< Sprichwörter >

Dem anderen sein Anderssein verzeihen, das ist der Anfang der Weisheit.
China

Dem Anfang muss man widerstreben.

Dem Anfang wehren.
la] Principiis obsta.

Dem angebornen Wesen, ach, wie ist es schwer, ihm zu entsagen!
Macht man zum König auch den Hund, er hört nicht auf, am Schuh zu nagen.
Narájana, Hitopadesa

Dem Angeklagten gehört das letzte Wort.
[RSpW]

Dem Apotheker traue der Teufel, beide haben viel Büchsen.

Dem Arbeitenden kommen keine Falten auf den Arsch.
Estland

Dem Arbeiter ein Brot, dem Feierer zwei.

Dem Arbeiter einen halben Gulden und dem Aufseher einen ganzen.
bm] Dělníku půtzlatnik a dozorci celý.

Dem Arbeiter hilft Gott.

Dem Arbeiter stehen alle Wege offen, und Freunde hat er überall.
Gladkow, Der Schnee schmilzt

Dem Argen ist alles arg.

Dem Ärgsten gehört das Beste.

Dem Ärgsten gibt man das beste Teil (gehört das Beste).

Dem Ärgsten gibt man das beste Teil.

Dem Ärgsten gibt man das beste Teil.
mhd] Dem ergsten gift men dat beste deil.
en] Evil be to him, that evil thinks.
la] Peiori crebro praebetur portio maior.

Dem ärgsten Schelm den Beutel geben.

Dem ärgsten Zimmermann das beste Beil.

Dem ärgsten Zimmermann gibt man das beste Beihel (Bart).

Dem ärgsten Zimmermann gibt man das beste Beil.

Dem Argwohn gehört ein Beil.

Dem Argwohn gehört ein Beil.
info] Verdient, dass man ihm den Kopf abschlage

Dem Argwohn muss man den Kopf in der Geburt (o. Jugend) abhauen.

Dem Armen als dem Reichen rath, so find dein Seel im Himmel stat.

Dem Armen beschert Gott alle Jahre ein Kind und dem Reichen ein Rind.

Dem Armen bläst der Wind immer in die Augen. Masuren

Dem Armen bläst der Wind immer ins Gesicht (o. in die Augen).
pl] Biednemu (Ubogiemu) zawsze wiatr w oczy.

Dem armen Dieb verzeih, den reichen bind mit Riemen.
Estland

Dem Armen eine doppelte Wohltat erweist, wer schnell gibt.
Publilius Syrus, Sprüche

Dem Armen entfällt selten etwas.

Dem Armen fällt das Brot nimmer auf die Butter.

Dem Armen fehlt Brot, dem Reichen Appetit.
dk] Fattig mand söger ommaden, den rige om lyst til at aede den.

Dem Armen fehlt viel, dem Geizigen alles.
pl] Biednym brakuja wiele, chciwym wszystkiego.

Dem Armen folgt, wie er auch wehrt,
Die Sorge wie ein treuer Pudel.

Dem Armen gegeben ist wohl gesät.

Dem Armen gegeben, ist wohl gesät.

Dem Armen geht viel ab, dem Geizigen alles.

Dem Armen genügt schon das Versprechen.
Estland

Dem Armen gib's rubelweise, dem Bettler in Kopeken.
Russland

Dem Armen gibt Gott Obdach.
Estland

Dem Armen helfen in der Qual, ist das beste Kapital.

Dem armen Herzen bringt das kleinste Glück Beklemmung,
Wie dem Ameisenhaus ein Tautropf Überschwemmung.
Rückert, Weisheit des Brahmanen 16, 10

Dem Armen hilf, den Bettler verjag.

Dem Armen ist nicht mehr gegeben
Als gute Hoffnung, übles Leben.
mhd] Dem armen ist niht mê gegeben
Wan guot gedinge und übel leben.
Brîdankes Bescheidenheit (1225-1240)

Dem Armen kommt der Wind immer in die Augen.
pl] Biednemu zawsze wiatr w vizy.

Dem Armen läuft die Armut nach, dem Reichen der Reichtum.
Talmud (3. Jahrhundert)

Dem Armen läuft die Armut nach.

Dem Armen mangelt viel, dem Geizigen alles.
bm] Chudemu se nedostava vseličcho, la komci vscho.
dä] Den Fattige fattes meget, men den gierige alt.
la] Desunt egeno multa, avaro omnia. Avaro tam deest quod habet quam quod non habet. - Inopiae pauca desunt, avaritiae omnia.
un] A fösvény embernek semmie nincsen.

Dem armen Mann fehlt viel, dem geizigen alles.
sd] Fattig man felar något, den girige allt.

Dem armen Mann stirbt das Rind (die Kuh), dem reichen das Kind.
fr] A un pauvre homme sa vache meurt et au riche son enfant.

Dem armen Menschen erlischt die Kerze in der Kirche.
Rumänien

Dem armen Menschen läuft die Armut nach, dem Reichen der Reichtum.
Estland

Dem Armen schließ man die Türe vor der Nase zu.
la] Dum pauper clamat, janua limen amat.

Dem Armen schmeckt sein Kartoffelbrei besser, als dem Reichen sein Braten.

Dem Armen schmeckt sein Speiss viel bass, denn dem, der teglich Wildpret ass.

Dem Armen schmeichelt niemand.

Dem Armen seine Sci (Kohlsuppe) besser als dem Reichen dessen Ucha (Fischsuppe).
Russland

Dem Armen soll man geben, dass er mit vns esse und nicht wir mit ihm.

Dem Armen steht jedes Kleid wohl.

Dem Armen stirbt die Kuh, dem Reichen das Kind.
en] A poor man's cow dies a rich man's child.

Dem Armen Taler, den Bettlern Pfennige.

Dem Armen trag', den Bettler verjag'.

Dem Armen versprich nie etwas, und dem Reichen sei nie etwas schuldig.
Brasilien

Dem Armen wie dem Reichen rat, so find dein' Seel' im Himmel statt.

Dem Armen wie dem Reichen, dem Reichen wie dem Armen.
info] Soll derselbe Rechtsschutz zu teil werden

Dem Armen will jeder eine kappe kauffen und vber ihm herlauffen.

Dem armen wird das ärgst zu teil allenthalben und alle weil
la] Pauper pecorem restis tenet undique partem.

Dem Armen wird immer das Ärgste zu Teil.
bm] Na chudého vsady teče.
pl] Na ubogiego wszędy kapie.

Dem Armen wird immer das Ärgste zuteil.

Dem Armen wird weder geklatscht, noch gepfiffen.

Dem Armen, der den Reichen bei Tafel begrüßt, fehlt es nicht an Verstand.
Goethe (1749-1832), Meisters Wanderjahre

Dem Arsch hilft alles Waschen nicht. (Von denen, die sich selbst immer wieder in unangenehme Lagen bringen, wie oft ihnen auch geholfen wird.)
la] Podex lotionem vincit. Arist.

Dem Arsch ist's weich zu sitzen, dem Munde hart zu ertragen.
Estland

Dem Arzt bezahlt man die Mühe und nicht die Gesundheit.

Dem Arzt folgt der Pfarrherr, dem Pfarrherrn der Kirchner und läutet zu Grabe.

Dem Arzt und dem Totengräber wünscht man kein 'Gutes Jahr '.
Jiddisch

Dem Arzt verzeiht! Denn doch einmal
Lebt er mit seinen Kindern.
Die Krankheit ist ein Kapital,
Wer wollte das vermindern!
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien V

Dem Arzt, dem Beichtiger, dem Advokaten,
Sagt reine Wahrheit, darf ich euch raten.
es] Al medico, confesor y letrado, no le hayas engañado.

Dem Arzte, Beichtvater und Advokaten darf man nichts verschweigen.
fr] A confesseurs, médecius, avocats la vérité ne cèle de ton. - Qui veut la guérison du mère (médecin), il lui convient tout son mal dire.
it] Al medico, al confessor e all' avvocato non tenere il vero celato.
sp] Al medico, confesor, y letrado, no le hayas engañodo.

Dem Aste gleich, darauf der Vogel schlummert, ist
Erlernte Weisheit dir ein Halt bei stiller Frist.
Geibel, Sprüche

Dem Aufmerksamen ist sie [die Natur] nirgends tot noch stumm, ja dem starren Erdkörper hat sie einen Vertrauten zugegeben, ein Metall, an dessen kleinsten Teilen wir dasjenige, was in der ganzen Masse vorgeht, gewahr werden sollten.
Goethe (1749-1832), Zur Farbenlehre - Vorwort

Dem Auge des Toren ist sein Besitz zu klein, ein geiziges Auge trocknet die Seele aus.
Altes Testament, Jesus Sirach 14, 9

Dem Auge fern, dem Herzen ewig nah.
Inschrift auf Kirchhöfen

Dem August sind Donner nicht Schande, sie nutzen der Luft und dem Lande.

Dem Aussehen nach empfängt man einen Menschen, dem Gerede nach schickt man (ihn) weg.
Estland

Dem Aussehen nach Spaß, aber in Wahrheit eine Tat.
Estland

Dem außerhalb der Gesellschaft stehenden, isolierten Menschen steht, da er gegen niemanden Verpflichtungen zu erfüllen hat, deshalb auch das Recht zu, ganz nach seinem Gefallen zu leben; allein innerhalb der Gesellschaft, wo er notwendigerweise auf Kosten der andern lebt, muss er ihr durch seine Arbeit einen Ersatz für seinen Unterhalt gewähren. Hierin darf keine Ausnahme stattfinden. Arbeiten ist demzufolge eine unerlässliche Pflicht des sich in der Gesellschaft bewegenden Menschen. Ob reich oder arm, ob mächtig oder schwach, jeder müßige Bürger ist ein Spitzbube.
Rousseau, Emile

Dem Austeilenden bleiben die Finger (o. Reste).

Dem Backen geht das Kneten vor.

Dem Bär ins Ohr blasen.
z] Indem ein Johannes dem Herodi das Gewissen ritzet, hat er den Bär ins Ohr geblasen. Johannes muss mit seiner Unschuld ins Loch kriechen.

Dem Bauch des Metropolen schadet die Marterwoche nicht.
Petersburg

Dem Bauche dienen.

Nach Röm. 16, 18
info] Niederen, sinnlichen Genüssen ergeben sein
ho] Den buik dienen.
fr] Se fourre tout dans son ventre.

Dem Bauer gehört die Hacke
it] Al villano la zappa in mano.

Dem Bauer gehört Heu oder Haferstroh.
info] Und den Jagdhunden des gnädigen Herrn Fleisch, wie's weiland war, als Bauern Knechte waren.
it] A grosso villano dagli del moco.

Dem Bauer gilt seine Wurst mehr als aller Gelehrten Kunst und Ehr'.

Dem Bauer ist auch ein Kirchtag zu gönnen.

Dem Bauer schwillt der Kamm, es wird eine gute Ernte geben.
la] Magnum os anni. - Semper agricola in novum annum dives.

Dem Bauer wird die Suppe sauer.

Dem Bauer, der den ersten Prozess gewinnt, dem die späte Saat gelingt, die Lumperei aus dem Hause zwingt.
Bittburg

Dem Bauern die Hacke in die Hand.
it] Al villano la zappa in mano!

Dem bauersmann ist sein Garten so nützlich als sein gemästetes Schwein.

Dem bawrsman (= Bauersmann) ist sein Garten so nützlich als sein gemestes Schwein.

Dem Beduinen und der Maus zeige deine Haustür nicht.

Dem Bedürftigen zu geben, heißt nicht geben, sondern säen.
Basken

Dem Befehlenden mangelt's nicht an Kräften und dem Borgenden kein Geld.
Finnland
mhd] Gehürde perde maken korte reise.
la] Tendit iter longum pretio conductus asellus.)
dä] En andens hest og egen svøbe kan meget taale.
ho] Een gehuurd paard en eigen sporen rijden wel.
ho] Een gehuurd paard en eigene sporen maken korte mijlen.
ho] Huurpaarden en geleende zwiepen wel dat se hard liepen.
la] Equus conductus brevia reddit milliaria.

Dem Begierigen ist auch eilen ein harren.

Dem begnügt, das er von Gott hat, ist der seligst, so da lebt.

Dem Beichtvater, Arzt und Advokaten darf man nichts verschweigen.

Dem Beichtvater, dem Arzte und dem Advokaten darf man nichts verschweigen.
info] Weil es ihnen sonst unmöglich ist, einen den Verhältnissen und Bedürfnissen angemessenen Rat zu erteilen
en] Hide nothing from thy minister, physician and lawyer.
fr] Au confesseur, au médecin et à l'avocat on ne doit cacher aucun cas.
it] Al confessore, al medico e all' avvocato non tener il ver celato.
la] Abbati, medico patronoque intima pande.
un] Orvos és gyontató elött káros a titkolás.

Dem Beklagten gebührt (allzeit) das letzte Wort.
[RSpW]

Dem Beklagten gebührt das letzte Wort.

Dem Belisar einen Pfennig geben.
info] Männer, die sich für eine große Sache aufgeopfert haben, im Unglück unterstützen.
la] Date obolum Belisario.

Dem bellenden Hund verehr ein brot, so hat man vor seinem Zorn kein not.

Dem Beobachter ist das kommende Jahr immer der Kommentar des vergangenen. Wer etwas heller sieht, hat ihn oft nicht nötig.
Johann Gottfried Seume, Apokryphen

Dem Berauschten gib ein Mittagessen, aber kein Abendessen dem Halbberauschten.
info] Es ist wahrscheinlich, dass der Berauschte am Abend wieder nüchtern werden wird. Der Halbberauschte aber wird während des Abendessens vollends betrunken werden und die Nacht über in diesem Zustande bleiben.

Dem Besâpene (Besoffenen) gehört de ganze Welt.

Dem Besâpene helpt de lîwe Gottke.

Dem Besapene leggt de lewe Gott e Küsske under.
hdt] Dem Besoffenen legt der liebe Gott ein (weiches) Kissen unter.

Dem beschiedenen Geschick kann niemand entfliehen, selbst ein Gott nicht.
Herodot, Historien

Dem Besoffenen legt der liebe Gott ein (weiches) Kissen unter.

