< Sprichwörter >

Dem laufenden Pferde die Sporen geben.
la] Calcar addere currenti.
la] Currentem incitare.

Dem läuft das Wasser im Maul zusammen.

Dem Leben der Hetären Europas fehlt der Lieblichkeitsreiz, welchen echter Frohsinn besitzt. Geächtet, erscheinen sie verbittert, sofern sie nicht von Haus aus stumpfe Tiere sind; sie sind zu bewußt, zu besorgt, um wirklich heiter zu sein, daher wirkt ihre Fröhlichkeit aggressiv; und ihre Liebe steht, wie groß ihre Kunst auch sei, doch immer im Zeichen des Gemeinen.
Keyserling, Reisetagebuch eines Philosophen, 6, Japan, Kyoto

Dem Leben kommt an Wert nichts andres gleich.
Euripides, Alkestis

Dem lebenden Dichter bedeutet jedes beendete Werk nur ein Unterwegs zum besseren; er ist nie fertig, nie zufrieden..
Arnold Zweig, Versuch über Kleist

Dem Lebenslustigen einen goldenen Sarg versprechen.

Dem Lehrer steht es übel an, wenn er straft, was er selbst gethan.
la] Turpe est doctori, cum culpa redarguit ipsum.

Dem leichten Pferde wird mehr Futter gereicht.
Türkei

Dem Leide aus dem Weg gehen zu wollen heißt, sich einem wesentlichen Teil des menschlichen Lebens zu entziehen.
Konrad Lorenz, Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit

Dem Leiher geht man entgegen bis ans (o. vors) Tor, dem Mahner schlägt man die Tür vor der Nase zu (o. dem Forderer schlägt man die Tür von weitem zu).
sp] A dineros pagados, brazos quebrados.

Dem Leiher geht man entgegen bis ans Tor, dem Mahner schlägt man die Tür vor der Nase zu.

Dem Leiher geht man entgegen bis vors Tor; dem Forderer schlägt man die Tür von Weitem zu.

Dem Leinsamen und dem Unkraut geschieht Gleiches in der Ölmühle.
Oberlausitz

Dem Leinsamen und der Kresse1 geht es gleich in der Presse.
info] Eine Art wildwachsendes Unkraut. Sinn: Der Gute muss oft mit dem Bösen leiden.
wend] Lane symjo a njeplech (pjanka) mataj so jenak we wolency.

Dem Leithammel nachlaufen.

Dem Liebchen keinen Gruß! Ich will davon nichts hören! -
Dem Liebchen Gruß und Kuß! Du wirst mir's nicht verwehren.
Goethe (1749-1832), Faust I, Auerbachs Keller (Siebel u. Frosch) Vs 2103

Dem Liebe-Anfänger mag vielleicht der Nachtfalter gefallen, aber ein Ehe-Mann verlangt seine Tag-Psyche, denn die Ehe fordert Heiterkeit.
Jean Paul, Levana

Dem lieben (Herr)Gott die Zeit (o. den Tag) (ab)stehlen.
info] Müßig gehen, unnütze Dinge treiben
z] Nun sitz ich wieder zu Hause, dreh Daumen in bänglicher Ruh.' So lässt ein Spottlied im Wächter am Erie auf die Salzburger Kaiserzusammenkunft den Kaiser Napoleon nach seiner Rückkehr nach Paris klagen. Cleveland, 1867
en] Not to lift (o. stir) a finger.
en] To idle (o. laze) away o's time.
en] To lie an o's oars.
en] To twiddle o's thumbs.
fr] Avoir un poil dans la main.
fr] Gober les mouches.
fr] Ne faire ouvre de ses dix doigts.
fr] Ne pas remuer le petit doigt.
fr] Passer son temps ou sa journée à ne rien faire.
fr] Rester les bras croisés.
fr] Se tourner les pouces.
fr] Tirer sa flemme.
it] Fare una vita da poltrone.
it] Grattarsi la pancia.
it] Incrociare le braccia.
it] Non muovere un dito.
it] Stare con le braccia in croce.
it] Starsene con le mani in mano.
it] Starsene la pancia all'aria.

Dem Liebenden ist auch der Kropf eine Zierde.

Dem Liebhaber glaubt ein Mädchen immer mehr als der Mutter.
Goethe (1749-1832), Annette - Kunst die Spröden zu fangen 1

Dem Liebsten das Liebste.
info] Für den Liebsten auch das Ohrgehänge aus den Ohren.

Dem liebsten Kind gibt man viele Namen.

Dem liegt der Strohsack vor der Tür.

Dem liggende Wulf kömmt ôk wat ön 't Mûl.
mhd] Dem slapenden wulve en löpt nein schâp in den munt.
la] Agna lupo nunquam stertenti occurrit agresti.
mhd] Dem schlummernden Wolf glückt selten ein fang noch schlafendem Mann ein sieg.
mhd] Traeges wolves munde geschiht von spîse selten guot.
ho] Den slapenden wolf enloopt gheen schape in den mont.
la] Si dormit lupula, non currit in os ovis ulla.

Dem Linken kommt alles links.

Dem Listigen ist das Wort was dem Fischer die Angel.

Dem Litauer darf der Deutsche nicht trauen und wenn er mit ihm in einem Bett schläft.

Dem Lorbeer ein Asyl hat stets die Gruft geboten.
Geibel, Übertragungen aus fremden Sprachen (Lamartine)

Dem Lorbeer selbst verdanke ich nichts an Wissen, wohl aber viel an Neid und Anfeindung.
Petrarca, Brief an die Nachwelt

Dem Lorbeer verdanke ich nichts an Wissen, wohl aber viel an Neid und Anfeindung.
Petrarca

Dem Löwen die Mähne schneiden.

Dem Löwen die Tatze beschuhen und die Mähne frisieren.

Dem Löwen entgeht man leichter als den Wölfen.
Russland

Dem Löwen gehört, was seine Klaue erreicht.

Dem Löwen seine Beute entreißen.
info] In dem Sinne wie: einem den Bissen aus dem Munde nehmen, aber nur dann, wenn große Gefahr mit einem solchen Unternehmen verbunden ist.
la] Esurienti leoni praedam exsculpere.

Dem Löwen wollt' ich Frieden geben, ließen mich die Flöhe leben.

Dem Lügner folge zu der Tür seines Hauses.
info] Um dich zu überzeugen, ob er wahr gesprochen hat, und ihn auf der Stelle zu entlarven.

Dem Lügner glaubt kein Mensch eine Wahrheit.
info] Des Lügners Haus brannte, aber niemand glaubte es ihm.
it] Al bugiardo non vien creduta la verità.

Dem Lügner heb die Lippe hoch und spuck sie voll.
Estland

Dem lügner kan nummant den munt stoppen.
la] Claudere nemo potest mendacis rubra labella.

Dem Lügner sieht man so tief in den Mund als dem, der die Wahrheit spricht.
info] Man glaubt ihm so leicht und oft eher als dem Wahrheitsfreunde.

Dem Lügner sieht man so tief ins Maul als dem Wahrsager.

Dem Lügner wart so gôd in den Mand sên as den, de Wârheit sprikt.
Holstein

Dem Lümpli das Stümpli.

Dem Lümpli, das Stümpli.

Dem Lümpli
Das Stümpli.

Dem Lüstling ist ein Weib ohne Hemd nicht nackt genug.

Dem Mächtigen (Mächtigeren) zürnen ist Torheit.

Dem Mächtigeren soll man nachgeben, nicht widerstreben.
bm] Medvĕdu do ucha nedmi.
bm] Nezapásej s medvĕdem.
bm] Silnĕjsího nehoň, straň so ho na míli.
la] Lex omnium est, potentiori cedere.
pl] Niegoń duzszego, mijaj go o mile.

Dem Mächtigern zürnen ist Torheit.

Dem Mädchen biet' ein Mann, dem Fischlein ein' Schneck', so sind sie beide weg.
nl] Bied aan het meisje een' man, een vischje aan den snoek, fluks hebt gij ze beiden aan den hoek.

Dem Mädchen gefallen zwei Sachen nicht: die Jugend, weil sie (ver)geht, das Alter, weil es kommt.
Estland

Dem Mädchen passt bald der Mutter Hemde.
fr] Cette fille marche sur les talons de sa mère.

Dem Mädchen schaut man auf die Beine, der Frau auf den Kopf.
Estland

Dem mag Gott helfen, der toll will werden.

Dem Magen ist nicht stets gesund, was süß im Mund.
en] That is not always good in the maw tat is sweet in the mouth.
sd] Icke alt god i magen, som smakar sött i munnen.

Dem Magen jede Speise behagt, wenn Hunger an ihm nagt.
it] A chi è affamato, ogni cibo è grato.

Dem mageren Pferd sendet Gott Fliegen.
Neapel

Dem mageren Schwein der vollste Trog.
pt] A máo bacoro, boa lande.

Dem Magern gehn leicht die Hosen herunter.

Dem Mann die Hosen, der Frau den Rock.
Mailand

Dem Mann ein Vogel, sagte jener Fuhrmann und legte die Gans vor sich.

Dem Mann einen Vogel, der Frau einen Sperling.
Köthen

Dem Mann einen Vogel, sagte der Fuhrmann, und legte sich die Gans vor.

Dem Mann habe man Kraft mit der Schöpfkelle gegeben, der Frau mit dem Teelöffel, und auch von dort sei noch ein Teil heruntergefallen.
Estland

Dem Mann ist es keine Ehre, eine Frau zu schlagen.

Dem Mann kann geholfen werden.
info] Diese Redensart ist aus Schiller's Schauspiel: Die Räuber entlehnt.

Dem Mann mag Gott Trost sagen, der stets sich soll mit Unglück tragen.

Dem Mann vertraue nicht, der viel mit vielen spricht.
la] Exigua est tribuenda fides, qui nulla loquuntur.

Dem Mann von Kraft und Verstand
Ist auch die Fremde Vaterland.
es] Al buen baron, tierras agenas patria son.

Dem Mann zur liebenden Gefährtin ist
Das Weib geboren - wenn sie der Natur
Gehorcht, dient sie am würdigsten dem Himmel.
Schiller, Die Jungfrau von Orleans, III, 4 (Erzbischof)

Dem Mann, der mit Weibern zankt, muss (o. darf) die Zunge nicht mit Grütze verbrannt sein.
Finnland

Dem Manne borge du kein Geld,
Der sein Gebet nicht pünktlich hält.
Wer Gottes Schuldigkeit vergisst,
Zahlt auch nicht, was er schuldig ist.
Rückert, Erbauliches und Beschauliches aus dem Morgenlande, II, 130 (Arabisch)

Dem Manne die Hosen, der Frau den Rock, sonst schießt die Wirthschaft einen Bock.

Dem Manne ein Ei, dem frommen Schweppermann zwei.

Dem Manne ein Weib, dem Buben die Rute.

Dem Manne eine Frau, dem Knaben eine Rute.
info] Gegen das Heiraten unreifer Burschen.
fr] Aux hommes on baille des femmes et aux enfants des verges fermes.
it] All' uomo moglie, al putto verga.

Dem Manne gebührt das Beste, sagte das Weib, gab ihm das Eiweiß und aß den Dotter.

Dem Manne ist es keine Ehre, eine Frau zu schlagen.
nl] Een man heeft weinig eere, als hij eene vrouw slaat; is zij boos, zoo helpt het niet, en is zij vroom, zoo doet hij haar onregt.

Dem Manne muss die Musik Feuer aus dem Geist schlagen.
Beethoven, Briefe

Dem Manne sind vier Worte unduldbar: Mörder, Dieb, Räuber und Mordbrenner.
info] Der Mann konnte leicht über einen mutwilligen Scherz, über einen Spott oder andere Beleidigung hinwegsehen ohne Gefahr für seine Ehre; aber unter keinen Umständen durfte er dulden, dass man ihn Mörder, Dieb u.s.w. schalt.
altgoth] Oquethius orth iru manni fiugur: thiufr oc morthing, raufere oc kajna vargr.

Dem Manne steht es an, zu tun, soviel er kann;
Was zu tun mag das Glück, das liegt nicht an dem Mann.
Wenn er das Glück besiegt, wird seinem Mut gehuldigt,
Und wenn er unterliegt, so ist er wohl entschuldigt.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Dem Manne steht, o Sohn, Mannhaftigkeit wohl an,
Dem Menschen Menschlichkeit; du werd' ein Mensch und Mann!
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Dem Manne ziemt Klugheit und der Frau Geduld.

Dem Manne ziemt Klugheit und der Frau Geduld.
it] Nel marito prudenza, e nella moglie pazienza.

Dem Manne, was dem Manne gebührt.

Dem Marder die Leiter an den Taubenschlag setzen.
Russland

Dem Mässtkiêwer (Mistkäfer) gefäld ed äm Käbesch.
Siebenbürgen/Sachsen

Dem Maul abgedarbt ist so gut wie der Pacht von einer Wiese.

Dem Maul abgedarbt, ist so gut wie der Pacht von einer Wiese.

Dem Maul darf man nicht trauen.

Dem Meer vertraut sich nicht der Nachen, der fahren kann auf einem Lachen.

Dem Meister bleibt doch seine Kunst, ob ihm schon das glück versagt sein gunst.

Dem Meister gebührt der Lohn, dem Gesellen ein Trinkgeld.

Dem Meister vom Handwerk soll man glauben.

Dem Menschen das Recht auf ein Herz zuzugestehen, ihm helfen ein Herz zu haben, es zu nähren mit dem Gesang der Nachtigall, mit Düften aus der Tiefe des Waldes.. welch schöne Sorge der Wissenschaft.
Triolet, Das rote Pferd

Dem Menschen die materialistische Richtung zu verbieten ist gleichbedeutend mit dem Verbot, die Wahrheit zu suchen. Außerhalb der Materie gibt es keine Erfahrung, kein Wissen und folglich auch keine Wahrheit.
Tschechow, an A. S. Suworin, 7. 5. 1889

Dem Menschen dient alles zur Speis, bis er den Würmern selber wird zur Speis.
la] Officit hoc menti dans pinguia fercula ventri, pinguis ubi tellus, piger hic solet esse popellus.

Dem Menschen einen Glauben schenken, heißt, seine Kraft verzehnfachen.
Gustave Le Bon, Psychologie der Massen 2, 3

Dem Menschen gibt man mit Geben, Gott mit Nehmen und Danken.

Dem Menschen ist bei allem wohl, was sein Gemüt aufregt, was ihm eine lebhafte Empfindung zum Bewußtsein bringt, sei es nun ein Gefühl der Zuneigung oder jener eifersüchtige Neid, wie er aus althergebrachten Vorurteilen entspringt.
A. v. Humboldt, Die amerikanische Reise

Dem Menschen ist das Leiden, was dem Weinstock das Schneiden.

Dem Menschen ist Ein Mensch noch immer lieber als ein Engel.
Lessing, Nathan der Weise (Nathan)

Dem Menschen ist es doch nicht gegeben abzuwenden, was ihm bestimmt ist.
Herodot

Dem Menschen ist es natürlich, durch das Sinnliche zur Erkenntnis des Geistigen zu gelangen.
Thomas von Aquin, Summa theologica

Dem Menschen ist gesetzt einmal zu sterben.
Hebr. 9, 27
z] König Etzel zur h. Ursula: junffrouwe, ich sage dir nû als ê, de eins stirft, hie enstirft neit mê.

Dem Menschen ist kein Ding zu schwer, er bohrt die Erde und misst das Meer.
bm] Vsecko se lidmi přemůze.

Dem Menschen ist ohne Mühe und Arbeit nichts gegeben.

Dem Menschen ist verhaßt, was er nicht glaubt selbst getan zu haben, deswegen der Parteigeist so eifrig ist. Jeder Alberne glaubt, ins beste einzugreifen, und alle Welt, die nichts ist, wird zu was.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 868

Dem Menschen ist
Ein Mensch noch immer lieber als ein Engel.
Lessing, Nathan der Weise, I, 1 (Nathan)

Dem Menschen nützen ist göttlich, schaden teuflisch.
Wahlspruch Kaiser Heinrich's VI.

Dem Menschen schleget das glücke und gut zu, als wenns jar würde mit Bäumen ins Haus geschlagen oder mit Secken drein getragen.

Dem Menschen tut weh, was beisst oder sticht, aber dem guten Gewissen nicht.

Dem Menschen widerfährt, was ihm recht ist.
info] Oft auch, was ihm nicht recht ist.

Dem Menschen wird vergolten, nachdem seine Hände verdient haben.

Dem Menschen wird von seiner Hab im tod nichts, denn ein tuch ins grab.

Dem Menschen, der die Wahrheit spricht, traut der Mensch nicht; dem Menschen, der auf der Kuh geritten kommt, traut der Hund nicht.

Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze:
Drum muss er geizen mit der Gegenwart,
Den Augenblick, der sein ist, ganz erfüllen.
Schiller, Prolog zu Wallenstein

Dem Mister folgen drei Saaten.
info] Nach dem Rechtsgrundsatze: Wer die Arbeit getan, soll auch die Frucht han, d.h. man nahm an, dass wer ein Pachtgut gedüngt habe, berechtigt sei, die Ernte davon zu ziehen.

Dem Mistkäfer gefällt es dort, wo es auch der Arschfliege gefällt.
Estland

Dem möcht's von der Nase ins Maul fallen.

Dem Monarchen wohnt in vielen Staaten schon heute nicht viel mehr als eine geometrische Bedeutung inne: er ist ein Mittelpunkt, der dazu dienen durfte, den Kreis zu ziehen.
Chamberlain, Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts

Dem Mönch ist die Schüssel so heilig als dem Janitschar der Feldkessel, der stets eine Ehrenwache hat.

Dem Mönche ist nirgends wohler als im Kloster.
info] Denn man kann sich an alles gewöhnen, selbst an den geschäftigen Müßiggang.
z] Die Mönche glänzen von Fett und das Volk hungert und stirbt. Seume, Spaziergang nach Syrakus

Dem Mond kan man kein Kleid machen, also keinem Mondkind.

Dem Mond kann man kein Kleid anmessen.

Dem Monde braucht man mit keiner (papiernen) Laterne zu leuchten.

Dem Monde gleicht das Leben wohl, zu Zeiten leer, zu Zeiten voll.
pl] Onaky i mu je źiwot, kao mesici; časom pun, časom prużan.

Dem Morgenrot und dem Frauenrat ist nicht zu trauen.
fr] Le rouge matin et le conseil féminin ne sont pas à croire.

Dem Morgenrot und dem Rat der Frauen (o. Frauenrat) ist nicht zu trauen.
fr] Le rouge matin et le conseil féminin ne sont pas à croire.

Dem Morgenrot und Rat der Frauen kann man nicht trauen. Frankreich

Dem müden Fuchs wird seine eigene Lunte zur Last.
Montenegro

Dem Müller gilt's und den Esel trifft man.
Oberösterreich

Dem Müller kommt's auf dem Wasser zugeschwommen.
info] Sein Gewinn, sein Vermögen.

Dem Mund kann man ja keinen Deckel drauflegen.
Estland

Dem Munde ist nicht zu trauen.

Dem Munde Tür und Riegel machen.
Pred. Sal. 28, 28
info] Sich ein Schloss vor den Mund legen.
mhd] Sun, du solt dîner zungen pflegen, schiuz rigel vür und nim ir war.
mhd] Hüetet iuwer zungen, daz ziemt wohl den jungen, stoz den rigel vür die tür la dekein boese wort davür.

Dem muss man auf dem Dache sein.

Dem muss man die Goldader schlagen, so wirdt er wider reden.
z] Wenn einer mit geld bestochen, nicht reden darff noch will.

Dem muss man ein Kappzaum anlegen.
Ulm

Dem muss man eine malen.
info] Einem Freier, dem keine weibliche Person zusagt.

Dem muss man einmal den Standpunkt beleuchten.
Ulm

Dem muss man jedes Wort vom Munde abkaufen.
info] Er ist schwer zum Reden zu bringen

Dem muss man kein Schnupftuch mit brabanter Kanten geben.
info] So sagen die Belgier von einem Grobian.

Dem muss man keine leeren Schüsseln vorsetzen.
info] Er hat guten Appetit, und es gehört etwas dazu, ihn zu stillen.

Dem muss man neun Schritt aus dem Wege gehen.

Dem muss man zugeben.
Nürtingen
info] Er versteht's nicht besser.

Dem muss 's sehr bedrängt ergohn, der kein' Furz auf dem Felde kan lo'n.
mhdt] He is sêr bedwungen, de den vyst holt up dem velde.
mhd] He is seer bedwonghen, die niet viesten ender op rumen velde. (Vyst, niederl. = veest, mhd. = vist, leiser Bauchwind=
la] Pedere, qui ruri vitat, nimis ille coactus.

Dem muss was fehlen, der ist nicht gesund.
info] So sagte man zur Zeit der Weinlese 1858 in Mainz, wenn sich jemand nüchtern auf der Straße zeigte

Dem müssen wahrlich die Wörterspiele
Geläufig sein, der übel sich fühlt
Und noch mit Gegensätzen spielt.
Wieland, Wintermärchen

Dem müßigen gehört ein brot, dem arbeiter zwei.

Dem Müßiggänger fällt das Bücken schwer.
dk] Ledighed giør arbeydet besværligt.

Dem Müßiggänger fehlt es stets an Zeit zum Tun
Und nie an einem Grund, warum er's lasse ruhn.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Dem Müßiggänger gehören zwei Brote, denn er hätte sonst nichts zu tun, wenn er nicht des Leibes pflegte.

Dem Müßiggänger gehören zwei Brote; er hätte sonst nichts zu tun, wenn er nicht des Leibes pflegte.

Dem Mutigen droht Gefahr meist nur von einer Seite her, dem Feigen von Hunderten. Der Mut muss sich nur nach einer Front schützen, die Feigheit nach allen Seiten.
Arthur Schnitzler, Zurückgelegte Sprüche

Dem Mutigen gehört der Sieg (o. die Welt).
en] Fortune favours the brave (bold).
fr] La fortune sourit aux audacieux.

Dem Mutigen gehört die Welt, dem wahr Überzeugten folgen die andern.
Moritz von Egidy, Ernste Gedanken

Dem Mutigen gehört die Welt.

Dem Mutigen gehört die Welt.
en] Fortune favours the brave (bold).
fr] La fortune sourit aux audacieux.

Dem Mutigen helfen Zufall und Venus.
la] Audentem sorsque Venusque iuvant.

Dem Mutigen hilft das Glück.
Simonides von Keos

Dem Mutigen hilft Gott.

Dem Mutigen hilft Gott.
Schiller, Wilhelm Tell (Gertrud)

Dem Mutigen ist das Glück hold.

Dem Mutigen lächelt das Glück.
Tschernyschewski, Was tun?

Dem Mutigen will das Glück (nämlich wohl, ist ihm günstig).

Dem Mutigen wird auch des Mutigen Unglück zuteil.

Dem Nachlässigen stiehlt der Wolf immer seine Sachen.

Dem Nachlässigen widerfährt immer Unglück.

Dem Nächsten muss man helfen: Es kann uns allen Gleiches ja begegnen.
Schiller, Wilhelm Tell (Kuoni)

Dem nackenden die kleider ausziehen.
info] Sich umsonst bemühen.
la] Nudo vestimenta detrahere.

Dem Nackten ein Brot und dem Hungernden einen Mantel schenken.
Russland

Dem Nackten kalt, dem Faulen schwer.
Estland

Dem Nagel geschieht ebenso weh, wie dem Loch.

Dem Nagel geschieht so weh als dem Loch.
nl] Also wee wort den naghel als den gate.
ho] De nagel heeft het zoo kwaad als het gat.
la] Penam consimilem tolerant clavis atque foramen.

Dem näher Betrachtenden fällt sogleich auf, dass die didaktische Poesie um ihrer Popularität willen schätzbar ist, ja der begabteste Dichter sollte es sich zur Ehre rechnen, auch irgendein Kapitel des Wissenswerten also behandelt zu haben.
Goethe (1749-1832), An Zelter, 26. [?] 11.1825

Dem Nann, der oben ist, wird zugetrunken, auf den, der unten ist, tritt man.
Irland

Dem Narren fehlt nichts als der Verstand.
nl] De dwazen hebben geen verstand.

Dem Narren gefällt nichts besseres als sein Kolbe und Pfeiffe.

Dem Narren gefällt seine Kappe (Weise) wohl, drum ist das Land (die Welt) der Narren voll.
Sprüche Sal. 12, 15
la] Suo quisque studio maxime ducitur. Cicero

Dem Narren gefällt seine weise wohl.

Dem Narren gehört die Welt.
nl] Dwase hebben voordeel in allen landen.
la] Blas est exemptus et a legibus undique demptus.

Dem Narren geht alles hin.

Dem Narren gelten zwei Hoffnungen für eine Erfüllung.
Russland
fr] Quoique fol tarde, jour ne tarde.

Dem Narren gib hundert Hiebe, sie wirken doch nicht.

Dem Narren ist des Kuckucks Sang viel lieber als der Harfenklang.
mhd] ein tôre naeme des gouches sanc für der süezen harpfen klanc.

Dem Narren ist ein Bauernbissen (große Pfeffernuss) lieber als ein Bauergut.

Dem Narren ist jeder Tag ein Festtag (Beiram).

Dem Narren ist kein Amt zu hoch und schwer, wär' sein Kopf auch noch so leer.

Dem Narren ist nie mehr zu helfen, der glaubt, dass er weise sei.
Russland

Dem Narren ist's ebenso schwer zu schweigen, als dem Gescheiten dumm zu reden.

Dem Narren kann man doch nicht glauben.

Dem Narren sagt man, dem Weisen glaubt man.
it] Al narr al dies, al saviu al cré.

Dem Narren stehet nicht wohl an, gute Tage zu haben.
Sprüche Salomonis, 19, 10

Dem Narren stehts nit wohl an, gute tage haben, vil weniger ainem knechte, zu herrschen über Fürsten.

Dem Narren wäre zu helfen, wenn man die rechte Ader träfe.

Dem Narren zeige ein wenig vor, ein kluger Mann versteht von selbst.

Dem Narrenkönige gehört die Welt.
Schiller, Die Jungfrau von Orleans, III, 6 (Talbot)

Dem Narrenvolk ist kein Ding überflüssiger als Weisheit.

Dem närrischen Kerl sein Bruder.
mhd] ein tore ist sîn genanne eines hasen genôz.

Dem Nationalcharakter wird, da er von der Menge redet, nie viel Gutes ehrlicherweise nachzurühmen sein. Vielmehr erscheint nur die menschliche Beschränktheit, Verkehrtheit und Schlechtigkeit in jedem Lande in einer anderen Form, und diese nennt man den Nationalcharakter. Von einem derselben degoutiert, loben wir den andern, bis es uns mit ihm ebenso ergangen ist.
Schopenhauer (1788-1860), Aphorismen zur Lebensweisheit, 4. Kap.

Dem Neid macht anderer Freude Leid.
bm] V zlobĕ a závisti není stálosti, ani radosti.

Dem Neidischen bleiben sonst nichts als zwei weite Augen.

Dem neuen Gefäß bleibt der Geruch von dem, was man hineingetan.
Spanien

Dem neuen Knaben Brot und Ei und später Brot und Stock.
Spanien

Dem neuen Knecht
gib Brot und ein Ei -
ist das Jahr vorbei,
sind ihm Brot und Prügel recht.
es] Al mozo nuevo
pan y huevo,
andando el año
el pan y el palo.

Dem neuen Topfe riecht man's an,
Was eben drin gekocht sein kann.
la] Quo semel imbuta est servabit odorem testa diu. Horaz
sp] A la vasija nueva queda el resabio de lo que se echo en ella.

Dem Neugeborenen wird, damit es lernkräftig werde, mit dem ersten Papp (Mus) das 'Abc îgstriche', denn die Mutter hat einen mit dem Abc beschriebenen Zettel darin gekocht.
Langenbach bei Vöhrenbach - Aberglaube

Dem neugenorenen Kind schneidet man nicht die Haare.
Dogon

Dem Niedertum gebührt das Erbe.
ndt] Dem nedderthoem böret dat Erf.

Dem Nimmersatt sind auch Strausseneier zu klein.

dem nimmt man die Kühe

Dem Notleidenden muss man helfen.

Dem obigen Sprichwort widerspricht aber ein anderes: 'Wiederschlagen ist nicht verboten.' Es ist genauso alt wie das erstere Sprichwort und soll aus der Zeit des Faustrechts stammen. Trotz Bibel und Gewaltmonopol des Staates ist auch heute noch die Selbstverteidigung und Notwehr erlaubt.)

Dem Ochsen bindet man das Maul ja nicht zu, wenn er auf dem Dreschkorn stampft.

Dem Ochsen bleibt das Stroh, wenn die Maus das Korn gefressen hat.
bm] Tobĕ k vůli vůl se neo telí.
fr] Le boeuf mange la paille et la souris le blé.
kroat] Zbog tebe ne bude legel vol teličev.
la] Natura non aberrabit.

Dem Ochsen einen Saumsattel auflegen.
info] Von Leuten, die einer Sache nicht gewachsen sind. Es ist nicht Sitte, Ochsen zu satteln, und sie Lasten tragen zu lassen; dazu bedient man sich der Esel und Maultiere.
la] Bovi clitellas imponere. Cicero

Dem Ochsen fällt sein Horn nicht zur Last.

Dem Ochsen gehört das Joch, dem Pferde der Sattel.
la] Bos sub jugum.
la] Bovi clitellas imponere.
la] Bovi non conveniunt clitellae.
pt] Aonde hirá o boi, que não lavre, pois que sabe?

Dem Ochsen gehört Haberstroh.

Dem Ochsen gibt das Wasser Kraft, dem Burschen Bier (Punsch) und Rebensaft.

Dem Ochsen sind seine Hörner keine Last, die Flügel nicht dem Vogel.

Dem Ochsen, der da drischt, soll man das Maul nicht verbinden.

Dem Ochsen, der da drischt, sollst du nicht das Maul verbinden! - ist ein Naturgesetz..
Wieland, Geschichte der Abderiten

Dem Ochsen, der drischt (o. pflügt), muss man das Maul nicht verbinden.
5 Mos. 25, 4
info] Den Personen, deren wir uns in irgendeiner Angelegenheit bedienen, müssen wir auch trauen. Weil in Ägypten die Einzäunungen fehlen, so tragen die Ochsen, Kamele u.s.w. aus Stricken verfertigte Maulkörbe, damit sie nicht die Wege entlang an fremden Feldern weiden. Von dem russischen Grundbesitzer und Kriminalgerichtsdirektor Stahrewski wird erzählt, dass er seinen leibeigenen Bauern und Bäuerinnen während der Obsternte Maulkörbe anlegen ließ, um sie vom Obstessen abzuhalten.
ho] Gij zult den dorschenden os niet muilbanden (den muil niet toe binden).
la] Non alligabis os bovi trituranti.

Dem Ofen entgeht schwer, wer einmal auf die Schaufel gekommen ist.
info] Der Verschwender, der Wagehals, wir könnten jetzt sagen der Gründer entgeht nicht leicht seinem Verderben.
it] Chi non è nel forno, e in sulla pala.

Dem ôle Bärn ös schlömm danze lêre.

Dem Oße kann man wat ver e Zoagel legge.
info] Dönhofstadt

Dem Palmesel Zweige streuen.
z] Kompt er alsdann wider, da ist Frewd in allen Gassen, .. da rist man, da verdüst man, da strewet man dem Palmesel Zweige vnder, da macht man die Tor weit u.s.w.

Dem Papst ein schönes Liedlein singen,
das heißt: Geschenk' und Gaben bringen.

Dem Papst in den Sattel helffen.
Luther
info] Einen wieder zu Ansehen bringen.

Dem Pastor das Latein und dem Bauer die Ochsen.

Dem Perser ist ein Sohn 'des Blinden Stab', dem Hindostaner 'die Lampe eines dunkeln Hauses', dem Araber 'die Frucht des Herzens'.

Dem Peter nehmen und dem Paul geben.
la] Nudato Petro Paulum tegere nefas.

Dem Pfaffen es ein freude bringt, wann die Glock zum Begräbnis klingt.
la] Clericus applaudit, cum pulsum funeris audit.

Dem Pfaffen es groß Freude bringt, wenn die Begräbnisglocke klingt.

Dem Pfaffen fehlt es nicht an Worten.
Estland

Dem Pfaffen gehört das beste.
info] Nämlich nach ihren eigenen bescheidenen Ansprüchen und nach der Ansicht der von ihnen in blindem Glauben erzogenen Leute.

Dem Pfaffen gilt's für keine Sünd', wenn er erzeugt ein Hurenkind.
la] Clericus uxorem qui ducit, perdit honorem, amittit florem propter mulieris amorem.

Dem Pfaffen Heuchelei so gut, als wahre Tugend Vorschub tut.
en] Hypocrisy will serve as well to propagate a church as zeal.

Dem Pfaffen lacht das Herz im Leib, wenn vor ihn tritt ein hübsches (o. sauber) Weib.
la] Clericus in cella gaudet venienti pulla.

Dem Pfarrer 's Platt'l scheren.
Bayern
info] Ihm den Zehnten unterschlagen, ihm die Platte abscheren.

Dem Pfau den Schweif stutzen.

