< Sprichwörter >

Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.
Konrad Adenauer

Alles, was die Wand bepisst, soll sterben, wenn's ein Schurke ist.

Alles, was die Zunge und den Gaumen kitzzelt, alles, was zur Gemächlichkeit des Cörpers, ja zur überflüßigen Verzärtelung weichlicher Gliedmaßen dienet, wird uns durch das Gewerbe der Handelsleute über See und Land, viel tausend Meilen weit zusammengebracht.
Gottsched, Der Biedermann

Alles, was dir begegnen wird, ist leider nicht zu vermeiden.
Søren Aabye Kierkegaard

Alles, was dir geschieht, ist dir aus der Ewigkeit vorausbestimmt. Jener große Zusammenhang von Ursache und Wirkung hat beides, dein Dasein und dieses dein Geschick, von Ewigkeit aufs innigste verwoben.
Marc Aurel

Alles, was du den Ausschweifungen hingabst, wird dir verloren sein.
Phaedrus, Fabeln

Alles, was du gibst, wirst du mit fortnehmen (o. mit dir nehmen).
Türkei

Alles, was du willst, geschieht, so dir's nicht an Mut gebricht.

Alles, was ein denkender Mensch tun soll, wenn die Überzeugung eines älteren und weiseren der seinigen widerspricht, ist, dass er gerechte Zweifel gegen die Wahrheit seiner Meinung erhebe, dass er sie streng und wiederholt prüfe und sich hüte, zu früh zu. glauben, dass er sie aus allen Gesichtspunkten betrachtet und beleuchtet habe.
Kleist, an Christian Ernst Martini, 18. 119. 3. 1799

Alles, was einen großen Mann angeht, ist geweiht, die Wege, die er trat, die Bäume, unter denen er umherging. Und dreimal heilig ist die Stätte, wo seine Reste ruhen.
Lion Feuchtwanger, Narrenweisheit

Alles, was entsteht, geht auch wieder zugrunde.
var] Alles, was geboren wird, nimmt auch ein Ende.
la] Deficit omne, quod nascitur.

Alles, was entsteht, sucht sich Raum und will Dauer, deswegen verdrängt es ein anderes vom Platz und verkürzt seine Dauer.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1252

Alles, was entsteht,
Ist wert, dass es zugrunde geht;
Drum besser wär's, dass nichts entstünde.
Goethe (1749-1832), Faust, I, 3 (Mephisto)

Alles, was existiert, muss einen Namen tragen. Was nicht benannt ist, existiert nicht für den Menschen.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Alles, was geboren wird, muss sterben.

Alles, was geboren wird, nimmt auch ein Ende.
la] Deficit omne, quod nascitur.
Quintilianus, Institutio oratoria

Alles, was geboren, hat der Tod erkoren.

Alles, was gegen das Gewissen geschieht, ist Sünde.
la] Omne quod non ex fide ide est quod contra conscientiam fit, pec pecca tum est.
Thomas von Aquino

Alles, was gemacht worden ist, ist nicht für die Ewigkeit.
Sanskrit, Indien

Alles, was geschieht, enthält Stoff zum Dichten; man muss nur ein lebendiges Verhältnis dazu haben.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Alles, was geschieht, ist Symbol, und, indem es vollkommen sich selbst darstellt, deutet es auf das Übrige. In dieser Betrachtung scheint mir die höchste Anmaßung und die höchste Bescheidenheit zu liegen.
Goethe (1749-1832), An K E. Schubarth, 2.4.1818

Alles, was Gold ist, glänzt nicht. Die sanfte Strahlung ist dem edelsten Metalle eigen.
Nietzsche, Der Wanderer und sein Schatten

Alles, was gut riecht, kommt von mir! sagte der Apotheker, da hatte er in die Hosen geschissen.
ndt] All wat gôd rükt, kümmt van mi! säd de Aphteker, dôr härr he in de Büx schäten.

Alles, was gut zu wissen ist, ist schwer zu lernen.
Neugriechisch

Alles, was ich als gut empfinde, ist gut, alles, was ich als böse empfinde, ist böse.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Alles, was ich denk' und tu', trau' ich auch dem anderen zu.

Alles, was ich Empörendes und Erniedrigendes sehe, halte ich für die Folge der Privilegien.
Seume, Apokryphen

Alles, was ich erfuhr, ich würzt es mit süßer Erinnrung,
Würzt es mit Hoffnung; sie sind lieblichste Würzen der Welt.
Goethe (1749-1832), Venezianische Epigramme 103

Alles, was ich habe, ist des Höchsten Gabe.

Alles, was ich sehe, das will ich; drum wird mir wenig, das ist billig.
la] Qui lucra lente fugit, damna repente subit.

Alles, was ihr bewundert, kann sich in dem bisschen Glut eines Dreitagefiebers auflösen.
Boethius, Trost der Philosophie

Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen; das ist das Gesetz und die Propheten.
Matth. 7, 12

Alles, was im Subjekt ist, ist ins Objekt und noch etwas mehr. Alles, was im Objekt ist, ist im Subjekt und noch etwas mehr. Wir sind auf doppelte Weise verloren oder geborgen: Gestehen wir dem Objekt sein Mehr zu, pochen wir auf unser Subjekt.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1376

Alles, was im Weltall existiert, ist die Frucht von Zufall und Notwendigkeit.
Demokrit

Alles, was in den Tag eingreifen soll, muss ein frisches Ansehen haben, und hier wird kein Werk zum Aufbewahren, sondern nur zum Aufbrauchen verlangt.
Goethe (1749-1832), Am Rhein, Main und Neckar 1814/15 - Kunst und Altertum - Frankfurt

Alles, was in der Schöpfungsgeschichte des Pentateuchs enthalten ist, ist nicht ganz nach dem einfachen Wortsinn zu verstehen, wie die Menge es sich vorstellt. Denn verhielte es sich so, dann hätten die Männer der Wissenschaft es nicht geheimgehalten und die Lehrer sich nicht angestrengt, um Poesien zu erdichten, die zu seiner Verhüllung dienen sollten, um seine Darstellung der Menge vorzuenthalten.
Maimonides, Führer der Unschlüssigen

Alles, was in die Tiefe geht, ist klar bis zur Durchsichtigkeit.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1899)

Alles, was in dieser Welt ist, ist in den anderen auch, und was in den anderen, ist auch in dieser, wer hier einen Unterschied macht, geht nur von einem Tode zum nächsten.
Indien

Alles, was in Fülle vorhanden ist, wird billig, außer der Intelligenz: je mehr es von ihr gibt, desto kostbarer ist sie.
Libanon

Alles, was in seiner Art gut ist, ist liebenswürdig.
Dantes Gastmahl, 1,12

Alles, was in Weltenräumen kreist,
Wird von Strömen unserer Kraft gespeist.
Liehburg, Schach um Europa

Alles, was ins Netz geht, ist Fisch.
en] All is fish that comes to the net.

Alles, was ist, hat einmal angefangen.
la] Omnia quae sunt aliquando coeperunt.

Alles, was ist, ist in Gott, und nichts kann ohne Gott sein noch begriffen werden.
Baruch de Spinoza, Ethik

Alles, was ist, ist vernünftig.
Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts

Alles, was ist, und sei es auf welche Weise auch immer - sofern es seiend ist, ist es gut.
Thomas von Aquin, Summe gegen die Heiden

Alles, was je geschieht
Heutigen Tages,
Trauriger Nachklang ists
Herrlicher Ahnherrntage!
Goethe (1749-1832), Faust II A 171, Schattiger Hain
Chor Vs 9637

Alles, was kein natürliches Gesetz verletzt, ist dann kein Verbrechen, wenn es nicht durch ein positives Gesetz verboten ist.
Jean-Jacques Rousseau, Fünfter Brief vom Berge

Alles, was Kopf und Kragen hat.

Alles, was Kultur heißt, ist der Phantasie des Menschen entsprungen.
Maxim Gorki, Noch einmal über die Bildung

Alles, was lebt, das lebt gern.

Alles, was Löffel lecken kann.
Meiningen
info] Zu ergänzen: war da, o. musste helfen.

Alles, was man (in Wissenschaften) fordert, ist so ungeheuer, dass man recht gut begreift, dass gar nichts geleistet wird.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1162

Alles, was man außerhalb der großen und schönen christlichen Überlieferung unternimmt, wird unfruchtbar sein.
E. Renan, Via de Jesus

Alles, was man ihm (dem Kinde) von der Geschichte sagt, kommt aufs Schlachten und Morden hinaus. Die Ehre und den Ruhm, den sie den Eroberern beilegt, welche meistenteils nur die Henker des Menschengeschlechtes waren, bringt den heranwachsenden Jüngling vollends auf den Gedanken, dass Menschenmord das rühmlichste Geschäft und die größte Heldentugend sei. Auf diese Art wird uns widernatürliche Grausamkeit eingeprägt, und so söhnte die Gewohnheit uns mit Dingen aus, vor welchen die Menschheit zurückbebt, indem sie die Bahn der Ehre damit bestreut.
Locke, Gedanken über Erziehung

Alles, was man lernen muss, hüllt den Verstand in eine Nebelkappe, dass die Wahrheit uns nicht einleuchte.
Bettina von Arnim (1785-1859), Die Günderode

Alles, was man regelmäßig und berufsmäßig tut, versteinert.
Tucholsky, Schnipsel

Alles, was man sagt, muss Sinn und Vernunft enthalten - und Recht und Billigkeit auch! Eine Diskussion, die sich fürchtet, den Dingen in die Augen zu sehen, ist.. unwürdig.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Alles, was man tue, müsse man langsam und behaglich vollbringen..
Goethe (1749-1832), Wanderjahre II,3

Alles, was menschlich ist, muss rückwärts gehen, wenn es nicht vorwärts geht.
Edward Gibbon, Geschichte des Verfalls und Untergangs des Römischen Reiches

Alles, was mit dem zum Abendmahl geweihten Brot unrechtmäßig in Berührung kommt, muss verbrannt werden

Alles, was mit Grammatik und Examen zusammenhängt, ist nie das Höhere. Waren die Patriarchen examiniert oder Moses oder Christus? Die Pharisäer waren examiniert. Und da sehen Sie, was dabei herauskommt.
Theodor Fontane, Der Stechlin

Alles, was nicht der Nachwelt nützt, ist in der Geschichte unnütz.
Helvetius, Gedanken und Überlegungen

Alles, was noch eine Läusehaut wert ist, muss man aufheben.
Estland

Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!
Psalm 150, 6
la] Omne, quod spirat, laudet Dominum!

Alles, was recht ist.

Alles, was Resultat ist, zieht sich ins Enge zusammen..
Goethe (1749-1832), Schriften zur Kunst - Der Sammler und die Seinigen 4. Brief

Alles, was schön ist, alles, was heilig, nennet das Wort dir: eine Mutter!
Ricarda Huch (1864 - 1947)

Alles, was schön ist, alles, was heilig,
Nennet das Wort dir: eine Mutter!
Alles, was Liebe, alles, was Güte,
Das ist ein Hort mir: meine Mutter!
Laß dir dies Trost sein, alles dein Leiden
Nimmt sie hinfort dir: deine Mutter!
Alles, was Leid heißt, trostlos entbehren,
klingt in dem Wort dir: keine Mutter!
Ricarda Huch, Mutter

Alles, was sich so zu lange hinschleppt, ehe es zu etwas nur irgend Sichtbarem wird, verliert an Interesse.
W. v. Humboldt (1767-1835), an Karoline, 21. 5. 1819

Alles, was sie hat, ist eine Wasser- und eine Windmühle mit einem kleinen Busch vor der Tür.
ndt] Wat kreit se 'n (dat Möäken) met? Stöären 'un Waatermöll un hinnen 'an Windmöll.
ho] Al wat zii heeft, is een water- en windmolen, met een bosch voor hare poort.

Alles, was sie sagen, wird zu ihnen selbst zurückkehren.
Herero, Bantu

Alles, was Spaß macht, hält jung.

Alles, was teuer ist nicht Gold, teurer als Gold ist noch die Erde.

Alles, was über das Wesen der Gottheit an Gedankengebäuden aufgebaut und abgebaut wird, wird vom Menschen erfunden, so wie er von sich aus die Beziehung zur Gottheit ansieht.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Alles, was um daher als Zierde ansprechen soll, muss gegliedert sein, und zwar im höhern Sinne, dass es aus Teilen bestehe, die sich wechselsweise auf einander beziehen.
Goethe (1749-1832), Am Rhein, Main und Neckar 1814/15 - Kunst und Altertum - Heidelberg

Alles, was uns begegnet, lässt Spuren zurück, alles trägt unmerklich zu unserer Bildung bei; doch es ist gefährlich, sich davon Rechenschaft geben zu wollen. Wir werden dabei entweder stolz und lässig oder niedergeschlagen und kleinmütig.
Goethe (1749-1832), Lehrjahre VII,1

Alles, was uns imponieren soll, muss Charakter haben.
Goethe (1749-1832), Riemer, 28.8.1808

Alles, was uns wirklich nützt, ist für wenig Geld zu haben. Nur das Überflüssige kostet viel.

Alles, was unserer Eitelkeit am meisten schmeichelt, gründet sich auf die Bildung, die wir verachten.
Lue de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Unterdrückte Maximen

Alles, was unsern Geist befreit, ohne uns Herrschaft über uns selbst zu geben, ist verderblich.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen

Alles, was unter dem Schnee verborgen lag, kommt ans Tageslicht.
Schweden

Alles, was verkehrt ist, das treib ich, und wo man mich nicht gern sieht, da bleib ich.

Alles, was verkehrt ist, das treib ich, und wo man mich nicht gerne sieht, da bleib ich.

