Deutsche Sprichwörter, Redensarten, Zitate 0600
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Der Politiker ist ein Mensch, der nie so schlecht ist wie ihn seine Feinde machen, und nie so gut, wie er durch das Weißwaschen seiner Freunde scheint.
Unbekannt

Der Politiker ist einer, der vor der Wahl alle Leute zum Narren hält.
Unbekannt

Der Politiker, der ehemals lernen musste, wie man Königen schmeichelt, muss jetzt lernen, wie man die Phantasie der Wähler bezaubert, unterhält, bestrickt, beschwindelt, erschreckt oder sonstwie verblüfft.
Shaw

Der politische Dramatiker: es befreit ihn, das Unglück der Armen anklagend nachzubilden. Das politisch engagierte Publikum: es wird befreit, anlässlich der ungefährlichen Aktivierung von Mitleid und Zorn.
Ludwig Marcuse

Der politische Gesetzgeber kann den Wahrheitsfreund ächten, aber die Wahrheit besteht; er kann den Künstler erniedrigen, aber die Kunst kann er nicht verfälschen.
Schiller, Über die ästhetische Erziehung des Menschen

Der politische Journalismus ist keine Lebensversicherung: Das Risiko erst gibt seinen besten Antrieb.
Ossietzky, Rechenschaft

Der politische Kollektivismus beruht auf einem psychologischen Fehler, denn er geht davon aus, dass sich die subjektiven Werte in der Masse in einem arithmetischen Verhältnis objektivieren.
Fliegende Blätter

Der politische Sozialismus ist vom religiösen sehr verschieden. Der eine will den Menschen ändern, der andere die Verhältnisse.
Coudenhove-Kalergi, Held und Heiliger

Der politische Witz ist ein respektloser Lausejunge.
Tucholsky, Politische Satire

Der Polizist hat an seinen Schuhen Schnüre, aber sein Monatslohn besteht aus Kuhbohnen.

Der Polnisch gotsdienst, ein Boemischer Mönch, ein Schwäbische Nonn, ein Österreichischer kriegsmann, der welschen andacht und der Teutschen fasten gelten nit ein bonen.
Von 1541

Der polnische Goethe.
i] Es ist damit der polnische Dichter Adam Mickiewicz gemeint

Der Pope ist ein Heiliger vor dem Dorfe, aber nicht vor den Mägden seines Hauses.
Rumänien

Der Pope und der Hahn singen auch ohne gegessen zu haben.
Russland

Der Pope wartet auf die Leiche des reichen Mannes, der Richter auf den Prozeß des Freigebigen.
Russland

Der Popelmann kommt.
i] Eine Redensart, mit der man die Kinder schon in früher Jugend furchtsam macht, damit sie in der Folge das für einen guten Kirchen- und Staatsbürger erforderliche Autoritätsbewusstsein besitzen.

Der Popularisierung, der Einteilung der Wissenschaften in höhere und niedere, verdanken wir jenes trübe Halbdunkel, jenes Dämmerlicht, das schlimmer ist als völlige Finsternis..
Block, Der Zusammenbruch des Humanismus

Der Postbote bringt nicht immer gute Kunde.
dk] Tit længes man efter posten og bedrøves dog ved dens bud.

Der Postschwede.
i] Die Schweden hatten im Dreissigjährigen Kriege in den von ihnen besetzten Teilen Deutschlands unter Verwendung von Dragonern eine Art von Feldpostdienst zur Herstellung der Verbindung zwischen den Standorten der einzelnen Truppenteile mit dem Hauptquartier sowie mit der Heimat eingerichtet. Diese schwedischen Dragoner, welche sich wahrscheinlich auch wohl mit der Mitnahme von Briefen an Privatpersonen befassten, erhielten im Munde des Volkes die Bezeichnung >Postschweden<, welche sich bisjetzt erhalten hat und scherzweise noch zur Anwendung kommt.

Der Pracher (Bettler) hat Hochzeit.
i] So sagt man, wenn jemand, der sonst nur mit einem kleinen Licht sich behilft, deren zwei anzündet.

Der prahlende Arzt hat niemals gute Arznei.
China

Der Prahler hat nichts, wenn der Barmer nichts hat.
i] Wer klagt, hat eher etwas, als wer prahlt.

Der Prahler ist des Lügners Bruder.
Jamaika

Der Prahler stirbt, ehe seine Tage gezählt sind.
Haussa, Afrika

Der Prahler und da Floh, die hupfn gleich hoch.

