<<< Weisheiten 0512 >>>

Der Freunde Eifer ist's, der mich
Zugrunde richtet, nicht der Haß der Feinde.
Schiller, Wallensteins Tod, 3, 16 (Wallenstein)

Der Freunde Fehler soll man kennen, aber nicht nennen.

Der Freunde gehn zur Zeit der Not
Wohl vierundzwanzig auf ein Lot,
Und die zumeist uns wollen lieben,
Die gehen auf ein Quentchen sieben.
Sebastian Brant, Das Narren Schyff

Der Freunde müssen mindestens zwei sein.

Der Freundschaft Sanftmut mäßigt der Liebe Ungestüm.
Jean-Jacques Rousseau, Julie oder Die neue Héloïse (Saint-Preux)

Der Freundschaft Treu'
Springt meist in der Prob' entzwei.
Abraham a Santa Clara

Der Friede beginnt da, wo der Ehrgeiz endet.
England

Der Friede der Seele besteht in der Verachtung alles dessen, was ihn stören kann. Der Mensch, der sich aus dem Leben am meisten macht, weiß es am wenigsten zu genießen, und wer am gierigsten aufs Glück aus ist, ist jederzeit der Elendste.
Rousseau, Emile

Der Friede geht von dem aus, der Liebe sät, indem er sie zu Taten werden lässt.
Mutter Teresa

Der Friede Gottes ist nicht Ruhe, sondern treibende Kraft.
Albert Schweitzer, Straßburger Predigten 1900-1919, 13. Oktober 1918

Der Friede hat ebensoviele Siege aufzuweisen wie der Krieg, aber weit weniger Denkmäler.
Kin Hubbard

Der Friede im Haus ist der beste Geldkoffer.

Der Friede in dem Herzen und im Hause,
Die Freiheit in dem Hause und im Herzen,
Das sind die Güter, deren der Mensch bedarf.
L. Schefer, Laienbrevier

Der Friede ist die kürzeste Entfernung zwischen zwei Kriegen.
Unbekannt

Der Friede ist die stärkste Forderung dieses Geschlechts. Er ist seine einzige wirkliche Leidenschaft. Das kommt aber, weil der Friede fast nie so inhaltreich gewesen ist wie gerade jetzt. Der Krieg war in der ganzen Geschichte nicht wirklich verboten: erst in unseren Tagen ist er es.
Heinrich Mann, Der Wert des Friedens

Der Friede ist stets nur um Haarbreite vom Krieg entfernt.
Sprüche der Weisen

Der Friede ist wert, erkauft zu werden.
Kerry, Irland

Der Friede macht die Völker glücklich und die Männer schwach.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Unterdrückte Maximen

Der Friede muss aufgebaut werden in einer mutigen Revision der fehlerhaften Ideologien des Egoismus, des Kampfes und der Hegemonie.
Papst Paul Vl. in seiner Weihnachtsbotschaft 1965

Der Friede war bisher nur eine blühende Vorstadt mit Landhäusern und Gärten vor der Festung des Kriegs, der jene bei jedem Anlass niederschoss.
Jean Paul, Dämmerungen für Deutschland

Der Friede, welcher die Fähigkeiten beschränkt und die Völker verweichlicht, ist kein Gut, weder ein moralisches noch ein politisches.
Vauvenargues, Réflexions et maximes

Der Frieden frisst mehr Soldaten als der Krieg.
Russland

Der Friedenswille des Angegriffenen allein kann den Angriff nicht verhindern. Aber das ist allgemeines Problem, nicht nur ein solches der Sicherheit. Ohne die Vitalität, die durch den elementaren Instinkt der Selbstverteidigung bezeugt wird, wäre Europa für die harte Zukunft die vor uns liegt, ohnedies verloren.
Walter Hallstein, Der unvollendete Bundesstaat

Der Friedenswunsch der einfachen Menschen allüberall ist tief. In den intellektuellen Berufen kämpfen viele, auch in kapitalistischen Staaten, mit verschiedenen Graden des Wissens für den Frieden. Aber es sind die Arbeiter und Bauern in ihren eigenen Staaten und in den Staaten des Kapitalismus, auf denen unsere beste Hoffnung für Frieden beruht.
Bertolt Brecht, Rede anlässlich der Verleihung des Lenin-Preises 1955

Der Friedhof gibt keinen Toten zurück.

