher das Ahndungsvertnögen, je froher das poetische Talent, desto mehr Elemente entspringen dem Menschen, jene wunderbare, unzusammenhängende, nur durch ein geistiges Band zu verknüpfende Kunst wünschenswert zu machen.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 4. Abt. Porta

Die Anmaßung einer Autorität, anderen Vorschriften zu machen, und ein Übereifer, ihre Meinungen zu regeln, ist ein beständiger Begleiter dieser schiefen Richtung und Verderbnis unserer Urteile.
Locke, Über den menschlichen Verstand

Die Anmaßung ist ein unfreundlich-schroffes Verhalten, im Gespräch.
Theophrast, Charaktere

Die Anmut der Frau entzückt ihren Mann, ihre Klugheit erfrischt seine Glieder.
Altes Testament, Jesus Sirach 26,13

Die Anmut gibt der Weisheit die Stärke,
Die Anmut gibt der Weisheit Glanz.
Friedrich von Bodenstedt, Mirza Schaffy

Die Anmut ist dem Belieben unterworfen: Die Schönheit ist gültiger und weniger abhängig von Geschmack und Meinung.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Die Anmut ist die Geschmeidigkeit der Form.
Sully Prudhomme, Gedanken

Die Anmut ist ein Widerschein der Liebe auf dem Grunde der Reinheit.
fr] La grâce est un reflet d'amour sur un fond de pureté.
Jules Michelet, Die Frau (1859)

Die Anmut Josephs.
jüdisch-deutsch] Der Cheen von Joßef.

Die Anmut macht unwiderstehlich ..
Goethe, Faust II A II, Am untern Peneios (Chiron) Vs 7404

Die Anmut nutzt sich nicht ab wie die Schönheit. Sie hat Leben, sie erneuert sich ohne Unterlass, und eine rechtschaffene Frau mit Anmut gefällt nach einer dreißigjährigen Ehe ihrem Mann noch genauso wie am ersten Tag.
Jean-Jacques Rousseau, Émile

Die Anmut steht der Schönheit bei,
Baß als Gestein dem Golde tut.
mhd] Diu liebe stêt der schoene bî
Baz danne gesteine dem golde tuot.
Walter v. d. Vogelweide (um 1170-1230)

Die Anmut verliert ihren Wert nicht so schnell wie die Schönheit, denn sie erneuert sich unaufhörlich. Nach einer 30-jährigen Ehe gefällt eine rechtschaffene Frau voller Anmut ihrem Manne noch ebenso gut wie am ersten Tag.
Jean-Jacques Rousseau

Die Annahme also, dass Kritik einen pädagogischen Sinn für den haben könnte, ist lediglich eine Annahme. Solchen Glauben an die erzieherische Wirkung der Zeitung heucheln, ihren Richtern zu gefallen, nur die Schauspieler.
Polgar, Sinn der Buchkritik

Die Annehmlichkeit und die Leichtfertigkeit eines auf die mechanischen Beschäftigungen beschränkten Daseins ersticken die Knospe gerechter Auflehnung.
Sully Prudhomme, Intimes Tagebuch

Die Anpassung ist ein eigenes Lehrfach, der Intelligentere bringt es darin weiter, der Widerstrebende ist ein Problem der Ärzte und Psychologen.
Brecht, Briefe an einen erwachsenen Amerikaner

Die Anschauung ist das Fundament der Erkenntnis.
Johann Heinrich Pestalozzi, Wie Gertrud ihre Kinder lehrt

Die Anschauung könnte eine physiologische und eine pathologische sein. Erstere macht den Naturforscher, letztere den Arzt ..
Goethe, an Knebel, 21. Febr. 1821

Die Anschauung von einem Glück, welches in einem Verharren, in einem bestimmten Zustande bestände, ist an sich falsch.
Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen

Die Anschläge der Narren gehn für sich wie Hühner scharren.

Die Anschläge der Zimmerleute halten am längsten.

Die Anschläge weiser Leute sind nicht stets von Eichenholz.

Die Anschlege werden zu nichte, wa nicht Rath ist, wa aber vil Rathgeber seind, bestehen sy.

Die Ansicht des Intelligenten ist mehr wert als die Gewißheit des Unwissenden.
Arabien

Die Ansicht eines Weisen
Und den Rat eines Greisen
Soll man nicht von sich weisen.