Der Prahler und der Floch (Floh), die hupfen gleich hoch.

Der Prahlhans steckt sich gern die Federn des Pfaus an.
it] Allo spaccone gli piace mettersi le penne del pavone.

Der Prasser gräbt sein Grab mit den Zähnen.
Tamil, Indien

Der Prattigmacher macht d' Prattig, der Herrget 's Wätter.
i] Prattig = Kalender, das praktische Buch, aus dem lateinischen Practica.

Der Präzedenzfall ist ein Urteil, das ein Prinzip konserviert.
Disraeli

Der Prediger gehört in die Kirche.
i] Also nicht in die Schenke und an den Spieltisch.

Der Prediger predigt nicht zweimal. Danzig

Der predigt am besten, der am besten lebt.
it] Per ben predicare bisogna prima fare.

Der Predikant vo Lüslige hat Läderhose n'a, mit Zwilche-n-überzoge und Charresalbe d'ra.
Solothurn
i] Dieser Spruch soll in der Zeit der Reformation entstanden sein und sich auf einen der ersten reformierten Prediger jener Gegend beziehen.

Der Pregel (Schlossteich) muss alle Jahr ein Opfer haben.
Königsberg

Der Preis deines Hutes gibt nicht die Größe deines Gehirns an.
Schwarze in den USA

Der Preis der Größe heißt Verantwortung. Churchill. Rede an der Harvard-Universität am 6.9.1943

Der Preis der Größe heißt Verantwortung.
Churchill, Rede an der Harvard-Universität, 6. 9. 1943

Der Preis und das Ziel eines sittlichen Lebens ist doch augenscheinlich etwas Göttliches und Beseligendes.
Aristoteles, Nikomachische Ethik

Der Preis wie der Wert ist etwas Bewegliches, folglich wesentlich Veränderliches und regelt sich in seinen Veränderungen nur durch die Konkurrenz, d. h. durch die Fähigkeit, welche der Konsument in sich und in anderen findet, sich der zu teuern Dinge zu enthalten. Nehmt die Konkurrenz hinweg, und die Dinge haben keinen Preis mehr, der Wert ist nur ein Wort, derTausch ist etwas Willkürliches, die Zirkulation hat ihr Gleichgewicht verloren; die Gesellschaft, ihrer Urkraft beraubt, steht still wie ein Pendel, dessen Feder abgespannt ist.
Proudhon, Bekenntnisse eines Revolutionärs, Die Volksbank

Der Preußen Glaub' und harte Reu', der Spanier und Wenden Treu sammt der Italiener Andacht werden von niemand hoch geacht.
i] Schon in alten Zeiten war man ungerecht genug, über ganze Völkerschaften mit einem Worte abzuurteilen und alles in einen Topf zu werfen. So hießen z.B. die Franken treulos, und die Longobarden sah man für so demoralisiert an, dass man behauptete, sie seien so stinkend, dass sie nicht einmal eine Nation zu heißen verdienten, ein Urteil, das besonders die Römer über sie fällten. Sie hingegen nannten einen, den sie recht arg beschimpfen wollten, einen 'Römer'. So ungerecht in Lob und Tadel ist man noch jetzt. Der Schwabe heißt den Sachsen dumm, der Sachse den Schwaben falsch. Der Schweizer heißt durchgehends ehrlich, der Spanier träge, der Franzose ein Windbeutel, der Italiener ein Spitzbube, der Preusse pfiffig u.s.w.
z] Im Lateinischen, woraus diese Reime entlehnt sind, heißt es ausdrücklich: Italorum devotio, Prussorum religio, Gallorum constantia, nihil valent omnia. Muthmasslich rühren die Verse von einem Mönche her, den es verdross, dass die Preußen mit unter den ersten gewesen, welche den päpstischen Aberglauben fahren ließen.

Der preußische Schulmeister hat dieSchlacht bei Sadowa gewonnen.
Oskar Pesche, in der Zeitschrift Ausland, 17. 7. 1866

Der Priester befiehlt's dem Alumnus, der Alumnus dem Kirchendiener.
Serbien

Der Priester beglückwünscht sich, wenn er von einem Trauerfall hört.
la] Clericus applaudit, cum casum funeris audit.

Der Priester bestreicht alle seine Kranken mit einer Salbe.

