<<< Deutsche Sprichwörter >>>

Der liebt sonder Lust, trinkt sonder Durst, isset sonder Hunger, stirbet desto junger.

Der liebt wohl, der nicht vergisst.
fr] Bien aime, qui n'oublie.

Der liegt am närrischen Fieber, der meint, er sey geschickt und witzig genug, der doch nicht einmal der Weißheit Schulsack getragen.

Der liegt mir im Mågen wie 'r a Betschamel.
Wien
i] Liegt mir wie ein Betschemel im Magen, ist mir äußerst zuwider.

Der Liman (eine Bucht) gilt dem Narren vor dem Meere.
Russland

Der Limp und der Lamp finden einand' im ganzn Land.
i] Gleich und gleich gesellt sich gern

Der lindert nicht die Not, der dem Hungernden gibt ein Hemd und dem Nackten ein Brot.

Der Lipp (Philipp), der Lipp hot d' Hosa geflickt, da draußen am a Roinle; er hat a gstumpets Kittele an, ma sieht'm seine Beinle.

Der Lippe muss flicke.
Oberösterreich
i] Der Apostel Philipp soll regnen, damit es auf den leeren Flecken in den Feldern nachwachse.

Der listig nutzt fremder müh.

Der Listige findet wie die Springmaus immer einen Ausgang.
Russland

Der listige Fuchs regiert die Stadt, in der der Wachhund fehlt.

Der listige Fuchs wird doch endlich unterm Arm zur Kirche getragen.
fr] La peau du renard finit toujours par arriver à la boutique du pelletier. (Die Haut des Fuchses kommt schließlich immer in den Laden des Pelzhändlers.)

Der Listige kennt den Listigen.

Der Litauer ist keinem Deutschen treu und wenn er bis Mittag schläft.

Der Litauer kommt mit einem Pferdezaum in der Hand zur Welt.
i] Der Litauer wird mit dem Zaum in der Hand geboren. Der ostpreussische Litauer gilt nicht nur für einen berüchtigten Pferdedieb, seine Liebe und seine Anhänglichkeit an sein Ross ähnelt auch der des Orientalen, seine Unzertrennlichkeit von demselben der des asiatischen Steppenbewohners. Selbstverständlich sind sie auch gute Reiter.

Der Litauer lässt seine Nicken nicht.

Der Litauer reitet in den Wald und kommt gefahren (zu Wagen) heraus.
Ostpreußen
i] Er soll durch dies Sprichwort die Gewohnheit der preussischen Litauer angezeigt werden, nach welcher sie ihr ganzes Fuhrwerk aus bloßem Holze selbst verfertigen, ohne dazu einen Schmied oder Geschirrmacher nötig zu haben. Da dies nun oft im Walde geschieht, und sie das fertige Fuhrwerk durch ihre Pferde herausführen, so ist das obige Sprichwort entstanden.

Der Litzel ist los.
i] Verhüllung für Teufel.

Der lobt'n iwa'n grean Glê.
Niederösterreich
i] Er lobt ihn außerordentlich, wie man auch sagt: Über den Schellenkönig.

Der Löcher in die Kornsäcke machte, ist nun ein (Sitten-)Prediger geworden.

Der Löffel gumpet, wie er der Metzen wohlgefalle, und läuft ihr nach wie der Stier der Kuh.
i] Das Wort Löffel steht hier in dem schon im 17. Jahrhundert veralteten Sinne von buhlerischer Schöntuer, Mädchen- oder Schürzenjäger, verliebter Geck, und ist jetzt nur noch in Rotzlöffel = naseweiser, vordrängender junger Mensch hochdeutsch üblich, ist aber dasselbe Wort, das als Bezeichnung des Essgeräts bekannt ist, und eigentlich, wie es mittelhochdeutsch geschah, Leffel (althochdeutsch lefil) geschrieben werden sollte.

Der Löffel ist ihm entfallen.
i] Er ist gestorben.
z] Also entfiel dem Hauptmann >Wurst der Löffel.<

Der Löffel ist teuer während der Mahlzeit.
Estland

Der logen (Lügen) wert wohl radt, men hode sik vor der dath.

Der Lohn des Lichtanzünders: Er bekommt unter dem Laiusberg aus dem Pferdedreck ein Haferkorn zu gleichen Teilen mit dem Hahn.
Estland

Der Lohn für den Freund der Wahrheit ist, dass man ihn aus der Stadt jagt.
Türkei
mhd] De de wârheit secht, de en kan nicht herbergen.
la] Cogitur esse foris, verum qui dicere curat.
mhd] De wahrheit alle tit spreken will, mot ok liden vorvolginge vil, mot ok vaken buten stan, wan de anderen in de herberge gan.
dä] Sandhed faaer ei gjerne herberg.
la] Veritati nusquam locus.
sd] Sanningen får intet gjärne härberge.

Der Lohn für die Tugend ist sie selbst.
USA
en] Virtue is its own reward.

Der Lohn für eine erfüllte Pflicht ist die Kraft, die nächste zu tun.
Jüdisch

Der Lohn ist der Arbeit angemessen.

Der Lohn ist krank, wo man nur sagt: hab dank.

Der Lomp hat ein groß Maul, aber einen engen Schlund.
Afrika
i] Der Lomp ist ein dortiger Fisch

Der Lorenz (10.8.) gibt das Feuer dem Wein, tut er es nicht, kommt nur Wasser hinein.

Der Lorenz (10.8.) zündet gärn a.
Solothurn
it] San Lorenzu la gran calura, Sant Antonia la gran friddura; l'una e l'autra pocu dura.

Der Lorenz (Sankt-Laurentiustag, 10.08) sêcht än de Bàch.

Der Lorenztag (10.8.) muss wie ein heißer Stein sein, soll im Herbste guter Wein sein.

Der Loser a der Tör verstôd alls hönderför.

Der Loser an der Wand
Hört seine eigne Schand.

Der lot se um 'n Pfennig a Loch ins Ohr stechen.

Der Löwe achtet keine Mückenstiche.
sd] Lejonet achter intet Loppebett.

Der Löwe beachtet die Mäuse nicht, aber die Mäuse hassen den Löwen.
Russland

Der Löwe brüllt während der Jagd nicht.
Senegal

Der Löwe dreht sich nicht um, wenn ein kleiner Hund bellt.
Namibia

Der Löwe erschrickt nicht, wenn auch ein Elefant über den Weg läuft.
mhd] Der lewe niemer sol verzagen, ob in die hasen wellent jagen.

Der Löwe fängt keine Fliegen.
sd] Lejonet fängar inga flugor.

Der Löwe fragte den Fuchs: Von wem hast du diese Art des Teilens gelernt? Der Fuchs antwortete: Von den Augen des Wolfes.

Der Löwe freut sich, wenn er die Ameisen in den Fresszangen hält, aber die Ameise schwebt in Todesängsten.
Abyssinien.
i] Hier der Ameisenlöwe.

Der Löwe fürchtet den Hahn.
Altgriechisch

Der Löwe ist ein schönes Tier, wenn man ihn in der Ferne sieht.
Südafrika

Der Löwe ist nicht immer so wild wie auf dem Bild.
es] No es tan bravo el léon como lo pintan.

Der Löwe ist nicht so grausam, als man ihn abmalt (schildert).
en] The lion's not half so fierce as he's painted.
fr] Le lion n'est pas si furieux qu'on le peint.
nl] De leeuw is zoo vreeselijk niet, als men hem schildert.
la] Leonem ex unguibus aestimare.
la] Minuunt praesentia famam.
sp] No es tan bravo el leon como le pintan.

Der Löwe ist nicht so wild, wie er gemalt wird.
Spanien

Der Löwe ist nie ein Freund des Mannes, egal was du gerettet hast.
Sudan

Der Löwe ist zu einer großen Katze geworden.
i] So heruntergekommen ist er. Macht, Ansehen, Einfluss sind gesunken.

Der Löwe kümmert sich nicht darum, was die Katze von ihm denkt.

Der Löwe liebt Fisch, aber hasst nasse Füße.
Tschad

Der Löwe muss auf einmal ein ganzes Schaf haben.

Der Löwe nimmt lieber den Esel als den Fuchs in seine Dienste.

Der Löwe sagt wohl zum Lamm: Willkommen, aber nicht: Lebewohl.
dk] Løven hilser nok lammet velkommen, men ikke sit farvel.

Der Löwe sagte, 'ich werde deine Lämmer töten und du wirst dich an meine Anwesenheit erinnern.'
Bosnien

Der Löwe sei noch so fromm, er weiß, wo er die Zähne hat.

Der Löwe sieht sich nicht um, wenn ihn ein Hündchen ankläfft.
Rumänien

Der Löwe soll mich fressen, aber nicht der Fuchs.
Altgriechisch

Der Löwe stirbt eher Hungers, ehe er frisst, was der Hund übriglässt.
dk] Før döer löven af hunger, end han spiiser hundelevning.

Der Löwe stößt seine Jungen ins Tal hinab.
i] Um sie zu erproben

Der Löwe trachtet nicht nach Mäusen.

Der Löwe wird oft zur Speise kleiner Vögel.
Portugal

Der Löwe wollt mit keinem Tier Bündnis machen als mit dem Schwein, darum, dass es seinem gesellen in gefahr treulich zuspringt.

Der Löwe zerreisst den nicht, der ihm einen Dorn aus dem Fuße gezogen.
z] Der Leu dem Menschen dankbar war, der ihm geheilt die kranke Pfote; das klingt jetzt vielen wunderbar und ist wohl auch nur Anekdote.

Der Löwe, der auf stiller Pfote wandelt, bekommt das Fleisch.
Kenia

Der Löwe, der tötet, ist der, der nicht brüllt.
Bantu

Der Luchs ist ein Wanderer von einem Berg zum anderen.
i] Ein alter Jägerspruch, um die Lebensweise des Luchses zu charakterisieren, der sich wirklich, wie der Wolf, unstet, meilenweit und tagelang umhertreibt, aber immer gern wieder dahin zurückkehrt, wo er gute Beute und Deckung findet.

Der Luchs lässt nicht von der Tücke seiner Ahnen.

Der Lüge Beine sind schief unten.
Estland

Der Lüge des eigenen Kindes glaubt man mehr als der wahren Erzählung des Fremden.
Estland

Der Lüge ein Färblein geben.

Der Lüge ein Gewand antun.
la] Mendacio fucum addere.

Der Lüge Mantel ist durchsichtig.
i] Sie verät sich selbst.
bm] Klamy jak sidla v mĕchu nedlouho se utají.
bm] Podvod a klam zradí se sam.
pl] Kłamstwo jak szydło w worze nie długo się zataji.

Der Lügen deck ist ein garn.

Der Lügenhafte hat sieben Freitage in der Woche.
Estland

Der Lügenhafte macht mehr mit seiner Zunge als mit seinem Verstand.
Estland

Der lügenhafte Minister zerstört die Regierung, die eifersüchtige Frau zerstört das Heim, ungleiche Anpflanzung zerstört das Land.

Der Lügenmantel ist durchsichtig.

Der Lügner bewegt sich im Freien, die Wahrheit steckt hinter Häusern.
Litauen

Der Lügner braucht ein gutes Gedächtnis.
tü] Yalancının hafızası kuvvetli olmalı.

Der Lügner bringt sich selbst in seiner Lüge um.

Der Lügner denkt, alle anderen seinen ihm gleich.

Der Lügner fängt sich selbst in seiner (eigenen) Lüge.

Der Lügner geht auf breitem Weg und kehrt auf schmalem Pfad zurück.
Litauen

Der Lügner geht gerade aus, die Wahrheit (aber) hinter den Häusern weg.
Litauen

Der Lügner greift vor dem Lahmen.
Spanien

Der Lügner hat ein schweres Tagewerk.
z] Er muss stets Lug und Trug vereinen, wofür es keine Kitte gibt.'
la] Ingens labor mendacis, omnia fingere.

Der Lügner hat eine Basis oder Quelle.
Angola

Der Lügner ist ein Betrüger.
la] Mendax est fur.

Der Lügner ist ein Bruder des Diebes.
Wales

Der Lügner kommt durch die Lüge um.
bm] Lhář jen sám sobĕ skodí, at' ráno nebo pozdĕ.
un] Hamarébb úton érik a' hazugot, mint a' sánta kutyát.

Der Lügner meint, alle seien wie er.

Der Lügner meint, es seien alle so ehrlich wie er.

Der Lügner muss ein gutes Gedächtnis haben.
en] A liar ought to have a good memory.
fr] Il faut qu'un menteur ait bonne mémoire.
sp] El mentir quiere memoria.

Der Lügner muss seine Zunge im Zaum halten.
Armenien

Der Lügner redet viel von Wahrheit, der Faule redet immer von morgen.
Mongolei

Der Lügner sieht in jedem anderen seinesgleichen.

Der Lügner sieht in jemandem anderen seinesgleichen.

Der Lügner trägt des Teufels Livrée.

Der Lügner und der Dieb wohnen unter einem Dache.
en] Shew me a lair, and I'll shew you a thief.
fr] Un menteur est ordinairement larron.

Der Lügner und der Mörder sind Kinder desselben Dorfes.
Estland

Der Lügner verspricht Meere und Berge.
it] Il bugiardo promette mari e monti.

Der Lügner wird schneller gefangen, als der hinkende Hund.
Ungarn

Der Lump gilt nichts, wo die Leute teuer sind.

Der Lump ist einer von denen, wo dreizehn auf ein Dutzend gehen.

Der Lumpen schimpft den Fetzen und beide sind zerrissen.
Tschechei

Der lust (lauscht) wie die Sau vor der Mühltür.
Rotttal

Der lustige Bruder nimmt ein Weib, das heißt Armut, das Weib gebährt einen Sohn, der heißt Gespött (o. der lässt seinen Vater betteln gehen, bis er stirbt).

Der Lustlose zieht bei jeder Arbeit eine Flappe.

Der Lutheraner und Calvinisten Götzen sind ihr heimlicher Neid, Ehrgeiz und Zanksucht.

Der macht a G'sicht wêi der O'klopfer (Anklopfer) ba S'nt Séibald.
Nürnberg
i] Bezieht sich auf den bronzenen beweglichen Türgriff (Anklopfer) an der Brauttür der Sanct-Sebalduskirche in Nürnberg, der wegen seines fratzenhaften Gesichts sprichwörtlich geworden ist.

Der macht auch einmal eine dreckige Himmelfahrt.
i] Es wird mit ihm einmal ein schlimmes Ende nehmen

Der macht Augen wie ein g'stochner Bock.
Iglau

Der macht ein Gesicht, als wenn er Maikäfer gefrühstückt hätte.

Der macht ein Maul wie en Berd Röbben.
i] Wie eine Bürde Rüben, also ziemlich groß, und zwar infolge einer Beleidigung, Verdruss.

Der macht einen Buckel wie ein Els.

Der macht G'schichten, als wenn der groß' Hund sein Vetter wär'.
i] Bildet sich sehr viel ein

Der macht 'n Brei nicht dick.

Der macht Quinten.
i] Lächerliche, wilde Gebärden. In Preußen soviel als Finten oder arglistige Streiche spielen.

Der mächtige Baum fällt und die kleinen Vögel verstreuen sich im Busch.
Afrika

Der Mächtige steckt den andern in den Sack.

Der Mächtige unterdrückt die Menschen, der Mutige nimmt es mit Geistern auf.
China

Der Mächtigere steckt den anderen in den Sack.
i] Von ungerechten Bedrückungen und Vergewaltigungen

Der macht's Kraut nicht fett.

Der macht's wie der ulmer Kuhhirt.
i] Der abdankte, bevor er abgedankt wurde.

Der mag harnasch leiden.
i] Wohl um auszudrücken, dass jemand irgendetwas (widerwärtiges) gewohnt ist. Zur Verdeutschung des lateinischen Sprichworts: Incus maxima non metuit strepitus.