Dem besten Bäcker verdirbt ein Kuchen.

Dem Besten das Beste.
la] Ambrosia alendus. Cicero

Dem besten Geiger platzt eine Saite.

Dem besten Weib tut wie dem bösen der Stachel gut.

Dem besten Weibe tut der Stachel wie dem bösen gut.

Dem Betrübten ist übel geigen.

Dem Betrübten ist übel geigen.
nl] Het is moeijelijk, met bedroefden harte blijde te zijn.

Dem Betrunkenen und dem Heuhaufen soll man Platz machen.

Dem Bettler braucht man den Weg nicht zu zeigen

Dem Bettler gehört der Sack.
fr] Toujours aux gueux la besace.

Dem Bettler geziemt es wohl, zur Hochzeit zu gehen, wenn es auch dem Hochmütigen nicht geziemt, ins Wirtshaus zu gehen.
Estland

Dem Bettler gib: Trag Wasser in ein Sieb.

Dem Bettler ist der Sack nicht billiger als dem König die Krone.
Estland

Dem Bier ist recht gegeben.
Luther

Dem Biere sind die Hefen gegeben worden.
info] Wird gesagt, wenn eine Sache gut eingeleitet oder ein Anmaßender, Unverschämter gehörig abgeführt worden ist

Dem Bischofe kumet sin offen Hand nach dem krumben Stabe.

Dem Bittenden gibt man den Lohn, der Selbstnehmende bekommt Prügel.
Estland

Dem Bitteschönsager ist noch kein Kind gestorben.

Dem bleibt nur das Nachsehen, der zu spät kommt.

Dem Blinden einen Spiegel verkaufen (o. schenken).
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).
la] Caeco speculum vel picturae.

Dem Blinden geschiehet nach seiner Gewohnheit.
info] Er sieht auch am Tage nichts

Dem Blinden hilft keine Brille.
en] A blindman will not thank you for a looking-glass.
fr] A l'aveugle ne duit miroir ni figure.
it] Ai ciechi non approda il sole.
la] Claudo pilam.
sp] Qué hará el ciego con los anteojos?
sp] La mujer del ciego para quién se afeita?

Dem Blinden ist die Welt erblindet, dem Tauben ist die Welt ertaubt, so auch an keinen Glauben glaubt, wer in sich selbst nicht Glauben findet.
Franz Werfel, Zwischen Oben und Unten

Dem Blinden ist gut vorschirmen.
ndt] Dem blinden is gut vôrschermen.
la] Non est difficile miseros illudere caecos.

Dem blinden Mann ist es gleich, ob (wie) seine Stube gemalt ist.

Dem blinden Vogel baut Gott das Nest.

Dem Blöden
Wird das Glück nicht zuteil, der Kühne sucht die Gefahr auf
Und erfreut sich mit ihr, sie hilft ihm wieder entkommen.
Goethe (1749-1832), Reineke Fuchs 9. Gesang Vs 8

Dem Bock an die Nieren greifen.
info] Der Sache auf den Grund gehen

Dem Bogen in der Hand von Morgen werden weder Alte noch Junge entgehen.
Hindi, Indien

Dem Borg ist nichts zu teuer.

Dem Bösen braucht man keinen Boten senden.

Dem Bösen braucht man keinen Boten zu senden.

Dem bösen Geist gehört die Erde,
nicht dem guten.
Schiller, Wallensteins Tod II, 2 (Wallenstein)

Dem bösen Gewissen kann niemand entfliehen.

Dem bösen Gewissen scheinen Fliegen Kürassiere zu sein.

Dem bösen Hund eine kurze Leine.
fr] À méchant chien, court lien.

Dem bösen Hund ist's gleich, ob du ihn mit einem Stein oder mit Brot bewirfst.
Estland

Dem bösen Hunde wächst der Schwanz.
info] Je ärger Schalk, je besser Glück
fr] A mauvais chien la queue lui vient.

Dem Bösen je zu Teile ward, was jemand für den Frommen spart.

Dem Böswilligen gedeiht das Getreide, dem Bösen die Herde.
Estland

Dem böswilligen Pferde ein scharfer Sporn.
fr] À méchant cheval bon épéron.

Dem Boten (d.i. Heiratsvermittler) die Stiefel, dem Antreiber die Schuhe.
Estland

Dem brauchst du den Honig nicht zum Kauf anzubieten, der selber Bienenstöcke besitzt.
Russland

Dem braucht Gott die Augen nicht zuzutun, wenn er ihn strafen will.

Dem braucht man das Zungenband nicht zu lösen.
nl] Men behoeft hem van den tongriem niet te snijden.

Dem brennt die Höll' aus dem Kopf.
info] Bei Rothaarigen

Dem brennt kein Feuer mehr auf der Pfeife.

Dem Bruder, der es aufrichtig meint, helfe der Bruder, wo immer er kann.
Ecbasis captivi in belehrender Gestalt (Fuchs)

Dem Buckligen geht das Kamel vor dem Elefanten.
Russland

Dem Büffel ist es gleich, ob er auf dem Kopf der Mücke steht oder ob die Mücke auf seinem Kopf sitzt - nur der Mücke nicht.

Dem Büffel, der in den Brunnen gefallen ist, nützt eine Bambusleiter nichts.

Dem Bûr es et van 'ner kürrten Priäke un 'ner langen Metwuorst.
Iserlohn

Dem Buren ist es genug, wan er van Buren Ehre geniesst.

Dem Burschen, der tanzt und springt und ein Lied anstimmt, dem schenkt die Welt ihre Aufmerksamkeit.
Bhojpur, Nepal

Dem Cäsar die Krone anbieten.
info] Etwas scheinbar freiwillig tun, was der Betreffende sonst erzwingen würde. Aus Rom 1870: 'Allen Anzeigen nach wird dem Cäsar die Krone angeboten werden, der Erzbischof Dr. Manning wird die Überzeugung aussprechen, dass des Papsts Wort Gottes Wort sei, was dasselbe ist, das eben der Papst haben will - die Unfehlbarkeit.'

Dem Cicero eine Ohrfeige geben.
info] Verstöße gegen die lateinische Sprache machen

Dem Dampfhammer ist es eben so leicht, eine Nuss zu knacken, wie einen Eisenblock zusammenzuschmettern.
z] Es soll eine Tugend des Dampfhammers sein, dass es ihm ebenso leicht ist, eine Nuss zu knacken, als einen Eisenblock zusammenzuschmettern, aber diese Tugend würde zu wesentlichem Fehler werden, wenn die Maschine die Laune hätte, Nüsse zu knacken, während sie Eisen schmieden soll. Kölnische Zeitung, 1870

Dem Dankbaren mehr als er fordert, denn wer gibt, verkauft, wenn es nicht ein Undankbarer nimmt.

Dem Dankbaren mehr, als er erbittet.
es] Al agradecido, más de lo pedido.

Dem darf ma a mit a Scheibtruchen über d' Noas'n foahrn, so versteht a no net woas ma will.
Niederösterreich

Dem darf man die Zügel nicht zu lang lassen.

Dem darf man die Zunge nicht lösen.
fr] Cet homme n'a pas le filet.
fr] Cette femme a langue bien pendue.

Dem das Erbe ist, der soll den Deich deichen.
[RSpW]
info] Die Pflicht zu deichen liegt dem Besitzer des Grundstücks ob
mhd] Den dat erne waer solde den dieck dyken.

Dem das glück gegen ist, bricht wohl ein Bein auff gleicher Erd.

Dem das Glücke pfeiffet, der tantzet wohl.

Dem David passt Goliath's Harnisch nicht.

Dem der dir gibt z'viel gute wort, glaub nicht allzeit an jedem ort.
la] Non bene creduntur, nimium quae blanda loquuntur.

Dem der Hagen, dem ist auch der Graben.

Dem der Hagen, dem ist auch der Graben.
info] Unter Hagen ist hier der Zaun gemeint, mit dem jemand seinen Garten umgeben hat. Es ist nun sehr häufig der Fall, dass der Zaun, um ihn sowol vor den Beschädigungen des Viehes als gegen die Gewalt des Wassers zu schützen, mit einem Graben umgeben ist, der nach dem Sprichwort mit allen Vorteilen und Lasten dem zugehört, der den Zaun besitzt.

Dem der Pfennig gebeut, der ist arm zu jeder Zeit.
z] Der wird reych in meynem mut vber den der pfennig nicht herrschen tut; aber der muss ermer werden, dem der pfennig gebewt als eyn herre.

Dem Deutschen fehlt, woran seine Lage Ursache sein mag, durchaus der Trieb, die Lust, das Bedürfnis, sich im geselligen Leben zu bilden, wogegen der Franzose ganz allein von und für die Gesellschaft existiert, daher denn auch, was er schriftlich äußert, gewiss immer von dem größten Einfluss gekrönt wird.
Goethe (1749-1832), An Varnhagen v. Ense, November 1827 (Entwurf) Weitz

Dem Deutschen ist die philosophische Spekulation hinderlich, die in ihrem Stil oft ein unsinnliches, breites und aufdröselndes Wesen hineinbringt. Diejenigen Deutschen, die als Geschäfts- und Lebemenschen bloß aufs Praktische gehen, schreiben am besten.
Goethe (1749-1832)

Dem deutschen Künstler, so wie überhaupt jedem neuen und nordischen, ist es schwer, ja beinahe unmöglich, von dem Formlosen zur Gestalt überzugehen und, wenn er auch bis dahin durchgedrungen wäre, sich dabei zu erhalten.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Kunst - Propyläen, Einleitung

Dem Deutschen wachsen die Sprichwörter im Herzen.

Dem Dichter ist das Weib die beste Richterin,
Besonders wenn sie selbst ist keine Dichterin.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Dem Dichter muss, wenn er sich auch stille verhält, das Chorizontenwesen [Kritisch-trennende] immer unangenehm und störend bleiben.
Goethe (1749-1832), An Riemer 28.10.1821

Dem die Erde gehört, der ist der Nächste zum Kauf.
[RSpW]
info] Zur Lehre vom Näherrecht. Nach dem Sprichwort hatte der Eigentümer von Grund und Boden, worauf ein ihm nicht gehöriges Gebäude errichtet war, ein Vorrecht in der Erwerbung vor allen anderen Käufern

Dem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern (o. beim Schwanz).
sd] Han mäste til rumpan som koon äger.

Dem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern.

Dem die Kuh ist, der nimmt sie beim Schwanz.

Dem die Nachbarn übel geraten sind, der muss sich selbst loben.

Dem Dieb bleiben die Finger.
Estland

Dem Dieb brennt der Hut auf dem Kopf.

Dem Dieb gefällt kein Baum, an dem er hängen soll.

Dem Dieb hüft der Teufel jeden Tag, aber eines Tages wird Gott dem Wächter helfen.
Jamaika

Dem Dieb teilt man den Galgen zu.

Dem Dieb wird harte Strafe (zuteil).
Estland

Dem Diebe brennt die Mütze auf dem Kopf.

Dem Diebe den Geldbeutel aufzuheben geben.

Dem Diebe gilt's für keine Ehre hoch gehängt zu werden.

Dem Diebe ist selbst das Schilfrohr verhasst.
info] Mit einer Schilfrohrfeder kann sein Urteil geschrieben werden

Dem Diebe knurrt der Leib.
Surinam
info] Sein Gewissen schlägt ihn, er verrät sich selbst

Dem Diebe läutet man nicht.
info] Der Dieb war so verachtet bei unsern Vorfahren, dass sogar die Armensünderglocke, welche die Leute auf die Vollstreckung des Todesurteils aufmerksam macht, bei der Hinrichtung eines Diebes nicht geläutet wurde
z] Ein Dieb wäre, demselben lutt men niet.

Dem Diebe passen alle Straßen.

Dem Diebe teilt man den Galgen zu.
z] Die regelmäßige Strafe des einigermaßen erheblichen oder durch persönliche oder örtliche Eigenschaften gefährlichen Diebstahls war der Galgen.
mhd] Dem dyebe theilt man den galgen.

Dem Diebe und dem Mächtigen ist jeder etwas schuldig.

Dem Diebe will kein Baum gefallen, daran er hänge,

Dem Diebe will kein Baum gefallen, daran er hänge.

Dem diebischen Vater ein verschwenderischer Sohn.
fr] À père pilleur fils gaspilleur.

Dem Diener vnehr widerfehrt, so er dem dient, ders nicht ist wehrt.

Dem Dilettanten ist die Nähe des Künstlers unerlässlich, denn er sieht in diesem das Kompliment seines eigenen Daseins, die Wünsche des Liebhabers erfüllen sich im Artisten.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit IV,20

Dem ding ein farb anstreichen.

Dem ding ist leicht zu helffen, ehe ein blinde Katz siehet.

Dem Dinge freien Lauf lassen.

Dem Doktor und dem Advokaten muss man nichts verschweigen.
nl] Men moet nooit iets verzwegen laten aan dokters en aan advokaten.

Dem Domme (Dummen) helpt de lewe Gott.

Dem Domme helpt de lewe Gott.

Dem dorf me ken weche Eier schelen.
Bedburg
info] Er bedarf strenger Behandlung

Dem Dorf wird Schad' und Schande sein, setzt man den Stier als Schulzen ein.

Dem Drachen die Zähne ausbrechen wollen.

Dem Dreisten und dem Schalk gib gleiches Stück.

Dem Drescher gehört ein Flegel in die Hand.

Dem du zu trinken gibst, der ist es, der Gift in deinen Krug speit.

Dem Dummen etwas klar machen ist schwieriger, als ein Kamel über den Graben springen zu lassen.
tü] Cahile söz anlatmak deveye hendek atlatmaktan zordur.

Dem Dummen hilft der liebe Gott.
info] Ironisch, wenn jemand trotz seines Ungeschicks zurechtkommt
ndt] Dem Domme helpt de lewe Gott.

Dem Dummen ist süß der Schlaf, dem Klugen teuer die Arbeit.
Estland

Dem dummen Mann wachsen gute Kartoffeln.
Estland

Dem Dummen muss man Platz machen.
Estland

Dem dummen Schriftsteller ein dummer Bewunderer.
fr] A sot auteur sot admirateur.

