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Der Befehlshaber (des Schiffes) will den einen Weg, der Steuermann den anderen.
i] Von jemandem, der eine ganz unpassende Antwort gibt

Der Beflissene gibt dem Geflügel auch Wasser, wenn es regnet.
Afrika, Haussa

Der begannevt unsern Harjet (Herrgott).
Jüdisch-deutsch
i] Beganneven aus dem hebräischen ganab = stehlen.

Der Begehrgeist ist ein Störgeist.

Der Begehrlichkeit ist nichts genug; die Natur bekommt genug auch an wenigem.
Seneca, Abhandlungen

Der begehrt Gabe, der sich vermisst, dass er viel zu geben habe.

Der begehrt genug, welcher sich beklagt und jammert.

Der begeht das Verbrechen, der davon Nutzen hat.
Frankreich

Der Beginn ist das Schwerste.
mhd] Dat begin is ulle tyt dat swârste.
la] Est grave principium: laedunt iuga prima invencos.

Der Beginn sei wie er will, das Ende bekommt das Lob.
z] Alst ein gemein Bywôrt is: dat lof wert in dem ende gesungen.
mhd] Dat beginsel sy wo it wil, dat ende kricht dat lof.
la] Principium vanum, finis conquirit honores.

Der Begriff [...] will nur Empfänglichkeit, er bringt den Inhalt mit und ist selbst das Werkzeug der Bildung.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,8

Der Begriff 'Besserung' ruht auf der Voraussetzung eines normalen und starken Menschen, dessen Einzel-Handlung irgendwie wieder ausgeglichen werden soll, um ihn nicht für die Gemeinde zu verlieren, um ihn nicht als Feind zu haben.
Nietzsche, Wille zur Macht

Der Begriff der Freiheit hat in unserer Zeit einen erweiterten Inhalt bekommen. Er umschließt neben der politischen und religiösen Freiheit auch die soziale Freiheit. Ich meine damit die Freiheit von Hunger und Not, Freiheit zu persönlicher und wirtschaftlicher Entfaltung. Die Verwirklichung dieser sozialen Freiheit ist auch eines der wesentlichen Ziele unserer Demokratie.
Konrad Adenauer, Rede in London, 6. Dezember 1951

Der Begriff des Friedens schließt den der Eintracht in sich und fügt noch etwas hinzu. Wo immer daher Friede ist, da ist auch Eintracht, nicht aber ist, wo immer Eintracht herrscht, auch Friede.
Thomas von Aquin, Summa theologica

Der Begriff Glückseligkeit meint die äußerste Vollendung der geistigen Natur.
Thomas von Aquin, Summa theologica

Der Begriff Rasse hat nur dann einen Inhalt: wenn wir ihn nicht möglichst weit, sondern möglichst eng nehmen.
Chamberlain, Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts

Der Begriff 'richtig' steht für den gesunden Menschenverstand.
la] 'Recte' enim verbum pro viri boni arbitrio est.
[RSpW]

Der Begriff 'Sünde' hat für mich etwas ungemein Verwirrendes, - wahrscheinlich, weil ich von Natur aus sündhaft bin.
Bertrand Russell, Unpopuläre Betrachtungen

Der Begriff vom Dasein und der Vollkommenheit ist ein und eben derselbe, wenn wir diesen Begriff so weit verfolgen, als es uns möglich ist, so sagen wir, dass wir uns das Unendliche denken.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Studie nach Spinoza

Der Begriff vom Entstehen ist uns ganz und gar versagt, daher wir, wenn wir etwas werden sehen, denken, dass es schon dagewesen sei. Deshalb das System der Einschachtelung uns begreiflich vorkommt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 724

Der Begriff von klassischer und romantischer Poesie, der jetzt über die ganze Welt geht und so viel Streit und Spaltungen verursacht, ist ursprünglich von mir und Schiller ausgegangen. Ich hatte in der Poesie die Maxime des objektiven Verfahrens und wollte nur dieses gelten lassen. Schiller aber, der ganz subjektiv wirkte, hielt seine Art für die rechte, und, um sich gegen mich zu wehren, schrieb er den Aufsatz über naive und sentimentale Dichtung. Er bewies mir, dass ich selber, wider Willen, romantisch sei und meine Iphigenie, durch das Vorwalten der Empfindung, keineswegs so klassisch und im antiken Sinne sei, als man vielleicht glauben möchte. Die Schlegel ergriffen die Idee und trieben sie weiter, so dass sie sich denn jetzt über die ganze Welt ausgedehnt hat und nun jedermann von Klassizismus und Romantizismus redet, woran vor fünfzig Jahren niemand dachte.
Goethe, Eckermann, 21.3.1830

Der Begriff wirkt republikanisch im Geiste, das Gefühl monarchisch.
Jean Paul, Levana

Der behälper (Unterlehrer) sitt mär as der wuolliäwer.
Iserlohn

Der behält seine Sache, der beim Rechte steht.
i] Das Gericht soll nicht bloß entscheiden und den Schuldigen bestrafen, sondern auch die Schadloshaltung des Beschädigten anordnen.