Die Ansicht eurer Städte schmerzt das Auge des roten Mannes.
Seattle, Die Rede dies Indianerhäuptlings Seattle

Die Ansicht, dass es immer noch besser sei, wenn die Menge den Ausschlag gebe als die Minderzahl der Vornehmsten, scheint sich als Lösung zu ergeben und lässt sich bis auf einen gewissen Grad verteidigen, enthält vielleicht sogar etwas Wahres. Die Menge nämlich, in der zwar jeder Einzelne kein tüchtiger Mann ist, kann doch in ihrer Gesamtheit etwas Besseres sein als jene, nicht der Einzelne in ihr, sondern alle zusammen, wie etwa ein Mahl, zu dem viele Leute Beiträge geleistet haben, besser ausfällt als eines, das auf Kosten eines Einzigen zugerichtet wird. Denn, da es viele sind, so kann jeder einen Teil an Tüchtigkeit und Klugheit besitzen, und die Menge kann, wenn sie zusammengetreten ist, gewissermaßen einen einzigen Menschen bilden mit vielen Armen und Beinen und einem vielfachen Wahrnehmungsvermögen, und ähnlich verhält es sich mit den Charaktereigenschaften und dem Denken.
Aristoteles, Politik

Die Ansichten der Menschen sind viel zu mannigfaltig, als dass sie selbst durch die vernünftigsten Vorstellungen auf einen Punkt versammelt werden können.
Goethe, Die Wahlverwandtschaften, 1,3

Die Ansichten der Weisen sind ungefähr die gleichen.
China

Die Ansichten ihres Mannes haben auf sie abgefärbt
en] the opinions of her husband have rubbed off on her
fr] les idées de son mari ont déteint sur elle
it] le idee di sua marito l'hanno influenzata

Die anständigen Menschen sind immer dazu da, sich von den Snobs die Meinung sagen und außer Fassung bringen zu lassen.
George Bernhard Shaw

Die Anständigkeit der Frauen ist oft nur die Liebe für ihren Ruf und ihre Ruhe.
La Rochefoucauld, Réflexions morales

Die Anstrengung fordert die Besten.
Lucius Annaeus Seneca, Von der Vorsehung

Die Anstrengung fordert die Besten.
Lucius Annaeus Seneca, Von der Vorsehung

Die Anteilnahme der Nebenmenschen an unserem Schicksal ist Schadenfreude, Zudringlichkeit und Besserwisserei in wechselndem Gemisch.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Die Antike gehört zur Natur und zwar, wenn sie anspricht, zur natürlichsten Natur ..
Goethe, Maximen und Reflexionen 1103

Die Antilope hat kein Junges, das nicht rennen kann.
Afrika, Haussa

Die Antilope liebt den Menschen, der sie aus der Fanggrube holte.

Die Antithese ist die enge Pforte, durch welche sich am liebsten der Irrtum zur Wahrheit schleicht.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Die Antithese ist die enge Pforte, durch welche sich am liebsten der Irrtum zur Wahrheit schleicht.
Friedrich Nietzsche

Die Antwort an Narren ist Schweigen.
Arabien

Die Antwort auf die Kongreßfrage 'Ist der Mensch meßbar?' lautet: ein bisschen, mit vielen Maßen.
Ludwig Marcuse

Die Antwort auf eine Frage bei Tag oder bei Nacht - das sind zwei Antworten.
Sprüche der Weisen

Die Antwort aus der Scheiden nemmen.

Die Antwort passt, weiter, sagt Goethe.
z] Die Schauspieler in Weimar hatten stets die erforderliche Zeit zum Einstudieren ihrer Rolle. Bei der ersten Theaterprobe zur Zenobia musste Unzelmann, einer der fleißigsten Künstler und sogar Liebling Goethes, seine Rolle lesen. Da rief Goethe aus seiner Loge: 'Ich bin nicht gewohnt, dass man seine Aufgabe ablieset, der Tag hat vierundzwanzig Stunden, die Nacht mit eingerechnet.' Unzelmann trat bis an das Proscenium vor und sagte: 'Euer Excellenz haben recht, der Tag hat vierundzwanzig Stunden, aber meine Frau liegt seit mehreren Tagen krank darnieder, deshalb hab' ich nicht zum Lernen kommen können, und so gut wie der Staatsmann und Dichter bedarf auch der arme Schauspieler der Nachtruhe!' Goethe rief mit kräftiger Stimme: 'Die Antwort passt, weiter!'
Genast, Tagebuch eines alten Schauspielers

Die Anwandlungen der geschlechtlichen Wollust erzeugen eine Verwirrung der Gedanken oder eher eine Abwesenheit der Gedanken. Die ganze Weit verdunkelt sich: man verliert sein Verhältnis zur Welt.
Tolstoj, Über die Ehe