Der mag lieber nix tun als Bolla (. 's Tuoch) hüeta.
Oberschwaben
i] Bollen sind die an die Sonne zum Aufspringen in Blahen gelegten Leinsamenkapseln.

Der mag mit dem Kopfe in den Sack kriechen und mit dem Arsche sehen, wenn's Tag wird.
i] Diese Redensart wurde in der Oberlausitz auf einen jungen dummen Klugsprecher angewendet.

Der mag passieren, der in einer Sitzung so viel sauft als er wiegt.
z] Dann ich lass den passiren, welcher eins Sitzens so viel sauft alss er wigt.

Der mag sich krauen, den's juckt, wir haben eine glatte Haut.

Der mag wohl bleiben ein armer Mann, der seinen Nutzen nicht fördern kann.
la] Qui tacet ut mutus, raro fit munere tutus.

Der Magd Sonntag ist der Kühe stiller Freitag.

Der Magen (des Hungrigen) bildet sich ein, die Gurgel habe sich aufgehängt.
i] Wird von solchen gebraucht, die starken Hunger haben.

Der Magen (Die Not) lehrt den Lappländer das Schießen.
Finnland

Der Magen belästigt den Armen mehr als den Reichen.
Estland

Der Magen borgt (wohl, aber) nicht lange.
i] Versprechen machen nicht satt
sd] Magen will intet borga.

Der Magen borgt nicht lange. (Versprechen machen nicht satt)

Der Magen der Waisen wird nicht satt Osmanien

Der Magen des Gierigen wird satt, aber seine Augen nicht.
Ottomanen
it] L'uomo avaro e l'occhio sono insaziabili.
la] Avarum irritat, non satiat pecunia.

Der Magen des Kindes ist blind.

Der Magen einer Sau, die Gedanken einer Frau und der Inhalt einer Worscht bleiben ewig unerforscht.

Der Magen eines Fremden ist klein.
i] Er muss sich mit wenigem begnügen
Zulu

Der Magen eines Hungernden bildet sich ein, die Gurgel habe sich aufgehängt.

Der Magen findet oft, was der Kopf gesucht.

Der Magen fragt nicht, wie viel es geschlagen.

Der Magen hat bälder genug als die Augen.
Nürtingen

Der Magen hat den Kopf verletzt.
Afrika

Der Magen hat kein Ende.
Uganda

Der Magen hat kein Gewissen.
i] Erst kommt das Fressen, dann die Moral

Der Magen hat keine Fenster.
Albanien

Der Magen hat keinen Feiertag (Urlaub).
Afrika

Der Magen hat keinen Verstand, wenn man selbst keinen Verstand hat.
Estland

Der Magen hört zwar nicht auf Vorschriften, sondern fordert und mahnt, aber er ist kein lästiger Gläubiger und mit wenigem zufrieden, sofern du ihm das nur gibst, was er braucht, nicht das, was du geben kannst.
Seneca (??-65 n. Chr.), Briefe

Der Magen ist der böseste Gutsvogt.
Estland

Der Magen ist der Gott der Welt.
Nordböhmen
i] Der Magen erscheint, wie andere Dinge auch, je nach dem Standpunkte und Zustande des Betrachtenden verschieden. Rossini z.B. hielt den Magen für den Kapellmeister, welcher das große Orchester unserer Leidenschaften regiert und in Tätigkeit setzt. 'Den leeren Magen', sagt er, 'versinnlicht der Fagott oder die Piccoloflöte, wie er vor Missvergnügen brummt oder vor Verlangen gellt; der volle Magen dagegen ist der Triangel des Vergnügens oder die Pauke der Freude.

Der Magen ist der Herr, du (bist) sein Knecht.
Estland

Der Magen ist der richtigste Zeitmesser. Die Magenuhr geht richtig.
Russland
la] Molestus interpellator venter.

Der Magen ist des Armen Kummer.
Estland

Der Magen ist die beste Uhr.
Serbien
fr] Au ventre tout y entre.
la] Alvus homini plurimum negotii exhibet.
pl] Głodnemu zawsze południe.

Der Magen ist die Werkstatt des Körpers.
Schweden

Der Magen ist ein böser Ratgeber.
Estland

Der Magen ist ein grimmig Thier.
bm] Zaludek je pouhé hovado.
bm] Zaludek není kůze ovčí (vlčí).

Der Magen ist ein großer Schalk und macht viel zu Schelmen.

Der Magen ist ein offener Schaden.

Der Magen ist ein reines Vieh.
Tschechien

Der Magen ist es, der den Menschen besitzt, der Rücken ist nur ein Name.
Jabo, Afrika

Der Magen ist kein Hund, den man neckt.
Estland

Der Magen ist kein Lette, den man betrügt.
Estland

Der Magen ist kein Spiegel.

Der Magen ist keine Flur.
Litauen

Der Magen ist mir lausig.
Graz
i] Bei Übelkeit und Schwäche.

Der Magen ist mir näher als mein Schwäher.

Der Magen ist nicht mit schönen Worten zufrieden.
Norwegen

Der Magen ist nie schwerer als wenn er am leichtesten ist.

Der Magen ist oft leicht zu füllen, aber die Augen sehr schwer.

Der Magen ist stärker als die Ohren; auch fette Lerchen fängt man.

Der Magen ist stets ein offener Schaden, macht den Menschen am meisten zu schaffen.
z] Ich sag's zuerst: wir müßen essen. Darum in unserer Sprache ist gleichklingend auch das Ist und Isst; drum reduciren alle Fragen sich auf den Magen; drum reimt sich alles Klagen und alles Jagen und alles Zagen, Behagen, Ertragen, Sagen und Schlagen, drum reimen sich alle Lagen auf den Magen. Glassbrenner, Reineke Fuchs

Der Magen ist voll, der Sinn fröhlich; was da fehlt, das hängt am Nagel (= ist vergessen).
Estland

Der Magen kann ja nicht darauf hören, was vor dem Mund getan wird.
Estland

Der Magen kann nicht sprechen.
Estland

Der Magen kennt keine Scham.
Russland

Der Magen kennt seine Zeit besser als eine Uhr.
Estland

Der Magen krimmert mich gor.
nl] Mijne maag jeukt.

Der Magen lässt sich kein Schnippchen schlagen.

Der Magen lässt sich nicht mit Versprechungen abspeisen.
z] Die Vernunft muss Widerstand haben, aber den Magen hat Gott ohne Widerrede auf Sättigung angewiesen.
pt] A boca não admitte fiador.

Der Magen lässt sich nicht vergessen.

Der Magen läutet um elf Uhr Mittag.
la] Venter optimum est horologium.

Der Magen lehrt den Lappländer das Schießen.
Finnland

Der Magen leidet keinen Verschub.

Der Magen murrt über die Zähne.
Estland

Der Magen muss stark sein, der ein großes Glück verdauen kann.
Russland

Der Magen reibt, auch wenn man nicht die Karre treibt.

Der Magen sagt - genug, die Augen sagen - mehr.
Weißrussland

Der Magen spielt mit dem Darm Kaschlan (Solo).
i] Beim Hungrigen.

Der Magen stärkt das Herz und nicht das Herz den Magen.
es] Tripas llevan corazon, que no corazon tripas. Don Quixote

Der Magen steht schief.

Der Magen trägt die Füße und nicht die Füße den Magen.
pt] As tripas estejaõ cheias, que ellas levarão as pernas.
sp] Tripas llevan piés que no piés á tripas. Don Quixote

Der Magen und die Venus sind Zwillinge, ist jener satt und hat sich gelegt, so steht diese auf.

Der Magen verträgt keine harte Speise.
Estland

Der Magen wird eher gefüllt als die Augen.
dk] Han mætter bugen før øynene.
sd] Magen blir förr mätt än ögat.

Der Magen wird schon treiben.
Estland

Der Magen wird von einem Huhn gefüllt, aber das Auge nicht von einer Heerde Gänse.
Russland
en] Better fill a glutton's belly than his eye.
it] Più tosto si satolla il ventre che l'occhio.

Der Maghreb ist ein heiliger Vogel. Sein Leib ist Algerien, sein rechter Flügel Tunesien, sein linker Marokko.
Marokko

Der mähet ein Wies, da Gras gebrist.
i] Von unfruchtbarer, unnützer Arbeit.

Der Mahner muss nicht gleich den Beutel mitnehmen.
i] Die Zahlung einer Schuld pflegt in der Regel nicht so rasch zu erfolgen.

Der Mahner soll den Beutel nicht mitnehmen.

Der Mahner soll nicht gleich den Beutel mitnehmen.

Der Mai bringt Blumen dem Gesichte, aber dem Magen keine Früchte.

Der Mai bringt der Rosen viel.

Der Mai ein Gärtner, viel Stroh und wenig Körner.
Venetien

Der Mai ein halbes Winterei.

Der Mai geht um Feuer betteln.
Spanien

Der Mai hat die Schwalben in der Hand und Erik (18. Mai) den Kuckuck unter dem Arm.
Finnland
fr] Mai clair et venteux fait l'an plantureux.
nl] In de maand van Mei leggen alle vogeltjes een ei; behalwe de kwartel en de griet, die leggen in de mei maand niet.

Der Mai hat nicht seinesgleichen.
Lombardei
nl] Met de maand van Mei blijft geen koebeest uit de wei.

Der Mai is ön Habarn sei' Winda.
Oberösterreich

Der Mai ist der fünfte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender. Benannt ist der Monat nach einigen lateinischer Autoren, nach der römischen Göttin Maia.
Bauernregel

Der Mai ist der schönste Monat.
Italien

Der Mai ist selten so gut, er bringt dem Zaunpfahl einen Hut (von Schnee).
i] Der Mai lässt sich zwar Wonnemond nennen, er spielt aber oft noch einen recht empfindlichen Nachwinter

Der Mai ist so verwegen und setzet noch ein Schneechen.
Nassau

Der Mai ist wie der vergangene November.

Der Mai Kohlbauer ist nicht Weinbauer.
Portugal

Der Mai kommt gezogen, wie der November verflogen.
Bauernregel

Der Mai kühl, der Brachmond nass, die füllen Scheunen und Fass.
ndt] Der Meie chüel, der Brachmonat nass, füllt Spîcher und Fass. Solothurn
la] Majus frigidiusculus, non frigidus amatur.

Der Mai lässt den Pflug hinei.

Der Mai lockt ins Frei'.
i] Die Engländer nennen den Monat den lustigen (the merry month of May).

Der Mai muess sein kuehl und koi.
Neresheim

Der Mai nicht zu trocken bringt Korn und Wein, der Mai aber feucht bringt der Frauen Lein.
it] Maggio asciutto ma non tutto, gran per tutto; maggio molle lin per le donne.

Der Mai, zum Wonnemonat erkoren, hat den Reif noch hinter den Ohren.

Der Maikäfer Menge bedeutet der Schnitter Gedränge.
Westpreussen

Der Main ist hoch entsprossen, lang genossen, viel verflossen.
z] Die Berge triefen mit Wein, die Hügel fließen mit Milch, die Anger sind voll Schafe, die Wälder voll Wild, und der geflügelte Mercurius kann vermittels dieses edeln Stromes alle necessaria herbeibringen.

Der Maler geht herum.

Der Maler kennt die Farben am besten.

Der Maler malt, wie man ihn bezahlt.
z] Er malt den Jakob, wie er liegt, den Abraham, wie er steht, den Hiob, wie er sitzt, den Moses, wie er kniet, den Lot, wie er trinkt, den Esau, wie er isst, die Sara, wie sie lacht, den Peter, wie er weint, den Absalon, wie er hangt, den Elias, wie er fährt, den Bileam, wie er reit't, den reichen Prasser, wie ihn der Teufel holt. Der Maler macht Adler und Gimpel in der Luft, Pferd und Esel auf Erden, Hecht und Stockfisch im Wasser, Teufel und Engel an die Wand, Doctoren und Narren unters Fenster. Abraham a Sancta Clara

Der Maler reibe seine Farben und der Schnitter binde seine Garben.
i] Jeder treibe seinen Beruf!

Der Mälzer zeucht den bauern den rock aus, der Gerber dem schuster.

Der Mandarin ergreift für den Mandarin Partei, das Volk ergreift für das Volk Partei, und der Kriegsgott Guanyu ergreift für die Leute aus Buzhou Partei.
i] Guanyu war Feldherr in der Zeit der Drei Reiche (220 - 280), wurde nach seinem Tode als Kriegsgott verehrt. Er stammte aus dem Distrikt Buzhou

Der Mangel an Geld ist der Mangel an Freunden; wenn du Geld zu deiner Verfügung hast, wird jeder Hund und jede Ziege behaupten, mit dir verwandt zu sein.
Afrika

Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen.
Immanuel Kant

Der Mangel guckt dort zu allen Fenstern heraus.
z] So stutzen wir auch nicht in einem seidenen Kleide, der Mangel guckt bei uns zu allen Fenstern raus.

Der Mann - die Hölle, die Frau - der Teufel, die armen Kinder in Not.
Estland

Der Mann - ein Gewehr, Dolch und Schwert; die Frau - Fingerhut, Faden und Nadel.
Russland

Der Mann (gehört) in den Rat, die Frau ins Bad.
Afghanistan

Der Mann an (einen) Vogel, der Schneider ane (eine) Gans.
Hirschberg

Der Mann an Vogel, sagte der Knecht und nahm sich aus einer Schüssel mit gebratenen Staren die in der Mitte liegende Taube.
Oberlausitz

Der Mann auf der Hochzeit, das Pferd in der Hölle.
Estland

Der Mann auf seinen Füßen trägt den Anteil des Mannes fort, der sich hinsetzt.
Afrika

Der Mann aus Kose wird nicht in der Kirche ankommen.
Estland

Der Mann aus Vigala (Vigala ist ein Kirchspiel im Kreise Wiek in Estland) ist der letzte Verruchte, er hat eine spitze Pelzmütze.
Estland (Ein Wortspiel im Estnischen)

Der Mann aus Vigala ist der letzte Verruchte, er hat eine spitze Pelzmütze.
Estland
i] Ein Wortspiel im Estnischen. Vigala ist ein Kirchspiel im Kreise Wiek in Estland)

Der Mann bedeutet den Ewigkeitswert des Augenblicks, die Frau die Unendlichkeit des Ablaufs der Geschlechter.
Gertrud von Le Fort, Die Frau in der Zeit

Der Mann befiehlt, und die Frau macht, wozu sie Lust hat.

Der Mann bekommt eine Frau, aber die Kinder bekommen keine Mutter.
Estland

Der Mann bekommt immer eine Frau: Stirbt die erste, bekommt er eine zweite.
Estland

Der Mann berät den Mann, die Frau verleitet die Frau.
Estland

Der Mann beweint so lange seine verstorbene Frau, bis der vom Feuer genommene Breikessel auf dem Fußboden (weiter)kocht.
Estland

Der Mann bläst die Flöte, aber die Frau stirbt vor Hunger.
Estland

Der Mann bleib' auf der Kanzelei und das Weib treibe die Kocherei.

Der Mann bleibt allweg das Haupt und die Frau sein Hut.

Der Mann bleibt der Frau ebenso ein Geheimnis wie die Frau dem Manne. Wenn dem nicht so wäre, so wäre die Verschiedenheit der Geschlechter ja überflüssig und eine Kraftvergeudung der Natur.
Tagore, Das Heim und die Welt

Der Mann bleibt immer (o. allweg) das Haupt und die Frau sein Hut.

Der Mann bleibt immer das Haupt und die Frau sein Hut.
Dänemark

Der Mann braucht zum vollkommenen Glück einen zuverlässigen Freund, die Frau eine zuverlässige Feindin.
Tennessee Williams

Der Mann bricht nicht das Wort, das seinen Mund verlassen hat.

