Deutsche Sprichwörter, Redensarten, Zitate 0449
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Den reinen Gedanken zutage zu fördern oder ihm anzuhängen, das ist Jugendlust, und alle Lichtgestalten der Gedankenwelt, wie Wahrheit, Freiheit, Menschentum oder Mensch usw. erleuchten und begeistern die jugendliche Seele.
Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum

Den reinen ist alles (o. all ding) rein.
Paulus an Titus 1, 15
z] Nein, nur das Reine ist dem Reinen rein und in dasselbe deutet er nichts Unreines. Das ist der tiefere Sinn des Sprichworts.
fr] Toutes choses sont pures à ceux qui sont purs.
ho] Dem reinen is alles rein.
la] Bonis omnia in bonum.
la] Castis omnia casta.
la] Omnia munda mundis.

Den Reiter, der die Füße hängen lässt, muss man nicht bedauern. Neugriechisch

Den reitet der Teufel.
i] Der verübt böse Dinge.

Den Rhein anzünden.
i] Von dem, was unmöglich ist.

Den Richter überwältigst du, wenn du ihm den Daumen schmierst.
Böhmen

Den richtigen Ton treffen
en] to find the right tone - to strike the right note
fr] être dans la note - trouver le ton
it] trovare la nota giusta

Den richtigen Zeitpunkt abwarten, heißt anderen zuvorkommen.

Den Riemen strecken.
i] Weiter um sich greifen, seine Rechte u.s.w. weiter ausdehnen.
fr] Il a alongé la courroie.

Den Rîken werd ehulpen un de Arme werd tau Grunne 'drücket.
hdt] Dem Reichen wird geholfen und der Arme zu Grunde gedrückt (unterdrückt).

Den Rindern deint wohl Strô.
i] Mit den Rindern werden, nach die noch unerwachsenen Mädchen bezeichnet, während Stroh die geringere Kleidung andeutet, mit der sie sich zu begnügen haben. Der Sinn des Sprichworts geht dahin, dass bessere Kleidung und Putz erst für die erwachsenen, mannbaren Mädchen gehöre.

Den Ring davontragen.
i] So viel wie: den Preis.
fr] Emporter la bague.

Den Ring des Gyges besitzen.
i] Von sehr glücklichen Menschen, die alles, was sie sich wünschen, erlangen; aber eben so auch von wankelmütigen, boshaften und listigen Leuten. Gyges war ein Günstling des Königs von Lydien, Kandaules. Dieser, von der Schönheit seiner Gemahlin höchst eingenommen, verschaffte jenem die Gelegenheit, sie beim Niederlegen ganz in ihrer Schönheit zu sehen. Die Königin hatte es bemerkt, und über diese Beschimpfung höchst entrüstet, ließ sie den andern Tag den Gyges zu sich kommen, und gab ihm die Wahl, entweder mit dem Tode seine strafbare Neugierde zu büßen, oder ihren Gemahl zu ermorden und sich selbst zum Könige von Lydien und zu ihrem neuen Gemahl zu machen. Da keine Vorstellungen etwas fruchteten, so wählte Gyges freilich lieber das Letztere, ermordete den König im Schlafe, heiratete die Königin und setzte sich auf den Thron. Zwar empörten sich die Lydier; jedoch schlug Gyges ihnen vor, das delphische Orakel über die Rechtmäßigkeit seiner Herrschaft entscheiden zu lassen: dieses bestätigte den neuen König, und aus Dankbarkeit schickte dieser dem Orakel ein außerordentlich kostbares Geschenk, worunter sich unter andern sechs goldene Trinkschalen, 30 Talente wert, befanden. - Besonders fabelte man auch von dem Ringe des Gyges, den er als Hirt in einer unterirdischen Höhle gefunden haben sollte, dass er die Kraft gehabt habe, seinen Besitzer unsichtbar zu machen, sobald man den Stein desselben einwärts kehre. Eben durch diesen Ring sollte er die Umarmungen der Königin genossen und seinen Herrn ermordet haben.

