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Der materielle Verbesserung des Loses der Menschen ist ein Ideal. Deshalb ist der Materialismus: ldealisrnus.
Ludwig Marcuse

Der materielle Vorteil ist etwas so Niedriges, dass ein Mann von Ehre sich nie so sehr auf ihn bedacht zeigen sollte.
Molière, Der Bürger als Edelmann

Der Mates (Matthäi, 21.9.) äss der Eissrämpler.
Siebenbürgen/Sachsen

Der Mathematiker ist angewiesen aufs Quantitative, auf alles, was sich durch Zahl und Maß bestimmen lässt, und also gewissermaßen auf das äußerlich erkennbare Universum.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1286

Der Mathematiker ist ein Hersteller von Schemata.
Godfrey Harold Hardy (1877 - 1947)

Der Mathematiker ist nur insofern vollkommen, als er ein vollkommener Mensch ist, als er das Schöne des Wahren in sich empfindet, dann erst wird er gründlich, durchsichtig, umsichtig, rein, klar, anmutig, ja elegant wirken. Das alles gehört dazu, um La Grange ähnlich zu werden.
Goethe, Maximen und Reflexionen 609

Der Mathematiker schätzt den Wert und Gebrauch des Triangels, der Triangel steht bei dem Mystiker in großer Verehrung, gar manches lässt sich im Triangel schematisieren und die Farbenerscheinung gleichfalls, und zwar dergestalt, dass man durch Verdopplung und Verschränkung zu dem alten geheimnisvollen Sechseck gelangt.
Goethe, Entwurf einer Farbenlehre 6. Abt. - 918

Der Matthias (24.2.) bricht's Eis, doch sacht', sonst kommt die Kälte im Frühjahr zu Macht.

Der Matthias (24.2.) hat uns lieb, er gibt dem Baum den ersten Trieb.

Der Matthias (24.2.), ja der bricht das Eis, und hat er kein's, so macht er ein's.

Der Matthiastag (24.2.) (ist) ohne Schutt (= Kehricht) und Geschirr.
Estland

Der Matthiastag (24.2.) bricht des Winters Macht.
Estland

Der Matthiastag (24.2.) füllt die Löcher unter dem Vordach mit Schnee.
Estland

Der Mauer, die Metz und die Magd haben Kaiser Karl'n den Tanz versagt.

Der Maulesel ist (auch nur) ein Lastesel.
Altgriechisch
i] Obwohl er größer ist

Der Maulesel macht viel palarn, wie seine Eltern (Ahnen) gut Pferdt waren.
i] Geiselt den Ahnenstolz herabgekommener Urenkel.
z] Mancher nicht mehr zu rühmen hat, denn seiner Eltern Edeltat.

Der Maulesel rühmt nur seine Mutter, vom Vater will er nichts wissen.
i] Weil seine Mutter ein Pferd, sein Vater ein Esel ist

Der Maultaschen rauschen ist sehr ein gemein spiel in Bierhäusern.

Der Maulwurf hat kleine Augen, aber er sieht zu seiner Arbeit.

Der Maulwurf schleicht unter der Erde, aber wie er wühlt, sieht man oben.
i] Talpa Europaea. Dafür sind mundartlich eine große Anzahl von Bezeichnungen. Der hochdeutsche Name des Tieres ist aus einem sprachlichen Missverständnis entstanden. Wegen seiner kleinen verborgen liegenden Augen hielt man ihn für blind; und aus seinen Wühlereien schloss man, dass er die Wurzeln der Bäume und Pflanzen fresse.
z] Das althochdeutsche molta, Staub, mittelhochdeutsch molte, ging unter und haftete in der Schriftsprache zuletzt nur noch in dem Namen eines Tiers, welches althochdeutsch multwarf, d.i. Erdwerfer, mittelhochdeutsch moltwerf und moltwurf heißt. Als nun der erste Teil dieses Wortes nicht mehr verstanden wurde, wandelte man ihn zu Maul, und so entstand Maulwurf. Einige Mundarten, sowohl ältere als neuere, haben auch den letzten Teil des Wortes verdreht, und daher begegnen wir öfters Formen wie Mullworm u.a., wodurch das Tier bloß der Etymologie zu Liebe in die Reihe der Würmer degradiert wird. Das Wort Mull kommt in Mecklenburg in Zusammensetzungen wie: Mullwagen, Mullkasten, Torfmull vor. In Schlesien hat man für staubartige Massen das Wort 'Gemülle'.
bm] Ač krtek pod zemí chodí, předce se ukryti nemůze.

Der Maulwurfshügel will Ural genannt sein.
Russland
ho] Hij ziet tegen een' molshoop op als tegen een' berg.