Der Mann bringt alles, was in ihm und für ihn ist, auf deutliche Begriffe . Das Weib hat ein natürliches Unterscheidungsgefühl für das Wahre, Schickliche, Gute; nicht etwa dass ihr dasselbe durch das bloße Gefühl gegeben werde . Man kann sagen, der Mann muss sich erst vernünftig machen; aber das Weib ist schon von Natur vernünftig.
Johann Gottlieb Fichte

Der Mann bringt herein, und die Frau verwahrt.

Der Mann darf das Sinnliche in vernünftiger Form, die Frau das Vernünftige in sinnlicher Form begehren. Das Beiwesen des Mannes ist das Hauptwesen der Frau.
Novalis, Fragmente

Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, weil er Abbild und Abglanz Gottes ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. Denn der Mann stammt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann. Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann.
Paulus

Der Mann denkt beim Anfang schon an das Ende. Die Frau erinnert sich am Ende noch an den Anfang.
Fliegende Blätter

Der Mann denkt er weiß, aber die Frau weiß besser.

Der Mann denkt und spricht, die Frau spricht und denkt nicht.
Estland

Der Mann denkt, die Frau lenkt.

Der Mann denkt, er weiß, aber die Frau weiß es besser.
Hindi, Indien

Der Mann denkt, er weiß, aber die Frau weiß es besser.
Indien

Der Mann denkt, Gott sich kümmert um die Dinge.
Ägypten

Der Mann der Mutter ist nicht immer des Kindes Vater.

Der Mann des Aufschubs schärft seine Pfeile, wenn er den Eber sieht.
Japan

Der Mann des Weibes Schutz und Hort,
Das Weib des Mannes Zier,
So schwingen beide fort und fort
Der Freude bunt Panier!
Freiligrath, Köln und der Rhein

Der Mann ehrt das Amt, nicht das Amt den Mann.

Der Mann ehrt das Amt, nicht das Amt den Mann.
pl] Nie urząd męża, ale mąż urząd zdobić ma.
sd] Mannen pryder rummet.
sd] Personen heedrar Ambetet.

Der Mann ehrt den Platz.

Der Mann ehrt nicht den Rock, sondern der Rock ehrt den Mann.
Estland

Der Mann ehrt sich gar schlecht, der ist des Weibes Knecht.
la] Non sane convenit ut Hercules Omphalae serviat.

Der Mann einen Vogel, der Bauer (der Schneider) eine Gans.
nl] De man een vogeltje, en den boer eene gans.

Der Mann einen Vogel, die Frau einen Sperling.

Der Mann erfährt es allzeit am letzten, was geschehen ist.

Der Mann erkennt schon seinen Mann.
Estland

Der Mann erlebt das Schicksal und begreift die Kausalität, die Logik des Gewordenen nach Ursache und Wirkung. Das Weib ist Schicksal, ist Zeit, ist die organische Logik des Werdens selbst. Der Mann macht Geschichte, das Weib ist Geschichte. In geheimnisvoller Weise enthüllt sich hier ein doppelter Sinn alles lebendigen Geschehens: es ist kosmisches Dahinströmen an sich, und dann doch wieder die Reihenfolge der Mikrokosmen selbst, die das Strömen in sich faßt, schützt und erhält.
O. Spengler, Untergang des Abendlandes, Der Staat

Der Mann ernährt nicht die Arbeit, die Arbeit ernährt den Mann.
Estland

Der Mann erträgt des Mannes Schlag.
Estland

Der Mann erwirbt das Vermögen, die Frau erhält es.
Bergamo

Der Mann fährt's auf Wagen ins Haus, die Frau trägt's in der Schürze hinaus.

Der Mann fängt wohl die Robbe, aber die Robbe fängt auch den Mann.
Estland

Der Mann fiel von der Eiche herab und ruhte aus.
i] Wenn der Gast sich beeilt, nach Hause zu kommen; er soll dadurch zu längerem Verweilen bestimmt werden.

Der Mann findet leicht wieder eine Frau, die Kinder (aber) nie wieder eine Mutter.
bm] Zena muzi zas se můz naroditi, matka nikdy.
pl] Zona męzowi moze się urodzić, a matka juz nie.

Der Mann findet nur Vergnügen bei seiner ersten Frau.

Der Mann führt das Regiment im Haus; aber was die Frau will, muss geschehen.
en] As the good man saith, so say we, but as the good woman saith, so it must be.

Der Mann füttert den Hund nicht dann, wenn er auf die Jagd geht.
Estland

Der Mann gehört in den Rat, die Frau ins Bad.

Der Mann geht auf den Weg (und) nimmt das Grab auf den Hals (d. i schwebt in Lebensgefahr), die Frau geht in die Ecke (= die Frau gebärt) (und) nimmt das Grab auf den Hals.
Estland

Der Mann geht in Geschäften aus, die Frau zu Schmaus.

Der Mann geht zum Erbe, das Weib davon.
[RSpW]
i] Bespricht die Bevorzugung des Mannes vor der Frau im Erbrecht und in Bezug auf liegende Güter. Es ist wohl skandinavischen Ursprungs: Tha gangen hatt er til ok huva fram.

Der Mann glaubt an des Mannes Not, die Frau treibt die Frau in den. Streit.
Estland

Der Mann glaubt zu wissen, aber die Frau weiß es besser.
China

Der Mann gleicht dem Nil, die Frau dem Mittelmeer.
Arabien

Der Mann gräbt sich sein Grab mit seinem Bauch.
Guinea

Der Mann hält sich durch Mut.
Japan

Der Mann hat Augen, um zu sehen, die Frau, um gesehen zu werden.

Der Mann hat das Alter der Frau, die ihn liebt.
Argentinien

Der Mann hat die Jahre in den Knochen, die Frau im Gesicht.

Der Mann hat einen Namen.
nl] Het zijn mannen van naam.

Der Mann hat einen Rock bekommen, der Rock hat ja nicht einen Mann bekommen.
Estland

Der Mann hat einer Frau Kopf, die Frau eines Schafes Kopf.
Estland

Der Mann hat eines Mannes Herz.
Estland

Der Mann hat keinen Verstand im Kopf, der Junge keinen halben Verstand.
Estland

Der Mann hat Recht, der muss einen Schnaps kriegen.

Der Mann hat Zeit genug, sich eine Frau zu wählen.
Finnland

Der Mann heiratet, wann er will, die Frau, wann sie kann.

Der Mann herrscht über seine Frau, der Pastor über seine Gemeinde und der Kaiser über das ganze Reich.
Finnland

Der Mann hinaus, die Frau ins Haus.

Der Mann im Mond hat das Holz gestohlen.
i] Es dürfte schwerlich einen Volksstamm auf der Erde geben, der nicht an die Flecken im Monde eine Sage knüpfte. Unerklärt ist es noch, warum der Mond von verschiedenen Völkern mit den Hasen in Beziehung gesetzt ist. Die hottentottische Namaquahorde verehrt den Mann im Monde als ein höheres Wesen, und vermeidet den Genuss des Hasenfleisches, weil ihnen dies Tier geheiligt erscheint. In der 13. Fabel des indischen Hitopadesa gibt sich ein Hase vor dem Elefanten für den Botschafter des Mondes aus und sagt, dass der Mond in seiner Scheibe den Hasen als Wappentier trage. In Indien heißt der Mond wirklich Hasenträger. Doch vergleicht man die Mondflecken dort auch mit einem Reh und nennt den Mond danach auch Rehträger. In Siam erblickt man in der Mondscheibe bald einen Hasen, bald ein altes Ehepaar, einen Großvater und eine Großmutter, welche die Felder im Monde bestellen. Buddha hat den Buchstaben Om darin erkannt. Die Japanesen dagegen erblicken ein Kaninchen, das in einem Mörser Reiskörner stößt. Die mongolischen Buräten sehen in den Umrissen auf der Mondscheibe ein von ihrer Mutter verwünschtes Mädchen, das in der einen Hand einen Blätterbüschel hält, während es im anderen Arme einen Wasserkrug trägt. Auf Samoa, der großen Schifferinsel, erblickt man darin eine Frau mit ihren Kindern, ihrem Hammer und Klopfbrett, die der Mond, den sie beleidigt, von der Erde weggenommen hat. Auf Rarotonga, einer Insel der Cooksgruppe, 200 deutsche Meilen von jener entfernt, wird erzählt, dass eine Göttin einen Knaben geboren, den zwei Götter als Sohn beanspruchten und der daher getheilt werden musste. Der Gott, welcher die Kopfhälfte erhielt, schleuderte sie in den Himmel, und es wurde die Sonne daraus; der andere warf die Beinhälfte in den Wald, wo sie lange lag, bis sie der Sonnengott erhielt, auch in den Himmel warf, wodurch der Mond entstand. Die dunkeln Flecken zeigen die Verwesung an, von der das Fleisch bereits angegriffen war. Die Potewatami, ein Indianerstamm im jetzigen Iowa, sahen im Mond ein Weib sitzen und einen Korb flechten, mit dessen Vollendung die Welt untergehen müße, wenn nicht während der Verfinsterung desselben ein Hund mit dem Weibe kämpfe und den Korb zerreiße. Die Inca-Peruaner erklären die Mondflecken dadurch, dass sich eine Dirne in den Mond verliebte; als sie ihn aber anfasste, schloss er sie in seine Arme und hält sie noch fest. Shakespeare (Sommernachtstraum, V, 1 und Sturm, I2) spielt auf eine alte Sage an, von einem Bauer, der Holz gestohlen hat, der im Monde einen Dornbusch trägt und auf den sich der Vers bezieht: Rusticus in luna quem sarcina deprimit una, monstrat per spinas, nulli prodesse rapinas. Noch älter als diese Sage, die sich schon im 12. Jahrhundert findet, ist eine altnordische, nach welcher Mani (der Mond) den Eltern zwei Kinder, die Wasser geschöpft hatten, stahl und mit sich in den Himmel trug.

Der Mann im Mond trinkt Rotwein.
England

Der Mann im Monde hat das Holz gestohlen.

Der Mann in der Kantine und Frau in der Küche.
Nicaragua

Der Mann in Stiefeln kennt den Mann in Bastschuhen nicht.
nl] De man in laarzen kent den man in schoenen niet.

Der Mann in Stiefeln kennt den Mann in Schuhen nicht.
England

Der Mann is des Weiwes Haupt un de Frau de Nachtmitz drauf.

Der mann ist aller ehren werd, der all ding zum besten kert.

Der Mann ist aller Ehren wert, der alle Dinge zum Besten kehrt.

Der Mann ist alles Lobes wert, der gutem Rat folgt unbeschwert.

Der Mann ist am besten gekleidet, dessen Kleidung niemand bemerkt.
England

Der mann ist an das schwert gebunden.
Luther

Der Mann ist April, wenn er Frauen kürt; Dezember, wenn er sie heimgeführt.
it] Gli uomini sono Aprile quando fanno all' amore, Decembre quando hanno sposato.

Der Mann ist April, wenn er verliebt, und Dezember, wenn er verheiratet ist.
Schottland

Der Mann ist auf den Markt gegangen und seine Frau informiert die Leute.
Marokko

Der Mann ist berechtigt, in einer Nacht hinter neun Türen zu gehen, bis er endlich die richtige Tür auffindet.
Estland

Der Mann ist bis zum Tode ein Bulle.
Estland

Der Mann ist blutarm, hat gar nichts als Läus und die sind krank.
Oberschwaben

Der Mann ist dann am ärmsten, wenn die Kinder Rotz zum Brot essen.
Nürnberg
i] Wenn nämlich seine Kinder noch so klein sind, dass sie bloß Opfer erfordern, ohne sie durch irgendeine kleine Hilfsleistung vergelten zu können.

Der Mann ist das Feuer, die Frau der Zunder (o. das Werg), dann kommt der Teufel und bläst (die Flamme an).
es] El hombre es el fuego, la mujer la estopa, viene el diablo y sopla.

Der Mann ist das Feuer, die Frau der Zunder, dann kommt der Teufel und bläst.
Spanien

Der Mann ist das Feuer, die Frau ist die Hede.
Estland

Der Mann ist das Hapßt und das Weib die Korne, sagte die Großmutterr.

Der Mann ist das Haupt der Familie, und die Frau ist der Hut darauf.

Der Mann ist das Haupt der Frau.

Der Mann ist das Haupt des Weibes und das Weib die Krone des Hauses.

Der Mann ist das Haupt und die Frau der Nacken, mit dem es sich dreht.

Der Mann ist das Haupt und die Frau die Krone.
i] Das letztere setzen die Frauen hinzu, wenn die Männer das erste behaupten. Man bedient sich aber auch des ganzen Satzes, wenn ein Mann seine Frau schmäht, um zu sagen: Wenn ein Mann seine Frau schände, so schände er sich selbst.

Der Mann ist das Haupt und die Frau sein Leib.
dk] Manden skal være hoveder, quinden hiertet.

Der Mann ist das Haupt, die Frau aber die Krone.

Der Mann ist das Haupt, die Frau sein Hut.

Der Mann ist das Haupt, on de Fru öss et Klutke, dat sött bawe drop.

Der Mann ist das Paradies der Frauen.
Italien

Der Mann ist das ungeschälte, die Frau das geschälte Reiskorn.
Thailand

Der Mann ist der Baum, die gute Frau seine Krone.

Der Mann ist der Frau Haupt.
Estland

Der Mann ist der Frauen Meister.
i] Gesetzlicher Vormund: 'Der man is der frawen maister.'

Der Mann ist der Herr des Hauses. Im Hause soll aber nur die Frau herrschen.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Der Mann ist der Kopf der Familie, die Frau der Hals, der den Kopf dreht.
Namibia

Der Mann ist der Kopf und die Frau der Hals. Der Kopf schaut dahin, wo der Hals sich dreht.
Kirgisien

Der Mann ist der Kopf und die Frau der Hut.
Schweden

Der Mann ist der Kopf, aber die Frau dreht ihn.
en] Man is the head, but woman turns it.

Der Mann ist der Kopf, aber die Frau verdreht ihn.
USA
en] Man is the head, but woman turns it.

Der Mann ist der Kopf, die Frau der Nacken.
Kasachstan

Der Mann ist der Kopf, doch es ist die Frau, die ihn bewegt.
England

Der Mann ist der letzte im Haus, der erfährt, was man (was die Frau) trägt zur Hintertür 'naus.
en] The good man is the last, who knows, what's amiss at home.
la] Dedecus ille domus sciet ultimus.

Der Mann ist des Weibes Haupt und die Frau die Nachtmütze darauf.

Der Mann ist des Weibes Haupt.
1 Kor. 11, 3
mhd] Der mân ist ein houpt des wibes.
fr] L'homme est l'âme de la maison.
la] Caput mulieris vir.

Der Mann ist des Weibes Vogt und Meister.
z] Da ist davon gesetzet, daz der man des wîbes voget ist und ir maister.
mhd] Der man is sines wibes vogtt und ir meister.

Der Mann ist des Weibes Vormund zur Hand, da sie ihm angetrauet wird.
i] Von dem Augenblicke an, da sie in gesetzliche Ehe mit ihm eingetreten ist, steht sie unter ihm.
mhd] Die man is vormunde sînes wîbes, to hant als sie imme getrüwet werd.

Der Mann ist die Seele seines Hauses.
fr] L'homme fait la couronne.

Der Mann ist die Sonne, das Weib der Mond; der Mann regiert bei Tage, das Weib bei der Nacht.

Der Mann ist die untere Schale, die Frau die obere Schale (der Muschel).
Estland

Der Mann ist ehrenwert, der alle Dinge zum besten kehrt.

Der Mann ist ehrenwert, der sein Geld in Ruh' verzehrt.

Der Mann ist ehrenwert,
Der alle Dinge zum Besten kehrt.