Der Priester hat es bald vergessen, dass er Kaplan gewesen.
en] The priest forgets tat he was clerk.

Der Priester ist immer auf seiten der Herde und gegen den Einzelnen.
England

Der Priester ist mehr als Ackersmann, denn er baut den Himmel an.
i] Ein wettinger Mönch predigte einst über die Priesterwürde und die sakramentalische Gewalt des Geistlichen. Die Hoheit ihres Standes darstellend bediente er sich des obigen Wortes und fuhr dann fort: 'Der Geistliche ist mehr als ein Kaufmann, denn er handelt mit ewigen und himmlischen Waren. Er ist mehr als ein Kriegsmann, denn er streitet mit dem Satan. Er ist mehr als ein König und Kaiser, denn er ist ein Stellvertreter des Königs aller Könige. Er ist mehr als ein Heiliger, denn vor ihm, wenn er erscheint, müßen sich alle Knie beugen im Himmel und auf Erden. Ja, die Hoheit des geistlichen Standes ist ganz überschwenglich und unaussprechlich. Denn seht an das große Weltgebäude mit Land und Meer, mit Sonne, Mond und Sternen und Millionen wunderbarer Geschöpfe, wer hat das alles gemacht? Gott, der allmächtige Schöpfer Himmels und der Erden, und zwar aus nichts; aber doch brauchte er sieben Tage dazu. Wie aber der katholische Priester? Seht welche Gewalt und Macht der hat! Tagtäglich in dem Opfer der heiligen Messe macht er sogar Gott, diesen allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden, und zwar auch nur mit einem bloßen Worte und nicht in sieben Tagen, sondern in einem einzigen Augenblicke. Und also hat Gott dem katholischen Priester noch größere Allmacht gegeben, als er selber hat.'

Der Priester ist nie sen alt, de Winter nie se chalt, das er si nid darüber beschwert, so lang dass es Opfer währt.

Der Priester lebt vom Altar.
fr] Il est juste que le prêtre vive l'autel.
fr] Le prêtre vit de l'autel.

Der Priester muss die Messe lesen, wenn's Zeit ist.
fr] A envis ou volentiers convent au sene aller le prestre.

Der Priester muss ein Vogt der Wahrheit sein.
[RSpW]
i] Obgleich der Priester als gerichtsstandunfähig kein Zeugnis ablegen konnte, so wurde ihm doch gelegentlich, worauf sich das obige Sprichwort bezieht, sogar die Glaubwürdigkeit zweier Zeugen beigelegt.

Der Priester segnet mit der einen Hand und langt nach dem Opfer mit der anderen.
bm] Knĕz nikdá nemá dosti, jednou rukon zehná a druhou béře.

Der Priester soll trösten in der Not, und es fehlt ihm oft selber das Brot.

Der Priester tauft seine eigenen Kinder zuerst.
Schottland

Der Priester tut mehr denn der Arzt.
i] Mehr vielleicht, aber selten Ersprießliches und Nothwendiges.

Der Priester und der Hahn singen rnit leerem Magen.
Russland

Der Priester und der Hund verdient sein Brot mit dem Mund.

Der Priester und seine Maid haben gleiche (eine) Zeit.
bm] Dokud knĕze stáva, i kuchařka vládne, a jak ho není, i ta zapadne.

Der Priester will Andacht, der Pfaffe Unterwerfung, der Staatsmann Entwicklung, der Politiker Parteisieg.
Arthur Schnitzler, Der Geist im Wort

Der Priester wird sterben, der Arzt wird dieses Leben verlassen, und auch der Zauberer wird nicht verschont.
Sudan, Yoruba

Der Priester Zänkerei ist des Teufels Jubelei.
bm] Knĕzská sváda, d'áblova svatba.
dä] Præsten bogen, bonden plogen.

Der Priester zeigt dem Teufel, der einen Menschen besessen hält, das Kruzifix und nennt den Namen Jesu, vor dem jener entweicht.
i] Den Namen Jesu zu nennen, ist immer eins der sichersten Mittel, um den Teufel und seinen Heerbann samt Hexen und allem unflätigen Gelichter abzuwehren. Es hilft auch dann, wenn man dem Teufel schon den kleinen Finger gegeben hat, wie jener Schneider bewies, der mit des Teufels Hilfe Butter gezaubert hatte und nun in das ihm vorgelegte Buch, das die Namen aller Teufelsjünger enthielt, statt des eigenen den Namen 'Jesus' einschrieb.

