< Sprichwörter >

Der Mann soll zu allen Tagen im Haus die Hosen tragen.

Der Mann stirbt nur seinem Weibe, das Weib nur ihrem Gatten.

Der Mann stirbt, aber das Amt bleibt.

Der Mann stirbt, das Wort bleibt.
Estland

Der Mann sucht in der Frau das Andere als Natur und als seinesgleichen. Doch man weiß, welche ambivalenten Gefühle die Natur im Mann erregt. Er beutet sie aus, aber sie drückt ihn nieder, er wird aus ihr geboren und stirbt in ihr, sie ist der Ursprung seines Seins und das Reich, das er seinem Willen unterwirft.
Sprüche der Weisen

Der Mann sucht sich durch die Ekstase aus seiner Einsamkeit herauszureißen: Das ist der Zweck der Mysterien, Orgien, Bacchanale.
Sprüche der Weisen

Der Mann tanzt nach der Frau Pfeife.
Estland

Der Mann taub und die Frau stumm gibt die besten Ehen.

Der Mann taub und die Frau stumm, gibt die besten Ehen.

Der Mann taub, die Frau stumm, gibt die besten Ehen rundum.

Der Mann traf seine Frau im Ehebruch, 'Freund', rief sie ihm entgegen, ich wollte mich bloß überzeugen, dass du in allen Dingen einzig bist.
Hebbel, Tagebücher, Wien, 21. 9.1846

Der Mann trägt die Jahre in den Knochen, die Frau im Gesicht.

Der Mann trinkt und der Mann bringt.
Estland

Der Mann und der Bär - je hässlicher, desto schöner.
es] El hombre y el oso - cuanto más feo más hermoso.

Der Mann und der Hund, die müssen hinaus; die Katz' und die Frau, die bleiben zu Haus.

Der Mann und Frau im Haus seind spiegel ihres Gsindes.

Der Mann unserer Tage hat keine Zeit zu lieben, und heiratet die Frau, ohne sie zu kennen, ohne von ihr gekannt zu sein. Dies sind zwei kennzeichnende Züge der modernen Ehe.
Zola, Wie man heiratet

Der Mann verbeißet die Wunde und erliegt an der Narbe - das Weib bekämpft den Kummer selten und überlebt ihn doch.
Jean Paul, Leben des Quintus Fixlein

Der Mann verflucht die Frau, die Frau verflucht das Kind.
Estland

Der Mann verhindert der Frau die Ehe.
[RSpW]
la] Uir uxori sue dicitur maritagium impedire. Leges Normannorum

Der Mann verlangt den Mann, er würde sich einen zweiten erschaffen, wenn es keinen gäbe: eine Frau könnte eine Ewigkeit leben, ohne daran zu denken, sich ihresgleichen hervorzubringen.
Goethe (1749-1832), Wahlverwandtschaften II,7

Der Mann verläßt das Haus für Geschäfte, die Frau, um gesehen zu werden.
Finnland

Der Mann verrichtet eines Mannes Arbeit und führt eines Mannes Gespräch.
Estland

Der Mann vertritt die jeweilige geschichtliche Situation, die Frau vertritt die Generation.
Gertrud von Le Fort, Die Frau in der Zeit

Der Mann verurteilt nicht billig einen Dieb, der selbst ein Dieb ist.
info] Der Richter soll fleckenlos vor der öffentlichen Meinung dastehen.

Der Mann von Genie hat keinen Stand, ist über alle Stände erhaben.
Joh. von Müller

Der Mann von Genie ist also nur das Produkt der Verhältnisse, in denen sich dieser Mann befunden hat.
Helvetius, Vom Geist

Der Mann von Talent, der sein Vaterland liebt, sucht selbst das Auge seines Chefs und bewirbt sich um die Stelle, die er zu verdienen sich bewusst ist.
Schiller, Der Parasit III, 9 (Narbonne)

Der Mann war bloß berühmt gewesen,
Weil Stümper ihn gelobt, eh Kenner ihn gelesen.
Gellert, Der unsterbliche Autor

Der Mann wärd besser, wenn a alt wird, ons Weib wärd bisser (böser).

Der Mann weiß, die Frau weiß besser.

Der Mann wertet die Lust nach der Stärke; die Frau nach der Tiefe und der Tor nach der Dauer.
Fliegende Blätter

Der Mann will haben für seinen Leib ein junges und gesundes Weib.
bm] Muz miluje zenu zdravou, a bratr sestra bohatou.

Der Mann will zugleich, dass die Frau Tier und Pflanze ist und dass sie sich hinter einer künstlich hergestellten Hülle versteckt.
Sprüche der Weisen

Der Mann wird am Verstand gemessen.
Estland

Der Mann wird bei seinen Gesellen erkannt.
la] A bonis disces bona; et malis te immiscens mentem amittes.

Der Mann wird es weitbringen, denn er glaubt das, was er sagt.
Mirabeau, Über Robespierre

Der Mann wird reich, dem die Frauen übel geraten und die Immen (Bienen) wohl.

Der Mann wird reich, dem die Frauen übel geraten und die Immen wohl.

Der mann wird siech von bösen gsellen, darumb soltu zu frommen stellen.
la] Per prauum socium, uir uenit in uicium.

Der Mann wohnt, wo er Weib und Ofen hat.

Der Mann zerbricht die Häfen*15, die Frau die Schüsseln.

Der Mann zerbricht die Häfen, die Frau die Schüsseln.

Der Mann zerbricht die Häfen, die Frau die Schüsseln.
info] Wenn ein paar Eheleute gemeinschaftlich an der Zugrunderichtung ihres Hauswesens arbeiten.

Der Mann zu Hause ist ein wilder Bär im Walde, die Frau zu Hause ist ein Pfannkuchen voll Honig.
Russland

Der Mann, dem du zürnest, muss deines Zornes wert sein.

Der Mann, den die Schlange gebissen hat, fürchtet die Eidechse.
Estland

Der Mann, den kein Hunger plagt, sagt von der Kokosnuß, dass sie eine harte Schale hat.

Der Mann, der auf dem Pferd sitzt, ist der geschickteste Reiter.
Haussa, Afrika
info] Besitz ist alles.

Der Mann, der auf seine Frau etwas kommen lässt, schneidet sich selbst in die Nase.

Der Mann, der behauptet, über alles Bescheid zu wissen, heiratet seine eigene Mutter.

Der Mann, der das Geldproblem löst, hat für die Menschheit mehr getan als die Feldherren aller Zeiten.
Henry Ford (1863 - 1947)

Der Mann, der das Pferd behütet, behütet auch die Frau.
Estland

Der Mann, der das Wenn und das Aber erdacht,
Hat sicher aus Häckerling Gold schon gemacht.
Bürger, Balladen: Der Kaiser und der Abt

Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.
China

Der Mann, der den Erfolg verachtet, ist unwürdig ihn zu haben.

Der Mann, der den Rand des Altars küsst, küsst nicht immer seine eigene Frau.

Der Mann, der die Abstufungen der Lust geschickt zu erkennen, sie zu entwickeln, ihnen einen neuen Stil, einen originalen Ausdruck zu verleihen weiß, hat das Zeug zu einem genialen Ehemann.
Honoré de Balzae, Die Physiologie der Ehe

Der Mann, der einen guten Schwiegersohn bekam, hat einen Sohn gefunden, aber wer einen schlechten fand, verlor eine Tochter.
Frankreich

Der Mann, der erst ein Schelm geworden wird nie bieder;
Aus Wein wird Essig leicht, nie Wein aus Essig wieder.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Der Mann, der flieht, wird wiederum kämpfen.
Altgriechisch

Der Mann, der geschickt spricht, führt das Pferd davon.
Albanien

Der Mann, der Glück hat, hat als erstes Kind eine Tochter.
Portugal

Der Mann, der im Altertum sagte, er fühle sich den Jahren dankbar verpflichtet, weil sie ihn von der Sinnenlust befreit hätten, war anderer Ansicht als ich: Die Impotenz begrüße ich sicher nie, auch wenn sie mir noch so gesund ist.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Der Mann, der immer nach seiner Überzeugung handelt, ohne sich darum zu bekümmern, was andere von ihm denken, ist in meinen Augen ein großer Mann.
Karamsin, Reise durch die Schweiz

Der Mann, der läuft, ist der, der fällt.
Irland

Der Mann, der mager ist, aber nicht vom Hunger, ist härter als Messing.
Arabien

Der Mann, der nicht Musik hat in sich selbst,
Den nicht die Eintracht süßer Töne rührt,
Taugt zu Verrat, zu Räuberei und Tücken.
Die Regung seines Sinns ist dumm wie Nacht,
Sein Trachten düster wie der Erebus.
Trau keinem solchen!
Shakespeare (1564-1616), Der Kaufmann v. Venedig, I, 1 (Lorenzo)

Der Mann, der nichts weiß, bezweifelt nichts.

Der Mann, der nur ein Auge hat, und der, der nur eine Frau hat, gehen im selben Augenblick zugrunde.
Arabien

Der Mann, der sein Pferd schlägt, schlägt auch seine Frau.
Livland, Lettland

Der Mann, der sich nach einem unruhigen Leben sehnt, der nehme sich eine Frau oder kaufe sich ein Schiff.
Estland

Der Mann, der vorbereitet ist, hat die Schlacht schon halb gewonnen.
Spanien

Der Mann, der wegläuft, wird wieder kämpfen.
Neugriechisch

Der Mann, der zwei Frauen hat, ist ein Dienstmann.
Kurdistan

Der Mann, der zwischen zwei Mahlzeiten mit der Hand hundert Pfähle zuspitzt, kann sich eine Frau nehmen.
Estland

Der Mann, so Meister im Haus ist, soll das Osterlied anheben, predigte der Mönch am Ostertage.
info] Als kein Mann anzufangen sich getraute, fing der Pater an.

Der Mann, welcher alle Begierden fahren lässt und ohne Verlangen dahinwandelt, ohne Ichbewusstsein und ohne Selbstsucht, der erlangt den Frieden.
Mahâbhârata

Der Mann, welcher mit Weibern streiten will, muss eine geläufige Zunge haben.

Der Mann
Steht seinen Ruhm.
Sein Ruhm ist bloß sein Schatten.
Lessing, Nathan der Weise, III, 9 (Nathan)

Der Männer Ehr ist auch der Frauen Ehre, der Frauen Schand ist auch der Männer Schande.

Der Männer Ehre ist auch der Frauen Ehre; der Weiber Schande ist auch der Männer Schande.
info] Von der Gemeinschaft unter Ehegatten in Ansehung der Ehre. Die Frau hat an dem Range, dem Titel u.s.w. des Mannes teil; sowie es dem Mann wiederum mit zum Schimpf gereicht, wenn seiner Frau etwas Schimpfliches begegnet; daher der Mann schon seiner eigenen Ehre wegen die gekränkte Ehre seiner Gattin zu wahren verpflichtet ist.

Der Männer Freude ist es, die Alte zu begraben und eine Neue zu nehmen.
Estland

Der Männer Schwüre sind der Frauen Verräter.
Shakespeare (1564-1616), Cymbeline, III, 4 (Imogen)

Der Männer Schwüre sind der Fraun Verräter.
Shakespeare (1564-1616), Cymbeline (Imogen)

Der Männer Weisheit sitzt in ihrem ganzen Körper, der Weiber Weisheit nur in ihrem Mittelpunkt.

Der männliche Hund beisst ja nie den weiblichen.

Der Mantel der Unwahrheit ist überall durchlöchert, je mehr man auf einer Seite ihn zur Bedeckung ausspannt, desto mehr lässt er auf der anderen unverhofft alle Blöße sehen.
Goethe (1749-1832), Aus den Rechtsanwaltseingaben, 3.2.1772

Der Mantel des Mädchens lässt die Nachbarsfrauen tuscheln.
info] 1. Sie ist auf der Straße, was sich nicht gehört, 2. Sie könnte unter dem Mantel schwanger sein

Der Mantel dient als Reisekleid sowohl zur Sommers- als zur Winterszeit.
it] Nè di state nè d' inverno non andar senza mantello.

Der Mantel ist des, den er deckt, die Welt ist des, der sie genießt.
en] The gowne is his what weares it, and the world his that enjoyes it.

Der Mantel ist des, den er deckt; die Welt des, der ihrer genießt.

Der Mantel ist ganz neu, nur die Löcher sind alt.
Russland

Der Mantel macht keinen Philosophen.

Der Mantel muss größer sein als der Rock.
en] Cut your cloak according to your cloth.

Der Mantel passt mir nicht.
nl] Die mantel past mij best.

Der Manx-Mann ist erst weise am Tag nach dem Fest.
Insel Man

Der Marder braucht keine Leiter zum Taubenschlage.

Der Marder brütet keine Eier.

Der Marder frisst wohl Eier, aber er legt keine.

Der Marder hält sein Nest rein.

Der Marder würgte die Tauben, damit sie vom Fuchs nicht gefressen würden.
Russland

Der Marderin rock kleidet manig falsch herz.

Der Margaretentag (13.7.) ist ein wässriger Tag.
Estland

Der Marientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) bringt den Mittmorgen (= die Pause in der Arbeit zum Frühstück) und die Roggengarbe nimmt den Mittmorgen.
Estland

Der Mark lehrt (sagts) einem wohl, wie er sein Wahr geben soll.

Der Markt blüht, die Krämer pfeifen (singen).
nl] De markt is over het hoogst, de kramers (oder koeboers) fluiten.

Der Markt der Liederlichkeit ist immer offen.

Der Markt gehört dem, der bezahlt.

Der Markt hat ein Ende.

Der markt hat es nit besser geben.

Der Markt hat kein Gewissen.
nl] Geene conscientie in de negotie.

Der Markt ist der einzig demokratische Richter, den es überhaupt in der modernen Wirtschaft gibt.
Erhard

Der Markt ist ein Garten mit allerhand Früchten und Gewächsen.
en] The market is the best garden.
en] Cheapside is the best garden.

Der Markt ist ein von Menschen betriebenes Naturereignis.
Fliegende Blätter

Der Markt ist noch nicht verlaufen.

Der Markt ist um so besser, je mehr Schafe dort sind.
fr] La foire sera bonne, les marchands s'assemblent.

Der Markt läuft auf Hochtouren (o. ist in vollem Gange)
en] the market is in full swing
fr] le marché bat son plein
it] il mercato è in pieno corso

Der Markt lehrt dich's, nicht der Tempel.

Der Markt lehrt dich's, nicht der Tempel.
info] Ein selbständiges Urteil wird am besten im geschäftlichen Verkehr gewonnen.

Der Markt lehrt kaufen.

Der Markt lehrt kramen (o. kaufen).

Der Markt lernt kroma.
Württemberg
info] Es lassen sich nicht für alle Fälle Vorschriften geben; die Umstände erfordern ein selbständiges Urteil; sie müssen oft erst zeigen, was in dem gegebenen Fall zu tun ist.
z] Der Markt wird einem wohl lernen kaufen. Luther
dä] Markedet lærer os kiöbet.
la] Consilium nobis resque locusque dabunt. Ovid
la] Gladiator in arena consilium capit. Seneca
la] Ipsa re experiere prope forum.
la] Res publica virum docet.
sd] Marknan larer kiöpet.
sd] Ondt sittia hemma och giöra kiöpet.span>

Der Markt muss den Kauf setzen.

Der Markt setzt den Preis.
nl] De markt leert den prijs berammen.
ho] Die markt zal 't u wel leeren.
ho] Die markt zal u den kop wel zetten.

Der Markt will seine Krämer, die Kirmes ihre Gäste.
nl] De kermis moet zijne gasten, en de mark zijne kooplieden hebben.

Der markt wird dichs wohl lernen.

Der Markt wird gekehrt und die Lauben bleiben.
info] Wo Ordnung und Reinlichkeit nur da erhalten werden, wo es in die Augen fällt, während da, wo es weniger bemerkt wird, das Gegenteil herrscht. Das Fegen des Marktes ist an gewissen Tagen polizeilich geboten, die Reinhaltung der Lauben und des Platzes vor dem eigenen Hause ist mehr dem Anstandsgefühl der Hausbesitzer überlassen.

Der Markt wird gemeiniglich gut, der sich langsam anlässt.

Der Markt wird immer gut, auf den man Toren schicken tut.

Der Marmor ist ein seltsames Material, deswegen ist Apoll von Belvedere im Urbilde so grenzenlos erfreulich, denn der höchste Hauch des lebendigen, jünglingsfreien, ewig jungen Wesens verschwindet gleich im besten Gipsabguß.
Goethe (1749-1832), Italienische Reise I, 25.12.1786

Der Marmorblock nennt den Bildhauer seinen Bruder.

Der marschierende Spießer ist der lächerliche Wurmfortsatz einer untergehenden Klasse. Die Bataillone einer anderen sind schon unterwegs.
Victor, Über den marschierenden Spießer, 1931

Der Marti (10.11.) will syn Esel heue.
Solothurn
info] Schönes Wetter am Martinstag soll einen schönen Nachsommer verkünden.

Der Martin kommt auf dem Schimmel geritten.
info] Wird von den Landleuten meist auf den ersten um die Zeit des 11. November eintretenden Schneefall bezogen. Aber abgesehen davon liegt dem Spruch ein viel bedeutsamerer und weit tieferer Sinn zu Grunde. Auf Sankt-Martin, dem milden wohltätigen Reitersmann mit dem großen Mantel, sind nämlich vom deutschen Volke mehrere volkstümliche Begriffe und Anschauungen übertragen worden, die meist in heidnischer Zeit dem göttlichen Schimmelreiter Wuotan galten. Er trat in der ältern Volksanschauung völlig an die Stelle dieses Gottes, und in zahlreichen Sagen erscheint er als wundertätiger Helfer, bald in Gestalt des Schimmelreiters mit langem Mantel und Speer, bald in der eines Viehhirten mit langem Mantel und Stab, ganz wie in ältern Überlieferungen der heidnische Gott.

Der Martinssommer währt nicht lange.

Der Martinstag (10.9.) und der Michaelstag (29.9.) sind Brüder und der Katharinentag (25. XI) ist ihre Schwester.
Estland

Der Marxismus beschränkt sich keineswegs nur auf die Kampfformen, die im gegebenen Augenblick allein möglich sind und angewandt werden, sondern hält es für unvermeidlich, dass bei Änderung der jeweiligen sozialen Situation neue, in der gegebenen Periode unbekannte Kampfformen aufkommen.
Lenin, Der Partisanenkrieg

Der Marxismus kennt keine unveränderlichen Schlußfolgerungen und Definitionen, die für sämtliche Epochen verbindlich wären.
Lenin

Der Marxismus setzt an die Stelle jeglichen Nationalismus den Internationalismus, die Verschmelzung aller Nationen zu einer höheren Einheit, die vor unseren Augen wächst mit jedem Eisenbahnkilometer, mit jedem internationalen Trust, mit jedem.. Arbeiterverband.
Lenin, Kritische Bemerkungen zur nationalen Frage

Der März - hat Gift im Sterz.

Der März am Schwanz, der April ganz, der Mai neu halten selten treu.

Der März bricht der Kuh das Herz.

Der März ein schantz, der April gantz, der Mai neu halten selten trew.

Der März gantz (am Schwantz), der April am Schwantz (gantz), der May neu, halten selten trew.
Luther

Der März greift dem Winter ans Herz.

Der März hack ihn kommt an, wie ein Löwe und geht fort wie ein Lamm.
England
en] March, hack him, comes in like a lion, goes out like a lamb.

Der März hat eilff Brüder, welche den Schülern und den Totengräbern auch ihr Brod gönnen.

Der März hat Gift im Sterz.
nl] De maand Maart heeft venijn in den staart.