Der Mann ist eifersüchtig, wenn er liebt, die Frau, auch ohne dass sie liebt, weil so viel Liebhaber, als von anderen Frauen gewonnen worden, doch ihrem Kreise der Anbeter verloren sind.
Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

Der Mann ist ein Balken, der im Laufe der Ehe zurechtgehobelt wird.
Serbien

Der Mann ist ein Haupt des Weibes.

Der Mann ist ein Pavian, der mit zwei Händen isst.
Südafrika

Der Mann ist ein Schiff, das nach Hause bringt; die Frau ist eine Stadt, wo man stehen bleibt (= wo aufbewahrt wird).
Estland

Der Mann ist ein Seiler.
i] So sagte man in Hessen von einem Manne, der sehr breit und langweilig über einen Gegenstand spricht, seinen Kopf in langen Fäden ausspinnt.

Der Mann ist ein wilder Fluss (o. Sturzbach), die Frau ein stiller See.
tü] Erkek sel kadın göl.

Der Mann ist Feuer, die Frau ist Werg, der Teufel kommt und setzt sie in Flammen.
Spanien

Der Mann ist frei, wenn seine Frau drei Schöpflöffelstiellang entfernt ist.
Estland

Der Mann ist für das Weib ein Mittel: der Zweck ist immer das Kind. Aber was ist das Weib für den Mann?
Zweierlei will der echte Mann: Gefahr und Spiel. Deshalb will er das Weib als das gefährlichste Spielzeug.
Nietzsche, Zarathustra

Der Mann ist geschaffen zu Ernst und Schutz, das Weib zu Schimpff und Freuden.

Der Mann ist geschaffen zum Lenken der Frau, die Frau, die Kinder zu hüten.
Finnland

Der Mann ist glücklich, welcher keine Sorgen hat.
mhd] Selig ist ein Mann sunder sorge.
la] Ex animus curas remove, cor mandere noli.

Der Mann ist Himmel und Erde im kleinen.
China

Der Mann ist hübscher mit der Pfeife im Mund; die Frau ist hübscher mit dem Kind auf dem Schoß.
Estland

Der Mann ist im Haus, was die Kuppel auf der Kirche.
Russland

Der Mann ist im Wirtshaus reich, zu Hause arm.
Estland

Der Mann ist immer der Jäger, den eine Frau aus ihm macht.
Russland

Der Mann ist kein Honigtopf, der Mann ist ein Wespenscheffel.
Estland

Der Mann ist nicht besser als sein Wort.

Der Mann ist nicht immer auf dem Tisch, sondern manchmal auch unter dem Tisch.
Estland

Der Mann ist nicht klug, der sein Haus auf dem Eis baut, denn wenn das Eis taut, bricht der Mann ein.

Der Mann ist nicht zu finden, der einen Wetzstein könnte schinden.
nl] Alle die levenden vilden nog geen wetsteen.
la] Vivens nemo datur, per quem cos excoriatur.

Der Mann ist nichts anderes als ein Reisigbündel und ein Spreusack.
Estland

Der Mann ist noch so lange ein Mann, bis er den Hahn am Schwanz festhalten kann.
Estland

Der Mann ist nur Mann durch seine Dirhems.
Ägypten

Der Mann ist Pfeffer, welcher in die Zunge beisst, das Weib Zwiebel, welche Zunge und Augen beisst.

Der Mann ist schnell beim Versprechen, aber nicht beim Ausführen.
Estland

Der Mann ist schön für die Frau (= das Liebchen der Frau), die Frau schön für den Mann.
Estland

Der Mann ist schuldig, sein Weib zu verhegen.
i] Über ihre sittliche Führung zu wachen.

Der Mann ist schwarz (od. schmutzig) und erdfarbig, das Brot ist wie des Herrn Weißbrot.
Estland

Der Mann ist schwarz (od. schmutzig), das Brot (o. Glück) weiß .
Estland

Der Mann ist schwarz, der Bart ist weis.
Finnland
i] Von einem hässlichen Freier, der wohlhabend oder reich ist

Der Mann ist seins Leibs nicht mächtig, sondern das Weib.

Der Mann ist so alt, wie er sich fühlt, die Frau ist so alt, wie sie aussieht.
Italien

Der Mann ist so gut, wie der Tag lang.
Island

Der Mann ist so sicher wie die londoner Bank.

Der Mann ist töricht,
Der die Menge der Freunde zählt.
Ein Bündel Röhricht
Hilft dir nicht, wo ein Stab dir fehlt.
Rückert, Erbauliches und Beschauliches aus dem Morgenlande

Der Mann ist ungeziert am schönsten.
la] Forma viros neglecta decet.

Der Mann ist unglücklich welcher Frauen ein Geheimnis anvertraut.
Italien

Der Mann ist weis' und wohlgelehrt, der alle Ding' zum besten kehrt.
sd] Den man är wijs och mycket snill, som alt til bästa tyda will.

Der Mann ist wie ein Fichtenklotz, (der) manchmal kracht; die Frau ist wie ein Espenscheit, (das) immer zischt.
Estland

Der Mann ist wie eine Ähre, die Frau wie ein Reisgefäß oder Kornbehälter.
Tamil, Indien

Der Mann ist wie eine Kürbispflanze, er streckt sich aus.
Südafrika

Der Mann ist wie Pfeffer, die kleinste Probe genügt, um sich von seiner Bitterkeit und Schärfe zu überzeugen.
Haussa, Afrika

Der Mann jagt der Frau nach, bis sie ihn erwischt.
USA

Der Mann kämpft mit dem Wort, der Ochs mit den Hörnern.
Estland

Der Mann kann der Kopf des Hauses sein, aber die Frau ist das Herz.
Afrika

Der Mann kann immer eine neue Frau finden, aber die Kinder keine Mutter.
Finnland

Der Mann kann mit einem Leiterwagen nicht so viel zum Tor hereinfahren, als die Frau in der Schürze zum Hinterpförtchen hinausträgt.
i] Die Verschwendung der Frau ist für die Wirtschaft gefährlicher als die des Mannes.

Der Mann kann mitm Leiterwagen net so viel ins Haus führen, als wia a Weiberleut im Fürtuch (Schürze) furttragen kann.

Der Mann kann nicht so viel zum Tor hereinbringen als die Frau zum Hinterpförtchen heraustragen.
Afghanistan

Der Mann kann nig so vêl in de grôte Dör inföhren, as de Fro (Frau oder as en Kistenfegersch = Gelegenheitsmacherin) ut de lütje kleine) Dör uttragen kann.
Holstein

Der Mann kann vor dem Gewehr aber nicht vor dem Schicksal fliehen.
Guinea

Der Mann kann's nicht hereinfudern, was die Frau fortschürzt (mit der Schürze fortträgt).
Wendische Lausitz

Der Mann kehrt aus Åbo wieder zurück, aber nicht aus jener Welt.
Finnland

Der Mann kommt an den Galgen, die Frau unter den Stein.
[RSpW]
i] Die mittelalterlichen Rechtsbücher kennen als regelmäßige Lebensstrafen Schwert, Galgen und Rad. Frauen wurden aber, der weiblichen Ehre wegen, im entsprechenden Falle nicht mit dem Galgen bestraft, sondern in die Grube versenkt oder unterm Stein begraben, d.i. gesteinigt.

Der Mann kommt nicht mit einem Schnurrbart auf die Welt.
Albanien

Der Mann kommt ohne Frau aus, aber die Frau nicht ohne Mann.
Estland

Der Mann kostet ja nichts, es kostet des Mannes Geld.
Estland

Der Mann läßt nicht mehr schlafen, der Gatte sich nicht erholen.
Estland

Der Mann legt das Gut auf die Schwelle und die Frau zieht es herein.
Bergamo

Der Mann liebt mit dem Kopf, die Frau denkt mit dem Herzen.

Der Mann löst sich mit seiner Habe.
[RSpW]
i] Er macht das getane Unrecht durch entsprechende Buße gut.
z] Das sich ein mann mit seiner habe lösen mag.

Der Mann macht die Frau etwas schlechter, die Frau den Mann etwas besser.
Estland

Der Mann macht die Frau um vieles älter.
Estland
i] Die Frau wird schneller älter als der Mann

Der Mann macht die Frau und die Frau den Mann.
i] Eheleute beeinflussen sich

Der Mann macht die Schule.
i] Der tüchtige Lehrer lehrt mehr durch seine Person als durch seine Worte. Die Bildung des Willens ist die Hauptsache.
z] Auf den Willen wirkt nur ein starker Wille. Ein Lehrer ohne Willen ist ein tönendes Erz. Vernachlässigte Willensbildung macht endlich ein Volk zum Waschlappen, so klug und gelehrt es sein mag.

Der Mann macht Nägel mit Köpfen.

Der mann macht sein vorfarn fromm.
z] Er helt sich so vbel, dass die fraw den vorigen aus der erden kratzt.

Der Mann mit den Stiefeln kümmert sich nicht darum, wohin er seinen Fuß setzt.
Irland

Der Mann mit einem dichten Fell ist ein Lüstling oder ein tapferer Gesell.
es] El hombre velloso o valiente o lujurioso.

Der Mann mit einer Ehefrau ist der Boss aller Junggesellen.
Uganda

Der Mann mit Fleisch sucht Feuer.

Der Mann mit Haaren auf der Brust ist tapfer und seiner Pflicht bewußt.
es] Hombre de pelo en pecho, hombre de valor y hecho.

Der Mann mit rotem Schopf und das bärtige Weib halt dir eine Meile weit vom Leib.
i] Zahlreich sind die Zeignisse für das Vorurteil gegen rotes Haar, das man Judas und dem Teufel zuschrieb. Aus dem 16. Jahrhundert wird erzählt, dass infolge eines Justizirrtums ein Mann mit roten Haaren ausgepeitscht wurde und dass der Richter nach Feststellung des Irrtums bemerkte: 'Wenn er sein Verbrechen noch nicht begangen hat, so wird er es noch begehen, da er ein Rotkopf ist.'
sp] Hombre bermejo y mujer barbuda de una legua los saluda.

Der Mann muss bei der Frauen sein im ersten Jahr ein Esel, im anderen ein Joseph bei der wiegen, im dritten ein Kuckuck bei dem Kind.

Der Mann muss es seiner Frau tun bis auf den Kirchhof.

Der Mann muss etwas erwerben, die Frau muss nichts lassen verderben, sonst müssen sie beide am Bettelstabe sterben.

Der Mann muss etwas unter den Zähnen haben.

Der Mann muss gewinnen, die Frau wohl spinnen.
nl] De man moet winnen, zal 't wijf wel spinnen.

Der Mann muss gut sein, gesund sein, Brot haben; die Frau muss gefallen, schweigen, häuslich sein.
Venetien

Der Mann muss Haar lassen, er mag eine alte oder eine junge Frau heiraten.

Der Mann muss Haar lassen, er mag eine Alte oder Junge heiraten.
Afghanistan

Der Mann muss immer drin bei seinem Namen sein.
Estland
i] Er muss immer seine Würde bewahren

Der Mann muss seine Frau führen und fassen.
[RSpW]
i] Dies Sprichwort drückt im Canton Schwyz die Pflicht des Ehemannes aus, seine Frau standesgemäß zu halten.

Der Mann muss seine Frau tun bis auf den Kirchhof.
[RSpW]
i] Dies Sprichwort gehört dem Canton Schwyz an, wo es indess jetzt seine Rechtskraft verloren hat. Es drückt den Satz aus, dass der Ehemann einer ohne Kinder verstorbenen Frau alle Kosten, welche der Todesfall veranlasst bis zum Begräbnis, dieses eingeschlossen, zu tragen hat, während weitere Ausgaben, z.B. für kirchliche Exequien, auf die Erben fallen.

Der Mann muss seine Frau um Erlaubnis bitten, vorwärts zu kommen.
England

Der Mann muss seinem Herrn folgen und der Herr dem Mann.
z] Eyn man musz woll folgenn seynem herrnn, und der herre dem manne.

Der Mann muss selber sein der Knecht, will er's im Hause haben recht.

Der Mann muss wohl alles essen, aber nicht alles wissen.

Der Mann ohne ein Stückchen Frau ist ein Saumtier ohne Ladung (o. eine Fliege ohne Kopf und Beine).
Mailand

Der Mann ohne einen Freund ist ein Soldat ohne Waffen.
Tunesien

Der Mann ohne Frau ist ein Baum ohne Laub und Zweige.
Frankreich

Der Mann sagt Mannesworte.
Estland

Der Mann sagt, was er weiß, die Frau, was gefällt.
Jean-Jacques Rousseau

Der Mann sâl abräinjen, de Fra sâl zesumen hâlden.
Siebenbürgen/Sachsen

Der Mann sâl mîren (mehren), de Frä sal erhalden.

Der Mann sammelt (= spart) bei wenigem, die Frau verschwendet aufs Geratewohl.
Estland

Der Mann scheint oft gering, durch den Gott schaffet große Ding.

Der Mann schießt mit dem Pfeil, das Weib mit der Zunge.
Russland
fr] La langue des femmes est leur épée, et elles ne la laissent pas rouiller.
nl] Vervaarlijk is der vrouwen twist, gelijk de pest, die in 't vernielen niet en mist.

Der Mann schießt mit dem Pfeil, die Frau (o. das Weib) mit der Zunge.
Russland

Der Mann schießt, aber Gott trägt die Kugel.
Litauen

Der Mann schläft, das Bett hält Wache.
Estland

Der Mann schlägt vor, Gott verfügt, die Frau zersetzt.

Der Mann schleppt mit dem Geldbeutel nicht so viel fort, wie die Frau mit dem Kochtopf.
Russland
bm] Nenavozí muz na řebřínovem voze do domu, co zena po zástĕrkách vynesti můze.
nl] De vrouw kan met den boezelaar meer uit het huis dragen, dan de man er met den hooiwagen kan inrijden.
nl] Het helpt niet, of de man het er al met de schep inbrengt, als de vrouw het er weêr met den wagen uitvoert.
un] Nem kereshet annyit a jó gazda, a mit a rosz gazdaszszony el nem tékozolhat.
wend] Muz njezamoze zreblowanym wozom tak wjele domoj nawozić, hač zona sórcusi domach wotnosi.

Der Mann schweigt, wenn er leidet, die Frau leidet, wenn sie schweigt.

Der Mann sehe nicht, die Frau sei blind.
Spanien
en] The husband must not see and the wife must blind be.
fr] Pour faire bon ménage, il faut que l'homme soit sourd et la femme aveugle.

Der Mann sei auf der Hut, dessen Frau allzu oft zur Tür hinaus schaut.
Kurdistan

Der Mann sei beklagt, der seiner Frau ein Geheimnis sagt.

Der Mann sei frumm, das Weib sei stumm, so geht das Hausshalten recht um.

Der Mann sitzt auf dem Schlitten, der Frost kauert sich unter den Pelz.
Estland

Der Mann sitzt und lebt zu hauss unter dem Juncker.
z] Er ist überherret, übermannet, überweibet. Er hat zu hauss das Fegfewer, und die Heiße Hell, einen Brumkater und nagenden wurm an der seiten, der ihm das hertz aufrist, und weder tag noch nacht ruh lest. Wenn sie anfengt zu gnurren, brummen und krehen, so ist da kein aufhören. Es ist ein schener Oelgötz, eine schene Monstranz, wen nur Heiligthum drinnen wer. Sie bawen mit einander die Helle. Sie begehren sich als Katzen und Hunde. Eins bricht Töpfe, das ander krüge. Wenn sie zu hauf reiten, so ist nur da Bu, Ba, Schelm, Dieb, Galgenvogel, Hallunck, Nichtenguts, Teuffelsnachlass, Hausshund, Schorb, Gnack, Schurck, Dreckharcker.

