<<< Weisheiten 0448 >>>

Den Pantoffel küssen.
ho] Hij kust de pantoffel.

Den Panzer auf den Rücken binden.

Den Pass unter die Füße nehmen.
i] Sich schnell entfernen, fliehen.

Den Paten begrüßt man über drei Zäune.
Estland

Den Pechvögeln gefrieren noch die Brotkrumen zwischen Hand und Mund.
sp] A los desdichados se les suelen helar las migas entre la boca y la mano.

Den Pegasus besteigen.
i] Scherzhaft für Dichten, Verse machen.
fr] Aller auec les talaires de mercure.
fr] C'est le cheval de Pacolet.
fr] Escripte d'une plume volante.
fr] Être porté par le cheuual Pegasus.
la] Equo vehi Pegaso.
la] Talaribus incedere Mercurij.
la] Volante scribere thalamo.

Den pels toriten.
i] Den Pelz (eigentl. Pels) zerreißen; soviel wie den Hintern blutig schlagen.

Den Pelz waschen und nicht nass machen.
i] jemanden oder etwas mit unzeitigem Glimpfe behandeln, sich in einer mittelstraßigen Lauheit halten, wo ein entschiedenes Auftreten Pflicht wäre.
z] Wu's woa zu frassen gibt, is a sich, wie das Ding, doas inde (immer) wieder kimmt; giht sich ober uf de Arbt lus, stiht a sich doa, wie anne gebackene Birne; und es hêsst olles mit im: Wosch sich mer a Peltz, mach sich mir nich nass.
z] Man find witzknöpffel, die reiche malefitzische Leut gern wolten straffen, doch dass es ihnen an ehren nicht verletzlich sey; das ist auf Eulenspieglisch den Beltz waschen und nicht nass machen.

De'n Pennig nich ehrt, is'n Dahler nich wert.

Den Peter bestehlen, um den Paul zu bezahlen.
en] To rob Peter to pay Paul.
fr] Il oste à S. Pierre pour donner à S. Pol.
it] Scoprire un altare per coprirne un altro.
sp] Hazer un hoyo para tapar otro.

Den Pfaffen kann selbst der Teufel nichts abgewinnen.

Den Pfaffen kennt man am Gesicht.

Den Pfaffen steht ihr Messgewand so meisterlich an als die Latern am Crucifix.

Den Pfahl auf seinem eigenen Knie spitzen.
i] Sich selber schaden.
it] Aguzzare il palo in sul ginocchio.

Den Pfau mit der Nachteule vergleichen.

Den Pfeffer ganz verrühren.
i] Seinen ganzen Witz verbrauchen.

Den Pfeffer verschütten.
z] Damit verschüt er den Pfeffer gar.

Den Pfeifer (die Zeche) bezahlen müssen.

Den Pfennig acht' nicht schlecht, man kauft dafür Lieb' und Recht.
mhd] Wer dâ hât pfenning vil, der kauft im lieb, wie viel er will.

Den Pferden langen Hafer geben.
Steiermark
i] Die Peitsche.

Den Pferden Zuckererbsen in den Rossboren schütten.
z] Fürsten bleiben Fürsten, wenn ihr schon die Kachelöfen einschlagt und den Pferden Zuckererbsen in die Rossboren schüttet.

Den Pflug führen ist nicht so leicht als pfeifen.
en] There belongs more than whistling to going to plough.

Den Pflug führen ist schwerer als die Ochsen treiben.
dä] Der hør alt meere til plogen end raabe: Ho!
la] Multi, qui boves stimulent, pauci aratores.

Den Pflug ziehen.
i] Schwere, saure Arbeit verrichten.

Den Philister verdrieße, den Schwärmer necke, den Heuchler
Quäle der fröhliche Vers, der nur das Gute verehrt.
Goethe, Xenien 207 - Vorsatz

Den Pilgern wurden einige ärmliche Erquickungen gereicht, denn der Italiener liebt nicht zu geben.
Goethe, Italienische Reise I, 28.9.1786

Den' pisst keen Hund mihr an.

Den Platon hat die Philosophie nicht als Adligen aufgenommen, sondern dazu gemacht.
Lucius Annaeus Seneca, Briefe über Ethik

Den Pletz (Lappen, Flecken) neben das Loch setzen.

Den Poeten bindet keine Zeit.
Goethe, Faust, II, 2 (Chiron)

Den Polen hintergeht der Deutsche, den Deutschen der Welsche, den Welschen der Spanier, den Spanier der Jude, den Juden aber bloß der Teufel.
i] Sagen die Polen.
pl] Polaka Niemiec, Niemca Włoch, Włocha Hiszpan, Hiszpana Zyd, a Źyda tylko djabeł oszuka.