Der März hat neun Farben.
Venetien

Der März hat nicht einen Tag wie den anderen.
Toskana

Der März hat seinem Vater einen Mantel gekauft, ihn aber nach drei Tagen wieder versetzt.
Mailand

Der März hat seiner Mutter einen Pelz geschenkt, ihn aber nach drei Tagen wieder verkauft.
Venetien

Der März hat viel Wetter.
England

Der März ist ein Maultier (mulo) oder uneheliches Kind. Schon als er zur Welt kam, weinte er nur mit einem Auge und lachte mit dem anderen; und als die Mutter ihm die Brust gab, schrie sie laut auf: 'Märzchen, du machst mir ja die Brust gefrieren, und mein Blut zu Eis gerinnen.' 'Mama', entgegnete Märzchen, 'lege mich an die andere Brust.' Die Mutter hatte es kaum getan, so schrie sie von neuem: 'Märzchen, du verbrennst mich ja', nahm ihn von der Brust weg und legte ihn in die Wiege. Einige Tage später sprach die Mutter: 'Märzchen, mache klares Wetter, dass deine Windeln trocknen.' Und er machte so schönes Wetter, dass die Bäume ausschlugen und die Blumen hervorsprossten. Aber plötzlich trübte sich der Himmel, eine Flut von Regen und Hagel kam herab, der Fluss schwoll an und spülte die Mutter samt ihrem Wäschkorb hinweg.
Kalabrien

Der März ist ein Narr.
it] Marzo, pazzo.

Der März ist närrisch.
Szilien
info] Marzu, pazzu

Der März ist ohne Treu.
Toskana

Der März kämpft, der April fängt schon an zu wärmen.
Estland

Der März kennt keine Treue, bald weint er, bald lacht er.
Basken

Der März kriegt manchen beim Sterz; was der März nicht will, nimmt der April.
info] Von den häufigern Sterbefällen in diesen Monaten, die in dem Übergange von der kalten zur warmen Jahreszeit ihren Grund haben.

Der März kriegt olle Lüde beim Sterz.

Der März kriet (kriegt) en Pfluck bein Sterz, der April hält en widder still.
Dessau
info] Schapherderus Kalender (Rostock 1523) sagt vom März: 'Ick byn genömet de Mertze vnde grype den ploch by dem stertze.' Colerus Calendarium (Wittenberg 1592-1606): 'Vom Mertzen sagen die alten Bawren: der Mertz helt den Pflug beym Stertz (d.i. man ackert in dem Monat) danach kömpt der Aprill und hellt ihn wiederum still (durch sein unbeständig Wetter).'

Der März muss zwölf gute Tage haben.

Der März nimmt alte Leute beim Sterz.
it] Martu marzozu (März, der schändliche)

Der März rührt den Sterz, der April tut, was er will.
nl] Maart roert zijn' staart; maar April doet, wat hij will.

Der März sagt: Pawr, lass scherffen dein Pflugscharn, auf, auf, ist Zeit zu Acker fahren.
Görlitz

Der März schött de Stääz, der Aprell deit, watte well.
Köln

Der März schüttelt den Sterz.

Der März soll komme es wie ein Wolf und gehen wie ein Lamm.
Luzern
info] Mit harter Witterung beginnen und mit milder enden.

Der März soll wie ein Wolf kommen und wie ein Lamm gehen.

Der März taut den Schnee und schickt ihn fort.
Estland

Der März treibt seinen Scherz.
info] Weil bei gelindem Winter der Frost im März sehr häufig nachzukommen pflegt.

Der März versteht keinen Scherz.
pl] Marzec bierze narzecz.

Der März versteht seine Sachen.
pl] Marzec zna się na rzecz.

Der März will seine Streiche spielen.
Basken

Der März zu Anfang oder zu End' seine Gifte send't.
info] Der März hat nach der Anschauung des Volks den schlechtesten Ruf in der Welt.

Der März, der ist ein Nickelskind, jetzt regnet es, jetzt schneit's, bald ist es schön, bald Wind Basken

Der März
Nimmt alte Leute beim Sterz.

Der März
Schüttelt den Sterz.

Der Märze spart de Kerze.
Luzern

Der Märzmonat keinen Tag wie den anderen hat.
it] Marzo non ha un di come l' altro.

Der Märzwind bringt die Alten ins Grab.
Sardinien

Der Mäßige wird öfters kalt genannt
Von Menschen, die sich warm vor anderen glauben,
Weil sie die Hitze fliegend überfällt.
Goethe (1749-1832), Tasso A II Sz 3 (Antonio) Vs 1223f.

Der Mäßigung kommt das Lob nicht zu, dass sie den Ehrgeiz bekämpfe und überwinde. Beide kommen niemals zusammen vor, Mäßigung ist Schlaffheit und Trägheit der Seele, Ehrgeiz dagegen deren Lebhaftigkeit und Glut.
La Rochefoucauld, Reflexionen

Der Maßstab, den wir an die Dinge legen, ist das Maß unseres eigenen Geistes.
Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Der Mässtkripes (Mistkrebs) dôcht sich gâd äm Käbesch.
Siebenbürgen/Sachsen

Der Mast rechnet sich auch unter die Bäume.

Der Masur wird blind geboren.
info] Wegen seines dunkeln Augensterns sagen die anderen Stämme, er komme blind zur Welt, und machen sich gern über ihn lustig.

Der Materialismus .. leitet das Erkennen aus der Materie ab und vergisst, dass diese selbe Materie schon das Erkennen voraussetzt .. Daher gleicht der Materialist dem Baron von Münchhausen, der sich selbst am Zopf aus dem Wasser zieht.
Schopenhauer

Der Materialismus als Weltanschauung leugnet die Existenz eines Schöpfergottes und erklärt die Welt aus ihren immanenten Kräften als eine letzte Gegebenheit, die sich auf nichts weiter zurückführen lässt. Mit dieser Behauptung vom absoluten Sein der Welt steht der Materialismus als Weltanschauung ebenso wie der Theismus im schroffen Gegensatz zur Erkenntnistheorie des Positivismus..
Alfred Holländer, Vom Wesen der Natur

Der Materialismus betrachtet in vollem Einklang mit der Naturwissenschaft als das ursprünglich gegebene die Materie, als das Sekundäre - Bewußtsein, Denken, Empfindung..
Lenin, Materialismus und Empiriokritizismus

Der Materialismus ersetzt Sein durch Haben.
Fliegende Blätter

Der Materialismus ist die Philosophie des bei seiner Rechnung sich selbst vergessenden Subjekts.
Schopenhauer

Der Materialismus nimmt an, dass die Materie das Ding an sich sei und die Erfahrung die Ordnung der Dinge an sich liefere.
Schopenhauer

Der Materialist befindet sich in Widerspruch mit sich selbst, leidet an der Leere seiner Vorstellungswelt und ist daher zu einer tiefen und echten Glückseligkeit nicht fähig.
Fliegende Blätter

Der materielle Eindruck ist es, der den Anfang selbst zu jeder höheren Liebhaberei macht.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit II,8

Der materielle Verbesserung des Loses der Menschen ist ein Ideal. Deshalb ist der Materialismus: ldealisrnus.
Ludwig Marcuse

Der materielle Vorteil ist etwas so Niedriges, dass ein Mann von Ehre sich nie so sehr auf ihn bedacht zeigen sollte.
Molière, Der Bürger als Edelmann

Der Mates (Matthäi, 21.9.) äss der Eissrämpler.
Siebenbürgen/Sachsen

Der Mathematiker ist angewiesen aufs Quantitative, auf alles, was sich durch Zahl und Maß bestimmen lässt, und also gewissermaßen auf das äußerlich erkennbare Universum.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1286

Der Mathematiker ist ein Hersteller von Schemata.
Godfrey Harold Hardy (1877 - 1947)

Der Mathematiker ist nur insofern vollkommen, als er ein vollkommener Mensch ist, als er das Schöne des Wahren in sich empfindet, dann erst wird er gründlich, durchsichtig, umsichtig, rein, klar, anmutig, ja elegant wirken. Das alles gehört dazu, um La Grange ähnlich zu werden.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 609

Der Mathematiker schätzt den Wert und Gebrauch des Triangels, der Triangel steht bei dem Mystiker in großer Verehrung, gar manches lässt sich im Triangel schematisieren und die Farbenerscheinung gleichfalls, und zwar dergestalt, dass man durch Verdopplung und Verschränkung zu dem alten geheimnisvollen Sechseck gelangt.
Goethe (1749-1832), Entwurf einer Farbenlehre 6. Abt. - 918

Der Matthias (24.2.) bricht's Eis, doch sacht', sonst kommt die Kälte im Frühjahr zu Macht.

Der Matthias (24.2.) hat uns lieb, er gibt dem Baum den ersten Trieb.

Der Matthias (24.2.), ja der bricht das Eis, und hat er kein's, so macht er ein's.

Der Matthiastag (24.2.) (ist) ohne Schutt (= Kehricht) und Geschirr.
Estland

Der Matthiastag (24.2.) bricht des Winters Macht.
Estland

Der Matthiastag (24.2.) füllt die Löcher unter dem Vordach mit Schnee.
Estland

Der Mauer, die Metz und die Magd haben Kaiser Karl'n den Tanz versagt.

Der Maulesel ist (auch nur) ein Lastesel.
Altgriechisch
info] Obwohl er größer ist

Der Maulesel macht viel palarn, wie seine Eltern (Ahnen) gut Pferdt waren.
info] Geiselt den Ahnenstolz herabgekommener Urenkel.
z] Mancher nicht mehr zu rühmen hat, denn seiner Eltern Edeltat.

Der Maulesel macht viel palarn, wie seine Eltern gut Pferdt waren.

Der Maulesel nur treibt viel Palaver, dass seine Voreltern Pferde waren.

Der Maulesel rühmt nur seine Mutter, vom Vater will er nichts wissen.
info] Weil seine Mutter ein Pferd, sein Vater ein Esel ist

Der Maultaschen rauschen ist sehr ein gemein spiel in Bierhäusern.

Der Maulwurf hat kleine Augen, aber er sieht zu seiner Arbeit.

Der Maulwurf schleicht unter der Erde, aber wie er wühlt, sieht man oben.
info] Talpa Europaea. Dafür sind mundartlich eine große Anzahl von Bezeichnungen. Der hochdeutsche Name des Tieres ist aus einem sprachlichen Missverständnis entstanden. Wegen seiner kleinen verborgen liegenden Augen hielt man ihn für blind; und aus seinen Wühlereien schloss man, dass er die Wurzeln der Bäume und Pflanzen fresse.
z] Das althochdeutsche molta, Staub, mittelhochdeutsch molte, ging unter und haftete in der Schriftsprache zuletzt nur noch in dem Namen eines Tiers, welches althochdeutsch multwarf, d.i. Erdwerfer, mittelhochdeutsch moltwerf und moltwurf heißt. Als nun der erste Teil dieses Wortes nicht mehr verstanden wurde, wandelte man ihn zu Maul, und so entstand Maulwurf. Einige Mundarten, sowohl ältere als neuere, haben auch den letzten Teil des Wortes verdreht, und daher begegnen wir öfters Formen wie Mullworm u.a., wodurch das Tier bloß der Etymologie zu Liebe in die Reihe der Würmer degradiert wird. Das Wort Mull kommt in Mecklenburg in Zusammensetzungen wie: Mullwagen, Mullkasten, Torfmull vor. In Schlesien hat man für staubartige Massen das Wort 'Gemülle'.
bm] Ač krtek pod zemí chodí, předce se ukryti nemůze.

Der Maulwurfshügel will Ural genannt sein.
Russland
ho] Hij ziet tegen een' molshoop op als tegen een' berg.

Der Maurer bleib' auf dem Gerüst und der Knecht bei seinem Mist.

Der Maurer halte die Kelle und der Gerber schabe seine Felle.

Der Maus die Seele, dem Popen einen Silberling; die Seele geht in der Maus Arsch, auf des Pferdeschwanzes Höhe.

Der Maus ist die Katze ein Löwe.

Der Maus ist in einer Metze Korn so wohl als in einem Scheffel.
nl] De muis is zoo weelderig in een spintje als in eene mudde koren.

Der Maus ist wohl in ihrem Loch.
info] Von Heimlichkeiten

Der Mausdreck ist zum Pfeffer worden.

Der Mausdreck will allzeit unter den Pfeffer.

Der Mäuse Kinder spielen selten ohne Schaden mit der Katze Kindern.

Der Mäuse Narrheit kommt der Katzen Schlauheit zugute.
Russland

Der mäusedreck will allezeit unter dem pfeffer sein.
z] Der Mäusemist und Gerbeleus will sich doch immer unter den Pfeffer mengen.
z] Was noch so gring und noch so klein, so wils dennoch gesehen sein, und hat gern, das man sein gedenckt, der maussdreck sich zum pfeffer mengt.
z] Damit ich mich, Meusedreck, unter den Pfeffer menge. Luther
info] Von dem Aufdrängen gemeiner, unsauberer Menschen, wo sie überflüssig und lästig sind.
z] Der Mauszträck machet sich zum Pfeffer. Welches von denen gesagt wird, so sich ein ungeleerter onder die geleerten stäts vermischen und gesellen will.
ho] Als muizenkeutels peper worden, bijten zij't sterkst.
ho] Muizenkeutels willen rogge of peper zijn.
la] Etiam corchorus inter olera.
sd] Muselort fins bland peparen.
sd] Paddor hittas bland peparen.

Der maust wie ein (Nacht-)Rabe.

Der Meb will junge haben, darumb hat er jm ein Ort aussgangen.
z] Der Meben (Stirn, Sterna, Larus minor) schreyet den gantzen Sommer so viel, zu welcher zayt er denn junge hat, dass er die Menschen, so bei den pfülen und seen wonen, ganz toll macht und täubt. Darumb man von schwätzigen leuten diss sprichwort sagt.
la] Larus parturit, locum facit.

Der mechanische Automat einer großen Fabrik ist um vieles tyrannischer, als es jemals die kleinen Kapitalisten gewesen sind, die Arbeiter beschäftigen.
Engels, Von der Autorität

Der Meckerer hat eine bittere Stelle, der Spötter einen dunklen Ort.
Estland

Der Meckerer hat eine Steinladung, der Hasser Birkenruten zu tragen.
Estland

Der Medardus (8.6.) pischt än de Bâch.
Siebenbürgen/Sachsen

Der Medikus kuriert dir eine Krankheit weg, die andere herbei, und du kannst nie recht wissen, ob er dir genutzt oder geschadet hat ..
Goethe (1749-1832), Aufgeregten A II Sz 4 (Breme)

Der Mehlsack ist von innen und außen weiß.

Der Mehltau im August ist ungesund, drum wisch' die Frucht hübsch vor dem Mund.

Der mehr geld's hat, fürt die Braut weg.

Der mehr oder weniger beständigen Hingabe, mit der wir eine Sache untersuchen, verdanken wir die oberflächlichen oder tiefgründigen Ideen, die wir über diese Sache haben.
Helvetius, Vom Geist

Der Mehrwert ist .. ein während des Produktionsprozesses vom Arbeiter neugeschaffener Wert - festgeronnene Arbeit. Nur kostet er dem Eigner des ganzen Produkts, dem Kapitalisten, nichts.
Marx

Der Mehrzahl der Frauen ist Frau zu sein kaum eine Lebensstunde lang gegönnt, und die Männer sind nur in Momenten Don Juan.
>Sprüche der Weisen

Der Mehrzahl unserer jungen Poeten fehlt weiter nichts, als dass ihre Subjektivität nicht bedeutend ist und dass sie im Objektiven den Stoff nicht zu finden wissen. Im höchsten Falle finden sie einen Stoff, der ihnen ähnlich ist, der ihrem Subjekte zusagt, den Stoff aber um sein selbst willen, weil er ein poetischer ist, auch dann zu ergreifen, wenn er dem Subjekt widerwärtig wäre, daran ist nicht zu denken.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 24.11.1824

Der Meine wohnt vorm Tor.
Hannover
info] Scherzhafte Antwort, wenn jemand sagt: 'ich meine!'

Der Meiner und der Lügner sind Brüder.

Der Meiner und der Lügner sind zwei Brüder.

Der meinet, er lebe allweg, der lebt übel.

Der meint, er leb alweg, der lebt übel.
la] Male vivit qui semper vivit.

Der Meise Kraft ist im Schnabel.
Estland

Der meist Teil am Menschen ist weiberfleisch; drumb ists nit wunder, dass die Mann die weiber gern sehen und lieben.

Der meiste Haufen richtet sich nach ihrem Herrn.

Der meiste Streit ist um Ja und Nein, Mein und Dein.

Der meisten Schönen Zorn gleicht ihrer Zärtlichkeit,
Sie dauern beide kurze Zeit.
Gellert, Chloris

Der Meister der Schönschreibekunst wird sich nie über den Pinsel beklagen, den er benutzt.
Korea

Der Meister einer Kunst nährt Weib und sieben Kinder, ein Meister aller sieben Künste nährt sich selber nicht.

Der Meister einer Kunst nährt Weib und sieben Kinder; ein Meister aller sieben Künste nährt sich selber nicht.

Der Meister Hämmerli geht d' Stegen uf ins Kämmerli und d' Stegen ab ins Bett.

Der Meister Hämmerli geht zu der Magd ins Kämmerli.
info] Über den Meister Hämmerli, doch ist's möglich, dass dasselbe in diesem und dem vorigen Sprichwort nur des Reimes wegen steht.

Der Meister hat die Kunst ergriffen: dreimal drei ist neun.

Der Meister hat Erkältung und Kopfweh, und seine Gesellen niesen.
Australien

Der Meister hat's gesagt.
Altgriechisch
info] Wer auf die Worte des Lehrers oder eines ausgezeichneten Mannes schwört. Von den Schülern des Pythagoras entlehnt, denen alles schon dadurch hinlänglich begründet war, dass sich der Meister dafür erklärte. Was er sagte, war ihnen unumstößliche Wahrheit.

Der Meister ist des Zeugs nicht wert.
info] Sagen die, 'so dawider sind, dass ein alter Mann ein junges Mägdlein nehme'.

Der Meister ist über die Henne, der Gesell macht sich über das Truthuhn.
Litauen

Der Meister Niemand kommt überall ins Spiel.

Der Meister sitzt in seinem Pflocke.
info] Er wird durch das Werk seiner eigenen Hände bezahlt oder bestraft.

Der Meister sprach: ein Mensch ohne Glauben: ich weiß nicht, was mit einem solchen zu machen ist. Ein großer Wagen ohne Joch, ein kleiner Wagen ohne Kummet, wie kann man den voranbringen?
Kung-fu-tse, Lun-yü

Der Meister stellt sein Werk mit wenigen Strichen als fertig dar, ausgeführt oder nicht, schon ist es vollendet.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 447

Der Meister wählt nicht erst lange seinen Pinsel.

Der Meister zeigt sich in der Beschränkung.

Der Melker Staat hat kalte Finger.

Der melkt den Bock und hält das Sieb unter.

Der Memminger (oder Ulmer) Gucker.
info] Der Eschheie (von Esch = Flur, und heien = hüten) oder Bannwart (Flur- oder Waldschütz) meldete einst dem Bürgermeister, dass im Gemeindeacker ein Gucker sich aufhalte, von dem zu befürchten sei, dass er alles Korn zertrete. Da beschloss der wohlweise Rat, dass vier Männer mit einer Bahre in den Acker gingen um den Gucker (Kukuk) herauszutragen.

Der Memminger (Ulmer) Kuckuck.
info] Der Feldwart meldete einst dem betreffenden Bürgermeister, dass sich im Gemeindefelde ein Gugger (Kuckuck) aufhalte, von dem zu befürchten sei, dass er alles Korn zertrete. Da beschloss der wohlweise Rat, dass vier Männer mit einer Bahre in den Acker gingen um den Gugger herauszutragen.

Der Menge Beifall ist zwar nie der Wahrheit Grund.
Lessing, Fragmente, Aus einem Gedichte über die menschliche Glückseligkeit

Der Menge gefällt, was auf den Marktplatz taugt.
Friedrich Hölderlin (1770-1843), Menschenbeifall

Der mengt Dreck unter Lehm.

Der Mensch - ein Exempel der beispiellosen Geduld der Natur.
Christian Morgenstern

Der Mensch (nach der Definition der Griechen) ist eine Welt im Kleinen.
la] Graeci sic definiunt: Ανθρωπος μικροκοσμος, id est: Homo minor mundus.
Victorinus, De definitionibus

Der Mensch aber kann nicht ruhen, er will immer noch was anders.
Goethe (1749-1832), An Zelter, 19. 7. 1829

Der Mensch aber, der nichts weiß, wird jedem misstrauen. Die Furcht, betrogen und verraten zu werden, ist das Fundament seines Tuns und Wesens.
Heinrich Mann, Ein Zeitalter wird besichtigt

Der Mensch ahnt, doch Gott vollbringt.