Alles, was von der menschlichen Gesellschaft geschaffen worden war, hat Marx kritisch verarbeitet und nicht einen Punkt unbeachtet gelassen. Alles, was das menschliche Denken hervorgebracht hatte, hat er umgearbeitet, der Kritik unterworfen, an der Arbeiterbewegung überprüft und dann jene Schlußfolgerungen gezogen, die die in den bürgerlichen Rahmen eingezwängten oder an bürgerliche Vorurteile gefesselten Menschen nicht zu ziehen vermochten.
Lenin, Die Aufgaben der Jugendverbände

Alles, was Wilhelm heißt, hat ein kümmerlich Ende.
Friesland

Alles, was wir aussprechen, sind Glaubensbekenntnisse.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Naturwissenschaft - Verhältnis zur Wissenschaft, besonders zur Geologie

Alles, was wir Erfinden, Entdecken in höherem Sinne nennen, ist die bedeutende Ausübung, Betätigung eines originalen Wahrheitsgefühls, das, im Stillen längst ausgebildet, unversehens mit Blitzesschnelle zu einer fruchtbaren Erkenntnis führt. Es ist eine aus dem Innern am Äußern sich entwickelnde Offenbarung, die den Menschen seine Gottähnlichkeit vorahnen lässt. Es ist eine Synthese von Welt und Geist, welche von der ewigen Harmonie des Daseins die seligste Versicherung gibt.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 562

Alles, was wir erleben, kann Sinn gewinnen.
Hermann Hesse

Alles, was wir in Vergangenheit und Gegenwart von Völkerschicksalen wissen, ist das Resultat der Politik - einer Politik, die Menschen und Völker geführt haben; waren ihre Schicksale gut oder schlimm, stets waren sie die Resultate einer guten oder verfehlten Politik.
Bredel, Von Valmy bis Erfurt

Alles, was wir mit Wärme und Enthusiasmus ergreifen, ist eine Art der Liebe.
Wilhelm von HumboIdt, Ideen über Staatsverfassung

Alles, was wir tagtäglich gewahr werden, dürfen wir am Ende doch nur als Symptome ansehen, die, wenn wir uns wahrhaft ausbilden wollen, auf ihre physiologischen und pathologischen Prinzipe zurückzuführen sind.
Goethe (1749-1832), Tag- und Jahreshefte 1811

Alles, was wir treiben und tun, ist ein Abmüden, wohl dem, der nicht müde wird!
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 303

Alles, was wir tun, hat eine Folge. Aber das Kluge und Rechte bringt nicht immer etwas Günstiges und das Verkehrte nicht immer etwas Ungünstiges hervor, vielmehr wirkt es oftmals ganz im Gegenteil.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 35.12.1825

Alles, was wir wirklich in unser Leben aufnehmen, wandelt sich.
Ina Seidel

Alles, was zu Herzen gehen soll, muss von Herzen kommen.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Alles, was zu sehr feilgeboten wird, wird nicht abgesetzt, sogar die Töchter aus vornehmen Stämmen.

Alles, was zum Netz kommt, sind Fische.
Schottland
en] All is fish that comes to the net.

Alles, was zur Mühle kommt, ist Mahlgut.
info] Es wird als solches angesehen.

Alles, was zur rechten Zeit geschieht, ist gut, selbst Fluchen zur rechten Zeit ist wie Allah preisen.
Libanon

Alles, was, auch beim Gerichtsverfahren, über den einfachen Tod hinausgeht, scheint mir bloße Grausamkeit. Wir sollten doch eigentlich so viel Respekt vor den Seelen haben, dass wir sie unversehrt ins jenseitige Leben schicken, aber das ist unmöglich, wenn wir sie durch unerträgliche Folterqualen außer sich gebracht und der Verzweiflung in die Arme getrieben haben.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Alles, wat jung is, dat springet, sagte dat Pottewîf, do sprank iar dei Blage (Kind) ut diär Kiepe.
Arnsberg

Alles, wat nich singe, nich bede kann, kömmt to ons.
info] Wenn der Bauer oder die Knechte mit einem neuangekommenen Mitknechte nicht zufrieden sind.

Alles, worauf die Liebe wartet, ist die Gelegenheit.
Miguel de Cervantes Saavedra

Alles, worein der Mensch sich ernstlich einläßt, ist ein Unendliches, nur durch wetteifernde Tätigkeit weiß er sich dagegen zu helfen..
Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,3

Alletag weh, stirbt nimmermehr.

Alletage weh stirbt nimmermeh'.
Wer dauernd klagt, ist meist gar nicht so krank.

Alleweil narrischer het der Hirtenbua g'sagt: vern is der Bummel g'verrekt, heun de Voda.
Amberg

Allezeit angel', so hast du keinen Mangel.

Allezeit angel, so hast kein'n Mangel.

Allezeit krank und nimmer tot.

Allezeit Mehrer des Reichs!
la] Semper augustus!
Quint. Aurelius Symmachus, Relationes

Allezeit treu bereit für des Reiches Herrlichkeit. Wahlspruch Moltkes

Allezeit Wein oder Wasser trinken ist nicht lustig.

Allgegenwärtiger Balsam
Allheilender Natur.
Goethe (1749-1832), Adler und Taube

Allgemach kommt (man) (auch) weit.
it] A penna a penna si pela un' oca, a passo a passo si fa di gran cammino.

Allgemach kommt (man) auch weit.

Allgemach kommt auch (o. zuerst) ans Ziel.
var] Allgemach kommt am ersten zum Ziel.
en] Fair and softly goes far.
fr] Habille - moi tranquillement, je suis pressé.
fr] Pas à pas on va loin.
it] Chi va piano va sano e va lontano.
la] Romanus sedendo vincit.
sp] Poco á poco se va lejos.
sp] Poco á poco, andando despacio se va lejos.
sp] Vísteme despacio, estoy de prisa.
sp] Visteme despacio, que tengo prisa.

Allgemach kommt auch (wohl) nach.

Allgemach kommt wohl nach.

Allgemach reich dauert am besten.
nl] Op zijn gemak wordt men het liefst rijk.

Allgemach, der Bauer nimmt sich bei allem Zeit.

Allgemaek küemet Hans int Wammes.

allgemein anerkannter Text
la] textus receptus

allgemein bildendes Studium
la] studium generale

Allgemein menschliches Wohlwollen, nachsichtiges, hülfreiches Gefühl verbindet den Himmel mit der Erde und bereitet ein dem Menschen gegönntes Paradies.
Goethe (1749-1832), Divan, Noten und Abhandlungen - Buch des Unmuts

Allgemeine Begriffe und großer Dünkel sind immer auf dem Wege, entsetzliches Unglück anzurichten.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 471

Allgemeine Plagen sind leichter zu tragen.

Allgemeine Sage ist selten ohne Grund.
it] Voce del popolo, voce d'Iddio.

Allgemeinen Wahn muss man gehen la'n.

Allgemeiner Beifall, allgemeines Lob sind entbehrliche Dinge..
Knigge, Über den Umgang mit Menschen

Allgemeiner Notstand ist nicht schwer zu ertragen.
Bosnien

Allgemeiner Ruf ist selten grundlos.

Allgemeiner Ruf ist selten grundlos.
en] Common fame 's seldom to blame.
ho] Algemeene roep heeft altijd wat waars.
ho] Gemeen gerucht is zelden gelogen.
it] Un cattivo nome (grido) non è senza fondamento.
la] Fama tam ficti pravique tenax, quam nuncia veri.
sp] Quando todos te dixeren que eres asno, rebuzna.

Allgemeines Lob ist etwas sehr Entbehrliches. Allgemeine Achtung können dem Redlichen und Weisen selbst die Schurken in ihren Herzen nicht versagen.
Adolph Freiherr von Knigge, Über den Umgang mit Menschen

Allgewaltig Not,
sie kennet kein Gesetz.
Goethe (1749-1832), Reineke Fuchs 9. Gesang Vs 291

Allhie schiert man die Felle nicht.

Alli Tierli lebe gern.
Schweiz

Allkant Wein ist mein Latein, wirfft den Bauren über die Zäun und stosst die Burger an die Schienbein.

Allmächt'ge Liebe! Göttliche! Wohl nennt
Man dich mit Recht die Königin der Seelen.
Schiller, Die Braut von Messina, 1421/22 (Don Manuel)

Allmächtig ist doch das Gold; auch Mohren kann's bleichen.
Schiller, Fiesko II. 4

Allmählich kommt man weiter.
la] Paulatim longius itur.

Allmählich macht sich der Essig.

Allmählich singt die Nachtigall auch im Bauer.

Allmanns Freund, jedermanns Geck.

Allmanns Freund, jedermanns Geck.
ndt] Allmanns Frund, mennig Manns Geck.

Allmanns Rat ist gute Teilung.

Allmende der Stadt (der Gemeinde) kann nicht verjähren.
[RSpW]

Allmendgut ist nicht Nachbargut.
[RSpW]
info] Gemeint ist das Grenz- und Zaunrecht gegenüber dem Nachbarn. Nur das Grundstück in Sondereigentum, nicht die Allmende, musste begrenzt und eingezäunt werden. Ausssichtsfenster durften nur auf die Allmende hinausgehen und nicht gegenüber der Grenze zum Nachbarn liegen.

Allna gra kummt Jan in 't Wams.
hdt] Allmählich kommt Johann in die Jacke.
info] Warnt vor Übereilung, auch wohl ironisch, wenn die Ruhe das Maß überschreitet.

Allna groade kummt Hans int Wams.
Osnabrück
info] Nach und nach bringt einer was vor sich, wird begüterter.
ndt] Allgemaek küemet Hans int Wammes.
ndt] Allnagrade kumt Harm int Wamt.
info] Endlich wird der Langsame fertig, endlich ist Harm angekleidet. Hans ist eine von den vielen Formen, in denen der Name Johannes in Deutschland vorkommt. Man hat versucht, sie in folgendem Distichon zusammenzustellen: Hännesle, Johannes, Johannesle, Hansele, Hänsel - Hansel, Hansle, Johann, Hänselchen, Hänschen und Hans.
ho] Al doende kwam wambuis in Harmen, en hij mouw de zeven jaar over eene trok.

Allnâ-gerâde fret de bûer de wost.
hdt] So nach und nach isst der Bauer die Wurst.

Allnograd kumt Harm in de Wull.
Holstein
info] Das geschorne Lamm bekommt wieder Wolle, auf Menschen angewandt.

Allo derin, min Mour släd miek sou, har et Wecht saght.
Halver, Grafschaft Mark
hdt] Immer noch einmal, sagte das Mädchen, meine Mutter schlägt mich doch.

Alloa dreschn und alloa singa - bringt koa Korn und koane Kinda!

Allons, enfants de la patrie..
dt] Auf, Kinder des Vaterlands..
Joseph Rouget de Lisle, Chant de guerre pour l'armée du Rhin, dédié au maréchal Luckner, 24. April 1792 Straßburg, als La Marseillaise zur Nationalshymne der Franzosen geworden

All's an de grôte Klock slaon.
Altmark

Alls dings ein weil.

Alls kennt de Düwel, blot nich de Frugenslüd ehren Schliepsteen (= Zunge), denn dor kümmt hei nich gegen an (o. dor kann hei nich gegen an).

All's kümmt an'n Mann, säd de lütt Diern, bloß ik nich!

All's 'lik lew, segt de Reper.
hdt] Alles gleich lieb, sagt der Seiler.

All's mit der Zeit, sagt jener Abt, wie man ihn ob der Magd ertappt.

Alls muaß sei Maß haben: kurze Predigt und lange Bratwürst!

Alls nimmt a End, sagt der Bauer - nur 's Misten nia.

All's up de Welt, säd' de oll Mann, äwerst kên Schwansp'rück.

All's verfressen (und versoffen) vor mein End', ist ein richtig's Testament.

Alls voor Geld, umsüst is de Dôd.
Oldenburg

Alls ward vor Geld makt, seggt de Hamborger (o. Snîder Meier), man keen Junferschaft.
Hamburg

Alls Zeitlich' ist ein Rauch. Läßt du es in dein Haus,
So beißt es dir fürwahr des Geistes Augen aus.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

All't wat de Hinn legt, is dîn, blot ne de I'r.
hdt] Alles, was die Henne legt, ist dein, nur nicht die Eier

Alltag ist nur durch Wunder erträglich.

Alltag wird nur erträglich durch das Nicht-Alltägliche.

Alltag wirtschaft macht öd hofstadt.

Alltag. Taten schrumpfen zu Tätigkeiten.

Alltägliche Erfahrung bestätigt, dass der Verstand längst einer Sache entsagt haben kann, wenn das Herz noch viele Jahre für sie schlägt.
Max Stimer, Der Einzige und sein Eigentum

Alltäglicher Regen ist ungelegen, zuweilen ein Regen ist Segen.
z] Besucher sind gleich dem Regen, dessen wir leicht überdrüssig werden, wenn er täglich kommt, den wir aber erflehen, wenn er ausbleibt.

Alltagsleid ist Alltagslied.
Eleonore van der Straten-Sternberg

Alltagweh nümmermeh.

Alltau gaud (gut) hat ôk keinen Smack.
Schöningen in Braunschweig

Allte gued (= allzu gut) ist Annermanns Narre.
Westfalen

Allte gut es jedermanns Hunsfut.
Iserlohn

Allto äben - halb unäben.
Strelitz

Allto akkrat is börgerlick.
Oldenburg

Alltô ârlich (ehrlich) is ôk en Stück von 'n verderwen.
info] Zu große, gutmütige Ehrlichkeit kann leicht von anderen gemissbraucht werden.

Allto fett is ungesund.
info] Zu gute Tage machen übermütig oder krank.

Allto fram is Nabers Spott.

Allto gliek, sä Beender Bôr, hedd' een Perd vör de Wagen.
Ostfriesland

Allto gôd (gut) döcht ok nig.

Allto gôd is Andermann's Narr.
fr] Deux fois bon, c'est une fois bête.
ho] Al te goed is buurmans (o. allemans, andermans) gek.

Allto good dögt ook nicht.
Ostfriesland

Allto gotwillig ist Nabers Narre.
Altmark

Allto gut is deäm anderen sein Hunsfuot.
Sauerland

Allto gutwillig is half liderlich.
Altmark

Allto hastig is quâd (= schlecht). Oberharz

Allto hastig is quâd (schlecht).
Oberharz (Nachteilig, gefährlich, schlecht)

Allto scharp schnött nich, on allto spötz steckt nich.
hdt] Allzu scharf schneidet nicht, und allzu spitz steckt nicht.

Allto vell is bidder und wêr 't ôk Honnich.

allumfassend
la] toto caelo

Allüren sind nur etwas für die Unfertigen.
Audrey Hepburn

Allwärts liegt der Arme am Boden.
Ovid, Fasten

Allweg die Ehren unsere Sitten verkehren.
en] Honours change manners.
fr] Honneurs changent moeurs.
la] Honores mutant mores: Hurres murres.

Allweg soll des Mannes Kind vorgehen in die Losung.
[RSpW]
info] Von dem Vorzugsrecht der Verwandten väterlicherseits in der Erbfolge vor denen mütterlicherseits. Wenn dies Sprichwort aber behauptet, dass sie stets vorgehen sollen, so steht es mit andern Rechtsätzen und Gewohnheiten im Widerspruch.
ho] Alle wege sal smans kint voren gaan in di lossinga.

Allweg soll mehr wollen ein Mann, dann er mit der Tat leisten kann.

Allwissend bin ich nicht,
doch viel ist mir bewusst.
Goethe (1749-1832), Faust I, Studierzimmer
Mephisto Vs 1582

Allzeit angel', so leid'st du keinen Mangel.
z] Wer immer angelt, dem nimmer mangelt. Logau
la] Semper tibi pendeat hamus.