Der friedliebende Mensch, der seine besten Kräfte nicht auf Schlachtfeldern verwertet, baut sich eine Welt, in der er etwas gilt, und er ist leicht geneigt, diese seine Welt sittlich höher zu stellen als die aller anderen.
Kurt Tucholsky, Der Leerlauf eines Heroismus

Der Frierende hat nur den warmen Pelz im Kopf, der Hungernde ein Stück Brot.

Der frische Blick des Kindes ist überschwänglicher als die Ahndung des entschiedendsten Sehers.
Novalis, Fragmente

Der frisst den Teufel, wenn er nicht zappelt.

Der frisst die Schule (Synagoge) und die Bühne (Almemer) auf.
i] Zur Bezeichnung eines ungewöhnlichen Fressers. Die 'Kirche sammt der Kanzel', den 'Pfaffen samt der Kutte'.

Der frisst Käsekörbe.
i] Ein spöttisches Sprichwort von einem Eisenfresser.
z] Der hat ein freien Heldenmuth und frisset kesekörb.

Der frisst's auf mit Haut und Haar.

Der Frohe lauscht unbekümmert der Klage, aber die Klagende findet Trost.
Jemen

Der fröhlich heitre Sieger ist der schönste Sieger stets.
A. Grün, Spaziergänge eines Wiener Poeten: Sieg der Freiheit

Der Fröhliche lebt ebensolange wie der Traurige.
England

Der fröhliche Verlierer ist ein Gewinner.
England

Der Fromme liebt das Schaurige,
Der Leidende das Traurige,
Der Hoffende das Künftige,
Der Weise das Vernünftige.
Friedrich von Bodenstedt, Mirza Schaffy

Der Fromme zittert nicht, der Starke knackt nicht.
Estland

Der Fromme, der die Lüste dämpft,
Hat oft auch seine Leiden;
Allein der Schmerz, mit dem er kämpft,
Verwandelt sich in Freuden.
Gellert, Oden, Der Kampf der Tugend

Der frommen Leut' gar wenig sind, bei tausend man kaum sieben find't.

Der Fronarbeiter bietet auch des Ochsen Rute Schatten.
Estland

Der Fronarbeiter hat gemacht, was der Gutsvogt befohlen hat.
Estland

Der Fronknecht zäumt die Pferde sachte.

Der Fronpflichtige hat viel Arbeit.
Estland

Der Frosch im Brunnen ahnt nichts von der Weite des Meeres.

Der Frosch im Brunnen weiß nichts vom großen Ozean.
Japan

Der Frosch kommt auf die Bülte, er versteht nicht, auf der Bülte zu sein.
Estland

Der Frosch lässt sein Quaken nicht.

Der Frosch mit einem Frosch, die Ratte mit einer Ratte.
Estland

Der Frosch nimmt des Wassers Gift, die Schlange nimmt der Erde Gift.
Estland

Der Frosch quakt auf der Bülte, die Krähe krächzt auf dem Zaun, der schwarze Mann grölt auf der Kanzel.
Estland

Der Frosch quakt im Frühling.
Estland

Der Frosch quakt, die Kröte tanzt und die Eidechse spielt die Geige dazu.
sp] Canta la rana y baila el sapo y tañe la viguela el la lagarto.

Der Frosch sah, wie sie den Ochsen beschuhten, und hob gleichfalls sein Bein.
Bulgarien

Der Frosch schreit: Wags!
Franken

Der Frosch spricht vom Frühling.
i] Wenn er im Frühjahr quakt

Der Frosch springt in seinen Pfuhl zurück, auch wenn er auf goldenem Stuhle sitzt.
Niederlande

Der Frosch springt vom goldenen Thron in den Sumpf.
la] Rana in paludem ex throno resilit aureo.

Der Frosch will so groß wie ein Ochs werden.
Estland

Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand.
Mexiko

Der Frosch, der sich mit einem Ochsen verglich, verlor seine Hinterbacken.
i] Er blies sich so auf, dass er platzte
Kikuju (Kenia)

Der Frösche Fluch bleibt im Sumpfe stecken.
Russland

Der Frost soll klirren, dann macht der Sommer kein Wirren.