Der Mann sol allerley schaffen zu'n henden, das Weib zu'n brenden.
i] Brente = ein hölzernes Gefäß für verschiedene Wirtschaftszwecke, z.B. für Weintrauben, gesalzenes Fleisch, in Viehwirtschaften besonders für Milch (Milchkübel, Milchnapf), in der Küche das Gefäß zum Aufwaschen. Die Milch wird in Brenten aufgestellt.
z] Er äße, wenn man es ihm gäbe, zwei Brenten voll.
z] Seih ihn in ein schönes Schaff oder in ein Brenten. (Die Frau soll das, was der Mann erworben, aufbewahren, durch die ganze Haushaltung angemessen verteilen und verwenden)
it] Gli uomini fanno la roba, e le donne la conservano.

Der Mann soll schöner sein als der Teufel, das Weib garstiger als ein Engel.

Der Mann soll sehen wie ein Teufel, das Weib wie ein Engel.
en] In the husband wisdom, in the wife gentleness.

Der Mann soll seiner Frau das kurze Messer geben, das längere soll er selbst behalten.

Der Mann soll werben, das Weib sparen.

Der Mann soll Wort halten, auch wenn das Bein von unten weg(geschlagen) wird.
Estland

Der Mann soll ziehen, nähren, zeugen, das Weib gebären und säugen.

Der Mann soll zu allen Tagen im Haus die Hosen tragen.

Der Mann sollte sprechen und die Frau schweigen.
Schweden

Der Mann stirbt nur seinem Weibe, das Weib nur ihrem Gatten.

Der Mann stirbt, aber das Amt bleibt.

Der Mann stirbt, das Wort bleibt.
Estland

Der Mann sucht sich durch die Ekstase aus seiner Einsamkeit herauszureißen: Das ist der Zweck der Mysterien, Orgien, Bacchanale.
Sprüche der Weisen

Der Mann tanzt nach der Frau Pfeife.
Estland

Der Mann taub und die Frau stumm, gibt die besten Ehen.

Der Mann trägt die Jahre in den Knochen, die Frau im Gesicht.

Der Mann trägt's wie eine Maus zusammen, die Frau vernichtet's wie eine Gans.
Kasachstan

Der Mann trinkt den Schnaps, die Frau hat den Rausch auszuhalten.
Finnland

Der Mann trinkt und der Mann bringt.
Estland

Der Mann und der Bär - je hässlicher, desto schöner.
es] El hombre y el oso - cuanto más feo más hermoso.

Der Mann und der Hund, die müssen hinaus; die Katz' und die Frau, die bleiben zu Haus.

Der Mann und die Frau haben dieselbe Asche.
Kurdistan

Der Mann und Frau im Haus seind spiegel ihres Gsindes.

Der Mann verdient sein Ansehen, aber nicht zu viel Lob.
Finnland

Der Mann verflucht die Frau, die Frau verflucht das Kind.
Estland

Der Mann verhindert der Frau die Ehe.
[RSpW]
la] Uir uxori sue dicitur maritagium impedire. Leges Normannorum

Der Mann verläßt das Haus für Geschäfte, die Frau, um gesehen zu werden.
Finnland

Der Mann verlässt das Haus, um arbeiten zu gehen; die Frau verlässt das Haus, um sich der Welt zu zeigen.
Finnland

Der Mann verrichtet eines Mannes Arbeit und führt eines Mannes Gespräch.
Estland

Der Mann verurteilt nicht billig einen Dieb, der selbst ein Dieb ist.
i] Der Richter soll fleckenlos vor der öffentlichen Meinung dastehen.

Der Mann war bloß berühmt gewesen,
Weil Stümper ihn gelobt, eh Kenner ihn gelesen.
Gellert, Der unsterbliche Autor

Der Mann wärd besser, wenn a alt wird, ons Weib wärd bisser (böser).

Der Mann weiß, die Frau weiß besser.

Der Mann will haben für seinen Leib ein junges und gesundes Weib.
bm] Muz miluje zenu zdravou, a bratr sestra bohatou.

Der Mann wird am Verstand gemessen.
Estland

Der Mann wird bei seinen Gesellen erkannt.
la] A bonis disces bona; et malis te immiscens mentem amittes.

Der Mann wird es weitbringen, denn er glaubt das, was er sagt.
Mirabeau, Über Robespierre

Der Mann wird immer betrogen, der die Wahrheit spricht.
Russland

Der Mann wird reich, dem die Frauen übel geraten und die Immen (Bienen) wohl.

Der mann wird siech von bösen gsellen, darumb soltu zu frommen stellen.
la] Per prauum socium, uir uenit in uicium.

Der Mann wohnt, wo er Weib und Ofen hat.

Der Mann zerbricht die Häfen, die Frau die Schüsseln.
i] Wenn ein paar Eheleute gemeinschaftlich an der Zugrunderichtung ihres Hauswesens arbeiten.

Der Mann zu Hause ist ein wilder Bär im Walde, die Frau zu Hause ist ein Pfannkuchen voll Honig.
Russland

Der Mann, dem du zürnest, muss deines Zornes wert sein.

Der Mann, den die Schlange gebissen hat, fürchtet die Eidechse.
Estland

Der Mann, den kein Hunger plagt, sagt von der Kokosnuss, dass sie eine harte Schale hat.
Äthiopien

Der Mann, der auf dem Pferd sitzt, ist der geschickteste Reiter.
Haussa, Afrika
i] Besitz ist alles.

Der Mann, der auf seine Frau etwas kommen lässt, schneidet sich selbst in die Nase.

Der Mann, der behauptet, über alles Bescheid zu wissen, heiratet seine eigene Mutter.
Sudan

Der Mann, der Brot zu essen hat, hat kein Verständnis für die Schwere eines Hungers.
Afrika

Der Mann, der das Pferd behütet, behütet auch die Frau.
Estland

Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, die kleinen Steine wegzutragen.
China

Der Mann, der den Erfolg verachtet, ist unwürdig ihn zu haben.
Frankreich

Der Mann, der den Pferdeschwanz anhebt, weiß, dass der Hintern rot ist.
Belize

Der Mann, der den Rand des Altars küsst, küsst nicht immer seine eigene Frau.

Der Mann, der einen guten Schwiegersohn bekam, hat einen Sohn gefunden, aber wer einen schlechten fand, verlor eine Tochter.
Frankreich

Der Mann, der flieht, wird wiederum kämpfen.
Altgriechisch

Der Mann, der frei seine Meinung äußert, sollte bereit sein, heftig zu kämpfen.
Indianer

Der Mann, der geschickt spricht, führt das Pferd davon.
Albanien

Der Mann, der Glück hat, hat als erstes Kind eine Tochter.
Portugal

Der Mann, der keine Frau mit anderen Bewunderern heiratet, heiratet überhaupt keine Frau.
Nigeria

Der Mann, der läuft, ist der, der fällt.
Irland

Der Mann, der mager ist, aber nicht vom Hunger, ist härter als Messing.
Arabien

Der Mann, der nicht Nein sagen kann, ist nicht geeignet für Geschäfte.
England

Der Mann, der nichts weiß, bezweifelt nichts.

Der Mann, der nie Übel erfahren hat, kennt nicht den Wert von dem, was gut ist.
Togo

Der Mann, der nur ein Auge hat, und der, der nur eine Frau hat, gehen im selben Augenblick zugrunde.
Arabien

Der Mann, der sein Pferd schlägt, schlägt auch seine Frau.
Lettland

Der Mann, der seinen eigenen Thron errichtet, herrscht über die Wüste.
Guinea

Der Mann, der sich mit Weibern zankt, dem muss die Zunge nicht mit Grütze verbrannt sein.
Finnland

Der Mann, der sich nach einem unruhigen Leben sehnt, der nehme sich eine Frau oder kaufe sich ein Schiff.
Estland

Der Mann, der vorbereitet ist, hat die Schlacht schon halb gewonnen.
Spanien

Der Mann, der wegläuft, wird wieder kämpfen.
Neugriechisch

Der Mann, der zu beschäftigt ist, sich um seine Gesundheit zu kümmern, ist wie ein Handwerker, der keine Zeit hat, seine Werkzeuge zu pflegen.
Spanien

Der Mann, der zwei Frauen hat, ist ein Dienstmann.
Kurdistan

Der Mann, der zwischen zwei Mahlzeiten mit der Hand hundert Pfähle zuspitzt, kann sich eine Frau nehmen.
Estland

Der Mann, so Meister im Haus ist, soll das Osterlied anheben, predigte der Mönch am Ostertage.
i] Als kein Mann anzufangen sich getraute, fing der Pater an.

Der Mann, welcher mit Weibern streiten will, muss eine geläufige Zunge haben.

Der Männer Ehre ist auch der Frauen Ehre; der Weiber Schande ist auch der Männer Schande.
i] Von der Gemeinschaft unter Ehegatten in Ansehung der Ehre. Die Frau hat an dem Range, dem Titel u.s.w. des Mannes teil; sowie es dem Mann wiederum mit zum Schimpf gereicht, wenn seiner Frau etwas Schimpfliches begegnet; daher der Mann schon seiner eigenen Ehre wegen die gekränkte Ehre seiner Gattin zu wahren verpflichtet ist.

Der Männer Freude ist es, die Alte zu begraben und eine Neue zu nehmen.
Estland

Der Männer Weisheit sitzt in ihrem ganzen Körper, der Weiber Weisheit nur in ihrem Mittelpunkt.

Der Mannes Wort, des Mannes Ehre.

Der männliche Hund beisst ja nie den weiblichen.

Der Mantel der Liebe wärmt am besten, wenn er mit ein bisschen Eifersucht gefüttert ist.
Dänemark

Der Mantel des Mädchens lässt die Nachbarsfrauen tuscheln.
i] 1. Sie ist auf der Straße, was sich nicht gehört, 2. Sie könnte unter dem Mantel schwanger sein

Der Mantel dient als Reisekleid sowohl zur Sommers- als zur Winterszeit.
it] Nè di state nè d' inverno non andar senza mantello.

Der Mantel ist alt - nur die Löcher sind neu.
Jüdisch

Der Mantel ist des, den er deckt, die Welt ist des, der sie genießt.
en] The gowne is his what weares it, and the world his that enjoyes it.

Der Mantel ist ganz neu, nur die Löcher sind alt.
Russland

Der Mantel macht keinen Philosophen.

Der Mantel muss größer sein als der Rock.
en] Cut your cloak according to your cloth.

Der Mantel passt mir nicht.
nl] Die mantel past mij best.

Der Manx-Mann ist erst weise am Tag nach dem Fest.
Insel Man

Der Marder braucht keine Leiter zum Taubenschlage.

Der Marder brütet keine Eier.

Der Marder frisst wohl Eier, aber er legt keine.

Der Marder hält sein Nest rein.

Der Marder würgte die Tauben, damit sie vom Fuchs nicht gefressen würden.
Russland

Der Marderin rock kleidet manig falsch herz.

Der Margaretentag (13.7.) ist ein wässriger Tag.
Estland

Der Marientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) bringt den Mittmorgen (= die Pause in der Arbeit zum Frühstück) und die Roggengarbe nimmt den Mittmorgen.
Estland

Der Mark lehrt (sagts) einem wohl, wie er sein Wahr geben soll.

Der Markt blüht, die Krämer pfeifen (singen).
nl] De markt is over het hoogst, de kramers (oder koeboers) fluiten.

Der Markt der Liederlichkeit ist immer offen.

Der Markt gehört dem, der bezahlt.

Der Markt hat ein Ende.

Der markt hat es nit besser geben.

Der Markt hat kein Gewissen.
nl] Geene conscientie in de negotie.

Der Markt ist ein Garten mit allerhand Früchten und Gewächsen.
en] The market is the best garden.
en] Cheapside is the best garden.

Der Markt ist noch nicht verlaufen.

Der Markt ist um so besser, je mehr Schafe dort sind.
fr] La foire sera bonne, les marchands s'assemblent.

Der Markt läuft auf Hochtouren (o. ist in vollem Gange)
en] the market is in full swing
fr] le marché bat son plein
it] il mercato è in pieno corso

Der Markt lehrt dich's, nicht der Tempel.
i] Ein selbständiges Urteil wird am besten im geschäftlichen Verkehr gewonnen.

Der Markt lehrt kramen (o. kaufen).

Der Markt lernt kroma.
Württemberg
i] Es lassen sich nicht für alle Fälle Vorschriften geben; die Umstände erfordern ein selbständiges Urteil; sie müssen oft erst zeigen, was in dem gegebenen Fall zu tun ist.
z] Der Markt wird einem wohl lernen kaufen. Luther
dä] Markedet lærer os kiöbet.
la] Consilium nobis resque locusque dabunt. Ovid
la] Gladiator in arena consilium capit. Seneca
la] Ipsa re experiere prope forum.
la] Res publica virum docet.
sd] Marknan larer kiöpet.
sd] Ondt sittia hemma och giöra kiöpet

Der Markt muss den Kauf setzen.

Der Markt setzt den Preis.
nl] De markt leert den prijs berammen.
nl] Die markt zal 't u wel leeren.
nl] Die markt zal u den kop wel zetten.

Der Markt will seine Krämer, die Kirmes ihre Gäste.
nl] De kermis moet zijne gasten, en de mark zijne kooplieden hebben.

Der markt wird dichs wohl lernen.

Der Markt wird gekehrt und die Lauben bleiben.
i] Wo Ordnung und Reinlichkeit nur da erhalten werden, wo es in die Augen fällt, während da, wo es weniger bemerkt wird, das Gegenteil herrscht. Das Fegen des Marktes ist an gewissen Tagen polizeilich geboten, die Reinhaltung der Lauben und des Platzes vor dem eigenen Hause ist mehr dem Anstandsgefühl der Hausbesitzer überlassen.

Der Markt wird gemeiniglich gut, der sich langsam anlässt.

Der Markt wird immer gut, auf den man Toren schicken tut.

Der Marmorblock nennt den Bildhauer Bruder.
Russland

Der Marti (10.11.) will syn Esel heue.
Solothurn
i] Schönes Wetter am Martinstag soll einen schönen Nachsommer verkünden.

Der Martin kommt auf dem Schimmel geritten.
i] Wird von den Landleuten meist auf den ersten um die Zeit des 11. November eintretenden Schneefall bezogen. Aber abgesehen davon liegt dem Spruch ein viel bedeutsamerer und weit tieferer Sinn zu Grunde. Auf Sankt-Martin, dem milden wohltätigen Reitersmann mit dem großen Mantel, sind nämlich vom deutschen Volke mehrere volkstümliche Begriffe und Anschauungen übertragen worden, die meist in heidnischer Zeit dem göttlichen Schimmelreiter Wuotan galten. Er trat in der ältern Volksanschauung völlig an die Stelle dieses Gottes, und in zahlreichen Sagen erscheint er als wundertätiger Helfer, bald in Gestalt des Schimmelreiters mit langem Mantel und Speer, bald in der eines Viehhirten mit langem Mantel und Stab, ganz wie in ältern Überlieferungen der heidnische Gott.

Der Martinssommer währt nicht lange.

Der Martinstag (10.9.) und der Michaelstag (29.9.) sind Brüder und der Katharinentag (25. XI) ist ihre Schwester.
Estland

Der März - hat Gift im Sterz.

Der März am Schwanz, der April ganz, der Mai neu halten selten treu.

Der März bricht der Kuh das Herz.

Der März gantz (am Schwantz), der April am Schwantz (gantz), der May neu, halten selten trew.
Luther

Der März greift dem Winter ans Herz.

Der März hack ihn kommt an, wie ein Löwe und geht fort wie ein Lamm.
England
en] March, hack him, comes in like a lion, goes out like a lamb.

Der März hat eilff Brüder, welche den Schülern und den Totengräbern auch ihr Brod gönnen.

Der März hat Gift im Sterz.
nl] De maand Maart heeft venijn in den staart.

