<<< Deutsche Sprichwörter >>>

Die Bedürfnisse vereinigen, die Meinungen trennen.
Brasilien

Die Beere fällt nicht eher vom Baum, als bis sie reif ist.
Estland

Die Beere fällt nicht weit vom Baum.
Barbados

Die Beeren geben den Wein.

Die Beeren sind faul, sagte der Fuchs, da hatt' er Schafkötel gekostet.
nl] Dat is delicaat, zei Flip, en hij at kruisbeziën met eene mostered saus.

Die Beeren sind mir zu sauer, sagte der Fuchs, als er nicht drankommen konnte.

Die Beeren sind sauer, sagte der Fuchs, als er sie nicht erreichen konnte.
i] Wenn jemand sich stellt, als möge er nicht, was für ihn nicht zu erlangen ist
ndt] De Bêren sünd sûer, säd' de Voss, as he nich anrêken künn.
ndt] De Beën (Weintrauben) sünt sur, sä de Voss, do hungen se hum to hôg.

Die Befehle unseres Herrgotts müssen vollzogen werden.
Russland

Die begehrenswerteste Frau ist immer diejenige, die jemand anderem gehört.
Mexiko

Die Begehrlichkeit (o. Habgier) zerreisst den Sack.

Die Begeisterung schlug hohe Wellen
en] the wave of enthusiasme rose high
fr] c'était du délire
it] l'entusiasmo fu grande

Die Begierde ist das Land des verlorenen Sohnes, da allzeit Hunger ist.

Die Begierde ist ein Land, da das Korn allezeit in der Saat, der Wein in Trauben, die Bäume im Blühen, die Vögel in Schalen sein.

Die Begierde ist ein Traum ohne Schlaf.

Die Begierde treib aus deinem Herzen, so lösen sich die Fesseln von deinen Füßen.
i] Willst du frei sein, so sei zufrieden

Die Begierde zum Golde macht die eiserne Zeit.
nl] Begeerlijkheid maakt hat geld verroest.

Die Begierde, im frankfurther Mess-Cataloge zu stehen, verkleckst mehr unschuldig Papier als einige Purgationen.

Die Begnadigung kann schwerer als die Strafe sein.
Norwegen

Die Begriffe passen oft zu den Dingen.
la] Conveniunt rebus nomina saepe suis.

Die Behauptung, das Sprichwort gehe auf zwei schwäbische Schneider zurück, ist frei erfunden.

Die Behauptung, der volle Bauch studiere nicht gern, ist durchsichtige Propaganda für den leeren Magen.

Die bei der Tür lächelt, schimpft in der Küche.

Die bei Tische sitzen, sollen sich nicht die Ohren ritzen.
i] Sollen sich nicht Dinge sagen, die unangenehm zu hören sind.
it] Non ricordar mai morti a tavola.

Die beide hoben in ein Grübel gepischt.
Jüdisch-deutsch Warschau
i] Grübchen = derbe, aber charakteristische Bezeichnung einer großen Vertraulichkeit

Die beiden Augen sind Nachbarn, aber gehen durchs Leben, ohne sich zu treffen.
Indien

Die beiden können ihr Kramel zusammenschlagen.
Nordböhmen
i] Passen zueinander, können sich heiraten.

Die beiden spinnen keine gute Seide miteinander
en] they are not an the best terms with one another
fr] ils ne peuvent pas se voir en peinture
it] tra i due non corre buon sangue

Die beiden Städte Bern und Luzern in Freundschaft sind der rechte Kern und setzen zueinander gern.
i] Mit diesem Spruche begrüßten die Berner Knaben die Luzerner, als zu Anfang der burgundischen Kriege die Luzerner nach Bern kamen und als treue Brüder und Eidgenoßen begrüßt wurden. Der Schultheiss von Scharnachthal sprach den Wunsch aus, man möge für ewige Zeiten den Reim nachsagen, wodurch er zum Sprichwort wurde. Die Luzerner trugen, als sie nach Hause kamen, den Spruch in ihr Stadtbuch ein.

Die beiden Worte 'Frieden' und 'Ruhe' sind tausend Goldmünzen wert.
China

Die Beiger (Belgier) sind Balger (o. streiten sich gern).

Die beim Assa (Essen) schwitzen und bei der Arbeit frieren, dos sein de gesündesten

Die beim Feuer sitzen, kriegen den Rauch und müssen schwitzen.

Die beim Mondschein schwitzen, müssen nicht bei einem Töpferofen sitzen.

Die beim Pferde das Futter sparen, werden schlecht fahren.

Die beim Säen und Ernten schwitzen, andere essen's und besitzen's.
Neugriechen

Die beim Trunk witzig sind, die sind gemeiniglich Mattes, wenn sie nüchtern sind.

Die Beine auf den Nacken (Rücken) nehmen.

Die Beine auf den Teller legen wie die Braut von Speyer.
i] Die Mutter hatte von ihr verlangt, die Knochen beim Fleischessen nicht unter den Tisch zu werfen, sie legte aber die eigenen Beine auf den Teller

Die Beine derer, die Beweise für Allahs Existenz brauchen, sind aus Holz gemacht.
Iran
i] Gutes Beispiel ist dem Schlechten zu nichts nutz

Die Beine des Franzosen sind dünn, seine Seele ist klein, er ist wandelbar wie der Wind.
Russland

Die Beine des Kindes, die Beine des Hundes.
Estland

Die Beine helfen beim Laufen, die Lippen beim Reden.

Die Beine kotig bis an die Knie, der Mund fettig bis an die Ohren.

Die Beine sind leicht, wenn der Wille gut ist.

Die Beine tragen, die Hände ernähren dich.
Russland

Die Beine unter die Arme nehmen
i] Springen, fliehen

Die Beine unter fremden Tisch stecken.
i] Sich von anderen Leuten füttern lassen. In den 'Gefangenen' des Plautus sagt der Schmarotzer Ergasilas: 'Wir ernähren uns beständig von fremder Kost wie die Mäuse. Wer aber nicht Ohrfeigen leiden und sich Schüsseln auf dem Kopfe zerschlagen lassen kann, der muss betteln gehen.'
nl] Het zal afvallen, wanneer gij de beenen onder eens anders tafel steekt.

Die Beine von Fliegen, wie die Zunge der Kritiker, landen auf dem, was sie finden.
Kamerun

Die beladensten Schiffe tanzen nicht am leichtesten auf den Wellen.

Die Beleidigung wird über Nacht, die Dankesschuld schon am hellichten Tage vergessen.
Japan

Die Benedictiner fragen wenig nach dem Benedicite.

Die Benedictiner lieben Reichtum, Hader und Trunk, aber nicht Arbeit, Keuschheit und Zucht.

Die Benedictiner wollen immer mit der Nase auf den Nonnen liegen.

Die Berater sind nicht immer die Zahler.
Frankreich

Die bereit sind, Rat zu geben, werden nicht unsere Schulden bezahlen.
Frankreich

Die Bereitstellung für morgen gehört zu Morgen.
Irak

Die Berge bescheißt man am besten, wenn man sachte geht.
i] Eine gute Regel für Bergreisende

Die Berge brauen, die böhmischen Nebel kommen, es wird regnen.
Erzgebirge

Die Berge gehen schwanger und wird eine Maus daraus.
var] Die Berge kreißen, um ein Mäuslein zu gebären. (In dieser Form hat sich die Stelle des Horaz: Parturiunt montes, bei uns eingebürgert. Wir finden sie bei Wieland; und in Lafontaine's Fabeln ist sogar ein kreißender Berg, aus dem eine Maus schlüpft, sauber in Kupfer gestochen. Der Gedanke aber, den Horaz ausdrückt, ist: Sie gehen mit Bergen schwanger und gebären eine Maus. Eine andere Übersetzung ist, da montes der Akkusativ ist, nicht gut denkbar, wenn auch nicht schon der Sinn dafür spräche, dass sich Horaz nur in vorstehender, nicht in obiger Weise ausdrücken konnte)
fr] C'est la montagne qui accouche d'une souris.
nl] De bergen zouden baren, en een muisje voortbrengen.
it] Partoriscono i monti, e nasce un topo.
la] Parturiunt montes. nascetur ridiculus mus.

Die Berge haben größere Aussichten in der Nähe.
Moldawien

Die Berge hatten Geburtswehen und gebaren eine Maus.

Die Berge ins Tal ziehen.
i] Mittelweg

Die Berge kommen nicht zusammen, wohl aber die Menschen.

Die Berge kreißen, um ein Mäuslein zu gebären.
i] In dieser Form hat sich die Stelle des Horaz: Parturiunt montes, bei uns eingebürgert. Wir finden sie bei Wieland, und in Lafontaine's Fabeln ist sogar ein kreißender Berg, aus dem eine Maus schlüpft, sauber in Kupfer gestochen. Der Gedanke aber, den Horaz ausdrückt, ist: Sie gehen mit Bergen schwanger und gebären eine Maus. Eine andere Übersetzung ist, da montes der Accusativ ist, nicht gut denkbar, wenn auch nicht schon der Sinn dafür spräche, dass sich Horaz nur in vorstehender, nicht in obiger Weise ausdrücken konnte.
fr] C'est la montagne qui accouche d'une souris.
nl] De bergen zouden baren, en een muisje voortbrengen.
it] Partoriscono i monti, e nasce un topo.
la] Parturiunt montes, nascetur ridiculus mus.

Die Berge sind nu nach mir zu.
i] Das Glück ist verscherzt

Die Berge unserer Zeit sind nicht so erhaben wie die Berge von ehedem.
China

Die Berge werden erschüttert, aber sie fallen nicht.
Albanien

Die Bergspitzen hüllen sich gern in Wolken.

Die berühmtere Frau hat oft weniger Ringe.
Island

Die Bescheidenen bezahlen für die Fehler der Besseren.
Mali

Die Bescheidenheit hübsch und fein ist aller anderer Tugend Schrein.

die Bescheidenheit ist der Anfang der Sittlichkeit,
Mengzi

Die Bescheidenheit ist die Krone der Ehre.
Arabien

Die Beschwörungen des Teufels sind (nur) ein Schlüssel in seiner Hand.
i] Von boshaften Zauberern, woran es in Ägypten wimmelt; im kleinsten Dorfe finden sich Leute, die aus Zauberei und Hexerei ein Gewerbe machen.

Die Besen kann man am wohlfeilsten geben, die man fertig stiehlt.

Die Besiegten dürfen nicht mucksen.

Die Besiegten müssen bluten. (Daher die Römer: Vae victis - Wehe dem Besiegten, ein sprichwörtlich gewordener Ausdruck, dessen sich die Gallier bei Wägung des Goldes bedienten, das ihnen vor ihrem Abzuge die Römer gewähren mussten.

Die Besiegten zahlen Strafe.
Frankreich

Die bessern Nudeln san die, die übern Löffel runterhängen; die ka ma erst aschleckn, bevor ma's frisst.

Die beste Abbitte ist, nicht mehr tun.

Die beste Amme ersetzt keine Mutter.

Die beste Arbeit ist Hoffnung.
Wales

Die beste Art, um uns eines Feindes zu entledigen, ist, sich diesen zum Freund zu machen.
Portugal

Die beste Arznei gegen Unrecht ist, es vergessen.

Die beste Arznei ist die Geduld.

Die beste Betglocke ist, die sich jeder selber läutet.

Die beste Freundin eines Jungen ist seine Mutter, bis ein Mädchen seine beste Freundin ist.

Die beste Freundin eines Jungen ist seine Mutter, und kein Band ist stärker als ihr Schürzenband.

Die beste Hausfrau ist, von der man am wenigsten spricht.
Estland

Die beste Hut ist, die der Mensch sich selber tut.

Die beste Klugheit lernt man von den Toren.
i] Aus ihrem Schaden wird man klug.

Die beste Kost ist die, welche den Bauch füllt.
Ägypten

Die beste Kost, die nicht viel kost't.

Die beste Krankheit taugt nichts.

Die beste Kuh geht nicht zu Markt.

Die beste Kur gegen Trunkenheit ist, einen Betrunkenen zu sehen, wenn man nüchtern ist.
China

Die beste Lebensregel ist: Nutz deine Zeit, weil jung du bist.

Die beste Lehrerin ist die Erfahrung; aber sie kommt, wenn es bereits zu spät ist.
Italien

Die beste Leidenschaft ist Mitleid.
Jamaika

Die beste Lüge ist die Wahrheit.
Jüdisch

Die beste Mahlzeit ist die Muttermilch.
Ungarn

Die beste Mahlzeit wird nie aufgetischt.
Ungarn

Die beste Medizin für das Leben ist Geduld mit dem Leben.
Libanon

Die beste Medizin kann nicht das Verlangen nach Rache stillen.
China

Die beste Mühle ist zwischen Wasser und Wind.

Die beste Nation ist die Resignation.

Die beste Nuss ist keinen Zahn wert.

Die beste Partei ist nichts als eine Art von Verschwörung gegen den Rest der Nation Unwissenheit läßt Menschen in eine Partei eintreten und Scham hält sie davon ab, die Partei wieder zu verlassen.
Halifax

Die beste Rede ist die wohlerwogene; wenn du redest, muss deine Rede besser als dein Schweigen werden.
Arabien

Die beste Salbe ist in kleinen Gefäßen.
Schweiz

Die beste Schwiegermutter auf der Gänseweide (oder die ein grün Kleid anhat).

Die beste Schwiegermutter ist tot und begraben.

Die beste Schwiegermutter ist, die einen grünen Rock anhat.

Die beste Schwiegermutter kommt nicht der Mutter gleich,
der hellste Mondenschein nicht dem Schein der Sonne.

Die beste Schwiegermutter liegt auf der Gänseweide.

Die beste Verachtung ist die Missachtung.

Die beste Vergebung ist die aus der Stärke.
Arabien

Die beste von all den leckeren Milchspeisen ist ein Stück Fleisch.
Jüdisch

Die beste Waffe ist die, die zur Hand ist.
Afghanistan

Die beste Ware der Welt ist das Bargeld.
Jüdisch

Die beste Wegzehrung des Alters ist das Leben gemäß der Natur, indem man denkt und tut, was man soll.
Gaius Musonius Rufus (vor 30-vor 101/102 n. Chr.)

Die beste Weise, Krieg zu vermeiden ist, den Frieden zu halten.
Liberia

Die beste Zeit ist immer der nächste Augenblick.

Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.
Afrika

Die beste Zucht ist, die der Mensch sich selber tut.

Die beste Zucht sind gute Worte und harte Strafe.

Die beste Zuflucht ist ein Freund, mag er reich oder arm, traurig oder heiter, mit oder ohne Fehler sein.
Indien

Die besten Äpfel haben die meisten Warzen.

