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Der Zornige hat alle Sinne bis auf fünf.

Der Zornige hat fünf Fehler, dem Klugen fehlt es an nichts.
Estland

Der Zornige wird gezüchtigt.
Estland

Der zu gierige Falke reisst sich selbst die Klauen ab.
Japan

Der zu Hause bleibt und der Party-Tiger sind gleich kontaktarm.
Ludwig Marcuse, Argumente und Rezepte

Der zu kluge Mann verwundet sein Auge an einem Balken.
Türkei

Der zu meiner Heimsuchung bestellte Teufel ist immer gegenwärtig und quält mich.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1896)

Der zu schaffen will haben, kauf ein auhr (halt' sich eine Hur'), nem ein Weib oder schlage ein Pfaffen.

Der zu sehr eilet, kompt gern zu spat.

Der zu seinem Beruf Begabte und Geborene ist immer eine erfreuliche und seltene Erscheinung...
Hesse, Notizen zum Thema Dichtung und Kritik

Der zu stark gespannte Bogen zerbricht.
la] Arcus nimium intensus rumpitur.

Der Zucker behält seinen rechten Geschmack, ob er weiß oder schwarz ist.
Türkei

Der Zucker sei weiß oder schwarz, er schmeckt immer süß.
Türkei
en] Whether sugar be white or black, it preserves its proper taste.

Der zuerst den Harnisch antut, der würd für den stercksten gehalten.

Der zuerst gewann, verlor endlich Mehl und Sack.

Der zuerst gewann, wird zuletzt ein armer Mann.

Der Zufall - das heißt diese oder jene natürliche Ursache, die wir nicht kennen und die wir aus Scham über diesen Mangel an Kenntnis Zufall nennen.
Multatuli, Woutertje Pieterse

Der Zufall ist das vereinzelte Faktum.
Kuno Fischer, System der Logik und Metaphysik oder Wissenschaftslehre

Der Zufall ist der einzig legitime Herrscher des Universums. Napoleon L

Der Zufall ist der einzige rechtmäßige König des Weltalls.
fr] Le hasard est le seul roi légitime dans l'univers.
Napoleon I., Maximen und Gedanken

Der Zufall ist der Herr aller Erfinder.
Helvetius, Vom Menschen

Der Zufall ist die in Schleier gehüllte Notwendigkeit.
M. v. Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Der Zufall ist ein Rätsel, welches das Schicksal dem Menschen aufgibt.
Hebbel, Tagebücher, 1841

Der Zufall ist Gottes Deckname, wenn Gott sich nicht zu erkennen geben will.
Anatole France

Der Zufall kann große Dinge tun.

Der Zufall, das ist der Name, mit dem man die Verdienste des anderen bezeichnet.
Fliegende Blätter

Der Zufriedene hat immer genug.

Der zufriedene Mensch ist selbst in Armut glücklich,
der reiche Mensch ist selbst in Reichtum traurig.

Der zufriedene Mensch, wenn auch arm, ist glücklich, der unzufriedene Menschen, wenn auch reich, ist traurig.

Der zufrüe dem Lehrmeister ist ausgetretten, der ist vff ein Wagen zu kurz und vff ein Karch zu lang.

Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme.
Ich bin die Seine. Sein Geschenk allein
Ist dieses neue Leben, das ich lebe.
[.] Ich fühle
Die Kraft mit meinem Glücke mir verliehn.
Ernst liegt das Leben vor der ernsten Seele.
Schiller, Piccolomini, III, 8 (Thekla)

Der Zug ist bereits abgefahren!
fr] Il ne faut pas louper le coche. (Man darf die Postkutsche nicht verpassen)

Der Zug nach dem Westen.
Titel eines Romans von Paul Lindau, 1886 erschienen

Der zügellose Luxus zerstört sich selbst, erschöpft seine Quellen und legt seine Kanäle trocken.
Diderot, Luxus

Der Zugeschlossne schließt alle zu, und der Offne öffnet, vorzüglich, wenn Superiorität in beiden ist.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 12.4.1782

Der Zuhörer muss mehr Verstand haben als der Sprecher.
Türkei

Der Zuhörer Tränen sind des Predigers Ruhm.

Der Zukunft die Wahrheit, die Liebe, alle menschlichen Tugenden, die Selbstachtung opfern, heißt, die Zukunft selbst opfern.
Romain Rolland, Ein Spiel von Tod und Liebe, Jêrôme

Der Zukunft Odem weht aus des Vergangnen Gruft.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Der zum ersten gewann, ward zuletzt ein armer (Bettel-)Mann.
it] Qui seguita il giuoco al fin impoverisce.

Der zum Heller gemünzt ist, der kommt zu keinem Batzen.
la] Qui placide sortem ferre scit, ille sapit.