Dem Dummen wachsen nie so viele Federn auf den Rücken, dass (er) fliegen kann.
Estland

Dem Dummkopf steht das blinde Glück gern Pate.

Dem dümmsten Bauern wachsen die größten Kartoffeln.
en] The biggest fools have the best luck.
fr] La fortune rit aux fous.
it] La fortuna aiuta i matti ed i fanciulli. - Ai peggiori porci vanno le migliori pere.
la] Tradere turpi fasces populus gaudet.
sp] La fortuna ayuda á los audaces.

Dem Düngerwagen müssen alle Wagen weichen.
[RSpW]
info] Zum Beweise, in welchem Ansehen der Mist gestanden. Mit alleiniger Ausnahme der königlichen Gefährte musste jeder andere Wagen dem Düngerwagen ausweichen.

Dem Düngewagen soll gleich der Pflug nachjagen.

Dem durchlöcherten Kleide wird wenig Glauben geschenkt.
Italien

Dem Durstigen ist hart, wer nie gedürstet hat.

Dem Durstigen kommt es, als solchem, auf die Schale nicht an, sondern auf die Früchte, die man ihm darin bringt.
Heinrich von Kleist, Brief eines Dichters an einen anderen

Dem Durstigen schmeckt auch (das) Seewasser.
Russland

Dem Durstigen schmeckt der Brunnen wie Most.
ndt] Dem durst schmeckt der brunn wie most.

Dem echt Religiösen ist nichts Sünde.
Novalis, Fragmente

Dem echten Dichter ist die Kenntnis der Welt angeboren, und er bedarf zu ihrer Darstellung keineswegs vieler Erfahrung und einer großen Empirie.
Eckermann, Gespräche mit Goethe, 26.2.1824

Dem Edelmann das Schwert, dem Bauer der Herd.
nl] Een edelman wast voor den krijg op, als een os voor de bijl.

Dem edeln Pferde, das du reiten willst, musst du seine Gedanken ablernen, du musst nichts Unkluges, nicht unklug von ihm verlangen.
Goethe (1749-1832), Egmont, IV, Die Eulenburg, Palast (Alba)

Dem edleren Gemüte
Verarmt die Gabe mit des Gebers Güte.
Shakespeare (1564-1616), Hamlet, III, 1 (Ophelia)

Dem Eegensinn (Eigensinn) mut man keen Upwater geven.
Holstein
info] Keinen Beistand, keine Unterstützung geben. Von einem Fahrzeuge hergenommen, dem so viel Wasser zufliesst, dass es flott wird. So soll der Eigensinn nicht befördert werden

Dem eenen givt Gott Botter, dem anderen Schiet.
Holstein

Dem Egoismus muss der Egoismus an anderen am scheußlichsten vorkommen, denn an jedem findet der Egoistische etwas, was ihm dienen könnte, und was jener festhält.
Friedrich Hebbel, Tagebücher

Dem ehrlichen Schuldner tun die Pfänder nicht weh.
es] Al buen pagador no le duelen las prendas.

Dem eigenen Kinde bäckt die Mutter die süßen Wecken, dem Stiefkinde, wenn's hoch kommt, die salzigen Brezeln.
Russland

Dem Eigensinn wird Ungemach,
Das er sich selber schafft, der beste Lehrer.
Shakespeare (1564-1616), King Lear (Reagan)

Dem eignet das Haus, dem die Erde eignet.
[RSpW]
info] Wer den Acker zu eigen hat, dem gehört in der Regel, was daraufsteht, Pflanzen wie Gebäude. Wer auf fremdem Grund und Boden baut, macht den Grundeigentümer auch zum Eigentümer des Hauses.
fr] Le pied saisit le chef.

Dem Eiligen des Eiligen Sachen, dem Fleißigen des Fleißigen Taten.
Estland

Dem ein ding laid ist, der gedenkt dess, dem ein ding gefelt, der vergisst es.
la] Cui dolet nemini, cui placet obliviscitur.

Dem ein Ding leid ist, der gedenkt es; dem ein Ding gefällt, der vergisst es.

Dem ein gut Weib beschert, wo der im Land sich kehrt und fährt, der muss sein ein selig Mann, der sich mit ehren rühmen kan.

Dem Einäugigen wächst das Auge nicht, auch wenn er zum Zaren wird.
Russland

Dem einem nimmt er's, dem andern gibt er's.

Dem einen (ist es) eng, zweien passend, dreien sehr geräumig. Estland

Dem einen behaget die Stille, dem anderen, der viel ruft.
ndt] Dem einen behaget de stille, dem anderen de völe röpt.
la] Petrus amat tacites, Jacobus multa loquentem.

Dem einen das Fleisch, dem andern die Knochen.

Dem einen eng, dem anderen passend.
Estland

Dem einen fällt de Leiwde upn Bueterweck, dem annern upn Kaudreck.
Büren

Dem einen fehlt das Wasser zum Trinken, dem andern die Brücke zum Übergehen.
Tataren
fr] Il n'a pas homme qui n'a somme.
it] A ciascheduno pesa il suo fardello.
pl] Każdy ma swego mola, co go gryzie.
sd] Ingen lefver utan möda.
un] Van kinekkinek mit vállalni.

Dem einen fehlt die Brille, dem anderen (gar) das Auge.

Dem einen Gefahr (od. Krankheit), dem anderen Arznei.
Estland

Dem einen gefällt der Pastor, dem andern die Pastorin.

Dem einen gefällt der Priester, dem anderen die Frau des Priesters.
Spanien

Dem einen gefällt die Mutter, dem anderen die Tochter.
info] Die Geschmäcker sind verschieden

Dem einen gehen die Augen auss im Schlaff, dem anderen mit Schmerz und Wehtagen.

Dem einen gehn die Haare aus, dem anderen die Gedanken.

Dem einen gehn die Haare aus, dem andern die Gedanken.

Dem einen gibt er die Gans, dem anderen das Ei (o. den Pfau).

Dem einen gibt Gott Verstand, dem anderen Tand.
en] God send you more wit, and me more money.

Dem einen gilt das Bier nicht ohne die Hefe, dem anderen nicht ohne den Schaum.
Lettland

Dem einen glückt, was Hunderten missglückt.

Dem einen glückt's im Lande, dem andern am Strande.

Dem einen Gott gut Wetter geit, den anderen er durch Pfützen geleit.
z] Denn keiner ist glücklich, an den Gott nicht denkt, sei es in Liebe, sei es in Zorn, nur an ihn denkt. Ludwig Börne, Briefe aus Paris

Dem einen Hund ist's leid, wenn der andere in die Küche geit.

Dem einen Hund ist's leid, wenn der and're in die Küche geht.

Dem einen ist das Glück die Mutter, dem anderen die Stiefmutter.
en] Fortune to one is mother, to another is stepmother.

Dem einen ist es eng, zweien passend, dreien sehr geräumig.
Estland

Dem einen ist Moskau eine Mutter, dem andern eine Stiefmutter.

Dem einen ist's 'ne schwere Last, dem andern bloß ein Spiel zur Rast.
Wendische Lausitz

Dem einen ist's zum Weinen, dem andern zum Zähneknirschen.
bm] Jednĕm do zubení, druhým do slzení.

Dem einen kalbt der Ochse, dem anderen will die Kuh nicht kalben.
ndt] Dem eine kalv der Ochs, dem andern weld de Koh nit kalven. Köln
ndt] Eim kalbet ein Ochs, da eim andern ein Kuh nit kalbt.

Dem einen Kind gibt man das Brot, dem andern entzieht man's.

Dem einen kommt's in Strömen, dem andern will's nicht tropfen.
pl] Jednemu się samo leje, a drugiemu kapać niechce.

Dem einen lieb, dem andern leid, so war es oft zu aller Zeit.

Dem einen nützt ein gefundener Pfennig oft mehr als einem andern ein Taler.

Dem einen reicht's Gott zum Fenster hinein, dem anderen kostet's beide Bein.

Dem einen scheint die Sonne auch zur Nachtzeit in sein Haus, den anderen lacht selbst der Mond noch aus.
Ukraine

Dem einen scheint die Sonne, dem andern will nicht einmal der Mond scheinen.
bm] Jednomu slunce svítí, a druhému ani mĕsíc nezaseří.

Dem einen schmieden die Engel sein Schicksal mit silbernen Hämmerchen, dem anderen schmieden es die höllischen Teufel mit Beilrücken.
Russland

Dem einen singen sie und der andere muss es sich anhören.

Dem einen steht die Zunge, dem anderen sind die Zähne zu Gebote.

Dem einen tödlich, dem andern läßlich.

Dem einen tötlich, dem andern lässlich.

Dem einen wässert's Maul, dem andern weinelt's.

Dem einen zustimmen, dem anderen entgegenkommen, dem dritten ausweichen, ist der Weg zum Frieden.
bm] Jedno minouti, druhé svinouti, k tretimu pomlčeticesta ku pokoji.

Dem Einzelnen bleibe die Freiheit, sich mit dem zu beschäftigen, was ihn anzieht, was ihm Freude macht, was ihm nützlich deucht, aber das eigentliche Studium der Menschheit ist der Mensch.
Goethe (1749-1832), Wahlverwandtschaften II,7

Dem eiss einer nacht vertrauen.
fr] Le fier sur la glace d'une nuyet.
la] Unius fidere noctis glaciei.

Dem enen biädler (Bettler) es et let, dat de annere vör der düören stet.
Iserlohn
la] Figulus figulo invidet, lignonus lignario.
la] Figulus figulo invidet, faber fabro.
la] Figulus figulum odit.

Dem ênen givt Gott Botter, dem annern Schit.
Holstein

Dem Erben ist alles zu fertig.
Goethe (1749-1832), Wanderjahre, Einzelschemata, 1. Bd, XXVII

Dem Erfahrenen glaub!
la] Experto crede Ruperto.

Dem ergibt die Kunst sich willig, der sich völlig ihr ergibt,
Der die Freiheit heißer, als er Not und Hunger fürchtet, liebt.
Platen, Die verhängnisvolle Gabel

Dem Erkennen und der Einsicht sei als Hauptsatz vorausgesetzt:
Halte für erlaubt, was, wenn es dir geschieht, dich nicht verletzt.
Saadi, Kitab Sahibijeh

Dem Erleger eines Bären soll das Bett, dem Erleger eines Elchs der Sarg bereitstehen.

Dem ermüdeten Mann ist Wein ja kräftige Stärkung.
Homer, Ilias, VI, 261

Dem Eroberer sind die Menschen Schachfiguren und eine verwüstete Provinz ein Kohlenmeiler. Mit wenigen Ausnahmen sind die großen Helden die großen Schandflecken des Menschengeschlechts.
Johann Gottfried Seume, Apokryphen

Dem Ersten gebührt der Ruhm, wenn auch die Nachfolger es besser gemacht haben.
Arabien

Dem ersten Kind werden die Windeln gebügelt, dem zweiten gerieben, dem dritten geklopft, dem vierten einfach umgewickelt.

Dem ersten Wunsche genügt ein Kamel, dem zweiten nicht die Kamelherde.
info] Wunsch ist in der alten Sprache der Inbegriff von Heil und Seligkeit, die Erfüllung aller Gaben.

Dem Ertrinkenden gießt man auch noch Wasser in den Mund.

Dem ertrinkenden Hund bietet jeder Wasser an.
England

Dem Ertrunkenen ist's gleich, ob im Fluss oder im Teich.

Dem Erzähler ein Kotstückchen, dem Zuhörer drei, dem hinter der Wand Stehenden hundert, dem Feuerhüter tausend.

Dem es allezeit zu früh dünkt, der kommt gewiss zu spät.

Dem es angehet, der maße sich solches an.
info] Wer sich getroffen fühlt, der nehme sich bei der Nase

Dem es de Plock angeschlagen.
Bedburg

Dem es et Ei nen et Ness gelet wurden.
Bedburg

Dem es 'n Brell (Brille) op et Nas gesetzt wurden.
Bedburg

Dem es wohl ergeht, der hat manchen Freund.

Dem es wohl ergeht, der hat viele Freunde.

Dem es wohlgehet, der hat viel freunde.
z] Wem's wohlgeht, dem ist jeder hold, er schwimmt in Freundschaft wie in Gold; geht's aber schief, so kehrt im Nu, ihm jedermann den Rücken zu.
mhd] Dem it wohl geit, de heft vele vrunde.
la] Dum garae nummique fluunt, quis cassus amico.
mhd] Als it den luden wail geit so sint in ir vrunt gereit, ind als in misvallen is, so inhaint sy kane eynen gewis.
mhd] Deme it wohl geit, heft vele vrunt, to deme sprikt men: 'wes lange gesunt', men deme it misgeit, wo vele der is, wein ich vrunde heft he dat is wis.
mhd] Mannic man viel friunde hât, die wît sîn dinc iht ebene gât.
ho] Diet wael gaet, heeft menighen vrient.
la] Cui bene succedit, huic multus amicus obedit.
la] Cui bene succedit, is amicos saepe videbit.
la] Felicium multi cognati.
la] Tempore felici multi numerantur amici.

Dem Esel Beiner geben.

Dem Esel ein harpff (Laute) geben.
nl] Men geeft den ezel de harp.

Dem Esel ein pfeiffen geben.

Dem Esel eine Löwenhaut umtun.

Dem Esel eine seidene Schabracke umhängen.

Dem Esel erscheint der Esel, dem Schwein das Schwein schön.
info] Der Geschmack ist verschieden
la] Asinus asino et sus sui pulcher.

Dem Esel gefällt des Kuckucks Gesang besser als der Nachtigall.

Dem Esel gefällt sein Rüelen wohl.

Dem Esel gehört Haferstroh, dem Pferde der Hafer.

Dem Esel gehört sein Futter, Geissel und last.

Dem Esel griechisch lehren.
info] Von vergeblicher Arbeit
fr] Autant vaudrait se battre la tête contre un mur.

Dem Esel Haferstroh, dem Pferd den Hafer.

Dem Esel ist der Sattel keine Last.

Dem Esel muss man keine Feigen vorsetzen.

Dem Esel nützt goldener Hafer nichts.