Der Behauptende hat den Nachweis zu führen, nicht der Verneinende. [RSpW]
la] Affirmanti incumbit probatio, non neganti.

Der Beherzte ist auf die Erfüllung seiner Pflichten ähnlich bedacht, wie der Dachdecker sich vornimmt, ein Dach zu decken: beide trachten nicht danach, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, und lassen sich doch durch die Gefahr nicht abschrecken...
La Bruyère, Von Verdienst und Wert

Der bei den Menschen allgemeine Wunsch, sich aus verwirrenden Verhältnissen heraus zu sehnen und unter harmlosen Bäumen ein ganzes Leben zu genießen, wie uns manchmal ein Sommerabend gegönnt wird!
Goethe, Theatralische Sendung II,4

Der beichtet recht, der Gott vertraut.
mhd] Der beicht recht, der Gott vertrawet.

Der Beifall, den wir neuen Größen spenden, entstand oft dem heimlichen Neid auf die anerkannten.
Rochefoucauld, Reflexionen und moralische Sentenzen

Der beim Recht steht, behält seine Sache.
i] Er sollte sie wenigstens behalten.
isl] Hinn have sittmal, er a logomstendr.

Der beisst dem lieben Gott die Zehen ab.

Der beisst in einen sauern Apfel und jenem zieht's die Zähne.

Der beisst nicht mehr.
i] Ist besiegt, beseitigt, unschädlich gemacht

Der beist ein nuss durch einen sack, der buhlet, dass ihm nit werden mag.

Der bejahrte Murrkopf, welcher fest glaubt, dass in seiner Jugend die Welt viel ordentlicher und die Menschen besser gewesen wären, ist ein Phantast in Ansehung der Erinnerung.
Kant, Versuch über die Krankheiten des Kopfes

Der bekannte Mann gehet vor.

Der bekannte Mann zeugt (zieht) dem unbekannten das brot aus dem Maul.

Der bekannte Weg ist immer der sicherste.

Der beklaget sich zu unrecht über die See, der sich zweimal darauf gewagt hat.

Der Beklagte kann gestehen und zahlen, oder leugnen und schwören.

Der bekommt bei Hofe schlechten Bescheid, der nichts hat als Frömmigkeit.

Der bekommt der Schlange die Eier fort, und wenn sie darauf sitzt.

Der bekommt ein ausgewähltes Weib, der eine übriggebliebene freit.

Der bekommt keinen Honig zu lecken, der sich von der Bienen Stachel lässt schrecken.

Der beladne Esel schreit.

Der Beleidiger verzeiht nicht (o. nie).
Frankreich
i] In den meisten Fällen ist der Hass desjenigen, der beleidigt, bitterer und hartnäckiger als der des Beleidigten.
fr] L'offenseur ne pardonne pas.

Der Belik (d. h. das Kriegspferd) läuft und wird doch getadelt.
Arabien

Der Benedikt (21.3.) leitet deine Hand, säest du mit ihm die Frucht in's Land.

Der Bengel liegt immer beim Hunde.
la] Non desit baculus, si vult mordere catellus.

Der bequemste Patriotismus ist chronischer Stolz auf das eigene Volk.
Nowaczynski, Aphorismen

Der bequemste Standort ist prinzipiell der auf den Zehen des politischen Gegners.
Georges Clemenceau

Der beredte Hahn kräht (schon), wenn er noch im Ei ist.
Libanon

Der beredte Hahn schreit aus dem Bauch seiner Mutter.

Der bereit, schlegt den Unbereiten.

Der Berg bedarf des Berges nicht, aber der Mensch des Menschen.
Basken

Der Berg braut die Nebel und die Ebene muss sie trinken.

Der Berg ermüdet das Pferd; Zorn bringt Unglück über das Volk.

Der Berg hat eine Maus geboren.
fr] La montagne a enfanté une souris.