Der Priester, ob gut oder schlecht, ist immer ein zweideutiges Geschöpf, ein zwischen Himmel und Erde schwebendes Wesen.
Diderot, Ouvres, 1798

Der Privatmann hat das beste Leben.

Der Privatnutz ist der Gemeinde Schaden.

Der Privatwahn soll dem gemeinen Wahn weichen.

Der Probierstein bewährt das Gold, das Gold die Menschen, die ihm hold.

Der Proletarier ist nichts als isoliertes Individuum. Seine ganze Kraft, sein ganzes Fortschreiten, alle seine Erwartungen und Hoffnungen schöpft er aus der Organisation, aus dem planmäßigen Zusammenwirken mit seinen Genossen.
Lenin, Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück

Der proletarisch-revolutionäre Schriftsteller lebt sich nicht selbst, er steht im Dienst, im Dienst seiner Klasse und damit im Dienste der Menschheit.
Becher, Unser Bund

Der Prophet gilt in der Fremde mehr als daheim.
la] Multi suam rem bene gessere et publicam, patria procul. Cicero

Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande.
i] Matth. 13, 57: 'Der Prophet gilt nirgend weniger, denn in seinem Vaterlande und in seinem Hause' (Luther)
en] No man is a prophet in his own country.
en] The prophet is hungry in his own country.
fr] Nul n'est prophète en son pays.
it] Niuno è profeta in patria.
la] Nemo propheta acceptus est in patria sua.
la] Nullus propheta in patria.
la] Suis domestica plerumque sordent.
sp] Nadie es profeta en su tierra.
sp] Ninguno es rey en su tierra.

Der Prophet hingegen sieht nur auf einen einzigen bestimmten Zweck, solchen zu erlangen, bedient er sich der einfachsten Mittel. Irgendeine Lehre will er verkünden und, wie um eine Standarte, durch sie und um sie die Völker versammeln.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Mahomet

Der Prosaist hingegen hat die Ellebogen gänzlich frei und ist für jede Verwegenheit verantwortlich, die er sich erlaubt, alles, was den Geschmack verletzen könnte, kommt auf seine Rechnung.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Vergleichung

Der Prost hat schon manchem 's Häusle kost.
Oberschwaben

Der protestantische Gottesdienst hat zu wenig Fälle und Konsequenz, als dass er die Gemeine zusammenhalten könnte, daher geschieht es leicht, dass Glieder sich von ihr absondern..
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,7

Der Protestantismus hält sich an die moralische Ausbildung des Individuums, also ist Tugend sein erstes und letztes, das auch in das irdische, bürgerliche Leben eingreift. Gott tritt in den Hintergrund zurück, der Himmel ist leer, und von Unsterblichkeit ist bloß problematisch die Rede.
Goethe, Tagebuch, 7.9.1807

Der Protestantismus hat, indem er die Askese und deren Zentralpunkt die Verdienstlichkelt des Zölibats eliminierte, eigentlich schon den innersten Kern des Christentums aufgegeben und ist insofern als ein Abfall von demselben anzusehen. Dies hat sich in unsern Tagen herausgestellt in dem allmählichen Übergang desselben in den platten Rationalismus, diesen modernen Pelagianismus, der am Ende hinausläuft auf eine Lehre von einem liebenden Vater, der die Welt gemacht hat, damit es hübsch vergnügt darauf zugehe (was ihm dann freilich missraten sein müsste), und der, wenn man nur in gewissen Stücken sich seinem Willen anbequemt, auch nachher für eine noch viel hübschere Welt sorgen wird (bei der nur zu beklagen ist, dass sie eine so fatale Entree hat). Das mag eine gute Religion für komfortable, verheiratete und aufgeklärte protestantische Pastoren sein: aber das ist kein Christentum.
Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung

Der Protestantismus ist nur eine andere Form derselben wahren christlichen Religion, in der es ebenso gut wie in der katholischen Kirche möglich ist, Gott wohlzugefallen.
Papst Pius IX., Syllabus,1864

Der Provokateur ist der große Geburtshelfer der Geschichte.
Ehrenburg, Julio Jurenito

Der Prozess hängt am Nagel.
i] Liegt, stockt.
dä] Længe ligger sag i salte, vel den der godt giør.