Der Maurer bleib' auf dem Gerüst und der Knecht bei seinem Mist.

Der Maurer halte die Kelle und der Gerber schabe seine Felle.

Der Maus die Seele, dem Popen einen Silberling; die Seele geht in der Maus Arsch, auf des Pferdeschwanzes Höhe.

Der Maus ist die Katze ein Löwe.

Der Maus ist in einer Metze Korn so wohl als in einem Scheffel.
ho] De muis is zoo weelderig in een spintje als in eene mudde koren.

Der Maus ist wohl in ihrem Loch.
i] Von Heimlichkeiten

Der Mausdreck ist zum Pfeffer worden.

Der Mäuse Kinder spielen selten ohne Schaden mit der Katze Kindern.

Der Mäuse Narrheit kommt der Katzen Schlauheit zugute.
Russland

Der mäusedreck will allezeit unter dem pfeffer sein.
z] Der Mäusemist und Gerbeleus will sich doch immer unter den Pfeffer mengen.
z] Was noch so gring und noch so klein, so wils dennoch gesehen sein, und hat gern, das man sein gedenckt, der maussdreck sich zum pfeffer mengt.
z] Damit ich mich, Meusedreck, unter den Pfeffer menge. Luther
i] Von dem Aufdrängen gemeiner, unsauberer Menschen, wo sie überflüssig und lästig sind.
z] Der Mauszträck machet sich zum Pfeffer. Welches von denen gesagt wird, so sich ein ungeleerter onder die geleerten stäts vermischen und gesellen will.
ho] Als muizenkeutels peper worden, bijten zij't sterkst.
ho] Muizenkeutels willen rogge of peper zijn.
la] Etiam corchorus inter olera.
sd] Muselort fins bland peparen.
sd] Paddor hittas bland peparen.

Der maust wie ein (Nacht-)Rabe.

Der Meb will junge haben, darumb hat er jm ein Ort aussgangen.
z] Der Meben (Stirn, Sterna, Larus minor) schreyet den gantzen Sommer so viel, zu welcher zayt er denn junge hat, dass er die Menschen, so bei den pfülen und seen wonen, ganz toll macht und täubt. Darumb man von schwätzigen leuten diss sprichwort sagt.
la] Larus parturit, locum facit.

Der mechanische Automat einer großen Fabrik ist um vieles tyrannischer, als es jemals die kleinen Kapitalisten gewesen sind, die Arbeiter beschäftigen.
Engels, Von der Autorität

Der Meckerer hat eine bittere Stelle, der Spötter einen dunklen Ort.
Estland

Der Meckerer hat eine Steinladung, der Hasser Birkenruten zu tragen.
Estland

Der Medardus (8.6.) pischt än de Bâch.
Siebenbürgen/Sachsen

Der Medikus kuriert dir eine Krankheit weg, die andere herbei, und du kannst nie recht wissen, ob er dir genutzt oder geschadet hat ...
Goethe, Aufgeregten A II Sz 4 (Breme)

Der Mehlsack ist von innen und außen weiß.

Der Mehltau im August ist ungesund, drum wisch' die Frucht hübsch vor dem Mund.

Der mehr geld's hat, fürt die Braut weg.

Der mehr oder weniger beständigen Hingabe, mit der wir eine Sache untersuchen, verdanken wir die oberflächlichen oder tiefgründigen Ideen, die wir über diese Sache haben.
Helvetius, Vom Geist

Der Mehrwert ist ... ein während des Produktionsprozesses vom Arbeiter neugeschaffener Wert - festgeronnene Arbeit. Nur kostet er dem Eigner des ganzen Produkts, dem Kapitalisten, nichts.
Marx

Der Mehrzahl unserer jungen Poeten fehlt weiter nichts, als dass ihre Subjektivität nicht bedeutend ist und dass sie im Objektiven den Stoff nicht zu finden wissen. Im höchsten Falle finden sie einen Stoff, der ihnen ähnlich ist, der ihrem Subjekte zusagt, den Stoff aber um sein selbst willen, weil er ein poetischer ist, auch dann zu ergreifen, wenn er dem Subjekt widerwärtig wäre, daran ist nicht zu denken.
Goethe, Eckermann, 24.11.1824

Der Meine wohnt vorm Tor.
Hannover
i] Scherzhafte Antwort, wenn jemand sagt: 'ich meine!'

Der Meiner und der Lügner sind Brüder.

Der meinet, er lebe allweg, der lebt übel.

Der meint, er leb alweg, der lebt übel.
la] Male vivit qui semper vivit.

Der Meise Kraft ist im Schnabel.
Estland

Der meist Teil am Menschen ist weiberfleisch; drumb ists nit wunder, dass die Mann die weiber gern sehen und lieben.