Der Mensch allein, durch seinen Glauben, Kann selbst dem Tod sein Bittres rauben.
Jüdisch

Der Mensch als Bürger mag vergehen, aber der Mensch als Mensch muss bleiben.
Montesquieu, Geist der Gesetze

Der Mensch als Masse hat keine Tugend; nur das Individuum hat sie - der Staat als solcher hat keine; er hat nur die Kraft, die Tugend der Individuen zu benutzen.
Pestalozzi, Mündliche Aussprüche

Der Mensch an sich selbst, insofern er sich seiner gesunden Sinne bedient, ist der größte und genaueste physikalische Apparat, den es geben kann, und das ist eben das größte Unheil der neuem Physik, dass man die Experimente gleichsam vom Menschen abgesondert hat und bloß in dem, was künstliche Instrumente zeigen, die Natur erkennen, ja, was sie leisten kann, dadurch beschränken und beweisen will.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 706

Der Mensch ändert leichter seine Überzeugungen als seine Gewohnheiten.
Paul Wegener

Der Mensch ändert leichter seine Überzeugungen als seine Gewohnheiten.
Paul Wegener (1874 - 1948)

Der Mensch auf dieser Welt gleicht einem Blatt vom Baum, das eben niederfällt, wie's aufgegangen kaum.
la] Fictilis homo.
la] O homo si scires, quidnam esses, unde uenires, nunquam gauderes, sed in omni tempore fleres.
la] Puluis et umbra sumus, pulvis nihil est nisi fumus, sed nihil est fumus, nos nihil ergo sumus.
pl] Człowiek jest właśnie jak listek drzewny, ktoż gdy upadnie stąd ma być rzewny.

Der Mensch auf Reisen pflückt das Blümchen am Wegesrand und hebt jede Kleinigkeit auf, um sie als Andenken zu bewahren.
Capek, Die Reise nach dem Norden

Der mensch aus staub und erd ist g'macht, gleichwie der rauch zergeht sein pracht.
la] Quid caro? uilis humus; quid carnis gloria? fumus.

Der Mensch baut oft sein Nest, wo kein Bär sich niederlässt.
nl] De mensch heeft dikwijls zijn nest, waar de beer het niet zou verkiezen.

Der Mensch baut Schlösser und die Zeit Ruinen.
Russland
la] Gutta cavat lapidem, consumitur annulus usu, et teritur pressa vomer aduncus humo.

Der Mensch bedarf der Klarheit und der Aufheiterung, und es tut ihm not, dass er sich zu solchen Kunst- und Literaturepochen wende, in denen vorzügliche Menschen zu vollendeter Bildung gelangten, so dass es ihnen selber wohl war und sie die Seligkeit ihrer Kultur wieder auf andere auszugießen im Stande sind.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 3.10.1828

Der Mensch bedarf des Menschen sehr
Zu seinem großen Ziele.
Schiller, Die Weltweisen

Der Mensch bedarf des Menschen, um ein Mensch zu werden.
Becher, Auf andere Art so große Hoffnung

Der Mensch bedarf in seinem engen Wesen
Der doppelten Empfindung, Lieb und Haß.
Bedarf er nicht der Nacht als wie des Tags?
Des Schlafens wie des Wachens?
Goethe (1749-1832), Tasso A IV Sz 2 (Tasso) Vs 2346f.

Der Mensch bedarf so unendlich vieler äußeren Vor- und Mitwirkungen zu einem leidlichen Dasein, dass, wenn er der Sonne und der Erde, Gott und der Natur, Vorvordern und Eltern, Freunden und Gesellen immer den gebührenden Dank abtragen wollte, ihm weder Zeit noch Gefühl übrig bliebe, um neue Wohltaten zu empfangen und zu genießen.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit II,10

Der Mensch bedarf wenig, Liebe und Sicherheit seines Verhältnisses zu den einmal erwählten und gegebenen kann er nicht entbehren.
Goethe (1749-1832), An Herzog Karl August, 23.10.1787

Der Mensch befindet sich niemals im Besitz uneingeschränkter Freiheit, sondern er besitzt nur eine zweiter Ordnung; zum Beispiel steht es ihm frei, das oder das zu essen, nicht aber, überhaupt nicht zu essen.
Antoine Comte de Rivarol, Maximen und Reflexionen

Der Mensch begehrt alles an sich zu reißen, um nur nach Belieben damit schalten und walten zu können; das Geld, das er nicht selbst ausgibt, scheint ihm selten wohl angewendet.
Goethe (1749-1832), Lehrjahre VII,3

Der Mensch beginnt nicht leicht zu denken; sobald er aber erst einmal den Anfang damit gemacht hat, hört er nicht mehr auf. Wer gedacht hat, wird immer denken, und der Verstand vermag, wenn er einmal im Nachdenken geübt ist, nie wieder in Untätigkeit zu verharren.
Rousseau, Emile

Der Mensch begreift niemals, wie anthropomorphistisch er ist.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 203

Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.
Albert Schweitzer

Der Mensch beherrscht nicht das Eigentum, sondern das Eigentum beherrscht ihn und macht sich zu seinem Herrn.
August Bebel (1840-1913), Die Frau und der Sozialismus

Der Mensch behüte sorglich seine Erinnerungen: Jedes Gestern hat den Drang, sein Heute zu verdecken, mit Licht ebenso wie mit Schatten.
Welk, Mein Land, das ferne leuchtet

Der Mensch bekommt alles, was er von sich verlangt.
la] Animus hominis quidquid sibi imperat, obtinet.

Der Mensch bekommt für die Arbeit.

Der Mensch besitzt die Eigenschaft, Leiden, die er nicht sehen will, auch nicht zu sehen. Und Leiden, die von ihm selbst verursacht werden, will er nicht sehen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1897)

Der Mensch besitzt eine solche Leidenschaft für Systematik und abstrakte Folgerungen, dass er es fertigbringt, bewußt die Wahrheit zu verdrehen und mit sehenden Augen nicht zu sehen und mit hörenden Ohren nicht zu hören.
Dostojewski, Aufzeichnungen aus dem Untergrund

Der Mensch besteht aus Knochen, Fleisch, Blut, Speichel, Zellen und Eitelkeit.
Kurt Tucholsky, Schnipsel

Der Mensch besteht aus Qualität und nicht aus Quantität.
Assam, Indien

Der Mensch besteht in der Wahrheit. Giebt er die Wahrheit preis, so giebt er sich selbst preis.
Novalis, Blüthenstaub

Der Mensch bestraft die Tat, Gott aber die Absicht.
England

Der Mensch betrüb sich oder lach, er ist stets eitel, schlecht und schwach.

Der Mensch beurteilt alles durch seine Abstraktionen, das Gute, das Böse, die Tugend, das Verbrechen. Seine Rechtsformen sind seine Waage, seine Gerechtigkeit ist blind, diejenige Gottes sieht, darin liegt alles.
Honoré de Balzac (1799-1850), Louis Lambert

Der Mensch beurteilt die Dinge lange nicht so sehr nach dem, was sie wirklich sind, als nach der Art, wie er sie sich denkt und sie in seinen Ideengang einpaßt.
W. v. Humboldt (1767-1835), Briefe an eine Freundin, 4. 10. 1832

Der Mensch bezieht alles auf sich, und jeder ist ein Tyrann in seiner Art.
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer

Der Mensch bleibt bis zu seinem hundertsten Lebensjahr ein Kind.. Und es wäre schade, wenn er sich das nicht bewahrte, wenn dieses Stück Poesie verlorenginge.
Herzen, Mein Leben

Der Mensch bleibt immer ein Unerlöster. Alle kulturellen Menschen litten an ihrer Unerlöstheit. Und alle Kultur ist ein Unvollendetes und Unvollendbares.
Peter Mennicken, Anti-Ford

Der Mensch bleibt närrisch bis ins vierzigste Jahr, wenn er dann anfängt, seine Narrheit zu erkennen, so ist das Leben schon dahin.
Martin Luther

Der Mensch bleibt weise, solange er Weisheit sucht, sobald er sie gefunden zu haben wähnt, wird er ein Narr.
Talmud

Der Mensch braucht also eine menschliche Philosophie, die ihn anzieht, tröstet und trägt.
Du Marsais/D'holbach, Essay über die Vorurteile

Der Mensch braucht durchaus nichts als seine eigene Kraft, um ihr zu folgen, und nur seinen eigenen Mut, um dadurch so viel Glückseligkeit zu erlangen, als seine Natur ihm gewähren kann.
Seume, Vorrede zu 'Mein Sommer 1805'

Der Mensch braucht etwas, was zwischen körperlicher und geistiger Arbeit liegt, einen Tummelplatz für Seele und Gemüt.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Der Mensch braucht nur wenige Erdschollen, um drauf zu genießen, weniger, um drunter zu ruhen.
Goethe (1749-1832), Werther 2. Buch, 9. Mai

Der Mensch braucht Wärme, Wärme des Feuers und Sonnenstrahlen.
Wikinger

Der Mensch braucht wenig, und an Leben reich, ist die Natur.
Schiller, Die Jungfrau von Orleans, V, 4 (Johanna)

Der Mensch braucht wenig, und auch das nicht lang.
Young, Nachtgedanken

Der Mensch braucht Wünsche. Helvétius

Der Mensch braucht Wünsche.
Helvetius, Vom Menschen

Der Mensch bringt nichts, wenn er geboren wird, und der Tod nimmt ihm nichts.
China

Der Mensch bringt sein Haar täglich in Ordnung, warum nicht auch sein Herz?

Der Mensch chunnt driimal zum Chind: wenn er geboore wird, wenn er afaat karisire und als steinalte Maa.
Schwiizertütsch

Der Mensch dachte sich sein eignes Gegenteil, da hatte er seinen Gott.
Friedrich Hebbel

Der Mensch darf aus diesem Brunnen trinken, der ihm näher ist.

Der Mensch darf hoffen, dieweil der Odem geht.

Der Mensch denkt hundertmal, er habe den alten Adam ausgezogen, indes er ihn nur zurückgeschlagen, wie man die Unterschwarte des Schinkens zwar unterhöhlet und aufrollet, aber doch mit auffsetzt und noch dazu mit Blumen garniert.
Jean Paul, Quintus Fixlein

Der Mensch denkt immer anders als das Schicksal.
Publilius Syrus (ca. 90-40 v. Chr.), Sentenzen

Der Mensch denkt oft anders als er spricht.
la] Homo semper in sese aliud fert, in alterum aliud cogitat. Publ. Syr.

Der Mensch denkt über Strafe nach, aber nicht über Tugend.
China

Der Mensch denkt und der Kutscher lenkt.

Der Mensch denkt, (aber, und) Gott lenkt.

Der Mensch denkt, aber der Nebenmensch lenkt. Er denkt nicht einmal so viel, dass er sich denken könnte, dass ein anderer denken könnte.
Kraus, Aphorismen

Der Mensch denkt, die Polizei lenkt.

Der Mensch denkt, Gott lenkt.

Der Mensch denkt, Gott lenkt.
info] Schon bei Thomas a Kempis, 15. Jh.: 'Homo proponit, sed Deus disponit'; auch Ilias 18,328 und Sprüche Salomos 16,9: 'Cor hominis disponit viam suam, ed domini est dirigere gressus eius' = Des Menschen Herz schläget seinen Weg an, aber der Herr allein giebt, dass er fortgehe (Luther). Heute meist ironisch, wenn es anders kommt, als man es sich wünscht.

Der Mensch denkt, Notwendigkeit und Verstand lenken..
Goethe (1749-1832), An August v. Goethe, 11.5.1830

Der Mensch denkt's, Gott lenkt's und der Teufel besudelt's.

Der Mensch denkt's, Gott wendt's.

Der Mensch der Erkenntnis muss nicht nur seine Feinde lieben, er muss auch seine Freunde hassen können.
Friedr. Nietzsche, Also sprach Zarathustra

Der Mensch dichtet, Gott schlichtet.

Der mensch dort nie zu gnaden kam, der armen menschen hie was gram.
la] Spernit coelorum regem, spretor miserorum.

Der Mensch dreht sich in seinen Gewohnheiten wie der Esel in der Ölmühle.

Der Mensch durch alle Zustände befestigt sich gegen die Natur, ihre tausendfachen Übel zu vermeiden und nur das Maß von Gutem zu genießen..
Goethe (1749-1832), Schriften zur Kunst. Über Sulzer: Die schonen Künste

Der Mensch dürstet nach Schönheit.
Dostojewski, Über russische Literatur

Der Mensch ehrt den Platz (Ort), nicht der Platz den Menschen.
info] Wo der Tüchtigste sitzt, da ist der erste Platz.
la] Homo locum ornat, non hominem locus.

Der Mensch ein Kosmos im Kleinen.
Demokrit, Fragment 34

Der Mensch ein Lehrling ist, der Schmerz sein wahrer Meister,
Und keinem wird Erkenntnis, so er nicht gelitten.
A. de Musset, Die Oktobernacht

Der Mensch empfängt gern und willig, was leicht zu haben ist.
Goethe (1749-1832), Paralipomena zu den Annalen - Zum Jahre 1807

Der Mensch en masse wird erst dann wieder achtbar werden, wenn er sich entschließt, neuen Adel aus sich zu züchten. Die schönsten Dinge auf Erden sind nur durch Adel möglich. Noch mehr: der wahre Adel ist selbst das schönste Ding der Erde.
Chr. Morgenstern, Stufen: Zeitkritisches

Der Mensch endlich scheint unter den Erdtieren das feine Mittelgeschöpf zu sein, in dem sich, soviel es die Einzelheit seiner Bestimmung zuließ, die meisten und feinsten Strahlen ihm ähnlicher Gestalten sammeln.. Mit allen Landtieren hat er Teile, Triebe, Sinne, Fähigkeiten, Künste gemein; wo nicht ererbt, so doch erlernt, wo nicht ausgebildet, so doch in der Anlage. Man könnte, wenn man die ihm nahen Tierarten mit ihm vergleicht, beinahe kühn werden zu sagen: als seien gebrochne.. Strahlen seines Bildes.
Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Der Mensch erbleicht, wie Schaum entweicht.
lit] Kai Puttá nyksta, taip zmogus issblyksta.

Der Mensch erfährt und genießt nichts, ohne sogleich produktiv zu werden. Dies ist die innerste Eigenschaft der menschlichen Natur. Ja man kann ohne Übertreibung sagen, es sei die menschliche Natur selbst.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Über den Dilettantismus

Der Mensch erfährt, er sei auch, wer er mag,
Ein letztes Glück und einen letzten Tag.
Goethe (1749-1832), Epilog zum Trauerspiel Essex

Der Mensch erfreut sich nämlich mehr an der Vorstellung als an der Sache, oder wir müssen vielmehr sagen: der Mensch erfreut sich nur einer Sache, insofern er sich dieselbe vorstellt, sie muss in seine Sinnesart passen, und er mag seine Vorstellungsart noch so hoch über die gemeine heben, noch so sehr reinigen, so bleibt sie doch gewöhnlich nur ein Versuch, viele Gegenstände in ein gewisses faßliches Verhältnis zu bringen, das sie, streng genommen, untereinander nicht haben..
Goethe (1749-1832), Schriften zur Natur und Wissenschaftslehre - Der Versuch als Vermittler von Objekt und Subjekt

Der Mensch ergibt sich der Illusion des Egoismus, lebt nur für sich und leidet. Sobald er beginnt, für andere zu leben, leidet er weniger und empfängt das höchste Glück der Welt: die Liebe der Menschen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1898)

Der Mensch erhebt sich neunmal in seinem Leben (= wird erhaben), und erniedrigt sich neunmal

Der Mensch erinnert sich so lange, bis der Mund feucht ist.

Der Mensch erkennt nur das an und preiset nur das, was er selber zu machen fähig ist; und da nun gewisse Leute in dem Mittlern ihre eigentliche Existenz haben, so gebrauchen sie den Pfiff, dass sie das wirklich Tadelnswürdige in der Literatur, was jedoch immer einiges Gute haben mag, durchaus schelten und ganz tief herabsetzen, damit das Mittlere, was sie anpreisen, auf einer desto größeren Höhe erscheine.
Goethe (1749-1832), zu Eckermann, 18. März 1831

Der Mensch erkennt nur das an und preist nur das, was er selber zu machen fähig ist.
Eckermann, Gespräche mit Goethe, 18. 3.1831

Der Mensch erkennt nur das, was er zu erkennen Trieb hat.
Friedrich Wilhelm Joseph Schelling

Der Mensch erkennt nur das, was er zu erkennen Trieb hat; es ist vergebliche Arbeit, Menschen etwas verständlich zu machen, was zu verstehen sie gar keinen Drang haben.
Schelling, Von der Weltseele

Der Mensch erkennt nur den an, der wie er selbst ist.
Bosnien

Der Mensch erkennt seine Schwäche so wenig, wie der Ochse seine Stärke.

Der Mensch erkennt sich nur im Menschen, nur
Das Leben lehret jeden, was er sei.
Goethe (1749-1832), Tasso A II Sz 3 (Antonio) Vs 1242

Der Mensch erlangt die Gewissheit seines eigenen Wesens dadurch, dass er das Wesen außer ihm als seinesgleichen, als gesetzlich anerkennt.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre. Meteore des literarischen Himmels. Priorität

Der Mensch erzieht sich durch seinen Kampf nach allen Seiten,.. Eine schmerzliche, oft blutige Geschichte, die Gutes oder Böses ergibt, meist wohl Gutes und Böses; glücklich, wer gute Beispiele besitzt, auf die er sich stützen, und abschreckende, aus denen er Nutzen ziehen kann!
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Der mensch fährt hin aus dieser welt, gleich wie die blumen ob dem feldt.
la] Est hominum status per florem significatus: vt flos cito perit, sic homo puluis erit.

Der Mensch fährt, Gott rudert.
la] Ancorae jactum praevertit Deus.

Der Mensch fällt dreimal und verletzt sich.
info] Bei der Taufe, der Trauung und der Beerdigung)

Der Mensch fängt (= erwirbt) Geld, aber das Geld fängt die Seele.

Der Mensch fängt erst beim Baron an.
info] Von der 'Exclusivität des Ranges', für welche, um mit einem österreichischen Sprichwort zu reden, der Mensch beim Baron anfängt.

Der Mensch fesselt sich an Worte, das Tier an Hörner.
Bosnien

Der Mensch findet sich mitten unter Wirkungen und kann sich nicht enthalten, nach den Ursachen zu fragen, als ein bequemes Wesen greift er nach der nächsten als der besten und beruhigt sich dabei, besonders ist dies die Art des allgemeinen Menschenverstandes.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 597

Der Mensch fing an zu lernen, als ihm das Brot ausging.
Ukraine

Der Mensch frage sich selbst, wozu er am besten tauge? um dieses in sich und an sich eifrigst auszubilden, er betrachte sich als Lehrling, als Geselle, als Altgeselle, am spätesten und höchst vorsichtig als Meister.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Allgemeine Betrachtungen zur Weltliteratur VI

Der Mensch frisst den Menschen.

Der Mensch für sich allein, überhaupt jedes Wesen abgesondert, ist unglücklich.
Wilhelm Heinse

Der Mensch fürchte sich vor dem Ruhm, das Schwein davor, fett zu werden.
China

Der Mensch fürchtet den Tod nur, weil er noch nicht glücklich genug gewesen ist; im höchsten Glück möchte er gleich hinsterben.
Varnhagen v. Ense

Der Mensch gar leichtlich geht zu Grund', muss sterben und weiß nicht die Stund'.