Der März hat neun Farben.
Venetien

Der März hat nicht einen Tag wie den andern.
Italien

Der März hat seinem Vater einen Mantel gekauft, ihn aber nach drei Tagen wieder versetzt.
Mailand

Der März hat viel Wetter.
England

Der März ist ein Maultier (mulo) oder uneheliches Kind. Schon als er zur Welt kam, weinte er nur mit einem Auge und lachte mit dem anderen; und als die Mutter ihm die Brust gab, schrie sie laut auf: 'Märzchen, du machst mir ja die Brust gefrieren, und mein Blut zu Eis gerinnen.' 'Mama', entgegnete Märzchen, 'lege mich an die andere Brust.' Die Mutter hatte es kaum getan, so schrie sie von neuem: 'Märzchen, du verbrennst mich ja', nahm ihn von der Brust weg und legte ihn in die Wiege. Einige Tage später sprach die Mutter: 'Märzchen, mache klares Wetter, dass deine Windeln trocknen.' Und er machte so schönes Wetter, dass die Bäume ausschlugen und die Blumen hervorsprossten. Aber plötzlich trübte sich der Himmel, eine Flut von Regen und Hagel kam herab, der Fluss schwoll an und spülte die Mutter samt ihrem Wäschkorb hinweg.
Kalabrien

Der März ist ein Narr.
it] Marzo, pazzo.

Der März ist im Gregorianischen Kalender der dritte Monat im Jahr. Vor der Umstellung im Jahre 153 v. Chr. war der März der 1. Monat im Jahr des römischen Kalenders und der Jahresbeginn der 1. März. Er ist nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt, die Römer nannten ihn deshalb Martius.
Bauernregel

Der März ist närrisch.
Szilien
i] Marzu, pazzu

Der März ist ohne Treu.
Italien

Der März kämpft, der April fängt schon an zu wärmen.
Estland

Der März kennt keine Treue, bald weint er, bald lacht er.
Spanien

Der März kriegt manchen beim Sterz; was der März nicht will, nimmt der April.
i] Von den häufigern Sterbefällen in diesen Monaten, die in dem Übergange von der kalten zur warmen Jahreszeit ihren Grund haben.

Der März kriet (kriegt) en Pfluck bein Sterz, der April hält en widder still.
Dessau
i] Schapherderus Kalender (Rostock 1523) sagt vom März: 'Ick byn genömet de Mertze vnde grype den ploch by dem stertze.' Colerus Calendarium (Wittenberg 1592-1606): 'Vom Mertzen sagen die alten Bawren: der Mertz helt den Pflug beym Stertz (d.i. man ackert in dem Monat) danach kömpt der Aprill und hellt ihn wiederum still (durch sein unbeständig Wetter).'

Der März muss zwölf gute Tage haben.

Der März nimmt alte Leute beim Sterz.
it] Martu marzozu (März, der schändliche)

Der März rührt den Sterz, der April tut, was er will.
nl] Maart roert zijn' staart; maar April doet, wat hij will.

Der März sagt: Pawr, lass scherffen dein Pflugscharn, auf, auf, ist Zeit zu Acker fahren.
Görlitz

Der März schött de Stääz, der Aprell deit, watte well.
Köln

Der März schüttelt den Sterz.
Bauernregel

Der März soll komme es wie ein Wolf und gehen wie ein Lamm.
Luzern
i] Mit harter Witterung beginnen und mit milder enden.

Der März soll wie ein Wolf kommen und wie ein Lamm gehen.

Der März taut den Schnee und schickt ihn fort.
Estland

Der März treibt seinen Scherz.
i] Weil bei gelindem Winter der Frost im März sehr häufig nachzukommen pflegt.

Der März versteht keinen Scherz.
pl] Marzec bierze narzecz.

Der März versteht seine Sachen.
pl] Marzec zna się na rzecz.

Der März will seine Streiche spielen.
Spanien

Der März zu Anfang oder zu End' seine Gifte send't.
i] Der März hat nach der Anschauung des Volks den schlechtesten Ruf in der Welt.

Der März, der ist ein Nickelskind, jetzt regnet es, jetzt schneit's, bald ist es schön, bald Wind Basken

Der Märze spart de Kerze.
Luzern

Der Märzmonat keinen Tag wie den anderen hat.
it] Marzo non ha un di come l' altro.

Der Märzwind bringt die Alten ins Grab.
Italien

Der Mäßige wird öfters kalt genannt
Von Menschen, die sich warm vor anderen glauben,
Weil sie die Hitze fliegend überfällt.
Goethe (1749-1832), Tasso A II Sz 3 (Antonio) Vs 1223f.

Der Mässtkripes (Mistkrebs) dôcht sich gâd äm Käbesch.
Siebenbürgen/Sachsen

Der Mast rechnet sich auch unter die Bäume.

Der Masur wird blind geboren.
i] Wegen seines dunkeln Augensterns sagen die anderen Stämme, er komme blind zur Welt, und machen sich gern über ihn lustig.

Der Mates (Matthäi, 21.9.) äss der Eissrämpler.
Siebenbürgen/Sachsen

Der Matthias (24.2.) bricht's Eis, doch sacht', sonst kommt die Kälte im Frühjahr zu Macht.

Der Matthias (24.2.) hat uns lieb, er gibt dem Baum den ersten Trieb.

Der Matthias (24.2.), ja der bricht das Eis, und hat er kein's, so macht er ein's.

Der Matthiastag (24.2.) (ist) ohne Schutt (= Kehricht) und Geschirr.
Estland

Der Matthiastag (24.2.) bricht des Winters Macht.
Estland

Der Matthiastag (24.2.) füllt die Löcher unter dem Vordach mit Schnee.
Estland

Der Mauer, die Metz und die Magd haben Kaiser Karl'n den Tanz versagt.

Der Maulbeerbaum in einem Garten ist kostbar.
Irak

Der Maulesel ist (auch nur) ein Lastesel.
Altgriechisch
i] Obwohl er größer ist

Der Maulesel macht viel palarn, wie seine Eltern (Ahnen) gut Pferdt waren.
i] Geiselt den Ahnenstolz herabgekommener Urenkel.
z] Mancher nicht mehr zu rühmen hat, denn seiner Eltern Edeltat.

Der Maulesel nur treibt viel Palaver, dass seine Voreltern Pferde waren.

Der Maulesel rühmt nur seine Mutter, vom Vater will er nichts wissen.
i] Weil seine Mutter ein Pferd, sein Vater ein Esel ist

Der Maultaschen rauschen ist sehr ein gemein spiel in Bierhäusern.

Der Maulwurf hat kleine Augen, aber er sieht zu seiner Arbeit.

Der Maulwurf schleicht unter der Erde, aber wie er wühlt, sieht man oben.
i] Talpa Europaea. Dafür sind mundartlich eine große Anzahl von Bezeichnungen. Der hochdeutsche Name des Tieres ist aus einem sprachlichen Missverständnis entstanden. Wegen seiner kleinen verborgen liegenden Augen hielt man ihn für blind; und aus seinen Wühlereien schloss man, dass er die Wurzeln der Bäume und Pflanzen fresse.
z] Das althochdeutsche molta, Staub, mittelhochdeutsch molte, ging unter und haftete in der Schriftsprache zuletzt nur noch in dem Namen eines Tiers, welches althochdeutsch multwarf, d.i. Erdwerfer, mittelhochdeutsch moltwerf und moltwurf heißt. Als nun der erste Teil dieses Wortes nicht mehr verstanden wurde, wandelte man ihn zu Maul, und so entstand Maulwurf. Einige Mundarten, sowohl ältere als neuere, haben auch den letzten Teil des Wortes verdreht, und daher begegnen wir öfters Formen wie Mullworm u.a., wodurch das Tier bloß der Etymologie zu Liebe in die Reihe der Würmer degradiert wird. Das Wort Mull kommt in Mecklenburg in Zusammensetzungen wie: Mullwagen, Mullkasten, Torfmull vor. In Schlesien hat man für staubartige Massen das Wort 'Gemülle'.
bm] Ač krtek pod zemí chodí, předce se ukryti nemůze.

Der Maulwurfshügel will Ural genannt sein.
Russland
nl] Hij ziet tegen een' molshoop op als tegen een' berg.

Der Maurer bleib' auf dem Gerüst und der Knecht bei seinem Mist.

Der Maurer halte die Kelle und der Gerber schabe seine Felle.

Der Maus die Seele, dem Popen einen Silberling; die Seele geht in der Maus Arsch, auf des Pferdeschwanzes Höhe.

Der Maus ist die Katze ein Löwe.

Der Maus ist in einer Metze Korn so wohl als in einem Scheffel.
nl] De muis is zoo weelderig in een spintje als in eene mudde koren.

Der Maus ist wohl in ihrem Loch.
i] Von Heimlichkeiten

Der Mausdreck ist zum Pfeffer worden.

Der Mausdreck will allzeit unter den Pfeffer.

Der Mäuse Kinder spielen selten ohne Schaden mit der Katze Kindern.

Der Mäuse Narrheit kommt der Katzen Schlauheit zugute.
Russland

Der mäusedreck will allezeit unter dem pfeffer sein.
z] Der Mäusemist und Gerbeleus will sich doch immer unter den Pfeffer mengen.
z] Was noch so gring und noch so klein, so wils dennoch gesehen sein, und hat gern, das man sein gedenckt, der maussdreck sich zum pfeffer mengt.
z] Damit ich mich, Meusedreck, unter den Pfeffer menge. Luther
i] Von dem Aufdrängen gemeiner, unsauberer Menschen, wo sie überflüssig und lästig sind.
z] Der Mauszträck machet sich zum Pfeffer. Welches von denen gesagt wird, so sich ein ungeleerter onder die geleerten stäts vermischen und gesellen will.
nl] Als muizenkeutels peper worden, bijten zij't sterkst.
nl] Muizenkeutels willen rogge of peper zijn.
la] Etiam corchorus inter olera.
sd] Muselort fins bland peparen.
sd] Paddor hittas bland peparen.

Der maust wie ein (Nacht-)Rabe.

Der Meb will junge haben, darumb hat er jm ein Ort aussgangen.
z] Der Meben (Stirn, Sterna, Larus minor) schreyet den gantzen Sommer so viel, zu welcher zayt er denn junge hat, dass er die Menschen, so bei den pfülen und seen wonen, ganz toll macht und täubt. Darumb man von schwätzigen leuten diss sprichwort sagt.
la] Larus parturit, locum facit.

Der Meckerer hat eine bittere Stelle, der Spötter einen dunklen Ort.
Estland

Der Meckerer hat eine Steinladung, der Hasser Birkenruten zu tragen.
Estland

Der Medardus (8.6.) pischt än de Bâch.
Siebenbürgen/Sachsen

Der Medizinmann hat keinen Ruhm in seinem Dorf.
Kenia

Der Medizinmann, der einen Fluss überquert, nimmt sein Handwerk mit, aber königlicher Rang kann nicht ins Ausland gebracht werden.
Südafrika

Der Mehlsack ist von innen und außen weiß.

Der Mehltau im August ist ungesund, drum wisch' die Frucht hübsch vor dem Mund.

Der mehr geld's hat, fürt die Braut weg.

Der Meine wohnt vorm Tor.
Hannover
i] Scherzhafte Antwort, wenn jemand sagt: 'ich meine!'

Der Meiner und der Lügner sind (zwei) Brüder.

Der meint, er leb alweg, der lebt übel.
la] Male vivit qui semper vivit.

Der Meise Kraft ist im Schnabel.
Estland

Der meist Teil am Menschen ist weiberfleisch; drumb ists nit wunder, dass die Mann die weiber gern sehen und lieben.

Der meiste Haufen richtet sich nach ihrem Herrn.

Der meiste Streit ist um Ja und Nein, Mein und Dein.

Der Meister der Schönschreibekunst wird sich nie über den Pinsel beklagen, den er benutzt.
Korea

Der Meister einer Kunst nährt Weib und sieben Kinder, ein Meister aller sieben Künste nährt sich selber nicht.

Der Meister Hämmerli geht d' Stegen uf ins Kämmerli und d' Stegen ab ins Bett.

Der Meister Hämmerli geht zu der Magd ins Kämmerli.
i] Über den Meister Hämmerli, doch ist's möglich, dass dasselbe in diesem und dem vorigen Sprichwort nur des Reimes wegen steht.

Der Meister hat die Kunst ergriffen: dreimal drei ist neun.

Der Meister hat Erkältung und Kopfweh und seine Gesellen niesen.
Australien

Der Meister hat's gesagt.
Altgriechisch
i] Wer auf die Worte des Lehrers oder eines ausgezeichneten Mannes schwört. Von den Schülern des Pythagoras entlehnt, denen alles schon dadurch hinlänglich begründet war, dass sich der Meister dafür erklärte. Was er sagte, war ihnen unumstößliche Wahrheit.

Der Meister ist des Zeugs nicht wert.
i] Sagen die, 'so dawider sind, dass ein alter Mann ein junges Mägdlein nehme'.

Der Meister ist über der Henne, der Geselle macht sich über das Truthuhn.
Litauen

Der Meister Niemand kommt überall ins Spiel.

Der Meister sitzt in seinem Pflocke.
i] Er wird durch das Werk seiner eigenen Hände bezahlt oder bestraft.

Der Meister wählt nicht erst lange seinen Pinsel.
Japan

Der Meister zeigt sich in der Beschränkung.

Der Melker Staat hat kalte Finger.

Der melkt den Bock und hält das Sieb unter.

Der Memminger (oder Ulmer) Gucker.
i] Der Eschheie (von Esch = Flur, und heien = hüten) oder Bannwart (Flur- oder Waldschütz) meldete einst dem Bürgermeister, dass im Gemeindeacker ein Gucker sich aufhalte, von dem zu befürchten sei, dass er alles Korn zertrete. Da beschloss der wohlweise Rat, dass vier Männer mit einer Bahre in den Acker gingen um den Gucker (Kukuk) herauszutragen.

Der Memminger (Ulmer) Kuckuck.
i] Der Feldwart meldete einst dem betreffenden Bürgermeister, dass sich im Gemeindefelde ein Gugger (Kuckuck) aufhalte, von dem zu befürchten sei, dass er alles Korn zertrete. Da beschloss der wohlweise Rat, dass vier Männer mit einer Bahre in den Acker gingen um den Gugger herauszutragen.

Der mengt Dreck unter Lehm.

Der Mensch (Mann), der den Berg versetzte (abtrug), war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.
China

Der Mensch (nach der Definition der Griechen) ist eine Welt im Kleinen.
la] Graeci sic definiunt: Ανθρωπος μικροκοσμος, id est: Homo minor mundus.
Victorinus, De definitionibus

Der Mensch ahnt, doch Gott vollbringt.

Der Mensch allein, durch seinen Glauben, Kann selbst dem Tod sein Bittres rauben.
Jüdisch

Der Mensch ändert leichter seine Überzeugungen als seine Gewohnheiten.
Paul Wegener (1874 - 1948)

Der Mensch auf dieser Welt gleicht einem Blatt vom Baum, das eben niederfällt, wie's aufgegangen kaum.
la] Fictilis homo.
la] O homo si scires, quidnam esses, unde uenires, nunquam gauderes, sed in omni tempore fleres.
la] Puluis et umbra sumus, pulvis nihil est nisi fumus, sed nihil est fumus, nos nihil ergo sumus.
pl] Człowiek jest właśnie jak listek drzewny, ktoż gdy upadnie stąd ma być rzewny.

Der mensch aus staub und erd ist g'macht, gleichwie der rauch zergeht sein pracht.
la] Quid caro? uilis humus; quid carnis gloria? fumus.

Der Mensch baut oft sein Nest, wo kein Bär sich niederlässt.
nl] De mensch heeft dikwijls zijn nest, waar de beer het niet zou verkiezen.

Der Mensch baut Schlösser und die Zeit Ruinen.
Russland
la] Gutta cavat lapidem, consumitur annulus usu, et teritur pressa vomer aduncus humo.

Der Mensch bekommt für die Arbeit.