Dem Pfennig tut man die Ehr', spricht man zum Reichen: Esset, Herr!

Dem Pfenning beut man die größest ehr.

Dem Pferd schnallt man das Zaumzeug auf, der Mensch legt es sich selber an.
Jiddisch

Dem Pferd und dem Manne traue nie, glaubst du sie in gutem Trab, werfen sie erst recht dich ab.

Dem Pferd, wenn's nicht kann ziehen bass, nimmt man den Hafer und schlägt's ins Gras.

Dem Pferde den Hafer, dem Esel das Stroh.

Dem Pferde die Sporen geben.
nl] Hij geeft het paard de sporen.

Dem Pferde die Sporen, der Frau den Stock.
it] A su caddu s'isprone, ad sa femina su bastone.

Dem Pferde schadet langes Stehn oft mehr als langes Gehn.
fr] L'écurie use plus le cheval que la course.

Dem Pferde, das den Sattel nicht liebt, wird kein Haber gesiebt.
it] A cavallo che non porta sella, biada non si crivella.

Dem Pferde, das man schenket dir, dem sieh nicht nach den Zähnen.
Griechenland

Dem Pflüger des Ackers schlag mit einem Stein auf den Kopf, dem Mäher der Wiese gib ein Stück Brot.
Estland

Dem Pflüger fehlt es nicht an Land, dem Ruderer nicht an Wasser.
Estland

Dem Pöbel kann niemand recht tun.

Dem Pöbel muss man weichen, will man ihm nicht gleichen.

Dem Pöbel muss man weichen, will man ihm nicht gleichen.
la] Cedendum multitudini.

Dem Pöbel muß man weichen,
Will man ihm nicht gleichen.

Dem Pöbel und den weisen Leuten gefallen, ist unmöglich.
z] Der Beifall des Pöbels schändet seine Lieblinge, aber der Beifall der Edeln ist die schönste Bürgerkrone.

Dem Pöbel weich', tu's aber ihm nicht gleich.

Dem Pöbel weich, tus ihm aber nit gleich.

Dem Pöbel weicht auch der Teufel.

Dem Pöbelsinn verworrner Geister
Entwickelt sich ein Widerstand:
Die Ketzer sinds! die Hexenmeister!
Und sie verderben Stadt und Land.
Goethe (1749-1832), Faust II A I, Saal des Thrones (Kanzler) Vs 4909f

Dem Poeten, welchem Takt, Parallelstellung, Silbenfall, Reim die größten Hindernisse in den Weg zu legen scheinen, gereicht alles zum entschiedensten Vorteil, wenn er die Rätselknoten glücklich löst, die ihm aufgegeben sind oder die er sich selbst aufgibt, die kühnste Metapher verzeihen wir wegen eines unerwarteten Reims und freuen uns der Besonnenheit des Dichters, die er in einer so notgedrungenen Stellung behauptet.
Goethe (1749-1832), Divan, Noten und Abhandlungen - Vergleichung

Dem predigt man vergeblich, der keine Lust hat, Gutes zu tun.

Dem Priester gibt man zu trinken und der Küster dürstet.
it] Dà bere al prete, che il cherico ha sete.

Dem Priester, Arzt und Advokaten soll man nichts verschweigen.
dk] For præsten, lægen og talsmanden, skal man intet dølge.

Dem Priscian Ohrfeigen geben.
info] Fehler gegen die lateinische Grammatik begehen. Priscian war ein berühmter lateinischer Sprachlehrer zur Zeit Justinians.
z] Wie wir in der Schule sagen, wenn einer übel lateinisch redet oder schreibet: Er gibt dem Prisciano eine Ohrfeige.

Dem Prokurator mis em e jed Wîrt mäd em Taler bezuolen.
Siebenbürgen/Sachsen

Dem Proletariat die Intellektuellen, welche denken.
Brecht, Schwierige Lage der deutschen Intellektuellen

Dem Prozess ein Loch machen.
info] Ihm einen Ausgang verschaffen.

Dem Raben auf dem Dach und dem Fuchs vor der Tür ist nicht zu trauen.

Dem Raben hilft kein Bad.
bm] Nepomůze havranu mýdlo, ani mrtvému kadidlo.
en] A crow is never the whiter for washing herself often.
it] Chi lava il capo all' asino, perde il sapone.
la] Balnea cornici non prosunt, nec meretrici, nec meretrix munda, nec cornix alba fit unda.
pl] Niepomoze krukowi mydło, ani umarłemu kadzidło.
un] Ha fördik is a' csóka, nem lesz fehér galambbá.

Dem Racker sine Duwe.
info] Es sind die Krähen gemeint.

Dem Rappen das Mus einstreichen.
info] Wortspiel für: Muss.

Dem Rappen den Brei einstreichen.
info] Einem hofieren.

Dem Rate des Stolzes oder der Rachsucht folge nicht.

Dem Räuber ist es leid, wenn er wenig findet.

Dem Räuber ist es leid, wenn er wenig findet.
nl] Den röueris lect als hi lüttel vint.

Dem Rauch entgeht man nicht, auch wenn man in der Dachkammer wohnt.

Dem Rauch und Feuer, dem Wasser und den Bauernstreichen muss man so schnell wie möglich weichen.
nl] Rook, water en vuur maakt men haast plaats.

Dem Recht den Rücken gewen.
info] Nicht vor Gericht erscheinen wollen.

Dem Recht ein Ohr umtreiben.
la] Aequum stultitiae ferre.

Dem Recht eine wächserne Nasen drehen.

Dem Recht ist (o. tut) öfter Hilfe Not.

Dem Recht ist (tut) öfters Hülfe not.

Dem Recht ist keiner gewachsen.

Dem Recht ist öfter Hilfe Not.

Dem Recht ist öfters Hülfe not.

Dem Recht will nachgeholfen sein.

Dem Regen entlaufen und ins Wasser fallen.
z] Er will dem Regen entlaufen und fällt gar ins wasser.

Dem Reichen (jüdisch: Kozen) und dem Schechter (Schoochet, Fleischer) bleibt nix übrig als ein weiter Hals.
info] Trostspruch für den Unbemittelten. Dem Reichen bleibt zuletzt nichts weiter übrig als dem Metzger, ein durch gutes Essen ausgeweiteter Hals.

Dem Reichen erwachsen seine Leiden nicht aus seinem Stande, sondern aus ihm selbst, der ihn missbraucht. Wäre er noch unglücklicher als der Arme, so wäre er nicht zu beklagen, da seine Leiden sein Werk sind, und da es nur von ihm abhängt, glücklich zu sein.
Rousseau, Emile

Dem Reichen fehlt die Ruhe, dem Armen fehlt das Vermögen.
Estland

Dem Reichen gehören des Armen Füß' und Hände.

Dem Reichen gehört das ganze Himmelreich.
Estland

Dem Reichen Geld schenken, heißt Wasser ins Meer gießen.

Dem Reichen gibt man für Geld, dem Armen aus Gnade.
Estland

Dem Reichen gibt man hinzu, dem Armen nimmt man weg.
Estland

Dem Reichen glauben alle, dem Armen glaubt niemand.
Estland

Dem Reichen hängt der Geldbeutel am Arsch, deshalb kommt er nicht in den Himmel.

Dem Reichen ist alles verwandt.

Dem Reichen kalbet bisweilen ein Ochs, da doch dem Armen keine Kuh kalbet.
info] Dem Glücklichen gelingt alles.
jüdisch-deutsch] Der Ojscher (Glückliche) hot die Maarusche (glücklicher Zufall). Warschau

Dem Reichen kalbt die Kuh oft, und dem Armen führt der Wolf das Kalb weg (o. dem Armen frisst der Wolf das einzige Schaf).

Dem Reichen kriecht das Glück in die Rocktasche.
Russland

Dem Reichen legen selbst die Teufel Eier.

Dem Reichen legt man alle Dinge wohl aus.

Dem reichen Manne kalbt der Ochs, dem armen nicht die Kuh.
fr] Au riche homme, souvent sa vache vêle et du pauvre le loup veau emmène.

Dem reichen Menschen reisst das Hemd auf der Brust, dem Sklaven (d. i. Untergebenen) auf der Schulter.
Estland

Dem Reichen nichts schulden, dem Armen nichts versprechen.
es] Ni a rico debas, ni a pobre prometas.

Dem Reichen prägen die Teufel das Geld.
Russland

Dem Reichen regnet's Gulden, dem Armen keine Pfennige für seine Schulden.
bm] Gros bohatému a dítĕ chudemu.

Dem Reichen sind Ehre und Habe teuer, dem Armen sind Essen und Schlaf süß.
Estland

Dem Reichen tut sich jedes Tor auf.

Dem reichen Walde wenig schadet, dass sich ein Mann mit Holz beladet.

Dem reichen Walde wenig schadet, wenn sich ein Mann mit Holz beladet.
[RSpW]
info] Man unterschied in der deutschen Gemeinde früher einen vollwerigen und halbwerigen von einem unwerigen (unbehoften) Manne. Wer an dem Gemeingut der Mark theilhaben wollte, musste im Gau 'eigen Feuer und Bauch' haben, d.h. in der Gemeinde angesessen sein, ein Privatbesitztum haben, dann war er werig; der unwerige Mann, der kein Haus und Hof hatte, sollte keinen Teil haben an den Nutzungen der Almende oder des Gemeindeguts. So wenig indess der Märker in dem Gemeingut nach Belieben schalten konnte, so wenig sollte der Ausmärker oder Unwerige aus Billigkeitsrücksichten von der Nutzung des Almendeguts völlig ausgeschlossen sein. Man gestattete ihm, im obigen Sprichwort der 'arme Mann' genannt, sich Holz tragweise zu holen.
mhd] Dem richen walt lutzel schadet ob sich eyn man mit holze ladet.

Dem reichen Walde wenig schadet,
Daß sich ein Mann mit Holz beladet.

Dem Reichen wiegt der Teufel die Kinder.
info] Sie geraten selten.

Dem Reichen will jederman verwandt seyn.

Dem Reichen wird gegeben, der Arme muss in Sorge (Elend) leben.
z] Den reichen gibt man gern viel gaben und lest die armen mangel haben.
la] Cui sunt multa bona, huic dantur plurima dona.

Dem Reichtum ist alles verwandt.

Dem Reichtum, der gerafft wurde, folgt oft der Geiz als Strafe.

Dem reifen Mädchen fehlt es nicht an Glück. Venedig

Dem Reinen ist alles rein, sagte der Bauer, als er betrunken im Drecke lag.

Dem Reinen ist alles rein, sagte der Pfaff, und nahm einen Judengulden als Peterspfennig an.

Dem Reinen ist alles rein, sagte die Frau, da griff sie mit gewaschenen Händen in den Dreck.

Dem Reinen ist alles rein, sagte die Magd, als sie aus dem Bade kam und in Kot griff.

Dem Reinen ist alles rein.

Dem Reinen ist alles rein.
Titus 1, 15

Dem Reinen predigen alle Kreaturen.

Dem Rheine nach, nach Beringen gehen.
Schweiz
info] Eine unrechte Straße gehen, auf der man das Ziel nicht erreichen kann.

Dem Richter allein steht nicht alles zu glauben.
info] Zu einem vollständig besetzten Gericht gehört auch ein Gerichtsschreiber.
ndt] Dem Richter nicht alle steyt tho louende. Hamburg

Dem Richter die Hände schmieren, heißt das Recht begraben.
info] Das ist deutsche Ansicht in Betreff der Unbestechlichkeit der Richter.

Dem Richter ist keine Miete gesetzt, weder um Recht noch um Unrecht.
[RSpW]
info] Die alten Deutschen meinten, Gut dafür zu nehmen, dass man seiner Pflicht genüge, sei wider Amt und Würde; ein Richter, der nach dem Stück gelohnt werde, gleiche dem Nachrichter.
z] Chain Richter ist Chain miet gesetzt weder um Recht noch um Unrecht.

Dem Richter träumt von dem Recht und von dem Pflug der Ackerknecht.
la] Judicibus lites, aurigae somnia currus.

Dem Rind, das da pflügt, sieh nicht ins Gesicht!
es] Al buey que ara ¡no le mires en la cara!

Dem rindert (o. kälbert) der Holzbock auf der Bühne.
Rottenburg
info] Von dem, der außerordentliches Glück hat, dem selbst der Holzbock Junge bringt

Dem Romantiker läuft die Wirklichkeit nach, dem Realisten läuft sie davon.
Fliegende Blätter

Dem Ronsard eine Ohrfeige geben.
z] Wenn einer nicht gut schreibt oder zierliche Verse macht, so sprechen wir! Er gibt dem Ronsard, einen von unsern ältesten und berühmtesten Poeten, eine Ohrfeige.
info] Der hier erwähnte Dichter, eigentlich Pierre de Roussard, geboren 1525, gestorben 1585, ist im Bewusstsein der Jetztzeit sehr in den Hintergrund getreten.
fr] Dormer un soufflet à Ronsard.

Dem Roraffen an den Bart greifen.

Dem Ross ein Zaum, dem Esel ein Prügel, dem Narren ein Rute.

Dem Ross eine Geißel, dem Esel einen Zaum, dem Narren ein Ruten auf den Rucken.

Dem Ross eine Geißel, dem Esel einen Zaum, dem Narren eine Rute auf den Rücken.

Dem Ross sâl em uch af der Schtuf net trân, hat der Agnîtler gesôcht.
Siebenbürgen/Sachsen
info] Bezieht sich auf eine bekannte Anekdote. Ein Agnethler, ein Mann aus Agnethlen, wo viel Pferde geschunden werden und mit dem Häuten Handel getrieben wird, erzürnt über sein Pferd, das ihm beim Striegeln einen Schlag versetzt hatte, erschlug dasselbe, zog ihm die Haut ab, und hing sie zum Trocknen auf den Dachboden. Als er eines Tags Geschäfte dort hatte, stieß er mit dem Kopfe an die hart getrocknete Haut, sodass er eine Beule davontrug und ärgerlich in die Worte ausbrach: einem Pferde soll man nicht einmal auf dem Überboden trauen.

Dem Ross sâl em uch af em Hemels net trân.
Siebenbürgen/Sachsen

Dem ruhenden Fuß begegnet nichts.
Irland

Dem runden Wurm im Schlamme gleicht der Mensch, der warm gekleidet und reichlich gespeist nicht lernt, für den Staat zu kämpfen.

Dem Russischen Bären die Tatzen lecken.
info] Der russischen Politik dienen, schmeicheln

Dem Sack ist der Boden aus.

Dem Sammelnden bleiben die Schalen.
Estland

Dem Sammler ist der Verschwender auf den Fersen.
Estland

Dem Sänger protzt der Bauch, so man ihn zu singen bittet.

Dem Sankt Niklas fasten.
info] In der Fabel gibt das Wiesel dem vollgefressenen Fuchse, der nicht wieder zum Loche herauskann, den Rat, ein Tager vier Sankt-Niklas zu fasten. Es ist hier nicht unser bekannter einbescherender Niklas, dem zu Ehren nicht gefastet, sondern Wurst gegessen wird, sondern Bruder Nikolaus von der Flühe gemeint, über den man sagt: 'Bruder Niclas in Schweitz genannt, ein man wunderparlichs abbruchs' (außerordentlicher Enthaltsamkeit von der gewöhnlichen Speise, oder von jedem weltlichen Genusse).

Dem Satten ist es um gebratenes Huhn so wenig
Als um die Schüssel Kraut auf seinem' Tisch zu tun.
Wer aber nichts besitzt an Vorrat und Vermögen,
Dem sind gekochte Rüben ein gebratnes Huhn.
Saadi, Rosengarten

Dem Satten schmeckt das Beste nicht.

Dem Sauerkraute bleib' ich treu, sagte Michel.

Dem Säufer gibt Gott.

Dem Säufer gibt man mit dem Schöpflöffel.

Dem Säufer hat Gott den Sackboden anvertraut.

Dem Säufer ist Branntewein besser als Brot.

Dem Schaden braucht man ja nicht das Kummet um den Hals zu legen.

Dem Schaden kann man ja nicht den Hals brechen.

Dem schadet das Studieren so wenig als dem Salamander das Feuer.

Dem schadet kein Rauch mehr, der im Feuer umgekommen ist.

Dem Schaf geht es ums Leben, dem Metzger ums Fleisch.
tü] Koyun can derdinde, kasap et derdinde.

Dem Schaf wächst die Wolle im Schlaf.
bm] Ovce vlnu rostí a skrblík se postí - pro jiného.

Dem Schaf, das dulden kann, steht keine Wolfsklaue an.

Dem Schafe ist sein Fell so viel wert als dem Hermelin sein Balg.