Der Mensch gebraucht den Dichter, um das auszusprechen, was er selbst nicht auszudrücken vermag. Von einer Erscheinung, von einer Empfindung wird er ergriffen, er sucht nach Worten, seinen eigenen Vorrat findet er unzulänglich, und so muss ihm der Dichter zu Hilfe kommen, der ihn frei macht, indem er ihn befriedigt.
Eckermann, Gespräche mit Goethe, 14.9. 1830

Der Mensch geh aus und gehe ein, so steht der Tod und wartet sein.
la] Tempora longa tibi vitae promittere noli; quocunque ingrederis sequitur mors corpus et umbra. Cato

Der Mensch gehorcht immer jemandem oder irgendeinem Etwas. Besser Gott gehorchen als seinen Leidenschaften und Trieben!
André Gide, Die Schule der Frauen

Der Mensch gehört mit zur Natur, und er ist es, der die zartesten Bezüge der sämtlichen elementaren Erscheinungen in sich aufzunehmen, zu regeln und zu modifizieren weiß.
Goethe (1749-1832), An Zelter, 31.3.1831

Der Mensch geht auf Glück aus, der Bock geht aufs Horn aus.

Der Mensch geht durchs Leben, wie ein Reisender über die Meere fährt.
China

Der Mensch geht manchmal unbedacht zu Werke,
Was ihm die Folge Zeit lässt zu bereun.
Shakespeare (1564-1616), Richard III., IV, 4 (Richard)

Der Mensch geht nicht wieder zurück, und ein rechter Katholik ist eigentlich ein Protestant, denn er will nichts anders.
Goethe (1749-1832), W. Grimm, 19.6.1816

Der Mensch gerät in große Gefahr, wenn er seine einseitig gewonnene Erfahrung zum alleinigen Maßstab seines Urteils und zum Prinzip seines Handelns macht.
Hebbel, Tagebücher, 21.3. 1838

Der Mensch gesteht überall Probleme zu und kann doch keines ruhen und liegen lassen, und dies ist auch ganz recht, denn sonst würde die Forschung aufhören, aber mit dem Positiven muss man es nicht so ernsthaft nehmen, sondern sich durch Ironie darüber erheben und ihm dadurch die Eigenschaft des Problems erhalten, denn sonst wird man bei jedem geschichtlichen Rückblick konfus und ärgerlich über sich selbst.
Goethe (1749-1832), An K. M. v. Sternberg, 8.9.1826

Der Mensch gewöhnt sich an alles.
nl] De mensch gewent zich aan alles.

Der Mensch gibt ebenso schwer eine Furcht auf als eine Hoffnung.
Otto Ludwig, Zwischen Himmel und Erde

Der Mensch gibt mit Löffeln, das Glück mit Scheffeln.

Der Mensch gibt mit Löffeln, Gott mit Scheffeln.
bm] Lidé se zlostí, ale bůh s milostí.

Der Mensch gilt so viel, als er sich schätzt.
Leroux de Lincy, Französische Sprichwörter

Der Mensch glaubt, dass sein Glück um so vollkommener ist, je mehr er besitzt.
Tammsaare, Satan mit gefälschtem Paß

Der Mensch gleich einer Blume ist, die in der schönen Frühlingsfrist des Morgens an der Blüte steht, des Abends hinfällt und vergeht.

Der Mensch gleicht dem Schaf: einer folgt dem anderen.

Der Mensch gleicht der Ameise, er ist schwach und gewaltig.
Arabien

Der Mensch gleicht einem Pfennig, bald gilt er viel, bald wenig, bald gar nichts.
la] Saepe homo agit mane comoedum, vespere tragoedum.

Der Mensch hält an jedweder Ausweitung seines Bewußtseins fest, an allem, was ihn befähigt, seine Sinne für die Wahrnehmung der wirklichen Welt, in der er lebt, zu schärfen.
Fox, Der Roman und das Volk

Der Mensch hält sein Leiden für das der Menschheit, wie die Bienen das Tropfen ihres Bienenstandes, wenn schon die Sonne wieder scheint, für Regen nehmen und nicht ausfliegen.
Jean Paul, Sieben goldene Sprüche

Der Mensch hält sein Schicksal für etwas Fremdes, weil ihm das innere Band verborgen ist. Aber die Seele enthält jedes Ereignis, das sie erleben wird, denn das Ereignis ist nur der Gedanke, der sich nach außen projiziert, und das, worum wir zu uns selbst beten, wird uns immer gewährt.
Ralph Waldo Emerson

Der Mensch hängt vom Himmel so, wie das Schiff vom Lotsen ab.

Der Mensch hängt wie ein Baumstamm von seiner Hülle ab.

Der Mensch hat aber von Natur einen so großen Hang zur Freiheit, dass, wenn er erst eine Zeitlang an sie gewöhnt ist, er ihr alles aufopfert.
Kant, Über Pädagogik

Der Mensch hat auch im Verhältnis zu seiner Größe am meisten Gehirn, und die Männer wiederum mehr als die Frauen.
Aristoteles, Psychologie

Der Mensch hat bisher nichts anderes getan, als sich einen Gott auszudenken, um leben zu können, ohne sich selbst umzubringen.
Fjodor M. Dostojewski, Die Dämonen

Der Mensch hat das angeborene Verlangen, seine Wünsche schnell erfüllt zu sehen, aber Frühreife ist nicht von Dauer.
Wissarion Belinski, Betrachtungen über die russische Literatur des Jahres 1846

Der Mensch hat den Bogen, Gott die Pfeile.
Russland

Der Mensch hat den Himmelsraum ausgemessen, er hat die Gesetze der Bewegung entdeckt, er hat die Meere durchquert, er ist in das Innere der Erde vorgestoßen, er hat die Elemente seinen Bedürfnissen und Wünschen unterworfen, er hat sein Schicksal vervollkommnet - und das alles immer dann, wenn er in Freiheit gedacht hat. Aber er blieb in der Finsternis seiner Kindheit stecken, wenn er die Dinge nicht selbst nachzuprüfen wagte oder sie nur ängstlich betrachtete.
Du Marsais/D'Holbach, Essay über die Vorurteile

Der Mensch hat den Königsvorzug, mit hohem Haupte aufgerichtet weit umherzuschauen.
Herder, Ideen zur Geschichte der Menschheit

Der Mensch hat den Reichtum wie der Vogel den Schlick, der Fisch die Angel und der Kranke den Rite.

Der Mensch hat die furchtbare Fähigkeit, sich gleichsam nach eigenem Belieben gefühllos zu machen.
Brecht, Die Dreigroschenoper

Der Mensch hat die Hölle in sich selbst.
Luther, Trostmittel

Der Mensch hat die Sprache, um seine Gedanken zu verbergen.
fr] La parole a été donnée à l'homme pour déguiser sa pensée.
vv Les hommes ne se servent de la pensée que pour autoriser leur injustices et n'emploient les paroles que pour déguiser leurs pensées. Voltaire

Der Mensch hat die Tür gemacht, die Tür nicht den Menschen geschaffen.

Der Mensch hat die Weisheit all seiner Vorfahren zusammengenommen, und seht, welch ein Dummkopf er ist!
Fliegende Blätter

Der Mensch hat doch nichts Besseres, als dies schmerzliche Streben nach oben; ohne dasselbe bleibt er immer Erde von Erde genommen; in demselben und durch dasselbe richtet er sich aus aller Leibeigenschaft des Staubes auf.
Wilh. Raabe, D. Hungerpastor (1884)

Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln: erstens durch Nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.
Konfuzius

Der Mensch hat drey Tage: gestern, heut und morgen; tut er heut nicht Buße, so ist gestern und morgen die Zeit verloren.

Der Mensch hat dritthalb Minuten; eine zu lächeln, eine zu seufzen und eine halbe zu lieben: dann mitten in dieser Minute stirbt er.
Jean Paul

Der Mensch hat eher nicht vollkommne Seligkeit,
Bis daß die Einheit hat verschluckt die Anderheit.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Der Mensch hat ein gut Gemüt, bedeutet: er ist nicht störrisch, sondern nachgebend; er wird zwar aufgebracht, aber leicht besänftigt, und hegt keinen Groll (Ist negativ gut). - Dagegen, um von ihm sagen zu können: 'Er hat ein gut Herz', ob dieses zwar auch zur Sinnesart gehört, will schon mehr sagen. Es ist ein Anhieb zum Praktisch-Guten, wenn es gleich nicht nach Grundsätzen verübt wird.
Kant, Anthropologie, 2. Teil

Der Mensch hat ein hartes Herz und gefühlvolle Eingeweide.
Georges Bernanos (1888 - 1948)

Der Mensch hat eine kurze Zunge und darf nicht sprechen, der Ochs hat eine lange und kann nicht.
Posen

Der Mensch hat eine Schönheit, Kleidung tausend, Juwelen hunderttausend und Liebe eine Million.
Hindi, Indien

Der Mensch hat eine wahre Wollust darin, sich durch übertriebene Ansprüche zu vergewaltigen und dieses tyrannisch fordernde Etwas in seiner Seele nachher zu vergöttern.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Der Mensch hat einen Führer und fällt doch in den Abgrund.

Der Mensch hat einen sinnlichen Leib angenommen, damit er in ihm zur Wahrheit komme; das Irdische ist da, damit sich in ihm das Göttliche manifestiere.
Bettina von Arnim, Tagebuch

Der Mensch hat es mit den Eigenschaften zu tun, der Engel mit dem Wesen.
Honoré de Balzac (1799-1850), Louis Lambert

Der Mensch hat freien Willen - das heißt, er kann einwilligen ins Notwendige.
Hebbel

Der Mensch hat gar eine eigne Lust, Proselyten zu machen, dasjenige, was er an sich schätzt, auch außer sich in anderen zur Erscheinung zu bringen, sie genießen zu lassen, was er selbst genießt und sich in ihnen wiederzufinden und darzustellen. Fürwahr, wenn dies auch Egoismus ist, so ist er der liebenswürdigste und lobenswürdigste, derjenige, der uns zu Menschen gemacht hat und uns als Menschen erhält.
Goethe (1749-1832), Wanderjahre II,3

Der Mensch hat im Innern seine Zier, im Äußeren das Tier.

Der Mensch hat immer Vergnügen und Erfolg mit Glückseligkeit verwechselt.
Yehudi Menuhin, Kunst als Hoffnung für die Menschheit

Der Mensch hat in seiner Natur einen gewissen Trieb zur Vollendung, vermöge dessen er nichts gern halb lässt.
Engel, 1. Brief an Herrn Dutens

Der Mensch hat kein Warum.
info] Er soll nicht fragen, warum Gott dies oder jenes tue.

Der Mensch hat keinen anderen Wert als seine Wirkungen.
Schiller

Der Mensch hat keinen größeren Feind als sich selbst.
fr] L'homme est son plus grand ennemi.

Der Mensch hat keinen Zweck, als eben Mensch zu sein.
L. Schefer, Laienbrevier, Dezember

Der Mensch hat mehr Trieb als Fähigkeit, gerecht zu sein.
Hebbel, Tagebücher, 20.9. 1837

Der Mensch hat nach der Geburt noch eine Metamorphose zu bestehen, die der Pubertät. Die Pubertät kann sich lange verziehen, weil zuerst das Knochensystem sein volles Recht haben muss.
Goethe (1749-1832), Riemer, Mitte Februar 1831

Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören. Man könnte den Menschen geradezu als ein Wesen definieren, das nie zuhört.
Tucholsky

Der Mensch hat nicht die Macht, von Gott zu sprechen wie von der menschlichen Natur des Menschen und wie von der Farbe eines von Menschenhand geschaffenen Werkes.
Hildegard von Bingen, Briefwechsel

Der Mensch hat nicht mehr als zwei Hände.

Der Mensch hat nur allzusehr Ursache, sich vor dem Menschen zu schützen.
Goethe (1749-1832), Wanderjahre I,4

Der Mensch hat nur drei Möglichkeiten, dem Tadel der Welt zu begegnen: ihn zu verachten, ihn mit gleicher Münze heimzuzahlen oder bemüht zu sein, so zu leben, dass er ihn sich nicht zuzieht. Der erste wird gewöhnlich vorgetäuscht, der dritte ist fast unmöglich, der zweite aber stellt die allgemeine Praxis dar.
Swift, Gedanken über verschiedene Gegenstände

Der Mensch hat nur ein Leben, aber viel Zeiten.
Finnland

Der Mensch hat nur ein Leben.. nein, es ist nicht nur ein Leben - in dem einen Leben muss man viele durchleben; darin liegt das ganze Unglück, aber auch das ganze Glück.
Ehrenburg, Memoiren

Der Mensch hat nur von seiner Hochzeit und von seinem Tod etwas.

Der Mensch hat sich so sehr daran gewöhnt, nicht glücklich zu sein, und es scheint uns so natürlich, alles, was uns wertvoll ist, durch tausend Mühsale zu erkaufen, dass uns verdächtig vorkommt, was sich leicht macht..
La Bruyère, Vom Menschen

Der Mensch hat so viel Weh, wie viel Fische der Bodensee.
info] Er soll ja, wie behauptet wird, überhaupt nur drei gute Tage haben: Geburts-, Hochzeits- und Begräbnistag, von denen aber der erste und letzte außerhalb seines Bewusstseins liegen und der zweite nicht selten sein Unglückstag ist.
fr] L'homme en son heur n'a que trois jours d'honneur.
la] Hominis triplex tantum publici honoris dies.

Der Mensch hat so viele Wünsche wie der Sommer Fliegen.
Mongolei

Der Mensch hat verschiedene Stufen, die er durchlaufen muss, und jede Stufe führt ihre besonderen Tugenden und Fehler mit sich, die in der Epoche, wo sie kommen, durchaus als naturgemäß zu betrachten und gewissermaßen recht sind. Auf der folgenden Stufe ist er wieder ein anderer, von den früheren Tugenden und Fehlern ist keine Spur mehr, aber andere Arten und Unarten sind an deren Stelle getreten. Und so geht es fort, bis zu der letzten Verwandlung, von der wir noch nicht wissen, wie wir sein werden.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 6.3.1831

Der Mensch hat viel gelernt, wenn er gelernt hat, wohl zu sterben.

Der Mensch hat wirklich viel zu tun, wenn er sein eigenes Positive bis ans Ende durchführen will.
Goethe (1749-1832), An K. F. v. Reinhard, 12.5.1826

Der Mensch hat wohl zwei Hände, aber nicht drei.
Russland

Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenn's ihm gut geht, und eine, wenn's ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion.
Tucholsky

Der Mensch hat zwei Gesichter.
fr] Homme à deux visages.
la] Homo ianus.

Der Mensch hat zwei Ohren und ein mund, dass er viel hören und wenig reden soll.
z] Aber er soll doch sich nicht wie ein Stummer geberden.'
la] Tam malum est tacere multum, quam malum est multum loqui.

Der Mensch hat zwei Ohren und einen Mund, meistens aber ist es umgekehrt.

Der Mensch hat zweiunddreißig Eigenschaften, der Schuh aber sechsunddreißig.
Indien, Sindhi
info] Strafen wurden durch Schläge mit dem Schuh ausgeführt

Der Mensch häuft um des Weibes willen böse Werke auf, dafür muss er Pein erdulden im Jenseits und schon hienieden.
Mahâbhârata, Buch 12

Der Mensch heiligt den Ort.

Der Mensch heiligt und vergöttlicht seine Leidenschaften, ganz besonders aber dann, wenn sie für seine persönliche und soziale Erhaltung nützlich sind.
Lafargue, Der Ursprung der Idee des Gerechten und Ungerechten

Der Mensch het en Mage, un nit umesunscht.
z] Der fränkische Bauer in der bairischen Rheinpfalz, hat eine Redensart, die, wenn ich nicht irre, den Versen eines der zahlreichen Local- und Dialektdichter entnommen ist, und lautet: Der Mensch het u.s.w. Dies beherzigend, pflegt der Franke den Magencultus. Während die niedersächsische Küche die kräftigste, ist die fränkische die feinste.

Der Mensch hilft sich selbst am besten.
Goethe (1749-1832), Lila A II / Almaide

Der Mensch hingegen bedarf geistiger Nahrung durch Lernen und Denken, unaufhörlich sucht oder treibt er etwas, und Sehen und Hören macht ihm Vergnügen.
Cicero (103-43 v. Chr.), Drei Bücher von den Pflichten

Der Mensch hinterlässt seinen Namen, die Wildgang - ihr Geschrei.

Der Mensch hofft zu leben, auch wenn der Tod ihm auf der Zunge sitzt.

Der Mensch hofft, so lang er lebt.

Der Mensch in großen Sorgen steht, voraus, wenn er schlafen geht; Herr Gott, ich bitt', wach' du für mich, so mag ich schlafen sicherlich.
info] Über einer Schlafkammer.

Der Mensch irrt, solange er lebt.

Der Mensch is kêne Schite Struh.
Oberlausitz

Der Mensch is nor wie a Stolier, hant (heut) lebt er, morgen starbt er.
Jüdisch-deutsch, Warschau
info] S'tolier, polnisch Stolarz = Tischler. Scherzhaft um auszudrücken, wie leicht ein Mensch sterben kann.

Der Mensch is vernarrt.
Jüdisch-deutsch, Warschau
info] Die Leidenschaften machen oft den Menschen in seinem Urteile befangen.

Der Mensch isst die Eier, sagt die Henne, und ich habe den Schmerz des Legens.
Surinam
info] Klage dessen, der sich für andere plagen muss.

Der Mensch isst Korn, aber das Korn kann den Menschen essen.
Kongo
info] Wenn Menschen für Korn verkauft werden

Der Mensch ist (gleicht) ein(em) Pfennig; bald gilt er viel, bald wenig, bald gar nichts.
la] Saepe homo agit mane comoedum, vespere tragoedum.

Der Mensch ist achtzig Jahre Schuljunge.

Der Mensch ist als wirklich in die Mitte einer wirklichen Welt gesetzt und mit solchen Organen begabt, dass er das Wirkliche und nebenbei das Mögliche erkennen und hervorbringen kann. Alle gesunden Menschen haben die Überzeugung ihres Daseins und eines Daseienden um sie her.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 266

Der Mensch ist also der höchste Gegenstand.. der sich der Feder unseres Historikers oder unseres Dichters bietet; und wenn wir seine Taten schildern, müssen wir große Vorsicht walten lassen, dass wir nicht die Fähigkeiten der von uns beschriebenen handelnden Personen übersteigern.
Fielding, Tom Jones

Der Mensch ist auch in seinen Lastern ein Gewohnheitstier..
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Der Mensch ist auf die Welt gekommen, um Streiche zu spielen, nicht, um zu scheißen.

Der Mensch ist außerdem auch ein auf sinnvolles Handeln, auf weisere Ordnung des Lebens hinstrebendes Tier - eine Kreatur, die, wenn sie sich opfert, Ideen und Idealen dienen will..
Arnold Zweig, Kriegsromane

Der Mensch ist außerhalb seines Leibes, wenn er erzürnt wird.

Der Mensch ist begierig nach vorgestellten Erlebnissen, aber er weigert sich, seine gehabten Erlebnisse zu erkennen.
Hugo von Hofmannsthal

Der Mensch ist bereit, das zu lernen, was ihn bestätigt.
Ernst R. Hauschka

Der Mensch ist bereit, für jede Idee zu sterben, vorausgesetzt, dass ihm die Idee nicht ganz klar ist.
G. K. Chesterton

Der Mensch ist bis zum Tode Schulkind.

Der Mensch ist dann alt, wenn er im Grabe fault.

Der Mensch ist das beste Raubtier. Allen Tieren hat der Mensch schon ihre Tugenden abgeraubt. Nur noch die Vögel sind über ihm. Und wenn der Mensch auch fliegen lernte, wehe! wo hinauf würde seine Raublust fliegen?
Nietzsche, Das Lied der Schwermut

Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das erzogen werden muss.
Immanuel Kant, Über Pädagogik

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das Feuer machen kann, und das hat ihm die Herrschaft über die Welt gegeben.
Antoine Comte de Rivarol, Maximen und Reflexionen

Der Mensch ist das einzige Tier, das arbeiten muss.
Immanuel Kant

Der Mensch ist das einzige Tier, das Feuer machen kann. Das hat ihm die Herrschaft über die Erde gebracht.
Rivarol

Der Mensch ist das einzige Tier, das freundschaftlichen Verkehr mit seinen Opfern pflegen kann bis es sie verspeist.
Samuel Butler

Der Mensch ist das einzige Tier, das rot wird - oder erröten sollte.
Mark Twain, Querkopf Wilsons neuer Kalender

Der Mensch ist das Köstlichste und Kostbarste auf Erden; daher darf auch nicht das winzigste Stäubchen von ihm verlorengehen.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Der Mensch ist das Raubtier mit den Händen.
Oswald Spengler

Der Mensch ist das Wesen, das dazu verurteilt ist, Notwendigkeit in Freiheit umzusetzen.
Ortega y Gasset, Aufstand der Massen

Der Mensch ist das zu sich selbst und damit gegen sich selbst stellungnehmende Wesen, und er ringt ein spezifisches Verhalten nach außen einem anderen, gleichmöglichen, in sich selbst ab.

