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Der Magen muss stark sein, der ein großes Glück verdauen kann.
Russland

Der Magen reibt, auch wenn man nicht die Karre treibt.

Der Magen spielt mit dem Darm Kaschlan (Solo).
i] Beim Hungrigen.

Der Magen stärkt das Herz und nicht das Herz den Magen.
sp] Tripas llevan corazon, que no corazon tripas. Don Quixote

Der Magen steht schief.

Der Magen trägt die Füße und nicht die Füße den Magen.
pt] As tripas estejaõ cheias, que ellas levarão as pernas.
sp] Tripas llevan piés que no piés á tripas. Don Quixote

Der Magen und die Venus sind Zwillinge, ist jener satt und hat sich gelegt, so steht diese auf.

Der Magen verträgt keine harte Speise.
Estland

Der Magen wird eher gefüllt als die Augen.
dä] Han mætter bugen før øynene.
sd] Magen blir förr mätt än ögat.

Der Magen wird schon treiben.
Estland

Der Magen wird von einem Huhn gefüllt, aber das Auge nicht von einer Heerde Gänse.
Russland
en] Better fill a glutton's belly than his eye.
it] Più tosto si satolla il ventre che l'occhio.

Der Magnet ist ein Urphänomen, das man nur aussprechen darf, um es erklärt zu haben, dadurch wird es denn auch ein Symbol für alles Übrige, wofür wir keine Worte noch Namen zu suchen brauchen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 434

Der Magnetismus eines die Seele erfüllenden Interesses ist stark und geheimnisvoll. Unter Menschen wird es, ohne wissentliches Zutun seines Trägers, das Gespräch lenken, es unwiderstehlich in seine Sphäre ziehen.
Thomas Mann, Die Entstehung des Doktor Faustus

Der mähet ein Wies, da Gras gebrist.
i] Von unfruchtbarer, unnützer Arbeit.

Der Mahner muss nicht gleich den Beutel mitnehmen.
i] Die Zahlung einer Schuld pflegt in der Regel nicht so rasch zu erfolgen.

Der Mahner soll nicht gleich den Beutel mitnehmen.

Der Mai bringt Blumen dem Gesichte, aber dem Magen keine Früchte.

Der Mai bringt der Rosen viel.

Der Mai ein Gärtner, viel Stroh und wenig Körner.
Venetien

Der Mai ein halbes Winterei.

Der Mai geht um Feuer betteln.
Basken

Der Mai hat die Schwalben in der Hand und Erik (18. Mai) den Kuckuck unter dem Arm.
Finnland
fr] Mai clair et venteux fait l'an plantureux.
ho] In de maand van Mei leggen alle vogeltjes een ei; behalwe de kwartel en de griet, die leggen in de mei maand niet.

Der Mai hat nicht seinesgleichen.
Lombardei
ho] Met de maand van Mei blijft geen koebeest uit de wei.

Der Mai is ön Habarn sei' Winda.
Oberösterreich

Der Mai ist der schönste Monat.
Mailand

Der Mai ist gekommen,
Die Bäume schlagen aus,
Da bleibe, wer Lust hat,
Mit Sorgen zu Haus.
E. Geibel, Lieder als Intermezzo XXXII, Str. 1

Der Mai ist selten so gut, er bringt dem Zaunpfahl einen Hut (von Schnee).
i] Der Mai lässt sich zwar Wonnemond nennen, er spielt aber oft noch einen recht empfindlichen Nachwinter

Der Mai ist so verwegen und setzet noch ein Schneechen.
Nassau

Der Mai ist wie der vergangene November.

Der Mai Kohlbauer ist nicht Weinbauer.
Portugal

Der Mai kommt gezogen, wie der November verflogen.

Der Mai kühl, der Brachmond nass, die füllen Scheunen und Fass.
ndt] Der Meie chüel, der Brachmonat nass, füllt Spîcher und Fass. Solothurn
la] Majus frigidiusculus, non frigidus amatur.

Der Mai lässt den Pflug hinei.

Der Mai lockt ins Frei'.
i] Die Engländer nennen den Monat den lustigen (the merry month of May).

Der Mai muess sein kuehl und koi.
Neresheim

Der Mai nicht zu trocken bringt Korn und Wein, der Mai aber feucht bringt der Frauen Lein.
it] Maggio asciutto ma non tutto, gran per tutto; maggio molle lin per le donne.

Der Mai, zum Wonnemonat erkoren, hat den Reif noch hinter den Ohren.

