<<< Weisheiten 0562 >>>

Der Kranken, Soldaten und Schiffer Leben ist schwer zu versichern.
fr] Un malade est sur une planche, un fébricitant est en bataille.

Der Krankert!
i] Ausruf der Verwunderung.

Der kränkest hält allzeit das licht.
z] Der Kränkest muss das licht auch tragen.
i] Krankest wohl in dem Sinne: der Schwächste, da kurz vorher gesagt ist: 'der schwache wird vom starken geschlagen.'

Der Kränkest muss allweg das Licht tragen.

Der Krankheit darf man ja nicht nachgeben.

Der Krankheit geht's besser, wenn's dem Menschen schlechter geht.

Der Krankheit sind am nächsten, die sich warten am besten.

Der Kranz tut's nicht, sonst wäre der Geier der beste Vogel.

Der Krätzige schilt den Räudigen.
ho] Mijn schurft en jou krets zullen wel hetzelfde zijn.

Der kratzt sich, wo et en net biess.
Bedburg

Der Krebs geht auch im Alter noch rückwärts.
Russland

Der Krebs hat kein Fett.
Lettland

Der krebs ist kein guter Bottenläufer.

Der Krebs ist nimmer tüchtig, zu gehen recht und richtig.
la] Nunquam efficies, ut recte ingrediantur cancri.

Der Krebs liebt das Wasser, aber nicht, wenn es kocht.

Der Krebs will den Walfisch zwicken.

Der Krebs will einen Hasen erlaufen, die Kuh aus einem engster saufen.
i] Von etwas ganz Unwahrscheinlichem und Ungereimtem. In den Fällen aber, wo der an Kräften Nachstehende den an Kunst und Talent Übergeordneten, wo der Langsame z.B. durch List den Schnelleren besiegt, sagten die Alten: Velocem tartus sequiter.
la] Cancer leporem capit.

Der Krebs will einen Hasen fangen (o. hat einen Hasen eingeholt).
i] Von etwas ganz Unwahrscheinlichem und Ungereimtem. Auch um zu sagen, das mag man einem anderen weismachen.
la] Cancer leporem capit.

Der Kredit ist das Blut der Wirtschaft: die Kontrolle über den Kredit ist die Kontrolle über die gesamte Gesellschaft.
Sinclair

Der Kredit ist eine durch reale Leistungen erzeugte Idee der Zuverlässigkeit.
Goethe, Maximen und Reflexionen 947

Der Kreis um den Mond zeigt Dürre an, der Kreis um die Sonne zeigt Regen an.
Estland

Der Kreis, den die Menschheit auszulaufen hat, ist bestimmt genug, und ungeachtet des großen Stillstandes, den die Barbarei machte, hat sie ihre Laufbahn schon mehr als einmal zurückgelegt. Will man ihr auch eine Spiralbewegung zuschreiben, so kehrt sie doch immer wieder in jene Gegend, wo sie schon einmal durchgegangen. Auf diesem Wege wiederholen sich alle wahren Ansichten und alle Irrtümer.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre. Einleitung

Der kreißende Berg hat eine Maus geboren.
tü] Dağ doğura bir fare doğurdu.

Der Kreutzer macht, dass der Blinde singt.
i] Mit Geld bewirkt man alles.

Der Kreuz und der Quer begegnen sich alm (= immer) in der Mitt'.

Der Kreuzschlüssel macht (o. schließt) den Himmel auf.
i] Wenn er einen Bart von Tugend hat.

Der Krieg aber legt nicht nur allem sein Tarnkleid an, er duldet auch nicht die Mannigfaltigkeit der Gemüter. Die persönliche Biographie, alle Alters- und Charakterunterschiede treten in den Hintergrund.
Ehrenburg, Memoiren

Der Krieg bedeutete einen gewaltigen Aderlass.
i] Wörtlich zu verstehen

Der Krieg betrügt allzeit seinen Mann.
fr] La guerre trompe toujours son homme.

Der Krieg betrügt uns: denn der Hass erhöht das Hochgefühl des Kampfes nicht... Und wenn die Gegensätze der Kulturen wertvoll sind, weil sie immer neue Mischungen erlauben, so ist es ungeheuerlich, dass sie einander vernichten.
Saint-Exupéry, Wind Sand und Sterne

Der Krieg beugt viel Recht und biegt viel Unrecht zurecht.
sp] La guerra a muchos derechos tuerce y a muchos tuertos endereza.

Der Krieg bringt alles Übel und nimmt alles Gute.
sp] La guerra: todo lo malo lo trae, y todo lo bueno se lo lleva.