Allzeit bei Hof und Herren leben, Ehr, gut und blut in gfar muss schweben.
z] Nein mein Freund, nein, ich will nichts werden; gebt anderen Würden, Titel, Sterne; der Herr hat mich für Höfe nicht gemacht.
Béranger

Allzeit dich zu tugend kehre, witu haben zucht und ehre.
la] Disce bonos mores, sic te comitantur honores.

Allzeit fröhlich ist gefährlich, allzeit traurig ist beschwerlich, allzeit glücklich ist betrüglich, eins ums andere ist vergnüglich.

Allzeit fröhlich ist gefährlich,
Allzeit traurig, ist beschwerlich,
Allzeit glücklich, ist betrüglich.
Eins ums andre ist vergnüglich.

Allzeit fröhlich ist unmöglich.

Allzeit gewinnen macht verdächtig; allzeit verlieren macht verächtlich.

Allzeit gewinnen macht verdächtlich, allzeit verlieren macht verächtlich.

Allzeit habe ich mich zu den größten Verehrern Mozarts gerechnet und werde es bis zum letzten Lebenshauch bleiben.
Beethoven, An Abbé Maximilian Stadler, 6. 2. 1826

Allzeit krank und nimmer tot.
ndt] Altijd krank, an nimmer duad.
Nordfriesland
info] Von Personen, die stets über ihre Gesundheit klagen und dennoch nicht sterben.

Allzeit mit Hut.
z] Semper cum cautione hat Keyser Maximilianus pflegen zu sagen, und anstat des letzten Wortes hat er Filtzhütlein gemalet.

Allzeit mit sorgen, Abend und Morgen.

Allzeit mit sorgen.
info] Kaiser Rudolf's Symbol.

Allzeit soll das nächste Blut das nächste sein auf dem Gut.
nl] Attida schel dat neste bloed sibst wesea tho den giut.

Allzeit trauern kann nicht dauern.
ndt] Trawren kan nit lange tawren.
mhd] Nieman lange trûren sol.
mhd] Die wisen hoere ich alle jehen, daz trûren harte wênic tüge und nieman überwinden müge mit clage sînen smerzen.
ho] Niemand is zoo bedroefd, of hij kan sich nog wel eens verblijden.

Allzeit traurig ist beschwerlich, allzeit fröhlich ist gefährlich, allzeit aufrichtig ist ehrlich.

Allzeit traurig ist beschwerlich, allzeit fröhlich ist gefährlich, allzeit glücklich ist unmöglich, eins um's andre ist vergnüglich.

Allzeit traurig ist beschwerlich,
Allzeit fröhlich ist gefährlich,
Allzeit aufrichtig, das ist ehrlich.

Allzeit treu bereit für des Reiches Herrlichkeit.
Wahlspruch Moltkes

Allzeit voll macht das Haus leer.

Allzeit voll und selten wahn, das leert den Seckel und füllt den Mann.

Allzeit war
Tugendhaft das Schweigen;
Alles machen offenbar,
Ist der Torheit eigen;
Allzeit war
Tugendhaft das Schweigen,
Reden kann
Leichtlich Unlust bringen;
Irrtum sieht den selten an,
Der die Zunge weiß zu zwingen:
Allzeit war
Tugendhaft das Schweigen.
Hans Aßmann von Abschatz

Allzeit Wasser trinken oder Wein ist nicht lustig, sondern zuweilen Wein, zuweilen Wasser.

Allzeit wie Rechtens (o. Recht) ist.
info] Der Richter soll bei seinen Entscheidungen keinem andern Einfluss folgen als dem Gesetz.

Allzeit wird das Mahl zum Fest, hat der Hausherr liebe Gäst'.

Allzu akkurat ist tischlermäßig.

Allzu behänd hat's oft verfehlt.

Allzu behend hat oft gefehlt.

Allzu behende hat's oft verfehlt.
z] Denn die (Sachen) welch schnell und vnbewogen, doch lustig werden angeschlagen, die werden gemeiniglich vbereilt, denn allzu behend hat oft gefeihlt.
fr] Vitement et bien ne s'accordent pas.
it] Presto e bene, non si conviene.

Allzu bekannt hat wenig Ehr' und viel Schand.
ndt] Allzu bekannt hat wenig ehr' und vil schand.

Allzu bekannt hat wenig Ehre und viel Schand.

Allzu bequem doch möchte das Volk die unsterbliche Blume
Pflücken! Es folgt Nachruhm bloß der herkulischen Tat.
Platen, Deutsche Genies

Allzu berühmt sein bringt Unheil.
Pestalozzi

Allzu eben hat weder Leck noch Schmeck.

Allzu eiffrig bringet Hass, allzu gelind Verachtung.

Allzu emsiger Greis, du ruhst auch nimmer von Arbeit!
Homer, Ilias, 10, 164

Allzu fein bricht leicht ein Bein.

Allzu fein hält nicht.

Allzu fein ist eitel Schein.
nl] Al te fijn is maar schijn.

Allzu fein taugt nicht.
dk] Alt for fiint er og skarn.

Allzu festes Anziehen macht schlaff. Der Sultan der Flöhe ist in Tiberias.

Allzu festes Regiment bricht leicht.
la] Nulla potentia longa est.

Allzu fett ist ungesund.

Allzu fetter Herd nicht lange währt.

Allzu fromm ist Nachbars Spott.
info] Übertreibung schadet.
ndt] Allto fram is Nabers Spott.

Allzu fromm taugt nicht.

Allzu früh kommt auch unrecht.

Allzu geistige Männer bedürfen ebenso sehr der Ehe, als sie ihr wie einer widrigen Medizin widerstreben.
Friedrich Nietzsche

Allzu gelehrt taugt nicht.

Allzu gelinde ist verachtet geschwinde.

Allzu gemein macht dich klein (o. verachtet).

Allzu gemein macht dich klein.
Darmstadt
la] Contemtum parit nimia familiaritas.

Allzu gemein macht veracht(et).

Allzu gerecht macht's meist schlecht.

Allzu gerecht tut Unrecht.

Allzu gerecht tut unrecht.
z] Seid nicht allzu gerecht, sie verstehen es nicht, wie schön euer Fehler sei.
Klopstock

Allzu gern schenken ist krankhaft, nicht menschenfreundlich.
Epicharmos, Fragmente

Allzu geschwind bricht sich leicht ein' Fuß.

Allzu geschwind gar wenig nutzen bringt.

Allzu gesund (o. gut) ist ungesund.
ndt] Allto gôd is ungesund.
Holstein
ndt] ndt] Allto good is ungesund.
info] Der Mensch kann zu viel gute Tage nicht ertragen.
la] Nihil minus expedit, quam agrum optime colere. Plinius

Allzu gesund ist ungesund.

Allzu große Begierde wird immer schädlich.
Goethe (1749-1832), Reinke Fuchs 11. Gesang Vs 66

Allzu große Klugheit macht die Leut zu Narren.

Allzu große Vertrautheit erzeugt Verachtung.
en] Familiarity breeds contempt.

Allzu große Zartheit der Gefühle ist ein wahres Unglück.
Karl Julius Weber, Democritos

Allzu großes Glücken muss in sich ersticken.

Allzu gut fördert Armut.

Allzu gut ist Andermanns Narr.

Allzu gut ist dumm, nur Kamele dulden stumm.

Allzu gut ist dumm.

Allzu gut ist eines anderen (o. Andermanns) Narr.

Allzu gut ist liederlich (o. lüderlich, verdirbt's ganz).

Allzu gut ist liederlich.

Allzu gut ist nicht gut.

Allzu gut ist seines Nachbarn Geck.

Allzu gut ist ungesund.
info] Man kann zu viel gute Tage nicht ertragen, sondern leicht dabei verderben)
ndt] Allto good is ungesund.Allzu gut taugt auch nichts.Allzu gut verdirbt's ganz (o. gar).
ho] Al te zoet, dat is niet goed.
un] A lágy pásztor alatt gyapjut rág a farkas.

Allzu gut kommt dumm heraus, sagte der Abt, als der Pater Johann den Räubern nachlief, um ihnen das Geld zu bringen, das sie in seinem Mantel nicht gefunden hatten.

Allzu gut taugt auch nichts.

Allzu gut verdirbt's ganz (o. gar).
ndt] Allzu gut verderbts gar.
ho] Al te zoet, dat is niet goed.
un] A lágy pásztor alatt gyapjut rág a farkas.

Allzu gute Worte haben wenig Glauben.

Allzu gute Worte haben wenig Glaubens.

Allzu gutmütig ist Nachbars Narr.

Allzu hart macht hartneckig und verstockt.

Allzu hastig is quâd. Oberharz (Nachteilig, gefährlich, schlecht)
var] Allzu hastig taugt nicht.
ho] Al te hastig deugt niet.

Allzu hastig taugt nicht.
nl] Al te hastig deugt niet.

Allzu heiß hat die Kühlung in sich.

Allzu heiß verbrennt den Mais.
la] Ne nimium callidum hoc ist modo. Terenz

Allzu heiße Liebe erkaltet bald.
en] Hot love is soon cold.

Allzu höflich ist verkleideter (o. versteckter) Hochmut.
sd] Alltför ödmjukt är förklädd högfärd.

Allzu keck liegt bald im Dreck.
dk] Alt for kæk er største gæk.
dk] Hvo faren elsker omkommer deri.

Allzu klug ist dumm.

Allzu klug ist dumm.
la] Quisquis plus justo non sapit, ille sapit.
sd] Alltför klok är största tok.
un] Nem igen hasznos felelébb okoskodni.

Allzu klug kann nichts beginnen,
allzu dumm kann nichts ersinnen,
zwischen verrückt und normal
gewinnt man das meiste ohne Qual.

Allzu klug macht närrisch.

Allzu klug macht närrisch.
info] Die Menschen sind niemals einfältiger, als wenn sie recht gescheit, niemals dümmer, als wenn sie recht pfiffig und niemals abgeschmackter, als wenn sie recht liebenswürdig sein wollen.
z] Das is doch immer may Trust gewast, dass man die, so gar zu klug und gelehrt seyn wullen, fer holb närrisch ansicht.
bm] Přílis moudrý, poloviční blázen.
dk] For meget viis har smag af galskab.
la] Qui nimis inquirit, multa pericula subit.
wend] Stóz je jara mudry, tón je pół njemdry.

Allzu klug regiert nicht gut.
dk] All for viis regieren ey wel, verden regieren med ringe viisdom.

Allzu klug schießt daneben.
dk] Alt for viïs giir ingen priis, thi da drukner man i visdommen.

Allzu klug stößt sich zuerst an die Nase.

Allzu klug taugt nirgends zu.

Allzu klug taugt weder für die Nadel, noch für den Pflug.
la] Subtilitas nimia reprobatur.

Allzu kluge Kinder leben nicht lange.
var] Kluge Kinder werden nicht alt.
fr] Il a trop d'esprit, il ne vivra plus. (Er hat zu viel Geist, er wird nicht (lange) leben.)

Allzu kühn taugt nicht.
la] Qui nimis est audax, saepe infeliciter audet.

Allzu kurz taugt kein Schurz.
la] Brevis esse laborat, obscurus fit.
la] Brevia non semper levia, sed sapiens breviter dicere multa potest.

Allzu lang und schwank hat keinen Gang, allzu kurz und dick hat kein Geschick, doch oben kurz und unten lang, verspricht Kraft und guten Gang.
info] In Bezug auf Pferdekauf.

Allzu leicht genügt den Sinnen
An der Schale Gleisnerei,
Sorglos, ob der Kern darinnen
Wahrheit oder Lüge sei.
Bürger, Huldigungslied

Allzu mild hilft bald zu armut.

Allzu mild hilft zur Armut.

Allzu mild macht die Suppe dünn.
dk] Alt for rundt gjör suppen tynd.

Allzu nah mindert die Freundschaft.

Allzu oft begibt es sich, dass unser analytisches Reflektieren über Kunst eigentlich bloß dem Spiegelwerke im Tempel zu Smyrna gleicht, welches auch das holdeste Bild nur als ein verzerrtes zurückwirft.
Edgar Allan Poe, Marginalien

Allzu pfiffig ist nicht klug, sagte der weise Mann.
fr] Le vrai moyen d'être trompé, c'est de se croire plus fin que les autres.

Allzu pfiffig ist nicht klug.

Allzu pünktliche Treue macht jede Übersetzung steif, weil unmöglich alles, was in der einen Sprache natürlich ist, es auch in der andern sein kann.
Lessing, Hamburgische Dramaturgie

Allzu rot bringt den Tod, sagte der Krebs, als ihn die Köchin in den Siedetopf getan.
nl] Je jaagt me eene kleur aan, zei de kreeft tegen den kok, toen hij hem in den ketel gooide.

Allzu satt macht matt (o. Ekel).

Allzu scharf haut nicht.

Allzu scharf macht schartig (o. schneidet nicht).

Allzu scharf macht schartig, sagte der Barbier, als er mit einem stumpfen Messer rasierte.

Allzu scharf macht schartig.
fläm] Alte scherp mookt schuardigh.
fr] Lame trop affilée s'ébrèche.
la] Arcus nimium tersus rumpitur.
la] Triste rigor nimius

Allzu scharf schneidet nicht.
fr] Trop tranchant ne coupe pas.

Allzu scharf und niemals gut, verliert der Jugend frohen Mut.

Allzu scharf wird gern schartig.

Allzu scharf, wisst ihr, macht schartig,
tadeln dürft ihr, aber artig,
räsonnieren, aber sacht.
fr] Trop pointu ne pique pas.

Allzu scharff macht schertig.

Allzu schön kann nicht lang' bestehn.

Allzu schön wird bald vergehn.
nl] Al te schoon komt tot hoon.

Allzu sehr geputzt bringt der Keuschheit wenig Nutz.
la] Fastus inest pulchris sequiturque superbia formam.

Allzu sehr geschmückt und gebutzt, bringt der keuschheit schad und kein nutz.

Allzu sicher, allzu gewiss ist Vollbringens Hindernis.

Allzu spitz bricht.

Allzu spitz wird leicht stumpf.

Allzu spitz, das sticht nicht; allzu scharf, das schneidet nicht.

Allzu spitzig ist nicht witzig.

Allzu spitzig sticht nicht.

Allzu spröde taugt nicht.

Allzu straff gespannt zerbricht der Bogen sehr oft.
z] Allzu straff gespannt zerspringt der Bogen. Schiller, Wilhelm Tell III. 3
fr] La trop grande sévérité révolte.
fr] Trop de sévérité nuit.
la] Absque modo tractus saepissime frangitur arcus. Wipo, Proverbia
la] Arcum intensio frangit, animum remissio.
la] Arcus, qui nimis intenditur, rumpitur. August Bebel (1840-1913), Proverbia Germanica
la] Fortius intentus frangetur saepius arcus. Walther, Proverbia sententiaeque

Allzu straff zersprengt den Bogen.
la] Arcum intensio frangit, animum remissio.