Dem Schäfer die Keule abkaufen.
info] Etwas da kaufen, wo es am teuersten ist, obgleich der Schäfer wohl wohlfeiler sollte verkaufen können als der Fleischer.
bm] Chtíti na kočce kosmatice, a na psu mečhury.
bm] Kupovati od dĕvčat hedbávi.

Dem Schaffenden geschieht (so) manches, dem Schlafenden nichts.
Estland

Dem Schalk zündet man zwei Lichter an, dem Frommen kaum eines.

Dem Schamhaften geht es schlecht, und dem Schamlosen ist wohl.
Jemen

Dem Scharlatan in jeder Form, der durch seine prunkende Macht, seinen Zynismus, seine Eitelkeit zu verblüffen sucht, ihm muss der Boden weggezogen, der Schall vom Munde weggerissen werden.
Holitscher, Es ist leider wieder Herbst

Dem Scharrhans auf dem Lande folgt Junker Filz im Sande.

Dem Schatten gleichen an der Wand.
z] Dem schatten gleich ich an der wand.

Dem Schatze von St. Marcke (Venedig) kann es so wenig an Geld mangeln, als Frankreich an Soldaten.
info] Von dem großen Reichtume Venedigs in seiner Blüte.

Dem Scheidenden ist jede Gabe wert..
Goethe (1749-1832), Inschrift Denk- und Sendeblätter 2 - An Grafen Paar

Dem scheider wirdt gemeiniglich das beste teil.

Dem scheisshauss opffern.
la] Sacrificare lari.

Dem scheißt der Hund öfter in die Grütze und die andern müssen ungemächselt davon essen.
Niederlausitz
info] ungemächselt = ohne dass sie mit Fett (Butter u.s.w.) angemacht ist.

Dem Schelm des Schelmes Lohn.
Estland

Dem Schelm gehört kein Helm.

Dem Schelm ist's alleweil zu licht auf der Welt.

Dem Schelm will kein Baum gefallen, denn er kann gehängt werden an allen.

Dem Schenkenden sind die Schenkel (= die Hosen) zerrissen.
Estland

Dem Schenkenden wird das Bein gebrochen.
Estland

Dem Schicksal ist es, nicht den Göttern,
Zu schenken das Leben und zu nehmen.
Goethe (1749-1832), Prometheus A I
Minerva

Dem Schiffer kann nichts widerstehen, das beste Schiff muss untergehen.
nl] Zulk een' schipper moet gij kiezen, wilt gij schip en goed verliezen.

Dem Schiffer traumbt von Wasser und Wind, dem Baurn von seinen Ochsen und Rind.
la] Navita de ventis, de bobus narrat arator.

Dem Schifflein, welches unterzugehen droht, zeigt Gott den Hafen.
fr] À barque désespérée Dieu fait trouver le port.

Dem Schiffsmann hilft Gott, aber rudern muss er selber.
Tschechien

Dem Schimpfenden bleiben Worte und dem Friedensstörer ein friedloses Herz.
Estland

Dem schlafenden Fischer hüpfen die Fische ins Garn.

Dem schlafenden Fuchs fällt nichts ins Maul.
fr] À renard endormi rien ne lui tombe en la gueule.

Dem schlafenden Fuchs läuft keine weise Maus in den Mund.

Dem schlafenden Wolf läuft kein Schaf ins Maul.

Dem schlafenden Wolfe läuft kein Schaf ins Maul.

Dem Schläfer kommt ja kein Brotlaib zum Kopfende.
Estland

Dem Schläfrigen eine Bank, dem Durstigen Wasser, dem Hungrigen Brot, so ist beseitigt alle Not.
it] A sonno panca, a fame pane, a sete acqua.

dem schlägt man keinen neuen Kram auf.

Dem Schlauen der Knust, dem Narren das Gelächter (o. der Spott).

Dem Schlechten Gutes tun, nützt gar nichts. Ein Undankbarer macht die gute Tat niemals gut, die Dankbarkeit macht der schlechte Mensch zunichte: Er sagt, dass ihm zustehe, was man ihm Gutes tut.
Juan Ruiz de Alarcón y Mendoza, Buch von rechter Liebe

Dem schlechtesten Arbeiter gibt man das beste Beil.

Dem schlechtesten Ding an Art und Gestalt
Leiht Liebe dennoch Ansehn und Gehalt.
Shakespeare (1564-1616), Ein Sommernachtstraum, I, 1 (Helena)

Dem schlechtesten Manne diene, Sohn, dass dir der beste lohne!
Walther von der Vogelweide, Herr Otto und König Friedrich

Dem schlechtesten Werkmann gibt man das beste Beil.

Dem schlechtesten Werkmann gibt man das beste Beil.
info] Damit er nicht gar zu viel Späne machen soll.

Dem schlechtsten Ding an Art und an Gehalt
Leiht Liebe dennoch Ansehn und Gestalt.
Shakespeare (1564-1616), Ein Sommernachtstraum

Dem schlimmen Gedanken, den ein Mensch denkt oder ausführt, folgt der Schmerz, wie das Rad dem Fuße des Ochsen folgt, der den Wagen zieht. Dem reinen Gedanken, den ein Mensch denkt oder ausführt, folgt Glückseligkeit wie sein Schatten, der ihn nimmer verlässt.
Dhammapada

Dem schmeckt es wohl, der Hunger bringt zum Kohl.
nl] Hed is al goed voedsel, als men niet te lekker will zijn.

Dem Schmeichler und dem Wolf ist nicht zu trauen.

Dem Schmeichler und dem Wolfe ist nicht zu trauen.

Dem Schmeichler und dem Wolfe ist nicht zu trauen.
info] Denn beide sind listige, gefährliche Betrüger.
la] Omnia blanda cave, latet hoc sub melle venenum.

Dem Schmied, der fleißig den Hammer schwingt, fehlt es nicht an Brot.
es] Sopla, herrero, ganarás dinero.

Dem Schneider gehets, wie dem, der mitten im Haus wohnet, den plagen die untern mit Rauch, die obern begießen ihn mit Unflat.

Dem Schneider hat man's aus Versehen geschenkt; man hat den Zimmermann statt seiner gehenkt.

Dem Schneider ist viel unter den Tisch gefallen.
Niederösterreich
info] Um zu sagen, er habe von dem Stoffe, den man ihm zur Verarbeitung übergeben, viel für sich behalten.
fr] Ce tailleur fait volontiers la boutée.

Dem Schneider wird das Leider.

Dem Schneider wird gemeiniglich das beste Teil.

Dem Schuldigen dottert.

Dem Schuldigen klopft das Herz.

Dem schuldigen läuft die Katz bald den rücken hinauf, klopft das Herz.
fr] Coupable craint de comparaître.

Dem Schuldigen läuft die Katze bald über den Rücken.

Dem Schuldigen man gern verzeiht, wenn seine Tat ihn reut.
bm] Vinnému bůh odpoustí, a car spravedlivému milost dává.

Dem Schuldigen schaudert.

Dem schuldigen schaudert.
it] Chi è in difetto è in sospetto.
it] Chi ha coda di paglia, ha sempre paura che gli pigli fuoco.
la] Non quiescit animus male conscius.
sd] Skyldig är alltid rädd.

Dem schuldigen schockt (wackelt) das mantelin.
info] Schocken = zittern, Angst haben.
mhd] De schuldige de schocket.
la] Conscius ipse sibi timet et discedere poscit.
la] Proprium est nocentium trepidare. Seneca

Dem Schuldigen schüttert stets die Haut.
la] Legem nocens veretur, fortunam innocens.

Dem Schuldigen träumt bald vom Teufel.
info] Seinem Gewissen kann niemand entgehen.
fr] Qui est coulpable d'aucun mesfaict toujours pense qu'on parle de son faict.

Dem Schuldigen wackelt das Mäntlein.

Dem Schuldner einen Geier, dem Gläubiger einen Raben.

Dem Schuster ist der Schuh wichtiger als der Fuß.

Dem Schwachen ist sein Stachel auch gegeben.
Schiller, Wilhelm Tell, IV, 3 (Tell)

Dem schwachen Kopf ist das Denken so unerträglich wie dem schwachen Arm das Heben einer Last: daher beide eilen niederzusetzen.
Arthur Schopenhauer

Dem schwachen Kopf ist das Denken so unerträglich wie dem schwachen Arm das Heben einer Last: daher beide eilen niederzusetzen.
Schopenhauer (1788-1860), Welt als Wille u. Vorstellung

Dem schwätzer geht die Zunge vors maul.
sd] Sqvaller-sugga will all tugga.

Dem Schwätzer und dem Frosche wackelt gern die Gosche.
en] Gossips and frogs drink and talk.

Dem Schwein ist Dreck teuer, dem Habgierigen das Geld teuer.
Estland

Dem Schwein keine Kirschen, dem Dummen keinen Rat.
tü] Domuza kiraz, abdala öğüt verme.

Dem Schwein muss man kein Pelz anhängen und mit Perlen schmucken.

Dem Schwein und dem Schwiegersohn braucht man das Haus nur einmal zu zeigen.
info] Sie finden nachher den Weg von allein

Dem Schwiegersohn und dem Schwein zeigt man einmal das Haus, und sie finden den Weg schon allein.
info] Man braucht diejenigen nicht erst einzuladen, die sowieso von unseren Wohltaten leben

Dem Schwur eines Spielers und eines Verliebten ist nicht zu trauen.
fr] Serment de joueur, serment d'amant, autant en emporte le vent.

Dem sê öck nich emôl möt em Arsch an.
Königsberg
info] Als Ausdruck tiefster Verachtung

Dem Seehund braucht man das Bellen nicht zu lehren.
Finnland
it] Chi di gallina nasce, convien che razz:oli.

Dem Seehunde schadet's nichts, wenn er eine Möve zur Feindin hat.

Dem seelischen Leiden sich ohne Widerstand überlassen heißt soviel, wie das Schlachtfeld verlassen, ehe man besiegt ist..
Thälmann, an Irma, November 1934

Dem sei Leid, der's übel deut't.
info] Der Gedanke, welcher durch das französische Motto des englischen Hosenbandordens ausgedrückt wird.
en] Evil be to him tat evil thinks.
fr] Honni soit qui mal y pense.
it] Chi l' ha per mal si scinga.

Dem sei wie ihm wolle, Mamsell, es ist nichts so schlimm, das das Schicksal nicht zum Guten machen könnte..
Goethe (1749-1832), An Friederike Oeser, 13.2.1769

Dem Seiler gerät's am besten, wenn's brav hinter sich geht.

Dem Seiler gerät's am besten, wenn's hinter sich geht.

Dem sein Asseskat steht nit mehr uf.
info] Jüdisch-deutsch
info] Solche Frechheit kommt nicht wieder. Von dem hebräischen assuth = frech, mit der deutschen Endung 'keit'.

Dem seine Krabbe send au no kane Distelfinken.
info] In Schwaben, um zu sagen, dass die Kinder jemandes nichts Besonderes sind.

Dem seine Speise stürzt, kann sie nicht all aufraffen.

Dem seine Speise stürzt, kann sie nicht alle aufraffen.

Dem Sel'gen öffnet sich das Tor des Lebens,
Der selber sich beherrscht, nicht deinesgleichen,
Dem stolzen Sohn des blutig wirren Strebens.
Chamisso, Sonette u. Terzinen: Das Malerzeichen

Dem Siege folgt Freude. Hawaii

Dem Siege folgt Freude.
Hawaii

Dem Sieger gehört die Beute (o. Welt).
info] Der Tüchtige hat den Erfolg

Dem Silber und Gold ist jeder hold.
sd] Silfver och guld är hwar man huld.

Dem Silber, Gut und Geld ist alles untertan in der Welt.

Dem sind de Haare geschnigge wurden ohne Schier.

Dem sind die Hahnen übel bekommen.
info] Von dem Heruler König Hanivicus

Dem sind die Hörner nach innen gewachsen.
Nassau

Dem sind tausend Lügen nicht an den Fuß gebunden.
Köthen

Dem sind viel Reden befohlen.
Oberösterreich
info] Er redet mehr als notwendig ist.

Dem sind wie dem Fuchs die Trauben zu sauer.
Nach Äsop,

Dem Sittich wird oft ein güldens Gebäuerlein gebauet.

Dem sittigen Weib brich ein Bein und sperr sie ein!
es] ¡La mujer honrada la pierna quebrada y en casa!

Dem Sitzenden kommt der Schlaf.

Dem Sklaven wird der Zucker zu Essig.
info] Die leichteste Arbeit wird schwierig, sobald man dazu gezwungen wird

Dem Sohn einen Rat geben heißt in den Wind säen.
it] Consigliare il figlio, seminare al vento.

Dem Sohn einer Witwe fehlt es an Erziehung.
Arabien

Dem Sohn gib ein Weib, wenn du willst, der Tochter einen Mann, wenn du kannst.
es] Al hijo cásale cuando quieres, a la hija cuando puedes.

Dem Sohne und dem Weibe, dem Bruder und dem Freunde
Räume nicht die Herrschaft über dich ein, solange du lebst.
Jesus Sirach, 30, 28

Dem soll es früh genug Abend werden.

Dem soll vom Teufel träumen.
nl] Hij zal van den duivel droomen.

Dem sollt mer zuhalte!
info] Nämlich den Mund, wenn der Gesang oder die Rede schlecht ist. Der Witz liegt darin, dass 'Zuhalten' im Jüdisch-Deutschen die Begleitung des Vorbeters in der Synagoge durch eine andere Stimme bezeichnet. Wenn der Vorbeter schlecht, oder ohne Begleitung sang, so ward das obige Wort, aber dann auch auf andere Verhältnisse angewandt, gebraucht.

Dem sollte man die Zunge schaben.
Rottenburg
info] Er ist sehr wählerisch.

Dem sollte man die Zunge zum Arsche hinausziehen.
Nürtingen
info] Dem Zotenredner.

Dem Sommer sind Donnerwetter nicht Schande, sie nützen der Luft und auch dem Lande.

Dem Sorglosen gehts um den Finger und nicht drein, ums Wams, nicht ins Herz.

Dem Sorgsamen bezahlt man den Preis, das Luder wird verprügelt.

Dem Sozialismus ist es während seiner ersten - homöopathischen - Phase nicht geglückt, die Landbevölkerung für sich zu gewinnen, und noch weniger, sie davon zu überzeugen, dass er die große humane Bewegung der Welt ist. War der Sozialismus vielleicht auf Kosten des Ziels zu 'human' in seinen Mitteln?
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Dem Sparer gehört ein Zehrer.

Dem Sparsamen fällt es leichter, sich ans Verschwenden zu gewöhnen, als dem Verschwender, sich zum Sparen aufzuraffen.

Dem Speisehaus-Besitzer ist es gleichgültig, wie groß dein Appetit ist.
China

Dem Sperber die Tauben zu hüten geben.

Dem Spiel der Kräfte sich nicht entziehen, vielmehr minutiös empfindlich, empfänglich dafür sein und es regulieren, nichts als regulieren: ist Demokratie.
Fliegende Blätter

Dem Spitzbuben brennt der Hut.
Schlesien
info] Er hat Eile bei seinem Geschäft und verrät sich dadurch leicht, indem er die erforderliche Vorsicht versäumt.

Dem Spitzbuben scheint es, als sei jedermann sein Gefährte.
fr] Il semble à un larron que chacun lui est compagnon.

Dem Sporn folgt das Pferd, auf den Pfiff die Hunde hören; den Bauern aber kann nur der Stock belehren.
it] Allo sprone i cavalli, al fischio i cani, e al bastone intendono i villani.

Dem Spottenden Späne, dem Lachenden Fransen.
Estland

Dem Spötter regnet's auch zuweilen in die Blumen.

Dem spötter rinnet der spott in seinen eignen Busen.
fr] Les moqueurs sont souvent moqués.
fr] Souvent les railleurs sont raillés.
un] Az ollyan, a' ki mást ki nevet, konnyen ki nevettetik.

Dem spukt's in der Fechtschul'.
Ulm

Dem Stachelschwein macht das spitze Gras nichts aus.
Afrika

Dem Stadtbuch steht zu glauben, wie den Stadtbriefen.
z] Die ältesten Urkunden haben ihre Beweiskraft davon, dass sie vor offenem Gericht und vor versammelter Gemeinde entstanden und meist die Briefform enthielten. Getreuer Leute Brief und Siegel beweisen wenig vor dem Reiche. Noch heute machen die Urkunden einer vom Staate als öffentliche Behörde gesetzten oder anerkannten Person oder Gemeinheit, die sogenannten gesiegelten Briefe volle Gewissheit, sogar mit Ausschluss des Gegenbeweises. '
mhd] Wan dem statpuech zu glauben ist als den statbriefen.

Dem Stammelnden ist nicht zu trauen.

Dem Stammelnden ist schwer zu trauen.
la] Balbanon credit.
la] Balbus balbum rectius intelligit.

Dem Starken kann man tüchtige Arbeit zumuten.