Die besten Arbeiten sind die Fertigen.
Island

Die besten Ärzte der Welt sind: die Natur, die Zeit und die Geduld.
Bulgarien

Die besten Ärzte weit und breit sind: Natur, Geduld und Zeit.

Die besten Dinge im Leben kosten nichts.
England

Die besten Dinge im Leben sind frei.
England

Die besten Dinge kommen in kleinen Packungen.
USA

Die besten Eltern haben oft ungeratene Kinder.
fr] D'une bonne souche il sort quelquefois mauvais scion.

Die besten Fechter werden erschlagen, die besten Schwimmer kriegt's Wasser beim Kragen.

Die besten Fechter werden erschlagen,
Die besten Schwimmer kriegt 's Wasser beim Kragen.

Die besten Feinde sind, die zuvor drohen.

Die besten Fische halten sich am Grund.
en] The best fish keep the bottom.

Die besten Freunde müssen sich trennen.
England

Die besten Freunde müssen sich trennen.
en] The best of friends must part.

Die besten Freunde stecken im Beutel.

Die besten Früchte hängen im Wipfel.

Die besten Früchte sind diejenigen, die von den Vögeln angepickt worden sind.
Frankreich

Die besten Gäbelchen sind die von der Mutter.
Jiddisch (Die Finger des Babys)

Die besten Gattinnen sind unberührte Jungfrauen.
Arabien

Die besten Gedanken kommen (allzeit o. immer) hinterdrein (o. hinten nach).

Die besten Heilkräuter gegen das Alter sind die Blumen auf deinem Grabe.
Russland

Die besten Käse werden von (den) Mäusen angefressen.

Die besten Kirschen fressen die Vögel(ein).

Die besten Kühe stehen im Stall, die schlechten findet man überall.

Die Besten lässt man sitzen und stellt die Schlimmsten an die Spitzen.

Die besten Lotsen sind am Ufer.
Niederlande

Die besten Mahner sind die schlimmsten Zahler.

Die besten Meister arbeiten am wenigsten.

Die besten Menschen sind diejenige, die den Erfolg der anderen bejubeln.
Island

Die besten Menschen sind in deiner Heimat.
Kasachstan

Die besten neuen Dinge sind gut vergessene alten.
Bulgarien

Die besten Pferde sucht man im Stall.

Die besten Räte und hinkende Pferde kommen gewöhnlich zuletzt.
i] Spöttisch bei Besserwisserei.

Die besten Reiter fallen am härtesten.
China

Die besten Sachen im Leben gibt es umsonst.
en] The best things in life are free.

Die besten Schützen sind, so da fehlen.

Die besten Schwimmer ersaufen, und die besten Fechter werden erschlagen.

Die besten Schwimmer ertrinken, und die besten Klimmer brechen den Hals.

Die besten Steuerleute sind an Land.
i] Spöttisch über Krittelei.

Die besten Steuerleute stehen immer am Ufer.
Niederlande

Die Bestrafung eines Feindes ist sein Neid.
Sri Lanka

Die Betrunkenen denken nicht ihre eigenen Gedanken.
Russland

Die Bettler haben Rauch (im Haus), die Armen Fladen im Ofen, jeden Tag warmes Brot.
Estland

Die Bettler raufen sich, der Speck wird uns zufallen.
Litauen

Die Bettler raufen sich, wir werden den Speck kriegen.

Die Bettler sind den Hunden feind und die Hunde den Bettlern.

Die bettler, Tattern, Dieb geschwind vnd Landsknecht eines gebacks sind.

Die Bettlerin heiratete den Sultan, doch das Betteln behielt sie bei.

Die Bettwanze gedeiht an einem Stück Holz.
i] Die Vorsehung sorgt für alle.
Kikuju (Kenia)

Die Beute nimmt, wer zuerst kommt
var] Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
la] Abducet praedam, qui occurrit prior.

Die Beute, die Gott für die Kröte bestimmt hat, kann nicht mehr davonfliegen.
Tschad

Die Bewegung des Lebens ist lernen.
Buddha

Die Bibel ist älter als die Kirche.
Schweden

Die Bibel ist der Seelen Apothek' und Arzenei.
nl] De bijbel is het boek met gouden letters.

Die Bibel ist die Religion der Protestanten.
England

Die Bibel lässt sich nicht auspredigen und das Corpus juris nicht ausdisputieren.

Die Bibel lässt sich nicht auspredigen.

Die Biene fliegt auf eine gute Blume.

Die Biene fliegt nicht dorthin, wo sie keine Waben vorfindet.
Estland

Die Biene gibt Einspritzungen, obwohl sie kein Arzt ist.

Die Biene hat nichts Süßeres als den Honig.

Die Biene ist Arbeitskraft, der Mistkäfer des Weges Kraft.
Estland

Die Biene ist der Arzt der Blumen.
Mosambik

Die Biene ist ein kleiner Vogel, aber sie hat einen scharfen Stachel.
i] Die Natur gab jedem Geschöpf seine Waffe.

Die Biene ist ein kleines Vöglein und gibt doch die süßeste Frucht.

Die Biene läßt sich auf allen Blumen nieder, aber sie holt sich nicht von ihnen allen Honig. Litauen

Die Biene nistet nicht mit der Hornisse.
Botswana

Die Biene sammelt einen Tag und lebt neun Tage; der Faulpelz und Verschwender verdient neun Tage und lebt einen Tag.
Estland

Die Biene sieht ihren Bienenstock, bevor sie den Honig produziert.
Tschad

Die Biene trank Palmwein und kam im Weingefäß um.

Die Biene zieht es zum Bienenstock.

Die Biene zieht ihren Honig nicht aus einer einzigen Pflanze.
Algerien

Die Biene, die in den Bienenstock gezwungen wird, wird keinen Honig produzieren.
Afrika

Die Biene, die in einen Bienenstock gezwungen wird, macht keinen Honig.
Mali

Die Bienen geben nicht nur Wachs, sondern auch Honig.

Die Bienen können das Fluchen nicht leiden.

Die Bienen sammeln den Honig nicht für sich.
nl] De bij is dood, die den honig en hat was gaf.
nl] Of al de bij den honig maakt, een ander is het die se smaakt.

Die Bienen saugen aus den bittersten Kräutern den süßesten Honig.

Die Bier verkaufen, sollten keine Geschichten erzählen.
England
en] Ale sellers should not be tale-tellers.

Die Billigkeit ist dess rechten Seel und Leben.

Die Billigkeit soll man allweg dem strengen Rechte fürziehen.

Die billigste Art, jemandem in der Welt weiterzuhelfen, ist Blumen auf seinem Grab aufzuschichten.
Schwarze in den USA

Die billigste Pension ist der Friedhof.
Schwarze in den USA

Die billigsten Leidenschaften auf der Welt sind Hoffnung und Liebe, und zum Schluß zahlt man am meisten für sie.
Türkei

Die Binderin bollt.
i] Wenn sie ihrem Schnitter nicht nachzukommen vermag, also weniger bindet, als er mäht, und so dem nächsten Schnitter zu nah kommt

Die Binschgauer wollten wallfahren gehn.
Volkslied

Die Binse hat keine Knoten.
nl] In gladde biezen zoekt hij knobbels.

Die Birke ist das beste Mittel gegen (Trotz, künstliche) Krämpfe.
Wend. Lausitz

Die Birke ist des Herrn Kupfer.

Die Birke nach dem Johannistag (24. VI) und ein konfirmiertes Mädchen duften nicht.
Estland

Die Birke wird schon erziehen und die Weide biegen.

Die Birkenrute berührt den Charakter nicht, aber der Körper stellt die Verbindung her.
Nigeria

Die Birkerut zeucht die Lieb des Kinds.
z] Ich hab liebe Kind. Wie lieb haben sie dich? Lug das du jnen nit zu lang lebest, die birkerut zeucht et.

Die Birn, die man nicht erlangen kan, soll man lassen sitzen.

Die Birne fällt nicht weit vom Baum.
tü] Armut ağacından uzak düşmez.

Die Birne fällt unter den Birnbaum.
Albanien

Die Birne hat den Stiel hinten.
Albanien

Die Birne hat einen Stil, die Traube einen Kern.
tü] Armutun sapı var, üzümün çöpü var.

Die Birne ist noch nicht reif.
nl] De peer is al te vroeg van den boom gevallen.

Die Birne möcht' er wohl, aber auf den Baum will er nicht.
nl] Het zijn goede peren, als zij geplukt zijn.
la] Scire volunt omnes, studiis incumbere pauci.

Die Birne vom Bären bewachen lassen.
la] Lasciare le pere in guardia all' orso.

Die Birne, die man nicht erlangen kann, soll man lassen sitzen.

Die Bischofsmütze deckt nur zwei Augen.

Die Bissen klein gemacht, ist halb verdaut.

Die Bitte durchdringt den Himmel.
pl] Prosba niebiosa przebija.

Die Bitte ist heiß, der Dank kalt.
z] Die Bitt seind gantz hitzig, die Dancksagung ist kalt.

Die Bitte ist immer heiß, der Dank kalt.

Die bittere Gurke erfreut nicht.
i] Nur das Gute geht zu Grunde

Die bittere Pille schlucken (müssen)
en] to (have to) swallow the bitter pill
fr] avaler la pilule
it] ingoiare la pillola - trangugiare un boccone amaro - ingoiare il (o. un) rospo

Die bitteren Worte deines Freundes sind wie Honig und Butter, das süße Wort deines Feindes aber wie Gift.
Russland

Die Bitterkeit des Todes ist in Anbetracht der Furcht eine Inspiration.
Algerien

Die bitterste Medizin ist die heilsamste.

Die bittersten Feinde werden oft die besten Freunde.
it] Spesso una fiera discordia fa una buona concordia.

Die blasen aus einem Loche.
i] Stecken unter einer Decke.

Die blasen kalten und warmen wind.

Die blasse Furcht sah ihm aus dem Gesicht.

Die blasseste Tinte ist besser als das stärkste Gedächtnis.
China

Die Blätter des Adlerfarns rascheln nicht, wenn der Wind nicht weht.
Ungarn

Die Blätter eines Baumes fallen zur Wurzel des Baumes.

Die Blätter springen nicht (direkt) aus den Bäumen, sie springen (erst) aus den Knospen.
Moskau

Die Blätter von den Feigenbäumen essen.
i] Von einem Menschen, der sich mit seiner Kost auf das Äußerste beschränkt, wie von jemand, der lebt wie ein Filz
la] Cradophagos.

Die Blätter warten nicht alle auf den Herbst.
i] Viele fallen vorher ab oder werden von den Raupen gefressen

Die Blätter, welche die Raupen verschonen, schlägt der Hagel ab.

Die blaue Glasperle, die der Muslim seinem Pferde in die Mähne bindet, ist das gute Auge, das dem bösen Auge seinen Zudrang wehrt.

Die blaue Grütze wird ihm schön bekommen.
nl] Die grutten eten, dien loeren de kippen op den aars.

Die blauen Blümchen frage, ob nahe die warmen Tage.

Die blinde Ameise fragte Gott: Gib mir Wimpern.
Georgien

Die blinde Eule.
i] Zu oder von einer Person, die etwas leicht Bemerkbares nicht finden kann.

Die blinde Gier nach Gold verleitet zu jeglicher Greueltat.
la] Auri caecus amor ducit in omne nefas.

Die Blinde küsse gern, allein schau dennoch in die Augen ihr hinein.
Rumänien

Die Blinde liebt den Blinden.
Arabien

Die Blinden bitten für die Einäugigen.

Die Blinden fürchten sich nicht vor Schlangen.
Japan

Die blinden Mäuse spielen.

Die blinden rosse stellt man hinten an.

Die Blinden sehen zuweilen mehr als die Sehenden.
i] Saunderson, der blinde Mathematiker, unterschied durch seinen innern Sinn im Freien Tag und Nacht, ja heiteren von umwölktem Himmel. Gambassi, der blindgeborene, plastische Künstler im Val d'Elsa, besass sogar den Instinkt der Farben, die er niemals gesehen, also auch nicht im Gedächtniss behalten haben konnte. Clacklock, der blinde Dichter, bediente sich bestimmter folgerechter Wörter von Gegenständen, ohne von diesen korrespondierende Ideen zu haben. Saunderson las trotz seiner Blindheit über Optik.
la] Caecus de coloribus disputat.

Die Blinden sehen's, die Narren merken's.

Die Blindschleiche sagt, sie will noch wachsen, um Augen zu bekommen.
Afrika

Die Blindschleiche soll einmal gesagt haben: Hätte sie Augen im Kopf, dann würden die Kirchenglocken jeden Tag läuten.
Estland

Die Blindschleiche soll gesagt haben, dass wenn sie Augen hätte, schlösse sie in einer Nacht die Türen von neun Bauernhöfen.
Estland
i] Sie würde die Bewohner von neun Bauernhöfen töten

Die Blindschleiche würde alle Menschen auffressen, wenn sie sähe.
Estland

Die Blitze des Zeus treffen den Erhabenen zumeist.
Alt-Griechenland

Die Blöden verlieren alle Fehden.
fr] Il n'y a que les honteux qui perdent.
fr] Jamais honteux n'eut belle amie.
it] Persona vergognosa scapita in ogni cosa.

Die Blühet gehet den Früchten vor.

Die Blühet treugt oft.

Die Blum' im Garten lehrt, wie lange Schönheit währt.

Die Blume blüht auch ohne Wurzeln.
Japan

Die Blume blüht zu einer bestimmten Zeit.
Estland

Die Blume des Ruhms wächst nur auf dem Acker des Verdienstes.
Äthiopien

Die Blume fällt unter den Strauch.
Armenien
nl] Elke bloem verliest eindelijk haar' geur en kleur.
it] Qualunque fiore alla fin perde l'odore.

Die Blume Geduld wächst nicht in jedermanns Garten.

Die Blume ist das Lächeln der Pflanze.
Peter Hille

Die Blume ist gepflückt, der Stengel wird unter den Füßen zertrampelt.
Malaysia
i] Die Schwiegermutter wird schlecht behandelt

Die Blume riecht gar stark, sprach der Narr, als ihm die Jungfrau den Besen unter die Nase gerieben.

Die Blume Sae ist nicht für das Thal, wo sie wächst, so schön und wohlriechend, ebenso müßt ihr auch nicht für euch allein weise sein.
China

Die Blume zieht die Biene, die Anmut den Menschen.
Russland

Die Blume, die mit Gewalt (auf)gebrochen wird, verliert ihren Duft.
Armenien

Die Blumen des eigenen Gartens duften nicht so stark wie die wilden, aber dafür halten sie länger.
China

Die Blumen machen den Garten, nicht der Zaun.

Die Blumen riechen dem Armen wie dem Reichen.