Den Rock der Eule anziehen.
Litauen

Den Rock des Kaisers für ein paar Pfennige (Kreutzer) im Lande herumtragen.
i] Für eine sehr kärgliche Besoldung in kaiserlichen (königlichen, Staats-) Diensten stehen.

Den Rock nach dem Wind kehren.

Den Rock schütteln und davongehen.

Den Rocken, den man angelegt, muss man auch abspinnen.
la] Colo quod aptasti, tibi ipsi nendum est.
la] Tute hoc intristi, tibi omne exedendum est.

Den Roggen eingestäubt, die Gerst nicht eingekläubt, Weizen sä' in Schollen, so hast du alles im Vollen.
Frankenwald

Den Roggen 'neingestäubt, den Hafer 'neingekleibt.
i] Der Roggen soll bei ganz trockenem Wetter gesäet werden, wenn der Boden staubt; der Hafer bei nassem, wenn er klebt.

Den Römern wachsen die Worte (wächst die Rede) im Herzen, den Griechen im Munde.
i] Dies Sprichwort passt auf die meisten alten Sprichwörter unsers Volks. Den Deutschen wachsen ihre Sprüche im Herzen. Dies ist der Grund, warum das Sprichwort so wenig Fleiß auf die Vollendung des Geprägs verwendet und sich darin so viel Versäumnis zu Schulden kommen lässt. Die Sprichwörter haben ihren Ursprung mehr im Herzen, das den Sinn gibt, als im Kopfe, der nach den Regeln der Sprachlehre heraus kleidet.
dä] Det som var smukt hos de Romere, var slemt hos de Grækere.

Den Roraffen gesehen haben.
z] Von jemand, der sich mit großer Weisheit brüstet. Manch Narr helt sich gar hoch darumb, das er aus Welschen landen kumb und sey zu Schulen worden weiß .. und den Roraffen gesehen het.

Den Roraffen zugiehnen (zusehen).
i] Zunächst von einem Kirchenbesuch aus Gewohnheit oder um Geschäfte abzutun, sich zu unterhalten, seine Neugier zu befriedigen u.s.w. 'Viel stehn in Kirchen und im Chor, die schwetzen u.s.w .. Das ist andechtig gbett und gut, da man solch Ding aussrichten tut, und werden Pfründen wohl verdient, so man den Roraffen zu gient.'

Den Rosenkranz aufs Grab legen.
[RSpW]
i] Es war dies ein gesetzlicher Gebrauch des 15. Jahrhunderts, sobald die Witwe ihres Mannes Schulden nicht bezahlen konnte. Nach geleistetem Eide war sie durch obige Handlung aller Verbindlichkeit quitt.

Den Rosenkranz in der Hand, den Teufel im Herzen.
pt] Contas na mão, e o demonio no coração.
sp] Tener el rosario en las manos, y el diablo en el alma.

Den roten Hahnen zum Gibel ausjagen.

Den roten Hut bekommen.
fr] On lui a fait porter le chapeau rouge.

Den Roten nicht immer zu trauen war; weder Katze noch Hund von rotem Haar.
Spanien

Den Rotz auf den Ärmel schmieren.
nl] Hij smeert hem het snot op de mouw.
la] Vilis et ingrata volucris foedans sua strata.

Den Rubin mit Ziegelfarbe bestreichen. Dem Rubin die Röte abwaschen wollen.
Russland

Den Rubin rot färben wollen.
i] In dem Sinne, wie den Mohren schwarz.

Den rücken bieten.
i] Ausflucht suchen, sich regen. Der Gefahr aus dem Wege gehen.

Den Rücken frei haben.
i] Keine Gefahr von dieser Seite zu befürchten haben.

Den Rücken mit Knütteln traktieren.
mhd] Er sloug in daz diu scheitel ime zerclacte sam ein ei. (Zerklecken = zerspalten, bersten)

Den Rücken warm, füllt man am vollen Tisch gar angenehm den Darm.
nl] Den rug aan't vuur, den buik aan tafel, en in de hand een goede wafel.

Den Rücken wenden (kehren).
i] Sich auf kurze Zeit entfernen.