Dem Esel predigen ist vergeben Arbeit.

Dem Esel schreibt man die Weisheit auf den Rücken.

Dem Esel singen.
z] Vnnutz ding thun.

Dem Esel träumt von Disteln, wenn man ihn auch mit Hafer füttert.
nl] Geef een' ezel haver, hij loopt tot de distels.

Dem Esel träumt von Disteln.

Dem Esel, der das Korn zur Mühle trägt, wird die Spreu.

Dem Esel, der 's Korn zur Mühle trägt, wird die Spreu.

Dem Esel, der's Korn zur Mühle trägt, wird die Spreu

Dem ess Dreck onge der Lehm gemangt worde.
Bedburg

Dem ess e Loch durch de Nas gebôt wurden.
Bedburg
info] Die Sache hat für ihn einen unangenehmen Ausgang genommen. Um Überlistung, Übervorteilung, Hintergehung u.s.w. auszudrücken, noch folgende: Dä ess ens räet en der Dreck gerippe wurde. Dä ess üvver der Löffel balbêt wurde. Dä äss ens räet öm et Liet gefôt wueden. Dä ess geschnigge wueden ohne Mätz. Dä ess geschniggen un heel. Dä ess en Ei en et Nese gelât wueden. Hä let em Dreck. Dä ess ens räet an de Liemroth kumme. Dem ess 'ne Strech durch de Rechnung gemacht wueden. Dä hät den Papst drüvver kriegen. Dat ess im 'ne Schlag en de Bocks. Hä hät de Ferke geschoren un dä (ein anderer) de Schafe. Dem esse Lus an der Pelz gesatz wuede. Dä hät dem e Brünkchen on gestrichen. Bedburg

Dem Essen kann man sich ja nicht widersetzen.
Estland

Dem Esser legt man nach vorn, dem Wegtragenden nach hinten.
Estland

Dem Esser unterlaufen viele Fehler, dem Arbeitenden nicht.
Estland

Dem Evangelium glauben, löset von Sünden.
Martin Luther, Tischreden

Dem Ewigen, der durch das einzige Wort: 'Werde'! Himmel und Erde erschaffen hat, ist nichts unmöglich.
Herder, Palmblätter

Dem Falken gehört die Welt.

dem fällt der Deckel auf den Schnabel.

Dem fällt es aus dem Arsch ins Maul.

Dem fällt kein Gröschel aus der Tasche, und wenn man ihn auf den Kopf stellte.

Dem fällt keine Krone vom Kopfe.
nl] De kroon is ons van het hoofd gevallen.

Dem fällt sein trocken Brot in einen Honigtopf.
info] Er hat Glück

Dem fällt's Geld aus der Tasch'.
Prag

Dem Fass der Danaiden gleicht des Undankbaren Herz.
Wieviel man Gutes in ihn gießt: er bleibt doch immer leer.
Lucian, Schriften

Dem Fasse gar den Boden einstoßen.
info] Vollends verderben, was man nicht mehr ausbessern zu können glaubt.

Dem Fasse ist der Boden ausgegangen.

Dem faulen Arbeiter fressen die Ratten den Samen.

Dem Faulen drehen sich die Zeiger stets zu langsam.

Dem Faulen fällt das Faule zu.

Dem Faulen gefällt kein Block, den er kloben (zerschneiden) soll.

Dem Faulen gefällt kein Block, den er kloben soll.

Dem Faulen gefelt kein Block, den er kloben (zerschneiden) soll.
fr] Le paresseux voudrait bien manger les amandes, mais il craint jusqu'à la peine de casser les noyaux.

Dem Faulen geht die Arbeit von der Hand, als wie das Pech von der Wand.

Dem Faulen geht's am wohlsten, wenn er schläft.

Dem Faulen ist alle Arbeit schwer.
Estland

Dem Faulen ist am wohlsten, wenn er schläft.

Dem Faulen ist der Sommer immer heiß und der Winter kalt, die Pfote grindig und die Erde gefroren.
Estland

Dem Faulen ist der Tag immer lang, der Kopf schmerzt.
Estland

Dem Faulen ist der Weg voll Dornen.
la] Difficultatis patrocinia praeteximus segnitiae. Quintilianus

Dem Faulen ist jeder Tag ein Festtag.

Dem Faulen ist nichts so labend, als wenn die Glocke schlägt zum Feierabend.

Dem Faulen ist niemals wohler, als wenn er lehnt.

Dem faulen Kerl wird die Zeit lang.
mhd] Dem loien Kêrle wert de tyt lank.
la] Ite dies tarde! queritur male segnis et excors.

Dem Faulen kommt das Wasser in den Ofen.
Estland

Dem faulen Menschen ist die Zeit billig, nicht teuer.
Estland

Dem faulen Schwein ist die Erde immer gefroren.
dk] Jorden er altid froßen for utrevne sviin.

Dem Faulen steht immer ein Löwe quer über dem Weg.
Estland

Dem Faulen tut der Rücken nicht weh.

Dem faulen wächst das sein Under der stauden.
info] Im Gehölz, wo kein Ackerfeld ist, vielleicht ist damit auch auf die Schößlinge der Haselstauden angespielt.
pl] Raczemu guz na brzuchu rosnie, a leniwemu na grzbiecie.

Dem Faulen wächst das Seine unter der Stauden.

Dem Faulenzer wird beim Essen warm, doch bei der Arbeit kalt.
China

Dem Faulert (o. Faulpelz) geht die Arbeit von der Hand, wie Pech von der Wand.

Dem Faulert geht d' Arbeit von der Hand, wie's Pech von der Wand.

Dem Faulpelz geht die Arbeit von der Hand wie das Pech von der Wand.

Dem Faulpelz geht die Arbeit von der Hand
Wie das Pech von der Wand.

Dem Faun, wenn er die Patsche reicht,
Versagt die Schönste den Tanz nicht leicht.
Goethe (1749-1832), Faust II A I, Weitläufiger Saal (Faunen) Vs 5827

Dem fehlt der Adel, der nichts kennt, als Tadel.

Dem fehlt 's Hirn.
Nürtingen

Dem fehlt zum Unteroffizier nichts als die Tressen.

Dem fehlt's im obern Stock.

Dem fehlt's unter der Erchsen (Achsel).
Rott-Tal
info] Er ist nicht rührig, arbeitet nicht gern

Dem Feigen ist ein Hindernis willkommen.

Dem Feigen kehrt (o. weist) das Glück den Rücken.

Dem Feigen kehrt das Glück den Rücken.

Dem Feigen weist das Glück den Rücken.

Dem Feigen zeigt das Glück den Rücken.

Dem fein Gekleideten ist der Arsch immer nackt, das Gewebe hält sich nicht auf dem Webstuhl fest und der Einschuss hält nicht vor.
Estland

Dem Feind jagt man nach, wo man ihn findet.

Dem Feind jagt man nach, wo man ihn sieht.

Dem Feind mit Gift nachstellen ist auch unehrlich.

Dem Feind muss man auf die Frontier entgegen ziehen, sonst streift er durchs Land.

Dem Feind oder einem Stärkeren muss man sich beugen.
la] Contra hostem aut fortem oportet esse aut supplicem.

Dem Feind sei ein Feind, dem Friedlichen ein Friedlicher.

Dem feind zuruck weichen, heißt nicht fliehen.
info] Denn nur 'der Starke weicht Mutig zurück'

Dem Feind, der uns als Feind mit offenem Visier entgegentritt, bieten wir lächelnd die Stirn, setzen wir spielend den, Fuß auf den Nacken .. der Feind aber, der uns die Hand zum Wahlbündnis hinstreckt und sich als Freund und Bruder uns aufdrängt - ihn und ihn allein haben wir zu fürchten.
Wilhelm Liebknecht, Kein Kompromiss - kein Wahlbündnis

Dem Feinde das Gesicht weisen.
info] Die Spitze bieten.

Dem Feinde das Weiße im Auge sehen.

Dem Feinde mit Gift nachstellen ist auch unehrlich.

Dem Feinde mit Gift nachstellen ist unehrlich.

Dem Feinde muss auf jede Weise Abbruch geschehen.

Dem Feinde wünscht man alles Böse.
la] Si quid mali in Pyrrham.

Dem feindlichen Geschick zum Trutz
Mach auch dein Unglück dir zunutz.
Ramler, Das Reichsgericht der Tiere

Dem Fetten und dem Mageren scheint dieselbe Sonne, nur ihre Schatten sind verschieden.
Tamil, Indien

Dem Feuer Holz zulegen.
z] Burger, Hintersass und Bauer, gehorchet dem Concilio und leget dem Feuer kein Holz zu.

Dem Feuer ist es gleichgültig, wessen Mantel es anbrennt.
Dänemark

Dem feuer kann man fürkommen, aber nicht dem wasser.

Dem Feuer Öl angießen.

Dem Feuer und dem Wasser hat Gott den freien Willen gegeben.
Russland

Dem Fisch den Köder, der Maus den Speck.

Dem Fisch wird ein Köder, der Maus ein Specklein geschenkt.

Dem Fischer bleiben Kaulbarschgräten nie im Halse stecken.

Dem Fischer die Karpfen kennen lehren.

Dem Flachs geht's immer vbel, wenn er nicht gar geradbrecht wird.

Dem fleiß steht nicht vor.

Dem Fleiß und Schweiß wird Rüstigkeit (o. Süßigkeit) zu Preis.

Dem Fleiße würzt Gott die Speise.

Dem Fleißigen genügt es, wenn man die Rute hebt, der Faule spürt auch den Stock nicht.
Estland

Dem Fleißigen guckt der Hunger wohl zuweilen ins Fenster, aber ins Haus darf er nicht kommen.

Dem Fleißigen guckt der Hunger wohl zuweilen zum Fenster hinein, aber ins Haus darf er (ihm) nicht kommen.
nl] De honger kijkt bij den vlijtige wel eens de deur in, maar hij durft niet binnen komen.

Dem fleißigen Hamster schadet der Winter nicht.

Dem fleißigen Hamster schadet der Winter nichts.

Dem fleißigen Hamster schadet kein Winter (o. der Winter nicht)

Dem Fleißigen hilft Gott.

Dem fleißigen Manne guckt der Hunger wohl ins Fenster, aber ins Haus darf er nicht kommen.

Dem Fleißigen schadet der Winter nicht.
Sachsen

Dem Fleißigen schenkt Gott alles.

Dem fliegen die Vögel gebraten ins Maul.

Dem fliehenden Feinde baue goldene Brücken!
en] Build golden bridges for the flying foe.
en] For a flying enemy make a golden bridge.
fr] Un pont d'or à l'ennemi qui s'enfuit.
it] Al nemico che fugge ponti d'oro.
la] Fugientem hostem adiuva.
sp] Al enemigo que huye puente de plata.
sp] Al enemigo, si vuelva la espalda, la puente de plata.

Dem fliehenden Feinde baue goldne Brücken.

Dem fliehenden Feinde soll man goldene Brücken bauen.
en] Build golden bridges for the flying foe.
en] For a flying enemy make a golden bridge.
fr] Il faut faire un pont d'or à (son l')ennemi qui s'éloigne (o. fuit).
fr] Un pont d'or à l'ennemi qui s'enfuit.
it] A nemico che fugge ponti d'oro.
la] Fugientem hostem adiuva.
sp] Al enemigo que huye puente de plata.
sp] Al enemigo, si vuelva la espalda, la puente de plata.

Dem Flinken wächst der Knopf auf den Bauch, auf den Rücken aber dem faulen Gauch.

Dem Fluchenden hat er nicht mit Fluch geantwortet, hätte er zurückgeflucht, so hätte man ihm mit (weiteren) Flüchen geantwortet.
Sumerer
info] Man soll Flüche ignorieren

Dem Flüchtigen soll man (ver)folgen.
nl] Den vlienden sol man volghen.
la] Qui fugit hic vel ibi, solet hoste sequente fugari.

Dem Flüchtigen soll man folgen.

Dem fragenden Kind wird ja nicht gegeben.
Estland

Dem Fragenden schlägt man ja nicht auf den Mund, aber man schlägt auf des Nehmenden Hand.
Estland

Dem französischen Stolz kann man beikommen, weil er mit Eitelkeit verbrüdert ist, dem englischen Hochmut aber nicht, weil er, kaufmännisch, auf der Würde des Goldes ruht.
Goethe (1749-1832), An Knebel, 9.3.1814

Dem Frauenherz erscheint ein junger Bursche als Mann, sobald er von anderen Frauen geachtet und geliebt wird.
Sand, Die kleine Fadette

Dem Freigebigen bleiben (nur) die Finger in der Hand.

Dem Freigebigen bleiben die Perlen.

Dem freigebigen Geber wird selten danke gesagt.

Dem Fremden soll man die Ehre lassen.

Dem Freudigen erwächst Heiterkeit. Dem im Geist Heiteren kommt der Körper zur Ruhe. Der im Körper Ruhige fühlt Glückseligkeit. Dem Glückseligen ordnet sich das Denken.
Gautama Buddha, Dighaniküya

Dem Freund wie ein Freund
la] amicus amico

Dem Freunde ist eine Meile kein Umweg.

Dem Friedemacher gebührt der Lohn.

Dem frieden feind sein, als ein Landsknecht.

Dem Frieden Gottes, welcher euch hienieden
Mehr als Vernunft beseliget - wir lesens -
Vergleich ich wohl der Liebe heitern Frieden
In Gegenwart des allgeliebten Wesens,
Da ruht das Herz, und nichts vermag zu stören
Den tiefsten Sinn, den Sinn: ihr zu gehören.
Goethe (1749-1832), Trilogie der Leidenschaft

Dem Friedlichen gewährt man gern den Frieden.
Schiller, Wilhelm Tell (Tell)

Dem Frieren eines Mädchens und dem Hunger eines Hundes glaubt man nicht.
Estland

Dem frischen, jugendlichen Sinne ist der Zustand einer kleinen Stadt sehr gemäß.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit II,10

Dem frisst der Wolf weder Kuh noch Kalb.

Dem Fröhlichen ist jedes Unkraut eine Blume, dem Betrübten jede Blume ein Unkraut.
Finnland

Dem Frommen ist Gott, dem Bösen seine Armut Gesetz.