Der Mensch benötigt Macht, die Macht aber benötigt Grenzen.
Tibet

Der Mensch bereist die Welt auf der Suche nach dem, was ihm zu Hause fehlt.
Russland

Der Mensch besteht aus Qualität und nicht aus Quantität.
Assam, Indien

Der Mensch bestraft die Tat, Gott aber die Absicht.
England

Der Mensch betrüb sich oder lach, er ist stets eitel, schlecht und schwach.

Der Mensch braucht den Reis wie der Fisch das Wasser.
Vietnam

Der Mensch braucht einen Freund, das Ross eine ganze Herde.
Russland

Der Mensch braucht Wärme, Wärme des Feuers und Sonnenstrahlen.
Wikinger

Der Mensch braucht Wünsche.
Helvetius, Vom Menschen

Der Mensch bringt jeden Morgen sein Haar in Ordnung, nicht aber sein Herz.
China

Der Mensch bringt jeden Tag sein Haar in Ordnung, warum nicht auch sein Herz?
Ghana

Der Mensch bringt nichts, wenn er geboren wird, und der Tod nimmt ihm nichts.
China

Der Mensch bringt täglich sein Haar in Ordnung, warum nicht auch sein Herz.
Indien

Der Mensch chunnt driimal zum Chind: wenn er geboore wird, wenn er afaat karisire und als steinalte Maa.
Schwiizertütsch

Der Mensch darf aus diesem Brunnen trinken, der ihm näher ist.

Der Mensch darf hoffen, dieweil der Odem geht.

Der Mensch denkt oft anders als er spricht.
la] Homo semper in sese aliud fert, in alterum aliud cogitat. Publ. Syr.

Der Mensch denkt über Strafe nach, aber nicht über Tugend.
China

Der Mensch denkt und der Kutscher lenkt.

Der Mensch denkt und Gott lacht.
Israel

Der Mensch denkt zu leben, wenn er auch den Tod schon vor dem Munde hat.
Finnland

Der Mensch denkt, aber der Nebenmensch lenkt. Er denkt nicht einmal so viel, dass er sich denken könnte, dass ein anderer denken könnte.
Kraus, Aphorismen

Der Mensch denkt, die Polizei lenkt.

Der Mensch denkt, Gott lenkt und die Frau bringt es wieder durcheinander.

Der Mensch denkt, Gott lenkt.
i] Schon bei Thomas a Kempis, 15. Jh.: 'Homo proponit, sed Deus disponit'; auch Ilias 18,328 und Sprüche Salomos 16,9: 'Cor hominis disponit viam suam, ed domini est dirigere gressus eius' = Des Menschen Herz schläget seinen Weg an, aber der Herr allein giebt, dass er fortgehe (Luther). Heute meist ironisch, wenn es anders kommt, als man es sich wünscht.

Der Mensch denkt's, Gott lenkt's und der Teufel besudelt's.

Der Mensch denkt's, Gott wendt's.

Der Mensch dichtet, Gott schlichtet.

Der mensch dort nie zu gnaden kam, der armen menschen hie was gram.
la] Spernit coelorum regem, spretor miserorum.

Der Mensch dreht sich in seinen Gewohnheiten wie der Esel in der Ölmühle.

Der Mensch ehrt den Platz (Ort), nicht der Platz den Menschen.
i] Wo der Tüchtigste sitzt, da ist der erste Platz.
la] Homo locum ornat, non hominem locus.

Der Mensch erbleicht, wie Schaum entweicht.
lit] Kai Puttá nyksta, taip zmogus issblyksta.

Der Mensch erhebt sich neunmal in seinem Leben (= wird erhaben), und erniedrigt sich neunmal

Der Mensch erinnert sich so lange, bis der Mund feucht ist.

Der Mensch erkennt nur das, was er zu erkennen Trieb hat; es ist vergebliche Arbeit, Menschen etwas verständlich zu machen, was zu verstehen sie gar keinen Drang haben.
Schelling, Von der Weltseele

Der Mensch erkennt nur den an, der wie er selbst ist.
Bosnien

Der Mensch erkennt seine Schwäche so wenig, wie der Ochse seine Stärke.

Der Mensch erwirbt durch die Zunge und verdirbt durch die Zunge.
Türkei

Der mensch fährt hin aus dieser welt, gleich wie die blumen ob dem feldt.
la] Est hominum status per florem significatus: vt flos cito perit, sic homo puluis erit.

Der Mensch fährt und Gott hält die Zügel.
Jiddisch

Der Mensch fährt, Gott rudert.
la] Ancorae jactum praevertit Deus.

Der Mensch fährt, und Gott hält die Zügel.
Jüdisch

Der Mensch fällt dreimal und verletzt sich.
i] Bei der Taufe, der Trauung und der Beerdigung)

Der Mensch fängt (= erwirbt) Geld, aber das Geld fängt die Seele.

Der Mensch fängt erst beim Baron an.
i] Von der 'Exclusivität des Ranges', für welche, um mit einem österreichischen Sprichwort zu reden, der Mensch beim Baron anfängt.

Der Mensch fesselt sich an Worte, das Tier an Hörner.
Bosnien

Der Mensch fing an zu lernen, als ihm das Brot ausging.
Ukraine

Der Mensch frisst den Menschen.

Der Mensch fürchte sich vor dem Ruhm, das Schwein davor, fett zu werden.
China

Der Mensch fürchtet die Zeit - die Zeit fürchtet die Pyramiden.
Ägypten

Der Mensch gar leichtlich geht zu Grund', muss sterben und weiß nicht die Stund'.

Der Mensch geht auf Glück aus, der Bock geht aufs Horn aus.

Der Mensch geht durchs Leben, wie ein Reisender über die Meere fährt.
China

Der Mensch gewöhnt sich an alles.
nl] De mensch gewent zich aan alles.

Der Mensch gibt mit Löffeln, das Glück mit Scheffeln.

Der Mensch gibt mit Löffeln, Gott mit Scheffeln.
bm] Lidé se zlostí, ale bůh s milostí.

Der Mensch gilt so viel, als er sich schätzt.
Leroux de Lincy, Französische Sprichwörter

Der Mensch gleich einer Blume ist, die in der schönen Frühlingsfrist des Morgens an der Blüte steht, des Abends hinfällt und vergeht.

Der Mensch gleicht dem Schaf: einer folgt dem anderen.

Der Mensch gleicht der Ameise, er ist schwach und gewaltig.
Arabien

Der Mensch hängt vom Himmel so, wie das Schiff vom Lotsen ab.
China

Der Mensch hängt wie ein Baumstamm von seiner Hülle ab.
China

Der Mensch hat den Bogen, Gott die Pfeile.
Russland

Der Mensch hat den Reichtum wie der Vogel den Schlick, der Fisch die Angel und der Kranke den Rite.

Der Mensch hat die Sprache, um seine Gedanken zu verbergen.
fr] La parole a été donnée à l'homme pour déguiser sa pensée.
vv Les hommes ne se servent de la pensée que pour autoriser leur injustices et n'emploient les paroles que pour déguiser leurs pensées. Voltaire

Der Mensch hat die Tür gemacht, die Tür nicht den Menschen geschaffen.

Der Mensch hat drey Tage: gestern, heut und morgen; tut er heut nicht Buße, so ist gestern und morgen die Zeit verloren.

Der Mensch hat ein Leben, seine Taten zwei.
Russland

Der Mensch hat eine kurze Zunge und darf nicht sprechen, der Ochs hat eine lange und kann nicht.
Posen

Der Mensch hat eine Schönheit, Kleidung tausend, Juwelen hunderttausend und Liebe eine Million.
Hindi, Indien

Der Mensch hat einen Führer und fällt doch in den Abgrund.
Arabien

Der Mensch hat im Innern seine Zier, im Äußeren das Tier.

Der Mensch hat kein Warum.
i] Er soll nicht fragen, warum Gott dies oder jenes tue.

Der Mensch hat keinen größeren Feind als sich selbst.
fr] L'homme est son plus grand ennemi.

Der Mensch hat nicht mehr als zwei Hände.

Der Mensch hat nur ein Leben, aber viel Zeiten.
Finnland

Der Mensch hat nur von seiner Hochzeit und von seinem Tod etwas.

Der Mensch hat so viel Weh, wie viel Fische der Bodensee.
i] Er soll ja, wie behauptet wird, überhaupt nur drei gute Tage haben: Geburts-, Hochzeits- und Begräbnistag, von denen aber der erste und letzte außerhalb seines Bewusstseins liegen und der zweite nicht selten sein Unglückstag ist.
fr] L'homme en son heur n'a que trois jours d'honneur.
la] Hominis triplex tantum publici honoris dies.

Der Mensch hat so viele Wünsche wie der Sommer Fliegen.
Mongolei

Der Mensch hat viel gelernt, wenn er gelernt hat, wohl zu sterben.

Der Mensch hat wohl zwei Hände, aber nicht drei.
Russland

Der Mensch hat zwei Gesichter.
fr] Homme à deux visages.
la] Homo ianus.

Der Mensch hat zwei Ohren und ein mund, dass er viel hören und wenig reden soll.
z] Aber er soll doch sich nicht wie ein Stummer geberden.'
la] Tam malum est tacere multum, quam malum est multum loqui.

Der Mensch hat zwei Ohren und einen Mund, meistens aber ist es umgekehrt.

Der Mensch hat zwei Ohren und einen Mund, weil er mehr hören als reden soll.
Dänemark

Der Mensch hat zweiunddreißig Eigenschaften, der Schuh aber sechsunddreißig.
Indien, Sindhi
i] Strafen wurden durch Schläge mit dem Schuh ausgeführt

Der Mensch heiligt den Ort.
Rumänien

Der Mensch het en Mage, un nit umesunscht.
z] Der fränkische Bauer in der bairischen Rheinpfalz, hat eine Redensart, die, wenn ich nicht irre, den Versen eines der zahlreichen Local- und Dialektdichter entnommen ist, und lautet: Der Mensch het u.s.w. Dies beherzigend, pflegt der Franke den Magencultus. Während die niedersächsische Küche die kräftigste, ist die fränkische die feinste.

Der Mensch hinterlässt seinen Namen, die Wildgans ihr Geschrei.
China

Der Mensch hofft zu leben, auch wenn der Tod ihm auf der Zunge sitzt.

Der Mensch hofft, so lang er lebt.

Der Mensch im Fuchspelz heißt die Kälte willkommen, zum Mann in Lumpen kommt Kälte von ganz allein.
Russland

Der Mensch in großen Sorgen steht, voraus, wenn er schlafen geht; Herr Gott, ich bitt', wach' du für mich, so mag ich schlafen sicherlich.
i] Über einer Schlafkammer.

Der Mensch irrt, solange er lebt.

Der Mensch is kêne Schite Struh.
Oberlausitz

Der Mensch is nor wie a Stolier, hant (heut) lebt er, morgen starbt er.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] S'tolier, polnisch Stolarz = Tischler. Scherzhaft um auszudrücken, wie leicht ein Mensch sterben kann.

Der Mensch is vernarrt.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Die Leidenschaften machen oft den Menschen in seinem Urteile befangen.

Der Mensch isst die Eier, sagt die Henne, und ich habe den Schmerz des Legens.
Surinam
i] Klage dessen, der sich für andere plagen muss.

Der Mensch isst Korn, aber das Korn kann den Menschen essen.
Kongo
i] Wenn Menschen für Korn verkauft werden

Der Mensch ist (gleicht) ein(em) Pfennig; bald gilt er viel, bald wenig, bald gar nichts.
la] Saepe homo agit mane comoedum, vespere tragoedum.

Der Mensch ist achtzig Jahre Schuljunge.

Der Mensch ist auf die Welt gekommen, um Streiche zu spielen, nicht, um zu scheißen.

Der Mensch ist außerhalb seines Leibes, wenn er erzürnt wird.

Der Mensch ist besser (mehr wert) als der Besitz.
Mali

Der Mensch ist bis zum Tode Schulkind.

Der Mensch ist dann alt, wenn er im Grabe fault.

Der Mensch ist das einzige Tier, das denselben Fehler zweimal begeht.

Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.
la] Homo homini lupus.

Der Mensch ist dem Menschen nötig.
Türkei

Der Mensch ist der Bogen, der Gedanke der Pfeil und Rechtschaffenheit das Ziel.
China

Der Mensch ist der einzige Arzt seiner Seele.
Algerien

Der Mensch ist der einzige Fehler der Natur.
England

Der Mensch ist der Gebieter seines Lebens.
Russland

Der Mensch ist der Sklave der Wohltat.
i] Jede empfangene Wohltat macht uns mehr oder weniger von dem Wohltäter abhängig; und das Gefühl dieser Abhängigkeit ist immer ein drückendes.

Der Mensch ist der Spiegel des Menschen.
Türkei

Der Mensch ist des Menschen Spiegel.
Türkei

Der Mensch ist des Menschen Verderben.

Der Mensch ist des Menschen Wolf.
Ungarn

Der Mensch ist des Todes Kind.
Estland

Der Mensch ist die Arznei des Menschen.
Nigeria

Der Mensch ist die beste Medizin des Menschen.
Afrika

Der Mensch ist die Krone der Schöpfung - aber wer sagt das? Der Mensch.
Frankreich

Der Mensch ist die Krönung der zehntausend Wesen.

Der Mensch ist die Medizin des Menschen.
Kamerun

Der Mensch ist eher geboren als der Amtmann.

Der Mensch ist ein Bettler: die Kappen hat er vom Marder, den Pelz vom Fuchsen, den Rock vom Lämmel, das Hemd vom Flachs der Erden, die Strümpff vom Seidenwurm, die Schuh vom Ochsen; soll er alles heimbgeben, so würd er da stehen, wie eine gerupffte Gans.

Der Mensch ist ein Blatt vom Baum, das schon niederfällt, wenn's aufgegangen kaum.

Der Mensch ist ein Buch, welches zu Leipzig geschrieben, zu Schweinfurt gedruckt, zu Ach (Aachen) eingebunden, zu Costnitz feil, zu Lusswitz zu erfragen.

Der Mensch ist ein Fangball des Schicksals.
la] Pilas quasi dii habent homines. Plautus

Der Mensch ist ein Feld, auf dem alles wachsen kann.

Der Mensch ist ein Fischer, der in trübem Wasser fischen muss; wenn er vermeint, er hab weiß was, so hat er einen Krebs oder gar nichts.

Der Mensch ist ein Gaul, der von einem Teufel namens Eile geritten wird.
Island

Der Mensch ist ein Gebräu aus einem Quentel Witz und einem Zentner Narretei.
z] Torheit ein Zentner oder mehr, und Leidenschaften meist nicht minder, Weisheit ein Quentchen ungefähr das ist der Mensch, ihr lieben Kinder.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
z] Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht und die Gewohnheit nennt er seine Amme. Schiller, Wallensteins Tod
i] Schopenhauer nennt den 'gewöhnlichen Menschen Fabrikware der Natur: Der Mensch ist im Grunde ein wildes, entsetzliches Tier das wir bloß im Zustande der Bändigung und Zähmung, welche Civilisation heißt, kennen. Nach Kant ist der Mensch ein Tier, das einen Herrn braucht. Nach Schopenhauer ist er 'ein entlassener Sträfling Gottes'. Nach Plinius d.A. ist der Mensch ein Tier, welches weint, und bestimmt, die übrigen zu beherrschen. Ein Franzose gab die Erklärung: Der Mensch ist ein Tier, das kocht. So wird nach verschiedenen Standpunkten verschieden aufgefasst und erklärt. Für den Philosophen ist er das Potenzlose als Individuum. Der Chemiker erblickt im Menschen eine Verbindung von 1/4 solider Masse, hauptsächlich Kohlenstoff und Nitrogen, mit 3/4 Wasser. Er bringt einen Menschen von 140 Pfund unter die hydraulische Presse und findet, dass er nichts ist als etwa 35 Pfund Kohlen- und Stickstoff mit 5 Eimer Wasser verdünnt.
fr] L'homme est vng arbre renuerse.
la] Homo arbor praepostera.