Der Maikäfer Menge bedeutet der Schnitter Gedränge.
Westpreussen

Der Main ist hoch entsprossen, lang genossen, viel verflossen.
z] Die Berge triefen mit Wein, die Hügel fließen mit Milch, die Anger sind voll Schafe, die Wälder voll Wild, und der geflügelte Mercurius kann vermittels dieses edeln Stromes alle necessaria herbeibringen.

Der Makellose verkenne das Laster nicht, auch wenn es sich in Gold und Seide kleide: Ja, es wird bisweilen eine goldene Krone tragen, deshalb aber doch nicht weniger verwerflich sein.
Baltasar Gracián y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Der Maler darf also nur einigermaßen Künstler sein, so findet er schon ein größeres Publikum als der Musiker, der auf, gleichem Grade stünde, wenigstens kann der geringere Maler immer für sich operieren, anstatt dass der mindere Musiker sich mit anderen soziieren muss, um durch gesellige Leistung einigen Effekt zu tun.
Goethe, Maximen und Reflexionen 491

Der Maler geht herum.

Der Maler kennt die Farben am besten.

Der Maler malt eigentlich mit dem Auge; seine Kunst ist die Kunst, regelmäßig und schön zu sehen.
Novalis, Fragmente

Der Maler malt, wie man ihn bezahlt.
z] Er malt den Jakob, wie er liegt, den Abraham, wie er steht, den Hiob, wie er sitzt, den Moses, wie er kniet, den Lot, wie er trinkt, den Esau, wie er isst, die Sara, wie sie lacht, den Peter, wie er weint, den Absalon, wie er hangt, den Elias, wie er fährt, den Bileam, wie er reit't, den reichen Prasser, wie ihn der Teufel holt. Der Maler macht Adler und Gimpel in der Luft, Pferd und Esel auf Erden, Hecht und Stockfisch im Wasser, Teufel und Engel an die Wand, Doctoren und Narren unters Fenster. Abraham a Sancta Clara

Der Maler reibe seine Farben und der Schnitter binde seine Garben.
i] Jeder treibe seinen Beruf!

Der Maler verleiht der Gestalt Seele, der Dichter dem Gefühl und Gedanken Gestalt.
Chamfort, Maximen und Gedanken

Der Maler, wenn er aus dem mehr oder weniger Manierierten sich durch eigene Anschauung der Wirklichkeit retten will, hat den doppelten Weg, die Nachahmung der Natur oder die Nachbildung schon vorhandener Kunstwerke.
Goethe, Am Rhein, Main und Neckar 1814/15. Kunst und Altertum. Heidelberg

Der Mälzer zeucht den bauern den rock aus, der Gerber dem schuster.

Der Manager ist die Krone der Erschöpfung.
Fliegende Blätter

Der Mandarin ergreift für den Mandarin Partei, das Volk ergreift für das Volk Partei, und der Kriegsgott Guanyu ergreift für die Leute aus Buzhou Partei.
i] Guanyu war Feldherr in der Zeit der Drei Reiche (220 - 280), wurde nach seinem Tode als Kriegsgott verehrt. Er stammte aus dem Distrikt Buzhou

Der Mangel an äußeren Verhältnissen und Verbindungen, ja die Langeweile ist demjenigen günstig, der manches zu verarbeiten hat.
Goethe, An Schiller, 14.10.1797

Der Mangel an Erfahrung aber liefert das Leben dem Zufall aus.
Aristoteles, Älteste Metaphysik

Der Mangel an jener Strebsamkeit nach außen hin, das Hängen an einsamem Sinnen, das Versenken in sich selbst ist auch nicht immer reines Metall ohne Schlacken. Es entspringt oft aus Apathie, aus Hang zum Müßiggange, und ist oft mehr ein weiches Träumen als ein fruchtbares Nachdenken.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin, 12. 1. 1834

Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen.
Kant

Der Mangel erst gibt den Dingen ihren Wert.
Petrarca, an Francesco Nelli in Florenz

Der Mangel guckt dort zu allen Fenstern heraus.
z] So stutzen wir auch nicht in einem seidenen Kleide, der Mangel guckt bei uns zu allen Fenstern raus.