Der zunächst geboren ist, ist der nächste Erbe zu nehmen.
ndt] Sve negest is geboren de is negest erp up to nemende. In Lappenberg's Hamburger Stadtrecht

Der zur Tätigkeit geborne Mensch übernimmt sich an Planen und überladet sich mit Arbeiten.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III, 11

Der Zuschauer ist ein großer Held.
Afghanistan (Paschtu)

Der Zustand der gesamten menschlichen Moral lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen: We ought to. But we don't.
Tucholsky

Der Zustand der Unwissenheit ist ein Zustand der Furcht und der Not, in dem wir so anfällig sind, dass uns alles zu einer Gefahr wird.
Rousseau, Letzte Antwort an Bordes

Der Zustand des Gleichgewichts ist nur auf dem gespannten Seil schön, auf dem Boden sitzend hat er nichts Glorreiches mehr.
André Gide

Der Zustand des Menschen: Unbeständigkeit, Langeweile, Unruhe.
Pascal, Gedanken

Der Zustand des modernen Europa ist die Anarchie plus einen Gendarmen.
Th. Carlyle

Der Zustand des Schreibenden teilt sich dem wahren Leser sogleich völlig mit.
Goethe, An J. F. Rochlitz, 22.4.1822

Der Zustrom von Gästen zerstört die Gastfreundschaft.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Der zutiefst befriedigte Mensch ist der, dessen Geist auf die angenehmste Weise beschäftigt ist und dessen Seele am häufigsten den höchstmöglichen Grad an Tätigkeit besitzt.
Du Marsais/Holbach, Essay über die Vorurteile

Der Zwang schimpft und macht aus mutigen, fleißigen und lebhaften Bürgern eine träge, verzagte und kriechende Herde.
Möser, Patriotische Phantasien

Der Zweck aller Erziehung ist, tugendhafte, verständige und gesunde Kinder zu erziehen.
Georg Christoph Lichtenberg, Aphorismen

Der Zweck bei der Feier großer Männer ist, sich vertraut zu machen mit großen Gedanken, zu verbannen, was zerknirscht, was den Aufschwung lähmt.
Goethe, Schriften zur Literatur - La Gloire de Frédéric

Der Zweck deines Lebens sei Vervollkommnung im Guten. Gut ist alles, was zur Gesundheit deines eignen Körpers und Geistes wie jener anderer Menschen beiträgt.
Platen, Lebensregeln

Der Zweck der Arbeit soll das Gemeinwohl sein.
Alfred Krupp

Der Zweck der Aufstände aber ist Gewinn und Ehre oder ihr Gegenteil.
Aristoteles, Politik

Der Zweck der Fristung des Lebens trieb das Vermögen hervor - ohne Vermögen keine gesicherte Zukunft des Lebens; der Zweck beider zusammen treibt zum Recht - ohne Recht keine Sicherung des Lebens und Vermögens.
Iherlng, Der Zweck im Recht

Der Zweck der Konskription kann nur sein, jeden Untertan zu der Überzeugung zu bringen, dass, wenn das Vaterland in Gefahr ist, jeder zu dessen Verteidigung verpflichtet ist. Denn wenn diese Überzeugung bei jedem Untertan lebendig ist, wird es keines Zwanges zum Militärdienst mehr bedürfen...
Scharnhorst, Bericht über den Sinn der allgemeinen Wehrpflicht, 1. 7. 1809

Der Zweck der Maske ist Enthüllung, der Sinn der Maske ist Religion.
Leonhard, Aeonen des Fegefeuers

Der Zweck der wahren Religion soll sein, die Grundsätze der Sittlichkeit tief in die Seele einzudrücken.
Leibniz

Der Zweck der Wirtschaft ist nur aus der sozialen Funktion der Wirtschaft deduzierbar. Und diese Funktion kann nur unter dem Gesichtspunkt 'von der sittlichen Würde des Menschen' betrachtet werden.
Anton Tautscher, Geschichte der Volkswirtschaftslehre

Der Zweck des Erdenlebens der Menschheit ist der, dass sie in demselben alle ihre Verhältnisse mit Freiheit nach der Vernunft einrichten.
Johann Gottlieb Fichte, Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters

Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst.
Goethe, An J. H. Meyer, 8. 2. 1796

Der Zweck heiligt die Mittel.
Jesuitengrundsatz, Kern der Moraltheologie, 1650 / Machiavelli
en] The end justifies the means.
fr] La fin justifie les moyens.
it] Il fine giustifica i mezzi.
la] Finis sanctificat media.
la] Honestantur media ex causa finali.

