<<< Weisheiten 0572 >>>

Der Mann erkennt schon seinen Mann.
Estland

Der Mann erlebt das Schicksal und begreift die Kausalität, die Logik des Gewordenen nach Ursache und Wirkung. Das Weib ist Schicksal, ist Zeit, ist die organische Logik des Werdens selbst... Der Mann macht Geschichte, das Weib ist Geschichte. In geheimnisvoller Weise enthüllt sich hier ein doppelter Sinn alles lebendigen Geschehens: es ist kosmisches Dahinströmen an sich, und dann doch wieder die Reihenfolge der Mikrokosmen selbst, die das Strömen in sich faßt, schützt und erhält.
O. Spengler, Untergang des Abendlandes, Der Staat

Der Mann ernährt nicht die Arbeit, die Arbeit ernährt den Mann.
Estland

Der Mann erträgt des Mannes Schlag.
Estland

Der Mann erträgt die Ehe aus Liebe zur Frau. Die Frau erträgt den Mann aus Liebe zur Ehe.
Gabriel Laub

Der Mann erwirbt das Vermögen, die Frau erhält es.
Bergamo

Der Mann fährt's auf Wagen ins Haus, die Frau trägt's in der Schürze hinaus.

Der Mann fängt wohl die Robbe, aber die Robbe fängt auch den Mann.
Estland

Der Mann fiel von der Eiche herab und ruhte aus.
i] Wenn der Gast sich beeilt, nach Hause zu kommen; er soll dadurch zu längerem Verweilen bestimmt werden.

Der Mann findet leicht wieder eine Frau, die Kinder (aber) nie wieder eine Mutter.
bm] Zena muzi zas se můz naroditi, matka nikdy.
pl] Zona męzowi moze się urodzić, a matka juz nie.

Der Mann findet nur Vergnügen bei seiner ersten Frau.

Der Mann fragt Bücher, Freunde, Welterfahrung;
Das Weib vernimmt des Herzens Offenbarung.
Geibel, Neue Mann und Weib

Der Mann führt das Regiment im Haus; aber was die Frau will, muss geschehen.
en] As the good man saith, so say we, but as the good woman saith, so it must be.

Der Mann füttert den Hund nicht dann, wenn er auf die Jagd geht.
Estland

Der Mann gehört in den Rat, die Frau ins Bad.

Der Mann geht auf den Weg (und) nimmt das Grab auf den Hals (d. i schwebt in Lebensgefahr), die Frau geht in die Ecke (= die Frau gebärt) (und) nimmt das Grab auf den Hals.
Estland

Der Mann geht in Geschäften aus, die Frau zu Schmaus.

Der Mann geht zum Erbe, das Weib davon.
[RSpW]
i] Bespricht die Bevorzugung des Mannes vor der Frau im Erbrecht und in Bezug auf liegende Güter. Es ist wohl skandinavischen Ursprungs: Tha gangen hatt er til ok huva fram.

Der Mann glaubt an des Mannes Not, die Frau treibt die Frau in den. Streit.
Estland

Der Mann glaubt zu wissen, aber die Frau weiß es besser.
China

Der Mann hält sich durch Mut.

Der Mann hat anderes zu tun als der Jüngling.
Francesco Petrarca, Petrarca über sich selbst

Der Mann hat Augen, um zu sehen, die Frau, um gesehen zu werden.

Der Mann hat die Jahre in den Knochen, die Frau im Gesicht.

Der Mann hat einen Namen.
ho] Het zijn mannen van naam.