Den Rücken will er am Feuer und den Bauch am Tisch haben.
i] Er liebt Bequemlichkeit und einen guten Tisch, Gemächlichkeit und gut Essen und Trinken ist seine Sache.

Den Ruf verantworten wir, nicht den Widerhall.
Peter Benary

Den Ruf verliert, wer sich Unwürdigen gleichgestellt.
la] Amittit famam, qui se indignis comparat.
Phaedrus, Fabeln I

Den Rufnamen geben Vater und Muttter, den Ruf verleiht die Mitwelt.

Den Ruhm kann man den Winterbirnen vergleichen, die im Sommer wachsen, aber im Winter genossen werden.
Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, Aphorismen zur Lebensweisheit: Paränesen und Maximen

Den Ruhm soll der Weise verachten, aber nicht die Ehre. Nur selten ist Ehre, wo Ruhm ist, und fast noch seltener Ruhm, wo Ehre ist.
Johann Gottfried Seume, Apokryphen

Den russischen Adler machen.
i] Einander erzürnt den Rücken kehren

Den russischen Monat abwarten.
i] So sagen die Polen, wenn ihnen ein Russe etwas verspricht.

Den Sabbat soll man feiern.
la] Luce sacra requiescat humus, requiescat arator.

Den Säbel an der Seite und barfuß.
pl] Pod kordem a boso.

Den Sachzwang gibt es als Abwertung notwendiger Schritte oder als Entschuldigung für unmoralisches Handeln.
Ron Kritzfeld

Den sack an die Rüben wagen.

Den Sack aufhalten ist leichter als ihn füllen.

Den Sack aufmachen und fangen, ist zweierlei.
i] Bezieht sich auf einen Vorgang im Siebenjährigen Kriege. Friedrich der Große war bei Liegnitz von den Österreichern unter Daun und Laudon so eingeschlossen, dass an ein Entkommen desselben kaum zu denken war. Die Österreicher sagten daher: Der Sack sei nun aufgemacht, worin man den König von Preußen mit all leinen Soldaten fangen würde. Als der Konig dies hörte, sagte er: 'Die Oesterreicher haben nicht ganz Unrecht; aber ich gedenke, in den Sack ein Loch zu machen, das sie in ihrem Leben nicht ausbessern sollen.

Den Sack gleich mitbringen.
la] Cum sacco adire.

Den Sack halb zustricken.

Den Sack muss man selbst haben, einerlei, woher man das Ferkel bekommt.
Estland

Den Sack schlägt man, den Esel meint man.
la] Qui asinum non potest, stratum caedit.
Prätonius Arbiter, Satiren

Den Sack selbst zur Mühle tragen.

Den Sack stehen lassen.
i] Einer Frau übeln Rufs den Rücken kehren.

Den Sack zu dem Habern haben wollen.

Den Sack zuhalten.
i] Sein Vermögen bewahren.

Den Säckel eng halten.

Den Säckel mit Geld muss man nicht vergessen.

Den Säcken Küchel backen.
i] Tadelnswertes, Ungehöriges ungerügt lassen, mit Schweigen übergehen.
z] Ich hett die säck gern lassen stohn, so muss ich aber wieder sorgen, das man vielleicht sagte von mir, ich wolt den säckeln küchel bachen, der warheit ein Deckel machen u.s.w.

Den Salat muss man mit Öl salzen.

Den Samen pflüge so flach, daß er durch das Pflügen den Himmel sieht.
Estland

Den Samen säe mit der Hand, wirf ihn nicht mit dem Sack.
Estland

Den Samt dem Zwillich vorziehen.
i] In Bezug auf ungerechtfertigte Bevorzugung vornehmer Leute geringeren Personen gegenüber.
z] Wenn man bei den Tribunalen und Gerichten wird mitten durchgehen und sich nicht wird lenken auf die rechte Seite noch auf die linke, einem nicht aufhelfen, weil er reich, dem andern nicht abhelfen, weil er arm ist, den Bürger sowohl anhören, als den Burggrafen, den Sammt nicht vorziehen dem Zwillich u.s.w.

Den Samt nach der längsten Elle messen.
z] Sie waren wohl ehe dabei gewesen, dass man den Sammt an den längsten Ellen hätte ausgemessen.