Der meiste Haufen richtet sich nach ihrem Herrn.

Der meisten Schönen Zorn gleicht ihrer Zärtlichkeit,
Sie dauern beide kurze Zeit.
Gellert, Chloris

Der Meister der Schönschreibekunst wird sich nie über den Pinsel beklagen, den er benutzt.
Korea

Der Meister einer Kunst nährt Weib und sieben Kinder, ein Meister aller sieben Künste nährt sich selber nicht.

Der Meister Hämmerli geht d' Stegen uf ins Kämmerli und d' Stegen ab ins Bett.

Der Meister Hämmerli geht zu der Magd ins Kämmerli.
i] Über den Meister Hämmerli, doch ist's möglich, dass dasselbe in diesem und dem vorigen Sprichwort nur des Reimes wegen steht.

Der Meister hat die Kunst ergriffen: dreimal drei ist neun.

Der Meister hat Erkältung und Kopfweh, und seine Gesellen niesen.
Australien

Der Meister hat's gesagt.
Altgriechisch
i] Wer auf die Worte des Lehrers oder eines ausgezeichneten Mannes schwört. Von den Schülern des Pythagoras entlehnt, denen alles schon dadurch hinlänglich begründet war, dass sich der Meister dafür erklärte. Was er sagte, war ihnen unumstößliche Wahrheit.

Der Meister ist des Zeugs nicht wert.
i] Sagen die, 'so dawider sind, dass ein alter Mann ein junges Mägdlein nehme'.

Der Meister ist über die Henne, der Gesell macht sich über das Truthuhn.
Litauen

Der Meister Niemand kommt überall ins Spiel.

Der Meister sitzt in seinem Pflocke.
i] Er wird durch das Werk seiner eigenen Hände bezahlt oder bestraft.

Der Meister sprach: ein Mensch ohne Glauben: ich weiß nicht, was mit einem solchen zu machen ist. Ein großer Wagen ohne Joch, ein kleiner Wagen ohne Kummet, wie kann man den voranbringen?
Kung-fu-tse, Lun-yü

Der Meister stellt sein Werk mit wenigen Strichen als fertig dar, ausgeführt oder nicht, schon ist es vollendet.
Goethe, Maximen und Reflexionen 447

Der Meister wählt nicht erst lange seinen Pinsel.

Der Meister zeigt sich in der Beschränkung.

Der Melker Staat hat kalte Finger.

Der melkt den Bock und hält das Sieb unter.

Der Memminger (oder Ulmer) Gucker.
i] Der Eschheie (von Esch = Flur, und heien = hüten) oder Bannwart (Flur- oder Waldschütz) meldete einst dem Bürgermeister, dass im Gemeindeacker ein Gucker sich aufhalte, von dem zu befürchten sei, dass er alles Korn zertrete. Da beschloss der wohlweise Rat, dass vier Männer mit einer Bahre in den Acker gingen um den Gucker (Kukuk) herauszutragen.

Der Memminger (Ulmer) Kuckuck.
i] Der Feldwart meldete einst dem betreffenden Bürgermeister, dass sich im Gemeindefelde ein Gugger (Kuckuck) aufhalte, von dem zu befürchten sei, dass er alles Korn zertrete. Da beschloss der wohlweise Rat, dass vier Männer mit einer Bahre in den Acker gingen um den Gugger herauszutragen.

Der Menge Beifall ist zwar nie der Wahrheit Grund.
Lessing, Fragmente, Aus einem Gedichte über die menschliche Glückseligkeit

Der Menge gefällt, was auf den Marktplatz taugt.
Friedrich Hölderlin, Menschenbeifall

Der mengt Dreck unter Lehm.

Der Mensch - ein Exempel der beispiellosen Geduld der Natur.
Christian Morgenstern

Der Mensch (nach der Definition der Griechen) ist eine Welt im Kleinen.
la] Graeci sic definiunt: Ανθρωπος μικροκοσμος, id est: Homo minor mundus.
Victorinus, De definitionibus

Der Mensch aber kann nicht ruhen, er will immer noch was anders.
Goethe, An Zelter, 19. 7. 1829

Der Mensch aber, der nichts weiß, wird jedem misstrauen. Die Furcht, betrogen und verraten zu werden, ist das Fundament seines Tuns und Wesens.
Heinrich Mann, Ein Zeitalter wird besichtigt

Der Mensch ahnt, doch Gott vollbringt.