Der Mann hat einen Rock bekommen, der Rock hat ja nicht einen Mann bekommen.
Estland

Der Mann hat einer Frau Kopf, die Frau eines Schafes Kopf.
Estland

Der Mann hat eines Mannes Herz.
Estland

Der Mann hat freien Mut,
Der gern tut, was er tut.
Thomasin von Zirclaere, Der welsche Gast

Der Mann hat hauptsächlich deshalb einen Kopf, damit eine Frau ihn verdrehen kann.
Jacques Prevert

Der Mann hat keine Freude,
Wenn ihm das Weib nicht gern zu Willen ist.
Aristophanes (um 445 - 386 v. Chr.), Lysistrate

Der Mann hat keinen Verstand im Kopf, der Junge keinen halben Verstand.
Estland

Der Mann hat Mut, der Mann hält Stich.
Wen hat der Mann wohl hinter sich?
In diesem Kampf das Beste:
Ein Rückgrat grad und feste.
- Und vor sich eine weiße Weste.
Will Vesper, Rufe in die Zeit

Der Mann hat Recht, der muss einen Schnaps kriegen.

Der Mann hat sein Ziel und das Weib seinen Sinn.
Christian Morgenstern, Psychologisches

Der Mann hat seinen Willen - aber die Frau setzt sich durch.
Oliver Wendell Holmes

Der Mann hat Zeit genug, sich eine Frau zu wählen.
Finnland

Der Mann hätte nichts zu verlieren, wenn er darauf verzichtete, die Frau als Symbol zu verkleiden, ganz im Gegenteil.
Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht

Der Mann heiratet, wann er will, die Frau, wann sie kann.

Der Mann herrscht über seine Frau, der Pastor über seine Gemeinde und der Kaiser über das ganze Reich.
Finnland

Der Mann hinaus, die Frau ins Haus.

Der Mann im Mond hat das Holz gestohlen.
i] Es dürfte schwerlich einen Volksstamm auf der Erde geben, der nicht an die Flecken im Monde eine Sage knüpfte. Unerklärt ist es noch, warum der Mond von verschiedenen Völkern mit den Hasen in Beziehung gesetzt ist. Die hottentottische Namaquahorde verehrt den Mann im Monde als ein höheres Wesen, und vermeidet den Genuss des Hasenfleisches, weil ihnen dies Tier geheiligt erscheint. In der 13. Fabel des indischen Hitopadesa gibt sich ein Hase vor dem Elefanten für den Botschafter des Mondes aus und sagt, dass der Mond in seiner Scheibe den Hasen als Wappentier trage. In Indien heißt der Mond wirklich Hasenträger. Doch vergleicht man die Mondflecken dort auch mit einem Reh und nennt den Mond danach auch Rehträger. In Siam erblickt man in der Mondscheibe bald einen Hasen, bald ein altes Ehepaar, einen Großvater und eine Großmutter, welche die Felder im Monde bestellen. Buddha hat den Buchstaben Om darin erkannt. Die Japanesen dagegen erblicken ein Kaninchen, das in einem Mörser Reiskörner stößt. Die mongolischen Buräten sehen in den Umrissen auf der Mondscheibe ein von ihrer Mutter verwünschtes Mädchen, das in der einen Hand einen Blätterbüschel hält, während es im anderen Arme einen Wasserkrug trägt. Auf Samoa, der großen Schifferinsel, erblickt man darin eine Frau mit ihren Kindern, ihrem Hammer und Klopfbrett, die der Mond, den sie beleidigt, von der Erde weggenommen hat. Auf Rarotonga, einer Insel der Cooksgruppe, 200 deutsche Meilen von jener entfernt, wird erzählt, dass eine Göttin einen Knaben geboren, den zwei Götter als Sohn beanspruchten und der daher getheilt werden musste. Der Gott, welcher die Kopfhälfte erhielt, schleuderte sie in den Himmel, und es wurde die Sonne daraus; der andere warf die Beinhälfte in den Wald, wo sie lange lag, bis sie der Sonnengott erhielt, auch in den Himmel warf, wodurch der Mond entstand. Die dunkeln Flecken zeigen die Verwesung an, von der das Fleisch bereits angegriffen war. Die Potewatami, ein Indianerstamm im jetzigen Iowa, sahen im Mond ein Weib sitzen und einen Korb flechten, mit dessen Vollendung die Welt untergehen müße, wenn nicht während der Verfinsterung desselben ein Hund mit dem Weibe kämpfe und den Korb zerreiße. Die Inca-Peruaner erklären die Mondflecken dadurch, dass sich eine Dirne in den Mond verliebte; als sie ihn aber anfasste, schloss er sie in seine Arme und hält sie noch fest. Shakespeare (Sommernachtstraum, V, 1 und Sturm, I2) spielt auf eine alte Sage an, von einem Bauer, der Holz gestohlen hat, der im Monde einen Dornbusch trägt und auf den sich der Vers bezieht: Rusticus in luna quem sarcina deprimit una, monstrat per spinas, nulli prodesse rapinas. Noch älter als diese Sage, die sich schon im 12. Jahrhundert findet, ist eine altnordische, nach welcher Mani (der Mond) den Eltern zwei Kinder, die Wasser geschöpft hatten, stahl und mit sich in den Himmel trug.