Der Zweck ist der Schöpfer des ganzen Rechts.
Ihering

Der Zweck ist edel und schön, einer ganzen großen Nation das Gefühl des Schönen und Reinen auch an unbelebten Formen mitzuteilen...
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1821

Der Zweck jeder politischen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und ewigen Menschenrechte. Diese sind: Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung.
Lafayette, Erklärung der Menschenrechte

Der Zweck scheinheiligt die Mittel.
Fliegende Blätter

Der Zweck, Kinder zu erzeugen und zu erziehen, mag immer ein Zweck der Natur sein, zu welchem sie die Neigung der Geschlechter gegeneinander einpflanzte, aber dass der Mensch, der sich verehelicht, diesen Zweck sich vorsetzen müsse, wird zur Rechtmäßigkeit dieser seiner Verbindung nicht erfordert, denn sonst würde, wenn das Kinderzeugen aufhört, die Ehe sich zugleich von selbst auflösen.
Immanuel Kant, Die Metaphysik der Sitten

Der Zweifel an Dingen, deren Erkenntnis für uns wichtig ist, ist für den menschlichen Geist ein zu quälender Zustand, er kann das nicht lange aushalten, er entscheidet sich so oder so, wohl oder übel; lieber will er sich täuschen, als nichts glauben.
Rousseau, Emile

Der Zweifel ist das Wartezimmer der Erkenntnis.
Eleonore Rozanek

Der Zweifel ist der Schatten eines Menschen im Dunkel.
Japan

Der Zweifel ist eigentlich der ständige Begleiter der Festigkeit.
Heinrich Mann , Gestaltung und Lehre

Der Zweifel ist ein Falk' mit scharfen Klauen.
Geibel, Juniuslieder: Herbstblätter

Der Zweifel ist menschlichen Wissens Grenze,
Die nur der blinde Glaube überschreitet.
Chamisso, Faust (Böser Geist)

Der Zweifel ist's, der Gutes böse macht.
Bedenke nicht; gewähre, wie du's fühlst.
Goethe, Iphigenie A V Sz 3 (Iphigenie) Vs 1991

Der Zweifel macht höflich. Man will nicht immer recht haben, und man achtet die Schwächen anderer.

Der Zweifel zeugt den Zweifel an sich selbst,
Und einmal Ehrfurcht in sich selbst gespalten,
Lebt sie als Ehrfurcht nur noch und als Furcht.
Grillparzer, Ein Bruderzwist in Habsburg, III, 1 (Kaiser Rudolf)

Der Zweig dünkt sich klüger als der Baum.

Der Zweig ist selten besser als der Stamm.
Dänemark

Der zweite Mann geht auf des ersten Habe aus.
Estland

Der zweite Schlag ist oft mehr wert als der erste.
ho] De tweede slag is dijkwijils meer waard dan de eerste.

Der zweite Schlag schmerzt mehr, wenn er auf dieselbe Stelle trifft.
i] Wenn zwei gleichartige Übel, z.B. zwei Krankheiten u.s.w. aufeinander folgen, so steigert dies die Empfindlichkeit.

Der Zwerg bleibt immerdar ein Zwerg
Und stünd er auf dem höchsten Berg.

Der Zwerg ist so gut ein Mann wie der Riese.

Der Zwerg selbst findet, sei er noch so klein,
Den Kleinren, dem er mächtig imponiert.
Byron, Don Juan

Der Zwerg, überall wo er sich erhebt, bleibt immer Zwerg.
i] Dumme Menschen bleiben immer dumm, auch wenn sie in hohe Stellen gelangen und große Ehren genießen.

Der Zwiebelhändler kennt sich mit Schalotten aus.
fr] Marchand d'oignons se connaît en ciboules.

Der Zwischenhändler bekommt einen Laib Weißbrot, nachher hundert Teufel.
Estland

Der Zwist von heute, sei er, wie er sei,
Ist beizulegen; doch das sichert uns
Nicht für die Zukunft, für den Morgen nicht.
Goethe, Tasso A III Sz 2 (Leonore) Vs 1712

Der Zyniker ist ein Mensch, der auf die, die über ihm stehen, verächtlich herabblickt.
Unbekannt

Der Zynismus, der sich häufig unter der gebildeten männlichen wie weiblichen Jugend Europas findet, ist ein Mischergebnis aus gewohnter Lebensbequemlichkeit und Machtlosigkeit. Machtlosigkeit gibt die Empfindung, dass sich nichts lohnt, getan zu werden, und der moderne Komfort sorgt dann dafür; dass das Schmerzliche dieser Empfindung bis zur Erträglichkeit gemildert wird.
Bertrand Russell, The Conquest of Happiness

Der, an dessen Kopf wir eine Kokosnuß aufbrechen würden, steht niemals still.
Nigeria

Der, auf den Allah einen Pfeil geschossen hat, kann ihm nicht entgehen.
Senegal

Der, den das Glück freundlich ansicht, kann d' freund recht vnderscheiden nicht, sobald es sich aber wendt, werden die wahren freund erkent.
la] Tempore foelici non cognoscuntur amici: Sorte patet misera, quae sit dilectio uera.

Der, den man fängt, hat auch seine Haut.

Der, den sein Schuh drückt, denkt, die Welt ist zu eng.
Irland

Der, der alles hat, was er wünscht, weint, wenn andere lachen.
Schweden

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