Allzu streng zerreisst.
la] Nimium severus adsidet insano.
sd] Alt för stränge råda intet länge.
sd] Sträng styrssel sätter aff sätet.

Allzu stumpf schneidet nicht.

Allzu teuer geboten macht die Ware unwert.

Allzu teuer geboten, macht die Ware unwert.
la] Care taxata non est res undique (vendita) grata.

Allzu teuer macht die Ware unwert.

Allzu viel Ehre ist eine halbe Schande.

Allzu viel Geld für die Kinder aufzuhäufen, ist ein Vorwand der Habsucht, die dadurch den ihr eigenen Charakter verrät.
Demokrit, Fragmente

Allzu viel ist bitter, und wär's auch lauter Honig.

Allzu viel ist nicht genug.

Allzu viel ist ungesund.

Allzu viel ist ungesund.
fläm] Al te veel is onghezond.
fr] Fille trop vue et robe trop vêtue ne sont pas bien chères tenues.
fr] Trop est mal-sain.
fr] Trop et trop peu gâtent tous les jeux.
it] Il troppo dolce stomaca.
it] Il troppo non è mai sano.
it] Il troppo stroppia.
it] Ogni soverchio rompe il coperchio.
it] Ogni troppo è vizioso.
it] Semina con la mano e non col sacco.
la] Copia parit fastidium.
la] Ingratum est, quidquid nimium est.
la] Nimia omnia nimium exhibent hominibus negotium. Plautus
la] Non bene olet, qui bene semper olet.
la] Omne nimium nocet.
la] Omne nimium vertitur in vitium.
la] Qui nimis emungit, elicit sanguinem.
la] Quod nimium est, fugito. Cato
sp] En casa de tia mas no cada dia.
sp] Lo poco agrada, lo mucho enfada.

Allzu viel macht auch aus Tugend ein schlimmes Spiel.
it] Per l'eccesso la virtù diventa viziosa.

Allzu viel reist den Sack.

Allzu viel schmeckt schlecht.

Allzu viel Sorge macht vorzeitig alt.
Estland

Allzu viel treibt den Bauch vor.
fl] Alte veel, dar werd de buyk zeer af.

Allzu viel wissen macht Kopfweh.

Allzu viel zerreisst den Sack (o. die Tasche).
dk] For miget pijner saekken sönder, tynger vognen i stykker, nedsaenker skibet.
fl] Al te veel schuert de zak.
ho] Al te veel scheurt den zak.

Allzu viele kommen uns schon heute vor wie Tote, wie Leute, die schon hinter sich haben, was sie vor sich haben, so wenig tun sie dagegen.
Brecht, Zum Völkerkongreß für den Frieden 1952

Allzu weis ist töricht.

Allzu weis' kann nichts beginnen und allzu närrisch nichts ersinnen.
nl] Al te wijs kan niet beginnen, al te zot kan niet verzinnen.

Allzu weise ist töricht.
z] Ik hebbe jo doch an deme boke lezen: en man schal nenet dynghes to wis syn.
fr] L'esprit qu'on veut avoir gâte celui qu'on a.
it] Chi vuole soprassapere, per bestia si fa tenere.
la] Qui omnia scire simulant, nil quicquam sciunt.
la] Quisquis plus justo non sapit, ille sapit.
sd] Allt för klok är största tok.
un] Nem igen hasznos feletébb okoskodni.

Allzu weise sein, heißt ein Narr sein.

Allzu weise taugt nicht.

Allzu weise und fromm dienet (o. taugt) nicht(s).

Allzu witzig ist unnützig.

Allzubehend hat's oft verfehlt.

Allzufrüh kommt auch unrecht.

Allzugemein macht verachtet (dich klein).

Allzugerecht Tut unrecht.

Allzugut fördert Armut.

Allzugut ist Andermanns Narr.

Allzugut ist liederlich (o. lüderlich).

Allzuklug ist dumm.

Allzumild hilft zur Armut.

Allzuscharf macht schartig.

Allzusehr ist nur zu gut, sagte Eulenspiegel, ging sieben Jahre nach Essig und zerbreach den Topf.
ndt] Allto sehr (o. geschwind) öss nur to got, säd de Ulespegel, ging sewe Jahr no Etig on terbrok den Top.

Allzuspitz wird leicht stumpf.

Allzuspitzig ist nicht witzig.

Allzuspitzig sticht nicht.

Allzutätige Personen werden aber doch in einem gleichmäßig geregelten Zustande lästig.
Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,14

Allzuteuer geboten macht die Ware unwert.

Allzuviel ist nicht genug.

Allzuviel Wissen macht Kopfweh.

Allzuviel zerreißt den Sack.

Allzuviele Menschen verwechseln Fehlplanung mit Schicksal.
Unbekannt

Allzuweis ist töricht.

Allzuwitzig ist unnützig.

Almosen geben armet nicht, Kirchengehen säumet nicht, Wagenschmieren hindert nicht, unrecht Gut wuchert nicht, Gottes Wort trügt nicht.

Almosen ist des Reichen bester Schatz.

Almosen, das von Herzen kommt, dem Geber wie dem Nehmer frommt.

Almosengeben armet nicht, Kirchengehen säumet nicht, Wagenschmieren hindert nicht, unrecht Gut wuchert nicht, Gottes Wort trügt nicht.

Als Adam grub und Eva spann, wo war da wohl der Edelmann?

Als Adam hackt' und Eva spann, wer war da (wohl) der Edelmann?

Als alles brannte, brannte das Wasser nicht.

Als Christus allein war, versuchte ihn der Teufel.

Als das Meer sich in Honig verwandelte, verlor der arme Mann seinen Löffel.
Bulgarien

Als David kam ins Alter, da sang er fromme Psalter (o. da macht' er Psalter).

als dem Wirt 'n Tropfen geschenkt.

Als Demut weint' und Hoffart lacht', da ward der Schweizerbund gemacht.

Als der Bauernbub in eine andre Haut schlüpfte, gewann die Magd ein Kind.

Als der Esel zur Hochzeitsfeier eingeladen wurde, sagte er, 'Sie brauchen mehr Holz und Wasser.'
Bosnien

Als Gott die Erde schuf und die Steine verteilte, platzte der Sack und alle fielen auf Montenegro.
Montenegro

Als Gott die Frau gestrickt hat, hat die Wolle nicht gereicht; als er jedoch den Mann gestrickt hat, ist Wolle übrig geblieben. Also beschloss er, sie zusammenzubringen, auf dass sie sich gegenseitig flickten.
Bulgarien

Als ich um 10.00 Uhr auf die Uhr schaute, war es erst halb neun.
Alfred Kerr (1867 - 1948)

Als man rief Waden, Verstand er Spaden.

Als Petrus zu Hofe kam, verleugnete er seinen Herrn und Meister.

Alsbald der Mensch ein Wörtlein spricht, so weiß Gott schon, was ihm gebricht.

Also geht es in der Welt, der eine steigt, der andre fällt.

Also hat Gott die Welt geliebt, und der Pfaff seine Köchin.

Alt Fleisch macht fette Suppen.

Alt Freund, alt Wein, alt Geld führt (o. führen) den Preis in aller Welt.

Alt Geld macht neuen Adel.

Alt Holz brennt besser als junges.

Alt Holz gibt gut Feuer.

Alt ist drum nicht Recht.

Alt und arm sein sind zwei schwere Bürden; man hätt' an einer genug zu tragen.

Alt und jung essen Küfen zu Tisch und zu Bett.

Alt werden will jeder, älter werden, niemand.

Alte Affen, junge Pfaffen, wilde Bären soll niemand in sein Haus begehren.

Alte Bäume sind bös biegen.

Alte Beutel schließen übel.

Alte Bienen geben wenig Honig.

Alte Böcke, steife Hörner.

Alte Brück', ein falbes Pferd, schnelle Tat, nicht wohl erwogen, ein Schwager und ein Erlenbogen, wenn die bestehen, sind lobenswert.

Alte Diener, Hund und Pferd sind bei Hof in einem (o. gleichem) Wert.

Alte Eier, alte Freier, alter Gaul, sind meistens faul.

Alte Fässer rinnen gern.

Alte Feindschaft wird leicht neu.

Alte Freunde soll man nicht verkaufen, denn man weiß nicht, wie die neuen geraten.

Alte Freunde soll man nicht verkiesen, denn man weiß nicht, wie die neuen geraten wollen.

Alte Freunde und alte Wege soll niemand vergessen.
Färöer - Inseln

Alte Füchse sind schwer zu fangen.

Alte Fürze stinken.

Alte Geigen bezieht man auch mit neuen Saiten.

Alte Geiß leckt auch gern Salz.

Alte Geschichten zu erzählen macht neuen Zorn.

Alte Gewohnheit ist stärker als Brief und Siegel.

Alte Gewohnheit lässt sich schwerlich verändern.

Alte Gewohnheit soll man nicht brechen.

Alte Haut bedarf des Gerbens.

Alte Häute sind zäh und bedürfen viel Gerbens, das sie aber nicht leiden.

Alte Hennen geben fette Suppen, haben aber zähes Fleisch.

Alte Hennen geben fette Suppen.

Alte Hunde ist schwer bellen lehren.

Alte Hunde reiten auf dem Arsch.

Alte Hunde sind bös ziehen.

Alte Huren sind der Buhler beste Boten.

Alte Karren gerne knarren.

Alte Kessel machen rußig.

Alte Kirchen haben dunkle Fenster.

Alte Kirchen haben gut Geläut(e).

Alte Krähen sind schwer zu fangen.

Alte Kuh gar leicht vergisst, dass sie ein Kalb gewesen ist.

Alte Leut' und alte Pferd', hält niemand wert.

Alte Leute müssen ihre Stärke aus der Schüssel nehmen.

Alte Leute sehen am besten in die Ferne.

Alte Leute sind bös jung machen.

Alte Leute sind wunderlich: das nimmt ihnen niemand als die Schaufel.

Alte Leute sind wunderlich: wenn es regnet, wollen sie Heu machen.

Alte Leute sind zweimal Kinder.

Alte Leute sitzen gerne warm.

Alte Leute werden pumplich.

Alte Leute, alte Häute.

Alte Leute, alte Pferde, hält niemand wert.

Alte Leute, alte Ränke, alter Fuchs, alte List.

Alte Leute, alte Ränke, junge Füchse (o. Leute), neue Schwänke.

Alte Liebe rostet nicht, und wenn sie zehn Jahr(e) im Schornstein hinge.

Alte Liebe rostet nicht.

Alte Liebe welket nicht, auch wenn es dir das Herze bricht.

Alte Marksteine soll man nicht verrücken.

Alte Narren, wenn sie geraten, sind bessere Narren als andere Narren.

Alte Ochsen machen gerade Furchen.

Alte Ochsen treten hart.

Alte Raben sind nicht leicht zu täuschen.
Färöer - Inseln

Alte Röhren tropfen gern.

Alte Säckel schließen übel.

Alte Schäden sind bös heilen.

Alte Schäden und Gebräuche muss man lieber dulden, als sie unzeitig arzneien.

Alte Schuhe verwirft man leicht, alte Sitten schwer.

Alte Schuld rostet nicht.

Alte Schwäre sind übel zu heilen.

Alte Schweine haben harte Mäuler.

Alte soll man ehren, Junge soll man lehren, Weise soll man fragen, Narren vertragen.

Alte Stiefel bedürfen viel Schmierens.

Alte Sünde macht oft neue Schande.

Alte Sünde richtet oft neue Schande an.

Alte Sünden machen neue Schande.

Alte Vögel sind schwer (zu) rupfen.

Alte Wachteln sind übel fangen.

Alte Wege und alte Freunde soll man in Würden halten.

Alte Wunden bluten leicht.

Alte Wunden soll man nicht aufreißen.

Alte Zeichen lügen nicht.

Alte Ziegen lecken auch gern Salz.

Altem Wein gehört kein neuer Kranz.

Alten Schmutz muß man nicht aufrühren.

Alter erfährt alle Tage was Neues.

Alter Freunde, alten Weins und alter Schwerter soll man sich trösten.

Alter Friede wird leicht erneut.

Alter Fuchs ändert den Pelz und behält den Schalk.

Alter Fuchs ändert wohl das Haar, aber nicht den Sinn.

Alter Fuchs kommt nicht ins Garn.

Alter Fuchs, alte List.

Alter Fuhrmann hört noch gerne klatschen.

Alter Hader ist bald wieder neu.

Alter hilft vor Torheit nicht.

Alter ist ein schweres Malter.

Alter kommt mit mancherlei.

Alter Leute Meinung ist allzeit die Beste.

Alter macht zwar immer weiß, aber nicht immer weise.

Alter Mann macht junger Frau Freude wie der Floh im Ohr.

Alter Mann und jung Weib besser als alt Weib und junger Mann.

Alter Mann und junges Weib, gewisse Kinder, Junger Mann und altes Weib, nur arme Sünder.

Alter Mann, guter Rat.

Alter Schaden blutet leicht.

Alter schadet der Torheit nicht, Jugend schadet der Weisheit nicht.

Alter Schlauch hält (o. fasst) neuen Most nicht.

Alter schützt vor Torheit nicht, Jugend schad't der Weisheit nicht.

Alter Vogel, steifer Kogel.

Alter Wein, gesunder Wein.

Alter wünscht jedermann, und so es kommt, haßt man's.

Alter Zank wird bald (o. leicht) erneut.

Altes Brot ist nicht hart, kein Brot, das ist hart.

Altes Fleisch gibt fette Suppen.

Altjungferntum ist viel schlimmer, als schlecht verheiratet zu sein.
Bulgarien

Altklug nie Frucht trug.

Am (im) Schwanz ist das Gift.
fr] A la queue est le venin. - En la queuë et en la fin gît de coûtume le venin.
ho] In het startje zit het venijn.

Am 1. Mai fährt man den Ochsen ins Heu.

Am 10. Jänner Sonnenschein,
bringt reiche Ernte und guten Wein.

Am 15. April der Kuckuck singen (o. rufen) soll, und müsst er singen (o. rufen) aus einem Baum, der hohl.
ndt] An 'n 15. Awril de Kukuk singen sull, un wier 't ut 'n Bom, de hull.
it] A cinque d'Aprile il cucco de venire, e se non viene ai sette o gli otto, o che è presso o che è morto.
lux] De fofzengten Aprel muss de Gukuck sangen.

Am 30. Februar ganz gewiss, immer schönes Wetter ist.

Am 30. Februar hat Petrus frei, da ist ihm der Winter einerlei.