Der Mensch ist ein halber Prophet.
Jüdisch

Der Mensch ist ein lachendes Lebewesen.

Der Mensch ist ein lebender, Reichtum aber ein toter Schatz.
China

Der Mensch ist ein Lümmel, wenn er nicht ist wie der Himmel.
z] Gleich wie der Himmel in steter Bewegung ist, so soll der Mensch sein.

Der Mensch ist ein Madensack.

Der Mensch ist ein Ort des Vergessens.
Arabien

Der Mensch ist ein Pferd, das sich selbst anspornt.
Fliegende Blätter

Der Mensch ist ein Reichtum.

Der Mensch ist ein Schlägl, Fabl und ein Grass, ein Blum, Heu und Wasserblass, ein Aschen, wie ein Glass zerbricht, ein Punkt, Schall, Wind und schwaches Licht.

Der Mensch ist ein Sklave seines Wohltäters.
Iran

Der Mensch ist ein Spinnwebennest, wenn eine Fliege drein fallt, so bleibt sie hangen.
z] Künstlich, aber ein schlechtes Fundament, welches bald zu grunde geht. Die Spinne frisst den Faden wiederumb, also verzehrt sich der Mensch selber.

Der Mensch ist ein Spital oder Badstuben, wo man nichts als Klagen, Seuffzen, Jammern höret.

Der Mensch ist ein Stück Fleisch: drück es hart und es wird steif, drück es sanft und es wird locker.
Libanon

Der Mensch ist ein Trödelmarkt.
z] Da findt man allerlei Waren; Leder, Leder, aber nur Elend-Leder; Flecke, aber nur Schandflecke; Samen, aber nur Forcht-Samen; Kreiden, aber nur Haus-Kreiden; Häut, aber nur Bären-Haut; Hafner-Arbeit, aber nur Krüg; Drexler-Arbeit, aber lauter Knöpff; Glaser-Arbeit, aber lauter Angster; Kartenmacher-Arbeit, aber lauter Säu.

Der Mensch ist ein Tummelplatz: die Empfängnus ist Sämerey, die Geburt Keyerey, das Leben Phantasey, die Kunst Tändlerey, dein Reichthumb Poßerey, dein Wandel Fresserey, dein Freud Vopperey und du bist ein Narrethey.

Der Mensch ist ein zerbrechliches Gefäß.
Tschechien

Der Mensch ist eine Brücke, Gutes und Schlechtes geht darüber.
Arabien

Der Mensch ist eine kleine Welt.
dk] Mennesket er den lille verden; et kort begreb af alt.
nl] De mensch is eene kleine wereld.

Der Mensch ist eine lebende Leiche.
Russland

Der Mensch ist eine Maschine, in die wir Nahrung stecken und die Gedanken erzeugt.
England

Der Mensch ist eine Trommel, Kopf und Herz sind die Schlägel; wenn's klingen soll, müssen beide sich rühren.

Der Mensch ist eine wandelnde Leiche.
Russland

Der Mensch ist eine Wasserblase.
i] Sobald er geboren wird, fängt er an zu sterben. Hinfällig, vergänglich; sein Stolz auf äußeren Glanz und Schönheit wird in einem Augenblick mit aller seiner leiblichen Herrlichkeit zunichte. Das Wort wird dem deutschen Geschichtschreiber Joh. Aventinus zugeschrieben. Abraham a Sankta Clara (Juda der Erzschelm) schildert die Vergänglichkeit des Menschen in folgender Priamel: 'Der Mensch ist ein Schatten, der bald vergeht. Der Mensch ist ein Gras, das nicht lange steht. Der Mensch ist ein Rauch, der nicht lange währt, er ist ein Feuer, das sich selber verzehrt. Der Mensch ist ein Wasser, das bald abrinnt, er ist eine Kerzen, die bald abnimmt. Der Mensch ist ein Glas, das bald zerbricht, er ist ein Traum, er zeiget nicht. Der Mensch ist ein Wachs, das bald erweicht, er ist eine Rose, die bald verbleicht. Der Mensch ist ein Fleisch, das bald stinkt; er ist ein Schiffel, das bald sinkt. Der Mensch ist ein Garten voller Disteln, eine Rose voller Dörner, ein Himmel voller Finsternis, ein Kuchl voller Rauch, ein Haus voller Winckel, ein Buch voller Fehler, ein Kalender voller trübes Wetter, ein Baum voller faulen Früchte, ein Wein voller Gleger, ein Meer voller Schiffbruch, ein Fleisch voller Würm, ein Licht voller Butzen, ein Geschirr voller Schmutz, ein Leibeigner voller Schulden.
z] Die Physiologen haben zutreffend gesagt: Der Mensch sei das Geschöpf par excellence, denn in seinem Organismus sind nicht nur die Facultäten und Kriterien aller Tierklassen, sondern alle Reiche der Natur zum harmonischen Ganzen versöhnt.

Der Mensch ist eine Welt im Kleinen.
Demokrit

Der Mensch ist elend genug, der nichts von Elend weiß.
la] Qui adversa nescit, prorsus homo miserrimus est.

Der Mensch ist Erd und Kot; so seind sein gedancken nur jrdisch und kotig, und halten sich nur zum boden.
i] Allerdings hängt der Mensch vom Boden ab, aber der bestimmte Mensch, der Mensch dieses Stammes, dieses Volks nicht von der Erde im allgemeinen, sondern gerade von diesem Boden, nicht vom Wasser im allgemeinen, sondern von diesem Wasser.

Der Mensch ist Erde und wird Erde.
z] Der Mensch ist die Summe von Eltern und Amme, von Ort und Zeit, von Luft und Wetter, von Schall und Licht, von Kost und Kleidung. Sein Wille ist die notwendige Folge aller jener Ursachen, gebunden an ein Naturgesetz, das wir aus seiner Erscheinung erkennen, wie den Planet an seiner Bahn, wie die Pflanze an dem Boden.
la] Terra es, terram geris, terram teris, in terram reverteris.

Der Mensch ist geartet wie sein Gesäß, man hat stets dran zu putzen.

Der Mensch ist geringer als die Engel geschaffen worden - und seitdem immer geringer geworden.
USA

Der Mensch ist geschaffen, um zu arbeiten; der Vogel, um zu fliegen.

Der Mensch ist Gottes und nicht des Kaisers.
i] Der 'Racker von Staat' darf ihn nicht vollständig aufzehren.
mhd] Der mensche is gotes und nit des keisers.

Der Mensch ist gut, aber die Menschen taugen nichts.

Der Mensch ist härter als Stein und zarter als eine Rose.
tü] İnsan taştan pek, gülden naziktir.

Der Mensch ist hoch von Gott geehrt, den redlich sein Beruf ernährt.

Der Mensch ist im Leben dreimal dumm: Zum ersten Mal in der Kindheit, zum zweiten Mal, wenn er sich verheiratet, zum dritten Mal im Alter.

Der Mensch ist immer sterblich.

Der Mensch ist in der Welt allüberall vom Tod umstellt.
bm] Človĕk na svĕtĕ okolo smrti se plete.

Der Mensch ist in der Welt wie die Biene in der Blume.
Illyrien

Der Mensch ist in der Welt wie die Blase auf dem Wasser.
Russland

Der Mensch ist ja nicht vom Haken zu nehmen.

Der Mensch ist kein Engel, der Mensch ist kein Ackervagerl.

Der Mensch ist kein Handschuh, den man umdreht und nachschaut, was da drin ist.

Der Mensch ist kein Mann, so lange ihn das Weib nicht getauft hat.
slow] Zhlovek ni zhlovek, dokijer ga shena.

Der Mensch ist kein Vogel, der ohne Muttermilch lebt oder ohne Brunnenwasser wächst.

Der Mensch ist keine Kokosnuß, die man aufschneidet, um zu sehen, was drinnen ist.
Jabo, Afrika

Der Mensch ist keine Kokosnuss, er ist nicht rundherum abgekapselt.
Ghana

Der Mensch ist keine Maus, er darf das Licht nicht fürchten.
Russland

Der Mensch ist keinen Heller wert.
la] Homo non semissis. Cicero

Der Mensch ist kleiner als er selbst.
Fliegende Blätter

Der Mensch ist koin Eilweg.
Schwaben

Der Mensch ist mit rotem Blut voll und sein Speichel ist weiß.
Togo

Der Mensch ist nicht auf der Welt, um glücklich zu sein.
England

Der Mensch ist nicht für die Bequemlichkeit gemacht.
Tibet

Der Mensch ist nicht ohne Kummer und die Erbse ohne Würmer.

Der Mensch ist nie ohne Schuld.
Somalia

Der Mensch ist schlimmer als ein Tier, er isst alles auf.

Der Mensch ist schön durch seine Sprache, die Sprache durch das Sprichwort.
Mongolei

Der Mensch ist sein eigener Teufel.

Der Mensch ist seines Glückes Schmied.
i] Der Mensch bildet sich sein Schicksal und das Schicksal bildet sich seinen Menschen.

Der Mensch ist selbst sein Gott und selbst sein Teufel.

Der Mensch ist stolz auf seine Geburt, der Hirsch auf sein Geweih.

Der Mensch ist veränderlich.

Der Mensch ist verborgen (o. verdeckt) unter seiner Zunge.

Der Mensch ist weise, so lange er die Weisheit sucht; aber sobald er sie gefunden zu haben meint, verliert er den Kopf.
Arabien
la] Saperdae nobis videmur esse, quum simus sapri.

Der Mensch ist wie Anemonen (= vergänglich).

Der Mensch ist wie das Schaf, einer geht dem anderen nach.

Der mensch ist wie ein sau.

Der Mensch ist wie eine Ameise, gleichzeitig schwach und gewaltig.
Arabien

Der Mensch ist wie Palmwein: wenn jung, süß, aber ohne Kraft; im Alter, stark, aber hart.
Kongo

Der Mensch ist wie Pfeffer, bis du ihn gekaut hast, weißt du nicht, wie heiß er ist.
Afrika

Der Mensch ist wie Pfeffer, wenn du ihn noch nicht gekostet hast, weisst du nicht, wie scharf er ist.
Sudan

Der Mensch ist wie Pfeffer: Du weisst nicht, wie scharf er ist, bis du ihn kaust.
Haussa, Afrika

Der Mensch ist wie Pfeffer; wenn du ihn noch nicht gekostet hast, weißt du nicht, wie scharf er ist. Sudan

Der Mensch ist zum Denken geboren.
Pascal

Der Mensch ist zur Arbeit wie der Vogel zum Fliegen gemacht.

Der Mensch ist zur Arbeit, der Vogel zum Fliegen geschaffen.
un] Ember a' dologra, madár a' szollásra termett.

Der mensch ist zur freundtschafft geboren.
z] Kant: 'Der Mensch ist nicht für sich, sondern für die Gattung.'

Der Mensch ist zur Spekulation geboren.

Der Mensch ist zusammengesetzt aus Vergessenheit.
Arabien

Der Mensch ist zweimal ein Kind.
Estland

Der Mensch ist zweimal Kind: mit einem Jahr und mit hundert Jahren.
Aserbaidschan

Der Mensch ist zweimal unvernünftig: in der Jugend und im Alter.
Russland

Der Mensch ist, was er denkt
Guinea

Der Mensch ist, was er ist - aber nicht, was er war.
Jüdisch

Der Mensch ist, was er ist, aber nicht, was er gewesen ist.
Jiddisch

Der Mensch ist's, der das Kleid ehrt, nicht umgekehrt.

Der Mensch kann alles, was er will.
i] Im Gebiet der Wahrheit und der Moral kann er freilich, was er will, wenn er die Kunst zu leiden versteht. Aber Börne klagt: 'Wenn die Menschen nur einen einzigen Tag wollten oder nur Einen Tag nicht wollten! Aber wollen, das ist's! Nichtwollen das ist's noch mehr.'

Der Mensch kann arzneien, Gott gibt das Gedeihen.

Der Mensch kann mehr, als er will.
Sophie Mereau, Betrachtungen

Der Mensch kann nicht wie ein Vogel leben.

Der Mensch kann nicht zwei Wege zu gehen.
Mali

Der Mensch kann nichts Schlimmeres über sich haben als einen Menschen.
Jüdisch

Der Mensch kann ohne Freunde, aber nicht ohne Nachbarn auskommen.
Ägypten

Der Mensch kann ordnen und raten, das Glück aber ist Meister der Taten.
it] L'uomo ordisce e la fortuna tesse.

Der Mensch kann seinem Schicksal nicht entgehen.
dk] Mennesket feyler, men skjebnen feyler ikke.

Der Mensch kauft sich wohl Schnaps, aber er kauft auch eine neue Gesinnung.

Der Mensch kennt seine Schwäche sowenig wie der Ochse seine Stärke.
China

Der Mensch kommt an einem Tage so weit wie eine Schnecke in zehn Jahren.
dk] Saa langt gaaer et menneske en dag, som en snegl i hundrede aar.
fr] Autant chemine ung homme en ung jour comme une limace en cent ans.
it] Tanto camina un huomo in un giorno, com' una lumaca in cent' anni.

Der Mensch kommt her aus Schleim und Stanck, was will er denn stoltzieren lang.

Der Mensch kommt immer mit dem Menschen zusammen, aber der Grabhügel nicht mehr mit dem Grabhügel.

Der Mensch kommt leichter durchs Leben als durch die Schule.

Der Mensch kommt mit geschlossenen Händen in die Welt und verlässt sie mit offenen.
Indien

Der Mensch kommt nackend in die Welt, kommt nackend in das Feder Zelt und nackend in das Toden Feld, was ist's, dass er sich prächtig hält.

Der Mensch kommt zum Menschen um Hilfe.
Persien

Der Mensch lauscht der Musik, findet Gefallen daran, gibt Geld (für die Sängerin) aus, kommt zur Besinnung, grämt sich und stirbt.

Der Mensch lebt allein wegen der Ehre (seines Namens).

Der Mensch lebt ja nicht zweimal.

Der Mensch lebt kaum fünfzig Jahre.

Der Mensch lebt keine 100 Jahre, aber er macht sich Sorgen für 1000.
Mali

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern auch vom Fleisch (und Bier).
i] Eine humoristische Erläuterung des bekannten biblischen Ausspruchs.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Italien

Der Mensch lebt nicht vom Überfluss.

Der Mensch lebt nicht von Brot, sondern von Geld.
nl] De mensch is een geldvretend dier.

Der Mensch lebt nur die Hälfte seines Lebens.

Der Mensch lebt nur eine Generation, die Blume nur einen Frühling.
China

Der Mensch lebt nur einmal, der Name lebt ewig.

Der Mensch lebt nur einmal.

Der Mensch lebt nur so lange, als er hoffen kann.

Der Mensch lebt vom Menschen.

Der Mensch lebt von der Erde, und die Erde ist vom Menschen rot - beide sind nicht voneinander zu trennen.

Der Mensch lebt von einem Viertel dessen, was er isst, und vom Rest leben die Ärzte.
Ägypten

Der Mensch lebt von seinen Gedanken. Das Tier von seinen Zähnen.
Libanon

Der Mensch lebt, um seine Pflicht zu tun und zu sterben. Und das zweite beständig gegenwärtig zu haben erleichtert einem das erste.
Fontane, Cecile

Der Mensch legt den Grund, und Gott baut das Haus.

Der Mensch legt oft selbst die Eier, die man ihm an den Kopf wirft.

Der Mensch lernt auch, wenn er alt ist.

Der Mensch lernt auf eigene Kosten.
Arabien

Der Mensch lernt bis zu seinem Tode.
Estland

Der Mensch lernt bis zum Tode.

Der Mensch lernt nichts geschwinder als lügen und betrügen.

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