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Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.
Albert Schweitzer

Der Mensch beherrscht nicht das Eigentum, sondern das Eigentum beherrscht ihn und macht sich zu seinem Herrn.
August Bebel (1840-1913), Die Frau und der Sozialismus

Der Mensch behüte sorglich seine Erinnerungen: Jedes Gestern hat den Drang, sein Heute zu verdecken, mit Licht ebenso wie mit Schatten.
Welk, Mein Land, das ferne leuchtet

Der Mensch bekommt alles, was er von sich verlangt.
la] Animus hominis quidquid sibi imperat, obtinet.

Der Mensch bekommt für die Arbeit.

Der Mensch besitzt die Eigenschaft, Leiden, die er nicht sehen will, auch nicht zu sehen. Und Leiden, die von ihm selbst verursacht werden, will er nicht sehen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1897)

Der Mensch besitzt eine solche Leidenschaft für Systematik und abstrakte Folgerungen, dass er es fertigbringt, bewußt die Wahrheit zu verdrehen und mit sehenden Augen nicht zu sehen und mit hörenden Ohren nicht zu hören.
Dostojewski, Aufzeichnungen aus dem Untergrund

Der Mensch besteht aus Knochen, Fleisch, Blut, Speichel, Zellen und Eitelkeit.
Kurt Tucholsky, Schnipsel

Der Mensch besteht aus Qualität und nicht aus Quantität.
Assam, Indien

Der Mensch besteht in der Wahrheit. Giebt er die Wahrheit preis, so giebt er sich selbst preis.
Novalis, Blüthenstaub

Der Mensch bestraft die Tat, Gott aber die Absicht.
England

Der Mensch betrüb sich oder lach, er ist stets eitel, schlecht und schwach.

Der Mensch beurteilt alles durch seine Abstraktionen, das Gute, das Böse, die Tugend, das Verbrechen. Seine Rechtsformen sind seine Waage, seine Gerechtigkeit ist blind, diejenige Gottes sieht, darin liegt alles.
Honoré de Balzac, Louis Lambert

Der Mensch beurteilt die Dinge lange nicht so sehr nach dem, was sie wirklich sind, als nach der Art, wie er sie sich denkt und sie in seinen Ideengang einpaßt.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin, 4. 10. 1832

Der Mensch bezieht alles auf sich, und jeder ist ein Tyrann in seiner Art.
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer

Der Mensch bleibt bis zu seinem hundertsten Lebensjahr ein Kind... Und es wäre schade, wenn er sich das nicht bewahrte, wenn dieses Stück Poesie verlorenginge.
Herzen, Mein Leben

Der Mensch bleibt immer ein Unerlöster. Alle kulturellen Menschen litten an ihrer Unerlöstheit. Und alle Kultur ist ein Unvollendetes und Unvollendbares.
Peter Mennicken, Anti-Ford

Der Mensch bleibt närrisch bis ins vierzigste Jahr, wenn er dann anfängt, seine Narrheit zu erkennen, so ist das Leben schon dahin.
Martin Luther

Der Mensch bleibt weise, solange er Weisheit sucht, sobald er sie gefunden zu haben wähnt, wird er ein Narr.
Talmud

Der Mensch braucht also eine menschliche Philosophie, die ihn anzieht, tröstet und trägt.
Du Marsais/D'holbach, Essay über die Vorurteile

Der Mensch braucht durchaus nichts als seine eigene Kraft, um ihr zu folgen, und nur seinen eigenen Mut, um dadurch so viel Glückseligkeit zu erlangen, als seine Natur ihm gewähren kann.
Seume, Vorrede zu 'Mein Sommer 1805'

Der Mensch braucht etwas, was zwischen körperlicher und geistiger Arbeit liegt, einen Tummelplatz für Seele und Gemüt.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Der Mensch braucht nur wenige Erdschollen, um drauf zu genießen, weniger, um drunter zu ruhen.
Goethe, Werther 2. Buch, 9. Mai

Der Mensch braucht wenig, und an Leben reich, ist die Natur.
Schiller, Die Jungfrau von Orleans, V, 4 (Johanna)

Der Mensch braucht wenig, und auch das nicht lang.
Young, Nachtgedanken

Der Mensch braucht Wünsche. Helvétius

Der Mensch braucht Wünsche.
Helvetius, Vom Menschen

Der Mensch bringt nichts, wenn er geboren wird, und der Tod nimmt ihm nichts.
China

Der Mensch bringt sein Haar täglich in Ordnung, warum nicht auch sein Herz?