Den Samthosen legt man gern (überall) ein Kissen unter.
nl] De pijen broek vindt zelden een kussen voor haren aars, de fluweelen vindt het overal geschud en gereed.

Den Sand am Gestade (Meere) zählen.
mhd] Swer sant und ouch der sternen schîn will zeln, der muoz unmüezec sîn.
mhd] Regens tropfe erzeln, des mêres griez.
la] Arenam metiris.
la] Undas numeras.

Den Sand am Gestade stehlen.
i] Von einem leidenschaftlichen Diebe, der nicht leben kann, ohne zu stehlen, der eher den Sand am Meere, oder sich selbst etwas stiehlt.

Den Sand pflügen.
i] Eine vergebliche Arbeit unternehmen.
z] Denn wer sich in fremd werburg flicht, der er mag haben kein bericht, der müht sich umh unnötig sach, er pflügt den sand und mist (mistet = düngt) die bach.

Den Sankt Martinswein trinken.
i] Der Martinswein ist ein Geschenk, welchen Herrschaften ihren Dienstleuten, Inhaber großer Werke (Industrien) ihren Arbeitern geben.
fr] Boire le vin de la Saint-Martin.

Den Sassenspêgel wîsen.
Pommern
i] Den Hintern weisen, den Rücken kehren.

Den Satellitenstaat erkennt man daran, dass er die Gesten der Souveränität zu übertreiben pflegt.
Graff

Den Sattel bereit halten, ehe man das Pferd kauft.
nl] De zadel is gereed, eer het paard gekocht is.

Den Sattel schlägt er und den Esel (das Pferd) meint er.

Den Sattel tragen müssen.
i] Eine wie das 'Stuhltragen' nichtadeliche Strafart früherer Zeit war: Harneskar, Haranskara, auch Harmskara genannt Sie war in einem großen Teile Deutschlands namentlich auch im Elsass üblich und bestand darin, dass der Verurteilte im Missetätergewande, barhaupt und barfuß einen Sattel auf den Schultern tragen musste.

Den Sattelpfennig (Beute) einbringen.
z] Wann du des sattels nerest dich, so kanstu warlich mehr dann ich, es mus eine milde narung sein, den sattelpfennig bringen ein.

Den Sattelzins (Raub, Beute) einbringen.
z] Wie lernen unser junge kinder von dem sattel suppen kochen und wie man soll die Bauern bochen, land und leut und dörffer krigen, ein knebel zwischn die lefftzen fügen, den stegreiff halten und den Zaun, ein bauren binden an ein baum, Fußeysen werffen, fewr ynlegen, das korn verwüsten, rebstöck brechen und einen andern gaul abstechen ..Kumpt uns die armut wider an, so muss der sattel aber dran, und suchen mehr der spetzerey, oder ob kein Insel sey auf der Thonaw, auf dem Reyn, den sattelzinss zu bringen eyn.

Den Satten speisen wollen.

Den Sauerbrunnen trinken müssen.
i] So nannten die Diebe früher den Galgen. Mit Bezug auf die Leiter erhielt er von den französischen die Bezeichnung: L'abbaye de Monte-à- Regret.

Den Säufer erkennt man an der Nase.
i] Um zu sagen, dass man etwas durchschaut hat

Den Säufer füttert der Wind und ernährt das Wasser.

Den Säufer mahnt der Krug, wenn ihn sein Durst nicht mahnt.

Den Saustall aufmachen.
i] Zoten reißen.

Den Schaden ans Bein binden.
i] Sich darüber wegsetzen.

Den Schaden büßt der Reiter, nicht das Pferd.
[RSpW]
i] Im allgemeinen galt in den deutschen Rechten der Grundsatz, dass kein Tier Gewette (Strafgeld) zahle; doch gab es Fälle, wo man den Schaden auf den Herrn des Tieres wies, wenn dieser ihn abwehren konnte, aber dennoch geschehen ließ. So zahlte, so lange Ross und Mann beisammen waren, der Reiter, nicht das Pferd die Buße u.s.w.
z] Verletzt eines Mannes Ross, darauf er reitet, einen andern Mann, so soll er es so tun büßen, als habe er es selbst gethan. Verwundet das Ross einen Mann im Stalle, so braucht man nichts zu geben.