Der Berg ist ein Kornkasten.
Estland

Der Berg ist erstiegen.
i] Wir sind am Ziel, oder wir haben, nachdem die größten Schwierigkeiten überwunden sind, einen Ruhepunkt erreicht. - In Ägypten sagt man in ähnlichem Sinn: die Kamele haben die Sykomoren erreicht. Sykomoren sind Bäume, die in Ägypten sehr häufig neben den öffentlichen Brunnen angepflanzt sind, und unter deren Schatten die Reisenden und ihre Lasttiere ausruhen.

Der Berg ist nicht vom Nagel zu nehmen.
Estland

Der Berg kann ohne den Berg bestehn, die Menschen müssen zusammengehn.
Basken
ndt] Berg und Tal kommen net zsamm, aber die Leut.
ndt] Berg und Thal chöma nid zsäma, aber d' Lüt.
Bern
ndt] Berge kumme' nit zusamme', aber Menschen.
Jüdisch-deutsch.
ndt] Barg un Dal begegnen sick nich, äwest wol Minschenkinner.
Mecklenburg.
ndt] Bearg un Dal ligget stille, Menskenkinner begiegnet sik wan'er wo.
Westfalen
z] Berg und Thal kommen nicht zusammen, aber siebenhunderttausend Thaler Reisewitzer Bierbrau-Actien. Dresdener Nachrichten 1869
en] Friends may meet, but mountains never greet.
en] Mountains do not come nearer to mountains, but men to men.
fr] Deux hommes se rencontrent bien, mais jamais deux montagnes.
fr] Deux montagnes ne se rencontrent jamais (o. point), mais les (o. deux) hommes se rencontrent.
fr] Les hommes se rencontrent et les montagnes non (o. mais non les montagnes).
fr] Les montagnes ne se rencontrent pas, mais les hommes se rencontrent.
ho] Bergen en dalen ontmoeten elkander niet, maar menschen wel.
it] I monti si stanno fermi gli uomini però s' incontrano. (Die Berge bleiben stehen, aber die Menschen begegnen sich.)
it] I monti stanno fermi e le persone camminano.
it] I monti stanno fermi, gli uomini camminano.
it] Si riscontrano gli uomini, e non le montagne.
la] Occurrunt homines, nequeunt occurrere montes.
la] Malum malo aptissimum.
la] Mons cum monte non miscetur.
sd] Afside bor och folk.
sd] Aldrig så langt emellan bergen att inte trollen råkas.
sp] Muévense los hombres, mas no los cumbres.
tü] Dağ dağa kavuşmaz insan insana kavuşur.

Der Berg schimpft den Berg, aber der Berg merkt nichts davon.

Der Berg wird schon die Nässe trocknen.
Estland

Der Berg wollt einen Riesen hecken und bracht ein Mäuslin für die Gecken.

Der Bergamaske sich erweist als grob von Sprache, fein von Geist.
i] Die Bergamasken gelten in Italien als roh und verschmitzt. Ihre Mundart ist rauh, und für das italienische Volksschauspiel liefern sie die Possenreißer.
it] Il Bergamasco ha il parlare grosso e l' ingegno sottile.

Der Berliner Mandl.
i] Leopold Friedrich Mandl, gest. am 14. Mai 1877 zu Wien, war nicht etwa, wie sein Titel besagt, ein Berliner, sondern ein Ungar, der sehr lange in Berlin gelebt hatte. Die interessanteste Episode aus seinem Leben ist, dass er die Auffindung der bei Orsowa vergrabenen ungarischen Krone veranlasst hat. Sein Haus war ein wahres Künstlerhauptquartier.

Der Beruf des Weibes, wenn es nichts als Weib ist, besteht darin, das konkrete Ideal, der Zauber, die Illusion des Mannes zu sein. Nichts mehr, nichts weniger.
Ortega y Gasset, Über die Liebe, Vom Einfluss der Frau auf die Geschichte