Der Mensch chunnt driimal zum Chind: wenn er geboore wird, wenn er afaat karisire und als steinalte Maa.
Schwiizertütsch

Der Mensch dachte sich sein eignes Gegenteil, da hatte er seinen Gott.
Friedrich Hebbel

Der Mensch darf aus diesem Brunnen trinken, der ihm näher ist.

Der Mensch darf hoffen, dieweil der Odem geht.

Der Mensch denkt hundertmal, er habe den alten Adam ausgezogen, indes er ihn nur zurückgeschlagen, wie man die Unterschwarte des Schinkens zwar unterhöhlet und aufrollet, aber doch mit auffsetzt und noch dazu mit Blumen garniert.
Jean Paul, Quintus Fixlein

Der Mensch denkt immer anders als das Schicksal.
Publilius Syrus, Sentenzen

Der Mensch denkt oft anders als er spricht.
la] Homo semper in sese aliud fert, in alterum aliud cogitat. Publ. Syr.

Der Mensch denkt über Strafe nach, aber nicht über Tugend.
China

Der Mensch denkt und der Kutscher lenkt.

Der Mensch denkt, aber der Nebenmensch lenkt. Er denkt nicht einmal so viel, dass er sich denken könnte, dass ein anderer denken könnte.
Kraus, Aphorismen

Der Mensch denkt, die Polizei lenkt.

Der Mensch denkt, Gott lenkt.
i] Schon bei Thomas a Kempis, 15. Jh.: 'Homo proponit, sed Deus disponit'; auch Ilias 18,328 und Sprüche Salomos 16,9: 'Cor hominis disponit viam suam, ed domini est dirigere gressus eius' = Des Menschen Herz schläget seinen Weg an, aber der Herr allein giebt, dass er fortgehe (Luther). Heute meist ironisch, wenn es anders kommt, als man es sich wünscht.

Der Mensch denkt, Notwendigkeit und Verstand lenken...
Goethe, An August v. Goethe, 11.5.1830

Der Mensch denkt's, Gott lenkt's und der Teufel besudelt's.

Der Mensch denkt's, Gott wendt's.

Der Mensch der Erkenntnis muss nicht nur seine Feinde lieben, er muss auch seine Freunde hassen können.
Friedr. Nietzsche, Also sprach Zarathustra

Der Mensch dichtet, Gott schlichtet.

Der mensch dort nie zu gnaden kam, der armen menschen hie was gram.
la] Spernit coelorum regem, spretor miserorum.

Der Mensch dreht sich in seinen Gewohnheiten wie der Esel in der Ölmühle.

Der Mensch durch alle Zustände befestigt sich gegen die Natur, ihre tausendfachen Übel zu vermeiden und nur das Maß von Gutem zu genießen...
Goethe, Schriften zur Kunst. Über Sulzer: Die schonen Künste

Der Mensch dürstet nach Schönheit.
Dostojewski, Über russische Literatur

Der Mensch ehrt den Platz (Ort), nicht der Platz den Menschen.
i] Wo der Tüchtigste sitzt, da ist der erste Platz.
la] Homo locum ornat, non hominem locus.

Der Mensch ein Kosmos im Kleinen.
Demokrit, Fragment 34

Der Mensch ein Lehrling ist, der Schmerz sein wahrer Meister,
Und keinem wird Erkenntnis, so er nicht gelitten.
A. de Musset, Die Oktobernacht

Der Mensch empfängt gern und willig, was leicht zu haben ist.
Goethe, Paralipomena zu den Annalen - Zum Jahre 1807

Der Mensch en masse wird erst dann wieder achtbar werden, wenn er sich entschließt, neuen Adel aus sich zu züchten. Die schönsten Dinge auf Erden sind nur durch Adel möglich. Noch mehr: der wahre Adel ist selbst das schönste Ding der Erde.
Chr. Morgenstern, Stufen: Zeitkritisches

Der Mensch endlich scheint unter den Erdtieren das feine Mittelgeschöpf zu sein, in dem sich, soviel es die Einzelheit seiner Bestimmung zuließ, die meisten und feinsten Strahlen ihm ähnlicher Gestalten sammeln... Mit allen Landtieren hat er Teile, Triebe, Sinne, Fähigkeiten, Künste gemein; wo nicht ererbt, so doch erlernt, wo nicht ausgebildet, so doch in der Anlage. Man könnte, wenn man die ihm nahen Tierarten mit ihm vergleicht, beinahe kühn werden zu sagen: als seien gebrochne... Strahlen seines Bildes.
Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Der Mensch erbleicht, wie Schaum entweicht.
lit] Kai Puttá nyksta, taip zmogus issblyksta.