Der Mann im Mond trinkt Rotwein.
England

Der Mann in Stiefeln kennt den Mann in Bastschuhen nicht.
ho] De man in laarzen kent den man in schoenen niet.

Der Mann in Stiefeln kennt den Mann in Schuhen nicht.
England

Der Mann is des Weiwes Haupt un de Frau de Nachtmitz drauf.

Der mann ist aller ehren werd, der all ding zum besten kert.

Der Mann ist alles Lobes wert, der gutem Rat folgt unbeschwert.

Der Mann ist am besten gekleidet, dessen Kleidung niemand bemerkt.
England

Der mann ist an das schwert gebunden.
Luther

Der Mann ist April, wenn er Frauen kürt; Dezember, wenn er sie heimgeführt.
it] Gli uomini sono Aprile quando fanno all' amore, Decembre quando hanno sposato.

Der Mann ist April, wenn er verliebt, und Dezember, wenn er verheiratet ist.
Schottland

Der Mann ist berechtigt, in einer Nacht hinter neun Türen zu gehen, bis er endlich die richtige Tür auffindet.
Estland

Der Mann ist bis zum Tode ein Bulle.
Estland

Der Mann ist blutarm, hat gar nichts als Läus und die sind krank.
Oberschwaben

Der Mann ist dann am ärmsten, wenn die Kinder Rotz zum Brot essen.
Nürnberg
i] Wenn nämlich seine Kinder noch so klein sind, dass sie bloß Opfer erfordern, ohne sie durch irgendeine kleine Hilfsleistung vergelten zu können.

Der Mann ist das (von) Feuer, das Weib das (von) Werch und der Teufel der Wind, der bläst.

Der Mann ist das Feuer, die Frau der Zunder (o. das Werg), dann kommt der Teufel und bläst (die Flamme an).
sp] El hombre es el fuego, la mujer la estopa, viene el diablo y sopla.

Der Mann ist das Feuer, die Frau der Zunder, dann kommt der Teufel und bläst.
sp] El hombre es el fuego, la mujer la estopa, viene el diablo y sopla.

Der Mann ist das Feuer, die Frau ist die Hede.
Estland

Der Mann ist das Hapßt und das Weib die Korne, sagte die Großmutterr.

Der Mann ist das Haupt der Familie, und die Frau ist der Hut darauf.

Der Mann ist das Haupt der Frau.

Der Mann ist das Haupt des Weibes und das Weib die Krone des Hauses.

Der Mann ist das Haupt und die Frau der Nacken, mit dem es sich dreht.

Der Mann ist das Haupt und die Frau die Krone.
i] Das letztere setzen die Frauen hinzu, wenn die Männer das erste behaupten. Man bedient sich aber auch des ganzen Satzes, wenn ein Mann seine Frau schmäht, um zu sagen: Wenn ein Mann seine Frau schände, so schände er sich selbst.

Der Mann ist das Haupt und die Frau sein Leib.
dä] Manden skal være hoveder, quinden hiertet.

Der Mann ist das Haupt, die Frau aber die Krone.

Der Mann ist das Haupt, die Frau sein Hut.

Der Mann ist das Haupt, on de Fru öss et Klutke, dat sött bawe drop.

Der Mann ist das Paradies der Frauen.