Dem Frommen legt man ein Kissen unter, dem Schalke zwei.

Dem Frosch brauchst du zum Quaken nicht vorzuspielen.
Russland

Dem Fuchs den Hühnerstall anvertrauen.
z] Zweihundert Füchse vereinigten sich, das Getreide der Philister zu verbrennen, aber nie vereinigten sich auch nur zwe ein Huhn zu bewachen. Cardinal Richelieu
dä] At betroe ræven hønsene, ulven faarene, bukken abild-haven at vogte.
ho] Men heeft den vos de hoenders te bewaren gegeven.

Dem Fuchs sind die Trauben zu sauer.
Äsop, Der Fuchs und die Trauben

Dem Fuchse die Gänse befehlen.
info] Andere Redensarten zur Charakterisierung, Veranschaulichung, Geiselung und Verspottung verkehrter Aufsicht, schlechter Hut, eigennütziger, gefährlicher Vormundschaft sind: Dem Wolf die Schafe befehlen. Der Katze Schmalz (Käse, Mäuse) zu hüten geben. Den Hund nach Bratwürsten schicken. Den Fuchs über Eier, den Habicht über Hühner setzen. Dem Hasen das Fähnlein anvertrauen. Den Bock zum Gärtner machen oder auf die Haferkiste setzen. Den Fledermäusen den Speck befehlen. Auch die Sprachen anderer Völker sind reich an Redensarten dieser Art. Die Czechen machen den Ziegenbock, die Polen den Widder, die Russen den Maulwurf zum Gärtner. Die Russen befehlen dem Wolf die Schafe, dem Iltis die Tauben, machen den Marder zum Vogt des Hühnerhofs, geben dem Specht die Käfer in Obhut, legen dem Wiesel Eier zum Brüten unter, überantworten die Erbsen den Tauben, binden den Bären ans Honigfass, setzen den Frosch über die Fliegen, vertrauen den Maikäfern die Birke an, schicken den Bären mit Honig zu Markte. Die Orientalen lassen den Tiger die Gazelle hüten, befehlen der Fischotter die Forellen und dem Krokodil die Fische, machen den Goldkäfer zum Hüter des Rosenhages, den Kranich zum Teichwärter, den Adler zum Aufseher über die Austernbank, den Elefanten zum Sultan der Reisfelder, den Feigenvogel zum Wächter des Pisangwaldes, sie vertrauen dem Schakal die Führung der Karavane an und geben den Mäusen die Katze zur Gespielin. Die Serben geben dem Wolf das Schaf zu hüten und machen den Dieb zum Schatzmeister. Die Franzosen schließen den Wolf in den Schafstall ein, die Neugriechen manchen ihn zum Schäfer und den Hund zum Kornraffer, die Lappen machen den Wolf zum Renthierhirten, die Dänen geben dem Fuchs die Gänse zu hüten, die Modenesen dem Hühnlein das Wiesel zum Gespielen, die Finnen befehlen der Robbe die Schnäpel (Art Fische), die Letten dem Reiher die Fische, die Lesiner lassen den Wolf das Ziegenböcklein weiden, die Bulgaren geben dem Storch den Froschteich in Verwahrung, die Italiener lassen den Lattich von den Gänsen hüten. Die Perser hängen die Trauben im Bärenhause auf und befehlen das Fleisch der Katze, die Samogitier verwahren die Knochen in der Hundshütte, die Tschuwaschen befehlen dem Feuer das Wachs, die Tscheremissen machen die Ausreisser zum Hüter der Kähne. Die Czechen binden den Hund an das Gekröse, vertrauen ihm den Speck und setzen die Katze zum Schmer. Die Letten geben der Nachtigall die Ameiseneier zu hüten.
dä] At betroe ulven faarene, bukken abild-haven (trægaarden), ræven hønsene at vogte.

Dem fügt's auch.
Bremen
info] Es gelingt ihm

Dem Fuhrmann scheint's wenig - dem Pferd ist's genug.
Russland

Dem Fûlen (Faulen) geföllt kein Holt, wat hei klein maken sall.
Mecklenburg

Dem Füllen ist der Schwanz zur Last.
Estland

Dem Furchtsamen rauschen alle Blätter.

Dem Furchtsamen rauschen alle Blätter.
fr] On fait toujours le loup plus gros qu'il n'est.
la] Jam fama nimium fecit.
la] Non semper homo talis est, qualis dicitur.

Dem Fürsten die Fürstin, dem Bauern die Marina, und jedem seine Katharina.

Dem Fürsten wird eine Stunde nach der anderen gestohlen, und dagegen ist er oft in der Not, uns ganze Tage zu rauben.
Goethe (1749-1832), An Charlotte v. Stein, 21.8.1779

Dem galoppierenden Pferde steht das Grab offen.
it] Cavallo corrente sepoltura aperta.

Dem Gambrinus dienen (o. opfern).
info] Ein Freund des Biergenusses sein. Woher der König Gambrinus stammt, der hier und da mit einem prächtigen Seidel im Bilde die Bierstuben ziert, hat man noch nicht herausgebracht. Man spricht mehr von ihm, als man von ihm weiß. Man hat versucht, ihn unter die großen Heiligen einzureihen. Da Gambrin am Niederrhein zu Hause gewesen sein soll, wo früher die Gambrivier und Sigambrer wohnten, in diesen beiden Namen 'Gambr' wie in Gambrin vorkomme, so liege vielleicht in jenem Namen das alte hamr oder gambr - unser Hammer, das nicht nur das Streitbeil, sondern auch den alten Heidengott mit dem Hammer bezeichnet, der im Christentum zum Teufel geworden ist. Da man an ihm festhielt, so machte man vielleicht nach der Annahme des Christentums den heiligen Martin daraus, denn mart heißt auch Hammer. Martin war aber nicht nur der Hauptheilige der Franken, sondern der Legende nach auch der Schutzpatron der Trinker, die ihn anriefen, um bei ihrem Werke gesegnet zu werden.

Dem Gast hält man die schmale Seite des Brotlaibes hin und sagt, wenn er ledig ist:
Schneid hintz rum,
Stoht der Schatz it um.

Dem Gaste, der den Wanst nur füllt und die Zähne spitzt, gebührt's, dass er unter Eseln sitzt.
Polen

Dem gauch die Eier ausbrüten.
z] Es ist ein Thier dragt vff ein schleyer, das brietet vss dem gouch sin eyer.

Dem Gauch die Schellen rühren.

Dem Gaule bricht der Gurt, wenn er im (seichten) Wasser schwimmen soll.
info] Auch wohl scherzhafte Aufforderung zum Trinken

Dem Gebete andere als natürliche Folgen beizulegen, ist töricht und bedarf keiner ausführlichen Widerlegung; man kann nur fragen: ist nicht das Gebet seiner natürlichen Folgen wegen beizubehalten? Zu diesen natürlichen Folgen zählt man, dass durchs Gebet die in der Seele vorhandenen dunkeln und verworrenen Vorstellungen deutlicher gemacht oder ihnen ein höherer Grad der Lebhaftigkeit erteilt werde, dass es den Beweggründen zur Tugend dadurch eine größere Wirksamkeit erteilt.
Kant, Acht kleinere Aufsätze, Vom Gebet

Dem Gecken hangen seine Strümpfe.
mhd] Dem gecken hangent syne kuse.
la] Cuique placet stulto sua vestis sordida quamvis.

Dem Gefallenen helft Gott.
Jüdisch-deutsch, Warschau

Dem gefällt der Rauch und dem der Braten.
Toskana

Dem Gefaüle nâ hiäd de Mann rächt, sach de Awekoate, as iäm bai en Goldstücke in de Hand stoppede.

Dem Gefaüle noa (Dem Gefühl nach) hiäd de Man rächt, sach de Awekoate, as iäm bai (jemand) en Goldstücke in de Hand stoppede.
Hemer in der Grafschaft Mark

Dem gegenwärtigen gebührt, was gegenwärtig, und dem nachkommenden, was hernach kommet.

Dem Gehirn der Frauen ist nicht viel zu trauen.
fr] Le cerveau de la femme est faict de cresme de singe et de fromage de renard.

Dem gehört das Morgen nicht,
Der nicht das Heute glücklich schon zurückgelegt.
Sophokles, Trachinierinnen, 929/30 (Deianeira)

Dem geht das Maul wie den Gänsen der Arsch.
info] Zur Bezeichnung eines geschwätzigen, plauderhaften Menschen.

Dem geht der Mund wie dem Bäcker (o. Seifensieder) der Arsch.
Ostpreußen

Dem geht die Katze mit dem Magen nicht laufen.
Bedburg

Dem geht es dreckig.

Dem geht es gut, der sagen kann, dass er seine Geliebte voller Sehnsuchtsschmerz zurückließ.
Reinmar der Alte, Lieder (Sô ez iener nâhet deme tage)

Dem geht keine Schmiele mehr in den Arsch.
Königsberg
info] Von einem sehr Fetten.

Dem geht wenig weg (ab), der wenig begehrt.

Dem Geist und dem Magen soll man nur Dinge zumuten, die sie verdauen können.
Winston Churchill (1871 - 1947)

Dem geit dat Mûl (Maul) as dem Teller de Narsch.
Danziger Nehrung

Dem Geitzigen ist nichts, der Natur wenig genug.

Dem Geitzigen reucht alles gelt wohl.

Dem Geiz fehlt nicht mehr als alles.
fr] L'avarice a toujours trop et jamais assez.
fr] L'avarice n'a point ce qu'elle a.
fr] L'avarice n'a rien, quand elle a tout.

Dem Geiz hilft kein Gut.

Dem Geiz ist nichts genug, der Natur wenig.

Dem Geiz ist nichts genug, der Natur wenig.
fr] Avarice passe nature.

Dem Geiz ist nichts zu viel.

Dem Geiz mangelt alles.

Dem Geize mangelt alles.
fr] L'avarice abonde de ce qu'il lui faut.

Dem Geizhals fließt nicht einmal Blut aus der Wunde.
Turkvölker

Dem Geizhals sind unter allen Pilzen die goldgelbsten die liebsten.

Dem Geizigen fehlt die Hand zum Geben.

Dem Geizigen ist alles für Geld feil, selbst seine Seele und sein Gott.

Dem Geizigen ist alles ums Geld feil, selbst seine Seele und sein Gott.

Dem Geizigen ist niemand freund.
dk] Gierrig mand var aldrig kier mand, gierrighed føder foragt.

Dem Geizigen ist seine Seele für einen Batzen feil.
info] Der Volkswitz ist reich an Bezeichnungen für einen Geizigen. Im Lesachtal hat man nach Lexer die Namen Filz, Kleibendrucker, Kleibenscheißter, Kreuzarklüebar (der die Kreuzer spaltet), Spanbrennar (der nur Späne brennt).

Dem Geizigen mangelt alles.

Dem Geizigen mangelt sowohl, was er hat, als was er nicht hat.

Dem Geizigen sind sechs Pfennige lieber als ein Sechser.
info] Er kann länger daran zählen

Dem geizigen Vater ein verschwenderisches Kind.
fr] À père avare, enfant prodigue.

Dem Geld darf man nicht nachlaufen - man muß ihm entgegengehen.
Henry Ford (1863 - 1947)

Dem Geld darf man nicht nachlaufen. Man muss ihm entgegengehen.
Aristoteles Onassis

Dem geld kein tugend weicht.

Dem Geld widerstehet, kein Feind in der Welt.

Dem Geld, dem Wein und den Frauen darf man nicht zu viel trauen.
nl] In geld, in vrouwen en in wijn is deugd en vreugd, maar ook venijn.

Dem Gelde gehorchet alle Welt.

Dem Gelde ist es gleich, wer es hat.
Schweiz

Dem Gelde muss man gebieten, nicht dienen.

Dem Gelde öffnet sich auch ein eisern Tor.
slow] Denar zelezne vrata prebije.

Dem gemeinen Mann will niemand gern zu Tanz pfeifen.

Dem gemeinen Wahn muss man seinen Willen lan.

Dem General von je gebührt, was mutig der Soldat vollführt.

Dem Genie ist es vergönnt, tausend Dinge nicht zu wissen, die jeder Schulknabe weiß; nicht der erworbene Vorrat seines Gedächtnisses, sondern das, was es aus sich selbst, aus seinem eigenen Gefühl, hervorzubringen vermag, macht seinen Reichtum aus..
Lessing, Hamburgische Dramaturgie

Dem Genie ist nichts vorzuschreiben, es läuft glücklich wie ein Nachtwandler über die scharfen Gipfelrücken weg, von denen die wache Mittelmäßigkeit beim ersten Versuche herunterplumpt.
Goethe (1749-1832), Rameaus Neffe, Anmerkungen - Palissot

Dem Genie traut man alles zu, da es doch nur ein Gewisses vermag.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit IV,17

Dem Genügsamen raucht sein Herd.
Fr. Hölderlin (1770-1843), Gedichte

Dem gepressten Herzen Luft machen.
info] Das beängstigende Übel wegschaffen oder es zu lindern suchen.

Dem Gerber stiehlt er 's Leder und macht den Armen Schuhe daraus.
la] Alium spoliat, ut alium ditet.

Dem Gerechten keine Gesetze und dem Weisen keine Ratschläge.
Graciáns Handorakel, Vorrede an den Leser (Schopenhauer)

Dem geringsten Knecht die geringste ehr.

Dem Gescheidten widerfährt keine kleine Torheit.

Dem Gescheiten widerfährt keine kleine Torheit.
fr] Il n'est si grande folie que de sage homme.

Dem Geschichtsschreiber ist nicht zu verargen, dass er sich nach Resultaten umsieht, aber darüber geht die einzelne Tat so wie der einzelne Mensch verloren.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit - Früheres Vorwort

Dem Geschick folgt Glück.

Dem geschickten Mann brennt's auch wohl von der Pfann'.
nl] Aan een' knap' man kan wel eens iets mislukken.

Dem geschicktesten Weber bricht zuweilen ein Faden.
la] Uni cujusque dedit vitium natura creato.

Dem geschiehet recht, der sich an Warnung nicht kehret.

Dem geschieht nicht unrecht, der etwas haben will.