Der Mensch erfährt und genießt nichts, ohne sogleich produktiv zu werden. Dies ist die innerste Eigenschaft der menschlichen Natur. Ja man kann ohne Übertreibung sagen, es sei die menschliche Natur selbst.
Goethe, Schriften zur Literatur - Über den Dilettantismus

Der Mensch erfährt, er sei auch, wer er mag,
Ein letztes Glück und einen letzten Tag.
Goethe, Epilog zum Trauerspiel Essex

Der Mensch erfreut sich nämlich mehr an der Vorstellung als an der Sache, oder wir müssen vielmehr sagen: der Mensch erfreut sich nur einer Sache, insofern er sich dieselbe vorstellt, sie muss in seine Sinnesart passen, und er mag seine Vorstellungsart noch so hoch über die gemeine heben, noch so sehr reinigen, so bleibt sie doch gewöhnlich nur ein Versuch, viele Gegenstände in ein gewisses faßliches Verhältnis zu bringen, das sie, streng genommen, untereinander nicht haben...
Goethe, Schriften zur Natur und Wissenschaftslehre - Der Versuch als Vermittler von Objekt und Subjekt

Der Mensch ergibt sich der Illusion des Egoismus, lebt nur für sich und leidet. Sobald er beginnt, für andere zu leben, leidet er weniger und empfängt das höchste Glück der Welt: die Liebe der Menschen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1898)

Der Mensch erhebt sich neunmal in seinem Leben (= wird erhaben), und erniedrigt sich neunmal

Der Mensch erinnert sich so lange, bis der Mund feucht ist.

Der Mensch erkennt nur das an und preiset nur das, was er selber zu machen fähig ist; und da nun gewisse Leute in dem Mittlern ihre eigentliche Existenz haben, so gebrauchen sie den Pfiff, dass sie das wirklich Tadelnswürdige in der Literatur, was jedoch immer einiges Gute haben mag, durchaus schelten und ganz tief herabsetzen, damit das Mittlere, was sie anpreisen, auf einer desto größeren Höhe erscheine.
Goethe, zu Eckermann, 18. März 1831

Der Mensch erkennt nur das an und preist nur das, was er selber zu machen fähig ist.
Eckermann, Gespräche mit Goethe, 18. 3.1831

Der Mensch erkennt nur das, was er zu erkennen Trieb hat; es ist vergebliche Arbeit, Menschen etwas verständlich zu machen, was zu verstehen sie gar keinen Drang haben.
Schelling, Von der Weltseele

Der Mensch erkennt nur den an, der wie er selbst ist.
Bosnien

Der Mensch erkennt seine Schwäche so wenig, wie der Ochse seine Stärke.

Der Mensch erkennt sich nur im Menschen, nur
Das Leben lehret jeden, was er sei.
Goethe, Tasso A II Sz 3 (Antonio) Vs 1242

Der Mensch erlangt die Gewissheit seines eigenen Wesens dadurch, dass er das Wesen außer ihm als seinesgleichen, als gesetzlich anerkennt.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre. Meteore des literarischen Himmels. Priorität

Der Mensch erzieht sich durch seinen Kampf nach allen Seiten,... Eine schmerzliche, oft blutige Geschichte, die Gutes oder Böses ergibt, meist wohl Gutes und Böses; glücklich, wer gute Beispiele besitzt, auf die er sich stützen, und abschreckende, aus denen er Nutzen ziehen kann!
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Der mensch fährt hin aus dieser welt, gleich wie die blumen ob dem feldt.
la] Est hominum status per florem significatus: vt flos cito perit, sic homo puluis erit.

Der Mensch fährt, Gott rudert.
la] Ancorae jactum praevertit Deus.

Der Mensch fällt dreimal und verletzt sich.
i] Bei der Taufe, der Trauung und der Beerdigung)

Der Mensch fängt (= erwirbt) Geld, aber das Geld fängt die Seele.

Der Mensch fängt erst beim Baron an.
i] Von der 'Exclusivität des Ranges', für welche, um mit einem österreichischen Sprichwort zu reden, der Mensch beim Baron anfängt.