Den Politikern ist die Massenbildung wichtiger als die Meinungsbildung. Wer sie wählt, ist ihnen mit jeder Meinung willkommen. Die stillen Reserven, auf die sie bei jeder Wahl zurückgreifen, sind die Meinungslosen.
Graff

Den Pommer loslassen.
i] Ausgelassen lustig sein.

Den Pomperniggl (Pumpernickel) singt man 's Jahrs nur einmal.

Den Popen ernähren Lebende und Tote.

Den Pott gewinnen.
Meurs
i] Den Topf, d.h. denjenigen, in welchem sich das Spielgeld befindet.

Den Preis für den Wettlauf erhält der Hase, und der Frosch muss sich damit abfinden.
Haussa, Afrika

Den Preußen übersieht keiner.

Den preussischen Pfiff verstehen.

Den Profit ausrechnen.
i] Von denen, die schlafen, wenn sie sich setzen.

Den Profit davon kann er in einem Wetzstein verbergen.
ho] Dat profijt kan hij wel in een' wetsteen knoopen.
ho] Den profijt steek ich wel in mijn oog.
ho] Deze profijten kunt gij gemakkelijk in den buidel bergen.
ho] Het profijt, dat daarvan komt, heb ik goed op te steken.

Den Proppen aus der Nos ziehen.
Oberharz
i] Jemandes Geheimnise herausbringen.

Den Prozess mit Wein begießen, hilft.

Den Prügel zur eigenen Strafe holen.

Den Puck'l (Buckel) smärn.
Altmark

Den Pudel flöhen.
i] Eine unangenehme Arbeit verichten.

Den Pulsfühler machen.
i] Irgendeinen Zustand oder ein Verhältnis auf eine feine, stille Weise untersuchen.
z] Er hat im Auftrage der Polizei bei den geheimen Gesellschaften den Pulsfühler gemacht.

Den Pumpernickel singt man in der Weißkirche.
i] Vor der schönen gothischen Kirche zu Weißenburg (Elsass) steht noch ein alter Turm aus dem 11. Jahrhundert. Aus der ehemaligen Weißkirche, von der es im Sprichwort heisst, dass man darin den Pumpernickel sang, wurde ein Stadttheater und eine Bierbrauerei Zur Weißkirche hergerichtet, letztere mit dem Stadtwahrzeichen, dem Pumpernickel, d.i. dem Steinbild eines Stallknechts mit närrischen Knittelversen und der Jahreszahl 1717. Dieser Stallknecht soll nämlich, wie die Sage behauptet, die geistlichen Herren vom Kloster aus Raubmörderhänden gerettet haben.

Den Quecken muss man im Frühjahr den Kopf, im Herbst den Steiss nehmen.

Den Quell im Tal und den Strom auf dem Berge suchen.
Russland

Den Raben kann man nicht weißwaschen.
mhd] Den raven kan men nicht wit waschen.
la] Nigrorem corvi nequicquam candidat unda.

Den Raben lässt man fliegen, die Taube muss es kriegen.
la] Dat veniam corvis, vexat censura columbas. Juvenal

Den Raben up'n Dacke un den Fos vor der Döhr is nich to truen.
Göttingen
i] Denen, die das Haus umschleichen.

Den Raben verzeiht, die Tauben plagt die Kritik.
Juvenal, Satiren

Den Raben zur Beute werden.

Den Rachen aufsperren wie ein Haifisch.

Den Rahm abschöpfen - sich den Löwenanteil sichern
en] to skim the cream off - to take the pikkings (o. the lion's share)
fr] faire son beurre - prendre (o. se sucrer o. se tailler) la part du lion
it] fare (o. prendere) la parte del leone - togliere il fiore di...

Den Rahm von der Milch schöpfen.
i] Das Beste für sich in Anspruch nehmen.
jüdisch-deutsch] Herubnehmen die S'metene (= Smietana, polnisch für Sahne, Rahm).

Den Rahmen unseres Schicksals dürfen wir nicht wählen. Des Rahmens Inhalt aber geben wir.
Dag Hammarsköld, Zeichen am Weg

Den Ranzen voll haben.
i] Hat so viel gegessen, dass er nicht mehr mag, oder so viel davon erhalten, dass er befriedigt ist.

Den Ranzen weisen.

Den Rappen am Zaume halten.

Den Rappen an dem Zaun verziehen.

Den Rappen kurz halten.