Der Mangel ist ein Fluch,
Er reisst, ein schlimmer Lehrer, uns zum Bösen fort.
Euripides, Elektra, 378/79

Der Mangel macht uns jeder Sünd' ergeben...
Shakespeare, Die beiden Veroneser

Der Mangel mag dem Fleiß einmal ins Fenster schaun,
Doch zu der Tür herein darf er sich nicht getraun.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Der Mann - die Hölle, die Frau - der Teufel, die armen Kinder in Not.
Estland

Der Mann allein ist würdig großer Ahnen,
Der wagt, auf ihre Schulter sich zu heben,
Kühn auszuschreiten kühn gebroch'ne Bahnen.
Frz. Freiherr von Dingelstedt, Gedichte (1877)

Der Mann an (einen) Vogel, der Schneider ane (eine) Gans.
Hirschberg

Der Mann an Vogel, sagte der Knecht und nahm sich aus einer Schüssel mit gebratenen Staren die in der Mitte liegende Taube.
Oberlausitz

Der Mann auf der Hochzeit, das Pferd in der Hölle.
Estland

Der Mann auf der Straße, einfach überrollt.
Alexander Eilers

Der Mann aus Kose wird nicht in der Kirche ankommen.
Estland

Der Mann aus Vigala (Vigala ist ein Kirchspiel im Kreise Wiek in Estland) ist der letzte Verruchte, er hat eine spitze Pelzmütze.
Estland (Ein Wortspiel im Estnischen)

Der Mann aus Vigala ist der letzte Verruchte, er hat eine spitze Pelzmütze.
Estland
i] Ein Wortspiel im Estnischen. Vigala ist ein Kirchspiel im Kreise Wiek in Estland)

Der Mann bedeutet den Ewigkeitswert des Augenblicks, die Frau die Unendlichkeit des Ablaufs der Geschlechter.
Gertrud von Le Fort, Die Frau in der Zeit

Der Mann befiehlt, und die Frau macht, wozu sie Lust hat.

Der Mann bekommt eine Frau, aber die Kinder bekommen keine Mutter.
Estland

Der Mann bekommt immer eine Frau: Stirbt die erste, bekommt er eine zweite.
Estland

Der Mann berät den Mann, die Frau verleitet die Frau.
Estland

Der Mann beweint so lange seine verstorbene Frau, bis der vom Feuer genommene Breikessel auf dem Fußboden (weiter)kocht.
Estland

Der Mann bläst die Flöte, aber die Frau stirbt vor Hunger.
Estland

Der Mann bleib' auf der Kanzelei und das Weib treibe die Kocherei.

Der Mann bleibt allweg das Haupt und die Frau sein Hut.

Der Mann bleibt der Frau ebenso ein Geheimnis wie die Frau dem Manne. Wenn dem nicht so wäre, so wäre die Verschiedenheit der Geschlechter ja überflüssig und eine Kraftvergeudung der Natur.
Tagore, Das Heim und die Welt

Der Mann bleibt immer (o. allweg) das Haupt und die Frau sein Hut.

Der Mann braucht zum vollkommenen Glück einen zuverlässigen Freund, die Frau eine zuverlässige Feindin.
Tennessee Williams

Der Mann bricht nicht das Wort, das seinen Mund verlassen hat.

Der Mann bringt herein, und die Frau verwahrt.

Der Mann darf das Sinnliche in vernünftiger Form, die Frau das Vernünftige in sinnlicher Form begehren. Das Beiwesen des Mannes ist das Hauptwesen der Frau.
Novalis, Fragmente

Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, weil er Abbild und Abglanz Gottes ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. Denn der Mann stammt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann. Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann.
Paulus

Der Mann denkt beim Anfang schon an das Ende. Die Frau erinnert sich am Ende noch an den Anfang.
Fliegende Blätter

Der Mann denkt er weiß, aber die Frau weiß besser.

Der Mann denkt und spricht, die Frau spricht und denkt nicht.
Estland

Der Mann denkt, die Frau lenkt.

Der Mann denkt, er weiß, aber die Frau weiß es besser.
Hindi, Indien

Der Mann der Mutter ist nicht immer des Kindes Vater.

Der Mann des Aufschubs schärft seine Pfeile, wenn er den Eber sieht.
Japan

Der Mann des Weibes Schutz und Hort,
Das Weib des Mannes Zier,
So schwingen beide fort und fort
Der Freude bunt Panier!
Freiligrath, Köln und der Rhein

Der Mann ehrt das Amt, nicht das Amt den Mann.
pl] Nie urząd męża, ale mąż urząd zdobić ma.
sd] Mannen pryder rummet.
sd] Personen heedrar Ambetet.

Der Mann ehrt den Platz.

Der Mann ehrt nicht den Rock, sondern der Rock ehrt den Mann.
Estland

Der Mann ehrt sich gar schlecht, der ist des Weibes Knecht.
la] Non sane convenit ut Hercules Omphalae serviat.

Der Mann einen Vogel, der Bauer (der Schneider) eine Gans.
ho] De man een vogeltje, en den boer eene gans.

Der Mann einen Vogel, die Frau einen Sperling.

Der Mann erfährt es allzeit am letzten, was geschehen ist.

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