Dem Stärkeren weich', halt dich an deinesgleich'.

Dem Stärkeren weich', halt dich an deinesgleich'.
fr] Contre le pot de fer se prise le pot de terre.
fr] Contre un plus paissant que soi, on ne dispute pas sante perte.
fr] Le brouillard ne peut se dissiper avec un éventail.
it] Chi piscia contro il vento, si bagna i calzoni.
sd] Wijk den större.

Dem stärksten Tiere die stärkste Last.

Dem stecken Gerstengrade noch im Halse.
Oberösterreich
info] Die Gerstenähre hat Grade, Gräten. Von jemand, der vom gestrigen starken Biergenusse Katzenjammer hat.

Dem Stehenden wird's sauer, mit dem Sitzenden zu reden.

Dem stehet kein Nagel zu nahe.
z] Dem gehet alles nach seinem Sinne und Herzen.
z] Also gedenken wir, wenn wir Christo angehören, so wird's uns auch gehen nach unsers Herzen Wunsch und Beger, und kan uns kein Nagel zu nahe stehen.

Dem Stein sei es geklagt (auch: gesagt).

Dem Sterbenden ist der Ozean nur knietief.
Tamil, Indien

Dem sterbenden Töpfer gelten die Töpfe nur als Scherben.

Dem Sterlet nützt es wenig, dass er auf des Kaisers Tisch kommt.

Dem Stiere, der gern stößt, wachsen kurze Hörner.

Dem stinkt der Ärmel.
Westfalen
info] Von schlechtem Ruf.

Dem Stocke muss der Hund sich fügen, dem Manne soll ein Wort genügen.
it] Il baston è per i cani, le parole per i cristiani.

Dem Stolpern folgt leicht das Fallen.

Dem Stolzen ist Frau Venus hold.
nl] Den stouten is Venus gunstig.

Dem Storch den Froschteich in Verwahrsam geben.
Russland

Dem Storch gefällt sein Klappern wohl.

Dem Storch gefällt sein Klappern wohl.
info] Von Eitelkeit

Dem Storch gegenüber haben die Frösche eine beschränkte Souveränität.
Fliegende Blätter

Dem Storche flohen.
info] Dem Storche die Flöhe suchen. Wird in der Gegend von Bolkenhain und Landeshut in Schlesien gebraucht, um unnütze Arbeit zu bezeichnen.

Dem störrischen Esel einen groben Eseltreiber.
fr] À rude áne, rude ánier.

Dem stoßet kein saurer Wind unter die Augen.
info] Er hat gute Tage.

Dem Strauß ein Sperlingsei unterlegen.

Dem Stroh komme nicht mit Licht zu nahe.
la] Ad movere ignem stipulae, non tutum.

Dem Sultan tat der Bauch weh, da gab man dem Wesir ein Klistier.

Dem Sumpfe klares Wasser abverlangen.
Russland

Dem Sumpfwasser ist nicht zu trauen.

Dem Tage die Augen ausbrennen.
Steiermark
info] Wenn jemand bis in den lichten Tag Kerzenlicht brennt.
ndt] Oen Tag d' Auga ausbrenna. Oberösterreich
ndt] Sticke den Dag nich an.
ndt] Wir warn êgen am Tage die Ôgen aussloichten.
z] Du undööf'lke Schlunsser (= übermäßig verschwenderische Vettel), dô de Lucht ût; sühst du nich, dat de Sünne al u äwern Tûn kickt?

Dem Tage dient der Journalist, vom Tage hat er seinen Namen.
Hugo von Hofmannsthal

Dem tapferen Herzen ist nichts unmöglich.
fr] À coeur vaillant rien d'impossible.

Dem tapferen Manne (genügt) ein kurzer Degen.
info] Der geschickte weiß sich mit geringen Mitteln zu helfen
fr] Á vaillant homme courte épée.

Dem tapferen Soldaten wird das scharfe Schwert gegeben.
China

Dem tapfern Mann,
Der wohlgestritten, lohnt mit Recht ein edles Wort.
Sophokles, Trachinierinnen, II, 224/25 (Lichas)

Dem tätigen Menschen kommt es darauf an, dass er das Rechte tue, ob das Rechte geschehe, soll ihn nicht kümmern.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 100

Dem Tauben ein Liedlein singen (o. lehren).
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).
dä] At synge to viiser for den døve.

Dem Tauben ist gut predigen.

Dem Tauben soll man nicht fluchen, noch dem Blinden einen Anstoß in den Weg legen.

Dem Tauben werden nicht zweimal die Glocken geläutet.
Estland

Dem Taugenichts ist große Spürkraft eigen,
Wenn sein Verstand auch noch so fadenscheinig;
Denn sieht er zwei sich unterreden, denkt er:
Die sind gewiss, um mich zu schelten, einig.
Saadi, Sinngedichte

Dem Taumel weih ich mich, dem schmerzlichsten Genuss,
Verliebtem Haß, erquickendem Verdruß.
Goethe (1749-1832), Faust I, Studierzimmer (Faust) Vs 1766

Dem Tauscher bleiben die Zäume.
Estland

Dem Teufel auf den Schwanz trampeln.
Luzern
info] Sich selbst überwinden.

Dem Teufel aus dem Garn gehen.
la] Qui tangat picem inquinabitur ab ea.

Dem Teufel aus den Klauen (Krallen) kommen.
la] E mediis orci faucibus evadere.

Dem Teufel begegnet ein Teufel.

Dem Teufel beichten.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).la] Apud novercam queri. Plautus

Dem Teufel braucht man keinen Schwur zu halten.

Dem Teufel braucht man keinen Schwur zu halten.
info] Da ein ehrlicher Mann gern überall sein Wort hält, so tut man wohl am besten, ihm gar nicht zu schwören.

Dem Teufel darf man nicht rufen, er kommt wohl von selbst.

Dem Teufel das Fleisch geben und Gott die Beine (Knochen) lassen.

Dem Teufel das Pferd satteln (zu Hofe reiten).

Dem Teufel den Braten wenden.
info] Von denen, die nicht aufstehen, wenn sie ausgeschlafen haben.
z] Wer nit ufstat, da er hat ausgeslafen, der wendet dem Tüfel den Braten.

Dem Teufel den Weg weisen.
info] Rückwärts gehen.

Dem Teufel die Sünde beichten.
nl] Hij gaat bij den drommel (beal) te biecht.

Dem Teufel ein Auge ausschlagen.
info] Wenn jemand, seinen Neidern zum Trotz, seinen Wohlstand steigert.
fr] Crèver un oeil au diable.

Dem Teufel ein Bein (Ohr) abschwatzen.
info] Viel unnützes Zeug reden.

Dem Teufel ein Bein abarbeiten.
z] Die Redensart wird gebraucht, wenn jemand zum Verdruss des Zuschauers eine Tätigkeit sehr lange betreibt, z.B. zu lange am Schreibtisch sitzt; man sagt dann: Schriew du dem Düwel ên Bên af.

Dem Teufel ein Bein aus dem Arsch fluchen.

Dem Teufel ein Bein awküren (awarbeien, awlaupen, awschriwen).
info] Auch kören = sprechen, schwatzen, plaudern.

Dem Teufel ein Bein und das linke Horn vom Kopfe fluchen.

Dem Teufel ein Licht anzünden.
info] In Laster geraten, also ihm dienen, daher entlehnt, dass man in der Kirche den Heiligen, denen man Ehrerbietung erweisen will, ein Licht anzündet.
ho] Den duivel eene kaars ontsteken.
ho] Hij wilf den duivel een haardje aanstoken.

Dem Teufel ein Loch ins Haar reißen.
info] Der Wiesenpater schloss seine 1741 im Druck erschienene Rosenkranzpredigt mit dem Worten: 'Vaterunser und Ave Marie, das sind die rechten Bomben, die reißen dem Teufel ein Loch ins Haar und jagen ihn mit aller Bagage der Hölle zu.'

Dem Teufel ein Ohr abgehen müssen.

Dem Teufel ein Ohr ablaufen.

Dem Teufel ein Ohr abschwören.
info] Seinen Eid nicht halten.
la] Jovem lapidem jurare.

Dem Teufel ein Ohr drehen.

Dem Teufel ein Ohr umdrehen (oder gar abschwören) ist kein Kunst.

Dem Teufel ein Ohr vom Kopfe fluchen.
z] Ritt stracks Pfads mit seinem Gespan wider zu seinem Herrn, flucht vnderwegen dem Teufel ein Bein aus dem Arss, und das linck Ohr vom Kopf.

Dem Teufel eine lücke verzäunen und jm wohl zehn dargegen aufbrechen.

Dem Teufel eine Nase drehen.

Dem Teufel einen Eid brechen, ist erlaubt.
Russland

Dem Teufel einen Wächter einbrocken.
z] Da seyn Gesinde nicht Butter oder Käse machen kundten (weil das Vieh behext war), streifet er seine Hosen abe und brockte dem Teufel einen Wächter in einen Asch voller Milch, und rührts um und gesegnet ihm der Mahlzeit und sagte: Nu fret Teufel.

Dem Teufel etwas in den Rachen stoßen.
Luther

Dem Teufel gib, was ihm gehört.
en] Give even the devil his due.

Dem Teufel in den Arsch.

Dem Teufel in der Höllen ein stuhl im Himmel stellen.
info] Die Gelehrten die Verkehrten.

Dem Teufel in die Hölle helfen.
nl] Den duivel in de hel helpen.

Dem Teufel in die Schüssel gucken.
info] Sich ihm ergeben.

Dem Teufel ist auch ein fetter Brocken zu gönnen, sagte der Narr, als ihn der dicke Abt fragte, ob auch ihn der Teufel fressen (holen) sollte.

Dem Teufel ist das Gebet zuwider, dem Menschen die Bitte.

Dem Teufel ist nicht zu trauen, und wenn er sich noch so fromm stellt.
dk] Ingen troe i fanden.
la] Malus ubi bonum se simulat, tunc est pessimus.

Dem Teufel kann man wohl ein Schnippchen schlagen, aber dem Tode nicht.

Dem Teufel kein Heid' und Christenmensch trau, er möcht' uns gern machen zur Eichelnsau.

Dem Teufel Kuchen geben.
Holland

Dem Teufel mangelts an Macht, nicht am Willen, Schaden zu tun.

Dem Teufel muss man allzeit zwo Kerzen aufstecken, da man Gott nur eine aufsteckt.

Dem Teufel muss man aus dem Wege gehen.

Dem Teufel muss man bisweilen auch einen Maien stecken.

Dem Teufel muss man hundert, dem Zar zehn Werst aus dem Wege gehen.
Russland

Dem Teufel muss man nicht lehren, wie man Schlangen macht.

Dem Teufel muss man zwei Kerzen (Lichter) anzünden, dass er uns ungeschoren lasse.
info] Empfiehlt, zuerst sich seine Feinde vom Leibe zu halten. Nachdem sich Wladislaus, später König von Polen, 1375 hatte taufen lassen, ließ er vor jedem Heiligenbilde eine Kerze anzünden. Als ihm hierauf die Geistlichen das Bild des Teufels, als des Erzfeindes der Menschen zeigten, sagte er: 'Ey steckt zwo Wachskertzen vff, auf das er kein leyde thue.'
fr] Fait bien le diable de Vauvert qui brus le tout et qui tout perd.
fr] Il faut savoir brûler (mettre) une chandelle devant le diable.
ho] Men moet den duivel een keerse ontsteken.
it] Al amico cura gli il fico, al inconico il persico.
la] Quod lucem Sathane tribuas est sepe necesse.
un] Néha az ôrdögnek is gyertyát kell nyúitani.

Dem Teufel muß man zwei Kerzen aufstecken, daß er uns ungeschoren lasse.

Dem Teufel opfert man am meisten.

Dem Teufel rufen.
fr] Se donner au diable en jurant.

Dem Teufel steckt man zwey liecht auf, unserm HErrn Gott eins.
z] Ein Bawer der zündet allemal ein messliechtlein an fürs heylig Sacrament, und gienge dann hinder den altar; da stundt der Teufel gemalet an einer taflen, dem zündet er auch ein liecht an. Der Priester hat das etwa oft gesehen, und meint, er wer nit ein guter Christ und nam ihn darumb für. Der Bauwer sagt: Ich thu's nit von vnglauben wegen, als ihr meint, lieber Herr, ich thu es aus gutter meinung; ich zünde Gott dem Herrn ein liecht auf, das er mir guts thu, und zünd dem bösen geyst eins auf, dass er mir nichts bös thu.
fr] Il faut savoir mettre une chandelle devant le diable.

Dem Teufel vom Karren gefallen sein.

Dem Teufel was unten und Gott was oben, sagte der Mönch zum Satan, als dieser ihm verbieten wollte, auf dem Abtritt das Brevier zu lesen.
info] Nach der Sage, dass der Teufel zu einem Mönch, der sein Brevier auf dem Abtritt las, gesagt: Monachus super latrinam non debet legere primam. Und dieser hierauf geantwortet habe: Purgo meum ventrem, et colo omni potentem. Tibi quae infra, deo quae supra.
en] Down, below is thy dement. Shakespeare

Dem Teufel wehrt man mit dem Kreuz, den Leuten mit Fäusten.

Dem Teufel werden mehr Feste gefeiert, als unserm Herrgott.
Russland

Dem Teufel zwei Lichter anzünden.

Dem Thalmann hat es geglückt, zwischen Jena und Kahle sammt Gaul über die Saale.

Dem Thüringer der Hering g'fällt, weil er'n für einen Schinken hält.

Dem Tiger die Gazelle in Obhut geben.
Russland
sd] Gjöra ulfen til fåraherde.
sd] Ulfen går wall med fåren.

Dem Tod auf die Hatschen treten.
Niederösterreich
info] Hausschuhe, Pantoffeln. Von jemandem, der sehr schwer krank ist.

Dem Tod entkommt, wer ihn verachtet; gerade die Ängstlichen ereilt er.
Quintus Curtius Rufus, Geschichte Alexanders des Großen

Dem Tod gehört das Haus - er ist kein Fremder, aber an dem Tage, an dem er kommt, ist er einer.
Nigeria

Dem Tod in de Möte (ihm entgegen) wassen.
Oldenburg
info] Von Kindern, die ungewöhnlich rasch wachsen und die Besorgnis eines frühen Todes erregen.

Dem Tod in den Nacken, dem Kranken in die Zähne schlagen.
Estland

Dem Tod ist niemand zu stark.

Dem Tod kann niemand die Hand vorhalten.
Estland

Dem Tod kann niemand entlaufen (o. entrinnen).

Dem Tode etwas aus dem Rachen reißen.
z] Sie würden dem Tod aus dem Rachen gerissen.

Dem Tode geht jeder aus dem Wege.
la] Omnibus ignotae mortis.

Dem Tode in die Augen sehen.
nl] Den dood onder de oogen zien.

Dem Tode ist alles gleich, der Arm wie der Reich'.
la] Mors servat legem tollit cum paupere regem.

Dem Tode ist der Knecht so lieb wie der Herr.

Dem Tode ist nicht zu trauen.

Dem Tode ist niemand zu stark (und schön, er zwingt ihn, mitzugehn).
en] Death when it comes, will had no denial.
fr] Contre la mort il n'y à chose forte.
fr] La frageur de la mort ebranle le péls fermer.

Dem Tode kann man auf keinem Gaul davonreiten.

Dem Tode zu entrinnen, das ist nicht schwer, aber der Schande zu entrinnen, das ist viel schwerer, denn sie läuft viel schneller als der Tod.
Claudius, Apologie des Sokrates

Dem Topf voll Butter gleicht das Weib, der Mann der Kohle voller Glut:
Ob, wer Verstand hat, Butter wohl mit solchem Brand zusammentut?
Narájana, Hitopadesa

Dem Toren ist das Liebste auf Erden, was einem nie kann werden.
la] Stulte, quid haec frustra votis puerilibus optas quae non ulla tibi fertque refertque dies. Ovid

Dem Toren muss man mit Holzschlägeln raten; süße Worte helfen nichts, und Drohen nutzet nichts.
la] Duc pope, vel longe taurum, tauras redit ipse.

Dem Toren sind die Hände zur Ernährung bestimmt.

Dem Toren, der einmal zu eigen gewann
Gut oder Gunst durch Weiber,
Dem wächst der Hochmut, die Weisheit nicht;
Nun prahlt er und strahlt im Stolze.
Havamâl, Vers 55

Dem totalitären Betrüger ist es keineswegs darum zu tun, den Massen - wäre es auch aus reinem Interesse - die Wohltat irgendeines Glaubens zu geben, sondern er will ihnen jeden Glauben und schließlich ihre Ungläubigkeit selbst verleiden.
Georges Bernanos (1888 - 1948)

Dem toten Esel das Futter in den Hintern.
es] Al burro muerto la cebada al rabo.