Der Krieg bringt ja nicht Salz (und) Brot.
Estland

Der Krieg bringt manchem Glück, aber es kommt nicht jeder zurück.
it] Mala è la guerra donde non si ritorna.

Der Krieg bringt viel Störendes, aber auch Schönes.
Goethe, F. de la Motte Fouqué, Ende Oktober 1813

Der Krieg der Eichel und der Ecker berührt die Wallnuss nicht.
Russland

Der Krieg ernährt den Krieg. Gehn Bauern drauf,
Ei, so gewinnt der Kaiser mehr Soldaten.
Schiller, Piccolomini, I, 2 (Isolani)
i] Was man im Kriege dem Feinde abnimmt, dient zur Führung desselben. In dem Sinne wie z.B. Wallenstein den Krieg führte. Das Sprichwort scheint aber auch in der Bedeutung angewandt zu werden, dass ein Krieg den anderen hervorrufe.
fr] La guerre nourrit la guerre.
sd] Krig föder krig.

Der Krieg ernährt sich selbst.
la] Bellum se ipse alit. (Vgl. Schillers 'Die Piccolomini': Der Krieg ernährt den Krieg.)

Der Krieg gehet allein über armer Leut Beutel.

Der Krieg gibt dem Kind keine Erziehung.
Kenia

Der Krieg hat die gleißende Zivilisationsschminke abgewischt, die Bestialität spreizte sich ohne Feigheit...
W. Liebknecht, Wissen ist Macht - Macht ist Wissen

Der Krieg hat die Kunst und die Wissenschaft in die Knie gezwungen.
Rolland, Die Vorboten

Der Krieg hat die Würde des Alters für sich; Krieg gab es zu allen Zeiten: immer hat er die Welt mit Witwen und Waisen erfüllt, die Familien der Erben beraubt und Brüder in einer Schlacht umkommen lassen.
La Bruyère, Vom Herrscher oder vom Staat

Der Krieg hat ein Loch.
i] Es geht zu Ende damit.

Der Krieg hat einen langen Arm. Noch lange, nachdem er vorbei ist, holt er sich seine Opfer.
Fliegende Blätter

Der Krieg hat kein Erbarmen.
Schiller, Wallensteins Lager, 6 (Zweiter Jäger)

Der Krieg hat keine Augen.
Kenia

Der Krieg hat keinen Rat.

Der Krieg hat seine Härten, sagte der Armeelieferant, da steckte er sich fünfhundert Fuder Heu in die Tasche.

Der Krieg hat seinen eignen gut geschmierten Mechanismus, der selbsttätig läuft; der Frieden aber hängt noch immer von dem guten Willen der Menschen ab.
Ossietzky, Der Fall Völkerbund

Der Krieg hat zum Zweck, die Politik der Regierung mit den Waffen durchzuführen.
Helmuth Graf von Moltke

Der Krieg heilt keine Wunden, er schlägt nur neue.
Russland

Der Krieg hilft manchem auf die beine, dass aus einem Reiter ein Fußgänger wird.

Der Krieg ist auf Gewalttätigkeit und Zerstörung begründet, was das Gesetz im Frieden streng bestraft, das Töten von Menschen, wird im Kriege gefordert. Den Trieben primitiver Völker entspricht das, denen der Kulturvölker im Allgemeinen nicht.
Ricarda Huch (1864 - 1947)

Der Krieg ist auf Gewalttätigkeit und Zerstörung begründet, was das Gesetz im Frieden streng bestraft, das Töten von Menschen, wird im Kriege gefordert. Den Trieben primitiver Völker entspricht das, denen der Kulturvölker im Allgemeinen nicht.
Ricarda Huch, Wir Barbaren und die Kathedralen

Der Krieg ist das Gericht der Könige, die Siege sind seine Urteile.
Rivarol

Der Krieg ist das größte Übel.
la] Mars implacabile monstrum.

Der Krieg ist den Unerfarnen ein süß ding.

Der Krieg ist der Schöpfer aller großen Dinge. Alles Bedeutende im Strom des Lebens ist durch Sieg und Niederlage entstanden.
O. Spengler, Untergang des Abendlandes

Der Krieg ist der Vater aller Dinge.
la] Bellum omnium pater. (nach Herakleitos)

Der Krieg ist der Vater alles Rückschritts.
Arnold Zweig, Die Zeit ist reif

Der Krieg ist der Vater alter Dinge und der König aller. Die einen macht er zu Göttern, die anderen zu Menschen, die einen zu Sklaven, die anderen zu Freien.
Heraklit

Der Krieg ist die Ferienzeit des Diplomaten.