Der Beschäftigungsgrad ist in dem einen Gewerbe viel beständiger als in dem andern. In den meisten Industrien kann ein Arbeiter ziemlich sicher sein, fast an allen Arbeitstagen des Jahres Beschäftigung zu finden. Ein Stein- und Ziegelmaurer dagegen kann weder bei hartem Frost noch bei schlechtem Wetter arbeiten, und das Maß seiner Beschäftigung hängt überdies von den gelegentlichen Aufträgen seiner Kunden ab. Er ist folglich der Gefahr ausgesetzt, oft ohne Arbeit zu sein. Deswegen muss das, was er in den Arbeitsmonaten verdient, ihm nicht nur für die Zeit, wo er nichts zu tun hat, den Unterhalt verschaffen, sondern ihm auch einigermaßen eine Entschädigung für die angstvollen und verzweifelten Momente gewähren, die der Gedanke an eine so unsichere Lage hervorrufen muss. Während demnach schätzungsweise der Verdienst der meisten Industriearbeiter ziemlich auf gleicher Höhe mit dem Taglohn einfacher Landarbeiter steht, beträgt derjenige von Stein- und Ziegelmaurern gewöhnlich anderthalb bis doppelt soviel.
Smith, Natur und Ursachen des Volkswohlstandes

Der bescheidenste Mensch ist auch der zuverlässigste.
China

Der Beschiss findet sich.
Rheinhessen

Der Beschluß, den man am Abend gefaßt hat, wird am Morgen abgeändert.
Samoa-Inseln

Der beschmutzte Schuh bringt mehr Gewinn als der gewichste.
Italien
it] Scarpa infangata guadagna piu che l'inncerata.)

Der Besen ist am Mast, um die See zu fegen.
i] Zeichen des bevorstehenden Kampfes

Der Besenmarkt ist Henkers Vortrab.

Der Besennutz ist ungewiss, so lang er nicht verkert ist.

Der Besetzer lohnt dem Vorlader.
[RSpW]
i] In Bezug auf Gerichtskosten, die aus der Ladung des Beklagten erwachsenen Kosten fielen dem Kläger zu.
ndt] De Besater lohnet den Verdager. Rügen

Der Besiegte verwandelt sich in Asche, der Sieger - in Kohle.

Der besieht einem das Wasser, wenn man es noch in der Blase hat.

Der Besitz besitzt. Nur bis zu einem gewissen Grade macht der Besitz den Menschen unabhängiger, freier; eine Stufe weiter - und der Besitz wird zum Herrn, der Besitzer zum Sklaven.
Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Der Besitz des Großvaters wird einmal ein Ende finden, die Kraft seiner Hände wird bleiben.

Der Besitz des Reichen ist ein endloses Thema für den Habenichts.
tü] Zenginin malı zü eoğürdün çenesini yorar.

Der Besitz ist es, der Unglück bringt und Sorgen und Unruhe und Habsucht und alles Übel.
Kisch, Schreib das auf, Kisch

Der Besitz ist neun Zehntel des Gesetzes.
England

Der Besitz schützt.

Der Besitz verschafft Freunde, das gebe ich zu, aber falsche, und er verschafft sie nicht dir, sondern sich.
Erasmus von Rotterdam, Handbüchlein eines christlichen Streiters

Der Besitz von Gütern ist wohl die Grundlage für unser Glück, aber nicht das Glück selbst.
Diderot, Glück

Der Besitzer des Leoparden fürchtet sich nicht vor ihm.
Duala (Bantu)

Der Besitzer von fünf Münzen gibt sich den Anschein von doppelt so viel.
Ceylon (Sri Lanka)

Der Besitzstand ist geheiligt, weil wir gesellschaftlich vereinigt sind, und wir sind gesellschaftlich vereinigt, weil der Besitzstand geheiligt ist.
Pestalozzi, Entwicklung des Menschengeschlechtes

Der besitzt den Reichtum recht, der sein Herr ist, nicht sein Knecht.
la] Quis vere locuples? cui famulantur opes.

Der bessere Gelehrte ist der, der den besseren Mantel trägt.
Spanien

Der bessere Hund bekommt den schlechtern Knochen zu nagen.
Russland
fr] A bon chien il ne vient jamais un bon os.
fr] Au chien qui d'aboyer s'égueule jette un bon os en la gueule, in continent il se taira.
fr] Jamais à un bon chien il ne vient bon os.

Der bessere Mensch nützt die Energien seines äußeren Lebens, um für sein inneres Platz und Freiheit zu schaffen.
Alfred Polgar. Kleine Schriften, Band 1. Musterung

Der bessere Satz ist auf dem Grund.
Estland

Der bessert sich nicht, der sich nicht betrübt.
Finnland

Der bessert sich sehr, der mit den Guten umgeht.
ndt] He betert sik sêr, de mit dem guden ummegeit.

Der Best hat die Gais gestohlen.

Der Best' hat'n Sack gestohlen.
Bayern
i] Wer sich zu sehr entschuldigt, gibt sich schuldig

Der best Hauss-Rat ein fromm Weib.

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