Der Mensch ist dazu gemacht, außer sich zu leben, ehe er in sich selbst zurückkehrt.
Christian Garve, Über Gesellschaft und Einsamkeit

Der Mensch ist dazu verurteilt, Dichter seines Romans zu sein.
>Sprüche der Weisen

Der Mensch ist dem Irren unterworfen, und wie er in einer Folge, wie er anhaltend irrt, so wird er sogleich falsch gegen sich und gegen andere, dieser Irrtum mag in Meinungen oder in Neigungen bestehen.
Goethe (1749-1832), Geschichte der Farbenlehre 6. Abt. - Newtons Persönlichkeit

Der Mensch ist dem Menschen das Interessanteste und sollte ihn vielleicht ganz allein interessieren. Alles andere, was uns umgibt, ist entweder nur Element, in dem wir leben, oder Werkzeug, dessen wir uns bedienen.
Goethe (1749-1832), Wilhelm Meisters Lehrjahre

Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.
la] Homo homini lupus.

Der Mensch ist dem Menschen nötig.
Türkei

Der Mensch ist der Anfang der Religion, der Mensch der Mittelpunkt der Religion, der Mensch das Ende der Religion.
Ludwig Feuerbach, Das Wesen des Christentums

Der Mensch ist der Bogen, der Gedanke - der Pfeil und die Rechtschaffenheit - das Ziel.

Der Mensch ist der einzige Fehler der Natur.
England

Der Mensch ist der größten Werke alsdann fähig, wenn seine Geisteskräfte schon wieder abnehmen..
Georg Christoph Lichtenberg, Aphorismen

Der Mensch ist der höchste Gegenstand der schönheitbildenden Kunst.
Forster, Die Kunst und das Zeitalter

Der Mensch ist der Sklave der Wohltat.
info] Jede empfangene Wohltat macht uns mehr oder weniger von dem Wohltäter abhängig; und das Gefühl dieser Abhängigkeit ist immer ein drückendes.

Der Mensch ist der Spiegel des Menschen.
Türkei

Der Mensch ist des Menschen erster und vorzüglichster Lehrer.
Herder, Vorrede zu den Palmblättern

Der Mensch ist des Menschen Verderben.

Der Mensch ist des Menschen Wolf.

Der Mensch ist des Todes Kind.
Estland

Der Mensch ist die Achse der Welt.
Maxim Gorki (1868-1936), Anton Tschechow

Der Mensch ist die Arznei des Menschen. Nigeria

Der Mensch ist die Arznei des Menschen.
Nigeria

Der Mensch ist die Dornenkrone der Schöpfung.
Stanislaw Jerzy Lec

Der Mensch ist die ideale Gottvorstellung des Hundes.
Holbrook Jackson (1874 - 1948)

Der Mensch ist die Krone der Schöpfung - aber wer sagt das? Der Mensch.
Frankreich

Der Mensch ist die Krönung der zehntausend Wesen.

Der Mensch ist die Medizin des Menschen.

Der Mensch ist die Vereinigung zweier Prinzipien: des animalischen, körperlichen und des vernünftigen, geistigen. Die Bewegung des Lebens vollzieht sich im animalischen Wesen.. das vernünftige, geistige Wesen gibt dieser Bewegung die Richtung.
L. Tolstoi, an M. L. Tolstoi, 16. -19. 10. 1895

Der Mensch ist doch wie ein Nachtgänger, er steigt die gefährlichsten Kanten im Schlafe.
Goethe (1749-1832), An Charlotte v.Stein, 7.11.1780

Der Mensch ist durch seine Gewinnsucht verflucht. Unsere Arbeit ist mit goldenen Ketten an Hunger und Wucher, an Lüge und Ungerechtigkeit geschmiedet. Die Sünde unserer Versklavung ist die Furcht vor dem goldenen Kalb.
Gladkow, Der Schnee schmilzt

Der Mensch ist durch seine Natur und durch die Natur der Dinge zu verschiedenen Schicksalen bestimmt, Lust und Schmerz, Glück und Unglück in ihren höchsten Graden sind ihm gleich entfernt und gleich nah. Von dem Übel, von dem Guten ist ihm, wenn ich es so nennen darf, eine Vorahndung gegeben, die zugleich innigst mit der Kraft verbunden ist, die Bürden des Lebens auf sich zu nehmen und zu tragen.
Goethe (1749-1832), Theatralische Sendung II,5

Der Mensch ist durch seinen Willen sehend, aber auch durch seinen Willen blind. Er ist durch seinen Willen frei und durch seinen Willen ein Sklav. Er ist durch seinen Willen redlich und durch seinen Willen ein Schurke.
Pestalozzi, Entwicklung des Menschengeschlechtes

Der Mensch ist egoistisch, aber haut, schießt, sticht seinesgleichen..
Büchner, Paralipomena: Woyzeck

Der Mensch ist eher geboren als der Amtmann.

Der Mensch ist ein anbetendes Tier.
Charles Baudelaire (1821-1867), Tagebücher

Der Mensch ist ein beschränktes Wesen, unsere Beschränkung zu überdenken, ist der Sonntag gewidmet.
Goethe (1749-1832), Wanderjahre I,7

Der Mensch ist ein Bettler: die Kappen hat er vom Marder, den Pelz vom Fuchsen, den Rock vom Lämmel, das Hemd vom Flachs der Erden, die Strümpff vom Seidenwurm, die Schuh vom Ochsen; soll er alles heimbgeben, so würd er da stehen, wie eine gerupffte Gans.

Der Mensch ist ein Blatt vom Baum, das schon niederfällt, wenn's aufgegangen kaum.

Der Mensch ist ein Buch, welches zu Leipzig geschrieben, zu Schweinfurt gedruckt, zu Ach (Aachen) eingebunden, zu Costnitz feil, zu Lusswitz zu erfragen.

Der Mensch ist ein einfaches Wesen. Und wie reich, mannigfaltig und unergründlich er auch sein mag, so ist doch der Kreis seiner Zustände bald durchlaufen.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 1.5.1825

Der Mensch ist ein Fangball des Schicksals.
la] Pilas quasi dii habent homines. Plautus

Der Mensch ist ein Feld, auf dem alles wachsen kann.

Der Mensch ist ein Fischer, der in trübem Wasser fischen muss; wenn er vermeint, er hab weiß was, so hat er einen Krebs oder gar nichts.

Der Mensch ist ein geborenes Kind, seine höchste Gabe ist die Gabe des Wachsens.
Rabindranath Tagore

Der Mensch ist ein Gebräu aus einem Quentel Witz und einem Zentner Narretei.
z] Torheit ein Zentner oder mehr, und Leidenschaften meist nicht minder, Weisheit ein Quentchen ungefähr das ist der Mensch, ihr lieben Kinder.

Der Mensch ist ein Geschöpf, das nicht vom Brot allein lebt, sondern hauptsächlich von Schlagworten.
Robert Louis Stevenson

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
z] Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht und die Gewohnheit nennt er seine Amme. Schiller, Wallensteins Tod
info] Schopenhauer nennt den 'gewöhnlichen Menschen Fabrikware der Natur: Der Mensch ist im Grunde ein wildes, entsetzliches Tier das wir bloß im Zustande der Bändigung und Zähmung, welche Civilisation heißt, kennen. Nach Kant ist der Mensch ein Tier, das einen Herrn braucht. Nach Schopenhauer ist er 'ein entlassener Sträfling Gottes'. Nach Plinius d.A. ist der Mensch ein Tier, welches weint, und bestimmt, die übrigen zu beherrschen. Ein Franzose gab die Erklärung: Der Mensch ist ein Tier, das kocht. So wird nach verschiedenen Standpunkten verschieden aufgefasst und erklärt. Für den Philosophen ist er das Potenzlose als Individuum. Der Chemiker erblickt im Menschen eine Verbindung von 1/4 solider Masse, hauptsächlich Kohlenstoff und Nitrogen, mit 3/4 Wasser. Er bringt einen Menschen von 140 Pfund unter die hydraulische Presse und findet, dass er nichts ist als etwa 35 Pfund Kohlen- und Stickstoff mit 5 Eimer Wasser verdünnt.
fr] L'homme est vng arbre renuerse.
la] Homo arbor praepostera.

Der Mensch ist ein halber Prophet.
Jüdisch

Der Mensch ist ein hohes Wunder im chaotischen Dunkel der unerforschten Natur. In einem ewigen Wechsel tötet er sein Glück durch den Anspruch an sein Recht, durch den Anspruch an sein Glück. So geht er elend und rechtlos dahin und trägt die Schuld seiner Erschöpfung in sich selber.
Pestalozzi, Entwicklung des Menschengeschlechtes

Der Mensch ist ein lachendes Lebewesen.

Der Mensch ist ein lebender, Reichtum aber ein toter Schatz.

Der Mensch ist ein Lümmel, wenn er nicht ist wie der Himmel.
z] Gleich wie der Himmel in steter Bewegung ist, so soll der Mensch sein.

Der Mensch ist ein Madensack.

Der Mensch ist ein materielles Geschöpf, träge im Denken, schwerfällig im Erkennen der Zusammenhänge.
Stevenson, Die tollen Männer

Der Mensch ist ein mittelmäßiger Egoist, auch der Klügste nimmt seine Gewohnheit wichtiger als seinen Vorteil.
Nietzsche, Wille zur Macht

Der Mensch ist ein nachahmendes Geschöpf,
Und wer der Vorderste ist, führt die Herde.
Schiller, Wallensteins Tod, III, 4 (Wallenstein)

Der Mensch ist ein Ort des Vergessens.

Der Mensch ist ein Pferd, das sich selbst anspornt.
Fliegende Blätter

Der Mensch ist ein politisches Geschöpf, das am liebsten zu Klumpen geballt sein Leben verbringt. Jeder Klumpen hasst die anderen Klumpen, weil sie die anderen sind, und hasst die eignen, weil sie die eignen sind. Den letzteren Haß nennt man Patriotismus.
Tucholsky

Der Mensch ist ein politisches Wesen und zum Zusammenleben mit anderen geschaffen.
Aristoteles, Nikomachische Ethik

Der Mensch ist ein Reichtum.

Der Mensch ist ein Schlägl, Fabl und ein Grass, ein Blum, Heu und Wasserblass, ein Aschen, wie ein Glass zerbricht, ein Punkt, Schall, Wind und schwaches Licht.

Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch, - ein Seil über einem Abgrunde.
Nietzsche, Zarathustra

Der Mensch ist ein Sklave seines Wohltäters.
Iran

Der Mensch ist ein Spinnwebennest, wenn eine Fliege drein fallt, so bleibt sie hangen.
z] Künstlich, aber ein schlechtes Fundament, welches bald zu grunde geht. Die Spinne frisst den Faden wiederumb, also verzehrt sich der Mensch selber.

Der Mensch ist ein Spital oder Badstuben, wo man nichts als Klagen, Seuffzen, Jammern höret.

Der Mensch ist ein Stück Fleisch: drück es hart und es wird steif, drück es sanft und es wird locker.
Libanon

Der Mensch ist ein tapferes Tier. Die Scheußlichkeiten, übermenschlichen Qualen, untermenschlichen Todesarten des Krieges sind ihm kein Einwand gegen das Opfer seiner eigenen Existenz..
Arnold Zweig, Kriegsroman

Der Mensch ist ein Tier, das Geschäfte macht, kein anderes Tier tut dies - kein Hund tauscht Knochen mit einem anderen.
Adam Smith

Der Mensch ist ein Trödelmarkt.
z] Da findt man allerlei Waren; Leder, Leder, aber nur Elend-Leder; Flecke, aber nur Schandflecke; Samen, aber nur Forcht-Samen; Kreiden, aber nur Haus-Kreiden; Häut, aber nur Bären-Haut; Hafner-Arbeit, aber nur Krüg; Drexler-Arbeit, aber lauter Knöpff; Glaser-Arbeit, aber lauter Angster; Kartenmacher-Arbeit, aber lauter Säu.

Der Mensch ist ein Tummelplatz: die Empfängnus ist Sämerey, die Geburt Keyerey, das Leben Phantasey, die Kunst Tändlerey, dein Reichthumb Poßerey, dein Wandel Fresserey, dein Freud Vopperey und du bist ein Narrethey.

Der Mensch ist ein überwiegend schöpferisches Lebewesen, das dazu verurteilt ist, bewußt nach einem Ziel zu streben und sich mit der Wegebaukunst zu beschäftigen, das heißt, lebenslänglich und ohne Unterlaß sich einen Weg anzulegen, ganz gleich, wohin.
Dostojewski, Aufzeichnungen aus dem Untergrund

Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen, das immer dann die Ruhe verliert, wenn von ihm verlangt wird dass er nach Vernunftgesetzen handeln soll.
Oscar Wilde

Der Mensch ist ein wahrer Narziß, er bespiegelt sich überall gern selbst, er legt sich als Folie der ganzen Welt unter.
Goethe (1749-1832), Wahlverwandtschaften

Der Mensch ist ein Wesen, dessen Schöpfung nur ein halber Erfolg war. Er ist nur ein Entwurf von etwas. Ein Adler war gedacht: die Federn und Flügel waren bereits skizziert, aber die ganze Form wurde nicht vollendet.
Gottfried Benn

Der Mensch ist eine Brücke; Gutes und Schlechtes geht darüber.

Der Mensch ist eine Episode, ein Augenblick im Weltschicksal.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Der Mensch ist eine in der Knechtschaft seiner Organe lebende Intelligenz.
Aldous Huxley

Der Mensch ist eine kleine Welt.
dk] Mennesket er den lille verden; et kort begreb af alt.
ho] De mensch is eene kleine wereld.

Der Mensch ist eine lebende Leiche.
Russland

Der Mensch ist eine Maschine, in die wir Nahrung stecken und die Gedanken erzeugt.
England

Der Mensch ist eine nutzlose Leidenschaft.
Jean-Paul Sartre

Der Mensch ist eine seltsame und interessante Erfindung.
Mark Twain, Die Lehren angewendet

Der Mensch ist eine Sonne, seine Sinne sind seine (o. kleine) Planeten.
Novalis, Fragmente

Der Mensch ist eine Synthese des Seelischen und des Leiblichen. Aber eine Synthese ist nicht denkbar, wenn die zwei nicht in einem Dritten vereinigt werden. Dieses Dritte ist der Geist.
Søren Kierkegaard, Der Begriff Angst

Der Mensch ist eine Trommel, Kopf und Herz sind die Schlägel; wenn's klingen soll, müssen beide sich rühren.

Der Mensch ist eine wandelnde Leiche.
Russland

Der Mensch ist eine Wasserblase.
info] Sobald er geboren wird, fängt er an zu sterben. Hinfällig, vergänglich; sein Stolz auf äußeren Glanz und Schönheit wird in einem Augenblick mit aller seiner leiblichen Herrlichkeit zunichte. Das Wort wird dem deutschen Geschichtschreiber Joh. Aventinus zugeschrieben. Abraham a Sankta Clara (Juda der Erzschelm) schildert die Vergänglichkeit des Menschen in folgender Priamel: 'Der Mensch ist ein Schatten, der bald vergeht. Der Mensch ist ein Gras, das nicht lange steht. Der Mensch ist ein Rauch, der nicht lange währt, er ist ein Feuer, das sich selber verzehrt. Der Mensch ist ein Wasser, das bald abrinnt, er ist eine Kerzen, die bald abnimmt. Der Mensch ist ein Glas, das bald zerbricht, er ist ein Traum, er zeiget nicht. Der Mensch ist ein Wachs, das bald erweicht, er ist eine Rose, die bald verbleicht. Der Mensch ist ein Fleisch, das bald stinkt; er ist ein Schiffel, das bald sinkt. Der Mensch ist ein Garten voller Disteln, eine Rose voller Dörner, ein Himmel voller Finsternis, ein Kuchl voller Rauch, ein Haus voller Winckel, ein Buch voller Fehler, ein Kalender voller trübes Wetter, ein Baum voller faulen Früchte, ein Wein voller Gleger, ein Meer voller Schiffbruch, ein Fleisch voller Würm, ein Licht voller Butzen, ein Geschirr voller Schmutz, ein Leibeigner voller Schulden.
z] Die Physiologen haben zutreffend gesagt: Der Mensch sei das Geschöpf par excellence, denn in seinem Organismus sind nicht nur die Facultäten und Kriterien aller Tierklassen, sondern alle Reiche der Natur zum harmonischen Ganzen versöhnt.

Der Mensch ist eitel, der Komödiant ist eitler und am eitelsten der politische Redner.
Franz Werfel, Das Reich Gottes in Böhmen

Der Mensch ist elend genug, der nichts von Elend weiß.
la] Qui adversa nescit, prorsus homo miserrimus est.

Der Mensch ist Erd und Kot; so seind sein gedancken nur jrdisch und kotig, und halten sich nur zum boden.
info] Allerdings hängt der Mensch vom Boden ab, aber der bestimmte Mensch, der Mensch dieses Stammes, dieses Volks nicht von der Erde im allgemeinen, sondern gerade von diesem Boden, nicht vom Wasser im allgemeinen, sondern von diesem Wasser.

Der Mensch ist Erde und wird Erde.
z] Der Mensch ist die Summe von Eltern und Amme, von Ort und Zeit, von Luft und Wetter, von Schall und Licht, von Kost und Kleidung. Sein Wille ist die notwendige Folge aller jener Ursachen, gebunden an ein Naturgesetz, das wir aus seiner Erscheinung erkennen, wie den Planet an seiner Bahn, wie die Pflanze an dem Boden.
la] Terra es, terram geris, terram teris, in terram reverteris.

Der Mensch ist frei geboren und dennoch liegt er überall in Ketten.
Jean-Jacques Rousseau, Der Gesellschaftsvertrag

Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten.
Jean-Jacques Rousseau, Der Gesellschaftsvertrag I, Der Gegenstand dieses Buches

Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
Und würd' er in Ketten geboren!
Laßt euch nicht irren des Pöbels Geschrei,
Noch den Missbrauch rasender Toren!
Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freien Menschen erzittert nicht.
Schiller, Die Worte des Glaubens

Der Mensch ist für eine freie Existenz gemacht, und sein innerstes Wesen sehnet sich nach dem Vollkommenen, Ewigen und Unendlichen, als seinem Ursprung und Ziel. Er ist hier aber an das Unvollkommene gebunden, an Zeit und Ort; und wird dadurch gehindert und gehalten und von dem väterlichen Boden getrennt.
M. Claudius, Vorrede zu Fénélons Werken religiösen Inhalts

Der Mensch ist geartet wie sein Gesäß, man hat stets dran zu putzen.

Der Mensch ist genugsam ausgestattet zu allen wahren irdischen Bedürfnissen, wenn' er seinen Sinnen traut und sie dergestalt ausbildet, dass sie des Vertrauen wert bleiben.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1194

Der Mensch ist geringer als die Engel geschaffen worden - und seitdem immer geringer geworden.
USA

Der Mensch ist geschaffen, um zu arbeiten; der Vogel, um zu fliegen.

Der Mensch ist gewohnt, die Dinge nur in dem Maße zu schätzen, als sie ihm nützlich sind, und da er, seiner Natur und seiner Lage nach, sich für das Letzte der Schöpfung halten muss: warum sollte er auch nicht denken, dass er ihr letzter Endzweck sei.
Goethe (1749-1832), Versuch einer allgemeinen Vergleichungslehre

Der Mensch ist gleich dem Mondschein, welcher von seiner Erschaffung an niemals in einem Stand und Bestand gestanden, sondern sich alle Minuten verändert.
Abraham a Santa Clara (1644-1709), Der wankelmütige Narr

Der Mensch ist Gottes und nicht des Kaisers.
info] Der 'Racker von Staat' darf ihn nicht vollständig aufzehren.
mhd] Der mensche is gotes und nit des keisers.