Der Krieg ist die Freiheit gewisser Barbaren, darum ist es kein Wunder, dass sie ihn lieben.
Friedrich Hebbel, Tagebücher

Der Krieg ist die Mutter des Friedens.

Der Krieg ist ein Akt der Gewalt, um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen.
Carl von Clausewitz, Vom Kriege

Der Krieg ist ein Akt der Gewalt, und es gibt in der Anwendung derselben keine Grenzen.
Carl von Clausewitz, Vom Kriege

Der Krieg ist ein Fass ohne Boden.

Der Krieg ist ein Patent der bürgerlichen Gesellschaft und wird als solches gesetzlich geschützt.
Becher, Dichter, lüge!

Der Krieg ist ein Rubelfresser.
Russland
bm] Vojna se penĕzi vydrzuje, vojna se z krve raduje.
fr] L'argent est le nerf de la guerre.
it] I denari fanno guerra.
sd] Krijg vthan medel är kropp vthan seenor.

Der Krieg ist ein rücksichtsloser Aufdecker des Geheimsten, was in dem einzelnen Menschen, was in einem ganzen Volke schlummert... Er bringt die edelsten Eigenschaften zum Vorschein, wie er auch das Unmenschliche offenbar macht.
Becher, Deutsche Sendung

Der Krieg ist ein Schul aller Laster.
bm] Mnozí na vojnu tahnou s jednou neřestí, ale s nĕkolika se zase domu navracují.

Der Krieg ist ein solcher Abgrund des Jammers, sein Ausgang so wenig sicher und seine Folgen für ein Land so verheerend, dass es sich die Landesherren gar nicht genug überlegen können, ehe sie ihn auf sich nehmen.
König Friedrich der Große, Der Antimachiavell

Der Krieg ist ein Unglück, aber die Tapferkeit ist unstreitig eine der erhabensten Tugenden.
Karamsin, Reise durch Frankreich

Der Krieg ist ein Winterschlaf der Kultur.
Nietzsche

Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.
Carl von Clausewitz, Vom Kriege

Der Krieg ist eine Kuh, die zwischen Dornen gemolken wird.
Bantu

Der Krieg ist eine Sache des Menschen, in der er sich wiedererkennen kann: unter Schlägen und Leid findet er sein deformiertes Bild.
Siegfried Lenz, Ich zum Beispiel (1966)

Der Krieg ist etwas Fürchterliches, aber nicht so schlimm wie ein fauler Friede. Auch der furchtbarste Krieg hat ein Ende, aber ein fauler Friede währt und währt und taumelt von einem Kriege zum anderen.
Lloyd George, Rede zu London, 4.8.1917

Der Krieg ist für den einen eine Amme, für den anderen ein Windhund, für den dritten der Tod.
bm] Vojna pro jednoho kojná, pro druhého chrt, pro třetího smrt.

Der Krieg ist für uns keine unvermeidliche Naturnotwendigkeit, kein Schicksal, dem man sich unterwerfen muss und das außerhalb der Macht und der Bestimmungsmöglichkeit der Menschen liegt. Die Ursache des Krieges als einer historischen Erscheinung wurzelt auch nicht in der bösen Natur des Menschen oder in der schlechten Politik der Regierungen, sondern in der Spaltung der Gesellschaft in Klassen, in Ausbeuter und Ausgebeutete.
Becher, Die Kriegsgefahr und die Aufgaben der revolutionären Schriftsteller

Der Krieg ist gut, der auf den Frieden dringt; der Krieg ist arg, der neues Kriegen bringt.

Der Krieg ist in wachsendem Umfang kein Kampf mehr, sondern ein Ausrotten durch Technik.
Karl Jaspers, Die Atombombe und die Zukunft des Menschen

Der Krieg ist in Wahrheit eine Krankheit, wo die Säfte, die zur Gesundheit und Erhaltung dienen, nur verwendet werden, um ein Fremdes, der Natur Ungemäßes, zu nähren.
Goethe, Riemer, 13.12.1806

Der Krieg ist kein Abenteuer. Der Krieg ist eine Krankheit. Wie der Typhus.
Antoine de Saint-Exupéry, Flug nach Arras

Der Krieg ist kein Pfänderspiel.
sd] Krijg är ingen Barnaleek.