Die Blumen von morgen müssen heute gesät werden.
China

Die Blumen, die auf den Gipfeln der Berge blühen, würden ihren Platz niemals mit der Gartenrose tauschen.
Armenien

Die Blüte vom Kürbis oder den Kürbis selbst.
Altgriechisch
i] Entweder Tod oder Leben, Nutzen oder Schaden, da es ungewiss ist, ob die Blüte abfallen oder einen Kürbis hervorbringen werde

Die Blüten des Feigenbaums, die weiße Krähe, den Fuß des Fischs im Wasser mag man sehen, aber nicht, was in einer Frau vorgeht.
Indien

Die Blütezeit ist der Anfang des Verfalls.

Die blutige Hand nimmt kein Erbe.
[RSpW]
i] Durch dies, aus dem römischen Rechte entlehnte und in den Niederlanden mehr als in Deutschland übliche Sprichwort wird angezeigt, dass der, welcher einen anderen umgebracht oder doch verwundet, überhaupt seine Hand mit einem Verbrechen befleckt und sich dadurch von der Verwandtschaft ausgeschlossen hat - im Sprichwort durch die 'blutige Hand' bezeichnet -, von der Erbschaft ausgeschlossen sei, wenn er der nächste Erbe des Ermordeten war oder Hoffnung hatte, es infolge eines Testaments zu werden. Einige Ausleger wenden das Gesetz auch auf die an, welche Personen, die sie zu beerben hoffen, ohne die nötige Pflege in ihrer Krankheit oder ohne rechtzeitige ärztliche Hilfe lassen u. dgl., was die 'blutige Hand' in der weitern Bedeutung ist.
altfries] Thiu blodich hant ne mey neue lawa fagia.
nl] De bloedige hand neemt geene erfenis (oder: erft niet).

Die Boddel und die Kann ziehen aus den Mann.
dk] Bodel med bytten tager halv nytten.

Die bodenlose Wanne wird nicht durch Wasser gefüllt.
Russland

Die böhmischen Nebel kommen, es wird regnen.
i] Sagt man im sächsischen Erzgebirge.

Die Bohne hat gesagt, dass sie sich nicht viel aus häufigem Düngen macht, es genügt schon, wenn eine Frau während des Wachstums mit ihrem Rockzipfel über sie hinweggeht.
Estland

Die Bohnen blühen, die Narren ziehen.
i] Um jemanden seine Torheiten und Geistesschwächen vorzuwerfen
ndt] D' Bone blêen. Luxemburg
fr] Fèves fleuries temps de folies.
fr] Les febves sont en vigueur, les femmes sont folles.
fr] Les fèves sont en fleur, les fous sont en vigueur.
nl] Als de boonen bloeijen, de zotten groeijen.

Die Bohnen sind am besten in der Schale.
dk] Bönnen er best i billen.

Die Bohnenblüte ist die schwerste Zeit.
Estland

Die Boleine ist nur über das Ende der Raae gesprungen.
i] Es hat wenig zu sagen. Raae - ist eine Baumstange am Schiffsmast
altfries] De Buliin es man nur de Nok.

Die Bologneser sind frei, froh und frisch.
it] Bolognesi liberi, lieti, freschi.

Die Bolzen verschießen, die ein anderer gedreht hat.
i] Eines anderen Anschläge ausführen

Die Bombe ist am Bersten (Zerspringen).
i] Ein Unglück ist nahe
fr] La bombe est près de creper.

Die Bombe ist geplatzt.
i] Das drohende Ungewitter u.s.w. ist eingetreten, die erwartete Nachricht ist eingetroffen

Die Börse des Spielers hat keinen Riegel.
Frankreich
fr] À bourse de joueur, il n'y a point de loquet.

Die Börse oder das Leben, sagte der Bauer zu seinem Weib, da kam der Advokat mit dem Doktor herein.

Die böse Exempel geben, werden von denselben überfallen.
z] Eines Herrn Wollust und Laster strafen ihn selbst mit Nachfolgung und Verachtung der Untertanen.

Die böse Gelegenheit ist die Ursache eines jeden Übels.
it] La cattiva occasione d'ogni male è cagione.

Die böse Kränk kriegen.
i] Eine um das Jahr 1666 herrschende Seuche in der Pfalz.

Die böse Rut' tut bösen Buben gut.

Die böse Schwiegermutter hat auch hinten Ohren.
Russland

Die böse Tat eilt tausend Meilen fort, die gute aber bleibt im Haus.

Die böse Tat klebt am Täter.

Die böse Tochter mag die Mutter schweigen heißen. Den zornigen Sohn bringt sie nicht zum Verstummen.

Die böse Welt sagt's.
nl] De booze wereld will dat wel zeggen.

Die bösen Buben lesen die Nüsse auf.

Die Bösen durchschauen einander leicht.
Japan

Die Bösen dürfen nicht, die Guten mögen nicht.

Die Bösen haben auch zuweilen Reu'.

Die Bösen nehmen Esau's, den Frommen bleibt Jakob's Segen.

Die Bösen scheuen das Licht, so wie der Teufel das Kreuz scheut.
Niederlande
fr] Celui qui pèche, fuit la lumière.

Die bösen sechs Wochenkinder werden die frommen (guten) Jahr Kinder.

Die bösen Würfe muss man auch geben.

Die Bosheit ergänzt das Alter.
i] Jugend allein macht nicht straflos, wenn das Vermögen, Gutes und Böses zu unterscheiden, vorhanden ist, weil, was dem Alter an Klugheit und Erfahrung abgeht, durch Bosheit ersetzt werde

Die Bosheit erstattet, was dem Alter abgeht.
la] Nequitia supplet aetatem.

Die Bosheit ist doppelt, wenn man sie unter Verstellung verbirgt.
dk] Ondskap tager undertiden fromheds kaabe paa.

Die Bosheit ist ein Löwe, der zuerst seinen Herrn anspringt.
Afrika

Die Bosheit ist immer bedeckt.
i] Sucht sich zu verbergen
ndt] De bosheit is al bedecket.
la] Melle litus mucro sunt et mellita venena.

Die Bosheit nimmt oft der Frommheit rock, das man eins vors ander nicht erkennen kan.

Die Bosheit steht dir in den Augen.

Die Bosheit tut ihr selber den größten Schaden.
en] Malice hurts itself the most.
la] In caput auctoris facinus plerumque redundat.
la] Malitia ipsa maximam partem veneni sui bibit. (Seneca.)
un] A rosznak roszul foly dolga.

Die Bosheit wird durch Tat erst ganz gestaltet.
en] Knavery's pain face is never seen, till is'd.
Shakespeare (1564-1616), Othello II, 1

Die böslich tun, soll man böslich verlassen.
[RSpW]
i] Der Grundsatz des Wiedervergeltungsrechts, wie er in den deutschen Rechten zur Anwendung kam, war damit nicht erschöpft, dass Aug' um  Aug', Mord um Mord, Fließe um Fließe, d.i. Wunde um Wunde gefordert ward; er hat sich dahin erweitert, dass überhaupt jede böse Tat mit entsprechend schlimmen Folgen geahndet werden sollte, was durch das obige Sprichwort ausgedrückt werden soll, welches das Kaiserrecht bei der Gelegenheit anführt, da es von der Strafe des böswilligen Verlassens der Ehefrau handelt. Es sagt: 'Da jend ein ehelich Weib hat und fährt von da in eine fremde Stadt und betrüget dort ein ander Weib, und lässt die seine daheim sitzen als ein hingeworfen Mensch, findet der Kaiser (d.i. der Richter) die Wahrheit mit Recht, so soll er (der Ehebrecher) des Kaisers Finsternis ewiglich bewohnen, also, dass er keinen Menschen mehr mag sehen.'
mhd] Die boslich tun, die sol man boslich verliesen.

Die Branntweinflasche ist der Reisepaß, um zur Hölle zu gehen.
Estland

Die Branntweinrute schlägt schmerzhaft.
Estland

Die bratenen Vögel fliagn überall hoch.

Die Bratpfanne lecken.
i] Von Schmarotzern, welche die alten Römer das Verderben der Bratpfanne nannten: Sartaginum pernicies

Die Bratpfanne sagt es dem Kochtopf.

Die Bratwurst sucht man nicht im Hundestall.

Die Bratwurst unterscheidet sich nicht nur durch die Schale von sauren Gurken.

Die Brauchbarkeit von Scheren und Dienstboten hängt von der Behandlung ab.
Japan

Die braucht kaan Stiel mehr auszubeiße'.
i] Von einer alten Frau. Nach einer mystisch-kabbalistischen Vorschrift sollen Frauen, die guter Hoffnung sind, den Stiel des am Laubhüttenfeste zum Feststrauß gebrauchten Esrog (ethrog, die zitronenartige Frucht des Paradiesbaumes, ponum Adami Linn.) ausbeißen, um dadurch eine glückliche Niederkunft zu erlangen.

Die Braue wird schon das Auge behüten.
Estland

Die braune Mamsell bekommen.
Köthen
i] Die Rute

Die braunen Nüssle sind am besten.

Die Braut (Kalle) hat schwarze Augen.
Jüdisch-deutsch
i] Wenn jemand, wo nichts zu tadeln ist, gern tadeln will und daher Dinge als Makel bezeichnet, die keiner sind

Die Braut ab, oder zu Bette tanzen.
i] Eigentlich den letzten oder Brauttanz tun, der den Hochzeitstag beschließt, indem die Gäste das Brautpaar in die Brautkammer oder das Schlafzimmer tanzend begleiten, oder dass sie um die Braut in einem Kreise umhertanzen, wobei ihr, wenn sie nicht Witwe war, der Kranz unter allerhand Scherzen abgenommen wird

Die Braut begutachte, wenn man sie dir zuführt, die Mitgift, wenn man sie dir vorführt.
Usbekistan

Die Braut führen.
z] Wenn man scherben oder stein vber das Wasser also treibet, das sie etlich mal auffhupffen, ehe sie zu grund gehen.

Die Braut gehört dem Bräutigam, und das Zuschauen gehört den Unglücklichen.
Arabien

Die Braut gleicht von ihrer Geburt an dem Hause, in das sie kommt.

Die Braut hat den Hafen gescharrt.

Die Braut hat dreifaches Sackzeug vor den Augen.
Estland

Die Braut hat einen Fehler, sie ist zu schön.
i] Von einem Tadelsüchtigen, der Fehler entdecken will, wo keine sind, und zu Fehlern stempelt, was ein Vorzug ist
jd] A chessuren, die kalle is zü schön.
Jüdisch-deutsch in Warschau

Die Braut hat viel Zwiebel im Busen.
i] Wenn sie tränenreich ist
mhd] Die bruyt hefft viel sypel in dem bosen.

Die Braut heißt: 'Ach leider!', der Bräutigam: 'Dass Gott erbarm!'
i] Von einer Ehe zwischen zwei Personen, die beide nichts besitzen, wo die Braut singen kann:
A Schüssele und a Häfele ist äll mei Heirathsguat,
Na lad' i's uf a Wägele und fahr am Teufel zua.
A Schüssele und a Häfele ist äll mei Kuchegschirr,
Jetzt schreib i's uf a Täfele, dass i nett verirr!

Die Braut ist die Kosten der Hochzeit nicht wert.
Griechen

Die Braut ist gut, hat sie kein gelbes Haar, so hat sie Gelbes baar.
nl] Alle dingen zijn wel, heeft de bruid (het lief) geen geel haar, zij heeft geel vel.

Die Braut muss bringen vor allen Dingen.
z] Für den Bräutigam ist gut geloben.

Die Braut schiss in die Kirche, dass sie bekannt werde.
ndt] De brût schet in de kerke, dat se bekant worde.
ndt] Die bruut wolde vernaemt sijn, ende seicte in de kerk.
la] Sponsa ut nota foret sub templo fecit oletum.

Die Braut stirbt (oft), eh' sie der Bräutigam zur Kirche führt.
i] Nichtigkeit menschlicher Hoffnungen

Die Braut will nicht zu dem, der teuer für sie bezahlt, sondern zu dem, der das Teuerste opfert.
Russland

Die Braut wird von ihrem Bräutigam sicher über den Strom getragen, aber das Weib auf dem Rücken des Mannes ist schon im kleinen Bache in Gefahr zu ertrinken.
Jakutisch

Die Brautecke (am Tische) ist der Tanne kein Bruder.
Litauen

Die Brautlaken hängen umher.
i] Es sind damit Spinngewebe gemeint, und man will damit ausdrücken, dass die Töchter des Hauses, weil sie so wenig auf Reinlichkeit halten, keine Männer bekommen werden

Die Brautläupen häuger hangen.
i] Brautläupe = ein rundes hölzernes Brotgefäß statt des Brotkorbes
z] Na mînen butten Begrîpe dôet de Aulen up 'n Besten, wann se eer de Brautläupen bi Tîen àrt häuger henget.

Die bräutliche Liebe kommt nicht in die Ehe.
Duala (Bantu)

Die Brautnacht tötet die Sprödigkeit.

Die Brauttränen müssen gekrischen werden.
Eifel
i] Die Braut, die sie nicht vor der Hochzeit kreischt, muss sie danach kreischen

Die braven Leute sind dünn gesät und sitzen weit voneinander.

Die braven Menschen sind wie die weißen Fliegen.
Venetien

Die Breite allein macht nicht das Meer, sondern auch die Tiefe.
Russland

Die breite Brust erhält die Stiche der Speere.
Gabun

Die breite hand schmuckt wohl.
la] Larga manus.

Die Bremen haben die Gerechtigkeit von alters her, dass sie Blut saugen.

Die Bremse - Dreck bis zum Johannistag (24. VI), die Mücke - ein tüchtiger Kerl bis zum Michaelstag (29.9.).
Estland

Die Bremse soll seit dem Margaretentag (13. VII) blind sein.
Estland

Die Bremsen haben die Gerechtigkeit von alters her, dass sie Blut saugen.

Die Brennnessel begleitet den Menschen über die Erde.
Oberösterreich
i] Um Nützlichkeit und Heilsamkeit derselben zu bezeichnen

Die Breslauer Güte haben.

Die Bretter, die die Welt bedeuten.
i] Damit umschreibt Schiller in seinem Gedicht 'An die Freunde' die Bühne des Theaters

Die Briefe des Herzens liest man in den Augen.
England

Die Briefe von wahrer Freundschaft werden nicht mit Butter, sondern mit Diamanten versiegelt.

Die Brieftasche des zaghaften Mannes wird weder zunehmen noch abnahmen.
Malta

Die Brig und die Breg bringen die Donau zu Weg.
i] Der süddeutsche Hauptstrom entsteht aus den zwei Waldbächen Brigach und Brege, die beide am Ostabhange des Schwarzwaldes im badischen Kinzigkreise ihre Quelle haben, sich im Seekreise unter Donaueschingen vereinigen und sodann den Namen Donau führen

Die Brigade am schwarzen Meer.
z] Wie die Artillerie des Bosporus officiell genannt wird.