Den Rat deines Knechts verwirf nicht, wenn er dir wohlgeraten hat.

Den Rat, den man andern gibt, soll man erst selbst befolgen.
ho] Volg den raad eerst zelf op, dien gij zoo zeer aanprijst.

Den Ratten muss man nicht den Speck zu hüten geben.
ho] Men moet geene ratten bij het spek vertrouwen.

Den Rauch fliehen und ins Feuer fallen.
i] Aus einem schlimmen Zustande in einen noch schlimmern kommen.
fr] De mal en pis.
fr] Se jeter dans l'eau de peur de la pluie.
la] Cinerem vitans in ignem incidit.
la] Dum alterum evitant, in alterum incidunt.
la] Leonem vitans, ursae unguibus occurrit.
pl] Trafił z pod deszczu pod rynnę.
pl] Uciekając od wilka, trafił na niedźwiedzia.

Den Rauch leidet man nur des Feuers wegen.

Den Reben und der Geiß wird's nicht leicht zu heiß.

Den Reben und der Geiß, wird es nie zu heiß.

Den Rebensaft lieben.

Den rechten Brant (Brand) wissen.
i] Den rechten Stich, d.h. die rechte Art und Weise kennen

Den rechten Butzen angreifen.
i] Einer Sache, einem Übel auf den Grund gehen
z] Griff er den rechten Butzen an, es möcht dergleich im auch ergan.

Den rechten Fuß inn den Schuh, den lincken inn ein Becken stellen.
i] Sich wohl wissen inn alle sachen zu schicken. Die sich stets in ihre Lage zu schicken wissen und nach Ort, Zeit und Umständen stets eine andere Rolle spielen.

Den rechten Lebensfaden
Spinnt einer, der lebt und leben lässt,
Er drille zu, er zwirne fest,
Der liebe Gott wird weifen.
Goethe, Gott und Welt - Die Weisen und die Leute (Aristipp)

Den rechten Punkt (nicht) treffen.

Den Rechten recht.
la] Aequis aequus. Wahlspruch von Leopold I.

Den rechten Sattel auf das rechte Pferd legen.

Den rechten Tippel treffen.
Ostpreußen
i] Den rechten Punkt, die rechte Stelle.

Den rechten Weg zu finden ist nicht Sache des Gefühls, sondern Sache der wissenschaftlichen Erkenntnis und erfordert Beobachtungsgabe, Nachdenken und geistiges Verantwortungsgefühl.
Shaw, Wegweiser für die intelligente Frau

Den rechten Zipfel erwischt haben.
Schwaben

Den Rechtsboden verlassen.
i] Der Ausdruck Rechtsboden, welcher seit dem Jahre 1847 eine mannichfache und häufige Anwendung gefunden hat, ist auf diejenige Stelle der Thronrede zurückzuführen, in der Friedrich Wilhelm IV. von Preußen den ersten Vereinigten Landtag anruft, ihm zu helfen, 'den Boden des Rechts (den wahren Acker der Könige) immer mehr zu befestigen und zu befruchten'. Es war der Freiherr von Vincke, welcher in der Landtagssitzung vom 17. Mai diese Stelle hervorhob und sie dadurch in den Volksmund brachte.

Den Regen auffangen.
la] Imbrem haurire.

Den Regen fliehen und in die Bach fallen.

Den Regen hört man fallen, den Schnee nicht.
Berthold Auerbach

Den Regen, der vom Himmel fällt und die Frau, die wieder heiraten will, kann nichts aufhalten.

Den Regentropfen entfliehen und in den Bach fallen.

Den Reichen besuchen auch die Teufel mit Kuchen.

Den Reichen bringt sein Gold herfür, der Arm muss liegen hind'r der Tür.

Den Reichen das Leder stehlen und den Armen Schuhe davon machen.

Den Reichen empfängt man überall mit offenen Armen, der Arme bleibt überall am Boden liegen.
la] Dives ubique placet, pauper ubique iacet.

Den Reichen erkennt man am Arsch, den Armen am Gesicht.
Estland

Den Reichen erkennt man an den Kleidern, den Armen an den Zehen.
Estland

Den Reichen fehlt noch mehr als sie haben.
i] Die Reichen bedürfen (den Reichen fehlen) die meisten Dinge.

Den Reichen geht alles hin.

Den Reichen gibt man, den Armen nimmt man.

Den Reichen hängt man in den Beutel, den Armen an den galgen.

Den reichen in den beutel, den armen ins feuer.
ho] Den rijke hangt men in den buidel of schoorsteen.

Den reichen ins geld, den armen ins feld.

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