Die Anwandlungen der Leidenschaft sind das Glatteis der Klugheit, und hier liegt die Gefahr, sich ins Verderben zu stürzen.
Baltasar Gracián y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Die Anwendung mechanischer Prinzipien auf organische Naturen hat uns auf die Vollkommenheit der lebendigen Wesen nur desto aufmerksamer gemacht, und man dürfte beinah sagen, dass die organischen Naturen nur desto vollkommener werden, je weniger die mechanischen Prinzipien bei denselben anwendbar sind.
Goethe, Zur Physiologie der Pflanzen - Betrachtung über Morphologie überhaupt

Die Anzahl der Dummheiten, die ein intelligenter Mensch im Lauf eines Tages sagen kann, ist unglaublich.
André Gide

Die Apartheid ist der Inbegriff des Rassismus, der Unterdrückung und der Unmenschlichkeit aller vorangegangenen weißen Herrschaftsregime.
Nelson Mandela

Die Äpfel schmecken süß, wenn der Wächter nicht dabei ist.

Die Äpfel sind noch nicht zeitig, die man im Herbst brechen soll.

Die Äpfel wern von Lorenzi (10.8.) g'salzen, von Barth'Imä (24.8.) g'schmalzen.
hdt] Die frühreifsten Apfelsorten erhalten um den Lorenzitag die Säure und um den Bartholomäustag die Milde.

Die Apfelsinen verderben, was soll man mit den sauern Orangen anfangen.
i] Kann ich das Bessere haben, so will ich das Schlechtere nicht

Die Aphorismen - was sind sie eigentlich in der gemischten Gesellschaft der literarischen Produkte? Wohl die Nervösen, Blasierten, Süffisanten. Nervös in der hastigen Weise, in der sie sich geben, blasiert durch den halblauten Ton, in dem sie gehalten sind, süffisant insofern sie konstatieren, dass irgend etwas, das sie eben bemerken, schon hundertmal dagewesen ist.
Arthur Schnitzler

Die Aphrodite ist nicht mehr den Greisen hold.
Euripides, Fragmente

Die Apokalypse ein Damoklesschwert. Die Gläubigen warten nur auf den Fall.
[ASpW]

Die Apostelpferde anspannen.
i] So sagt der Holsteiner für: per pedes Apostolorum, sich auf die Beine machen, gleich den Aposteln
dä]At bruge Apostlernes hest eller vogn.
fr] Le cheval des capucins.
ho] Hij moet vertrekken per pedes apostolorum.

Die Apotheke ist eine teure Küche.
dk] Det er dyr sundhet som man henter af apotheket.

Die Apotheke öffnet einen geschlossenen Hintern.

Die Apotheker rechnen teuer und speisen übel.

Die Apotheker sind die größten Wucherer, sie geben eine Purgation für einen Gulden und nehmen die Wirkung nicht für einen Pfennig.

Die Apotheker wollen zu den Ärzten gezählt sein.

Die appellatio vom neuen wein zum alten hat billig statt, so noch davon im Fass ist.

Die appenzeller Straßen sind so schmal, dass eine Kuh mit zwei Hörnern nicht durchkommen kann.

Die Arbeit .. ist nicht mehr eine Verrichtung des Lebens, nicht mehr eine Anpassung des Leibes und der Seele an die Naturkräfte, sondern weitaus eine fremde Verrichtung zum Zweck des Lebens, eine Anpassung des Leibes und der Seele an den Mechanismus.
Walter Rathenau

Die Arbeit als Außenminister wäre sehr schön, wenn es das Inland nicht gäbe.
Sprüche der Weisen

Die Arbeit ändern ist so gut wie ausruhn.
Irland

Die Arbeit auf dem Rücken trägt den Lohn, wie man zu sagen pflegt.

Die Arbeit bekommt immer mehr als gutes Gewissen auf ihre Seite: der Hang zur Freude nennt sich bereits 'Bedürfnis der Erholung' und fängt an, sich vor sich selber zu schämen. 'Man ist es seiner Gesundheit schuldig', so redet man, wenn man auf einer Landpartie ertappt wird.
Nietzsche, Fröhliche Wissenschaft

Die Arbeit by den jungen Kind, nüt anders dann halb g'schlafen sind.

Die Arbeit der faulen Frau bleibt ungemacht, aber die Arbeit der Frau mit einem Kind bleibt nicht ungemacht.
Estland

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