Der Mensch ist groß in allen Dingen, die er nachzuprüfen sucht.
César Chesneau Du Marsais/Paul H. D. Baron von Holbach, Essay über die Vorurteile

Der Mensch ist gut und will das Gute, er will nur dabei auch wohl sein, wenn er es tut; und wenn er böse ist, so hat man ihm sicher den Weg verrammelt, auf dem er gut sein wollte.
Pestalozzi, Wie Gertrud ihre Kinder lehrt

Der Mensch ist gut, aber die Menschen taugen nichts.

Der Mensch ist härter als Stein und zarter als eine Rose.
tü] İnsan taştan pek, gülden naziktir.

Der Mensch ist heute in erster Linie nicht als ein isoliert biologisches Faktum gegeben, sondern als ein gesellschaftliches, als ein Zoon politikon.
Becher, Von der Tribüne

Der Mensch ist hoch von Gott geehrt, den redlich sein Beruf ernährt.

Der Mensch ist im Grunde Begierde, Gott zu sein.
J. P. Sartre

Der Mensch ist im Leben dreimal dumm: Zum ersten Mal in der Kindheit, zum zweiten Mal, wenn er sich verheiratet, zum dritten Mal im Alter.

Der Mensch ist im wörtlichsten Sinne ein zoon politikon, nicht nur ein geselliges Tier, sondern auch ein Tier, das nur in der Gesellschaft sich vereinzeln kann.
Marx

Der Mensch ist immer geneigt, Gründe für sein Benehmen zu suchen, die zu seiner Rechtfertigung dienen.
Tschernyschewski, Was tun?

Der Mensch ist immer noch der beste Computer.
John F. Kennedy

Der Mensch ist immer parteiisch und tut sehr recht daran. Selbst Unparteilichkeit ist parteiisch.
Lichtenberg, Aphorismen

Der Mensch ist immer sterblich.

Der Mensch ist in dem Augenblicke, als er das Objekt ausspricht, unter und über ihm, Mensch und Gott in einer Natur vermittelt.
Goethe (1749-1832), Riemer, 2.8.1807

Der Mensch ist in der Welt allüberall vom Tod umstellt.
bm] Človĕk na svĕtĕ okolo smrti se plete.

Der Mensch ist in der Welt wie die Biene in der Blume.
Illyrien

Der Mensch ist in der Welt wie die Blase auf dem Wasser.
Russland

Der Mensch ist in seinem Dasein nur zweimal ein völlig Ganzes: im gedankenlosen Genusse der Jugend und in der bedingungslosen Ergebung des Alters.
Peter Rosegger

Der Mensch ist in seinen Handlungen frei und als freies Wesen von einer immateriellen Substanz beseelt.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Der Mensch ist ja nicht vom Haken zu nehmen.

Der Mensch ist kein Engel, der Mensch ist kein Ackervagerl.

Der Mensch ist kein Handschuh, den man umdreht und nachschaut, was da drin ist.

Der Mensch ist kein lehrendes, er ist ein lebendes, handelndes und wirkendes Wesen.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Kunst. Diderots Versuch über die Malerei. Geständnis des Übersetzers

Der Mensch ist kein Mann, so lange ihn das Weib nicht getauft hat.
slow] Zhlovek ni zhlovek, dokijer ga shena.

Der Mensch ist kein Vogel, der ohne Muttermilch lebt oder ohne Brunnenwasser wächst.

Der Mensch ist keine Kokosnuß, die man aufschneidet, um zu sehen, was drinnen ist.
Jabo, Afrika

Der Mensch ist keinen Heller wert.
la] Homo non semissis. Cicero

Der Mensch ist kleiner als er selbst.
Fliegende Blätter

Der Mensch ist koin Eilweg.
Schwaben

Der Mensch ist manchmal seines Schicksals Meister.
William Shakespeare

Der Mensch ist manipulierbar wie eine Maschine; aber wenn er gedemütigt wird, ist er irreparabel.
Fliegende Blätter

Der Mensch ist Mensch, weil er Selbstbeherrschung üben kann, und nur insoweit, als er Selbstbeherrschung übt.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Der Mensch ist mit Fähigkeiten begabt, die sich nur bei zufälligen Gelegenheiten äußern.
Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher

Der Mensch ist mit jeder Minute ein anderer, doch sich selbst sonderbar gleich beharrlich in der Veränderung, dies ist ein Vorzug des höhern Wesens. Die Pflanze zum Beispiel, deren organische Natur so viel Ähnlichkeit mit der unsrigen hat, wird ganz verändert und durchaus ihre Identität geht verloren.
Goethe (1749-1832), Sophie v. Schardt, Anfang Dezember 1805/11.6.1806

Der Mensch ist mit nichts zufrieden, außer mit sich selbst. Je kleiner sein Gehirn ist, desto zufriedener ist er.
Graffito

Der Mensch ist mit seinem Wohnorte so nah verwandt, dass die Betrachtung über diesen auch uns über den Bewohner aufklären muss.
Goethe (1749-1832), An Knebel, 30.12.1785

Der Mensch ist nachahmendes Geschöpf,
Und wer der vorderste ist, führt die Herde.
Friedrich Schiller, Wallensteins Tod (Wallenstein)

Der Mensch ist nächst Gott in ganz besonderem Maße den Eltern und dem Vaterland verpflichtet. Wie es daher zur Religion gehört, Gott zu verehren, so ist es eine Pflicht der Pietät, den Eltern und dem Vaterlande Verehrung entgegenzubringen.
Thomas von Aquino

Der Mensch ist nicht allein ein Werk der Umstände, sondern die Umstände sind ein Werk der Menschen.
Benjamin Disraeli

Der Mensch ist nicht arm, wenn er nichts besitzt, sondern wenn er nicht arbeiten mag.
Montesquieu

Der Mensch ist nicht auf der Welt, um glücklich zu sein.
England

Der Mensch ist nicht das verständigste Wesen, weil er Hände hat, sondern weil er das verständigste Wesen ist, hat er Hände.
Aristoteles, Psychologie

Der Mensch ist nicht eher glücklich, als bis sein unbedingtes Streben sich selbst seine Begrenzung bestimmt.
Goethe (1749-1832), Wilhelm Meisters Lehrjahre

Der Mensch ist nicht einsam, aber Denken ist einsam.
Gottfried Benn

Der Mensch ist nicht ganz, es sei denn, er habe sein Liebstes und sehne sich dennoch danach.
Bettina von Arnim, An Achim von Arnim (Dezember 1809)

Der Mensch ist nicht geboren, die Probleme der Welt zu lösen, wohl aber zu suchen, wo das Problem angeht, und sich sodann in der Grenze des Begreiflichen zu halten.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 15.10.1825

Der Mensch ist nicht geboren, frei zu sein,
Und für den Edlen ist kein schöner Glück,
Als einem Fürsten, den er ehrt, zu dienen.
Goethe (1749-1832), Tasso A II Sz 1 (Tasso) Vs 930f.

Der Mensch ist nicht geschaffen, um zu denken.
Rousseau.
ho] De pastoor is het met Rousseau eens: de mensch is niet geschapen, om te denken.

Der Mensch ist nicht mehr als ein anderer, wenn er nicht mehr tut als ein anderer.
Cervantes

Der Mensch ist nicht nur dazu da, um sich zu ernähren, sondern auch, um die Welt darzustellen und Dinge um ihrer Schönheit willen und zur eigenen Freude zu erschaffen.
Capek, Die Reise nach dem Norden

Der Mensch ist nicht ohne Kummer und die Erbse ohne Würmer.

Der Mensch ist nicht so böse, wie man manchmal denken sollte. Aber er wird nie so gut werden, wie Idealisten sich das denken.
Tucholsky, Replik

Der Mensch ist nicht vorstellbar ohne menschliche Gesellschaft.
Brecht, Notizen über Individuum und Masse

Der Mensch ist nie ein größerer Egoist als in Augenblicken seelischen Entzückens.
L. Tolstoi, Die Kosaken

Der Mensch ist nie ungeneigter zu glauben, als wenn er von einer Begebenheit überrascht wird, an die er gar nicht als eine mögliche Sache gedacht hatte.
Wieland, Geschichte der Abderiten

Der Mensch ist niedrig und gemein, wenn er sich in seiner niedrigen Leidenschaft getroffen fühlt.
Alexandre Dumas d. J., Die Kameliendame

Der Mensch ist niemals alt und klug genug, um die Zeit richtig einzuschätzen.
Tammsaare, Ich liebte eine Deutsche

Der Mensch ist niemals ganz Herr von sich selbst. Da er die Zukunft nicht weiß, da ihm sogar der nächste Augenblick verborgen ist, so hat er oft, wenn er etwas Ungemeines vornimmt, mit unwillkürlichen Empfindungen, Ahnungen, traumartigen Vorstellungen zu kämpfen, über die man kurz hinterdrein wohl lachen kamt, die aber oft in dem Augenblicke der Entscheidung höchst beschwerlich sind.
Goethe (1749-1832), Briefe aus der Schweiz 1779. Münster, 11. 11.

Der Mensch ist nur dann unfrei, wenn er wider seine vernünftige Natur handelt.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1906)

Der Mensch ist nur dann wahrhaft Mensch, wenn er der Selbstbeherrschung fähig ist und selbst dann nur, wenn er sie ausübt.
Gandhi, Der Heilige und Staatsmann

Der Mensch ist nur dann wahrhaft Mensch, wenn er der Selbstbeherrschung fähig ist, und selbst dann nur, wenn er sie ausübt.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Der Mensch ist nur ein Schatten und sein Leben ein Traum.
Herder, Palmblätter, Mirzas Gesicht

Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste der Natur; aber er ist ein denkendes Schilfrohr. Es ist nicht nötig, dass das ganze Weltall sich waffne, ihn zu zermalmen: ein Dampf, ein Wassertropfen genügen, um ihn zu töten. Aber wenn das Weltall ihn zermalmte, so wäre der Mensch noch edler als das, was ihn tötet, denn er weiß, dass er stirbt, und kennt die Überlegenheit, die das Weltall über ihn hat; das Weltall weiß nichts davon.
Unsere ganze Würde besteht also im Gedanken. Daraus muss unser Stolz kommen, nicht aus Raum und Zelt, die wir nicht ausfüllen können. Bemühen wir uns also, gut zu denken: Das ist das Prinzip der Moral.
Pascal, Gedanken

Der Mensch ist schlimmer als ein Tier, er isst alles auf.

Der Mensch ist schwach, und man kann ihm alles verzeihen, nur Unverschämtheit nicht.
Block, Catilina

Der Mensch ist sein eigener Romanschriftsteller.
Ortega y Gasset, Der Aufstand der Massen, Vorwort

Der Mensch ist sein eigener Teufel.

Der Mensch ist seinem Wesen nach ein dummes Tier, und seine geistigen Fortschritte sind nur eitle Mühen seiner Unrast.
Anatole France

Der Mensch ist seiner Natur nach eine tapfere Bestie.
Heine, Die Februarrevolution

Der Mensch ist seiner Natur nach Künstler. Er ist stets bestrebt, auf diese oder jene Weise Schönheit in sein Leben zu bringen.
Maxim Gorki (1868-193), Von 'kleinen' Leuten und ihrer großen Arbeit

Der Mensch ist seines Glückes Schmied.

Der Mensch ist seines Glückes Schmied.
info] Der Mensch bildet sich sein Schicksal und das Schicksal bildet sich seinen Menschen.

Der Mensch ist selbst sein Gott und sein Beruf ist: Handeln.
C. U. Tiedge, Urania II

Der Mensch ist selbst sein Gott und selbst sein Teufel.

Der Mensch ist sichtbar zum Denken geschaffen; darin besteht seine Würde und sein Verdienst.
Pascal, Pensées

Der Mensch ist so ein lust- und hilfsbedürftiges Wesen, dass man ihm nicht verargen kann, wenn er sich überall umsieht, wo er im Glück einigen Spaß und in der Bedrängtheit einigen Beistand finden kann.
Goethe (1749-1832), Geschichte der Farbenlehre 3. Abt. Bacon

Der Mensch ist so geneigt, sich mit dem Gemeinsten abzugeben. Geist und Sinne stumpfen sich so leicht gegen die Eindrücke des Schönen und Vollkommenen ab, dass man die Fähigkeit, es zu empfinden, bei sich auf alle Weise erhalten sollte. Denn einen solchen Genuss kann niemand ganz entbehren, und nur die Ungewohntheit, etwas Gutes zu genießen, ist Ursache, dass viele Menschen schon am albernen und Abgeschmackten, wenn es nur neu ist, Vergnügen finden.
Goethe (1749-1832), Lehrjahre V, 1

Der Mensch ist so verklemmt, dass er es nicht wagt, auch nur einem seiner Gefühle freien Lauf zu lassen.
Herzen, Mein Leben

Der Mensch ist ständig Zielscheibe für Schüsse aus dem Hinterhalt.
Saint-Exupéry, Wind, Sand und Sterne

Der Mensch ist sterblich, ist Krankheit und Hunger unterworfen, muss sein Leben im Kampf verteidigen. Das ist seine Unvollkommenheit, aber eben durch sie ist er groß, eben um ihretwillen ist ihm sein Leben lieb und wert. Sichere ihn gegen Tod, Schmerz, Unglücksfall, Kummer - und er wird zum türkischen Pascha, der sich in fauler Glückseligkeit langweilt..
Belinski, an W. P. Botkin, 17. 2. 1847

Der Mensch ist stolz auf seine Geburt, der Hirsch auf sein Geweih.

Der Mensch ist ungleich, ungleich sind die Stunden,
Und niemand hat Erwünschtes fest in Armen,
Der sich nicht nach Erwünschterem töricht sehnte.
Goethe (1749-1832), Faust II A 1, Weitläufiger Saal (Megära) Vs 5372

Der Mensch ist unglücklich, bloß weil er die Natur misskennt. Sein Geist ist von Vorurteilen angesteckt, dass man glauben sollte, er sei für immer zum Irrtum verdammt.
Holbach, System der Natur

Der Mensch ist unsinnig genug, zu seinem Unglück die Waffen zu ergreifen, sich seinen Untergang zu erkämpfen.
Forster, Ein Blick in das Ganze der Natur

Der Mensch ist unter allen Tieren der größte Vernichter; er führt Krieg gegen alle anderen und gegen seine eigene Gattung.
M. Grimm, Buffons, 'Naturgeschichte'

Der Mensch ist veränderlich.

Der Mensch ist verborgen (o. verdeckt) unter seiner Zunge.

Der Mensch ist verdeckt unter seiner Zunge.

Der Mensch ist verloren, der sich früh für ein Genie hält.
Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher

Der Mensch ist voll von schlummernder Liebe. Glücklich ist der, in dem sie erwacht und der sie lebendig zu erhalten versteht. Er sucht und verspürt in sich Glück, um die Menschen zu beglücken, Licht um anderen zu leuchten, einen dauernden Strom, eine lebendige Hoffnung!
Thälmann, an Rosa, März 1936

Der Mensch ist von Hause aus tätig [..], und wenn man ihm zu gebieten versteht, so fährt er gleich dahinter her, handelt und richtet aus.
Goethe (1749-1832), Wahlverwandtschaften II,18

Der Mensch ist von Natur aus ehrgeizig und misstrauisch und weiß sich im Glück nicht zu mäßigen.
Niccolò Machiavelli, Vom Staat

Der Mensch ist von Natur aus Mitläufer.
Friedrich Sieburg, Die Lust am Untergang

Der Mensch ist von Natur ein Gemeinschaft bildendes Wesen.
Aristoteles, Nikomachische Ethik

Der Mensch ist vor allen anderen Geschöpfen ein auf Hoffnung gestelltes Wesen.

Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will es, dass, wer einen Engel aus ihm machen will, ein Tier aus ihm macht.
Pascal, Gedanken

Der Mensch ist weise, so lange er die Weisheit sucht; aber sobald er sie gefunden zu haben meint, verliert er den Kopf.
Arabien
la] Saperdae nobis videmur esse, quum simus sapri.

Der Mensch ist wie Anemonen (= vergänglich).

Der Mensch ist wie das Schaf, einer geht dem anderen nach.

Der Mensch ist wie der Käse: Er muss eine Rinde haben, sonst geht er kaputt.
Fliegende Blätter

Der Mensch ist wie die Erde selbst: eine dünne Kruste des Bewußtseins deckt ihn, und darunter, tief darunter, lodern die hellen Flammen des unbewußten Ich. So erklärt sich, wie ein Mensch plötzlich vulkanisch werden kann - wie eine milde, ruhige Persönlichkeit in einem Augenblick zu einem sprühenden Ausbruch von Heroismus oder Verbrechen gelangt.
Herbert N. Casson, Human Nature, 13, Jeder Mann hat Bewußtsein und Unterbewußtsein

Der mensch ist wie ein sau.

Der Mensch ist wie eine Ameise, gleichzeitig schwach und gewaltig.

Der Mensch ist wie eine Republik oder vielmehr wie ein Kriegsheer. Hand, Fuß und alle Gliedmaßen dienen und helfen zu dem Zwecke, den sich das Haupt vorgesetzt hat, und ermüden nicht, beseelt von der Vorstellung des Zwecks, darum nennen es auch die Alten das Hegemonikon [das Herrschende]. Aber das Hegemonikon muss auch die Einsicht haben und den Soldaten die gehörige Erholung lassen.
Goethe (1749-1832), Riemer, Oktober/November 1807

Der Mensch ist wie Pfeffer, wenn du ihn noch nicht gekostet hast, weisst du nicht, wie scharf er ist.
Sudan

Der Mensch ist wie Pfeffer: Du weisst nicht, wie scharf er ist, bis du ihn kaust.
Haussa, Afrika

Der Mensch ist wie Pfeffer; wenn du ihn noch nicht gekostet hast, weißt du nicht, wie scharf er ist. Sudan

Der Mensch ist wohl ein seltsames Wesen! Seitdem ich weiß, wie es mit dem Kaleidoskop zugeht [..], interessiert michs nicht mehr.
Riemer, Anfang Juni 1818

Der Mensch ist zum Denken geboren.
Pascal

Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen.
Martin Luther

Der Mensch ist zur Arbeit wie der Vogel zum Fliegen gemacht.

Der Mensch ist zur Arbeit, der Vogel zum Fliegen geschaffen.
un] Ember a' dologra, madár a' szollásra termett.

Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt.
Jean-Paul Sartre, Kritik der dialektischen Vernunft

Der mensch ist zur freundtschafft geboren.
z] Kant: 'Der Mensch ist nicht für sich, sondern für die Gattung.'

Der Mensch ist zur Gemeinsamkeit geboren, sondert ihn ab, vereinsamt ihn, und seine Begriffe verwirren sich, sein Charakter wird verschroben, tausend lächerliche Gelüste keimen in seinem Herzen, abartige Gedanken wuchern in seinem Hirn wie Dornengestrüpp auf Brachland.
Diderot, Die Nonne

Der Mensch ist zur Geselligkeit und Freundschaft geboren.
Karamsin, Reise durch Deutschland

Der Mensch ist zur Spekulation geboren.

Der Mensch ist zusammengesetzt aus Vergessenheit.
Arabien

Der Mensch ist zweimal ein Kind.
Estland

Der Mensch ist, der lebendig fühlende,
Der leichte Raub des mächt'gen Augenblicks.
Schiller, Jungfrau von Orleans III, 6

Der Mensch ist, ich gesteh es euch, ein böses Lebewesen.
Molière, Tartuffe, V, 6

Der Mensch ist, was er denkt.
Hebbel, Tagebücher

Der Mensch ist, was er isst.
Ludwig Feuerbach (in der Anzeige von Moleschotts: Lehre der Nahrungsmittel für das Volk)

Der Mensch ist, was er ist, aber nicht, was er gewesen ist.
Jiddisch

Der Mensch ist.., wie alles in der Natur, in einem Zustande beständiger Umwandlung begriffen, er erwirbt und verliert Laster und Tugenden, Gefühle und Leidenschaften.
Lafargue, Die Anfänge der Romantik

Der Mensch ist's, der das Kleid ehrt, nicht umgekehrt.

Der Mensch kann alles, was er will.