Die Brille aufsetzen.
i] Der Seemann sagt: Das Focksegel aufsetzen. Wie man die Brille aufsetzt zur Unterstützung der Augen, so wird das Focksegel am Vordermast zur Unterstützung des großen Segels am Hauptmast aufgesetzt
nl] Hij heeft de fok opgezet.

Die Brillen, durch die man in die Welt sehen will, müssen von Golde sein.

Die Brocken der Weisen sind mehr wert als die vollen Schüsseln der Narren.

Die Brotkrume der Geliebten schmeckt besser als der Mutter Kuchen.
nl] Het brood eener minne is zoeter dan de koek eener moeder.

Die Brotkrumen stechen ihn.
i] Wem es gut geht, der wird üppig
ndt] Den steken (stechen) de Brotkrümmels. Meurs

Die Brüche (Strafgeld) soll beim Erbe bleiben.
[RSpW]
i] Wenn gegen den Erblasser eine gerichtliche Strafe erkannt war, so ward diese aus dem Nachlass entnommen
nl] De broke schol bi dem erve bliven.

Die Brüche, die der Steuermann nimmt, soll der Vogt missen.
[RSpW]
i] In einer und derselben Sache sollen nicht von zwei verschiedenen Gerichten Strafgelder oder Gebühren gefordert werden. Hat der Steuermann als Richter im Schiff auf offener See Strafgeld gefordert, so soll der Landrichter keins mehr zu fordern berechtigt sein.
z] Wan bröcke de Steuermann nimbt, schall de Vagett missen.

Die Brücke abbrennen.
i] Den Rückweg abschneiden, jede Möglichkeit zu friedlicher Vermittelung entfernen

Die Brücke durch die Feinde schlagen.
i] Bahn brechen

Die Brücke im Rücken ist abgebrochen.
la] Pons a tergo abruptus est.

Die Brücke wird erst repariert, nachdem jemand ins Wasser fällt.
Somalia

Die Brücke zwischen Lachen und Weinen ist nicht lang.
Jamaika

Die Brücke, die alle Welt überschreitet, überschreitest auch du.

Die Brüh ist mehr als das Fleisch.

Die Brühe des Geizigen sättigt nicht.

Die Brühe im eigenen Topfe ist die kräftigste.
Russland

Die Brühe ist besser als der Braten.

Die Brühe ist besser als der Fisch.
i] Die Nebensache übertrifft die Hauptsache

Die Brühe ist mehr wert als der Fisch.
en] The play won't pay the candles.
fr] Le jeu ne vaut pas la chandelle.
it] La cosa no 'l comporta.

Die Brühe ist oft teurer als der Fisch (o. Braten).

Die Brühe kostet (oft) mehr als die Brocken.
fr] La sauce fait manger le poisson.

Die Brühe macht den Fisch schmackhaft.

Die Brust der Mutter kann keine Lepra bekommen.
Uganda

Die Brust ist es, die uns beredt macht.
Rom
bm] Co ze srdce nejde, v srdci se neujme.
nl] Wat uit het hart komt, gaat ook tot het hart.
it] Ciò, che volontariamente s'offerisce, vale il doppio.
krain] Kar iz serdca no prijde, se serdca ne prijme.
kroat] Kaj iz serdca ne izhadja, k serdcu nedojadja.

Die Buben (o. Büblein) haben Lust zu reiten und zu kriegen, die Mädchen zu Docken (o. Puppen) und zu Wiegen.

Die Buche von oben, die Eiche von unten.
dk] Bögen skal fluees fra toppen, egen fraroden.

Die Bücher machen auss einfältigen Schäfflein arglistige Füchs.
z] Historien machen Machiavellisten. Da doch nichts nützlicher zu lesen noch, dennoch hat es die böse Frucht.

Die Bücher sind stille Meister.
Ungarn

Die Büchse ging aus, ihren Deckel zu suchen, bis sie ihn fand.
i] Von jemand, der eifrig eine Gelegenheit sucht und sie endlich findet

Die Büchse trifft nicht allezeit.

Die Buckel sind abgekommen, sagte der Schneider, man trägt jetzt bloß (o. nur) noch hohe Rücken (o. Schultern).
i] Wie der Kropf, soll auch in manchen Gegenden der Buckel vorherrschen, was vom Volkswitz in seiner Weise ausgebeutet wird. In Frankreich hat die Ebene Beauce in dieser Hinsicht herhalten müssen. Die Reisenden glaubten, dass es dort mehr Bucklige gebe, als in anderen Gegenden Frankreichs, was zu der Redensart 'bossus d'Orléans' führte. Der Fabeldichter Lafontaine, der jenen Landesteil besucht hat, führt in einem Gedicht aus, die Einwohner von Beauce hätten sich nach eingesammelter Ernte etwas übermütig gezeigt. Damals hätte es noch Berge in der Beauce gegeben, aber die Leute wären unzufrieden gewesen, weil sie viel steigen mussten. Jupiter stellte infolge ihrer Beschwerden die gerügte Unbequemlichkeit ab, indem er sämtliche Berge aus dem Gebiete beseitigte. Da sie aber nicht aus der Welt verschwinden konnten, so legte er sie den bequemen Bewohnern der Beauce auf den Rücken.
nl] Excuseer mijn' bogchel, het is maar een hooge rug.
nl] Hij heeft geen' bogchel, hij draagt zijne broodkar maan op den rug.

Die Buhler wissen allzeit, wie viel es geschlagen hat.

Die Buhlerei der Arbeit weicht, einen Arbeiter Venus selten erschleicht.

Die Buhlschaft schlägt zu den Augen aus.

Die Bula-Krabbe sagt: Der Lahme schlägt nur einmal zu.
Jabo, Afrika
i] Diese Art Krabbe bewegt sich langsam und scheint lahm zu sein, verteidigt sich aber hartnäckig

Die Bullen lecken sich.
i] Wenn Männer sich küssen

Die bundsgenossen trawen einander wenig, die jhre trew mit brieffen bestercken.

Die Bürden des Nachbars fühlt man nicht.
en] No one knows the weight of another's burden.

Die Burg von Buda ist nicht an einem Tag erbaut.
Ungarn

Die Bürger auf den Wall, die Bauern hinter den Pflug, die Landsknecht ins Feld, so ist alles wohl bestellt.

Die Bürger müssen das Land ehren, nicht umgekehrt.
Albanien

Die Bürger von Speyer taumeln auf dem Gänsefuße.
i] Dies Sprichwort findet darin seine Erklärung, dass der in der Nähe der Stadt wachsende Rotwein, einer der besten Rheinweine, Gänsefuß oder Gänsefüßer genannt wird. Die letztere Bezeichnung führten auch wohl die Speyerer selbst

Die Bürgerschaft muss stets gemeine Lasten tragen, sagte der Polizeier, und die Bürger wollten den gestorbenen Bürgermeister nicht zu Grabe tragen.

Die Bürgerstunde bieten.
i] Die Verpflichtung des Gastwirts (der Polizei), den Gästen zu sagen, dass der Gastverkehr geschlossen werden solle

Die Busen geht nicht vörder (weiter) als vom Vater auf das Kind.
[RSpW]
i] Wenn auch unter Busen oder Brust im allgemeinen alle Erben (Kinder und Enkelkinder) verstanden werden, so ist hier doch das Wort in seiner eigentlichen Bedeutung genommen, in welcher es nur das Verhältnis vom Vater zum Kinde ausdrückt. In diesem Sinne bezeichnet der Busen stets das Kind, nicht das Enkelkind.
z] Der busen geht nit förder als von dem vatter auf das kint.

Die Buß ist wie ein Strom, sie dämpft mit ihren Wellen
Den größten Gotteszorn und löscht das Feuer der Höllen.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Die buße auff die Marterwoche auffschieben.

Die Buße gehört auf die Sünd, wie die Laus auf den Grind.

Die Buße ist nicht viel wert, die ein Rabe dem Geier predigt.

Die Bußen gehen und fallen nach den Erbschaften.
altfries] De bote gaen ende fallen na den erfnissen.

Die Butte ist vergallt.
i] Durch Zerreißen der Galle ungenießbar, die Sache ist verdorben

Die Butter der Ziege, das Vermögen der Frau - diese Dinge sind im Haus nicht vonnöten.
Finnland

Die Butter fällt ihm vom Brote.
Köthen
i] Bei einem unerwarteten Verluste, oder bei einer getäuschten Hoffnung

Die Butter im Kübel muss man unten kosten, oben ist sie schön.
nl] Men boort de boter tot den grond, om te zien, of de bodem met de bovenkim gelijk is.

Die Butter ist den Kühen in die Hörner gekrochen.
Schlesien
i] Um zu sagen, dass wenig Butter gewonnen wird, weil die Kühe weniger Milch geben. Die Redensart wird besonders gegen Kinder angewandt, wenn ihre Schnitten nicht fett gestrichen sind

Die Butter ist gesund, nicht an den Fingern, sondern im Mund.
nl] Gekt gij met de boter? een ander eet ze op het brood.

Die Butter ist ihm vom Brote gefallen.
i] Er hat den Mut verloren

Die Butter ist in den Hörnern der Kuh.
Walisisch

Die Butter ist verderbt.
i] Die Sache ist in schlechtem Zustande

Die Butter langt nicht in den Brei.
nl] Dat is een klontje boter te minder in zijne pap.

Die Butter ruht sich aus, aber sie ist nicht gestorben.
Botswana

Die Butter schmilzt ihm noch im Munde.
i] Von Jungen, Unerfahrenen, auch um zu sagen: Er verliert etwas noch, da er es schon ganz gewiss zu haben glaubte

Die Butter taugt nichts zur Suppe.

Die Butter will oben sein.
nl] Botertje boven.

Die Butter, die er verspricht, lässt sich nicht schmieren.
i] Weil man sie nie erhält
fr] Promettre plus de beurre que de fromage.

Die Buttermilch mit der Mistgabel essen.
ndt] De Karmelk mit de Messförk eten.

Die Büxen (Hosen) platzen (schnuzen) ihm.
i] Er führte sich unanständig auf

Die Büxen (Hosen) schlagen ihm zwölf.
i] Er ist voller Furcht

Die Camminer heißen Plunderköppe.

Die Chance ist verpasst (o. vertan).

Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause.
Sprüche der Weisen

Die Chance, die Gott sendet, weckt nicht den auf, der schläft.
Afrika

Die Chancen sind endgültig dahin.

Die Charge schmeißen.
Halberstadt
i] Seinen Rang von sich werfen, seinem bisherigen höheren Stande entsagen

Die chemischen Reinigungen nehmen jetzt auch Lebensmittel an.

Die Chinesen haben zwei Augen, die Franken (Europäer) eins, die Mohren gar keins.
China

Die Cholera war bei uns früher auch nicht da.

Die Christen loben Gott morgens.
Orient
nl] Alle goede geesten loven den Heer.

Die Christen sind besser, die einen lassen bleiben, als die einen vertreiben.

Die Christen sind einander selbst die grausamsten Türken.

Die Christen versteht niemand als Christen.

Die Christenheit ist unter des Königs Gewalt.
[RSpW]
i] Nach mittelalterlicher Rechtsanschauung waren demjenigen, der römischer König war, von Rechtswegen alle Lande unterworfen, die sich zum christlichen Glauben bekannten
mhd] Die Kerstenheit is vnder dis Keysers ghewont.

Die christliche Kirche verfolgt niemand, sie wird verfolgt.

Die Christum recht lieben und bekennen, förchten kein todt, kein würgen, kein brennen.
la] Occubuere uiri sancti pro nomine Christi.

Die Clowns verändern sich, aber der Zirkus zieht weiter.
Chile

Die Complêt vor der Nôn läuten.
i] Das Hintere vorerst tun, verkehrt handeln
i] Nôn und Complêt sind die Bezeichnungen für Gebetsstunden in der katholischen Kirche, die im Laufe des Tages genau zu bestimmten Zeiten stattfinden, nämlich 1) am frühen Morgen die Metten und die Lobgesänge (die Matutin und Laudes), 2) während des Vormittags die Stundengebete oder Horen (prim, terz, sext, nôn). 3) Nachmittags die Vesper und 4) Abends die Complêt als Schlussgebet. Während der Vesper wird das Magnificat, d.i. der Lobgesang Maria's (Luk. 1, 46 fg.) gesungen, der nach lateinischer Übersetzung mit den Worten beginnt: Magnificit anima mea Dominum. Der Beginn der Gebetsstunden wird durch das Läuten einer Glocke angekündigt, daher die Redensart, die Complêt vor der Nôn läuten.
it] Suonare Completa avanti Nona.

Die da reich werden wollen, fallen in des Teufels Stricke.

Die da Weiber haben, sollen sein, als hätten sie keine, und die da weinen, als weinten sie nicht.

Die Dächer der Häuser von Rechtsanwälten bestehen aus den Häuten der Streitführenden.
Walisisch

Die Dächer von Brüdern sind nicht zusammengewachsen.
Estland

Die Dachmatten verdecken das Innere des Hauses.

Die Dachtel, so dir einer gab, wäscht die Erwiderung nicht ab.

Die damaligen Wucherer waren Geldwechsler, vergleichbar mit den Banken heute. Geholfen hat diese Predigt allerdings bis heute nicht, wie sonst soll man sich die Bankenkrise 2008 erklären, oder die Zinsen und Gebühren, die schon manchen Kunden arm gemacht haben. Nach jeder Krise werden die Geldgeschäfte undurchschaubarer und am Ende zahlt der Staat, das heißt alle Bürger des Landes. Früher musste man nur für geliehenes Geld Zinsen bezahlen, heute oft schon für das, was man den Banken zur Aufbewahrung gibt und leiht.

Die Dame Glück hat ein schönes Oberkleid, man soll aber die Untergewänder nicht untersuchen.
Russland
fr] Le bien de la fortune est un bien périssable.
la] Fortuna cum blanditur, captatum venit.
la] Levis est fortuna, cito reposcit, quod dedit.

Die Dämmerung bedeutet schon Morgen.
Ruanda

Die Dankbarkeit eines Esels ist ein Tritt.
Tansania

Die Dankbarkeit liebt Gott all frist, Vndankbarkeit ihm wider ist.

Die Dankbarkeit wird bald, das Unrecht langsam alt.

Die Dankesschuld an die Mutter kannst du selbst dann nicht abtragen, wenn du Fleisch auf dem Handteller für sie brätst.
Mongolei

Die das Beil am wenigsten tragen, reden am meisten von Feiertagen.

Die das Einmaleins verstehen, dürfen niemals betteln gehen.

Die das Feuer anmachen, wärmen sich oft am wenigsten dabei.