Dem toten Löwen reisst man die Mähne aus.

Dem toten Löwen versetzt jedermann (o. jeder Esel) einen Tritt.
en] Any mule will kick a dead lion.
fr] Quand le loup est pris, tous les chiens lui mordent les fesses.
it] Morto il leone, anche le lepri gli fanno il salto.
la] Barbam vellere mortuo leoni.
sp] Á moro muerto gran lanzada.

Dem toten Löwen versetzt jedermann einen Tritt.

Dem toten Löwen wollen auch die Hasen den Bart raufen.
la] Leonem mortuum et catuli mordent.

Dem toten Mauren gib einen kräftigen Lanzenstich.
Spanien
sp] A moro muerto, gran lanzada.

Dem Toten tut kein Zahn mehr wehe.

Dem Trägen ist schlecht was zu übergeben.
mhd] Den tragen is quât to bevoelen.
la] Ipse tuos noli pigro committere nummos.

Dem Trägen tut der Stecken gut.
la] Acribus artetur ferulis (salibus) qui segnis habetur.
la] Segnis bos agoli subdatur sedulo moli.
sd] Latan skal man fast (all tid) köra.

Dem Trägen wird der kürzeste Tag zu lang.
dk] For den lade er dagen lang.

Dem traue ich nicht weiter als ich sehe.
pl] Dopóki go widzisz, tak długo mu wierz.

Dem traue ich nicht weiter, als ich mit dem polnischen Ochsen werfen kann.
en] I'll trust him no farther than I can fling him.
en] I'll trust him no farther than I can throw a mill stone.

Dem traue ich nicht wieder.
la] Siculus mare (prospectat).

Dem traue nie, der einmal Treue brach!
Shakespeare (1564-1616), König Heinrich VI., 3. Teil, IV, 5 (Königin Elisabeth)

Dem Trauen ist nicht zu trauen.
info] Nach einem braven Weibe sollst du jetzt um dich schauen!
z] Ach, Freund, dem Trauen ist nicht recht zu trauen.

Dem Trauernden hört keiner zu. Bantu

Dem Trauernden hört keiner zu.
Bantu

Dem Traum soll man so wenig glauben wie einem Hunde.
Serbien

Dem träumt 's, 's schnei Bollen, un net g'nug.
Schwaben

Dem träumt's von der vorigen Fastnacht.
Franken
info] Von einem Zerstreuten.

Dem Trauwohl hat man den Gaul weggetrieben.
nl] Trouw reed met het paard weg.

Dem treuen Mädchen brach das Herz, nachdem sie den Treulosen geliebt. Ach, sagte sie, warum bricht es zu spät? Der Demant zerspringt schon, wenn ein treuloses Herz nur annaht, und warnt das treue.
Jean Paul, Polymeter: Die Treulosigkeit

Dem Trinker ist der Rock nicht an den Leib gepicht.

Dem trotzigen Weib lass die Leine locker.
es] A la mujer brava la soga larga.

Dem trüben Blick hilft nicht die Brille.
Slowakei

Dem Trunke ergeben sein.
fr] Être sujet à l'yvrognerie.

Dem Trunke zu viel tun.
fr] Il se fait beau garçon.

Dem Trunkenbold kommt auch der Teufel mit dem Maß entgegen.
Rumänien

Dem Trunkenen geht man aus dem Weg.

Dem Trunkenen leuchtet das Licht nicht, es blendet ihn.
bm] Opilý svicky nepostaví, ale svalí.

Dem trunkenen Mann soll ein Fuder Heu ausweichen (geladener Wagen weichen).

Dem trunkenen Manne soll ein Fuder Heu ausweichen.

Dem trunkenen Manne soll ein geladener Wagen weichen.
z] Ein Weisthum bestimmt sogar: wenn ein Düngerwagen mit fünf Pferden angefahren und ihm ein Betrunkener in den Weg käme, so soll der Fuhrmann still halten, den Mann an sich vorübergehen lassen, ihm auch gute Worte auf den Weg geben und erst dann seine Straße weiter fahren, denn sonst könnte er Anlass zum Zorn geben.

Dem Trunkenen wird die Zunge schwer.

Dem Trünklein geneigt sein.

Dem trunknen Mann soll ein Fuder Heu ausweichen.

Dem Trunknen soll ein Fuder Heu ausweichen.

Dem Tüchtigen ist diese Welt nicht stumm!
Was braucht er in die Ewigkeit zu schweifen?
Was er erkennt, lässt sich ergreifen.
Goethe (1749-1832), Faust II A V, Mitternacht (Faust) Vs 11446

Dem Tunichtgut gib Geld in die Hand und in den Ehestand.
es] Al malo darle dinero y casarle.

Dem Türken kommt der Verstand erst, wenn es zu spät ist.
info] Bei den Osmanen sind die Türken, worunter sie aber auch die halbwilden Nomadenherden türkischen Bluts in Anatolien und Mittelasien verstehen, nicht gut angeschrieben. So sagen sie von denselben warnend: Dem Türken bleibe nichts schuldig; am Hochzeitstage oder am Bairamsfeste wird er seine Schuld eintreiben.

Dem Türken scheint die Stadt ein Gefängnis.

Dem Türken und dem kleinen Kinde versprich entweder nichts oder gib es ihm.
Herzegowina

Dem Türken und dem kleinen Kinde versprich entweder nichts, oder gib es ihm.
Herzegowina
bm] Dítĕtí dej, a neslibuj, a tak také Turku.

Dem tut das Maul nicht wehe.

Dem tut der Kopf (schon lange) nicht mehr weh.
info] Er ist gestorben.
ndt] Den dêft de Kop nich mêr weh. Pommern
dä] Hans hoved vaerker ikke som det giorde.

Dem tut er's im schlaf beschern.

Dem tut kein Zahn mehr weh.
fr] Il y a longtemps, qu'il n'a plus mal aux dens.
ho] Zijne tanden doen hem niet meer zeer.

Dem Tyrannen steht es wohl an, religiöse Ergebung zu predigen, und die, denen er auf Erden kein Plätzchen verstatten will, an den Himmel zu verweisen.
Johann Gottlieb Fichte, Reden an die deutsche Nation 8

Dem Übel entronnen und Besser gewonnen.
la] Effugi malum, inveni bonum.

Dem Übel nicht mit Gewalt zu widerstreben, ist kein Gebot, sondern ein entdecktes, bewusst erkanntes Lebensgesetz für jeden einzelnen Menschen und für die gesamte Menschheit -ja für alles Lebendige.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1907)

Dem Übel soll man entgegen gehn (und stehn).
fr] Contre mauvais fortune bon coeur.

Dem Übel soll man entgegen gehn und stehn.

Dem Übel soll man entgegengehen und stehn.

Dem Übel soll man entgegengehen. (Problemen muss man sich stellen)

Dem Überfluss geht vil ab, dem geiz alles.

Dem unaufrichtigen Menschen scheint die ganze Welt verlogen und unwirklich; sie zerfällt unter seinen Händen zu einem Nichts.
Hawthorne, Der scharlachrote Buchstabe

Dem ungeborenen Kind näht man kein Höschen.
tü] Doğmadık çocuğa don biçilmez.

Dem Ungemessnen beugt sich die Gefahr,
Beschlichen wird das Mäßige von ihr.
Goethe (1749-1832), Natürliche Tochter A I Sz 6 (Eugenie) Vs 597

Dem Ungetreuen öffnet die Treue die Tür zu seinem schädlichen Tun.
la] Aditum nocendi perfido praestat fides.

Dem Unglück braucht man keinen Boten zu schicken, es kommt von selber wohl.

Dem Unglück kann man nicht entlaufen.

Dem Unglück kann man nicht entlaufen.
fr] On ne peut fuir, sa mauvaise destinée.

Dem Unglück muss man fest entgegentreten.
la] Capienda rebus in malis praeceps via. Seneca

Dem Unglück sind keine Mauern zu hoch.

Dem Unglück sucht jeder aus dem Wege zu gehen.
info] Sogar den Unglücklichen.

Dem Unkraut schadet der Frost nicht.
Portugal

Dem Unreinen ist nichts rein, sondern unrein ist ihm Sinn und Gewissen.
Paulus, Brief an Titus 1, 15

Dem unstedigen Mond kan man kein kleyd anmachen.

Dem Unterdrückten das Fleisch, dem Unterdrücker die Knochen.
Altschottisch

Dem Unverdrossenen ist kein Ding zu schwer, der Fleiß macht alles gering.

Dem unvorsichtigen kann man leicht in die Karten sehen.

Dem Unwissenden werden siebzig Irrtümer vergeben, dem Gelehrten nicht ein einziger.
Arabien

Dem Unzufriedenen bringen Reichtum und Ehren der Pein genug.

Dem Vater gleicht oft der Sohn und singt gern nach seinem Ton.
la] Saepe solet similis filius esse patri.

Dem Vater und Mutter gebührt keine Ehr,
Der sein'm Kind gönnt weder Lieb noch Lehr.
Rollenhagen, Froschmeuseler, 1. Buch, 2. Teil, 6. Kap., 95/96

Dem verblendeten Stolz fehlt es nie an Worten.
Lichtenberg, Vermischte Schriften

Dem Verdienste seine Krone.

Dem Verdienste seine Kronen (und den Schweinen ihre Bohnen).
it] Al merito le sui corone.
la] Palmam qui meruit, ferat.
la] Plus mereri debet, in quo virtus est.
la] Vera laus verae virtuti debetur.

Dem Verdienste seine Kronen.
Schiller, Ode an die Freunde

Dem Verdrossenen kann's auch unser Herrgott selbst nicht recht machen.

Dem Vergünstiger tut es wehe, wenn es andern wohl geht.

Dem Verleumder soll man sein Ohr nicht leihen.
la] Difficilem oportet aurem habere ad crimina.

Dem Verliebten sind tausend Meilen nur eine Meile.

Dem verlorenen Beil den Stiel nachwerfen.
la] Post perditam securim, abjicere manubrium.

Dem Verrat traut man nur wie dem Fuchs,
Der, noch so zahm, gehegt und eingesperrt,
Nicht ablässt von den Tücken seines Stammes.
Shakespeare (1564-1616), König Heinrich IV., 1. Teil, V, 2 (Worcester)

Dem Verräter zuerst die Knute.
Russland

Dem verschuldeten Bauern verhagelt jedes Jahr die Ernte.
es] (El) hombre adeudado (o. necesitado), cada año apedreado

Dem Verschwender fehlt viel, dem Geizigen alles.

Dem Verständigen ist bald genug gesagt.
nl] Den verstandige is haast genoeg gezegd.
ho] Een woord is voor de geleerden genoeg.
ho] Het is genoeg gezegd voor hem, die verstand heeft.
sd] Wijs man förstår fulle en half quädin wisa.

Dem versteht sich's nicht von selbst, dass jeder allgemeine Satz Ausnahmen leidet.
Goethe (1749-1832), Werther 1. Buch, 12. August

Dem Verzweifelnden verzeiht man alles, dem Verarmten gibt man jeden Erwerb zu.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 857

Dem viel bieten, der wenig verlangt, ist eine Art abzuschlagen.
Spanien

Dem Vielen fehlt das Viel.

Dem vielen fehlt das viel.
info] Wer von vielem etwas kann, kann meist nicht viel

Dem Vogel genügt, was er mit dem Schnabel bringt.
Estland

Dem Vogel in der Hand kann man den Kopf abreißen; lässt man ihn fliegen, kann er uns beschmeißen.
dk] Den fugl er snart kryst, i hænde er; men slipper han løs, da er han snarest til at beklikke en.

Dem Vogel ist ein einfacher Zweig weit lieber als ein goldener Käfig.

Dem Vogel noch Flügel ansetzen.
info] Einen Eilenden noch anspornen.

Dem Vogel sind nicht vier Flügel gegeben, sondern zwei, weil man auch mit zweien fliegen kann; so ist es auch dem Menschen nicht gegeben, alles zu wissen, sondern nur die Hälfte oder ein Viertel. Soviel er wissen muss, um sein Leben zu leben, soviel weiß er.
Tschechow, In der Schlucht

Dem Vöglein, das dem Ei entschlüpft ist, macht Gott das Nest.

Dem Volk ists besser, wenn nur einer herrscht..
Goethe (1749-1832), Elpenor A I Sz 1
Evadne Vs 68

Dem Volk kam weder Wasser bei noch Feuer.
Schiller, Wilhelm Tell, IV, 3 (Stüßi)

Dem Volke fremd und nützlich doch dem Volke,
Ziehe ich des Weges, Sonne bald, bald Wolke -
Und immer über diesem Volke!
Friedr. Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft

Dem Volke zum Spiegel, zum Zügel, zum Riegel.

Dem Wachsen des Geldes folgt die Sorge.
la] Crescentem sequitur cura pecuniam.
Horaz, Oden

Dem wachsen noch Hörner.
Nassau

Dem wachsenden Geld folgt die Sorge.
Horaz, Lieder

Dem wachsenden Reichtum (o. Geld) folgt die Sorge.
la] Crescentem sequitur cura pecuniam.
Horaz, Oden

Dem wackern Mann ist die ganze Welt Vaterland.
Italien

Dem wackern Mann vertraut ein Weib getrost,
Und wär' er fremd, ein zweifelhaft Geschick.
Goethe (1749-1832), Die natürliche Tochter, IV, 2 (Gerichtsrat)

Dem wackren Mann gilt ein Wort soviel wie dem wackren Pferd ein Peitschenhieb.

Dem Wählenden bleiben die Zäume.
Estland

Dem wahrhaft religiösen Menschen ist Gott kein bestimmungsloses Wesen, weil er ihm ein gewisses, wirkliches Wesen ist. Die Bestimmungslosigkeit und die mit ihr identische Unerkennbarkeit Gottes ist daher nur eine Frucht der neuem Zeit, ein Produkt der modernen Ungläubigkeit.
Ludwig Feuerbach, Das Wesen des Christentums

Dem Waisenkind gibt niemand Geld, es bekommt nichts als Ratschläge.
Italien

Dem Waisenkind wird mit dem Löffel gegeben, und mit dem Schöpflöffel genommen.
Estland

Dem Walfisch die rote Tonne hinwerfen.
info] jemandem einen Gegenstand der Beschäftigung bieten, um seine Aufmerksamkeit und Kraft von Dingen abzulenken, durch deren Angriff er gefährlich werden kann.

Dem Walfisch schadet es nicht, wenn ein Stint nach ihm schnappt.

Dem Wandersmann gehört die Welt
In allen ihren Weiten.
Rückert, Wanderlied

Dem ward de Kopp (Kopf) nich mehr weh dohne, de dat gemakt heft.

Dem wäre ein Nasenstüber gesund gewesen.
en] I had rather it had wrung you by the nose than me by the belly.

Dem wäre mit sixtinischem Salat geholfen.
info] Sixtus V. hatte als Franziskanermönch mit einem armen, aber braven Advokaten zusammen gelebt. Der letztere geriet ins Elend, aber zufällig bediente er sich desselben Arztes, den Sixtus V. hatte, wodurch dieser Kenntnis von der Lage seines frühern Freundes erhielt. Sixtus sagte zu seinem Gaste, er werde jetzt den kranken Advokaten durch einen vortrefflichen Salat selbst heilen. Der Doktor ließ sich von dem Kranken begierig den Salat zeigen und fand in dem Korbe unten eine Menge Zechinen. Diese gute Handlung wurde bei den Italienern zum Sprichwort; und wenn man dort von einem redet, der Geldes benötigt ist, so pflegt man zu sagen: Dem wäre mit sixtinischem Salat geholfen.

Dem Wartenden scheinen Minuten Jahre zu sein.

Dem Wasser ist nicht zu trauen, es reisst den Mühlgang weg.

Dem Wasser setzt man einen Damm entgegen, aber dem Mund des Menschen kann man nichts entgegensetzen.
Estland

Dem Weh und Ach folgt Freude nach.
it] Dopo il tormento vien il contento.

Dem wehrt sich nichts.
info] Der kennt keine Schranke, dem steht nichts im Wege, das er nicht besiegt.

Dem Weib und dem Narren lass ihren Lauf.
it] All' aria ed ai pazzi strada libera.

Dem Weib und der Henne die Gurgel umgedreht und sie gibt dir das Leben.
es] A la mujer y a la gallina tuércele el cuello y te dará la vida.

Dem Weibe darfst du nur drei Dinge glauben: Wenn es nicht isst, so hat es schon gegessen, wenn es ein Kind gebärt, so war es schwanger, und wenn es stirbt, so ist es krank gewesen.
Venetien

Dem Weibe ist mehr angst als dem Manne.
Søren Kierkegaard, Der Begriff Angst

Dem Wein verzeiht man all's, aber der Flasche bricht man den Hals.
fr] On pardonne au vin, mais on pend la bouteille.