Der Mensch kann alles, was er will.
info] Im Gebiet der Wahrheit und der Moral kann er freilich, was er will, wenn er die Kunst zu leiden versteht. Aber Börne klagt: 'Wenn die Menschen nur einen einzigen Tag wollten oder nur Einen Tag nicht wollten! Aber wollen, das ist's! Nichtwollen das ist's noch mehr.'

Der Mensch kann arzeneien;
Gott gibt das Gedeihen.

Der Mensch kann arzneien, Gott gibt das Gedeihen.

Der Mensch kann arzneien,
Gott gibt das Gedeihen.

Der Mensch kann aus sich selbst heraus weder Gefühle noch Vorstellungen haben, er muss alles erst empfangen, Schmerz und Lust werden ihm, wie sein ganzes Sein, von außen zuteil.
Voltaire, Zadig

Der Mensch kann bestimmte Verrichtungen überhaupt nicht ausführen, wenn er sie nicht ordentlich ausführt. Nämlich die sinnlosen.
Brecht, Flüchtlingsgespräche

Der Mensch kann doch nie auch nur einen Augenblick bestehen, ohne Werke zu tun. Denn ein jeder wird auch gegen seinen Willen gezwungen, zu wirken durch die seiner Natur eingeborenen Beschaffenheiten.
Mahâbhârata

Der Mensch kann immer sehr viel für sein inneres Glück tun und, was er äußern Ursachen sonst abbitten müsste, sich selbst geben.
W. v. Humboldt (1767-1835), Briefe an eine Freundin 21. 9. 1827

Der Mensch kann in keine gefährlichere Lage versetzt werden, als wenn durch äußere Umstände eine große Veränderung seines Zustandes bewirkt wird, ohne dass seine Art zu empfinden und zu denken darauf vorbereitet ist.
Goethe (1749-1832), Lehrjahre V,1

Der Mensch kann irren. Im Irrtum verharren jedoch wird nur der Tor.
Cicero

Der Mensch kann mehr, als er will.
Sophie Mereau, Betrachtungen

Der Mensch kann mit dem Menschen nur durch das gleiche Ideal Verbindung halten.
Saint-Exupéry

Der Mensch kann nicht Gemeines tun, er kann nur gemein denken und empfinden. Seine Handlungen selbst sind nur Stoff, an welchem sein Innres sich bewährt.
Hebbel, Tagebücher, 24. 11. 1838

Der Mensch kann nicht in einem einzelnen Lebensbereich recht tun, während er in irgendeinem anderen unrecht tut. Das Leben ist ein unteilbares Ganzes.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Der Mensch kann nicht in einem einzelnen Lebensbereich recht tun, während er in irgendeinem anderen unrecht tut.
Mohandas K. Mahatmaa Gandhi

Der Mensch kann nicht lange im bewußten Zustande oder im Bewußtsein verharren; er muss sich wieder ins Unbewußtsein flüchten, denn darin lebt seine Wurzel.
Goethe (1749-1832), Riemer, 5.8.1810

Der Mensch kann nicht leben ohne das sittlich Große, ja, wenn es ihm entzogen wird, verlangt er darnach mit heftigerem Hunger als nach jedem anderen Ding dieser Erde.
Stifter, An Gustav Heckenast, 8. 7. 1848

Der Mensch kann nicht mehr fühlen, als er denkt, nicht mehr denken, als er fühlt.
Sprüche der Weisen

Der Mensch kann nicht wie ein Vogel leben.

Der Mensch kann nur Enthusiasmus für Freiheit und Gerechtigkeit haben, nämlich haltenden, alles übrige sind momentane krampfhafte Anstrengungen kleinlicher Leidenschaften.
Johann Gottfried Seume, an Böttiger, November 1805

Der Mensch kann nur glauben, wenn er will.
Augustinus, Traktat

Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung. Er ist nichts, als was die Erziehung aus ihm macht.
Kant, Über Pädagogik

Der Mensch kann nur mit seinesgleichen leben und auch mit denen nicht; denn er kann auf die Länge nicht leiden, daß ihm jemand gleich sei.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1405

Der Mensch kann ohne Freunde, aber nicht ohne Nachbarn auskommen.
Ägypten

Der Mensch kann ordnen und raten, das Glück aber ist Meister der Taten.
it] L'uomo ordisce e la fortuna tesse.

Der Mensch kann schließlich auch im Gefängnis völlig frei sein. Seine Seele kann frei sein. Seine Persönlichkeit kann ungetrübt bleiben. Er kann im Frieden leben.
Oscar Wilde, Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus

Der Mensch kann seine Jugendeindrücke nicht los werden, und dieses geht so weit, dass selbst mangelhafte Dinge, woran er sich in solchen Jahren gewöhnt und in deren Umgebung er jene glückliche Zeit gelebt hat, ihm auch später in dem Grade lieb und wert bleiben, dass er darüber wie verblendet ist und er das Fehlerhafte daran nicht einsieht.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 12.4.1829

Der Mensch kann seinem Schicksal nicht entgehen.
dk] Mennesket feyler, men skjebnen feyler ikke.

Der Mensch kann sich besser in einem kleinen Häuschen einrichten als in einem riesigen Schloss.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1907)

Der Mensch kann sich nicht versagen, nach seiner Art wirken zu wollen, er versucht es erst unbewußt,'ungebildet, dann auf jeder Stufe der Bildung immer bewußter; daher denn so viel Treffliches und Albernes sich über die Welt verbreitet, und Verwirrung aus Verwirrung sich entwickelt.
Goethe (1749-1832), Biographische Einzelnheiten - Erste Bekanntschaft mit Schiller

Der Mensch kann sich von allem trennen, nur nicht von der Hoffnung.
Ehrenburg, Memoiren

Der Mensch kann und soll seine Eigenschaften weder ablegen noch verleugnen.
Goethe (1749-1832), Aphorismen und Fragmente

Der Mensch kann unendlich viel, wenn er die Faulheit abgeschüttelt hat und sich vertraut, dass es ihm gelingen muss, was er ernstlich will.
Ernst Moritz Arndt, Grundlinien einer deutschen Kriegsordnung

Der Mensch kann weder richtig froh sein noch richtig leiden, da er nicht weiß, wo das Gute aufhört und das Böse anfängt.
Juan de la Cruz, Merksätze von Licht und Liebe

Der Mensch kann wohl einmal ein Narr sein, auch wohl einige Male; aber er darf es nicht bleiben.
Seume, an Johann Hartknoch,16. 1. 1805

Der Mensch kann zu den höchsten Höhen aufsteigen, aber er kann nicht lange dort verweilen.
Shaw (1856-1950), Candida

Der Mensch kann, was er will, wenn er will, was er kann;
Ist wohl ein guter Spruch, doch g'nügt er nicht dem Mann.
Der Mensch kann, was er will, wenn er will, was er soll,
Zu diesem ist das Maß der Mannestugend voll,
Das ist der Zauberbann, womit du alles stillst:
Wolle nur, was du sollst, so kannst du, was du willst.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Der Mensch kann's nicht verleugnen, dass er einst glücklich war wie die Hirsche des Forsts, und nach unzähligen Jahren glimmt noch in uns ein Sehnen nach den Tagen der Urwelt, wo jeder die Erde durchstreifte wie ein Gott, eh, ich weiß nicht was? den Menschen zahm gemacht, und noch statt Mauern und totem Holz die Seele der Welt, die heilige Luft allgegenwärtig ihn umfing.
Friedrich Hölderlin (1770-1843), Hyperion

Der Mensch kauft sich wohl Schnaps, aber er kauft auch eine neue Gesinnung.

Der Mensch kennt alle Dinge der Erde, aber den Menschen kennt er nicht.
Gotthelf, Der Bauernspiegel

Der Mensch kennt nur sich selbst, insofern er die Welt kennt, die er nur in sich und sich nur in ihr gewahr wird. Jeder neue Gegenstand, wohl beschaut, schließt ein neues Organ in uns auf.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort

Der Mensch kennt seine Schwäche sowenig wie der Ochse seine Stärke.
China

Der Mensch kommt an einem Tage so weit wie eine Schnecke in zehn Jahren.
dk] Saa langt gaaer et menneske en dag, som en snegl i hundrede aar.
fr] Autant chemine ung homme en ung jour comme une limace en cent ans.
it] Tanto camina un huomo in un giorno, com' una lumaca in cent' anni.

Der Mensch kommt her aus Schleim und Stanck, was will er denn stoltzieren lang.

Der Mensch kommt immer mit dem Menschen zusammen, aber der Grabhügel nicht mehr mit dem Grabhügel.

Der Mensch kommt leichter durchs Leben als durch die Schule.

Der Mensch kommt manchmal, indem er sich einer Entwicklung seiner Kräfte, Fähigkeiten und Begriffe nähert, in eine Verlegenheit, aus der ihm ein guter Freund leicht helfen könnte.
Goethe (1749-1832), Lehrjahre III, 8

Der Mensch kommt mit einem Gesicht voll echt schweren Ernstes auf die Welt und heult, um es erwachsenen Spaßvögeln gleichzutun, welchen Humors er sei, eines bedächtigen.
Jean Paul, Gedanken

Der Mensch kommt mit geschlossenen Händen in die Welt und verläßt sie mit offenen.
Hindi, Indien

Der Mensch kommt moraliter ebenso nackt auf die Welt als physice, obgleich später in diesem Sinne. Daher ist er (seine Seele) in der Jugend so empfindlich gegen die äußere Witterung, ob er sich gleich nach und nach daran bis auf einen gewissen Grad gewöhnt.
Goethe (1749-1832), Riemer, 21.6.1810

Der Mensch kommt nackend in die Welt, kommt nackend in das Feder Zelt und nackend in das Toden Feld, was ist's, dass er sich prächtig hält.

Der Mensch kommt nicht dahin, sich durch seine intellektuelle Bildung zu veredeln, wenn diese nicht auf die Herzensausbildung gebaut ist.
Pestalozzi, Schriften und Flugblätter aus der Revolutionszeit

Der Mensch kommt nur dazu, etwas Eigenes aufzustellen, wenn er sich überzeugt, dass das Vorhandene ihm nicht genügt hat.
Achim von Arnim, An Jakob Grimm (5. April 1811)

Der Mensch kommt zum Menschen um Hilfe.
Persien

Der Mensch lässt seine Vorstellungskraft nicht zum Lügner werden, er übertrifft sie, die Vorstellungskraft ist nur Prophetie und Vorwissen, und man wird sehen dass die phantastischste Einbildungskraft dürftig und flach scheinen wird gegenüber der ungeheuren Realität, die warm und lebendig ist an Glanz und Farben, unsterblich.
Elsa Triolet, Das rote Pferd

Der Mensch lauscht der Musik, findet Gefallen daran, gibt Geld (für die Sängerin) aus, kommt zur Besinnung, grämt sich und stirbt.

Der Mensch lebt allein wegen der Ehre (seines Namens).

Der Mensch lebt durch Gefühl, Verstand und Willen.
Bestushew-Marlinski, Über die Romantik

Der Mensch lebt einzig von seiner Seele. Sie ist seine Nahrung, seine Heimat, seine Kraft.
Jakob Boßhart, Bausteine

Der Mensch lebt in einem beständigen Krieg mit dem Zufall.
Sprüche der Weisen

Der Mensch lebt in Wahrheit nicht vom Brote allein. Das ist ein Wort, das ewig ist. Daher müssen wir für das Geistige mehr tun, als bisher geschehen ist, damit unser Volk nicht herabsinkt.
Konrad Adenauer, auf dem CDU-Parteitag, 17. März 1964

Der Mensch lebt ja nicht zweimal.

Der Mensch lebt kaum fünfzig Jahre.

Der Mensch lebt nicht für sich allein. Er lebt in einer menschlichen Gesellschaft. Wir leben miteinander und gegeneinander, und dieses unser Leben vollzieht sich nach bestimmten Gesetzen.
Becher, Abschied

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern auch vom Fleisch (und Bier).
info] Eine humoristische Erläuterung des bekannten biblischen Ausspruchs.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Matth. 4, 4 u. 5. Buch Mos. VIII, 3
info] Aber auch nicht von der Not allein.
z] Der Mensch lebt nicht von Ideen, sondern von Rindfleisch; die alte Gesellschaft beweist dies, denn es ist ihr wichtigster Bestandteil.
en] Man shall not live by bread alone.
fr] L'homme ne vivra pas seulement de pain.
it] L'uomo non vive di pan solo.
la] Non in solo pane vivit homo.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Nach einer Weile braucht er auch einen Drink.
Woody Allen

Der Mensch lebt nicht vom Überfluss.

Der Mensch lebt nicht von Brot, sondern von Geld.
nl] De mensch is een geldvretend dier.

Der Mensch lebt nicht von seinen Sachen, er lebt von dem, was er selbst ist. Das Innere ist es, nicht das Äußere, was eines Menschen, eines Volkes Wert ausmacht. Je mehr Innerlichkeit, desto mehr Leben.
Hermann Kutter, Reden an die deutsche Nation

Der Mensch lebt nur die Hälfte seines Lebens.

Der Mensch lebt nur eine Generation, die Blume nur einen Frühling.
China

Der Mensch lebt nur einmal, der Name lebt ewig.

Der Mensch lebt nur einmal.

Der Mensch lebt nur im Heiligen, Göttlichen, das in seiner Natur liegt, ewig, und er ist nur in diesem und nur durch dieses unsterblich.
Pestalozzi, Reden

Der Mensch lebt nur so lange, als er hoffen kann.

Der Mensch lebt oft mit sich und bedarf der Tugend, er lebt mit anderen und bedarf der Ehre.
Chamfort, Maximen und Gedanken

Der Mensch lebt und bestehet
Nur eine kurze Zeit;
Und alle Welt vergehet
Mit ihrer Herrlichkeit.
Es ist nur einer ewig und an allen Enden,
Und wir in seinen Händen.
M. Claudius, Der Mensch lebt und besteht

Der Mensch lebt vom Menschen.

Der Mensch lebt von der Erde, und die Erde ist vom Menschen rot - beide sind nicht voneinander zu trennen.

Der Mensch lebt, um seine Pflicht zu tun und zu sterben. Und das zweite beständig gegenwärtig zu haben erleichtert einem das erste.
Fontane, Cecile

Der Mensch legt den Grund, und Gott baut das Haus.

Der Mensch legt oft selbst die Eier, die man ihm an den Kopf wirft.

Der Mensch leidet an einer fatalen Spätzündung: er begreift alles erst in der nächsten Generation.
Sprüche der Weisen

Der Mensch lernt auch, wenn er alt ist.

Der Mensch lernt bis zu seinem Tode.
Estland

Der Mensch lernt bis zum Tode.

Der Mensch lernt nichts geschwinder als lügen und betrügen.

Der Mensch lernt nie aus.
z] Ich fange an einzusehen, dass die Menschheit kein Genie hat für die Wissenschaft. Seit einigen tausend Jahren geht sie in die Schule, und sie hat noch nichts gelernt. Gott hätte sie nicht sollen zum Studiren bestimmen, sondern ein ehrlich Handwerk lernen lassen. Börne

Der Mensch lernt nur auf eigene Kosten.
Arabien

Der Mensch lernt von der Wiege bis zum Grabe.

Der Mensch lernt, solange er lebt, und stirbt doch unwissend.
Jugoslawien

Der Mensch lernt, solange er lebt, und stirbt doch unwissend.
Serbien

Der Mensch lernt, solange er lebt.

Der Mensch liebt die Gesellschaft, und sollte es auch nur die von einem brennenden Rauchkerzchen sein.
Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher

Der Mensch liebt die Veränderung.

Der Mensch liebt es, schöpferisch tätig zu sein und Wege anzulegen; das ist nicht zu bestreiten. Aber wie kommt es, dass er auch Zerstörung und Chaos leidenschaftlich liebt? Dostojewski, Aufzeichnungen aus dem Untergrund

Der Mensch liebt es, von der Stelle zu rücken, was beweglich ist, so prägt jedes Jahrhundert den Sprachen eine Veränderung auf, und derselbe, immer fortbestehende Erfindungsgeist, der sie erschaffen hat, verdirbt sie auch.
Joubert, Gedanken und Maximen

Der Mensch liebt nicht die Schlechtigkeit, das Vieh liebt nicht den Abgrund.

Der Mensch liebt nur einmal.

Der Mensch liebt seine eigenen Fehler.
Indien

Der Mensch liest im Vergangenen, sieht das Gegenwärtige, urteilt über das Zukünftige..
Forster, Ein Blick in das Ganze der Natur

Der mensch ligt wie ein saw.
info] Er liegt da wie eine Sau.

Der Mensch löst sich freilich gar zu geschwind von denen los, denen er noch manchen Rat und Beistand verdanken könnte, doch diese Unart dient zu seinem Glück, wenn er sich dereinst selbst helfen muss und jeden Rat und Beistand entbehrt.
Goethe (1749-1832), An Zelter, 3.11.1802

Der Mensch mache sich nur irgendeine würdige Gewohnheit zu eigen, an der er sich die Lust in heitern Tagen erhöhen und in trüben Tagen aufrichten kann. Er gewöhne sich zum Beispiel täglich, in der Bibel oder im Homer zu lesen, oder Medaillen oder schöne Bilder zu schauen, oder gute Musik zu hören. Aber es muss etwas Treffliches, Würdiges sein, woran er sich so gewöhnt, damit ihm stets und in jeder Lage der Respekt dafür bleibe.
Goethe (1749-1832), F. v. Müller, 30. 5. 1814

Der Mensch macht das Geld, aber nicht das Geld den Menschen.
Rumänien

Der Mensch macht den Anschlag und das Glück gibt den Ausschlag.
it] L'uomo ordisce e la fortuna tesse.

Der Mensch macht den Menschen, nicht das Geld.
Walachei
z] Das Beste in der Welt ist ohne Dank, gesunder Mensch ist halb krank. Goethe

Der Mensch macht eine Barke, aber Gott ein Schiff.
Afrika
info] Das Wort barki bezeichnet nicht nur eine Barke, sondern auch so viel als: trifft eine Abrede. Nach diesem Doppelsinn ist die Bedeutung: Der Mensch macht Entwürfe, Pläne, denkt, und Gott lenkt
la] Ancorae jactum praevertit Deus.
la] Humana consilia divinitus gubernantur.

Der Mensch macht eine Barke, Gott ein Schiff.
Afrika

Der Mensch macht gewöhnlich drei Reifestufen durch. Zuerst lernt er die richtigen Antworten. Im zweiten Stadium lernt er die richtigen Fragen, und auf der dritten und letzten Stufe lernt er, welche Fragen sich überhaupt lohnen.
Blaise Pascal

Der Mensch macht Kalender, Gott das Wetter.

Der Mensch macht schwarze Erde aus dem grünen Blatte.

Der Mensch macht sich viel zu schaffen, doch Gott führt ihn.
Fénélon

Der Mensch macht sich zum Sklaven der Nützlichkeit, aber er weiß gar nicht mehr, wem zu Nutzen alles geschieht, er hat die Fühlung verloren mit dem Wert, der dahinterstand und allem einen Sinn gibt.
Nicolas Hartmann

Der Mensch macht Vorschläge, Gott Austräge.

Der Mensch macht, was er kann, Gott, was er will.

Der Mensch mag auch in der Wissenschaft eine Weile damit [nach Zweck und Nutzen zu fragen] durchkommen; allein gar bald wird er auf Erscheinungen stoßen, wo er mit einer so kleinen Ansicht nicht ausreicht und wo er, ohne höheren Halt, sich in lauter Widersprüchen verwickelt.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 20.2.1831

Der Mensch mag künsteln, soviel er will, so kann er die Natur nicht nötigen, andere Gesetze einzuschlagen. Er muss entweder selbst arbeiten oder andere für ihn; und diese Arbeit wird anderen soviel von ihrer Glückseligkeit rauben, als er seine eigene über das Mittelmaß steigern will.
Kant, Bruchstücke aus dem Nachlaß

Der Mensch mag noch so dumm sein, er muss sich nur zu helfen wissen.

Der Mensch mag sein wie er will, einmal will er doch.
Breslau
info] Um die Stärke des Geschlechtstriebes zu charakterisieren.