Die das Fleisch am meisten schelten, stets die größten Stücke wählten.

Die das Fleisch zusammen verzehrt, können auch die Knochen abklauben.

Die das schießen förchten, gehoren nicht in Krieg.

Die das Zweitbeste bekommen, sind nicht übel dran.
Schottland

Die Dattel der Treue wächst nur an der Palme des Vertrauens.
Arabien

Die Dattel ist der König des Obstes.

Die Datteln sind reif abzubrechen.
i] Wenn die Araber sagen wollen, dass für irgendeine Handlung, ein Geschäft, eine Unternehmung der günstige Augenblick gekommen sei, der nicht versäumt werden dürfe

Die Datteln sind reif und der Gärtner wehret nicht, sie zu brechen.
Arabien
i] Von heiratsfähigen Mädchen

Die Dattelpalme muss mit dem Fuß im Wasser und mit dem Kopf in den Flammen stehen.
Arabien

Die de Naem hêt van vroeg up te stoan, meugt lan' he slaepen.
Französisch Flandern
hdt] Wer den Namen hat, früh aufzustehen (den Ruf dessen genießt), der mag lange schlafen.

Die Decke ist oft mehr wert als der Esel.

Die Decke ist zu kurz, es kommen vier Füsse drunter hervor, sprach die Mutter zur Tochter, als der Kapuziner bei ihr lag.

Die Decke zum Tragen eines Kindes soll nicht weggeworfen werden, wenn das Kind stirbt.
Simbabwe

Die dem Jupiter (Jovi) am nächsten sitzen, die trifft der Donnerkeil am ehesten.

Die dem Mann trauet (d.h. hier vertrauet), die trauet auch den Schulden.
[RSpW]

Die dem Teufel Boten gohn, erhalten übeln Lohn.
fr] Qui au diable doit aller, il n'a que demourer.

Die dem Tode nahe Maus beißt dreist auch der Katze dem Schwanz ab.
Mongolei

Die Demonstranten bestreiten alles, außer ihren Lebensunterhalt.

Die Demut ist ein Kleid, damit man alle Mängel bedecken kann.

Die Demutsjacke anziehen.
Schlesien
i] Wenn er nicht die Demutsjacke anzieht (sich sehr anspruchslos, bescheiden, unterwürfig zeigt), wird er bei dem nichts ausrichten

Die den Bären sehen und nicht gern stechen, tun als sähen sie ihn nicht und suchen ihn.

Die den braunen Nacken hat, liebt die hohen Ssarasane.
Russland

Die den Faden gesponnen hat, kennt die Schwäche des Netzes.
China

Die den Finger in Honig stecken, pflegen ihn auch abzulecken.

Die den Fürsten verführen, vergiften den Brunnen des Landes.

Die den Glückskarren ziehen, sind oft klüger als die, so drinsitzen.

Die den Hafer verdienen, (essen) bekommen ihn nicht.

Die den Hausvater Beelzebub heißen, die heißen vielmehr also seine Hausgenossen.

Die den Herren am nächsten gehen, treten ihnen gern die Schuhe aus.

Die den Herren nicht parieren, müssen Hunde nach Bautzen führen.
fr] A bon droit est-il puni qui à son maistre désobeist.

Die den Himmel mit disputieren wollen erklettern, die stürzen den Hals.

Die den Kaviar bereiten, bekommen keinen zu essen.
Russland

Die den lieben Gott auf Erden fliehen, sucht er im Himmel.

Die den Mann heiratet, heiratet auch die Schulden.
ndt] Die de Mann trouwet, die trouwt ôk de Schulden.
i] Von der unter Eheleuten bestehenden Gütergemeinschaft, welche in einem Miteigentum des einen Ehegatten über das Vermögen des anderen während der Ehe besteht, und wonach, mit gewissen Einschränkungen und Bedingungen, beide nebst anderen Beschwerden die gegenseitigen Schulden über sich nehmen. Wie die Frau nach geschlossener Ehe am Erwerbe teilnimmt, so haftet sie auch für die vom Mann eingegangenen Schulden.
fr] Qui épouse femme, épouse ses dettes.
fr] Qui épouse le corps, épouse les dettes.
nl] Die den man trouwt, trouwt ook de schulden.
la] Quae viro nubit, nubit quoque (illigat se) ejus aeri alieno ac debitis.

Die den Mann traut, die traut auch die Schuld.

Die den Misthaufen lieben sehen kein Stäubchen in ihm.
Schottland

Die den Rosenkranz tragen in der Hand, sind nicht die besten im Land.
dk] De ere ikke alle gode indvendig som drage paternoster baand udvendig.

Die den verstand nicht im Herzen haben, haben jne gewöhnlich auf der zungen.
z] Die Narren essen gern gute bisslein.
la] Quibus cor non sapit, iis plerumque sapit palatus.

Die den Wein verschütten werden, lecken ihr teil von der Erden.

Die den wenigsten Verstand besitzen, haben am meisten zu verkaufen.

Die den Zucker sieden, essen (o. schmausen) ihn nicht.

Die Denkmäler der Guten bleiben bestehen.
la] Manent monumenta bonorum.

Die denselben Pelz tragen, gehen in dasselbe Loch.
Afrika

Die der armut gewohnt sind, fragen nichts nach einem Reichen Weib.

Die der Eltern Güter und nicht ihre Tugenden erben, sind bloß halbe Erben.

Die der heilige Geist lehret, was sollen die in heidnische Pfützen zur Schule gehen.

Die der Lampe bedürfen, füllen sie mit Öl.
la] Lucerna qui indigent, oleum affundunt.

Die der Narren Rate glauben, trinken Wein aus unreifen Trauben.

Die der Nase nachgehen, werden von den Augen geführt, ausgenommen die Blinden.

Die der Teufel zusammengefügt, kann niemand trennen.
z] Und die Gott zusammenfügt, halten selten aneinander.

Die des Altars pflegen, genießen des Altars. 1. Kor. 9, 13
nl] Die het altaar bedient, leeft ervan.
la] Qui altari deserviunt, cum altari participant.

Die des Geldes wegen heiratet, ist das ganze Leben lang Magd.
Jiddisch

Die des Morgens früh noch lachen, kann der Abend weinend machen.

Die Deutsche (passt am besten) in den Stall, die Tschechin in die Küche und die Französin ins Bett.
Tschechien

Die deutsche Apotheke ist die beste Kost.
i] Gesunde Kost wie eine gute Lebens- und Speiseordnung heilen viel Krankheiten eher als die lateinische Apotheke

Die deutsche Flöte spielen.
i] So sagten im Mittelalter die Franzosen, um tüchtiges Zechen zu bezeichnen. Es war nämlich damals eine lange Art von Gläsern verbreitet, welche von den Franzosen Flöte genannt wurden. Die Deutschen erschienen nun als tüchtige Flötenspieler, da sie diese Flöten oft genug an den Mund setzten.
fr] Boire comme un templier.
fr] Jouer la flûte de l'Allemand.

Die deutsche Hoffnung und die Cypresse sind zwar immer grün, aber auch immer an Gräber gepflanzt.

Die deutsche Sprache heißt terribilis (furchtmachend), die französische suavis (zierlich), die griechische compendiosa (zusammengefasst), die italienische corrupta (verderbt), die polnische blanda (schmeichlerisch), die spanische majestatica (majestätisch, königlich).

Die deutsche Sprache und Silbergeld kommen durch die ganze Welt.
Estland

Die Deutschen (d. i. die Herren) sind wie Schweine, die Bauern wie Hunde.
Estland

Die Deutschen (d.i. die Herren) tragen Seide, die Bauern Leinenstoff.
Estland

Die Deutschen (d.i. die Herren), die verdammten, würden verhungern,. wenn es keine Bauern gäbe.
Estland

Die Deutschen bringen von Italien gemeiniglich drei Übel mit nach Haus: den Beutel geleert, den Leib versehrt, das Gewissen entehrt.

Die Deutschen haben das Perpetuum mobile viel glücklicher ausgedacht als die Mathematici, sintemahl ihre Becher und Gläser niemahls stille stehen.

Die Deutschen haben den Verstand in den Händen.
Französisches Sprichwort im 16. Jahrhundert

Die Deutschen haben mehr Wissen im Kopf als Wort im Maul.
it] I Tedeschi intendono più che non sanno esprimere.

Die Deutschen heben hoch die Hand, doch fällt sie bald wieder in den Sand.

Die Deutschen kriegen mit Eisen, nicht mit Gold.

Die Deutschen lobt man nicht - aus gutem Grunde.
Lettland

Die Deutschen sind Buben mit Vernunft, drum freue sich keiner ihrer Zunft.

Die Deutschen sind schwer unter einen Hut zu bringen.

Die Deutschen tragen Seide, die Bauern Leinenstoff.
Estland

Die Deutschen trinken des Abends den Wein und am Morgen die Hefen.

Die Deutschen vertreiben die Melancholie mit Saufen, die Franzosen mit Singen, die Spanier verbergen, die Welschen verschlafen und die Engländer vertanzen sie.

Die deutschen Walen lachen über einen Zahn.
i] Schalkslachen.

Die Deutschen werden bald so klug sein, wie wir.
Litauen
lit] Sztay, Wokaitys jàu taip iszmannas, kaip Lietuwiniks.

Die Deutschen, die verdammten, würden verhungern,. wenn es keine Bauern gäbe.
Estland

Die Diagnose erschreckt mehr als die Krankheit.
it] La diagnosi spaventa più della malattia.

Die Diamanten haben ihren Preis, aber der gute Rat hat keinen.

Die Diät ist die beste Apotheke.
dk] Afhold er en lægedom for sundhed og et langt levnet.

Die Dichter bringen ihre Gemächte durch die Finger zur Welt.

Die dicksten Ammen haben die wenigste Milch.

Die dicksten Saiten brummen am längsten.

Die die besten Zähne haben, haben oft das wenigste Brot, und die, welche Brot haben, haben keine Zähne.

Die die Gerade genommen, lassen die Gerade.
[RSpW]
Aus dem Nachlass der Frau wurde die Gerade nur dann ausgeschieden, wenn sie dieselbe selbst ererbt hatte, in welchem Fall sie wieder vererbt wurde. Hatte sie dieselbe aber - und davon handelt das Sprichwort - als nächste Niftel angenommen, so kam sie wieder an die nächste weibliche Verwandte.

Die die Gesetze selber am wenigsten befolgen, verlangen am meisten, dass andere sie halten.

Die die Gürtel näht, trägt selbst ein loses Gewand.
Russland

Die die Kanäle sind, dünken sich meist die Quelle zu sein.
Russland

Die die Nadel weiß zu führen, kann sich nach Belieben zieren.
nl] Die de naald wel weet te roeren, kan haar rokje dubbel voeren.

Die die Reben pflanzen, sind es nicht, die den Wein trinken.

Die die schuh mid bast binden, müssen fast das meist bezahlen.

Die die Suppe einbrocken, bekommen oft einen Löffel davon.
z] Dass ihr's wisst, Schurken, ich war der Mann, der diese Suppe einbrockte. Mir gibt man keinen Löffel. Schiller

Die die Welt am wenigsten bewundem, genießen sie am meisten.
England

Die die wenigsten Zähne haben, kauen am meisten.
Niederlande

Die Dieb greifen zu, ehe ihnen die Händ gebunden werden.
la] Dum potui, rapui, rapiatis quando potestis.

Die dieb können den beuteln und hosensäcken den puls greifen.

Die dieb können ein handwerk, dass sie öffentlich nicht dürffen treiben.
dk] Tven elsker altid mørk.

Die Dieb meinen stehlen sei besser als müßig gehen, drum schaffen sie ihnen mit Mausen arbeit.
fr] Larron est toujours en pensée de mal faire.

Die Diebe sind alle in Krieg gezogen, sagte der Bauer, als ihn ein Soldat fragte, warum die Galgen alle so leer seien.

Die Diebe zweimal hängen wie in Bautzen.
i] Ein polnischer Student (Barthelmes), der um das Jahr 1558 in Bautzen lebte, war einem Schuhmacher Geld schuldig. Nachdem sich der letztere lange erfolglos bemüht hatte, seine Forderung zu erhalten, fragte ihn der Pole, ob er wol dürres Fleisch oder Leder an Zahlungsstatt nehmen werde. Der Schuhmacher willigte ein, und der Student ging in der Nacht des 17. September an den Galgen, nahm zwei schon längst Gehängte und stellte sie vor die Tür des Schusters, wo sie am anderen Morgen mit Entsetzen von der Nachbarschaft betrachtet wurden. Da über den Täter kein Zweifel obwaltete, wurde der Student verhaftet, in ein Fass gespunden, bis in die Görlitzer Heide transportiert, wo man ihn laufen ließ.

Die Dielen im Herrenhause sind glatt.
Estland
bm] Panské sluzby jsou kulovaté.
wend] Knjejskje słuzby su kulejto.

Die dienen zu den Ämtern wohl, die ihre Zech können bezahlen.

Die Diener großer Herren glauben, selbst groß zu sein.
England

Die Diener in Seide, die Herrschaft in Schulden.

Die Diener werden reich, die Herren arm.

Die dienstbaren Geister.

Die Dienste, die man vom Satan verlangt, kosten Leib und Seel'.

Die Dienstleute des Reichs sind des Kaisers Genossen.
[RSpW]
i] Unter Dienstleuten sind die Landesherren, die Fürsten, welche die Spitze des Adels bildeten, zu verstehen. Durch ererbte Macht zum Herrschen berufen, waren sie Theilhaber des Reichs und des Kaisers Genossen. Seit dem Bestande eines selbständigen deutschen Reichs erscheinen die Fürstentümer als Dienstämter und die verschiedenen Landesherren als Dienstleute)
mhd] Dinstlute des riches sint des keisers genozzen.

Die diesseitigen Dinge bleiben im Diesseits.
tü] Dünya malı dünyada kalır.

Die ding, die wir achten klein, offtmals die allerbesten sein.

Die Dinge haben keinen festen Geschmack: wenn sie dem Mund angenehm sind, schmecken sie gut.

Die Dinge hassen es, zu früh gepriesen zu werden.
Bantu

Die Dinge offenbaren ihre Eigenheiten nur dem, der nicht Eigen-Sein verharrt.

Die Dinge scheinen, die Menschen meinen.

Die Dinge schnell tun ist des Teufels, denn Gott arbeitet langsam. Iran

Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen.

Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man aus ihnen macht.
Jean Anouilh

Die Dinge sind stärker als Worte.

Die Dinge sind wunderbar: Schilf produzieren Wasser, Wälder produzieren Brennholz und Feuer erzeugt Asche.
Kenia

Die Dinge, die nicht wie deine eigenen aussehen, sind gestohlen.
Tansania

Die Dingen, die wir fürchten, rufen wir damit ins Leben.
England

Die Dinosaurier sind ausgestorben, weil sie sich falsch entwickelt haben -- zuviel Panzer, zuwenig Gehirn.