Dem geschieht recht, der es also (o. nicht anders) haben will.
la] Non perit indigne, quem sua culpa necat.

Dem Geschlecht ist ja keine Schuld zu geben.
Estland

Dem geschorenen Lamm misst Gott den Wind.

Dem Geschwätz folgt das Fluchen.
Bantu

Dem Gesetz nach ein Bett, dem Stolz nach Stroh, der Natur nach eine Kinderwiege.
Estland

Dem Gesunden fehlt viel, dem Kranken nur eins (o. etwas) etwas.
dk] Dem friske fattes alle ting, den syge kun det eene.

Dem Gesunden fehlt viel, dem Kranken nur eins.

Dem Gesunden ist alles (Gesunde) gesund.
dk] For de sunde er alting sund.
ho] Den gezonde is alles gezond.
la] Sanis sunt omnia sana.

Dem Gesunden ist jeder Tag ein Fest.
Türkei

Dem Gesunden schmeckt (o. mundet) ein Apfel besser als dem Kranken eine Pfirsiche.

Dem Gesunden schmeckt ein Apfel besser als dem Kranken eine Orange (o. ein Pfirsich). Rußland

Dem Gesunden schmeckt Sumpfwasser so fein als dem Kranken der Wein.

Dem Getreuen steht die ganze Welt zu Gebote, dem Ungetreuen nicht ein Heller.

Dem Gevatter Branntwein sitzt der Elendsteufel im Nacken.

Dem Gewissen kann man keinen Affen drehen.

Dem Gewissen kann man keinen Affen drehen.
info] Es lässt sich nicht betrügen

Dem Gewissen kann man keinen Bart machen (o. keine Nase drehen).

Dem Gewissen kann niemand entfliehen.
la] Nocte dieque tuum gestas in pectore testem.
la] Post equitem sedet atra cura. Horaz
un] Mindenütt magával hordozza az ember a kisbírót.

Dem Gewissenhaften ist das Amt mehr Bürde als Würde.
Talmud (3. Jahrhundert)

Dem gibt das Herz keine Ruhe, der ein böses Herz hat.
Estland

dem gibt man die Kühe,

Dem gibt's Gott, er darf bloß das Maul aufhalten.
info] Wenn etwas ohne unsere Mühe glücklich von statten geht, gleichsam als ob es Gott selbst besorgte

Dem Gierigen ist lieb, wenn er Geld bekommt.
mhd] Dem gyrigen is leif als he geld kricht.
la] Praebet aquam ranis, nummos qui praestat avaro.

Dem glanz soll man nit trauen.

Dem glatten glück trau nicht zu viel.
la] Rebus tranquillis metuas adversa sub illis.

Dem glaub' ich nicht und wenn er Stein und Bein schwört.

Dem Glauben ist nichts unmöglich, und diese Allmacht des Glaubens verwirklicht nur das Wunder.
Ludwig Feuerbach, Das Wesen des Christentums

Dem Gläubigen wird der Schuldner an Hand und Halfter gegeben.

Dem Gläubiger ist der Schuldner immer willkommen, wenn er Geld bringt.

Dem Gläubiger wird der Schuldner an die Halfter gegeben.

Dem Glück bezahlt ich meine Schuld.
Schiller, Der Ring des Polykrates

Dem glück darff man nicht arbeiten, noch studieren.

Dem Glück gegenüber ist keiner stark genug.

Dem Glück gemäß lebt der Mann.
Estland

Dem glück hat man alles zu danken.

Dem Glück im Schoße sitzen.

Dem Glück ist gleich wie auch dem mon, verkert sich bald, jtz böss, jtz schon.
la] Vultus fortunae, uariatur imagine lunae: Crescit, decrescit, in eodem sistere nescit.

Dem Glück ist nicht zu trauen.

Dem glück ist niemand starck genueg.

Dem Glück ist niemand stark genug.

Dem glück und der zeit trau nit.

Dem Glücke am nächsten kommt im Laufe des Lebens der Mensch, der Freiheit, Gesundheit und ein friedfertiges Gemüt besitzt.
Hindi, Indien

Dem Glücke traue nicht und vor dem Unglücklichen verschliesse die Tür nicht.
Russland
it] La fortuna degl' huomini grandi e nel male, e nel ben està appesa ad un leggierissimo filo di paglia.
la] Maximae cuique fortunae minime credendum.

Dem Glücklichen fehlt's an Vettern nicht.

Dem Glücklichen ist alles möglich, er kann aus Pilzsamen Palmen ziehen.
Russland

Dem Glücklichen kann es an nichts gebrechen,
Der dies Geschenk mit stiller Seele nimmt,
Aus Morgenduft gewebt und Sonnenklarheit,
Der Dichtung Schleier aus der Hand der Wahrheit.
Goethe (1749-1832), Gedichte: Zueignung

Dem glücklichen Manne wird zuerst die Tochter geboren, weil sie später die kleinen Brüder mit erziehen helfen kann.
Portugal

Dem Glücklichen sagt man:
Bleibet lange gesund! er findet Freunde die Menge.
Aber wem es übel gerät, der mag sich gedulden!
Goethe (1749-1832), Reineke Fuchs 12. Gesang Vs 219

Dem Glücklichen scheint die Sonne auch des Nachts.

Dem Glücklichen schlägt keine Stunde.

Dem Glücklichen schlägt keine Stunde.
Schiller, Piccolomini

Dem Glücklichen schmeckt die Coloquinte süß. Dem Unglücklichen hat auch die Paradiesfeige einen herben Nachgeschmack.
Ägypten

Dem Glücklichen schnellen die Fische ins Netz.

Dem Glücklichen sterben die Frauen, dem Unglücklichen verenden die Stuten.
Serbien

Dem Glücklichen werden Dreimonatskinder.

Dem Goaren up de Kau löpt me faken (oft) tau.
hdt] Garten und Kuh bedürfen viel Pflege und Wartung.

Dem Gold ist jeder hold.
bm] K penezum celý svet tvárí obrácen.
kroat] Za penézi ves svét je obernjen.

Dem Gold ist kein Riegel zu stark.

Dem Gold ist Wehr und Waffen hold.

Dem gold stellet jedermann nach.
nl] Het goud, dat schoon in 't oog is, velt alles, zelfs wat hoog is.

Dem Golde gleich ist Märzenstaub, er bringt uns Kraut und Gras und Laub.

Dem Golde gleicht der Dichtkunst hohe Gabe,
Es findet nicht in Massen sich der Segen,
Nur eingesprengt, verstreut auf dunklen Wegen
Und ist oft eines Menschen beste Habe.
Ferdinand von Saar, Gedichte

Dem Golde nützt der Hammer, dem Menschen der Jammer.

Dem Goliath Davids Kinderschuhe anziehen wollen.
la] Pygmaeorum acrothynia colosso aptare.

Dem Gordian (10.5.), dem Gordian, man besser niemals trauen kann.

Dem Gott ehrliche Gaben gan, den ehret billig jederman.

Dem Gott feind, (der) ist der allerärmbste.

Dem göttlichen Geschick kann niemand entlaufen.

Dem Gottlosen die Hefen.

Dem Gottlosen die Neige.

Dem Gottsbegierigen wird dieser Punkt der Zeit
Viel länger als das Sein der ganzen Ewigkeit.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Dem Gras im Februar und im Festschmuck den Frauen ist wenig zu trauen.

Dem grauem tuch muss mann also tun, es kämen sonst die schaben drein.

Dem grauen Scheitel dünkt alles eitel.

Dem grauen Scheitel fällt das Lernen schwer.
Geibel, Sophonisbe

Dem Greifenden ist meist Fortuna hold.
Goethe (1749-1832), Faust, II, 2 (Greif)

Dem Greis geziemt es doppelt,
Mit süßem Tand zu spielen,
Je näher er dem Ende.
Anakreon, Der alternde Dichter

Dem Greise fehlt's nicht an Appetit, aber beißen kann er nicht.

Dem Greise tut ein Pelz nicht weh, der Saat kein dichter Schnee.
fr] Neige au bled est tel bénéfice, comme au vieillard la bonne pelice.

Dem Grobian nach der Brust schießen.
info] Ein Erzgrobian sein

Dem grobianus ist gut weissheit oder geschicklichkeit zu vertrawen, man suchts nicht bey jhme.

Dem großen Dichter muss man ein starkes Selbstgefühl zugute halten. Eine gewisse Gottähnlichkeit ist dem nicht abzusprechen, der aus seinem Geiste Menschen schafft.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Dem Großen ein Stück, dem Kleinen ein Stückchen.

Dem großen Glücke folgt die Krücke.

Dem großen Haufen zulaufen.

Dem großen Mann gibt Gutes tun mehr Genuss als Gutes empfangen: ein Glück seines Edelmuts.
Baltasar Gracián y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Dem großen Manne folgt als Schatten die Gemeinheit seiner kleinen Freunde.
O. v. Leixner

Dem großen Schiff ist große Fahrt bestimmt.

Dem Größern weich ich.
la] Cedo malori.
Aus Martial, De spectaculis

Dem Großherzog von Toscana mangelt nichts als Lucca und Sarzana, um zu seyn König von Toscana.
fr] Que s'il avoit Castre, Luque et Sarsane, il se feroit bien tost Roy de Toscane.

Dem größten Dieb gehört der dickste Strick.
la] Congruit ingenti crassissima chorda latroni.

Dem größten Teufel immer das größte Sumpfstück.

Dem guten fehlt die glatte zunge
glattzüngige sind nicht gut.
Laudse, Daudedsching

Dem Guten geht es überall gut.
pl] Dobremu wszedy dobrze.

Dem guten Hörer halbes Wort.
info] Dem aufmerksamen Zuhörer genügt eine kurze Erklärung
fr] À bon entendeur peu de paroles.
fr] À bon entendeur demi mort.

Dem guten Hörer Heil!
info] Derjenige, welcher einen guten Rat recht versteht, findet in der Befolgung desselben seinen Nutzen.
fr] À bon entendeur salut.

Dem guten Hunde ein guter Knochen.
fr] A bon chien bon os.

Dem Guten ist alles Glück gut.
fr] En bien servir convient eur avoir (En servant bien il est juste que le bonheur vous arrive).

Dem Guten ist sein Lohn bereitet.
Uhland, Graf Richard Ohnefurcht

Dem Guten kommt all Ding gut zu.

Dem guten kommt alles zu gut.

Dem guten Krieger eine gute Lanz', dem guten Saufbruder ein guter Panz.
fr] A bon gendarme bonne lance, à bon yvrogne bonne pance.

Dem guten Musiker genügt eine Saite.
Mexiko

Dem Guten nicht trauen, den Bösen fortjagen.
es] Del bueno no fiar y al malo echar.

Dem guten Soldaten gebührt eine gute Waffe.
fr] A bon gendarme bonne lance.

Dem guten soll man fort helffen.

Dem guten Spieler gelingt der Ball.
fr] Au bon joueur, la balle lui vent.
fr] La balle cherche le bon joueur.

Dem guten Spieler kommt der Ball von selbst.
fr] La balle va au joueur, aux bons joueurs cherche le joueur.

Dem guten Weibe schließ dich an, und auf die Schlechte lege das Kissen.
Spanien

Dem guten Willen fehlt die Fähigkeit nicht.
fr] A bonne volonté ne faut faculté.

Dem guten Willen mangelt Gelegenheit nicht.

Dem guten Zahler guter Kauf (o. wohlfeiler Preis).
fr] À bon payeur bon marché.

Dem guten Zahler ist leicht borgen.

Dem hab ich das Laufen gelernt, hat der Jäger gesagt, wie er den Hasen verfehlt hat.

Dem haben sie die Haare verschnitten.

Dem Habenichts kann auch der Teufel nichts stehlen.

Dem Habgierigen reicht der Magen nicht.

Dem Hahn ist nicht besser als auf seinem Miste.

Dem Hahn müss män a Schkrab anhängen.
Warschau
info] Schkrab = einen ausgetretenen Schuh
info] Um auszudrücken, dass man einen mutwilligen Menschen kirre macht, wie einen Hahn durch das Anhängen eines ausgetretenen Schuhes. Wird besonders auf junge Leute angewandt, die man durch frühes Verheiraten gesetzter und häuslicher machen will.

Dem Hahn muss man auch eine Krabbe (ein Gewicht) umhängen.
Jiddisch
info] Ein junger Mann muss durch Heirat gezähmt werden

Dem Hahn von echtem Kraut und Lot tut gleich ein rechter Anlauf not.
la] Gallus insilit.

Dem Hahn, der zu früh kräht, dreht man den Hals um.
tü] Vakitsiz öten horozun başı kesilir. .font>

Dem Hahn, der zur Unzeit ruft, schneidet man den Hals ab.

Dem Hahne, der zur Unzeit kräht (o. ruft), schneidet man den Hals ab.

Dem Hai die Zähne putzen.

Dem Hai ist nicht zu trauen, wenn er auch auf dem Rücken liegt.
nl] De haai gaat op den rug liggen, om zijn' roof te hoppen.

Dem Handwerker zahle nie voraus, gib nie dein Pferd auf Borg aus dem Haus und führ' kein Weib ohne Mitgift ins Haus.

Dem harten Gegner sei doppelt Gegner.

Dem harten Kopf nicht bald entfällt, was er mit vieler Müh' behält.
la] Firmiter obtusum tenet ingenium sibi fusum.

Dem harten muss bequemt sich Will und Grille.
So sind wir scheinfrei denn nach manchen Jahren
Nur enger dran, als wir am Anfang waren.
Goethe (1749-1832), Gott und Welt. Urworte. Orphisch. Nötigung

Dem Hasen das Fähnlein anvertrauen.
nl] Men beveelt den haas het vaandel.

Dem Hasen das Feld anbefehlen.
info] Sich an den Unrechten wenden

Dem Hasen gehört das Feldlin, der Sau aber nit Berlin.

Dem Hasen ist nicht wohler, als wo er geworfen ist.

Dem Hasen muss man nicht das Fähnlein anvertrauen.

Dem Hasen um das Fell schleichen.