Am 8. des April, da soll der Kuckuck kommen. Kommt er am 8. nicht, so ist er tot oder gefangen. Und kommt er am 10. nicht, so ist er gefangen im Zaun; und kommt er am 20. nicht, so ist er gefangen im Korn; und kommt er am 30. nicht, so aß ihn der Hirt mit Polenta.
Venetien

Am Aba nit nid'r, am Morga nid ûf, isch all'r fule Lüüte Bruch.
Bern

Am Aba nit nid'r, am Morga nid ûf, isch all'r fule Lüüte Bruch.
Bern
hdt] Am Abend nicht ins Bett, am Morgen nicht aufstehen, ist aller faulen Leute Brauch.

Am Abdontag (30.7.) soll man Gras schneiden, Farn ausreißen, Schilf aus den Teichen, Dornen aus den Feldern rotten, Schwamm am Hause beseitigen, Ungeziefer vertilgen, Kugeln gießen
info] Abdons war ein Märtyrer unter Kaiser Decius. Der Glaube ist auf den Anklang des Namens an 'abtun' zurückzuführen. Im Bergischen heißt der Tag daher 'Abtu-Tag'. Um die Kenntnis von seinen unheilvollen Eigenschaften verschwinden zu lassen, hat man ihn 'Beatrix' umbenannt.

Am Abend (geh) früh schlafen, am Morgen steh früh auf. Estland

Am Abend des Lebens lieben wir nur noch die Stille.

Am Abend des Winterfestes (d.i. Weihnachten) gehen sogar die drei Faulen in die Kirche.
Estland

Am Abend duftet alles, was man gepflanzt hat, am lieblichsten.
Leisewitz, Julius v. Tarent

Am Abend eines Lebens werden die großen und wichtigen Dinge klarer, so wie in der Landschaft die Linien klarer werden. Unsere Waage wird zuverlässiger und gerechter, und sie wird auch milder. Und milder wird auch die Trauer um die große Erkenntnis, dass wir aufhören müssen, Mensch zu sein, gerade in dem Augenblick, in dem wir begonnen haben, es zu werden.
Ernst Wiechert

Am Abend erkennt man den Arbeiter und am Morgen den Wirt.

Am Abend früh über Nacht bleiben, am Morgen sich früh auf den Weg machen.
Estland

Am Abend geht der Magen aufs Stroh.
Estland

Am Abend gekammert, am Morgen gejammert.

Am Abend geschnittene Nägel werden eines gesunden Mannes Tod.

Am Abend geschwelgt, am Morgen gekelcht.

Am Abend geschwelgt, am Morgen gekelcht.
info] Dafür gebüßt, gelitten.

Am Abend ist der Tanz lieb, am Morgen der Schlaf süß.
Estland

Am Abend ist warm der Herd, am Morgen der Steert.

Am Abend kriegt der Igel Beine.

Am Abend lobe den Meister und am Morgen den Gastwirt.
Frankreich
fr] Au soir, loue l'ouvrier, et au matin, l'hôtelier.

Am Abend nimmt das Bergmännlein teil an einem Hochzeitstanz

Am Abend nimmt man den Magen auf den Schoß.
Estland

Am Abend noch ein Edelmann, am Morgen spricht er die Leute an.

Am Abend noch Jungfrau, um Mitternacht eine junge Frau, beim Morgenrot schon ein Hausfrauchen.

Am Abend schätzt man erst das Haus.
Goethe (1749-1832), Faust I, Vor dem Tor
Wagner Vs 1144

Am Abend schimpf nicht mit deiner Frau, sonst musst du alleine schlafen.
China

Am Abend sind alle Katzen grau.
Estland

Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
Von tödlichen Waffen
Georg Trakl, Grodek

Am Abend waren fünf Paar Ochsen da, am Morgen ist nicht einmal ein Kalb (da).
Estland

Am Abend wird der Faule fleißig, und der ganz Faule am Sonnabend.
Finnland

Am Abend wird der Faule fleißig.

Am Abend wird man klug
Für den vergangenen Tag,
Doch niemals klug genug
Für den, der kommen mag.
Friedrich Rückert, Gedichte

Am Abend wirst du in der Liebe geprüft. Lerne zu lieben, wie Gott geliebt sein möchte, und lass deine Eigenheit.
Juan de la Cruz, Merksätze von Licht und Liebe

Am Abend zeigt es sich, ob die Nacht hell sein wird.

Am Abend zeigt es sich, ob die Nacht hell sein wird.
info] Die Ägypter wollen damit sagen, dass eine Person von ihrer frühesten Jugend Zeichen ihrer künftigen Tugenden gibt.

Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,
Folg ich der Vögel wundervollen Flügen.
Georg Trakl, Verfall

Am Abrahamstag (20.12.) soll man versuchen, Schätze zu graben.

Am Agathentag die Hälfte Heu und die Hälfte Stroh.
fr] A la St.-Adietta demi schon fin et demis cha pailletta.

Am Albertstage (24.4.) versteckt ihre Socken die Krähe im Roggen.
pl] Na Woy ciecha wrona się wzycie skryil.

Am Alekseitag (17.3.) die Schlittendeichseln hinaus, die Wagendeichseln herein.
Estland

Am allerfördersamsten aber sind unsere Nebenmenschen, welche den Vorteil haben, uns mit der Welt aus ihrem Standpunkt zu vergleichen und daher nähere Kenntnis von uns zu erlangen, als wir selbst gewinnen mögen.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort

Am allergefährlichsten ist es, sich eine Vorstellung von einem Land oder einem Menschen zu bilden, den man ungenügend kennt, und dann alles aus dem vorskizzierten Schema erklären zu wollen.
Ehrenburg, Memoiren

Am Allerheiligen säe Weizen und sammle Disteln.

Am allertiefsten endlich erniedrigt es uns vor dem Auslande, wenn wir uns darauf legen, demselben zu schmeicheln.
Fichte, Reden an die deutsche Nation

Am allerwenigsten muss man an den Charakteren herumbasteln wollen, es führt zu gar nichts, außer zu Verstimmung und Ärgernis.
Theodor Fontane, Der Stechlin

Am alten Maitage muss sich eine Krähe in der jungen Saat verbergen können.

Am Alter und am Tode will jeder zum Ritter werden.
mhd] Am alter wil iederman geritten und zum ritter werden.

Am anderen liebt man Vollkommenheit, an sich sich.
en] In others we love perfection, in ourselves, ourselves.

Am Anfang auf den Zaum gebissen, zuletzt doch auf die Brack geschissen.

am Anfang beginnen
la] a linea incipere.

Am Anfang der Nacht gebe ich mein Leben für dich, o Weib. Am Ende der Nacht sage ich: such dir eine Decke zum Wärmen, denn meine brauche ich für mich allein.

Am Anfang der Welt war der Bauer, und wo war der Junker?

Am Anfang fangt ma net mit de Knöpf a.

Am Anfang gehören alle Gedanken der Liebe. Später gehört dann alle Liebe den Gedanken.
Albert Einstein

Am Anfang heilen ist besser (o. leichter) als am Ende.
info] Niesswurz, sagt Ovid, ist umsonst, wenn die kranke Haut schon geschwollen, Arnei zu spät, wenn das Übel durch die Länge der zeit schon unheilbar geworden ist.
la] Satius est initiis mederi quam fini. Suid.

Am Anfang ist das Suchen nach Wissenschaft bitter wie Galle.
Afrika

Am Anfang passen sie in ein Hemd, später nicht in dieselbe Hütte.
Estland
info] Von der Ehe gesagt.

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde aber war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
info] Himmel und Erde = das gesamte Schöpfungswerk Gottes; der Kosmos als eine Einheit; sein Erscheinungsbild als ein Oben und Unten. Ein Gericht aus gemischtem Kartoffel- und Apfelpüree mit gebratener Blut- und Leberwurst; nach den Kartoffeln in der 'Erde' und den Äpfeln im 'Himmel' benannt.
la] In principio creavit Deus caelum et terram. Terra autem erat inanis et vacua, et tenebrae super faciem abyssi, et spiritus Dei ferebatur super aquas.

Am Anfang steht der Glaube, am Ziel die Schau.
Augustinus

Am Anfang war das Vorwort.

Am Anfang war das Wort - am Ende die Phrase.

Am Anfang war das Wort und nicht das Geschwätz, und am Ende wird nicht die Propaganda sein, sondern wieder das Wort.
Gottfried Benn

Am Anfang war das Wort, am Ende war es fort.

Am Anfang war das Wort. Am Ende das Zitat.

Am Anfang war das Wort. Dann kamen die Wortspalter und machten Sätze daraus.

Am Anfang war das Wort. Dann muss es ihm die Sprache verschlagen haben.

Am Anfang war das Wort. Dann wurde es ergriffen.

Am Anfang war das Wort. Es folgte das Geschwätz.

Am Anfang war das Wort. Und dann wurde es durchs Bild zerstört.

Am Anfang war das Wort. War es das richtige?

Am Anfang war das Wort.
la] In principio erat verbum.

Am Anfang war der Vorsatz.

Am Anfang war die Kraft.
Paula Modersohn-Becker, Tagebuchblätter

Am Anfang war die Presse.

Am Anfang war die Stille, dann kam das Wort, gleich darauf das Geschwätz - und zum Schluss wieder das Schweigen.

Am Anfang war die Tat.
Goethe (1749-1832), Faust

Am Anfang war die Untat.

Am Anfang wollt' ich hoch hinaus und kam nachher ins Gärtnerhaus (o. Hurenhaus).
info] Wenn jemand bei der Wahl einer Gattin anfänglich zu hohe Ansprüche und zuletzt arge Missgriffe macht.

am angeführten Ort
info] Stelle einer Schrift
la] loco citato (l. c.)

Am Angesichte sieht man's wohl.
fr] Au vis se découvre souvent le vice.

Am Anrühren des Klaviers erkennt man den Spieler.
it] Al toccar de tasti si conosce il buon organista.

Am Antoniustag (17.1.) erblickt das Schwein am Himmel die Sonne.
Estland

Am Antoniustag gesegnetes Brot wird aufs Flachsfeld gelegt.

Am Antoniustag musste die Hälfte des Viehfutters vorhanden sein.
Estland

Am Antoniustag seien der Quappe die Flechten losgegangen.
Estland
info] Die Quappe fängt an zu laichen). Estland

Am Antoniustag wird der Winter in zwei Hälften gezählt.
Estland

Am Antoniustag wird des Winters Rücken gebrochen.
Estland

Am Antoniustag wird im Meer das erste Robbenjunge geboren.
Estland

Am Antoniustage steht auf des Daches Giebel: Das Brot zur Hälfte, das Viehfutter zur Hälfte.
Estland (Die Wintervorräte dürfen nur zur Hälfte verzehrt und müssen noch zur Hälfte übrig sein. Der Antoniustag (17.1.) wird von den Esten für die Mitte des Winters gehalten. Die Russen nennen daher auch den heiligen Timotheus (22.1.) Halbwinterer und die heilige Xenia (24.1.) Halbbrotbewahrerin.

Am Antoniustage verlängert sich der Tag um einen Teufelsschritt. (Eine Stunde)
it] Sant' Antonio il dì s'allunga d'un passo di demonio.

Am Aprilregen ist viel gelegen.
fr] Avril pluvieux, Mai gai et venteux, annoncent fécond et même gracieux. - Pluje d'abril vaut le char de David.

Am ärgsten verdrießet ein Spaß, der die Wahrheit ist.
es] No hay peor burla que la verdadera.

Am armen Schlucker wischt sich jeder Jämmerling die Schuh'.

Am Aschentag (d. i. Aschermittwoch) wird (einmal) das Fleisch abgequästet und der Fisch aufgequästet. Estland

Am Aschentag wird (einmal) das Fleisch abgequästet und der Fisch aufgequästet.
Estland

Am Aschermittwochabend (geh) schlafen ohne Licht, zur Fastnacht bei Tageslicht.
Estland

Am Aufschub stirbt die Tugend.

Am Augusto die zween letzten Tag, und ersten zween September betracht. Dann so die schön und fein gespürt, wird Bachus mit Trauben geziert.

Am Aussehen erkennt man den Mann.
la] Ex visu cognoscitur vir.

Am Aussehen erkennt man den Menschen, am Gesichtsausdruck erkennt ihn der Weise.
Altes Testament, Jesus Sirach 19,29

Am Ausskehren wird sich finden, wer das Schermesser gefressen hat.
z] Oder am End wird sich's aussweysen, was ein jeder für ein Vogel gewesen.

Am Bärentag (Margaretentag, 13.7.) muss man einmal um das Feld ziehen, dann muss die Egge auf dem Feld sein.
Estland

Am Bärentag wird auch die Roggenwurzel abgebrochen.
Estland

Am Bart des Toren lernt der Barbier rasieren.
es] En la barba del necio aprehende a rapar el barbero.

am Bart zupfen
la] vellere barbam

Am Barte des Narren lernt man das Messer scheren.

Am Barte des Narren lernt man scheren.
fr] A barbe de fol, on apprend à rire.

Am Bartholomäustag (24.8.) schüttle die Äpfel und Birnen ab.
info] Wenn das Sommerobst länger steht, wird es mehlig.

Am Bartholomäustag gehen die Schwalben in den See.
Estland

Am Bartholomäustag sät man nicht, denn Pärtel soll gesagt haben: 'Streut mir nicht in die Augen, sondern kratzt mir den Rücken!', er habe aber befohlen, zu pflügen und zu eggen.
Estland

Am Bartholomäustag versteck nur deinen Vespersack.
Wohlau
ndt] Bartelmies spart Botter onn Kies, Lingen-Hosen onn Strüh-Hot.

Am Bartholomäustag wird ein kalter Stein ins Meer und ein warmer Stein in den Brunnen geworfen.
Estland

Am Bauch groß, hinten bloß.

Am Baume des Schweigens hängt seine Frucht, der Friede.
Schopenhauer (1788-1860), Parerga und Paralipomena, Unser Verhalten gegen den Weltlauf

Am begierigsten langt der Hilfsbedürftige nach dem Fernsten, dem Unbekanntesten, und der Fremde erweckt in ihm das Vertrauen, welches er zu dem Nächsten verloren hat.
Chamisso, Reise um die Welt

Am Bembembelenstag, wenn d' Eule bocket.
info] ..soll irgendetwas geschehen (d.h.) nie. Scherzhafte Antwort auf die Frage: Wann? Oder: wann wird's geschehen? Fragt man: Wann ist der Bembembelenstag? so lautet die Antwort: Wenn die Eule bocket)

am besagten Ort
la] dicto loco

Am besten aber wirst du den Charakter eines Menschen kennenlernen, wenn du beobachtest, wie er jemanden lobt und wie er sich verhält, wenn er selbst gelobt wird.
Seneca (??-65 n. Chr.), Mächtiger als das Schicksal

Am besten angewandt ist die Zeit, die man verschwendet.
Frankreich

Am besten erkennt man den Charakter eines Menschen bei Geldangelegenheiten, beim Trinken und im Zorne.
Talmud, Erubin

Am besten fängt man unten an und endet oben.
Ungarn

Am besten gehen Bücher, welche die Sitten schildern, wie sie wirklich sind, einfache, aus dem Leben geschöpfte, zu Herzen gehende Werke, frei von geschraubtem Stil und exklusivem Jargon.
Mercier, Bücherverleiher

Am besten gerät uns immer die stinkende Hoffart, sprach der Hofnarr, als eine Frau den Flor im Klostergarten rühmte.