Die dir ein Schwein schenken, die kannst du schon mit einer Wurst bedenken.

Die dir zum Weinen raten, sind deine Freunde, die dir zum Lachen raten, sind Fremde.
Indien

Die Dirne und die Forelle, wo du nicht denkst, ist sie immer zur Stelle.
es] A la puta y a la trucha do no catares la busca.

Die Dirne, die sich auf ihr handwerk versteht, braucht keine Kupplerin.
es] Puta hecha, no necesita alcahueta.

Die Dirnen und der Zank machen die Seele krank.
es] Putas y disputas son malas frutas.

Die Diskussion ist auf einem toten Punkt angelangt
en] the discussion has reached a deadlock
fr] la discussion est au point mort
it] la discussione è giunta a un punto morto

Die Diskussion ist das Sieb der Wahrheit.
Guazzo

Die Diskussion ist der Amboss, auf dem der Funke der Wahrheit geschlagen wird.
England

Die Diskussion usw. in die Länge ziehen.
en] To drag on the discussion etc.
fr] (faire) traîner en longueur la discussion etc.
it] Mandare per le lunghe la discussione etc.

Die Disputation nimmt manchmal ein süßes Ende.
Ungarn

Die Disputierer grübeln so lang in sachen, bis sie wie die Mäus ein loch drein machen.

Die Disputierer krehen und schreyen gegeneinander, wie zwen Hanen in die wett.

Die Disputierer suchen oft nur jhre ehr und nicht warheit.

Die Disputierer weben ihre Hosen Garn auss opinion und dünckel, jhr officium ist zancken, Bellen und Beissen, dass end ist verdrisslicher rauch.

Die Disputierer wetzen einander die Köpff und vernesteln einander das Hirn mit Syllogismis.

Die Distel wächst von klein auf stachlig heran.
Russland

Die Dogge hat keine Zähne für den Mops.
la] Aquila non captat muscas.

Die Dohle schilt die Krähe, dass sie so grau ist.

Die Dohle versteht nichts vom Lautenschlag.
la] Nihil cum fidibus graculo.

Die Dohle wird keine Taube, auch wenn man sie badet.

Die Dohle würde nicht weiß, wenn sie sich auch im Schnee badete.

Die Dohlen erzählen den Elstern, wie schwarz die Raben seien.
i] Damit schilderte jemand eine Kaffee- oder Teegesellschaft von Damen

Die Dohlen han befohlen, wenn wir sehen Winterkrähen, sollen wir lassen Handschuh nähen.

Die Dohnen gehören den Bauern, aber die Krammetsvögel gehören auf die Tafel des Gutsherrn.
Russland

Die Doktorens haben drei Angesicht: eines Engels, wenn sie gerufen werden, eines Gottes, wenn sie einen Kranken gesund machen, eines Teufels, wenn sie Zahlung fordern.

Die Doktorwürde ist ein Stand der Kenntnisse und der Ritterstand des Vermögens.

Die Domen, die Disteln, die stechen gar sehr,
Doch stechen die Altjungfernzungen noch mehr.
Geibel, Jugendgedichte 4

Die Domherren singen statt saecula saeculorum lieber in pocula poculorum.

Die Dominikaner predigen ohne Kopf und Herz, sie schütteln's aus dem Ärmel.

Die Donau hat nicht bloß Wasser, sondern auch Kaviar.
Bulgarien

Die Donau ist aller wasser gnaden frau, der Rhein mag ihr mann mit ehren sind.
i] In den Sprichwörtern der Deutschen hat der Rhein die Hauptrolle, in ihnen gilt er auch als aller Wasser König, und die Donau ist nur seine Gemahlin, während sie dagegen in den Sprichwörtern der Slowenen in Ehren stellt. Wie wir Wasser in den Rhein, so tragen sie es in die Donau oder in die Drau und Sau.

Die Donau ist noch nicht verbrannt.

Die Donau wird eher zurücklaufen.

Die Dorfbewohner dürfen über die Hausgenossen nichts wissen.
Estland

Die Dorfsaunas werden der Reihe nach geheizt.
Estland

Die Dornen stechen langsam, wenn man langsam geht.
Äthiopien

Die Dornen stechen sich wohl, aber sie halten doch zusammen.
i] So sind auch schlechte Leute oft eins für ihre Zwecke, wenn sie sich auch zuweilen ausschelten

Die Dornen wachsen eher als die Rosen.

Die Drähte zurecht legen.
i] Im Nordamerikanischen Parteileben so viel als die Fäden in Ordnung bringen, mittels deren irgendein politischer Zweck erreicht werden soll. Im Bericht über die Aufstellung des Präsidentenstuhls-Kandidaten seitens der demokratischen Partei heißt es: 'Man kam wieder auf Seymour zurück, für den Mr. V. schon Tags vorher die Drähte zurecht gelegt hatte.' (Wächter am Erie, vom 16. Juli, 1869

Die dreht sich wie's Haferl am Stecken.
Rott-Tal

Die drei Affen sehen.
i] Nichts sehen, nichts sagen, nichts hören

Die drei Azius (12.-14. Mai) ohne Regen, sind für den Winzer großer Segen.

Die drei Azius sind strenge Herrn, sie ärgern den Gärtner und Winzer gern.
Bauernregel

Die drei Bernstädter haben.
i] In der Blütezeit der dortigen Tuchmacherei waren namentlich einzelne Familiennamen besonders ausgebreitet, wie hier die Röhrig's. Um dieselben zu unterscheiden, erhielten einzelne besondere, ihren Eigenheiten oder Schwächen anpassende Bemerkungen. So taten sich namentlich hervor ein Schnickel-Röhrig, ein Tatte-Röhrig und ein Schnatter-Röhrig. Dieselben sahen den Bildern (dem 'Unter' in den deutschen Karten) damals zufällig ungemein ähnlich, sodass man beim Spiel, wenn man die drei 'Unter' erhielt, im Scherz ausrief, man habe die drei Bernstädter. Dies hatte sich so in den einzelnen Tabagien eingelebt, dass noch heute unter den ältern Spielern bei dem zufälligen Zusammentreffen von drei Untern ausgerufen wird: 'Die drei Bernstädter.'

Die drei besten Ärzte sind: Natur, Geduld und Zeit.
en] Nature, time, and patience are the three great physicians.

Die drei besten Dinge im Leben sind: Gotteshuld, Gewissensunschuld und des Mannes Geduld.

Die drei besten Freunde und drei schlimmsten Feinde - Feuer, Wind und Wasser.
Irland

Die drei besten Wohl sind: Wohlgeboren, Wohlgefreit (Wohlgelebt) und Wohlgestorben.

Die drei dem Menschengeschlecht gefährlichsten Dinge sind: Frauen, Flammen und Flut.

Die drei Ding in der Welt, jeglicher vor die besten helt: Wohlgeboren, wohlgefreihet, wohlgestorben zu rechter Zeit.

Die drei fröhlichsten Dinge auf der Welt: ein Kätzchen, ein Zicklein und eine junge Witwe.
Irland

Die drei gefährlichsten Dinge im Leben sind Feuer, Frauen und das Meer.
Griechenland

Die drei geheimen Wege zur Glückseligkeit: Sieh nichts Schlechtes, höre nichts Schlechtes und tu nichts Schlechtes.
China

Die drei größten Augenweiden: ein blühendes Kartoffelfeld, ein Schiff unter vollen Segeln und eine Frau nach der Entbindung.
Irland

Die drei hässlichsten Dinge in ihrer Art: eine rothaarige magere Frau, ein mageres gelbes Pferd, eine magere weiße Kuh.

Die drei Höllenhündlein heißen: stolz, neid und rachgier.

Die drei 'ius' ohne Regen, sind des Winters großer Segen.
i] Nämlich Pankraz-ius, Servaz-ius, Bonifaz-ius

Die drei kältesten Dinge sind: eine Hundeschnauze, ein Männerknie und eine Frauenbrust.

Die drei Nathansringe sind Satansdinge.
i] Ein sprichwörtlich gewordener Ausspruch des bekannten Klaus Harms.

Die drei Religionen (Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus) sind wie eine.
China

Die drei schlimmsten Übel sind: Dummheit, Faulheit und Feigheit.
Indianer

Die drei schwersten Dinge sind: ein Geheimnis bewahren, eine Beleidigung vergessen, und die Zeit (der Muße) wohl anwenden.

Die drei stärksten Schlösser auf Erden sind: Mailand ex marmora (aus Marmor) gebaut; Ofen ex saxo (aus Stein); Marienburg ex ligno (aus Holz).

Die drei süßesten Laute - das Summen der Handmühle, das Brüllen der Kuh und der Schrei eines Kindes.
Irland

Die drei süßesten Worte auf der Welt sind 'mein Eigentum', 'meine Frau'und 'komm Heim '.
Gälisch

Die drei Tiere, die am meisten Zeit mit ihrer Toilette zubringen, sind Katzen, Fliegen und Frauen.
Frankreich

Die drei Tiere, die an ihre Toilette die meiste Zeit wenden: Katzen, Fliegen und Frauen.

Die drei Tugenden einer Frau: Gehorsam gegen den Vater, gegen den Mann und gegen den Sohn.
China

Die drei Wahrzeichen Bayerns sind: der Schlegel-, Brust- und Nierenbraten.
i] Der Bayer kennt nur einen Braten: den Kalbsbraten in den genannten drei Gestalten.

Die Drescher haben Feierabend, wenn die Flegel auf dem Tische liegen.

Die Drescher sind nahe bei der Scheune.
i] So sind die Mönchsklöster in der Nähe der Nonnenklöster
fr] La grange est pleine avant la moisson.

Die dritte Generation sieht man niemals in der Bierkneipe.
Irland

Die dritte Zunge (d. h. Verleumdung) tötet drei: den, der spricht, den, zu dem gesprochen und den, von dem gesprochen wird.
Hebräisch

Die drohen, fürchten sich am meisten.

Die Drohnen sind wie Edelleute, sie arbeiten nicht und essen doch.

Die Drossel wird mit den Beeren gefangen, die sie gesäet.
i] Der Mistelbeere, welche eine Lieblingsspeise derselben ist. Aus den jungen Pflanzen, zu denen besonders die Drossel den Samen gestreut, bereitet man den Vogelleim, also von denen, die an ihrem eigenen Verderben schuld sind

Die Druckpresse ist die Mutter der Irrtümer.
Italien

Die Dschinn, die sterben, schaden den Kindern nicht mehr.

Die Dukaten drehen sich aus dem Beutel.
Wend. Lausitz

Die Dukaten gehen (dort) auf Stelzen.
nl] Dan beginnen de dubbeltjes op stelten te springen.

Die Dukaten haben, sind gepriesene Herren (o. werden Herren genannt).
Italien

Die Dummen (o. Narren) werden nicht alle.
en] Fools never die out.
en] There is a sucker born every minute.
fr] Les sots ne meurent pas.
fr] Quand Jean Bête est morte, il laisse bien des héritiers.
it] Di stolti è pieno il mondo.
it] Gli stolti non finiscono mai.

Die Dummen ernten die besten Kartoffeln.
Köthen

Die Dummen haben das meiste Glück.

Die Dummen machen immer die gleichen Torheiten, die Klugen immer neue.

Die Dummen sterben nicht (o. nie) aus.

Die Dummen wachsen von selbst.

Die Dummen werden nicht alle.
i] Oft mit dem Zusatz: 'das ist mein Trost.' Es wird stets Leute geben, die sich leicht betrügen lassen
fr] Quand Jean (bête) est mort, il a laissé bien des héritiers. (Wenn Johann gestorben ist, hinterlässt er viele Erben)

Die Dummen werden nicht gesäet, sie wachsen von selbst.
pl] Glupich niesieja, sami sie rodza.

Die Dummen werden nie alle.

Die Dummheit des Mannes wird nicht so bekannt wie die der Frau.

Die Dummheit kitzelt ihren Besitzer, und der lacht.
Ruanda

Die Dummheit kommt aus einem besonderen Orte.

Die Dummheit kommt überall fort.

Die Dummheit liegt ihm auf dem Gesicht, wie ein Bockfell.

Die Dummheit straft sich selbst.

Die Dummheit tötet dich nicht, aber sie bringt dich ins Schwitzen.
Haiti

Die Dummheiten der Menschen erklären sich durch die Macht der Gewohnheiten und die Anziehungskraft des Neuen.
Portugal

Die Dummheiten des Mannes sind (o. werden) nicht so bekannt wie die der Frau.
Kamerun

Die Dummheiten wechseln, aber die Dummheit bleibt.

Die dümmsten Bauern ernten (o. haben) die größten (o. dicksten) Kartoffeln.
en] Fortune favours fools.
en] La fortune favorise les sots.
fr] Aux innocents les mains pleines.

Die dümmsten Brauer brauen das beste Bier.

Die Dümmsten haben das meiste Glück.

Die Dümmsten haben die besten Kartoffeln.
Wolfenbüttel

Die Dümmsten sind überall (o. in aller Welt) die Schlimmsten.

Die Düne gehört auch zum Strande.

Die Düngergrube ist die Goldgrube der Landwirtschaft.

Die Dunkelheit bringt den zum Tanzen, der es nicht kann.
Kikuju (Kenia)

Die Dunkelheit der Nacht wird den Morgen nicht verhindern.
Afrika

Die Dunkelheit ist angenehmer als die Blindheit.
Arabien

Die dunkelste Kneipe ist besser als der hellste Arbeitsplatz.

Die dunkelste Stunde ist die vor dem Morgengrauen.
en] The darkest hour is that before the dawn.

Die dunkle Nacht hat keinen Gouverneur.
Jamaika

Die dunkle Nacht ist dem Dieb vertraut wie die leibliche Mutter.
Russland

Die durchgegangenen Pferde wieder in der Halfter bringen.

Die Durchschnittsmenschen sind oft liebenswert, und die Schönen unglücklich.
Irland

Die Durraspeise, die dich vom Hungertode rettet, wirst du morgen zu deinen Lieblingsspeisen zählen.
Russland
i] Durra oder Moorhirse ist das gewöhnliche Getreide Innerafrikas

Die Dürre bringt das Krokodil aus dem Teich heraus.
Sotho

Die durstig sind, trinken schweigend.
Frankreich

Die Durstigen trinken schweigend.
Neugriechisch

Die Düwel (Teufel) weit alles, bloß nich, wo de Frugens ehren Schliepstein (= Zunge) hebben.

Die Ebbe bringt nicht alles zum Meer zurück, was die Flut hereinbringt.
England

Die Ebbe wartet nicht auf einen langsamen Mensch.
Kelten

Die Ebene hat Augen, und der Wald hat Ohren.
it] Il piano ha occhi, e il bosco orecchi.