Der Prozess ist aus, sagte der Advokat, die Parteien haben beide nichts mehr.
i] Über den Einfluss des Gerichtsverfahrens auf die Verarmung.
la] Flet victus, victor interiit.

Der Prüfstein für Gold ist Feuer, für eine Frau, Gold, für einen Mann, eine Frau.
USA

Der Prüfstein trügt dich nie; gut ist, was wohl dir tut,
Und das ist schlimm, o Herz, wobei dir schlimm zu Mut.
Rückert, Bausteine: Angereihte Perlen

Der Prügel ist der Narren Vernunft.

Der Prunk kauft das Teuerste an; er stattet Sammler, sendet Reisende aus; aber das teuer Erstandene, das sorgenvoll Eingespeicherte wird sorglos dem Untergang überlassen.
Chamisso, Reise um die Welt

Der Psychoanalytiker ist ein Beichtvater, den es gelüstet, auch die Sünden der Väter abzuhören.
Kraus, Aphorismen

Der Pudel apportiert dem, der ihn füttert.

Der Puder ist so wie der Rock,
Für alt' und graue Weibchen;
Drum sitz' ich nackt auf meinem Bock
Und zeig' ein derbes Leibchen.
Goethe, Faust, I, Walpurgisnachtstraum (Junge Hexe)

Der Pulacke schläd'n (schlägt ihn) doch immer ei a Nacken.
Schlesien
i] Der frühere Stand und Beruf, die ehemalige Beschäftigung, Gewohnheit, Lebensweise, die schon lange aufgegeben ist, macht sich manchmal plötzlich noch geltend oder die Eigenheiten des jetzigen Berufs treten bei unpassender Gelegenheit hervor. Ebenso sagt man: Der Advokat, der Bauer, der alte Diebsgesell, der Geistliche, der Krautjunker, Lateiner, der Schulmeister, der Student, der Zechbruder u.s.w. schlägt ihn ins Genick oder in den Nacken. Die Entstehung der Redensart wird in folgender Weise erzählt: In einer Gesellschaft von Zechbrüdern war ausgemacht, dass, wenn der Vorsitzende sein Glas hob, jeder rufen musste: 'Der König trinkt!' oder eine Strafe zu zahlen hatte. Ein Pater war Mitglied der Gesellschaft, und da er öfter den Ruf unterlassen und sich dadurch Strafe zugezogen hatte, verabredete er mit einem gefälligen Nachbar, dass ihn dieser jedesmal, wenn zu rufen war: 'Der König trinkt', in das Genick schlagen oder in den Nacken stoßen musste. Das war oft geschehen, als sich einmal der Pater vom Zechgelag weg in die Kirche begab, um Messe zu lesen. Während der stillen Messe schlief er ein und um ihn, als es nötig wurde, zu wecken, stieß ihn der Messner in den Nacken. Da erscholl durch die Kirche ein dröhnendes: 'Der König trinkt.'

Der Pullover einer Frau sitzt richtig, wenn die Männer nicht mehr atmen können.
Sprüche der Weisen

Der Punkt der Seligkeit besteht in dem allein,
Daß man muß wesentlich aus Gott geboren sein.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Der Punkt gewährt zwar eine hübsche Aussicht, aber er ist unbequem, sagte der Dieb, als er an den Galgen sollte.
en] I'm particularly uneasy on this point, as the fly said when the young gentleman stuck him on the end of a needle.

Der Punkt, auf den es hier ankommt - und er ist von sehr großer praktischer Bedeutung - ist, dass der Vertrag von Versailles und seine wirtschaftlichen Folgen weniger dem Kapitalismus (so übel der sich auch in seinen Gesamtergebnissen entwickelt haben mag), als dem Druck der öffentlichen Meinung zugeschrieben werden muss, die sich um nationalistische Vorstellungen kristallisiert hat.
Norman Angeli, Die Früchte des Sieges

Der Puritaner ist einer, der gerechte Entrüstung in die falschen Dinge fließen lässt.
Chesterton

Der Putz der Töchter verschwendet die Ernte.

Der Putzaus und der Kehraus bringt kein Brot ins Haus.

Der Quark liegt ihm nahe beim Herzen.
i] Er gerät leicht in Zorn.

Der Quark muss seinen Mann stellen, wenn der Keller die Butter totgeschlagen hat.
Wendische Lausitz

Der Quell kann kein anderes Wasser geben, als der Berg.
Russland

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