Der Mann ist der Baum, die gute Frau seine Krone.

Der Mann ist der Fels, auf dem die Zeit ruht, die Frau ist der Strom, der sie weiterträgt.
Gertrud von Le Fort, Die Frau in der Zeit

Der Mann ist der Frau Haupt.
Estland

Der Mann ist der Frauen Meister.
i] Gesetzlicher Vormund: 'Der man is der frawen maister.'

Der Mann ist der Herr des Hauses. Im Hause soll aber nur die Frau herrschen.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Der Mann ist der Kopf und die Frau der Hut.
Schweden

Der Mann ist der Kopf, aber die Frau dreht ihn.
en] Man is the head, but woman turns it.

Der Mann ist der Kopf, aber die Frau verdreht ihn.
USA
en] Man is the head, but woman turns it.

Der Mann ist der letzte im Haus, der erfährt, was man (was die Frau) trägt zur Hintertür 'naus.
en] The good man is the last, who knows, what's amiss at home.
la] Dedecus ille domus sciet ultimus.

Der Mann ist des Weibes Haupt und die Frau die Nachtmütze darauf.

Der Mann ist des Weibes Haupt.
1 Kor. 11, 3
mhd] Der mân ist ein houpt des wibes.
fr] L'homme est l'âme de la maison.
la] Caput mulieris vir.

Der Mann ist des Weibes Vogt und Meister.
z] Da ist davon gesetzet, daz der man des wîbes voget ist und ir maister.
mhd] Der man is sines wibes vogtt und ir meister.

Der Mann ist des Weibes Vormund zur Hand, da sie ihm angetrauet wird.
i] Von dem Augenblicke an, da sie in gesetzliche Ehe mit ihm eingetreten ist, steht sie unter ihm.
mhd] Die man is vormunde sînes wîbes, to hant als sie imme getrüwet werd.

Der Mann ist die Seele seines Hauses.
fr] L'homme fait la couronne.

Der Mann ist die Sonne, das Weib der Mond; der Mann regiert bei Tage, das Weib bei der Nacht.

Der Mann ist die untere Schale, die Frau die obere Schale (der Muschel).
Estland

Der Mann ist ehrenwert, der alle Dinge zum besten kehrt.

Der Mann ist ehrenwert, der sein Geld in Ruh' verzehrt.

Der Mann ist eifersüchtig, wenn er liebt, die Frau, auch ohne dass sie liebt, weil so viel Liebhaber, als von anderen Frauen gewonnen worden, doch ihrem Kreise der Anbeter verloren sind.
Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

Der Mann ist ein Schiff, das nach Hause bringt; die Frau ist eine Stadt, wo man stehen bleibt (= wo aufbewahrt wird).
Estland

Der Mann ist ein Seiler.
i] So sagte man in Hessen von einem Manne, der sehr breit und langweilig über einen Gegenstand spricht, seinen Kopf in langen Fäden ausspinnt.

Der Mann ist ein wilder Fluss (o. Sturzbach), die Frau ein stiller See.
tü] Erkek sel kadın göl.

Der Mann ist Feuer, die Frau ist Werg, der Teufel kommt und setzt sie in Flammen.
Spanien

Der Mann ist frei, wenn seine Frau drei Schöpflöffelstiellang entfernt ist.
Estland

Der Mann ist für das Weib ein Mittel: der Zweck ist immer das Kind. Aber was ist das Weib für den Mann?
Zweierlei will der echte Mann: Gefahr und Spiel. Deshalb will er das Weib als das gefährlichste Spielzeug.
Nietzsche, Zarathustra

Der Mann ist geschaffen zu Ernst und Schutz, das Weib zu Schimpff und Freuden.

Der Mann ist geschaffen zum Lenken der Frau, die Frau, die Kinder zu hüten.
Finnland

Der Mann ist glücklich, welcher keine Sorgen hat.
mhd] Selig ist ein Mann sunder sorge.
la] Ex animus curas remove, cor mandere noli.

Der Mann ist Himmel und Erde im kleinen.
China

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