Am Besten hat man den besten Kauf.

Am Besten hat man den besten Kauf.
it] Il migliore è meno caro.

Am besten ist der beste Kauf.

Am besten ist die beste Arbeit und der nützlichste Kauf.

Am besten ist es, Geschäfte mit Gott zu machen, er hat zwei Hände und beide sind gleich warm.
Finnland

Am besten ist es, mit dem eigenen Arsch zu scheißen.
Estland

Am besten ist es, sich an die Gegenwart zu halten; die führt unsre Freuden und Leiden mit sich! Die Gegenwart gehört dem Menschen wie das Vergangene den Toten und die Zukunft den Göttern!
Weerth, an die Mutter, 23. 2. 1844

Am besten ist es, weder einen guten Bettelmönch zum Freund noch einen schlechten zum Feind zu haben.
Spanien

Am besten ists auch hier, wenn ihr nur einen hört
Und auf des Meisters Worte schwört.
Im ganzen - haltet euch an Worte!
Dann geht ihr durch die sichere Pforte
Zum Tempel der Gewissheit ein.
Goethe (1749-1832), Faust I, Studierzimmer
Mephisto Vs 1988f.

Am Besten ist's gewesen.

Am besten ist's, die Bösen sind entzweit,
so lebt der Rest der Welt in Sicherheit.
Laßt doch die Schurken ihre Kriege führen!
Wer Frieden liebt, sollt' ihr Gezänk noch schüren!
La Fontaine, Die Geier und die Tauben

Am besten lässt man eine Kränkung sich dreimal wiederholen, die erste kann ein Zufall, die zweite ein Fehler sein, aber die dritte ist wahrscheinlich beabsichtigt.
Kongogebiet

Am besten machst du gleich dein Ding am Anfang recht,
Nachbesserung macht oft Halbgutes völlig schlecht.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Am besten schmeckt, was man selber erjagt und schreckt.

Am besten schnell getan.
Shakespeare (1564-1616), Macbeth 1, 7

Am besten spielt, wer gar nicht spielt.

Am besten spricht mit Gott, wer gar nicht spricht.
info] Wer durch Bewunderung seiner Werke tiefe Ehrfurcht vor ihm kundgibt

Am besten stellt man ein gutes Beispiel auf, indem man einem solchen folgt.
Lloyd George, Rede zu Newcastle, 1. 10. 1891

Am Bett eines lange Kranken gibt es keine wahre Sohnesliebe.
China

Am Bettelstabe sein.
fr] Être au bissac.

Am bittersten bereuen wir die Fehler, die wir am leichtesten vermieden hätten.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Am Boden scharren.
info] Am Ende sparen.

Am Brautführer sieht man wohl, was an der Braut ist.
nl] Men ziet aan den bruidleider wel, wat bruid het is.

Am Brot isst man sich nicht den Tod.

Am Bubenseil ziehen.
z] Dem sie selb auch das mehrertheils zohen an solchem Bubenseil.

Am Chauvinismus ist nicht so sehr die Abneigung gegen die fremden Nationen als die Liebe zur eigenen unsympathisch.
Kraus, Aphorismen

Am Dapen (Daumen) sugen.

Am Dienstag heiratet man nicht.

Am Don ist's freilich schön, aber daheim ist's schöner.

Am Donnerstag ist die Woche rum.

Am Donnerstag zum Bade gehen vnd die vbrige fünf (Tage) abwaschen (saufen).

Am Donnerstage trägt kein Vogel zu Neste.
info] Es sollten an diesem Tage Feld- und Hausarbeit ruhen, der Schlesier erklärt das Sprichwort dadurch, weil Gott an diesem Tage die Vögel erschaffen habe.

Am Draht ziehen.
Nordamerika
info] Aus politischem Parteitreiben Gewinn suchen.
z] Die Wortführer sprachen von einer Vereinigung der Parteien (Mozart und Tammanyhall), aber es war nicht eines jeden Wunsch, denn da könnten sie ja nicht am Draht ziehen, wenn sie wollten.
Neuyorker Staatszeitung, vom 19. November 1863

Am Dreikönigstag sind die Feste vorbei, Mariä Verkündigung bringt neue herbei.
info] Mit dem Dreikönigstage schließen die Festtage des weihnachtlichen Festkreises und die des Osterfestkreises beginnen mit Mariä Verkündigung.
it] Befania (Epiphania) tutte a feste manda via, e Santa Maria tutte le ravvia.

Am Dreschfelde vorübergehende Männer müssen den Hut lüften, Frauen die Schürze wehen lassen.

Am dretta Abarella mos der Gugger grüena Haber schnella.

Am Duft erkennt man die Blumen.

Am Dünken und gespanntem Tuch geht viel ein.

Am Dünken und gespannten Tuch geht viel ein.

Am dürren Aste reiten.
info] Am Galgen sterben.
z] Er soll sterben am dürren ast.

Am dut wälle mer es det Brît net af zwo Seyte schmieren.
Siebenbürgisch-sächsisch
hdt] Darum wollen wir das Brot nicht auf zwei Seiten schmieren.

Am e arme Ma' (Mann) putzt jedermann d' Schuah a.
Ulm

Am Eid ist schuld, wer ihn begehrt,
Nicht wer ihn vorteilshalber schwört,
Mithin ist's Unrecht, wenn man spricht,
Dass, wer den Eid nicht hält, ihn bricht.
Samuel Butler, Hudibras

Am eigenen Korn sieht man wohl, wenn des Nachbars Roggen reif ist.

Am Ellenbogen fehlt's dem nicht, sondern da - (auf die Stirn zeigend).
Nürtingen

Am End die Wahrheit wird erkent.
la] In fine videbitur cujus toni.
la] Spondyla fugiens pessime pedit.

Am end find sichs, was für ein klang und gesang die lugen gegeben hat.

Am end kent mans gewandt.

Am end lernt sich, was weltliche ehr gewesen sei.

Am End mag alles noch viel einfacher sein, als der Prediger meint, Gott wird wohl wissen, dass der unsterblichen Seele durch böses Schicksal kein Schaden geschehen kann.
Goethe (1749-1832), Katharina Elisabeth Goethe, November 1755

Am End muass ma dem gar mit'n Weihwedel und mit'n Rauchfassel entgegengehen.
Niederösterreich

Am end sihet man cujus toni.

Am end singt man das Gloria (o. Hallelujah, Ehre sei Gott).
fr] Après Matines doit-on chanter Te Deum.
fr] En la fin se chante le gloria.
sp] Al fin se canta la gloria.

Am end soll man ein ding loben.
it] Cosa fatta ha capo.
la] Non sibi concordem spondent exordia finem.

Am Ende aber, im Tode, wenn das Dasein abgelaufen ist, sinken alle Belichteten wie die Finsteren in die eigene Tiefe hinauf, in diesen unaussprechlichen Abgrund unseres Wesens, den die Menschen draußen Gott, in sich Seele nennen.
Hermann Stehr, Peter Brindeisener

Am Ende aller Enden.

Am Ende deiner Bahn ist gut Zufriedenheit,
Doch wer am Anfang ist zufrieden, kommt nicht weit.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Am Ende der Elle fehlt das Tuch.
fr] Au bout de l'aune faut le drap.

Am Ende der Geduld wartet der Segen.
tü] Sabrın sonu selamettir.

Am Ende der Weisheit ist Gott.
England

Am Ende des Grabens der Purzelbaum.
info] Man fällt man hinein. Wird in vertraulichem Sinne auf den angewandt, der sich in eine Reihe verfehlter Unternehmungen einlässt, die endlich seinen Untergang herbeiführen.
fr] Au bout du fossé, la culbute.

Am Ende des Lebens gehen dem gefaßten Geiste Gedanken auf, bisher undenkbare, sie sind wie selige Dämonen, die sich auf den Gipfeln der Vergangenheit glänzend niederlassen.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 258

Am Ende des Schwadens sitzt man, in der Mitte ruht man sich aus.

Am Ende des Spiels gehen König und Bauer in denselben Beutel.
England

Am Ende des Spiels wartet der Teufel.
en] Gaming has the devil at the bottom.

Am Ende erhält man die Rechnung.

Am Ende erkennt man das Gewerbe.

Am Ende fehlt das Tuch.
fr] Au bout de l'aune faut le drap.

Am Ende findet man die Wahrheit.

Am Ende findet man die Wahrheit.
[RSpW]
info] Will sagen, dass man vor geschlossener Untersuchung nicht einseitig urteilen solle.

Am Ende hängen wir doch ab
Von Kreaturen, die wir machten.
Goethe (1749-1832), Faust II A II, Laboratorium
Mephisto Vs 7003

Am Ende hapert's am meisten.
Schlesien
fr] En la queue est li encombriers (difficulté) souvent.

Am Ende ist das Geld doch das Zeichen aller Notwendigkeiten und Bequemlichkeiten des Lebens.
Goethe (1749-1832), An J. H. Meyer, 19.9.1788

Am Ende ist der ganze Kerl
Noch nicht einmal geboren.
Lortzing, Waffenschmied II. 7

Am Ende ist doch das schlechteste Theater besser als die beste Langweil.
Goethe (1749-1832), Lili Parthey, 23.7.1823

Am Ende ist ihnen (den Großen) niemand unentbehrlich.
Lessing, Minna von Barnhelm, IV, 6 (Tellheim)

Am Ende ist nichts ohne Furcht als ein gut Gewissen.

Am Ende kennt man das Gewebe.

Am Ende kennt man das Gewerbe (o. Gewand).

Am Ende kommt die Ehre.
info] Als Aufmunterung für j-n, der nach einer ehrenvollen Stellung trachtet.

Am Ende kommts vielleicht gar aufs alte heraus, dass wir nur wenig wissen können und dass bloß die Frage ist, ob wir es gut wissen.
Goethe (1749-1832), An Schiller, 15.7.1798

Am Ende läuft es auf eins hinaus, ganz von einer notwendigen Gewohnheit oder ganz von der willkürlichsten Zufälligkeit abzuhangen.
Goethe (1749-1832), Wahlverwandtschaften

Am Ende lobe das Leben und am Abend den Tag.
nl] Het einde des jaars zal men eerst heilig loven.
la] Totum laudatur, si finis laude beatur.

Am Ende meines Strebens könnte meine göttliche Tat (oder Mittat) gewesen sein: dem Manne das Weib gleichgestellt zu haben.
Emil Gött, Gedichte, Sprüche und Aphorismen

Am Ende pflegen die Idealisten doch Recht zu behalten, wenn auch mitunter vielleicht hundert Jahre, nachdem sie begraben sind.
Theodor Storm

Am Ende siegt immer die Wahrheit. Doch leider sind wir erst am Anfang.

Am Ende sieht man cujus toni.

Am Ende sieht man wohl, wie man leben soll.
fr] A la fin louée la vie, et au soir loué le jour.
fr] A la fin on verra qui aura mangé le lard.
fr] Il faut attendre le boiteux.
it] Al levar delle tende si conosce la festa.
it] Nel fine si canta l'alleluja.
la] A bellariis commendatur epulum.
la] Exitus ostendit, quo mundi gloria tendit.
un] Végén szoktak a dolgot megdicsérni.

Am Ende sieht man, was die Glocke geschlagen hat.

Am Ende sieht's ein Tor, ein Klüg'rer in der Mitte,
Und nur der Weise sieht das Ziel, beim ersten Schritte.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Am ende sihet man, was die Glocken geschlagen hat.

Am Ende sind wir alle Pedanten. -
Das mach ich mir denn zum reichen Gewinn,
dass ich getrost ein Pedante bin.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien II

Am Ende söhnet der Geist mit allem uns aus.
Friedrich Hölderlin (1770-1843), Hyperion

Am Ende soll man auf den Anfang sehen.
dk] Som enden er sidst i gierningen, mane den være først i betragtningen.

Am Ende soll man ein Ding loben.

Am Ende soll man ein Ding loben.
en] The end crowns all. Shakespeare (1564-1616), Troilus und Cressida IV,5
fr] La fin couronne les oeuvres.
ho] Het einde kroont (prijst) het werk.
ho] Het einde prijst het leven, gelijk de avond den dag.
it] Il fine corona l'opera.
la] Finis coronat opus. Ovid
pl] Koniec wieńczy dzieło.
sp] El fin corona la obra.
ru] Конец - (всему) депу венец.

Am Ende soll man nicht umkehren.

Am Ende stellt sich alles her, wenn derjenige welcher weiß, was er will und kann, in seinem Tun und Wirken unablässig beharrt.
Goethe (1749-1832), An Zelter, 21. 1. 1826

Am Ende stirbt die Kohlraupe im Kohl.
China
info] Die Schlechten kommen in ihren Sünden um.

Am Ende treiben sies nach ihrer Weise fort,
Als wenn sie nicht erzogen wären.
Goethe (1749-1832), Faust II A II, Am untern Peneios
Chiron Vs 7343

Am Ende verlieren alle Blumen ihren Duft.
Italien

Am Ende war das Leben weniger als der Blick auf das weiße Fohlen, das hinter der Zaunlücke vorbeitrabte.

Am Ende weiß man wieviel es geschlagen hat.

Am Ende weiß man, wie viel es geschlagen hat.

Am Ende wird noch, der neusten Philosophie gemäß, alles in nichts zerfallen, eh es noch zu sein angefangen hat.
Goethe (1749-1832), An Zelter, 12.2.1829

Am Ende wird sich's zeigen.
fr] L'évènement en fera foi.
fr] Nous en jugerons par le succès.

Am ene Weib und an ene Mühle ist aliwîl öppis z' verbessre.

Am Erikstag (18.5.) schießt der Roggen in die Ähren.

Am ersten April schickt man d' Narren, wo man will, am ersten Mai schickt man's wieder hei.
nl] Oop den eersten Aprijl verloor Alba zijn bril.
ho] An 'n irsten April schickt man de Narren wohen man will, un de Kinner nach de Apteik, dat sei Müggenfett, Puckelblau oder Krewtblaut halen.
ho] Op den eersten April sendt men de gekken, waar men will.
info] In Holland, wo man den Befreiungskampf vom spanischen Joche von jener Frühlingsnacht herdatiert, wo am 1. April 1572 die Meergeusen den Soldaten Alba's die kleine Feste Briel entrissen.