Die Ebene kann wohl einen See gebären, aber keinen Fluss.
Russland

Die Ebenen rechnen sich eher zu den Bergen als die Hügel.
Russland

Die Ebräer (Hebräer) trinken aus dem brunnen (der Quelle), die Griechen aus den wässerlîn, die Lateinischen aus den Pfützen.

Die Eckzähne beginnen ja nicht in den Mädchenjahren zu wachsen.
Estland

Die Edelleute im Baierlande mögen jagen, so weit sich das Blaue am Himmel erstreckt.
[RSpW]
i] Bezieht sich auf ein Privilegium, welches der Herzog Otto im Jahre 1311 und nach ihm Herzog Albrecht 1557 dem bayerischen Adel erteilte und das unter dem Namen der Edelmannsfreiheit bekannt ist. Es begreift außer der niedern Gerichtsbarkeit auch ein sehr ausgedehntes Jagdrecht in sich, dem zufolge den Adeligen nicht nur auf ihrem Grund und Boden, sondern auch auf dem Eigentum anderer die Jagd zustand, das sie sogar berechtigte, in den dem Landesherrn zugehörigen Gegenden zu jagen.

Die Edelleute in Bayern mögen jagen, so weit sich das Blaue am Himmel erstreckt.

Die Edelleute scheren die Bauern, die Advokaten aber die Edelleute.

Die Egel läst nit nach, sie sey denn foll (Bluts).
la] Non missura cutem nisi plena cruoris hirudo. Horaz

Die Egeln stechen ihm im Kopfe.
i] Ebenda auch Grillen, Hundsmucken, Hurneusel

Die Egge ist der Pflüger Meister.

Die Egge verdienet die Saat.
i] Wer den Acker in regelrechter Weise bestellt hat, wird, wenn die Egge über die gesäete Frucht gegangen ist, d.h. nach Vollendung der gesammten Feldarbeit, Herr der Frucht, er mag Eigentümer des Ackers sein oder nicht

Die Egge vor der Kuh.
Myanmar

Die eh (Ehe) seind alle beschert.

Die Eh' is a Sakrament, aber aa a Sakramentsgeschicht!

Die Ehe bringt uns viele Leiden, doch Ledigsein bringt keine Freuden.
Jüdisch

Die Ehe ein Ehr- und Lehrstand ist, drin man viel lernt zu aller Frist.

Die Ehe endet, aber nie die Verwandtschaft.
Angola

Die Ehe geht nicht auf Zehenspitzen, sondern auf dem ganzen Fuß.
Guinea

Die Ehe halbiert unsere Sorgen, verdoppelt unsere Freuden und vervierfacht unsere Ausgaben.
en] Marriage halves our grief, doubles our joys, aud quadruples our expenses.

Die Ehe halten, wie der Hund das Fasten.

Die Ehe hat funfzehn Freuden.
Frankreich
i] Ironisch für Plagen

Die Ehe hat scharfe Zähne.
Jamaika

Die Ehe hat viele Leiden, aber die Ehelosigkeit hat keine Freuden.
England

Die Ehe hat Zähne.
Frankreich

Die Ehe ist das Grab der Liebe.
Italien

Die Ehe ist das Invalidenhaus der Liebe.

Die Ehe ist der einzige Krieg, in dem du mit dem Feind schläfst.
Mexiko

Die Ehe ist der Orden aller Orden.

Die Ehe ist der sieben Heiligkeiten eine der höchsten.

Die Ehe ist ein Dorf, eine Affäre ist ein Camp.
Gabun

Die Ehe ist ein Hafen im Sturm, öfters aber ein Sturm im Hafen.

Die Ehe ist ein Krokodil, sie folgt denen, die sie fliehen, und fleucht, die ihr nachtrachten.

Die Ehe ist ein notwendig Übel.
fr] Manger, boire et coucher ensemble, c'est mariage, ce me semble.

Die Ehe ist ein Sack, in dem sich neunundneunzig Schlangen und ein Aal befinden.
Spanien

Die Ehe ist ein Schaukauf, wo man nicht gibt Reukauf.

Die Ehe ist ein Schlachtfeld und kein Rosenbeet.
en] Marriage is a battlefield and not a bed of roses

Die Ehe ist ein Stück vom Honig und ein Fass Bitteres.
Malta

Die Ehe ist ein verkehrtes Fieber, das mit Hitze anfängt und mit Kälte endigt, sagte der Doktor.

Die Ehe ist ein Vorhängeschloß.
England
en] Wedlock is a padlock.

Die Ehe ist eine Bestimmung.
Italien

Die Ehe ist eine Hölle, in die uns nicht eine Todsünde, sondern ein Sakrament führt.

Die Ehe ist eine Lotterie, in der die Männer ihre Freiheit und die Frauen ihr Glück aufs Spiel setzen.
Frankreich

Die Ehe ist eine Lotterie, in der Langeweile der Hauptgewinn ist.

Die Ehe ist eine Sache vollsten Rechtes.

Die Ehe ist eine Schule.
Kongo

Die Ehe ist Glückssache. Sie hat keine Augen.
Kenia

Die Ehe ist gut und fein, wenn zwey selbst gern beieinander sein.

Die Ehe ist Himmel und Hölle.

Die Ehe ist kein fester Knoten, sondern ein loser Knoten.
Madagaskar

Die Ehe ist kein Verlust der Jungfrauschaft.
i] Sie soll vielmehr durch die wechselseitige Selbsthingabe den Höhepunkt des sittlichen Lebens bilden

Die Ehe ist nicht mit einem festen Knoten, sondern mit einem Ziehknoten geknüpft.
Madagaskar

Die Ehe ist nicht wie heißer Reis, den man ausspucken kann, wenn er einem den Mund verbrennt.
Philippinen

Die Ehe ist schmutzig.
Simbabwe

Die Ehe ist wie der Griff in einen Sack voller Schlangen, in der Hoffnung, dabei einen Aal zu erwischen.
Kelten

Die Ehe ist wie der Tod, wenige kommen wohlgeleitet und stark dazu.
Italien

Die Ehe ist wie eine Aalreuse: Wer darin sitzt, will heraus, wer draußen ist, will hinein.

Die Ehe ist wie eine Erdnuss, man muss sie knacken, um zu sehen, was drinnen ist.
Afrika

Die Ehe kann Hölle und Himmel sein.

Die Ehe kehrt zur Landessprache zurück.
Russland
fr] Charité bien ordonnée commence par soi-même.
la] Amor incipit a seipso.

Die Ehe legt das Kumt um den Hals.

Die Ehe legt den Zaum an.

Die Ehe mit ihrem Gepimpel ist für die Guten und für die Gimpel.

Die Ehe reimt sich nicht mit der Reise.
Frankreich

Die Ehe und Liebe alle ist wohl Honig und Galle.

Die Ehe verändert einen Mann so, dass die Frau, die ihn veränderte, jammert, dass er überhaupt nicht mehr der Mann ist, den sie geheiratet hat.

Die Ehe vernichtet die Gelehrsamkeit, und der Vollzug der Ehe vernichtet alles.
Sanskrit, Indien

Die Ehe wird dich zähmen.

Die Ehe wird nicht durch Wahrsagerei bestimmt.
Simbabwe

Die Ehe wird uns zähmen, und wären wir auch noch so wild.

Die Ehe zur linken Hand ist eine Heirath ins Blut, aber nicht in Stand und Gut.
i] Die sogenannte morganatische Ehe. Ihrem eigenen Wesen nach ist sie eine wahre vollkommene, nur bürgerlich unvollkommene Ehe, insofern die Kinder zwar ehelich sind, aber ohne Rechte auf die Erbfolge in Stamm- und Lehngütern

Die Ehefrau - ein Unglück, aber, Herr, verschone kein einziges Haus von diesem Elend.
Iran

Die Ehefrau eines Diebes hat stets die Witwenschaft vor Augen.
Indien

Die Ehefrau steht in aller Frühe singend auf, die Witwe geht weinend spät abends schlafen.
Russland

Die Eheleute müssen gleich ziehen oder der Wagen des Hauswesens bleibt im Kote stecken.

Die Ehelosigkeit ist Freiheit, die Ehe eine Kette: wähle mein Vögelchen eins von beiden.

Die Ehen sind nicht, wie sie gemacht werden, sondern wie sie ausschlagen auf Erden.

Die Ehen sind nicht, wie sie geschlossen werden, sondern wie sie ausfallen.
Italien

Die Ehen werden im Himmel gemacht, auf Erden erfüllt und zu Ende gebracht.

Die Ehen werden im Himmel geschlossen und auf Erden vollzogen.
Frankreich

Die Ehen werden im Himmel geschlossen und die Torheiten auf Erden begangen.

Die Ehepakten liegen in des Himmels Akten.

Die ehr aller Menschen ist kunst und geschicklichkeit.

Die Ehr hat viel Leitern, darauf man auff- und absteigt.

Die ehr ist ein Krokodil, sie folgt denen, die sie fliehen, und fleucht, die jhr nachtrachten.
i] Weil man vom Krokodil erzählt, dass es vor denen, welche es verfolgen, fliehe, und die verfolge, die vor ihm fliehen
la] Gloria crocodilus.

Die Ehr' ist wie der Schatten, sie folgt dem, der sie flieht.
nl] De eer gelijkt de schaduw, die volgt dengenen, die ze vliedt, en vliedt dengenen, die ze volgt.

Die ehr kompt von Gott.

Die Ehr soll dem Reichthumb vorgehen.

Die Ehr verendert den Menschen.

Die Ehr, glaub und aug leiden keinen schertz.
nl] Eer, geloof en oog lijden geene scherts.
it] Coll' occhio e colla fede non si ha da burlare.
ruthenisch] Cest, zakon i oko ne trpe sale.
la] Fama, fides, oculus non patiuntur jocum.
la] Non patitur jocum fama, fides, oculus.

Die Ehrabschneider hätten gute Hähne abgeben, dann sie scharren viel voneinander, aber wenig zusammen.

Die Ehrbarkeit ist ein Baum, der seine Fruchtbarkeit von dem Tau des Himmels nimmt und nicht von dem Mist der Erde.

Die Ehre bringt den Hund ums Leben.
i] Er kann die guten Tage nicht vertragen

Die Ehre deines Freundes muss dir so teuer als die eigene sein.
Hebräisch

Die ehre der eltern ist den Kindern ein grosser schatz.

Die Ehre der Männer ist der Frauen Ehre, der Weiber Schande ist auch der Männer Schande.

Die Ehre des einen die anderen beweinen.

Die Ehre des einen ist nicht immer die Ehre des anderen.
it] Spesso l'honor dell' uno è dishonor dell' altro.

Die Ehre des Sitzenden und des Stehenden ist gleich.
Russland

Die Ehre einer alten Frau ist in ihren Ohren verborgen.

Die Ehre einer Frau besteht aus der guten Meinung, die die Welt von ihr hat.
Spanien

Die Ehre einer Frau besteht in der guten Meinung der Welt von ihr.
Kuba

Die Ehre einer Jungfrau ist eine weiße Schürze.
i] Das kleinste Flecklein wird darauf bemerkt
en] The fairest silk is soonest stained.

Die Ehre eines Fechters und eines Reitpferdes (o. Schlachtrosses) dauert nicht lange.
fr] A cheval coureur n'y à l'homme joueur ne dura oncques guères l'honneur.

Die Ehre gehört den Alten.

Die Ehre geht auf gläsernen Stelzen.

Die Ehre hängt von der Stellung ab, die Chalwa vom Honig.
Russland

Die Ehre hat einen schwarzen Boden, die dem Teufel einen Eid hält.

Die Ehre hat ihre Last.
la] Honos habet onus.

Die Ehre ist die Poesie der Pflicht.
Vigny

Die Ehre ist ein Kraut, das nur bei Dornen wird gebaut.

Die Ehre ist hin, der Ruf aber ist gewachsen.
Finnland

Die Ehre ist nicht dess, der sie nimpt und bekompt, sondern dess, der sie gibet.
la] Honor sequitur fugientem, fugit sequentem.

Die Ehre ist nicht mehr Mode, aber immer noch sehr beliebt.
Ungarn

Die Ehre ist oft das Schwert, das den guten Namen versehrt (zerstört).
i] Versteht sich, die eitle Ehre, der Ehrgeiz

Die Ehre ist wie das Kleid.
Persien
z] Daher ziehen reiche Perser ein Kleid selten zwei Tage hintereinander an, und tun es weg, sobald ein Tropfen darauffällt.

Die Ehre ist wie der Schnee.
i] Jeder Fleck darauf ist zu sehen

Die Ehre ist wie ein Fluss, der dahin läuft, wo es vorher nass ist.

Die Ehre ist wie ein Schatten; läuft man ihr nach, läuft sie weiter.
Jüdisch

Die Ehre kann auch ein anderer verletzen, aber das Glück ertrinkt nicht im Wasser, brennt nicht im Feuer.
Estland

Die Ehre kommt vor dem Gesetz.
Albanien

Die Ehre kostet zuviel, um sie zu behalten, sagte das gute Mädchen.

Die Ehre soll man an einem Menschen neunmal verdecken.

Die Ehre und das Salz retten uns vor jedem Übel.
it] Onore e il sale - preserva da ogni male.

Die Ehre und der Spiegel werden von dem geringsten Hauche getrübt.
Spanien

Die Ehre verändert die (o. den) Menschen.

Die Ehre von einem Spieler und einem Rennpferd dauert kurze Zeit und ist wenig wert.

Die Ehre wird nicht begraben.
i] Brave Leute setzen sich ein Gedächtnis, das auch nach ihrem Tode ihr rühmliches Gedächtnis erhält
it] La tomba non può seppellire, ne rinserrar la fama.

Die Ehre, die groß ist wie ein Ochs, trägt die Katze auf der Schwanzspitze davon.

Die Ehre, die man den Dienern erweist, erweist man den Herren.

Die Ehre, die man erlangen will, findet man nicht im weichen Bett.

Die Ehrfurcht hört auf, sobald Blut vergossen ist.
Irland

Die Ehrgeizigen und die Wollüstigen haben nur selten Zeit, zu denken.
Voltaire (1694-1778), Philosophisches Wörterbuch

Die Eiche fällt nicht auf den ersten Streich.
en] One cannot fall an oak at a single stroke.
fr] Au premier coup ne choit pas l'arbre.
it] Ad un colpo non cade l'albero.
la] Arbor per primum quaevis non corruit ictum.
sp] Un solo golpe no derriba el roble.