Dem Hass entfloh ich, aber auch der Liebe.
Freiligrath, Der ausgewanderte Dichter

Dem Hasse ward das Schwert, der Liebe das Wort gegeben; wir dürfen reden, denn wir dürfen lieben. Und wenn das sanfte Wort der Liebe nicht bewegt, dann hilft das starke des Zorns.
Börne, Der Narr im Weißen Schwan

Dem hat d' Hos'n zittert.
Nämlich vor Angst.

Dem hat der Hund das Maß genommen.

Dem hat der Teufel auch ein Ei ins Haus gelegt.
info] Wenn z.B. ein uneheliches Kind einbeschert wird.

Dem hät et ongen den Hut gerähnt.
Bedburg
info] Er hat zu viel getrunken. Auch: Dä ess em Thron. Dä ess em Düssel. Hä ess knüll. Hä ess em Stivvel. Hä hät gätt vil Dursch. Dat ess en Spöltonn

Dem hat gewiss vom Racker geträumt.
info] Von jemandem, der Glück im Spiel hat.

Dem hat sich wieder ein Furz gesetzt.
Westfalen
info] Es ist ihm ein kleines Übel zugestoßen, o. er bildet sich wieder ein, krank zu sein

Dem Haufen soll man im vnrechten beginnen weichen, aber jhme sich nicht vergleichen.
dk] Viig den store hob.

Dem Haus, das Gott reich machen will, gibt er Töchter bevor er ihm Söhne gibt.

Dem Hause gibt der Nachbar seinen Wert.
bm] Nekupuj sobe domu, kup souseda; dum koupís, souseda neprodás.
fr] N'acheté pas la maison, mais achète le voisin.
pl] Niekup uj majetnosci, kupaj sasiada.

Dem Hause steht es übel an, wann Henne kräht und piepet der Hahn.
la] Cucurit gallus, gallina gracillat.

Dem heilen Verstande der Leute von Einsicht, gegen die der Rede Angesicht gerichtet ist, kann es nicht verborgen sein, dass die heilsame Perle der guten Lehre angereiht ist an den Faden des schönen Ausdrucks, und die bittere Arznei des guten Rates vermischt ist mit dem Honig des feinen Redeschmucks, damit der Geist des Lesers nicht unlustig und das Buch des Glücks der günstigen Aufnahme nicht verlustig werde.
Saadi, Rosengarten (Schluss)

Dem Heilgen geht nichts ab: er hat schon in der Zeit
An Gottes Wohlgefalln die ganze Seligkeit.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Dem heiligen Clemens (23. Nov.) traue nicht, denn selten zeigt er ein mild' Gesicht.

Dem heiligen Clemens (23.11.) traue nicht, denn selten hat er ein mild Gesicht.

Dem Heiligen Geiste sind in Rom die Flügel beschroten und die Mönche haben aus den Federn Schlafkissen gemacht.

Dem Heiligen Klemnz (23.1.) traue nicht,
nur selten zeigt er ein mild Gesicht.

Dem heiligen Petrus den Rock nehmen und ihn dem heiligen Paul anziehen.

Dem heiligen Schweinhardus opfern.

Dem helfen nicht Kerzen noch Brillen, der nicht sehen will.

Dem Helfer half der Helfer droben.
Goethe (1749-1832), Faust I, Vor dem Tor/ Alter Bauer Vs 1006

Dem Hemd an Linnen fehlen lassen, was der Gurt an Seide hat.
Russland

Dem Hengst tut's nicht weh, wenn ihn die Stute tritt.
fr] Jamais coup de pied de jument ne fit mal à cheval.

Dem Henker beichten.
info] Teilnahme und Mitleid suchen, wo sie nicht zu finden sind. Um die lateinische Redensart: Apud novercam queri, durch deutsche auszudrücken: (Das Leid) seiner stieffmuter klagen. Er clagts eim rechten. Der esel beicht dem Löwen, das schaf dem wolff. Es ist jm eben so leyd, als so eim esel ein sack entpfelt.
ho] Hij gaat bij den beul te biecht.

Dem Henker die Werkstatt ziehren.

Dem Henker seine Not klagen.
la] Apud novercam quaeri.

Dem Henker zuhören.
nl] Onder den blaauwen hemel komen.

Dem Hennengreifer ist eine rechte Frau nicht hold.

Dem Herkules seine Keule entwinden wollen.
info] Etwas sehr Schweres ausführen wollen
la] Clavam extorquere Herculi.

Dem Herren gilt es ein fahen, dem Knecht ein haben.

Dem Herrgott die Füß' abbeißen.
Oberösterreich
info] Von denen, welche die Fußwundenmale des Crucifixes häufig küssen. Die Redensart wird aber selten gebraucht ohne Beimischung von Spott oder Misstrauen in die Echtheit der Frömmigkeit.

Dem Herrn Beamten geht es auch drüben gut: kaum ist er gestorben, wird er gleich zum Oberteufel ernannt.
Russland

Dem Herrn ein Szepter, dem Knecht ein Knittel, hält Unart fern auf den Rock und Kittel.

Dem Herrn gib das Obere vom Braten und vom gesottenen Fleisch das nahe am Knochen.
Italien

Dem Herrn ist besser zu glauben als dem Knecht.
info] Der Herr ist ein Freier, und im Mittelalter dachte man sich den Freien als im Besitz aller edeln Eigenschaften; was er sagte, war also auch wahr. Lügen konnte nur der Knecht, dem man als unfrei alles Schlimme zutraute.
mhd] Wenn den herrn doch paz ze gelaubeu ist, dann dem chnecht.

Dem Herrn Oberst gebührt die Ehre, sagte der Trompeter, als er durch einen tiefen Fluss vorreiten sollte.

Dem Herz, das ehrlich ist, öffnen sich selbst Steine.
Lju Hsjang

Dem Herzen angeboren ist die Treue.
Wenn uns Gewohntes hold und lieb geworden,
So ängstigt uns, so schmerzt uns fast das Neue.
R. Hamerling, Sinnen und Minnen

Dem Herzen hilft's, wenn der Mund die Not klagt.

Dem Herzen ist nicht alles gesund, was süsse schmeckt dem Mund.
nl] Al wat smaakt aan den mond, is het hart gezond.

Dem Herzen tut's wohl, wenn der Mund seine Not klagt.

Dem Herzen wird es leichter, wenn du auf den Deutschen fluchst.
Russland

Dem Herzhaften naht sich das Glück.

Dem Himmel entriß er den Blitz und das Zepter den Herrschern.
Nach Marc. Manilius, Astronomie, Inschrift an der Büste Benjamin Franklins

Dem Himmel ist alles offenbar.
Hebräer

Dem Himmel ist Betenwollen auch Beten.
Lessing, Emilla Galotti, II, 6 (Claudia)

Dem Himmel Ohrfeigen geben.

Dem Hintern hilft alles Waschen nichts.
info] Von denen, die sich selbst aus einem Übel ins andere stürzen und denen also nicht geholfen werden kann.

Dem Hobel zu viel Eisen geben.

Dem Hobel zu viel Eisen geben.
info] Dann macht er zu große Späne; eine Sache rauh behandeln.

Dem Hochmütigen schlägt man auf die Lippe, dem Stolzen schlägt man aufs Ohr.
Estland

Dem höflichen Frager ein höflicher Ablehner.
info] Wenn man eine Bitte nicht gewähren kann, soll man wenigstens die höfliche Art des Bittstellers erwidern
fr] À beau demandeur beau refuseur.

Dem Höheren nachgeben, bringt dem Geringeren keine Schande.

Dem Höhern nachgeben bringt dem Geringern keine Schande.
fr] Avec les grands le plus sûr est de caler la voile.
la] Cedere majori non est pudor inferiori.

Dem Honig verkaufen, der Bienen hat.
fr] Vendre du miel à celui qui a des ruches.
it] Vender il miele a chi ha le api.
prt] Vender mel ao colmeiro.

Dem Horcher gehört ein Pisspott.

Dem Hörer, fein und klug, ist wenig schon genug.
fr] A bon entendeur peu de paroles.
it] A buon intenditor poche parole.

Dem Hornstechal (Cornupeta) gab Gott kurze Geren (Hörnerspitzen).
la] Dat deus inmiti cornua curta bovi.

Dem Hufeisen, das klappert, fehlt ein Nagel. Spanien (Man prahlt mit Eigenschaften, die man nicht hat)

Dem Hufeisen, das klappert, fehlt ein Nagel.
Spanien
info] Man prahlt mit Eigenschaften, die man nicht hat

Dem Humor, dem göttlichen Kind, ist nichts verwehrt; auch nicht mit dem Schmerz, dem Elend, dem Tod zu spielen. Wenn die Ironie, der Witz, die Satire das Gleiche versuchen, empfinden wir das als geschmacklos, roh, wenn nicht gar als Blasphemie.
Arthur Schnitzler, Buch der Süruche und Bedenken

Dem Humoristen - und nur ihm unter allen Schriftstellern - ist Weitschweifigkeit erlaubt; ja sie ist unter allen Umständen ein Kunstmittel mehr, dessen er nicht entraten darf und kann.
A. Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Dem Hund darf man glauben, seiner Frau aber darf man nicht glauben.
Estland

Dem Hund des Hundes Lohn (o. Pflicht).
Estland

Dem Hund die Wurst oder dem Kind das Spielzeug.
Estland

Dem Hund die Wurst vertrauen ist Torheit.

Dem Hund muss me di Bä (Beine, Knochen) lass on (und) d'n Bauer di Kermes.

Dem Hund steht es frei, auch den Mond anzubellen.

Dem Hund viel Knochen, gibt im Fell viel Pochen.

Dem Hunde das Bein abjagen, ist bös.

Dem Hunde das Bellen lehren.
fr] On ne peut pas deffendre bien le chien à abaier (aboyer) ne le menteur à jaingler (mentir).
ho] Het is moeijelijk, honden te leeren blaffen.

Dem Hunde den Schwanz aufheben.

Dem Hunde die Bratwurst befehlen.

Dem Hunde die Knochen weisen.
info] Etwas Unnötiges tun; denn er findet sie selber weit besser

Dem Hunde einen Knochen vor (in die Kehle, hin-)werfen.
info] Einen durch etwas Annehmliches zum Schweigen bringen, ihn bestechen
fr] Jetter un os à la gueule d'un chien pour le faire taire.

Dem Hunde ist der Schwanz gewachsen, dass er damit wedele.
info] Aus der Schwanzpredigt des Wiesenpaters zu Ismaring in Bayern, die er über den Text hielt: Johannes soll er heißen. Er legte darin den Bauern ans Herz, sich statt der Schimpfwörter immer diejenigen Namen zu geben, welche ein jeder in der Taufe erhalten habe. Namentlich sollten sie einander nicht 'Schwanz' schimpfen. Der Schwanz ist zwar am rechten Orte eine rechte Sache. Denn warum ist gewachsen dem Hund sein Schwanzerl? Dem Hund sein Schwanz ist gewachsen, damit er damit wedle und wackle, dass ihm nit fahren die Mucken ins Loch. Und seht, wir Geistlichen sind erst die wahren Schwanzerl; wir müssen wedeln und wackeln, damit nit fahren ins Loch der Höllen die Seelen der gläubigen Christen. Also sollt ihr über die Schwänz nit spotten und sie nit brauchen gegeneinander zum Schimpf. Daher erstens sollt ihr den Nächsten nit heißen Biberschwanz, das zeige ich im ersten Teil. Zweitens sollt ihr den Nächsten nit heißen Katzenschwanz, das zeige ich im zweiten Teil. Und drittens sollt ihr den Nächsten nit heißen Sauschwanz und das zeige ich im dritten Teil.

Dem Hunde ist ein Knochen lieber als ein Edelstein.
dk] Hunden holder meere af been end af edelsteen.

Dem Hunde ist schlecht das Bett zu machen.
mhd] Dem hunde is quât dat bedde maken.
la] Maximus est sudor dromadi consternere lectum.

Dem Hunde schmeicheln, bis man einen Stein in der Hand hat.
info] Einem so lange gute Worte geben; bis man ihm die Stirn bieten kann.

Dem Hunde Spreu (Disteln), dem Esel Knochen geben (reichen).
info] Wenn man einem Ungelehrten ein gelehrtes Amt überträgt, dem Gelehrten aber ein Degengehänge gibt.
la] Canis das paleas, asino ossa.

Dem Hunde um des Herrn willen schmeicheln.
fr] Caresser les bras dont on hait le corps.

Dem Hunde Zähn' weisen.

Dem Hunde, der Asche leckt, vertraue kein Mehl!
info] Menschen, die eine Neigung zur Nasch- oder Leckerhaftigkeit haben, ist nicht gut, etwas anzuvertrauen.
en] The dog that licks ashes, trust not with meale.
it] Al can, che lecca lo spiedo, non gli fidar l'arrosto.

Dem Hunde, der dich anbellt, wirff ein stuck brodt dar, so schweigt er.

Dem Hunde, wenn er gut gezogen,
Wird selbst ein weiser Mann gewogen.
Goethe (1749-1832), Faust I, Vor dem Tor (Wagner) Vs 1174

Dem Hunger dient auch wohl eine Leberwurst, und ein gutes Maß Wein löscht den Durst.

Dem Hunger ist alles nach Geschmack.
Tschechien

Dem Hunger ist nicht wohl predigen.
en] A hungry belly has no eras.

Dem hungernden Fuchs kommt der Schlaf zu Hilfe.
Altgriechisch

Dem hungrigen Bauch schmeckt alles gut (o. wohl).

Dem hungrigen Bauch schmeckt alles wohl.

Dem hungrigen Fürsten mundet auch wohl Kartoffelbrei.
Kaschuben

Dem hungrigen Hasen sind auch Kuchen Feigen.

Dem Hungrigen hilft keine Predigt.
bm] Hlad se nedá slovy utisiti.
bm] Hladovité břicho nedá se slovy ani pĕknou řecí spokojiti.
pl] Glodnego zołądka bajką niezabawić, racyą nieodbyć.

Dem Hungrigen ist harr ein hartes Wort.

Dem Hungrigen ist harr' ein hartes Wort.