Dem Weinen einer Buhlin und eines Kupplers Eide glaubt (traut) kein Heide.

Dem Weinfass gehet der Boden aus, die Fuchs jagen einen zum Tor hinauss.

Dem Weinstock frommt das Schneiden und dem Menschen das Leiden.

Dem Weisen gebührt ein zwiefach Teil.
ill] Tko umije, tomu dvije.

Dem Weisen genügt ein (einziges) Wort.
England
en] A word to the wise is sufficient.

Dem Weisen genügt ein Wink, der Narr verlangt den Stock.

Dem weisen Mann gibt solch Betragen Qual,
Der gute doch versucht es noch einmal.
Ein Quentchen Danks wird, hoch ihn zu vergnügen,
Die Zentner Undanks völlig überwiegen.
Goethe (1749-1832), Faust II A II, Felsbuchten (Thales) Vs 8128f.

Dem weisen Manne und dem Gold ist man überall hold.

Dem Weisen sind wenig Worte genug.
en] A word is enough to the wise.
la] Sapienti pauca.
un] Az okosnak nem sokat kell a' szájába rágni.

Dem Weisen widerfährt keine kleine Torheit.

Dem Weisen widerfährt keine kleine Torheit.
fr] A grand pêcheur échappe anguille.
fr] Les plus sages faillent souvent en beau chemin.

Dem weissen kopf tut man selten ehr.

Dem werd de Kuckuck ön a Pelz (o. ön e wollen Strömp) schieten.
info] Wenn jemand die Winterkleider zu lange in den Sommer hineinträgt.

Dem werd' es leid, der's übel deut'.

Dem werd' ich auch einmal das Geschwür stechen.
Posen

Dem werd ich die Backen streichen.
Troppau
info] Ich will ihn derb ausschelten

Dem werd' ich einen Zinken stechen.

Dem werd' ich's malen.

Dem Werden den Charakter des Seins aufzuprägen - das ist der höchste Wille zur Macht.
Nietzsche, Der Wille zur Macht

Dem werden die Zähne los.

Dem werden sie die Würmer abtreiben.

Dem Werke die Krone aufsetzen.
la] Summum fastigium imponere. Cicero

Dem Wetter und den Frauen ist nicht zu vertrauen.

Dem Widder folgen die Lämmer.

Dem Wiesel die Eier anvertrauen.
ndt] De strutste (kühnsten) Wezels zuipen (saufen) de beste Eiers.
ho] De strutste wezels zuipen de eijeren uit.

Dem wil ek de Fibelen (Fibel) vorlesen.
info] Den Text lesen

Dem Wild ist nirgends wohler als im Wald.

Dem wilden Ochsen entkam ich, die wilde Kuh stand mir gegenüber.
Sumerer
info] Unser: vom Regen in die Traufe kommen

Dem will i d' Lüs (Läuse) abe tue.
info] Spricht eine Drohung aus, wie auch folgende Redensarten: Dem will i der Pflanz mache. I will mit em z' Bode rede. I will em de Kavelantis mache. I will ems itrîbe. I will em zünde (heizünde). I will em für's Wätter lüte. I will em der Zäcke läse. I will em der Binätsch erläse. I will em d' Gräth erläse. I will en b'schlo, dass er nid muss für en andere Schmidte goh. I will dir zeige, wo der Zimberma's Loch g'macht het. I will der zeige, wo d' Katz im Heu lit. I will dir lehre d' Kappe kehre. I will dir no lehre Haber bicke. I will di zum Brunn füere as d' vo sälber lehrst sûfe. I will der gukge. I will der 's Heu dünner schüttle. I will der 's Messerli wider gê. I will der d' Zunge lüpfe.

Dem will i die Hous'n g'roacht moachen.
Franken
hdt] Dem will ich die Hosen gerecht machen, anpassen, den Meister zeigen.

Dem will ich auf den Nabel spucken.
Breslau
info] Als Drohung.

Dem will ich auf die Nieren treten.

Dem will ich das Maul stopfen.

Dem will ich den Himmelspass visieren.
info] Es sind auch von Priestern im buchstäblichen Sinn Himmelspässe ausgestellt worden. Noch im Jahre 1764 wurde in einer deutschen Universitätsstadt ein Mensch zum Galgen geführt, der in der einen Hand eine Zitrone, in der anderen einen versiegelten vom Pater unterschriebenen Pass an den heiligen Petrus hatte.

Dem will ich den Marsch blasen.

Dem will ich den Rost heruntertun.
Nürtingen
info] Sagen, wo er her ist, wo Bartel Most holt, was er nicht weiß, will ihn ab- und ausputzen.

Dem will ich des Nachts in keinem Hohlwege begegnen.
z] Sodanen mocht uns bi dage moten, he schölde uns ser vruntlik groten; queme he bi nachte in unse gemot, he dede uus quat unde nummer got.

Dem will ich die Blatter aufstechen.
Kammnitz
info] Drohung, durch Züchtigung die Bosheit austreiben

Dem will ich die Hosen spannen.
info] Für durchprügeln

Dem will ich die Motten ausklopfen.

Dem will ich die Tauben ausnehmen.

Dem will ich die Wache ansagen.

Dem will ich eine hineinhauen, dass er die Engel singen hört.
Oberösterreich

Dem will ich Feuer unter den Schwanz machen.
Nürtingen
info] Zur Eile antreiben. Vom Wettrennen entlehnt

Dem will ich Füße machen.
Nürtingen
info] Zur Eile anspornen

Dem will ich 'ne Dachtel geben, dass er denken soll, Ostern und Pfingsten fallen an einem Tage.

Dem will ich sagen, was er nicht weiß.
Rottenburg

Dem will ich sagen, wo Bartel Most holt.

Dem will ich sagen, wo er her ist.
Nürtingen

Dem will ich vors Quartier rücken.

Dem Willen des Kindes ist nicht zu trauen.

Dem Willigen geschieht keine Gewalt.

Dem Willigen ist gut winken.

Dem Willigen kann man leicht winken.

Dem Willigen leg' nicht zu viel auf.

Dem Willigen lege nicht zu viel auf.

Dem Willigen lege nicht zuviel auf.

Dem Wind und dem Narren lass seinen Lauf.

Dem Wind und dem Narren muss man seinen Lauf lassen.

Dem Winde blasen helfen.

Dem Winde das Wehen verbieten wollen.
info] Vergebliche Arbeit.

Dem Winde der vertraut, der auf Jungfrauen baut.

Dem Winde einen Sturm nachsenden.

Dem Winde folgen.
nl] Hij volgt den wind.

Dem Winde und dem Narren muss man Platz machen.
es] Al loco y al aire, darle calle.

Dem Winde und Narren lass seinen Lauf.

Dem wird auch der Hund den Leichenstein setzen.
z] Auf ihn passt Kästner's Wort: Ihr Hund macht den Rücken krumm, setzt ihm ein Epitaphium.

Dem wird auch die Katze den Magen nicht verschleppen.
info] Von einem Vielfresser, mit dessen Magen eine Katze nicht fort kommt, so rasch verdaut er.

Dem wird das Süße nicht, der das Sauere nicht geschmeckt.
en] He deserves not the sweet tat will not taste the sour.
sd] Den är icke wärd det söta som aldrig haar smakat det sura.

Dem wird die Hölle heiß, dem zwei Teufel das Feuer schüren.

Dem wird die Nase nicht abgeschnitten werden, dem sie abgeschnitten ist.
Hindus

Dem wird die Zeit nicht lang, der sie füllt mit Arbeit aus.
bm] Čiň to, čiň jiné, tak ti čas mine.

Dem wird eine Spule leer laufen.

Dem wird in Rom eine Feige gewiesen (wird verhöhnt), der nicht nimmt, was ihm gegeben wird.

Dem wird keine Kusshand mehr zugeworfen.

Dem wird keine Maus Speck aus dem Arsche fressen.
z] Wo köndten die Pomerische Säw' und Beckermohren gedulden, dass jbnen die Mäuss also Spannen tieff aus dem Arss Speck nagen, ja gar Nester hinein tragen und Hochzeit darinn halten, wann sie nicht stäts im trog legen.

Dem wird keine Maus Stroh in den Arsch tragen.
z] Denen keine Mauss Stro im Ars trägt.

Dem wird 's Maul noch scheel vor lauter Nein sagen.
Rotttal

Dem wird schon vor Raupen bange, wen einst gebissen eine Schlange.

Dem wird vertraut, der auf Jungfrauen baut.

Dem wird's im Himmel auch nicht besser gehen.

Dem wirf Staub in beide Augen, der sich grob zu sein vermessen.
Saadi, Rosengarten

Dem Wirt der Gast ist lieb und wert, bis der Säckel ausgeleert.

Dem Wirt im Hause steht es frei, auch unter das Bett zu machen seine Streu.

Dem wohl geschieht, solls im gedächtnis han, der wohl tut, sol nicht denken dran.

Dem Wohlerzogen ist jedermann gewogen.

Dem Wohlmeinenden ist wohler, als dem Wohlwissenden.

Dem Wohltäter bezahlt man stets mit Schlechtem.

Dem Wolf braucht man den Weg (in den Wald, oder zu den Schafen) nicht zu zeigen.

Dem Wolf das Lamm in Obhut geben.
Russland

Dem Wolf das Schaf, dem Fuchs die List, den Frauen Lob gefällig ist.
z] So nimmt der ochs der krippen war, also ist d' natur wunderbar.
la] Fit melior laudando bonus, pejorque malignus, cautior astutus, simplicior stolidus.
la] Vulpes uult fraudem, lupus agnum, foemina laudem; bos ad praesepe conatur currere saepes.

Dem Wolf den Weg in den Wald zeigen.
bm] Ukazovati vlku do lesa cestu.

Dem Wolf entgeht man nicht so leicht als dem Bären.

Dem Wolf gefällt keine Predigt besser als über Lammfleisch und Schöpsenbraten.
bm] Rci vlku páteř, a on volí kozí mateř.
bm] Vlkovi mluv: nebe! on zuby vyceří na tebe.
pl] Mów wilku pacierz, a on woli kozią macierz.

Dem Wolf ist bange vor der Grube.
mhd] Dem wulfe is leide vor de kule.
la] Antra lupus, laqueos formidat subdola vulpes.

Dem Wolf lief er davon, da geriet er dem Bären vors Maul.

Dem Wolf muss man den Kopf abschneiden, ehe er die Schafe zerrissen hat.

Dem Wolf und dem Schwein entkommt auch die Seele nicht.
Estland

Dem Wolfe beichten.

Dem Wolfe das gefressene Schaf abjagen wollen.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).

Dem Wolfe das Lamm abjagen (wollen.)
la] Ex ore lupi.
la] Vel hoedus ereptus lupo.

Dem Wolfe die Jungen aufziehen.
info] Eine Schlange im Busen wärmen.
la] Alere luporum catulos.

Dem Wolfe war das Maul zu weit.
info] Er war mir überlegen, ich fühlte mich zu schwach gegen ihn.

Dem Worte folgt die Tat.
dk] Gjörning bör at folge ord.
dä] Siig og gjör.
dä] Tak smukt, og gjör godt.
la] Dictis dabit ipsam fidem res.

Dem würde ich meine Katze nicht anvertrauen.
info] Einem unwissenden Arzte oder marktschreierischen Quacksalber.
ho] Ik zou hem mijne kat niet toe vertrouwen.

Dem Würdigsten gefallen, ist wahres Lob vor allen.
la] Principibus placuisse viris non ultima laus est. Horaz

Dem Wurme gleich ich, der den Staub durchwühlt,
Denn, wie er sich im Staube nährend lebt,
Des Wandrers Tritt vernichtet und begräbt.
Goethe (1749-1832), Faust, I (Faust)

Dem wurt das Fleisch und mir die brue.

Dem wurt der nutz und mir die muhe; dem wurt das flaisch und mir die brue.

Dem z' lieb guck i net zum Fenster 'naus.
Nürtingen

Dem z' lieb lang i net ans Fidle (Arsch) num.
info] Der Mensch oder die Sache ist mir zu gleichgültig, erscheint mir zu wertlos

Dem Zagenden wandelt die Farbe sich anders und anders..
Doch nie wandelt dem Tapfern die Farbe sich.
Homer, Ilias, XIII, 279/84

Dem Zaren wird ein Schritt, den er mit gemietheten Pferden fährt, für eine Werst angerechnet.
Russland

Dem Zauberer - Verschwinden, dem Verschacherer - Versinken (= Untergang), dem Tätigen - Bezahlung (= Belohnung), dem Geber - Verbleiben (= gesicherte Lebensordnung).

Dem Zicklein werden die Hörner schon wachsen.
info] Man wird mit der Zeit schon sehen, was in ihm steckt.
bm] Také kozlátkům rohy dorostají.
pl] Urosną wilczkowi zęby.

Dem Ziegelstein die Röt' abwaschen.
info] Von vergeblicher und verstandloser Arbeit.

Dem Zimmermann ist im Sommer keine Kanne zu teuer und im Winter keine Rinde zu hart.

Dem Zorn gehet die Reue auf den Socken nach.
la] Iracundiae comes tristitia.

Dem Zorn geht die Reu auf den Socken nach.

Dem Zorn geht die Reue auf Socken nach.

Dem zornigen sind die händ an die zungen gebunden.
z] Wenn er zornig wird, so schlägt er gleich zu, er treff das schuldig oder unschuldig.

Dem zornigen soll man das schwert nehmen, nicht geben.
info] Denkspruch des römischen Kaisers Theodosius d. Gr.
sinnverwandt] Die Denksprüche der folgenden Kaiser sind: Das Höchste fällt unvermutet (Arcadius). Übel erworben, geht übel zu grunde (Honorius). Man muss der Zeit nachgeben (Theodosius II.). Friede ist besser als Krieg (Martian). Gnade ist des Königs Schutzwehr (Leo I.). Der Neid schadet nicht (Basilicus). Freiheit ist eine unschätzbare Sache (Justinus II.). Das Glück ist leichter zu finden, als zu behalten (Phocas). Der Sieg kommt von Gott (Heraclius). Was geschwind entsteht, geschwind zu Grunde geht (Constantius IV.). Viele haben zu viel, niemand genug (Justinian II.). Schön ist der Einklang des Herzens und des Mundes (Leontius). Das Glück nimmt schnell zurück, was es gegeben (cus Bard.). Geduld ist das Heilmittel der Übel (Theodosíus III.). Die verborgenen Feinde sind die schlimmsten (Leo IIIsaur.). Wozu das Glück, wenn du dich dessen nicht bedienst (Leo IV.). Einem Weibe gebieten, ist eine verzweifelte Sache (Constantius Porph.) (S. Wunde 31.) (Kornmann, IV, 113.) Die Russen: einem Zornigen gib kein Messer in die Hand. 1927.)
bm] Zuřivémn noze nedávej.
dä] Man skal ey fly den vreed sverd i haand.
fr] Il ne faut pas mettre les armes entre les mains d'un furieux.
la] Eripere telum, non dare irato, docet.
la] Ne serum igni.

Dem Zornigen soll man das Schwert nehmen.

Dem zu Lieb' lang' ich nicht zum Fidle hinum.
Rottenburg
info] So wenig Wert lege ich darauf.

Dem Zufriedenen blüht auch in Armut und Bescheidenheit das Glück, und dem Unzufriedenen bringen Reichtum und Ehren der Pein genug.

Dem Zugucker is nix zu schwer.
info] Der Zuschauer findet alles ausführbar und leicht.

Dem Zugucker ist nichts zu schwer.

Dem Zuschauer ist kein Spiel zu hoch.

Dem Zuschauer ist keine Arbeit zu viel, kein Spiel zu hoch.

Dem Zuschauer ist keine Arbeit zuviel, kein Spiel zu hoch.

Dem Zweifler gebührt nichts.

Dem Zweifler gebührt nichts.
[RSpW]
info] Dies Sprichwort handelt von der Verjährung. Die Deutschen hielten lange dafür, dass nach dreißig Jahren der Besitz einer Sache nicht mehr angefochten werden könne, sondern das Eigentum völlig erworben sei. Man nannte dies den guten Glauben von der rechtmäßigen Erwerbung. Das obige Sprichwort ist später, nach Einführung des römischen Rechts in Deutschland entstanden. Es will sagen, dass der, welcher bisher eine Sache besessen hat, aber nun an der Rechtmäßigkeit von deren Besitz zu zweifeln anfängt, nicht mehr als ein würdiger Besitzer anzusehen sei, weil jetzt erst die Rechtmäßigkeit zu ermitteln ist.
la] Malae fidei poßessor.