Am ersten April schickt man die Narren, wohin man will.

Am ersten Mai fährt man den Ochsen ins Heu.

Am ersten Mai soll sich eine Krähe im Roggen verstecken.

Am ersten Tag bin ich der Fremde (= der Gast), am zwieten Tag eine Last, am dritten Tag stinke ich.

Am ersten Tag ein Gast, am dritten Tag eine Last.
USA
en] The first day a guest, the third day a pest.

Am ersten Weihnachtsfeiertag geht nicht einmal der Hund zu des anderen Haus.

Am Essen erkennt man den Arbeitsmenschen.
Estland

Am Evangelio verleurt man nichts.

Am Fabian un Sebaschtian fange d' Bäum ze saften an.
Strasburg
info] Um diese Zeit (20.1.) fängt nach dem Sprichwort die Natur an, sich allmählich wieder zu beleben. Die Bewegung wird im Pflanzenreich wieder merklich.

Am Faden zieht man den Knäuel hervor.
es] Por el hilo sacarás el ovillo.

Am falschen Ende sparen.
ndt] Eeen Giezkrågen sport den speck up dei Musfall'.

Am farbigen Abglanz haben wir das Leben.
Goethe (1749-1832), Faust II A I, Anmutige Gegend
Faust Vs 4727

Am Fass und Brunnen schmeckt's am besten.
info] Also aus erster Hand.

Am Fasten stirbt niemand.
info] Dass in Deutschland das Fasten nicht zum Hungertode geführt hat, wenigstens nicht in den Klöstern, geht aus dem Küchenbuche des altbayerischen Klosters Benedictbeuern hervor, das der Pater Kuchelmeister im Jahre 1714 eigenhändig unter dem Titel 'Absonderliche Anmerkungen, so in unserer Klosterkuchel das ganze Jahr hindurch zu beobachten seind', in einer Schrift von 136 Seiten zusammengestellt hat. Gleich am ersten und höchsten Feiertage, dem Aschermittwoch, heißt es: 'In die cinerum auf Mittag: Erstlich durchtriebene Arbissuppen mit gebähten Brotschnitten, Eier mit Schmalz auf etlichen Schüsseln, so viel nämlich erklecklich sind, auch so viel Schüsseln geröstete Hechten, alsdann ein guter Sudfisch, jedem seine Portion, etlich Stückel aber mehr, damit alles wohl erklecklich sei. Item Zottlkraut und auf jeder Schüssel vier Häringe. Nach diesen 4 Schüsseln gebachene Dollen, item 4 Schüsseln Platais, dass in jeder wenigstens 6 liegen, dann 4 Schüsseln geselchte Renken oder eingemachte Ruten, mehr 4 Schüsseln geschmelzten Stockfisch, 4 Stück Lachs in süßer Brüh mit Zwiebeln und Mandeln, 4 Schüsseln Schnecken in Häusern, 4 Mandeltorten, 4 Schüsseln Hasenehrl und ebenso viel Krebsen und Zwetschgen und zuletzt drei Schüsseln Obst.'

Am Fastenmarientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) hat der Kiebitz das erste Ei im Nest.
Estland

Am Fastenmarientag soll die Bäuerin den Schweinen das halbe Futter wegnehmen, und den fehlenden Teil muss sich das Schwein draußen schon selbst suchen.
Estland

Am Fastenmarientag wird der erste heiße Stein ins Wasser geworfen, der zweite beim Hinaustreiben von Vieh (1.4.) und der dritte am Georgstag (23. AprilIV). Estland

Am Fasttag (6.8.) werden die Äpfel sauber.
Estland

Am faulsten sind die Parlamente, die am stärksten besetzt sind.
Winston Churchill

Am Februar krachen de Schtîn, äm Mierz kracht det Eiss.

Am Feiertag gesponnen hält nicht.

Am Feiertag zerrinnt, was der Werktag beginnt.
fr] Jour ouvrier gaigne-denier, jour de feste despensier.

Am Feiertage gesponnen hält nicht.

Am feinsten Tuch findet man den Bleicherzipfel.

Am feinsten Tuch täuscht man sich am meisten.
nl] In het fijnste laken, is het meeste bedrog.

Am Feld erkennt man den Mann.
Estland

Am Ferkel wird oft gerochen, was die Sau verbrochen.
la] Quod sus peccavit, succula saepe luit.

Am Fest der Beschneidung Mariä!
info] Also nie, am Nimmerleinstag.

Am Festtag sind alle Leute große Herren.

Am Fliegen kannst du die Krähe nicht hindern, wohl aber, dass sie auf deinem Kopf landet.
Jamaika

Am Flug kann man noch nicht jeden Vogel erkennen.
Estland

Am Fluge erkennt man den Vogel.

Am Flusse kannst du stemmen und häkeln,
Überschwemmung lässt sich nicht mäkeln.
Goethe (1749-1832), Sprichwörtlich

Am Fohlen erkennt man das Pferd.
info] Man sieht, was aus ihm werden wird, oder auch was die sind, von denen es abstammt.

Am Freien liegt eines Mannes Gedeihen.
info] An der richtigen Ehefrau also.

Am Freitag ist Gott reich, am Montag gerecht.
Estland

Am Freitag und am Dienstag heiratet man nicht, verreist man nicht und tritt keine Stellung an.
it] Di venere e di marte non si sposa, non si parte e non s'inizia in arte.

Am fremden Hunde riechen die anderen.

Am Fronleichnamstage sprengt man Weihwasser auf die Felder.

Am Fünften, am Agathentag (5.2.), da rieselt das Wasser den Berg hinab.

Am funfzehnten April der Kuckuck singen soll und müsst' er singen aus einem Baum, der hohl.

Am furchtbarsten erscheint dieses Dämonische, wenn es in irgend einem Menschen überwiegend hervortritt. [..] Es sind nicht immer die vorzüglichsten Menschen, weder an Geist noch an Talenten, selten durch Herzensgüte sich empfehlend, aber eine ungeheure Kraft geht von ihnen aus, und sie üben eine unglaubliche Gewalt über alle Geschöpfe, ja sogar über die Elemente, und wer kann sagen, wie weit sich eine solche Wirkung erstrecken wird?
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit IV,20

Am Fuß der Kerze ist es finster (o. dunkel].
Persien
info] Im Umkreis eines großen Geistes halten es oft nur kleine aus.

Am Fuß des Leuchtturms herrscht Dunkelheit.

Am Fuße der Mauer erkennt man den Maurer.

Am Fuße des Liiakse-Berges ist keine Stadt.
Estland

Am Gang, an der Red' und am Gewand wird der Mensch erkannt.
la] Ex habitu cognoscere.

Am Gange und am Trinken erkennt man die Frau.
Spanien

Am Gängelband führt man keine Männerhand.

Am ganzen Himmel herumirren.
Altrömisch
info] Sehr bedeutend irren. - Entweder aus der Mythe des Phaëton oder der Ceres, oder von den Schiffern entlehnt, welche den Lauf der Sterne beobachten und ihren Lauf danach richten.
la] Toto coelo errare.

Am Gaste man's spürt, wie der Wirt seinen Handel führt.

Am Gaul kauft man die Füße.

Am Geblök erkennt man die Schafe.
nl] Het schaap en het lam herkennen elkander aan hun geblaat.

Am Geding ist keine Folge.

Am Gedinge ist keine Folge.
[RSpW]
info] Das Sprichwort hat seine Quelle im sächsischen Lehnrecht. Die juridische Grundbedeutung von 'Gedinge' ist 'Vertrag' oder 'Verabredung'. Unter Gedinge ist hier die durch ein Versprechen des Lehnsherrn jemandem gegebene Anwartschaft auf ein Lehn zu verstehen, das er ihm geben wolle, sobald es erledigt werde. Wenn mit der gegebenen Anwartschaft nicht eine vorläufige Belehnung verbunden ist, so geht der Sinn des Sprichworts vorzüglich dahin, dass solche Anwartschaften widerruflich sind und den Erben desjenigen, der sie erhielt, noch kein Recht auf den Besitz des Lehns geben, wenn ihrer nicht besonders im Gedingbriefe gedacht worden, dass ferner die Kraft der Anwartschaft mit dem Tode des Versprechenden erlischt, sowie sie den gegenwärtigen Besitzer des Lehns in seinen Rechten nicht kränkt.
mhd] An 'me gedinge n'is nenn volge.

Am gefährlichsten sind die Kritiker, die nichts von der Sache verstehen, aber gut schreiben.
Leopold Stokowski

Am Gefährten erkennt man den Mann.

Am Gehen und am Trinken erkennt man die Frau.
es] En el andar y en el beber se conoce la mujer.

Am gekrümmten Schnabel kennt man den Raubvogel.
fr] Tout bec crochu de proye est soustenu.

Am gelben Mittwoch, als der Riepel die Stieg abfiel.
info] Zu ergänzen: war es oder wird es sein.

Am Geld, im Trunk und im Zorn erkennt man des Menschen Gemüt.

Am Gelde riecht man es nicht, womit es verdient ist.

Am Gelde riecht man's nicht, womit es verdient ist.
en] Money is welcome though it come in a dirty clout.

Am Georgstag (23.4.) gibt das Schaf einen Rock, am Michaelstag (29.9.) einen Pelz.
Estland

Am Georgstag gibt man den Mägden und Knechten die Pässe in die Hand und sie können auf den Heuboden schlafen gehen.
Estland

Am Georgstag legt das Birkhuhn das erste Ei.
Estland

Am Georgstag soll sich das neue Korn schon so recken, dass sich die Krähe drin kann verstecken.
Estland

Am Georgstag werden neue Kummethölzer um den Hals gelegt, neues Kerbholz für die geleistete Arbeit wird in die Hand gegeben.
Estland

Am Georgstag wird den Tieren der Schlüssel abgegeben.
Estland

Am Georgstag wurde dem Wolf der Zaum angelegt, am Michaelstag (29.9.) abgenommen.
Estland

Am Georgstag zeigt sich schon die Schwalbe einen Augenblick, und zieht sich dann nochmal zurück.

Am Geraumen is gut imkären.

Am Gerichtstage wird jeder seinen Korb tragen.

am geringsten achtet.
Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Am Gertrudstag (17.3.) wird der Schweinetrog hinter den Zaun geworfen, das Schwein muss sich dann selbst ernähren.
Estland

Am geruch erkennt man die blumen.

Am Geruch erkennt man Kräuter, am Geschwätze Bärenhäuter.

Am Gesang (o. Federn, Nest) kennt man den Vogel.
it] Al canto si conosce l'ucello et al parlar il buon cervello.
kroat] Pozna se ptica po perju.
kroat] Pticu je poznati iz popévke.
la] E cantu dignoscitur avis.
la] Index est animi sermo.

Am Gesang erkennt man den Vogel.

Am Gesang hört man zu aller Frist, was es für ein Vogel ist.

Am Gesang kennt man den Vogel.

Am Gesang und an den Federn erkennt man jeden Vogel.
la] Ex cantu et plumis volucris dinoscitur omnis.

Am Gesange erkennt man nicht, womit der Vogel gefüttert wird (o. was der Vogel gefressen).

Am Geschmack erkennt man den Wein.

Am Gesellen erkennt man den Mann.

Am Gesicht allein ist der Mensch kenntlich.

Am Gesicht erkennt man den Menschen.
z] Das Verhältnis der Seele zum Gesicht ist von den Physiognomen noch so wenig erklärt, als von den Botanikern das Verhältniss der Staubfäden zum Kelche. W. Menzel, Streckverse
bm] Kazdá tvár na jeve.
en] Face to face, the truth comes out.

Am Gesicht erkennt man den Mohren, an den Worten den Toren.

Am Gesicht erkennt man den Säufer.
fr] A la trogne on connaît l'ivrogne.

Am Gesicht erkennt man, wie ein Mensch geartet ist.
la] Ab occursu faciei cognoscitur sensatus.

Am Gesicht sieht man, was einer im Schilde führt.
bm] Hned se vydá, tvárí, co se v srdci varí.
la] Sua quemque inscribit facies.
pl] Twarz lacno wynurzy, co sie w sercu burzy.

Am Gesind kennt man den Herren.

Am Gewäsch den Gimpel, den Segler am Wimpel.

Am Gewäsche den Gimpel, den Segler am Wimpel!

Am Geweih erkennt man den Spießer.

Am Giebel und am Dach merkt man des Wirtes Hausgemach.

Am Giebel und am Dach spürt (o. merkt) man des Wirtes Hausgemach.

am gleichen Strang (o. Strick) ziehen
en] to pull together
fr] tirersur la même corde
it] mirare al medesimo scopo
la] pari iugo niti

Am Glück ist alles gelegen.
fr] Il n'y a qu'heure et malheur en ce monde.
la] Fortuna homini plus quam consilium valet.

Am Goldbach wachsen die Freunde wie Erlen am Ufer.
Russland

Am Grab der meisten Menschen trauert, tief verschleiert, ihr ungelebtes Leben.
Oskar Jellinek

Am Grabe der Stief(Schwieger-)mutter weinen.
info] Schmerz heucheln, wo man sich freut.

Am Grabe der Stiefmutter (o. Schwiegermutter) weinen.

Am Gräinjt gid et der Lous gât.
Siebenbürgen-Sachsen
hdt] Im Grinde geht es der Laus gut.

Am Grangd äss de Gield biesten ugelôcht.
info] Grangd = eine gute siebenbürgische Traubengattung.

Am Gregorstag geht nunmehr der Winter in das Meer.
pl] Grzegorza idzie zima do morza.

Am Gregorstage (12.3.) schwimmt das Eis ins Meer.

Am Grenzort fehlt's nicht an Diebstahl und Mord.
it] Gente di confini, o ladri, o assassini.

Am großen Kunstwerk ist Stimmungskern und Geflecht nicht zu unterscheiden; vielmehr: Das Gedankliche und das Bildliche wächst organisch aus der ganzen Stimmung heraus. Das Gefühl schafft, gebiert sich selbst seinen Körper..
Morgenstern, Von neuer Lyrik

Am Großtun erkennt man die Kleinen.

Am Gründonnerstag fliegen die Glocken nach Rom und kommen Karsamstag zurück.
Oberösterreich
info] Um die Zeit zu bezeichnen, in der nicht geläutet wird. Während derselben wurde (oder wird an einzelnen Orten noch) 'ratschen' gegangen. Das 'Ratschen gehen' ist ein Kinderfest, die Knaben ziehen herum und rufen die Stunden aus und lassen sich zum Schluss mit Eiern u. dgl. beschenken.

Am Gründonnerstag und Karfreitag Regen gibt selten Erntesegen.

Am guten Alten
In Treuen halten,
Am kräft'gen Neuen,
Sich stärken und freuen
Wird niemand gereuen.
Geibel, Spätherbstblätter

Am guten Bissen verdirbt man sich den Magen zuerst.