Der Krieg ist kein Zeitvertreib, keine bloße Lust am Wagen und Gelingen, kein Werk einer freien Begeisterung; er ist ein ernstes Mittel für einen ernsten Zweck.
Carl von Clausewitz, Vom Kriege

Der Krieg ist lustig (süß) den Unerfahrenen.
z] Eyn gemeyn sprüchwort, der krieg ist lustig dem vnerfahrnen, durch den allergelertesten Erasmum von Roterodam erstlich zu latein gar künstlich aussgelegt: Vnd jetzo durch her Vlrichen Varnbüler geteutscht. Gedruckt zu Basel durch Audream Cratandrum an den sechsten Tag. Novbr. 1519, in Nopitsch, 12.
bm] Ten neví, jak milý jest pokoj, kdo nezakusil vojny.
dä] Krig er sød for de uforfarne.
ho] De krijg is den onverzochte zoet.
it] La guerra è dolce per chi non l'hà, provata.
la] Dulce bellum inexperto.
pl] Niewie, co to pokój, kto nieskosztował wojny.
pt] Doce he a guerra, para quem uão andou nella.
sd] Krijget är ljuft för den som aldrig smakat.

Der Krieg ist nichts als ein erweiterter Zweikampf.
Carl von Clausewitz, Vom Kriege

Der Krieg ist nichts anderes als eine Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.
Clausewitz (Übliche Zitierweise)
Der Originalwortlaut aus Clausewitz, 'Vom Kriege', 11. Aufl. 1832, S. 640: Der Krieg ist nichts als eine, Fortsetzung des politischen Verkehrs, mit Einmischung anderer Mittel, um damit zugleich zu behaupten, dass dieser politische Verkehr durch den Krieg selbst nicht aufhört, nicht in etwas anderes verwandelt wird, sondern dass er in seinem Wesen fortbesteht, wie auch die Mittel gestaltet sein mögen, deren er sich bedient.
'Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik.' Von diesem Punkt ausgesehen, ist der Krieg Politik. Der Krieg an sich ist eine Handlung, die politischen Charakter trägt, seit alters hat es keinen Krieg gegeben, der nicht politischen Charakter gehabt hätte ... Aber der Krieg hat seine Besonderheiten. Aus dieser Sicht betrachtet, ist der Krieg nicht gleichbedeutend mit der Politik schlechthin. 'Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit spezifischen Methoden.' Wenn die Politik einen bestimmten Entwicklungsgrad erreicht hat und sich nicht mehr weiterentwickeln kann, dann bricht der Krieg aus, der der Politik die Hindernisse aus dem Weg räumen soll ... Sind die Hindernisse beseitigt und ist das Ziel der Politik erreicht, hört der Krieg auf. Sind die Hindernisse nicht restlos beseitigt, dann muss der Krieg fortgeführt werden, damit die Sache ein Ende findet ... Deshalb kann man folgendes sagen: Politik ist unblutiger Krieg, und Krieg ist blutige Politik.
Mao Tse-tung

Der Krieg ist nie ein isolierter Akt.
Carl von Clausewitz, Vom Kriege

Der Krieg ist nie etwas anderes als eine mit technischen Mitteln beschleunigte Veränderung.
McLuhan

Der Krieg ist niemandes Bruder.
Serbien

Der Krieg ist nur der vergrößernde Hohlspiegel der Wunden, die wir so leicht machen, nur das Sprachrohr und Sprachgewölbe der Seufzer, die wir einzeln auspressen.
Jean Paul, Friedens-Predigt an Deutschland

Der Krieg ist nur eine der unendlich zahlreichen Konsequenzen, die die Einführung des Eigentums in einem bestimmten Entwicklungsstadium mit sich gebracht hat.
Rolland, Die Vorboten

Der Krieg ist oft eine Pflicht, aber deswegen muss man kein Handwerk daraus machen.
Jean-Jacques Rousseau, Letzte Antwort

Der Krieg ist oft nicht so schlimm als die Furcht vorm Kriege.
it] Peggio è la paura della guerra, che la guerra istessa.

Der Krieg ist schrecklich, wie des Himmels Plagen,
Doch er ist gut, ist ein Geschick, wie sie.
Friedrich Schiller, Wallensteins Tod II, 2 (Max)

Der Krieg ist schwer und hart, und in solchen Perioden, in denen der Feind seine Aggressivität verstärkt, kann man nicht einmal die kleinsten Anzeichen von Verrat dulden.
Che Guevara, Episoden aus dem Revolutionskrieg

Der Krieg ist um des Friedens willen, die Geschäftigkeit um der Muße willen, das Notwendige und Nützliche um des Schönen willen vorhanden.
Aristoteles, Älteste Politik

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