Dem, den Gott gern hat, wird eine Hündin einen Wurf Ferkel gebären.
Polen

Dem, der arbeit, gehört ein Brot, dem feyrer zwey.

Dem, der aus der Ferne kommt, ist das Lügen leicht.
info] Bei Schilderungen von Land und Leuten, kommt einer leicht ins Übertreiben
fr] A beau mentir qui vient de loin.

Dem, der Bienen hat, muss man nicht Honig schenken (o. verkaufen).

Dem, der das Netz gestrickt, werden selten Fische geschickt.

Dem, der das Roggenfeld im Herbst zertritt, gibt man abgebrochenes Brot, dem im Frühling wirft man mit dem Stein in die Nackenhöhle.
Estland

Dem, der dich soll von Herzen lieben, soltu dich auch zu dienen üben.
la] Officiis gratus sis, ut fias adamatus.

Dem, der die Überhand hat, geben hernach alle Gesetze und Menschen recht.
Ein Oberst zu Herzog Albrecht von Österreich

Dem, der ein Leichentuch kaufen will, sieht man es am Gesicht an.
tü] Kefen alacak adam yüzünden bellidir.

Dem, der früh aufsteht, hilft Gott und leitet ihm die Hand.

Dem, der Gott zum freund hat, dem kann der Teuffel nicht schaden.

Dem, der Hirse ausgeschüttet hat, ist das Zusammenklauben schwer.
Rumänien

Dem, der ihn essen soll, schmeckt auch der Rogen des Störs nicht.
Russland

Dem, der im Graben liegt, nützt es nichts, wenn ihm jemand vom Turme die Hand reicht.

Dem, der kennt der Menschen Leid und Not, ist Sterben ja der Übel größtes nicht.
Madame Deshoulières, Idylles: Les Fleurs

Dem, der liebend der wett gleichsetzt sein selbst
mag man die welt anvertrauen.
Laudse, Daudedsching

Dem, der mit vielen spricht, traue nicht.

Dem, der nicht lesen kann, gilt die Schrift auf Papier gleich der auf Birkenrinde.
Russland
info] Sie besitzen viele alte Schriften auf Baum-, namentlich Birken- und Lindenrinde.

Dem, der sein müh und arbeit spart, großer gwin selten widerfart.
la] Absque labore graui, non possum magna lucrari.

Dem, der sein Rind verloren, tönt die Schelle noch in den Ohren.
es] Quien bueyes ha perdido los cencerros trae en el oido.

Dem, der sich hängen will, muss man keinen Strick zur Hand legen.

Dem, der sich mit den Wellen herumarbeitet, ist's wohl der schlimmste Herzensstoß, wenn der Willige am Ufer nicht Kräfte genug hat, alle zu retten, die der Sturm gegen seine Küste treibt. Wenn der, dem ein Menschengeschöpf die reichste Beute des Strandrechts wäre, mit wenigen sich begnügen und die anderen untergehn sehn muss.
Goethe (1749-1832), An J. F. Krafft, 2.11.1778

Dem, der sich mit Geduld wappnet, liegen keine Vorteile zu fern.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Dem, der um wenig bittet, viel anzubieten, heißt ihm seine Bitte zu verweigern.
Frankreich

Dem, der uns Gutes tut, sind wir nie so dankbar wie dem, der uns Böses tun könnte, es aber unterlässt.
Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Dem, der unterwegs erliegt, singt man kein Siegeslied.

Dem, der viel erlangen kann, geziemt, viel zu fordern.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Kunst - Der Sammler und die Seinigen 6. Brief

Dem, der viel mit vielen spricht, dem traue nicht.

Dem, der wahrhaft liebt, wird alles Liebe.
Honoré de Balzac (1799-1850) Die Lilie im Tal

Dem, der wunde Füße hat, seine Sohle nehmen.
info] Einen völlig zu Grunde richten. Hart, grausam mit ihm verfahren

Dem, der zu dienen gewöhnt ist, macht es wenig aus, den Herrn zu wechseln, ja, häufig wünscht er sogar den Wechsel.
Niccolò Machiavelli, Vom Staat

Dem, der zu Hause verharrend edlen Schatz bewahrt
Und hoher Wohnung Mauern auszukitten weiß,
Wie auch das Dach zu sichern vor des Regens Drang,
Dem wird es wohlgehn lange Lebenstage durch..
Goethe, Faust II A III, Vor dem Palast des Menelas (Phorkyas) Vs 8974

Dem, der zu Hof auf den Tisch hofiert, und dem, ders wieder auspoliert, all beiden gleicher Lohn gebiert.

Dem, welcher Knoblauch isst, gelingt es nimmermehr, dass er nicht stinkt.
Rumänien

Demagogen sind Leute, die das Stroh in den Köpfen anderer Leute dreschen.
Fliegende Blätter

Demagogen sind Leute, die in den Wind sprechen, den sie selbst gemacht haben.
Fliegende Blätter

Demagogie ist die Fähigkeit, die kleinsten Ideen in die größten Worte zu kleiden.
Abraham Lincoln

Demagogie ist die Fähigkeit, Massen in Bewegung zu setzen, und die Unfähigkeit, sie wieder zu bremsen.
Fliegende Blätter

Demagogie ist die Verätzung der Zuhörer mit konzentrierter Schwefelsäure.
Willi Sauter (1896 - 1948)

Deme de Hilligen (Heiligen) holt sindt, de heft guth knêbedent (kniebeten).
Stralsunder Chronika von Mohnike, 1833

Dementis sind immer nur eine versteckte Bestätigung.
Fliegende Blätter

Demgemäß ist Simplizität stets ein Merkmal nicht allein der Wahrheit, sondern auch des Genies gewesen.
Schopenhauer (1788-1860), Parerga und Paralipomena

Demjenigen bleibt es, dessen Arsch der Sonne und das Loch dem Morgenrot zugekehrt sind.
Estland

Demjenigen, an dem genagt (= genörgelt) wird, bleiben doch Knochen; dem Nörgler selbst bleiben nicht einmal die Knochen.

Demm geit de Bäbbel (Maul) we den Aenten der Aasch.
Köln

Demn Beichtvater, dem Arzte und dem Advokaten darf man nichts verschweigen.
en] Hide nothing from thy minister, physician and lawyer.
fr] Au confesseur, au médecin ei à l'avocat on ne doit cacher aucun cas.
it] Al confessore, al medico e all' avvocato non tener il ver celato.
la] Abbati, medico patronoque intima pande.
un] Orvos és gyontató elött káros a titkolás.

Demnach würde zur Milderung des menschlichen Elends das Wirksamste die Verminderung, ja Aufhebung des Luxus sein.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), Zur Rechtslehre und Politik

Demokraten, wie ich sie verstehe, müssen überzeug sein, dass die Herrschaft im Sinne der größeren Zahl und nie im Interesse eines Verbandes von Einzelmenschen, einer Kaste oder einer Familie ausgeübt werden kann. Demokraten, wie ich sie verstehe, müssen begreifen, dass die Verwaltung des Staates, sein Budget, seine Macht, nur ein Mittel für die allgemeine Entwicklung sein darf, nicht eine Pfründe oder ein Leiten.
Gambetta

Demokratie - dies ist das beherrschende, allumfassende Wort. Alle Parteien rufen es an und wollen es sich wie einen Talisman aneignen.
Guizot, Die Demokratie in Frankreich

Demokratie bedeutet Diskussion.
Tomás Garrigue Masaryk

Demokratie bedeutet Selbstregierung. Und diese bedeutet Selbstbeherrschung. Und Selbstbeherrschung beginnt zu Hause.
Thomas G. Masaryk, 1. Präsident der tschechoslowakischen Republik

Demokratie bedeutet zur Geltungkommen eines jeden nach seinem Können und Verdienst.
Jaspers

Demokratie beruht auf drei Prinzipien: auf der Freiheit des Gewissens, auf der Freiheit der Rede und auf der Klugheit, keine der beiden in Anspruch zu nehmen.
Mark Twain

Demokratie entsteht, wenn man nach Freiheit und Gleichheit aller Bürger strebt und die Zahl der Bürger, aber nicht ihren Charakter berücksichtigt.
Aristoteles, Politik

Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt vor die Wahl gestellt sein.
Fliegende Blätter

Demokratie heißt Entscheidung durch die Betroffenen.
Fliegende Blätter

Demokratie heißt nicht 'ich bin so gut wie du', sondern 'du bist so gut wie ich'.
Parker

Demokratie heißt nicht Massenherrschaft, sondern Aufbau, Sicherung, Bewährung der selbstgewählten Autoritäten.
Heuss

Demokratie heißt Regierung durch Diskussion, aber sie ist nur wirksam wenn man die Leute dazu bringt, dass sie aufhören zu reden.
Fliegende Blätter

Demokratie heißt Selbsterziehung und Information des Volkes. Es lernt nachdenken. Es weiß, was geschieht. Es urteilt. Die Demokratie fördert ständig den Prozess der Aufklärung.
Fliegende Blätter

Demokratie heißt zwar Regierung durch Diskussion, aber sie ist nur wirksam, wenn man die Leute dazu bringt, dass sie aufhören zu reden.
Fliegende Blätter

Demokratie heißt, die Leute in Ruhe lassen.
Fliegende Blätter

Demokratie heißt: die Menschen sollen so organisiert sein, dass jedem die besten Entwicklungsmöglichkeiten offenstehen, die seinen Fähigkeiten und seinem Streben entsprechen.
Fliegende Blätter

Demokratie heißt: Die Spielregeln einhalten, auch wenn kein Schiedsrichter zusieht.
Fliegende Blätter

Demokratie ist der göttliche Durchschnitt.

Demokratie ist der Neid in polititischer Funktion.
Fliegende Blätter

Demokratie ist die gleißende trügerische Losung der Stunde, mit der die Gegenrevolution zur Schlacht zieht, um das Proletariat in seine alte politische Machtlosigkeit zurückzuwerfen.
Clara Zetkin, Um Schein oder Sein voller Demokratie

Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
Winston Churchill

Demokratie ist die Organisation des Fortschritts auf allen Gebieten menschlicher Tätigkeit.
Tomás Garrigue Masaryk, Das neue Europa

Demokratie ist die politische Form, in welcher von dem Bauer die Weltanschauung des Stadtmenschen gefordert wird.
Spengler

Demokratie ist die Regierungsweise, bei der jeder etwas zu sagen hat.
Döblin, Die Drahtzieher

Demokratie ist die Verfallsform des Staates.
Nietzsche

Demokratie ist die Verzweiflung darüber, dass es keine Helden gibt, die dich regieren, und Befriedigtsein darüber, dass man sich mit ihrem Fehlen abfinden muss.
Carlyle

Demokratie ist die Vorstufe des Sozialismus.
Wladimir Iljitsch Lenin

Demokratie ist die wiederholt auftauchende Vermutung, dass mehr als die Hälfte der Leute in mehr als der Hälfte der Fälle Recht hat.
Elwyn Brooks White

Demokratie ist Diskussion.
Thomas G. Masaryk

Demokratie ist ein Nebenprodukt gewisser Technologien, etwa des Alphabets und der mechanischen Industrie, und nicht etwas, was ich sehr ernst nehmen würde. Aber Demokratie als etwas eng an das Christentum Gebundenes ist eine Angelegenheit, die ich tatsächlich ernst nehme.
McLuhan

Demokratie ist eine Methode, kein Ideal.
Fliegende Blätter

Demokratie ist eine Ordnung, in der wir vorwärtskommen sollen, ohne dass einer von uns zurückbleiben muss.
T. v. Smith

Demokratie ist eine Sache der Gesinnung.
Ricarda Huch

Demokratie ist eine Sache der Gesinnung.
Ricarda Huch (1864 - 1947)

Demokratie ist eine sehr wichtige Angelegenheit, und es ist viel,weniger Schwindel dabei als bei vielen älteren Einrichtungen. Aber sie bedeutet nicht, dass das Volk regiert, sondern dass die Verantwortung und das Vetorecht jetzt weder den Königen noch den Demagogen an sich zustehe, sondern jedem. der gescheit genug ist, sie an sich zu reißen.
Shaw

Demokratie ist gewiss ein preisenswertes Gut, Rechtsstaat ist aber wie das tägliche Brot, wie Wasser zum Trinken und wie Luft zum Atmen, und das Beste an der Demokratie gerade dieses, dass nur sie geeignet ist, den Rechtsstaat zu sichern.
Radbruch

Demokratie ist im Grunde die Anerkennung, dass wir, sozial genommen, füreinander verantwortlich sind.
Heinrich Mann

Demokratie ist keine Zauberformel für die Nöte der Welt. Demokratie heißt auch nicht nur Wählerstatistik, ist nicht nur ein Rechenverfahren, sondern die Anerkennung eines freien Menschentums, das auch im Gegner den Partner sieht, den Mitspieler.
Heuss

Demokratie ist mehr als eine parlamentarische Regierungsform, sie ist eine Weltanschauung, die wurzelt in der Auffassung von der Würde, dem Wert und den unveräußerlichen Rechten eines jeden einzelnen Menschen. Eine echte Demokratie muss diese unveräußerlichen Rechte und den Wert eines jeden einzelnen Menschen achten im staatlichen, im wirtschaftlichen und kulturellen Leben.
Konrad Adenauer, Erinnerungen

Demokratie ist tolerant gegen alle Möglichkeiten, muss aber gegen Intoleranz selber intolerant werden können.
Fliegende Blätter

Demokratie ist Vergewaltigung durch die Mehrheit.
Fliegende Blätter

Demokratie und Bildung schließen sich genau ebenso aus wie Demokratie und Freiheit.
De Lagarde, Deutsche Schriften

Demokratie und Plutokratie sind gleichbedeutend. Sie verhalten sich wie der Wunsch zur Wirklichkeit, wie Theorie zur Praxis, wie Erkenntnis zum Erfolg.
Spengler, Untergang des Abendlandes

Demokratie und Sozialismus, das Sicherste wäre, die Völker verwirklichten sie selbst.
Heinrich Mann, Gestaltung und Lehre

Demokratie verlangt immer wieder das Durchdenken ihres Verhältnisses zu der sich wandelnden Welt.
Julian Sorell Huxley

Demokratie verleiht jedem Menschen das Recht, sein eigener Unterdrücker zu sein.
Lowell

Demokratie wird am besten in den Gemeinden gelehrt. Dort werden die praktische Arbeit und das Ergebnis einer Abstimmung unmittelbar sichtbar. Die Arbeit im Dienst der Gemeinde ist daher die beste Vorstufe für politische demokratische Arbeit.
Konrad Adenauer, Empfang im Wiener Rathaus, 14. Juni 1957

Demokratie, das bedeutet Herrschaft der Politik, Politik, das bedeutet ein Minimum von Sachlichkeit.
Thomas Mann

Demokratie, das ist die Kunst, sich an die Stelle des Volkes zu setzen und ihm feierlich in seinem Namen, aber zum Vorteil einiger guter Hirten die Wolle abzuscheren.
Rolland

Demokratie, die Praxis der Selbstregierung, ist ein Vertrag, in dem sich freie Menschen verpflichten, die Rechte und Freiheiten der Mitbürger zu achten.
Franklin D. Roosevelt

Demokratie. Keiner macht sich Gedanken. Und jeder darf sagen, was er denkt.
Fliegende Blätter

Demokratie: .. schließt das höchste Maß an Freiheit ein, die volle Gleichberechtigung der Entwicklungsmöglichkeiten und ein Höchstmaß an Zusammenarbeit. Diese Freiheit darf nicht auf Kosten der Freiheit anderer gehen und ihre Gewährung darf nicht die Möglichkeit der Zusammenarbeit hindern.
Julian Sorell Huxley

Demokratie: .. Sie ist die anspruchsvollste und eben damit gefährdetste aller politischen Ordnungsformen, nämlich jene, die beständig aus dem freien Kräftespiel gleichberechtigter Personen erwächst.
Guardini

Demokratie: alleinbestimmungsrecht der Straße darüber, von wem sie gefegt werden will.
Fliegende Blätter

Demokratie: das Volk erfreut sich nur dem Namen nach der Herrschaft. Es fürchtet und es hofft, und es wird von denen beherrscht, die es fürchten und hoffen lassen.
Fliegende Blätter

Demokratie: der Staat sagt: das Volk bin ich.
Fliegende Blätter

Demokratie: Die öffentliche Meinung schlägt sich in Gesetzen nieder. Diktatur: Die öffentliche Meinung wird in Gesetzen niedergeschlagen.
Fliegende Blätter

Demokratie: die Regierung des Volkes durch das Volk für das Volk.
en] Gouvernement of the people by the people, for the people.)
Abraham Lincoln

Demokratie: die Spielregeln einhalten, auch wenn kein Schiedsrichter zusieht.
Fliegende Blätter

Demokratie: die Tyrannei des Volkes.
Fliegende Blätter

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