Am guten rat ist nichts verloren.

Am guten Tage ein gutes Werk.
fr] A bon jour bonne oeuvre.

Am guten Tage sei guter Dinge, und den bösen Tag nimm auch für gut; denn diesen schafft Gott neben jenem, dass der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.
Prediger Salomo, 7, 14

Am Hag sein.
info] An der Grenze seiner Kunst, seiner Gelehrsamkeit, seines Wissens.

Am Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.

Am Halmen kann man sehen, was er für eine Ähre tragen werde.
z] An der Jugend, was im Alter werd auss ihr werden, denn was sich arten will, das äugelt sich bald.

Am Handel erkennt man die Ware.

Am Handel kennt (o. lernt) man den Wandel.

Am Handel lernt man den Wandel.

Am Handgriff liegt viel.

Am Hechte ist der Schwanz das Beste.
fr] Dos de brochet, ventre de carpe.

Am heiligen Gallus (16.10.) der Apfel in den Sack muss.
pl] Swietego Garusza, musze do miecha vszystkie iablusza.

Am heiligen Georg (23. 4.) säe deine Gerste, Sanct-Marks (25.4.) ist's zu spät.
info] Allgemein: Der kleinste Aufschub schadet.
fr] A la saint George sème ton orge.

Am heiligen Tage soll die Arbeit ruhen.
bm] V den svatý práce mají spáti.

am hellen (o. hellichten) Tag
en] in broad daylight
fr] en plein jour
it] in pieno giorno

Am hellen Mittage eine Laterne anzünden.
info] Etwas nicht zu rechter Zeit tun; oder erläutern was an sich klar genug ist.
fr] Porter lanterne à midi.

Am hellen Tageslichte
Hab ich es anders gesehn.
Gewiss, Geschichten und Geschichte
Wachsen und wechseln im Entstehn. Th. Fontane

Am hellsten leuchtet der Menschengeist, wo Glanz der Kunst mit Glanz der Wissenschaft sich eint.
Emil Du Bois-Reymond, Reden (3. Juli 1890)

Am Herd und am Waschplatz wird alles, gut und böse, erzählt.

Am Heumarientag (Maria Heimsuchung, 2.7.) ist das Gras ausgewachsen.
Estland

Am Heumarientag nimmt man das erste Mal Honig, am Jakobstag (25.7.) das zweite Mal und am Laurentiustag (10.8.) das letzte Mal.
Estland

Am Himmel geschehen Zeichen und Wunder,
Und aus den Wolken blutigrot
Hängt der Herrgott den Kriegsmantel runter.
Schiller, Wallenstein

Am Himmel hat sich noch niemand den Kopf zerstoßen.
Russland

Am Hinken erkennt man den Lahmen.
la] E naevo cognoscere aliquem.

Am Hintern nackt und Parfümerien daran.
info] Der Bettelstolz.

Am höchsten ehren die Götter die Tugend im Geleit des Eros.
Platon, Das Gastmahl

Am Hochzeitstage schneiden Braut und Bräutigam von einem Brot je ein Brautränftel ab; wessen Ränftel zuerst vermodert, der stirbt zuerst.
Aberglaube

Am Hochzeittag flindert die Hauben, darnach fladert sie.
z] Auff Hochzeiten wird manches durchgebracht, das hernach ein lange Zeit zu bezalen ist.

Am Hofe des Königs heißt es: Jeder für sich selbst.

Am Hofe des Königs heißt es: Jeder für sich selbst. Frankreich

Am Hofe des Königs ist jeder auf sich allein gestellt.
fr] À la cour du roi, chacun y est pour soi.

Am Hofe gelten Tugend und Demut selten.
pl] Cnota i pokora niema miejsca u dwora.

Am Hofe hat man keinen Freund als sich selber.
nl] Aan 's konings hof is elk voor zich zelven alleen.

Am Hofe leben, heißt frühen Tod sich geben.
it] Chi disse corte disse morte.

Am Hofe legt man sich mit der Selbstsucht zu Bett und steht mit ihr wieder auf. Sie erfüllt einen morgens und abends, am Tag und in der Nacht, sie ist die Triebfeder im Denken, Sprechen, Schweigen, Handeln.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Am Hofe muss man tun wie am Hofe.
info] Wer unter den Wölfen ist, muss mitheulen; man soll aber vermeiden unter die Wölfe zu gehen.

Am Hofe sagt man aus zwei Gründen Gutes von jemandem: Erstens, damit er erfahre, dass wir gut von ihm sprechen, und zweitens, damit er es auch von uns tue.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Am Hofe teilt man die Menschen ein, wie ehemals die Chemiker die Metalle, nämlich in solche, die sich dehnen und strecken lassen, und in solche, die dies nicht tun.
Heinrich von Kleist, an Ulrike von Kleist, 25. November 1800

Am Hofe und im Hause des Reichen kommt man immer auf seine Kosten.
fr] A la cour (,auprès des grands), s'il n'y pleut, il y dégoutte.

Am Horn fasst man den Ochsen, beim Wort den Mann.
nl] Bij de hoornen vangt (vat, bindt) men den os, bij het woord den man.

Am Horn merkt man das Hirn.

Am Hügel versuchen wie sich der Berg ersteigt.

Am Hühnerseil stricken.
info] Etwas Unnützes und Überflüssiges tun, als wenn z.B. eine Mutter ihre Töchter in der Putzsucht und im Kokettieren unterrichtet.
z] Noch find ich frawen michel theyl, die auch stricken am hünerseyl, die jhre töchtern lerent sünden, den hünern jre schwäntz auffbinden.

Am Hungertuch nagen, macht schwächlich zu schlagen.
z] Der hungerig Wolff muss den lären Magen mit Sand füllen, dass er gewichtig sei ein Pferd niederzuziehen.

Am Hungertuche nagen.
info] Sich höchst armselig behelfen, kümmerlich leben müssen, am Notwendigsten Mangel leiden. Frisch leitet diese Redensart von dem schwarzen Tuche ab, womit in einigen Gegenden zur Fastenzeit der Altar behangen wird, was eine Anspielung auf die um diese Zeit in der katholischen Kirche übliche Enthaltung von allem Fleische sein soll. Vielleicht ist sie aber eher von der schrecklichen Erfahrung abzuleiten, welche man an bereits begrabenen Scheintoten machte, die in der wirklichen Todesangst im Sarge das Leichentuch in den Mund steckten, um nur bald aus diesem Schreckenszustande zu kommen.

Am interessantesten ist die Innenseite der Außenseiter.

Am irdenen Topfe stolz ist besser als demütig am goldenen Tische.

Am Irrwahn hängend, dass es Götter gibt,
Indes der Zufall diese ganze Welt beherrscht?
Euripides, Hekabe, 490/91

Am Jagdtag wird kein Jagdhund mit Steinen beworfen.
Afrika

Am Jakob (Jakobstag, 25.7.) ein Notbrot, am Laurits (Laurentiustag, 10.8.) ein breites Brot, am Pärtel (Bartholomäustag, 24.8.) einen Brotlaib fürs ganze Haus.
Estland

Am Jakobitag (25.7.) blüht der Schnee.
Estland

Am Jakobitag in den Acker gesteckte Stangen, die oben mit einem Spalt, in den man Knoblauch klemmt, versehen sind, wehren Unheil ab.
Estland

Am Jakobstag (25. 7.) Mehlsuppe, am Olafstag (29.7.) neues Brot.
Estland

Am Jakobstag wendet sich der Sommer schon dem Herbst zu.
Estland

Am Johannisabend werden an einem Elsenstecken geweihte Palmen, Eiben und Weghalten in den Flachsacker gesteckt.
Estland

Am Johannismorgen (24.6.) ist Gerst' und Hafer noch nicht geraten, noch nicht verdorben.
Estland

Am Johannismorgen steht der Hafer noch in Sorgen.
Estland

Am Johannistag (24.6.) die erste Kirsch nach Hause trag.
Estland

Am Johannistag muss man einen borsdorfer Apfel im Flachs verstecken können, wenn er geraten soll.
Estland

Am Josephstag (19.3.) wirft man das Licht in Bach.
info] Ende des Winters.

Am jungen Licht (Neumond) ein schwarzes Horn, im alten wird's ein Regenborn.

Am Jüngsten Gericht wird alles geschlicht't.
z] Am Jüngsten Gericht soll jeder zu seinem Recht kommen, bis dahin aber soll er gläubig und demüthig alles Unrecht ertragen. Ruge, Hallische Jahrbücher, 1842

Am jüngsten Tag wird Gott allen Blinden den Star stechen.

Am jüngsten Tag wird mancher schauen, was er hie hab für bier gebrauen.

Am jüngsten Tag wird offenbar wer hier ein guter Pilgrim (o. frommer Pilger) war.

Am Jüngsten Tag wird offenbar, wer hier ein guter Pilgrim war.

Am jüngsten Tag, wenn die Posaunen schallen
Und alles aus ist mit dem Erdeleben,
Sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben
Von jedem Wort, das unnütz uns entfallen.
Goethe (1749-1832), Sonette XIII - Warnung

Am Jüngsten Tage gilt de Kauflad' so viel as 'ne Pistole.
Westfalen

Am Jüngsten Tage gilt der Beutel so viel als das Geld.
Rotttal

Am Jüngsten Tage muß man ihn totschlagen.

Am Jüngsten Tage muss man ihn totschlagen.
info] Den, der gar nicht sterben zu wollen scheint.

Am Jüngsten Tage wird man sehen, wer den größten Arsch hat.
info] Am Schluß wird abgerechnet.
mhd] Men sal wohl sein, we den grotesten êrs heft.
la] Cui maior podex refert pars ultima vitae.
ho] Men zal ten jongsten dage wel zien, wie den wijdsten aars heeft.

Am Jüngsten Tage wird's erschaut, was mancher hier für Bier gebraut.

Am Jüngsten Tage, eher nicht.

Am jünksten Middage es en Kauflatt so guet as 'ne Pistolle.

Am Kalbe erkennt man den Ochsen.

Am Kalbe erkennt man des Ochsen Hörner.

Am Kalbe schon sieht man, was für ein Ochs es werden will.

Am Kalkhuhn (kalekutischen Huhn) prüfen, wie der Fasan schmeckt.
Russland

Am kalten Eisen sterben.

Am kalten Fieber leiden.

Am kalten Mondtag, da die Frau den Beltz verbrant.
info] In dem Sinne von Nimmerleinstag.

Am kalten Ofen verbrennt man sich nicht.

Am Kamin ist es, wo die Eule (d.h. der Kahlköpfige) oft sitzt.
Hawaii

Am Kamm erkennt man den Hahn (o. die Hühner).

Am Karfreitag nüchtern ein Gänseei verzehrt, bewahrt vor Bauchschäden und Fieber.

Am Karfreitag Regen bringt dem Bauer keinen Segen.

Am Karfreitag soll der Rabe seine Kinder taufen.
Estland

Am Karfreitag soll's regnen, nicht aber am Ostertag. Luzern

Am Karfreitag trauert die Sonne bis drei Uhr Nachmittags. Schwaben

Am Karfreitag und am Ostersonntag wird der Acker vor Sonnenaufgang unter Peitschenknallen und Büchsenschießen in rasender Schnelligkeit zur Dämonenvertreibung umritten.
Aberglaube

Am Karfreitage reisen die Glocken nach Rom.
ndt] An Korfreitche rejsen de Glucken uf Roume.

Am Karnisseltag.
Oberösterreich
info] So hießen bis in die Zeiten des Kaisers Joseph II. die Bewohner des Stiftes Kremsmünster den 11. Dezember, an dem seit unvordenklicher Zeit das Andenken an den Todestag des Stifters Thassilo II., Herzogs von Bayern, durch ein sogenanntes Gespende gefeiert wurde. Jeder nämlich, der kam und verlangte, erhielt, in der Voraussetzung, dass er dem Trauergottesdienst für die Seele des Stifters andächtig beiwohne, eine Portion Brot mit Fleisch. Einmal wurden zu dem Zwecke 60 Rinder geschlachtet.

Am Karsamstag hat es neunerlei Wetter.

Am Katharinentag (25.9.) befahl das Schaf sich nicht zu scheren, es sagte, dass es in Pelz (und) Hemd in die Kirche gehen will.
Estland

Am Kellerfieber leiden.
info] An den Folgen übermäßigen Bier- oder Weingenusses kranken.
z] Dass sie eine kannen weins mehr müssen trinken, was inn bissweilen ein solch kellerfeber oder grimmen oder gegicht im Busen jaget, dass sie wohl etwa davon sterben.

Am Klange den Topf, den Narren am Kopf (o. an der Red' des Narren Kopf).

Am Klange erkennt man die Münze, an der Rede den Mann.

Am Klange erkennt man wohl, ob die Münze gut oder schlecht ist.

Am Klappern kann man nicht erkennen (o. merken), wie die Mühle mahlt.
fr] Vous ne oriez (n'entendriez pas) pas un moulin mouldre.

Am Klappern kann man nicht erkennen, wie die Mühle mahlt.

Am Klappern liegt's nicht; aber es gibt kein Mehl.

Am Kleid kennt man den Mann.

Am kleinen Riemen lernt der Hund das Leder kauen.

Am Klopf erkennt man den Topf.

Am klügsten ist es, das Schicksal und die Zeit abzuwarten.

Am Knecht kann man wohl den Herrn erkennen.
fr] Au séneschal de la maison peut-on connoistre le baron.

Am Kohlmarientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) bindet man dem Schwein den Trog auf den Rücken und schickt es in den Wald.
Estland

Am Kohlmarientag guckt die Kuh aus dem Stall, am Georgstag (23.4.) aus dem Weidenstrauch.
Estland

Am Kohlmarientag wird der Rüssel des Schweines frei.
Estland

Am Kopf beginnt die Gesundheit.
la] A capite bona valetudo.

Am Kopf des Narren lernt der Junge scheren.

Am Kopfe der Waise macht der Chirurg Versuche.
Arabien

Am Kopfende gibt es keinen Brotlaib, wenn man nicht arbeiten will.
Estland

Am Körper lang, am Geiste krank.
info] Man will beobachtet haben, dass sehr lange Menschen weder viel Herz, noch viel Geist besitzen.

Am Kragen erkennt man den Mann.

Am Kreuzerhöhungstag (14. September) Brot und Nüsse soviel man mag.
it] Per santa Croce, pane e noce.

Am Kreuztag (d. i. zur Himmelfahrt) streut man auf die Grasspitzen Salz. Estland

Am Kreuztag (Himmelfahrt) streut man auf die Grasspitzen Salz.
Estland

Am Krieg ist nur eine Sache gut: der Frieden, der ihm folgt.
es] La guerra sólo tiene una cosa buena: la paz que trae en pos de ella.

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