Die Eiche fällt nicht auf einen Hieb (o. den ersten Streich).
en] One cannot fall an oak at a single stroke.
fr] Au premier coup ne choit pas l'arbre.
it] Ad un colpo non cade l'albero.
la] Arbor per primum quaevis non corruit ictum.
sp] De un solo golpe, no se derriba un roble.
sp] Un solo golpe no derriba el roble.

Die Eiche ist das Eisen des Bauern, die Birke das Kupfer des Landarmen.
Estland

Die Eiche ist des Bauern Eisen.
Estland

Die Eiche verachten, weil sie nur Eicheln trägt.
i] Auf jemand zürnen, weil er so handelt, wie er zufolge seines Charakters, seiner Grundsätze, seiner Natur nur handeln kann

Die Eiche wächst, der Pelz an, das Haupt entblößt.
Estland

Die Eiche wird eher vom Winde gefällt als der Dornbusch.
Wales

Die Eichelsau ist des Stiches frei.

Die Eichen fangen an zu tanzen (schwärmen, rasen).
Altgriechisch
i] Wenn jemand in Bewegung gerät, der nicht leicht von etwas ergriffen und erregt wird. Von der Mythe, nach der Orpheus mit seiner Zither Eichen bewegte

Die Eide bringen dem Manne keinen Glauben, aber der Mann den Eiden.
nl] De eed dwingt: op mannentrouw - mannenwaarheid.

Die Eide der Verliebten und (Geld-)Borger wiegen nicht schwer.
nl] Eeden van schippers en beloften van vrijers zijn maar, als de nood over is.

Die Eidechse findet einen Eingang nur, wo die Mauer einen Riß hat.
Afrika, Haussa
i] Eine kleine Indiskretion gibt dem Verleumder seine Chance

Die Eidechse fürchtet, wer den Biss der Schlange kennt.

Die Eidechse glaubt, dass sie zugenommen hat, wenn ihr Bauch aufgebläht ist.
Elfenbeinküste

Die Eidechse ist der Schlangen Arzt.
Estland

Die Eidechse ist klein, aber ihre Zähne sind scharf.
Russland

Die Eidechse kann ihr Junges nicht säugen.

Die Eidechse läuft so schnell, dass sie ihr eigenes Loch überholt.
Kongo

Die Eidechse nennt ihr Kind: Noch einmal (mehr, mehr)!
Surinam

Die Eidechse säugt ihr Junges nicht.

Die Eidechse sehnt sich nach der Veranda.

Die Eidechse sprach zum Huhn: Verschlinge mich mitten auf dem Hofe!
i] Damit die Untat jedem offenbar wird
Duala (Bantu)

Die Eidechse, die hoch oben im Irokobaum lebt, hört nicht die Löwen brüllen.
Botswana

Die Eidechsen müssen nicht den Geier zum Könige wählen.

Die Eidgenossen müssen ein Loch haben.
i] Bezieht sich auf die ausländischen Kriegsdienste, welche die schweizerische Jugend nimmt. Der Landmann Reding sprach (1480) das Wort: 'Ihr Eidgenossen müsst' u.s.w., und die schweizerische Jugend brach nach Frankreich u.s.w. auf, um Kriegsdienste zu nehmen. Reding's 'Loch' ward Staatsgrundsatz und Sprichwort.

Die Eidgenossschaft mag kein Gwalt gewinnen, denn der Eigennutz.

Die Eier allein ausbrüten.
z] Voss hat in Eutin noch zwei Freunde, mit welchen er allein seine Eier ausbrütet. Morgenblatt, 1857

Die Eier aus dem Ramstal in Schwaben hant das meiste Gelv.

Die Eier des Eiteln haben zwei Dotter.

Die Eier in die Pfannen, so werden keine piepsenden Hühner daraus.

Die Eier in fremde Nester legen.
i] Nutzen und Vorteil dem entziehen, der die gerechtesten Ansprüche darauf hat, und Fremden zuwenden

Die Eier mögen klüger als die Hennen sein, aber sie fangen bald an zu stinken.
Jiddisch

Die Eier müssen erst ausgebrütet sein, ehe man die Küchlein braten kann.
nl] De eijeren moeten eerst gebroeid en gekipt zijn, zal de klokhen met hare kiekens gaan pronken.

Die Eier oder die Hühner.
dk] Enten æg eller unger.

Die Eier rührt ein Kardinal dem neuen Papst an bei der Wahl.
i] Infolge der Erzählung von der Päpstin Johanna

Die Eier scheren, eh' man sie verkauft.
i] Von allem abzwacken. Von einem Knauser

Die Eier schlagen sich nicht gegen Steine.
Gabun

Die Eier sind noch nicht gelegt, die aufm Reichstag (o. daraus die Hühner) sollen ausgebrütet werden.

Die Eier sind schlimmer als die Läuse.
Posen

Die Eier sind schon gebrütet.

Die Eier unterrichten die Henne im Brüten.

Die Eier waren weg, als sie mit Salze kamen.

Die Eier werden wohl gebrütet.

Die Eier zählen, ehe sie die Henne legt.
i] Die Ungewissheiten der Zukunft als Wirklichkeiten der Gegenwart berechnen

Die Eier, welche die Hühner am Karfreitag legen, sind die stärksten.

Die Eier, welche oben schwimmen, sind nicht die besten.
dk] Det æg, som vil flyde oven paa, har gierne skade indeni.

Die Eifersucht besteht aus zwei Wellen, die Ungewissheit ist ihre Nahrung; denn es ist eine Leidenschaft, welche jeden Tag neue Gründe der Unruhe und neue Qualen sucht; man hört auf, eifersüchtig zu sein, sobald man über den Gegenstand seiner Eifersucht Gewissheit erlangt hat.
La Rochefoucauld, Réflexions morales

Die Eifersucht der Ehefrau ist der Weg zu ihrer Scheidung.

Die Eifersucht einer Frau ist der Schlüssel zu ihrer Scheidung.
Ägypten

Die Eifersucht einer leichtsinnigen Frau zeigt sich in Ehebruch, die Eifersucht einer tugendhaften in Tränen.

Die Eifersucht ist eine böse Tochter von gutem Hause.
i] Nämlich von Ehre und Liebe

Die Eifersucht ist eine Krankheit, von der man nicht geneset.
z] Bist du eifersüchtig, so bist du zum Tode verurteilt. Nimm Medizin, welche du willst, du genesest niemals von der Eifersucht. Machiavelli

Die eifersüchtige Frau hat den Teufel im Leib.
it] La donna gelosa ha il diavolo addosso.

Die eigen Holzfackel leuchtet besser als geborgte Kerze.

Die eigene (Mutter) lehrt mit Liebe, die fremde (= die Stiefmutter) lehrt mit Schrecken.
Estland

Die eigene Bequemlichkeit geht über alles.

Die eigene Dummheit liegt zwischen den Schultern.
Afghanistan

Die eigene Hand betrügt dich nicht.
Togo

Die eigene Hand ist der Herr.
Estland

Die eigene Hässlichkeit sieht man nicht, vergnügt sich aber daran, über andere zu lachen.
Myanmar

Die eigene Haut ist am teuersten.
Estland

Die eigene Haut wird schon antworten.
Estland

Die eigene Junge (= die Frau, das Kind) tadle hinter der Ecke; den eigenen Narren lehre hinter der Tür.
Estland

Die eigene Mutter hat sanfte Hände, aber die Stiefmutter: Gibt (sie) ein Hemd, dreht (sie) den Hals um, streicht (sie) über den Kopf, sticht (sie) ins Auge.
Estland

Die eigene Mutter lehrt mit Liebe, die fremde (Stiefmutter) lehrt mit Schrecken.
Estland

Die eigene Mutter Mütterchen, die Stiefmutter Verderbensmutter.
Estland

Die eigene Mutter prügelt, die eigene Mutter hütet.
Estland

Die eigene Mutter schlägt mit der Rute, die Stiefmutter versetzt (einen) mit dem Knüppel.
Estland

Die eigene Mutter und das Heimatland sind größer als selbst der Himmel.
Indien

Die eigene Nase weiß, ob der eigene Arsch hält.
Estland

Die eigene Robbe ist besser als das fremde Walross.

Die eigene Sippe sind die schlimmsten Freunde, sagte der Fuchs, als er die listigen Hunde hinter sich sah.
Dänemark

Die eigene Zuverlässigkeit lernt man erst schätzen, wenn man sich auf andere verlassen muss.
Italien

Die Eigenen (= die Verwandten) sind, um zu kommen (und) zu gehen, nicht, um (mit ihnen) zusammenzuleben.
Estland

Die Eigenen (= Verwandten) stechen mit dem Brotkanten (= geben einen Brotkanten mit).
Estland

Die eigenen Eltern stoßen mit der einen Hand, mit der anderen ziehen sie zurück.
Estland

Die eigenen Fehler erkennt man am besten mit den Augen anderer.
Japan

Die eigenen Flöhe beißen am schmerzhaftesten.
Estland

Die eigenen Geschäfte gehen vor.
i] Vorausgesetzt, dass sie mehr Vorteil gewähren, als die Besorgung fremder
fr] Les Auvergnats et Lymosins font leurs affaires, puis celles des voisins.

Die eigenen Hunde bellen ihn an.
i] Kommt schon bei Plautus, Die Familie aus Karthago, vor, wo es heißt: Bellen mich die eigenen Hunde an?

Die eigenen Hunde, die eigenen Knochen.
dk] Vore egne hunde skulle gnave vore egne beene.

Die eigenen Kinder lässt man keinen anderen tragen, und das eigene Reitpferd wird man keinen anderen reiten lassen.

Die eigenen Kopeken gelten mehr als die fremden Rubel.
Russland

Die eigenen Läuse beißen ihn.
nl] Zijne eigene luizen bijten hem.

Die eigenen Schuhe drücken am meisten.
dk] Vore egne skoe gnave os meest, saa er og frende tit frende verst.

Die eigenen Schuhe sind es, die am meisten drücken.
Dänemark

Die eigenen Torheiten erkennen, fällt oft schwerer, als sie begehen.

Die Eigenschaft (Eigentum) des Gutes ist des Baumanns, und der Zins des Herrn.
[RSpW]
i] Das Sprichwort hat die Lehngüter im Auge, von denen der Baumann, der Bebauer, solange er dem Grundherrn seinen Zins gab, nicht vertrieben werden konnte, die er vielmehr auf seine Nachkommen vererbte.

Die Eigenschaft zieht die Kinder hin.
[RSpW]
i] Die Leibeigenschaft der Eltern bringt den Kindern die Leibeigenschaft

Die Eile hat der liebe Gott nicht geschaffen.
Finnland

Die Eile hat der Teufel erfunden.
Türkei

Die Eile hat keine Suppe, der Näscher kein Fleisch, der Faule betrügt den Hurtigen.
Estland

Die Eile ist vom Übel.

Die Eile stammt vom Teufel.
Ägypten

Die Eile taugt nur, um Fliegen zu fangen.
Portugal

Die Eile treibt die Kamele nicht.
Arabien

Die eilende Hündin wirft blinde Junge.

Die eilige Hündin wirft blinde Junge.
Litauen

Die eilige Katze warf blinde Kätzchen.
it] La gatta frettolosa fece i gattini ciechi.

Die eilige Person isst Ziege, aber diejenige, der sich Zeit nimmt, isst Rindfleisch.
Afrika

Die eim träwen (drohen), wollen einem nichts tun.
nl] Dreigers vechten niet.

Die ein Ding zu sehr loben, denen glaube nicht.
mhd] De ein dink to sêr loven, den gelôve nicht.
la] Ex musca barrum facienti credito nunquam.

Die ein Kind tut gebären, soll es erhalten und ernähren.
la] Est puer alendus a patre, simulque tuendus.

Die einander kennen, grüßen sich von weitem.
en] They that know one another, salute afar off.

Die einästige (Rute) sucht auf, die zweiästige verliert, die dreiästige treibt nach Haus.
Estland

Die einbeinige Grille beginnt bereits am Abend, ihr Loch zu graben.
Nigeria

Die Einbeinigen stolpern niemals.
China

Die Einbildung ist bei ihm größer als die Ausbildung.
Breslau

Die eine Generation baut die Straße, auf der die nächste fährt.
China

Die eine gute Diät han, stößt die Pest am ersten an.

Die eine Hälfte der Menschen wird von Wünschen verzehrt, die andere von Skandalen.
Indien

Die eine Hälfte der Welt findet Vergnügen daran, Verleumdungen auszusprechen, und die andere daran, sie zu glauben.
Frankreich

Die eine Hälfte der Welt lacht über die andere, und ich lache über das Ganze.
Kuba

Die eine Hälfte der Welt weiß nicht, wovon die andere lebt.
nl] De eene helft van de wereld weet niet, waarvan de andere helft leeft.

Die eine Hand kann die andere doch nicht fortwährend waschen.
Estland

Die eine Hand wäscht die andere und die beiden das Gesicht.

Die eine Hur wird, die tut auch wohl mehr.

Die eine Katze nascht die Milch und der anderen klemmt man den Schwanz ein.

Die eine liebt einen Pastor, der andere dessen Frau.

Die eine Mutter müht sich mit sieben Kindern, die andere gelangt durch ein einziges Kind zu Ansehen.
Arabien

Die eine spinnt sich einen Rock zu Ehren, die andere zu Unehren, eine dritte gar keinen.

Die eine Tochter hilft der anderen, sich zu verheiraten.
Italien

Die eine tut's so, die andere anders.
nl] De een doet het uit liefde, de ander om eere, de derde om geld.

Die eine volle Brust hat, verhüllt sie gern mit einem durchsichtigen Tuch. - Die Schönen und die Keuschen wohnen in verschiedenen Dörfern. - Der Schönen wehrt man es nicht, wenn sie mit dem Hemd sich die Tränen trocknet. - Meine Schönheit gilt, sagte die Nackte, als sie geknutet wurde. - Eine Schöne erschrickt nicht, wenn sie im Bade gesehen wird, die Hässliche aber entsetzt sich.
Russland - Ein hässliche Sklavin wird schreien, wenn du ihren Schleier heben willst, die schöne wild sich nur sanft sträuben, wenn du selbst den Gurt des Busens lösest.
Russland

Die eine webt, was die andere spinnt.

Die eine Welt lacht, die andere weint.

Die einem den Mund erlaubt, die darf einem wohl mit dem leib dienen.

Die einem drohen, wollen einem nichts tun.

Die einen (sind stark) mit der Zunge, die anderen mit den Zähnen (bei einem Gastmahl).
la] Aliis lingua, aliis dentes.

Die einen alten Mann nimmt, hat ein Bett voll Knochen.
en] An old man is a bed full of bones.

Die einen Besen liegen lässt, hebt auch ein Fass nicht auf.

Die einen Elefanten verzehrten und damit fertig wurden, wie ist es da mit der Zwergantilope?
Kamerun

Die einen erben, die anderen sterben.

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