Der Frost vereinigt alle Lappen.
Toskana
i] Man sucht alles (an Kleidern, wie alt sie auch seien) zusammen, was gegen Kälte schützen kann

Der Frost vernichtet nur die einzelstehenden Grashalme.
China

Der Frost, der kommt im Mai'n,
ist schädlich dem Hopfen und Wein,
den Bäumen, dem Korn und dem Lein.

Der frü will herr sein, der muss lang knecht sein.

Der fruchtbarste Acker ist der, den man inne hat.

Der frühe Bauer lacht, aber der späte weint.
Estland

Der Frühe guckt unter den Kropf, der Späte unter den Schwanz.
Estland

Der frühe Hund bekommt immer einen Knochen.
Estland

Der frühe Mann entbehrt's manchmal, der späte Mann entbehrt's immer.
Estland

Der frühe Morgen ist die Zeit, in der man Leute zu Hause antrifft.
Hawaii

Der frühe Vogel fängt den Wurm.
en] The early bird catches the worm

Der Frühe wischt (sich) den Schnabel, der Späte schüttelt die Flügel.
Estland

Der früheste und unschuldigste Wunsch, zu gefallen, ist der des Kindes der Mutter zu gefallen.
Pestalozzi, an Greaves, 17. 12. 1818

Der Frühling bringt alles an den Tag.
Russland

Der Frühling bringt die Bäume zum Ausschlagen.
Estland

Der Frühling hat zehn Söhne.
Estland

Der Frühling ist etwas Herrliches. Der Frühling aber, der nicht mehr kommen musste, der nur so aus überirdischer Gnade noch einmal gekommen ist, der ist nicht mit Namen zu nennen.
Christian Morgenstern, Stufen

Der Frühling ist schön mit Blumen, aber der Herbst mit Garben.
Estland

Der Frühling ist zu schade zum Studieren.
Der Sommer macht mich flau, dass ich immer schlafen möchte.
Der Herbst erinnert mich, dass bald der Winter kommt,
und dann packe ich die Bücherkiste, um das Neue Jahr daheim zu feiern.

Der Frühling ist zwar schön, doch wenn der Herbst nicht wär',
wär' zwar das Auge satt, der Magen aber leer.
Friedrich von Logau

Der Frühling kommt mit Gold, der Herbst mit Mist.
Estland

Der Frühling ruft: Pflüge aufs Feld und Vögel zum Gesang.
Estland

Der Frühling sagt: 'Ich mache die Scheuern übervoll', aber der Herbst sagt: 'Nur wenn ich will.'
Russland

Der Frühling staut den Saft im Baum.
Estland

Der Frühling webt schon in den Birken,
Und selbst die Fichte fühlt ihn schon,
Sollt er nicht auch auf unsre Glieder wirken?
Goethe, Faust I, Walpurgisnacht (Faust) Vs 3845f.

Der Frühlingsgast geht mit leerem Magen nach Hause.
Estland

Der Frühlingspflug gibt einen halben Scheffel Korn, der Herbstpflug gibt einen Scheffel Korn.
Estland

Der Frühlingswind deckt der Plötze das Bett, der Brachse den Tisch.
Estland

Der Frühlingswind sät den Tod unter die alten Leute.
Korea

Der Frühlingswind, der durch Rosenbüsche geweht hat, meint selber Blüten zu tragen.
Russland

Der Frühzeitige bereut nie.
Estland

Der Fuchs (ist gekommen und) hat in den Kalk geschissen.
Niederlausitz
i] Sagen die Maurer, wenn sie mit Beginn des Winters nach Hause kommen, weil sie bei gefrierendem Kalk nicht fortarbeiten können.

Der Fuchs ändert das Haar, aber nicht seine Sitten.
la] Vulpes pilum mutat, non mores.

Der Fuchs ändert wohl sein Haar, bleibt aber der Schalk, der er war.

Der Fuchs ändert's Haar und bleibt, was er war.

Der Fuchs beisst am schärfsten in seinem eigenen Loch.

Der Fuchs bellt nicht, wann er das Lamm will stehlen.
Shakespeare, König Heinrich VI

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