Der Mensch allein, durch seinen Glauben, Kann selbst dem Tod sein Bittres rauben.
Jüdisch

Der Mensch als Bürger mag vergehen, aber der Mensch als Mensch muss bleiben.
Montesquieu, Geist der Gesetze

Der Mensch als Masse hat keine Tugend; nur das Individuum hat sie - der Staat als solcher hat keine; er hat nur die Kraft, die Tugend der Individuen zu benutzen.
Pestalozzi, Mündliche Aussprüche

Der Mensch an sich selbst, insofern er sich seiner gesunden Sinne bedient, ist der größte und genaueste physikalische Apparat, den es geben kann, und das ist eben das größte Unheil der neuem Physik, dass man die Experimente gleichsam vom Menschen abgesondert hat und bloß in dem, was künstliche Instrumente zeigen, die Natur erkennen, ja, was sie leisten kann, dadurch beschränken und beweisen will.
Goethe, Maximen und Reflexionen 706

Der Mensch ändert leichter seine Überzeugungen als seine Gewohnheiten.
Paul Wegener

Der Mensch ändert leichter seine Überzeugungen als seine Gewohnheiten.
Paul Wegener (1874 - 1948)

Der Mensch auf dieser Welt gleicht einem Blatt vom Baum, das eben niederfällt, wie's aufgegangen kaum.
la] Fictilis homo.
la] O homo si scires, quidnam esses, unde uenires, nunquam gauderes, sed in omni tempore fleres.
la] Puluis et umbra sumus, pulvis nihil est nisi fumus, sed nihil est fumus, nos nihil ergo sumus.
pl] Człowiek jest właśnie jak listek drzewny, ktoż gdy upadnie stąd ma być rzewny.

Der Mensch auf Reisen pflückt das Blümchen am Wegesrand und hebt jede Kleinigkeit auf, um sie als Andenken zu bewahren.
Capek, Die Reise nach dem Norden

Der mensch aus staub und erd ist g'macht, gleichwie der rauch zergeht sein pracht.
la] Quid caro? uilis humus; quid carnis gloria? fumus.

Der Mensch baut oft sein Nest, wo kein Bär sich niederlässt.
ho] De mensch heeft dikwijls zijn nest, waar de beer het niet zou verkiezen.

Der Mensch baut Schlösser und die Zeit Ruinen.
Russland
la] Gutta cavat lapidem, consumitur annulus usu, et teritur pressa vomer aduncus humo.

Der Mensch bedarf der Klarheit und der Aufheiterung, und es tut ihm not, dass er sich zu solchen Kunst- und Literaturepochen wende, in denen vorzügliche Menschen zu vollendeter Bildung gelangten, so dass es ihnen selber wohl war und sie die Seligkeit ihrer Kultur wieder auf andere auszugießen im Stande sind.
Goethe, Eckermann, 3.10.1828

Der Mensch bedarf des Menschen sehr
Zu seinem großen Ziele.
Schiller, Die Weltweisen

Der Mensch bedarf des Menschen, um ein Mensch zu werden.
Becher, Auf andere Art so große Hoffnung

Der Mensch bedarf in seinem engen Wesen
Der doppelten Empfindung, Lieb und Haß.
Bedarf er nicht der Nacht als wie des Tags?
Des Schlafens wie des Wachens?
Goethe, Tasso A IV Sz 2 (Tasso) Vs 2346f.

Der Mensch bedarf so unendlich vieler äußeren Vor- und Mitwirkungen zu einem leidlichen Dasein, dass, wenn er der Sonne und der Erde, Gott und der Natur, Vorvordern und Eltern, Freunden und Gesellen immer den gebührenden Dank abtragen wollte, ihm weder Zeit noch Gefühl übrig bliebe, um neue Wohltaten zu empfangen und zu genießen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,10

Der Mensch bedarf wenig, Liebe und Sicherheit seines Verhältnisses zu den einmal erwählten und gegebenen kann er nicht entbehren.
Goethe, An Herzog Karl August, 23.10.1787

Der Mensch befindet sich niemals im Besitz uneingeschränkter Freiheit, sondern er besitzt nur eine zweiter Ordnung; zum Beispiel steht es ihm frei, das oder das zu essen, nicht aber, überhaupt nicht zu essen.
Antoine Comte de Rivarol, Maximen und Reflexionen

Der Mensch begehrt alles an sich zu reißen, um nur nach Belieben damit schalten und walten zu können; das Geld, das er nicht selbst ausgibt, scheint ihm selten wohl angewendet.
Goethe, Lehrjahre VII,3

Der Mensch beginnt nicht leicht zu denken; sobald er aber erst einmal den Anfang damit gemacht hat, hört er nicht mehr auf. Wer gedacht hat, wird immer denken, und der Verstand vermag, wenn er einmal im Nachdenken geübt ist, nie wieder in Untätigkeit zu verharren.
Rousseau, Emile

Der Mensch begreift niemals, wie anthropomorphistisch er ist.
Goethe, Maximen und Reflexionen 203

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