Der Mensch mag sein, wie er will, einmal will er doch.

Der Mensch mag seine höhere Bestimmung auf Erden oder im Himmel, in der Gegenwart oder in der Zukunft suchen, so bleibt er deshalb doch innerlich einem ewigen Schwanken, von außen einer immer störenden Einwirkung ausgesetzt, bis er ein für allemal den Entschluss faßt, zu erklären, das Rechte sei das, was ihm gemäß ist.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit III,11

Der Mensch mag sich wenden, wohin er will, er mag unternehmen, was es auch sei, stets wird er auf jenen Weg wieder zurückkehren, den ihm die Natur einmal vorgezeichnet hat.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit I,4

Der Mensch mag so dumm sein, wie er will, wenn er sich nur zu helfen weiß.

Der Mensch mag so liederlich sein, wie er will, wenn er nur seine Sachen beisammen hat (zusammenhält).

Der Mensch meint oft, er ginge seinem Glück entgegen, und auf seinem Wege steht vielleicht das Unglück.
Heine, Reisebilder, Die Bäder von Lucca

Der Mensch mit seinen Tugenden und Lastern spiegel sich in den Tieren, die er zieht.
Sprüche der Weisen

Der Mensch möchte wohl der beste sein, der mit Rat furchtsam ist und jedes Unglück bedenket, bei der Tat aber sich wacker hält.
Herodot

Der Mensch muss a weng an Dent boss.
Oberösterreich
info] Er muss ein wenig Zeitvertreib, Vergnügen u.s.w. haben. Der mundartliche Ausdruck (Dent von Tenne, boßen = schlagen) bezeichnet das Mahl, welches der Bauer einst seinen Hausgenossen, dem Müller und oft auch Verwandten gab, sobald die Ernte ausgedroschen war.

Der Mensch muss auf der Erde wie auf einem runden Balken leben.

Der Mensch muss bei dem Glauben verharren, dass das Unbegreifliche begreiflich sei; er würde sonst nicht forschen.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen

Der Mensch muss bewusst tun, was die Tiere unbewusst tun. Ehe der Mensch zur Gemeinschaft der Bienen und Ameisen gelangt, muss er erst einmal bewusst den Stand des Viehs erreichen, von dem er noch so weit entfernt ist.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1890)

Der Mensch muss das Recht suchen und das Glück kommen lassen.
Pestalozzi, Kinderlehre der Wohnstube

Der Mensch muss denken, und ich muss für meine Untertanen denken: denn sie denken nicht, sie denken nicht.
Büchner, Leonce und Lena, I, 2 (König Peter)

Der Mensch muss der Leidenschaften zugleich fähig und mächtig sein.
Jean Paul, Hesperus

Der Mensch muss die Kraft haben und von Zeit zu Zeit anwenden, eine Vergangenheit zu zerbrechen und aufzulösen, um leben zu können.
Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen

Der Mensch muss dienen, wenn er versorgt sein will, und dienet gerne, wenn er versorget ist.
Pestalozzi, in 'Schweizer Blatt'

Der Mensch muss eine Freud haben, aber nit am Stöckgraben.
Franken

Der Mensch muss eine Freud hab'n, und soll er nur eine Laus an einem Strick daherweisen.
Oberösterreich

Der Mensch muss eine Freude haben.

Der Mensch muss einem höheren, strahlenden Ziel zustreben,..
Tschechow, Jonytsch

Der Mensch muss etwas Festes haben, woran er sich halten kann, etwas, das ihm ein Maß und ein Ziel ist, sonst hat er für sein eigenes Dasein keinen Begriff, und es hat keine Art des Wertes für ihn.
W. v. Humboldt (1767-1835), an Karoline, 16. 5. 1801

Der Mensch muss härter sein als ein Stein.

Der Mensch muss in der Jugend soviel sammeln (= sparen), dass in alten Tagen von dem in der Jugend Gesammelten wenigstens Salz und Brot übriggeblieben sind.

Der Mensch muss nach etwas Höherem streben, damit er nicht unter sich sinke.
Herder, Briefe zu Beförderung der Humanität

Der Mensch muss nie nach etwas anderem als nach der Notwendigkeit des Augenblicks handeln; der Erfolg muss ihn unbekümmert lassen..
W. v. Humboldt (1767-1835), an Karoline, 11. 9. 1804

Der Mensch muss sein ganzes Leben erzogen werden, aber es gibt einen Zeit punkt, zu dem es nicht mehr zweckmäßig ist, ihn erziehen zu wollen.
Alexander herzen, Mein Leben

Der Mensch muss sich aber hüten, durch zu viel Arbeit seinen Leib zu töten.
Hildegard von Bingen, Heilkunde

Der Mensch muss sich durchs Leben drängen wie die sich entwickelnde Blume durch den Kot.
Friedrich Hebbel, Tagebücher

Der Mensch muss sich eigentlich ein beschränktes, bestimmtes Objekt machen und an das sich wenigstens auf eine Zeitlang verlieren können.
W. v. Humboldt (1767-1835), an Karoline, 9. 10. 1804

Der Mensch muss sich regen, dann gibt Gott seinen Segen.
dk] At arbeyde hører til menneskene; at arbeydet lykkes, hører Gud til.

Der Mensch muß sich stets auf neue Überraschungen gefaßt machen.
Max Planck (1858 - 1947)

Der Mensch muss sich zu helfen wissen.

Der Mensch muss süß, sauer und bitter sein.
info] Anpassungsfähig

Der Mensch muss tanzen, wie Gott ihm pfeift.

Der Mensch nähret sich schlaffnd.

Der Mensch neigt stets dazu, die Ursache für seine Nöte in den Dingen und Menschen seiner unmittelbaren Umgebung zu suchen.
Honoré de Balzac (1799-1850), Der Ehevertrag

Der Mensch neigt von Natur zur Lüge; die Wahrheit ist schlicht und schmucklos, er aber sucht falschen Schein und Schmuck.
La Bruyère, Von den Freigeistern

Der Mensch neigt zum Laster, und ein verderbliches Beispiel greift sogleich über, so wie Feuer nach Öl leckt.
Erasmus von Rotterdam, Handbüchlein eines christlichen Streiters

Der Mensch nimmt am Ende doch nur an, was ihm gemäß ist.
Goethe (1749-1832), F. v. Müller, 9.3.1825

Der Mensch nimmt eben als Ganzes erst zu und dann ab.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Der Mensch noch nicht geboren ist, der jedermann gefällig (o. willkommen) ist.

Der Mensch noch nicht geboren ist, so jedermann willkommen ist.

Der Mensch ohne Hülle ist eigentlich der Mensch..
Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,3

Der Mensch ohne Schulbildung gleicht dem Jagdhunde ohne Dressur.

Der Mensch pflegt die Laster, die einträglich für ihn sind; aber er hat das Bedürfnis, sie zu rechtfertigen; er will sie nicht opfern: also muss er sie idealisieren.
Rolland, Über dem Getümmel

Der Mensch prahlt, aber Gott gibt.

Der Mensch raucht Tabak und breite Blätter (= eine Tabaksorte), das Schaf frisst Schilf und Bitterklee.

Der Mensch rechnet immer das, was ihm fehlt, dem Schicksal doppelt so hoch an wie das, was er besitzt.
Gottfried Keller

Der Mensch redet dem Verstande nach und der Ochse wächst dem Futter nach.
Eger in Böhmen

Der Mensch rennt an die Mauer an, aber der Geist geht durch die Mauer hindurch.
Christian Morgenstern

Der Mensch sagt kein Wort, das ihm nicht irgendwann einmal entgegenkommt.
Finnland

Der Mensch schaut, wo es geradeaus geht; der Wolf, wo es geschützter ist.

Der Mensch scheint doch einmal dazu da zu sein, alles, was ihn umgibt, in sein Eigentum, in das Eigentum seines Verstandes zu verwandeln..
W. v. Humboldt 209 f., an Schiller, 28. 9. 1795

Der Mensch scheint mit nichts vertrauter zu sein als mit seinen Hoffnungen und Wünschen, die er lange im Herzen nährt und erhält, und doch, wenn sie ihm einst begegnen, wenn sie sich ihm gleichsam aufdringen, erkennt er sie nicht und weicht vor ihnen zurück.
Goethe (1749-1832), Theatralische Sendung VI,14

Der Mensch scheint sich bisweilen selbst nicht zu genügen, Dunkel und Einsamkeit versetzen ihn in Unruhe, stürzen ihn in grundlose Furcht und eitlen Schrecken, in solchen Augenblicken ist Langeweile noch das kleinste Übel, das ihm widerfahren kann.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Der Mensch schießt den Pfeil, das Schicksal lenkt ihn.
Russland

Der Mensch schießt, Gott leitet die Kugeln.
Litauen

Der Mensch schlägt vor, aber Gott ordnet an.
Thomas von Kempen, Nachfolge Christi

Der Mensch schlägt vor, und Gott entscheidet.
fr] L'homme propose et Dieu dispose.
it] L'uomo propone e Dio dispone.

Der Mensch schmilzt ja nicht in der Sonne und im Regen.

Der Mensch schuftet isst altert
Wie sein Gebiss
Gebeugt über seine Maschine
Denkt er an die Familie
Schließt mit Schrecken die Augen vor der Zukunft
Zeugt in Bitterkeit seine Kinder
Stirbt vorzeitig..
Nezval, Der Kampf um den sehenden Menschen

Der Mensch schwatzt, aber Gold redet. Italien

Der Mensch schwatzt, aber Gold redet.
Italien

Der Mensch sehnt sich ewig nach dem, was er nicht ist.
Goethe (1749-1832), F. v. Müller, 24.6.1826

Der Mensch sei aber demungeachtet stets getrieben, das Unmögliche hypothesieren (vereinigen) zu wollen.
Goethe (1749-1832), F. v. Müller, 19.10.1823

Der Mensch sei ein so beschränktes Wesen, dass, wenn sein Geist sich auch dem Großen geöffnet habe, er doch niemals die Großheiten verschiedener Art ebenmäßig zu würdigen und anzuerkennen Fähigkeit erlangte.
Goethe (1749-1832), Italienische Reise III, Juli 1787

Der Mensch sei weich wie Schilf und nicht hart wie eine Ceder.
Talmud
bm] Dobrý človĕk brzo se slituje.
la] Boni viri lacrymabiles.

Der Mensch selbst ist unser Feind: das unübersehbar gärende, geistlose Gewühl der Masse Mensch. Einmal in jeder Epoche seiner ruhmlosen Geschichte tritt mitten in der Nation plötzlich und ohne vorherige Warnung einer von uns in' der Gestalt eines Riesen auf..
Faulkner, Eine Legende

Der Mensch seufzt unter Joch und Fron
Am schwersten unter der Tradition.
Sprüche der Weisen

Der Mensch sieht alle Fehler, nur die seinigen nicht.
Jüdisch

Der Mensch sieht das Gesicht des Menschen, Gott aber das Herz.

Der Mensch sieht des Menschen Gesicht, Gott sein Herz.

Der Mensch sieht im Menschen immer einen Feind, mit dem er sich schlagen, vor dem er sich verstellen und mit dem er Waffenstillstandsbedingungen vereinbaren muss.
Herzen, Mein Leben

Der Mensch sieht nur das Spinnrad des Schicksals, aber nicht die Spindel; daher sagt er: seht ihr nicht den ewigen, leeren Kreislauf der Welt?
Jean Paul, Museum

Der Mensch sieht nur die Wirkungen, die Ursachen, selbst die nächsten, sind ihm unbekannt; nur sehr wenige, tiefer Dringende, Erfahrene, Aufmerkende werden allenfalls gewahr, woher die Wirkung entspringe.
Goethe (1749-1832), Geschichte der Farbenlehre 3. Abt. - Bacon

Der Mensch sieht so manches in der Welt.

Der Mensch sieht zwar sehr rasch den Gewinn, aber er erblickt dabei nicht auch sogleich die damit verbundene Gefahr.

Der Mensch sieht, was er vor Augen hat; aber Gott sieht, was im Herzen ist.

Der Mensch soll an Unsterblichkeit glauben, er hat dazu ein Recht, es ist seiner Natur gemäß, und er darf auf religiöse Zusagen bauen, wenn aber der Philosoph den Beweis für die Unsterblichkeit unserer Seele aus einer Legende hernehmen will, so ist das sehr schwach und will nicht viel heißen.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 4.2.1829

Der Mensch soll ganz Mensch sein.

Der Mensch soll in seinen künftigen Zustand nicht hineinschauen, sondern sich hineinglauben.
Herder, Ideen zur Geschichte der Menschheit

Der Mensch soll mit der Mühe Pflugschar sich des Schicksals harten Boden öffnen, soll des Glückes Erntetag sich selbst bereiten, Und Taten in die offnen Furchen streun.
Heinrich von Kleist

Der Mensch soll nicht lachen,wenn die ganze Welt weint.
Michelangelo

Der Mensch soll nicht sorgen, was morgen sein wird, soll lieber in Ordnung bringen, was er gestern verdorben hat.
Jiddisch

Der Mensch soll nicht tugendhaft, nur natürlich sein, so wird die Tugend von selbst kommen.
Gottfried Keller, Briefe

Der Mensch soll noch geboren werden, dem alles wohlgelingt.

Der Mensch soll noch geboren werden, der aller Welt gefällig ist.
la] Non fuit hic natus, nullo nascetur et aevo omnibus ex aequo qui' placuisse sciat.

Der Mensch soll noch geboren werden, der es allen Leuten recht machen kann.
mhd] Und solt ein man gevallen allen liuten alzît wohl sich, sô müest er gelückes wohl gar wirdic sîn durch liuhte.
mhd] Ick sach newerlde men, dede allen luden konde te denen.

Der Mensch soll pflügen und säen, Gott soll er lassen sorgen und walten.
dk] Mennesket pløyer og saaer, Gud raader hvad han faaer.

Der Mensch soll schon der Neugierde wegen leben.
Jiddisch

Der Mensch soll um Frieden beten, bis die letzte Schaufel Erde auf ihn geworfen wird.

Der Mensch soll
Immer streben zum Besseren; und wie wir sehen, er strebt auch
Immer dem Höheren nach, zum wenigsten sucht er das Neue.
Aber geht nicht zu weit! Denn neben diesen Gefühlen
Gab die Natur uns auch die Lust, zu verharren im Alten,
Und sich dessen zu freuen, was jeder lange gewohnt ist.
Goethe (1749-1832), Hermann und Dorothea, V, 6/11 (Polyhymnia)

Der Mensch sollte alle seine Werke zunächst einmal in seinem Herzen erwägen, bevor er sie ausführt.
Hildegard von Bingen. Mensch und Weit

Der Mensch sollte nicht ohne Scham sein. Scham über schamloses Betragen ist der sicherste Weg, Beschämendem zu entgehen.

Der Mensch sorgt für seine Kleider und Gott für sein Essen.
Finnland

Der Mensch spart und front so lange, bis zwei Hände auf der Brust sind.

Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.
Schiller, Über die ästhetische Erziehung des Menschen

Der Mensch steht im Mittelpunkt, und deshalb steht er allen im Weg.

Der Mensch steht im Mittelpunkt, und somit allen im Weg.

Der Mensch steht über seinem Schicksal, wenn er den Mut hat, es zu wollen.
Thälmann, an Rosa, 13. 1. 1935

Der Mensch steht vor der Natur wie ein Fragezeichen, seine Aufgabe ist, den krummen Strich daran gerade oder ein Ausrufungszeichen daraus zu machen.
J. W. Ritter, Fragmente aus dem Nachlaß eines jungen Physikers

Der Mensch steige so hoch er will, sein Schatten wird nicht breiter.

Der Mensch steigt von Einfalt der Sitten, durch stufenweise Kultur, bis zu dem höchstmöglichen Grade der Verfeinerung hinauf, und mit diesem Samen wächst zu gleicher Zeit der Keim des Verderbnisses mit auf.
Knigge, Der Traum des Herrn Brick

Der Mensch stirbt nur einmal.
info] Aber, wie die Russen sagen, ärmer als er geboren wird

Der Mensch stirbt und verdirbt, der Christ stirbt und erwirbt.

Der Mensch stirbt, aber die Menschen leben.
la] Homines pereunt at humanitas perstat.

Der Mensch strebt immer nach einem größeren Mundvoll als in den Mund passt.

Der Mensch strebt nach Gold, und Gold strebt nach der Seele.
Estland

Der Mensch strebt nach oben, das Wasser fließt nach unten.

Der Mensch sucht den Menschen, der Vogel sucht den Wald, eine Taugenichts sucht einen Haderlumpen.

Der Mensch sucht Ersatz für Gott, den er verloren hat. Der eine sagt Gott, der andere Maßstab oder Hoffnung.
M. Wander, Laß, mein Kind, das machen wir schon!

Der Mensch sucht sich selbst seine Krankheit aus.

Der Mensch sucht so lange wie irgend möglich den Zustand zu erhalten, in den er sich eingelebt hat; auf dem Grunde unserer Natur liegt ein konservatives Element, von dem wir uns nur im Notfall trennen wollen.
Tschernyschewski, Was tun?

Der Mensch sucht von Jugend auf Wahrheit, und die Wahrheit ist nur in uns selbst und in unserem Gewissen.
Gladkow, Der Schnee schmilzt

Der Mensch sucht Wollust, die er teuer bezahlen muss.
la] Mundani stulte fugientia gaudia quaerunt, aeternum stygiis inde luenda rogis.

Der Mensch tracht, in (und) Gott lacht.
Jüdisch-deutsch, Brody

Der Mensch trägt seine Überlegenheit innen, die Tiere außen.
Russland

Der Mensch trauert dem Verlorenen nach und geht ganz in der Erinnerung an die Vergangenheit auf.
la] Animus quod perdidit optat
atque in praeterita se totus imagine versat.

Der Mensch traut nie dem Menschen genug.
W. v. Humboldt (1767-1835), Briefe an eine Freundin, 3. 11. 1814

Der Mensch trennt sich von nichts so schwer als von einer Dummheit.
z] Manche Menschen bedauern im vollem Ernste, dass man die Dummheiten des Mitltelalters nicht in Spiritus hängen konnte, um sie vor der moralischen Verwesung zu bewahren.

Der Mensch tut mehr, was ihn reut, als was ihn erfreut.

Der Mensch tut nicht alles aus sich selbst, er arbeitet auch dem Schicksal in die Hände.
Ludwig Anzengruber

Der Mensch tut nichts Gutes, ohne dazu angetrieben zu werden; die Glocke tönt nicht, ohne geschlagen zu werden.

Der Mensch tut so selten etwas Gutes, dass er sich ordentlich zu dem hingezogen fühlt, der ihm Gelegenheit dazu gegeben hat, etwas Löbliches zu vollbringen, und seinem Gewissen Stoff, ihn auch einmal zu rühmen.
Gotthelf, Leiden und Freuden eines Schulmeisters

Der Mensch tut, was er kann, Gott was er will.
en] Man doth what he can, and God what he will.

Der Mensch übertrifft alle Bosheit: er ist unbarmHerziger als ein Wolff, listiger als der Fuchs, stoltzer als der Pfau, gefressiger als ein Schwein, giftiger als ein Otter, grimmiger als ein Bär.

Der Mensch übertrifft die Tiere mit der Rede, die Tiere übertreffen ihn mit Schweigen.

Der Mensch unterwirft sich ebenso gern der Autorität, als er sich derselben entzieht; es kommt bloß auf die Epochen an, die ihn zu dem einen oder dem andem veranlassen.
Goethe (1749-1832), Geschichte der Farbenlehre 6. Abt., Übergang

Der Mensch urteilt nicht nach dem Herzen, sondern nach dem Mund.

Der Mensch verändert sich mit der Zeit.
Böhmen

Der Mensch verbirgt sich hinter seiner Zunge.
Arabien

Der Mensch verkrüppelt in der Einsamkeit, der richtige, volle, gesunde Mensch ist nur der Mensch in der Gesellschaft, das Postulat des zoon politikon gilt auch für den Umgang.
Ihering, Der Zweck im Recht

Der Mensch verkümmert im Frieden,
Müßige Ruh ist das Grab des Muts.
Schiller, Die Braut von Messina, 833/34 (Chor)

< operone >