Den schaden empfind niemand, ohn der ihn tragen muss.

Den Schaden mit Salz abschaben.

Den Schaden zu der Schande gewinnen.
i] Über die nahe verbale Verwandtschaft von Schade und Schande.

Den Schafen ist es gleich, ob sie geschlachtet oder vom Wolf gefressen werden.

Den Schafen tun auch bald die Beine weh, wenn der Hirt den Hund geschlagen hat.

Den Schalk am Hals tragen.

Den Schalk aufdecken.
la] Pellem alicui detrahere. Horaz

Den Schalk im Busen stecken haben.

Den Schalk kann niemand bergen, den man einem in den Augen ansiehet.

Den Schalksnarren spielen.

Den Schandstein tragen müssen.
i] Das lebendige Volksrecht früherer Zeit hatte verschiedene Strafarten für Frauen, die sich vergangen hatten. Eine Frau, die ihren Mann geschlagen, wurde rücklings auf einem Esel durch die Stadt geführt. Zwei Frauen, die sich auf offenem Markte gezankt hatten oder wohl gar handgemein geworden waren, schloss der Büttel in ein durchlöchertes Holz dergestalt, dass zwei an den beiden Enden befindliche weite Löcher für den Hals, kleinere Löcher für die Arme bestimmt waren. Die beiden Frauen waren Gesicht gegen Gesicht gekehrt und hätten sich wohl gern mit den Nägeln angefallen, wenn ihre Hände nicht gefesselt gewesen wären. In dieser Lage mussten sie eine Stunde auf offenem Markte verharren. Eine andere Strafe für zänkische Weiber, die sich mit Worten und Werken gegeneinander vergangen hatten, bestand darin, dass sie die 'Schandsteine' durch die Stadt tragen mussten. Doch hat sich das Tragen des Schandsteins nicht auf weibliche Personen beschränkt. Der Schandstein hatte auch nicht überall dieselbe Form. In Bautzen z.B. hatte er die einer Flasche (s. Flaschentragen), in Hamburg heißt er der 'Ehrlose Block', in Lübeck hatte er die Form einer Schüssel; in einigen Städten bestand er aus einem Halseisen, an dem ein brotförmiger Stein hing; daher die Redensart: Es ist ein schwerer Bissen Brot. In Stettin musste er, nachdem er um den öffentlichen Markt getragen war, auf dem Kâk oder Pranger niedergelegt werden. Außer den Marktfriedensbrechern und Verleumdern wurden an manchen Orten diejenigen zur Strafe, den Schandstein zu tragen, verurteilt, welche die nächtliche Ruhe durch Straßenlärm gestört hatten. Diese Steine waren übrigens nicht leicht. Nach dem dortmunder und halberstädter Statut von 1348 sollten sie das Gewicht eines Zentners haben. Waren die Verurteilten wohlhabend, so konnten sie sich von der ihnen zuerkannten Buße durch einen Sack voll Hafer, der mit einem roten Bande zugebunden sein musste, von dieser Strafe loskaufen.

Den Scharfhobel brauchen.
i] Mit Strenge verfahren, die Wahrheit ohne Rücksicht sagen.

Den Schatten eines Riesen fürchten.
Russland
bm] Najdes časem i takého, jenz se bojí stinu svého.
ho] Hij is bang voor zijne schaduw.
la] Metum inanem metuisti.
pl] Najdziesz czasem i ta kiego, co się boji cienia swego.

Den Schatten fangen.
i] Statt einer wertvollen Sache eine nutzlose gewinnen. Nach Barclay in seinem Werke über Sklaverei in Ostindien gibt es dort unter den Negern eine Art Zauberei, Schattenfanger, welche, wenn sie j-nbezaubern, einen Sarg aufstellen, ihm den Schatten wegfangen, worauf er dann stirbt. Barclay versichert, dass alle, deren Schatten ein solcher Zauberer gefangen hatte, gestorben waren, aber er wusste nicht, wie.

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