Der Mensch findet sich mitten unter Wirkungen und kann sich nicht enthalten, nach den Ursachen zu fragen, als ein bequemes Wesen greift er nach der nächsten als der besten und beruhigt sich dabei, besonders ist dies die Art des allgemeinen Menschenverstandes.
Goethe, Maximen und Reflexionen 597

Der Mensch fing an zu lernen, als ihm das Brot ausging.
Ukraine

Der Mensch frage sich selbst, wozu er am besten tauge? um dieses in sich und an sich eifrigst auszubilden, er betrachte sich als Lehrling, als Geselle, als Altgeselle, am spätesten und höchst vorsichtig als Meister.
Goethe, Schriften zur Literatur - Allgemeine Betrachtungen zur Weltliteratur VI

Der Mensch frisst den Menschen.

Der Mensch für sich allein, überhaupt jedes Wesen abgesondert, ist unglücklich.
Wilhelm Heinse

Der Mensch fürchte sich vor dem Ruhm, das Schwein davor, fett zu werden.
China

Der Mensch fürchtet den Tod nur, weil er noch nicht glücklich genug gewesen ist; im höchsten Glück möchte er gleich hinsterben.
Varnhagen v. Ense

Der Mensch gar leichtlich geht zu Grund', muss sterben und weiß nicht die Stund'.

Der Mensch gebraucht den Dichter, um das auszusprechen, was er selbst nicht auszudrücken vermag. Von einer Erscheinung, von einer Empfindung wird er ergriffen, er sucht nach Worten, seinen eigenen Vorrat findet er unzulänglich, und so muss ihm der Dichter zu Hilfe kommen, der ihn frei macht, indem er ihn befriedigt.
Eckermann, Gespräche mit Goethe, 14.9. 1830

Der Mensch geh aus und gehe ein, so steht der Tod und wartet sein.
la] Tempora longa tibi vitae promittere noli; quocunque ingrederis sequitur mors corpus et umbra. Cato

Der Mensch gehorcht immer jemandem oder irgendeinem Etwas. Besser Gott gehorchen als seinen Leidenschaften und Trieben!
André Gide, Die Schule der Frauen

Der Mensch gehört mit zur Natur, und er ist es, der die zartesten Bezüge der sämtlichen elementaren Erscheinungen in sich aufzunehmen, zu regeln und zu modifizieren weiß.
Goethe, An Zelter, 31.3.1831

Der Mensch geht auf Glück aus, der Bock geht aufs Horn aus.

Der Mensch geht durchs Leben, wie ein Reisender über die Meere fährt.
China

Der Mensch geht manchmal unbedacht zu Werke,
Was ihm die Folge Zeit lässt zu bereun.
Shakespeare, Richard III., IV, 4 (Richard)

Der Mensch geht nicht wieder zurück, und ein rechter Katholik ist eigentlich ein Protestant, denn er will nichts anders.
Goethe, W. Grimm, 19.6.1816

Der Mensch gerät in große Gefahr, wenn er seine einseitig gewonnene Erfahrung zum alleinigen Maßstab seines Urteils und zum Prinzip seines Handelns macht.
Hebbel, Tagebücher, 21.3. 1838

Der Mensch gesteht überall Probleme zu und kann doch keines ruhen und liegen lassen, und dies ist auch ganz recht, denn sonst würde die Forschung aufhören, aber mit dem Positiven muss man es nicht so ernsthaft nehmen, sondern sich durch Ironie darüber erheben und ihm dadurch die Eigenschaft des Problems erhalten, denn sonst wird man bei jedem geschichtlichen Rückblick konfus und ärgerlich über sich selbst.
Goethe, An K. M. v. Sternberg, 8.9.1826

Der Mensch gewöhnt sich an alles.
ho] De mensch gewent zich aan alles.

Der Mensch gibt ebenso schwer eine Furcht auf als eine Hoffnung.
Otto Ludwig, Zwischen Himmel und Erde

Der Mensch gibt mit Löffeln, das Glück mit Scheffeln.

Der Mensch gibt mit Löffeln, Gott mit Scheffeln.
bm] Lidé se zlostí, ale bůh s milostí.

Der Mensch gilt so viel, als er sich schätzt.
Leroux de Lincy, Französische Sprichwörter

Der Mensch glaubt, dass sein Glück um so vollkommener ist, je mehr er besitzt.
Tammsaare, Satan mit gefälschtem Paß

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