Dem Hungrigen ist leichter geholfen als dem Übersättigten.
Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Dem Hungrigen ist nicht gut lang predigen.
nl] Den hongrigen is het niet goed lang te preken.
la] Famelicus non est interpellandus.
la] Fames et mora bilem in nasum conciunt.
la] Latrante stomacho omnis mora bilem movet.
la] Molestus interpellator venter.
la] Venter caret auribus.

Dem Hungrigen ist nicht gut predigen.

Dem hungrigen Menschen sind auch Holzbirnen süß. Alles, wenn's nur in den Mund hineingeht.
Serbien

Dem Hungrigen muss man nicht von hohen Dingen vorreden.
info] Er will essen, und Brot und Käse haben mehr Interesse für ihn als Kunst und Wissenschaft.
bm] Hladovému chléb na mysli.
pl] Głodnemu chleb na myśli.

Dem Hungrigen schmeckt das Essen.
Estland

Dem Hungrigen schmeckt Salzbrot besser als Kuchen dem Satten.

Dem Hungrigen träumt von Brot, dem Durstigen von Wasser.

Dem Hungrigen wachsen keine Haare.
Estland

Dem Hurenjäger weiset man mit Fingern nach.
mhd] Dem horenjeger wyset men mit vingeren na.
la] Ganeo solivagus digitis monstratur ubique.

Dem ich schwimmen lehrte, will mich ersäufen.
dk] Jeg haver lærd dig at svømme, og du vil drukne mig.

Dem Iltis die Tauben befehlen.

Dem Innern wird der Genius helfen, wenn es ihm beliebt.
Goethe (1749-1832), An Zelter, 9.11.1829

Dem intellektuell hoch stehenden Menschen gewährt nämlich die Einsamkeit einen zwiefachen Vorteil: Erstens den, mit sich selber zu sein, und zweitens den, nicht mit anderen zu sein.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), Aphorismen zur Lebensweisheit

Dem Irrtum, Freund, entgehst du nicht,
Doch lässt dich Irrtum Wahrheit ahnen.
Emanuel Geibel, Sprüche

Dem is de Heger weggeflogen.
info] Er kann nicht sparen

Dem is licht fiddelt, de gêren danst.
info] Wer Neigung zu etwas hat, ist leicht dazu beredet

Dem Ischarioth einen Schein aufsetzen.
info] Das Laster unter der Form der Tugend, das Unrecht unter dem Schein des Rechts einführen, mit milden, einladenden Namen bezeichnen.

Dem ist (oft) nichts beschert, der allezeit begehrt.
info] Vom Zudringlichen und Habsüchtigen

Dem ist bange, sein Maul hielt nicht so lange als der Hintere.
info] In Westfalen, wenn jemand auf eine Begrüßung nicht dankt.

Dem ist besser, der ein Haus werbet, als dem, der es erbet.
info] Nämlich in dem Falle, wenn er die Erbschaft unbedingt angetreten hätte und nun, unter Anwendung des römischen Rechts, mit seinem eigenen Vermögen die Schulden des Erblassers decken müsste.

Dem ist besser, der gern esse und hat nicht, denn der's hat, und mags nicht.

Dem ist das Herz in den Stiefel gefallen.

Dem ist das Hurenübel wohl vergangen.
Luthers Tischreden

Dem ist das Maul geschmiert.

Dem ist das Maul zugefroren.

Dem ist der Faden ausgegangen.
info] Er kann in seiner Rede, seinem Vortrage, seiner Erzählung nicht weiter.

Dem ist der Kamm gewachsen.
Erolzheim

Dem ist der Weg nicht breit genug.
z] Ist manchem Prahler auch der Weg nicht breit genug.

Dem ist die Petersilie verhagelt.
info] Er macht ein grämliches Gesicht.
ho] Het hagelt op de peterselie.

Dem ist die Zwätsche geplatzt.
Göttingen
info] Er ist dumm.

Dem ist ein Lei (Schiefer) gerutscht.
info] Von j-n, der unverkennbare Spuren von Verrücktheit blicken lässt, auch von Personen, die bei jedem Wort in ein lautes Gelächter ausbrechen.

Dem ist es auch mit den Knollen gar.
ndt] Den es ôk met de Knollen gar. Deutz
info] Er ist verarmt.

Dem ist genug, was er mag han.

Dem ist Gott gnädig, den er erhält ledig.

Dem ist gut Gerste borgen, der Weizen genug hat. '
info] Eine Hand wäscht die andere.
dä] Den er god at borge byg, som har havre.

Dem ist gut helfen, der sich helfen lassen will.

Dem ist guter Rat so viel nütz als dem Blinden eine Laterne.
en] Counsel's as good for him as a shoulder of mutton for a sick horse.

Dem ist heut' sehr katzendreckig.
Schwaben
info] Unwohl, wohl in Beziehung auf den Geruch

Dem ist jeder Eingang zu lang, der die Sache selbst hören will.

Dem ist kein glück bescheret, der sich sein wehret.

Dem ist kein Glück beschert, der sein sich wehrt.

Dem ist kein Glück beschert,
Der sein sich wehrt.

Dem ist keine Pfennigpfeife zu teuer.

Dem ist leicht gefiedelt, der selber gerne tanzt.

Dem ist leicht zu pfeifen, der Lust zu tanzen hat.
mhd] Êm is lichte genôch gepepen de gêrne danset.
la] Non calamos poscit gaudens duxisse choream.

Dem ist man mehr Dank schuldig, der einem hilft, dass er nicht falle, alss der einen hilft auffrichten.

Dem ist mit keinem Schmelhalm beizukommen.
info] So wohl und kräftig ist er.

Dem ist nicht beizukommen.
la] Frustra Herculi.

Dem ist nicht mit einem Schmielchen beizukommen.

Dem ist nicht über die Gasse zu trauen.

Dem ist nicht wohl, der nicht wohl währet.

Dem ist nicht wohl, wer nicht wohl wähnt.

Dem ist oft nichts beschert, der allzu viel begehrt.

Dem ist oft nichts beschert, der allzuviel begehrt.

Dem ist oft nichts beschert,
Der allzuviel begehrt.

Dem ist 's Wurmhaus nicht aufgegangen.
info] Von jemandem, den etwas wurmt, der verdrießlich ist. Nach einem Volksglauben in Oberösterreich geht den Kindern Freitags das Wurmhaus auf, d.h. es gehen Würmer von ihnen ab.

Dem ist Silber willkommen, dem Gold mangelt.

Dem ist so wohl, wie dem Herrgott in Paris.
Schwaben

Dem ist so wohl, wie einer Laus im Grind.
nl] Dat is een leventje als eene luis op een zeer hoofd.

Dem ist übel predigen, der nicht hören (sich nicht bessern) will.
fr] A beau parler (prêcher) qui n'a cour de bien faire.

Dem ist Undank zu lohn beschert, der dient, biss das er wirt vnwerth.

Dem ist wohl geholfen, dem der König wil helffen.

Dem ist wohl, der nichts weiß.
la] In nihili sapienti juvendissima vita.

Dem ist Zwiebel und Zitrone gleich, der nicht riecht.

Dem ist's leid, dass er gehen gelernt hat.
ndt] Denn ist lêd, dat a hätt goahn lehrt. Ukermark
info] Von jemand, der ein außerordentliches Maß von Faulheit besitzt.

Dem ist's nie wohl, wie 'm Bock, bis er seine Tracht hat.

Dem ist's so wohl wie 'm Hasa in der Gearst.

Dem Jaan (Johannistag, 24. VI) darf man den Mistgeruch nicht in die Nase lassen, sonst wächst kein guter Roggen.

Dem Jäger ist die Flinte kein Spielzeug (keine Nebensache).

Dem Jakobstag (25. VII) folgt noch der halbe Sommer.

Dem Jammernden sind auch die Augen voller Blasen.
Estland

Dem Juden eine Sau in die Küche jagen.
la] Veneri suem immolare.

Dem jungen (Menschen) gehört die ganze Welt.
Estland

Dem Jungen ist das Lügen schädlich, der Alte hat es nicht mehr nötig.
Russland

Dem jungen Pferde ein alter Reiter.
info] Die Jugend bedarf eines erfahrenen Führers.
fr] À jeune cheval vieux cavalier.

Dem Jungen sind die Lenden stark,
Der Alte hat im Sack das Mark:
Wenn die zwei einer wären!
Was soll ich tun, ich armer Schatz?
Der eine kann's,
der andre hat's,
Und ich muss mich verzehren.
Bierbaum, Ein Trio

Dem jungen Soldaten frommt ein altes Pferd.
fr] A jeune soldat vieil cheval.

Dem Käfer ergeht es schlecht, der sich einmietet beim Specht.

Dem Kahlen einen Kamm und dem Blinden einen Spiegel schenken.

Dem Kahlkopf einen Kamm schenken.
nl] Hij zendt den kaalkop eenen kam.

Dem Kaiser, was des Kaisers ist.
la] Caesaribus censum, solvite vota Deo.

Dem Kalbfelle gehorsamen (folgen, nachgehen).

Dem Kamel einen Buckel wünschen.

Dem kann kein Doktor (mehr) helfen.
Nürtingen
info] Er hat seine Prügel schon

Dem kann man schon am Gesicht ansehen, dass es ein Mohr ist, sagte das Mädchen, als ein Neger vorüberging.

Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die ungleichmäßige Verteilung der Güter; dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends.
Winston Churchills gesammelte Bosheiten

Dem Kargen ist alle Freude schwer, man sing ihm denn: trag her, trag her.

Dem Kaspischen Meere entgehen und auf der Wolga Schiffbruch leiden.
Russland
info] Der vom Glück Vernachlässigte.

Dem Katalonier tu nichts Böses, weil das Sünde ist, aber tu ihm auch nichts Gutes, weil es verschwendet ist.
es] Al catalán, no hacerle mal, porque es pecado, ni bien, porque es mal empleado.

Dem Käufer einer Sache wird die Arglist seines Vorgängers nicht zum Vorwurf gemacht. [RSpW]
la] Auctoris dolus emptori non obicitur.

Dem Käufer hängen die Zügel am Halse.
Estland

Dem Käufer schadet sein Wissen.
[RSpW]
info] Wenn bei lästigen Geschäften der Gegenwert für den Preis nur scheinbar vorhanden, so kann der Empfänger, wenn er den Fehler nachträglich bemerkt den Kaufpreis mindern oder, wenn er über die Hälfte verletzt wurde, das ganze Geschäft als nichtig anfechten. Wer dies tun will, muss sich aber zur Zeit des Abschlusses über den Wert im Irrtum befunden haben; sein Wissen schließt ihn von den Rechtsmitteln aus, weil es eine Genehmigung voraussetzt.

Dem Käufer teuer, dem Verkäufer billig.
Estland

Dem Kaufmann genügt ein Auge, aber für den Käufer sind hundert kaum genug. Basken

Dem Kaufschatz ist der Zoll vermeint.
mhd] Dem koufschatz ist der zoll gezilt.

Dem kein Licht im Auge brennt, der kein Kind sein eigen nennt.

Dem Kenner genügen wenige Worte.
it] A buon intenditor poche parole.

Dem Kenner reichen wenige Worte.
it] A buon intenditore poche parole bastano.

Dem Kerle trifft man's nicht und wenn man ihm mitten auf den Kopf scheißt.

Dem Kessel den Strick nachwerfen.

Dem Kind all sein Mutwillen wehr', so hast du sein im Alter Ehr'.

Dem kind die dutten (o.mammen) zucken.

Dem Kind ein Messer oder dem Hirten Geld.
Estland

Dem Kind mit vielen Hebammen bleibt die Nabelschnur ungeschnitten.
Rumänien

Dem Kind muss man weder Messer noch Stock in die Kand geben.

Dem Kind schadet der Mutter Bruch nicht.
[RSpW]
info] Wenn die Eltern sich straffällig machen, so haben dies die Kinder nicht zu büßen.

Dem Kind steckt man die Brust in den Mund, (aber) was tut man mit dem Mann.
Estland

Dem Kind tut die Fingerspitze weh, der Mutter tut das Herz weh.
Estland

Dem Kind wird gesungen, die Braut soll es verstehen.
Estland

Dem Kinde bot die Hand zu meiner Zeit der Mann;
Da streckte sich das Kind und wuchs zu ihm hinan:
Jetzt kauern hin zum lieben Kindlein
Die pädagogischen Männlein.
Abraham Gotthelf Kästner, Pädagogie

Dem Kinde einen Namen geben, ehe es geboren ist.

Dem Kinde frommt die große Brust mehr als die große Warze.
Russland

Dem Kinde keinen Branntwein, dem Füllen keinen Hafer.

Dem Kinde kindischer Verstand.
Lettland

Dem Kinde macht es große Freud, wenn man ihm flickt (gibt) sein (ein) altes (neues) Kleid.

Dem Kindlein war nie bass, denn da es rotz und Geiffer frass.

Dem Kirchenglauben kann, ohne dass man ihm weder den Dienst aufsagt, noch ihn befehdet, sein nützlicher Einfluss als eines Vehikels erhalten, und ihm gleichwohl als einem Wahne von gottesdienstlicher Pflicht aller Einfluss auf den Begriff der eigentlichen (nämlich moralischen) Religion abgenommen werden, und so, bei Verschiedenheit statutarischer Glaubensarten Verträglichkeit der Anhänger derselben untereinander durch die Grundsätze der einigen Vernunftreligion, wohin die Lehrer alle jene Satzungen und Observanzen auszulegen haben, gestiftet werden..
Kant, Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft

Dem Kläger gebührt der Beweis.
[RSpW]
altfries] Dem clager geburt dye beweysunge.

Dem Kläger gehört das erste Wort, dem Beklagten das letzte.
Russland

Dem Kläger kann seine Ausfahrt nicht zu Hilfe kommen.
[RSpW]
info] Zu den rechtsgültigen Entschuldigungen wegen Nichtfolgeleistung einer gerichtlichen Vorladung gehörte nach dem obigen Sprichwort eine Reise ins Ausland nicht.
z] Wer nicht dableiben will, der mag seine Klage aufgeben. Münchener Stadtrecht
z] Ym (dem Kläger) kan synn vsvart nîcht tzu hulfe kommen.

Dem Kleinbürgertum, groß im Prahlen, fehlt die Kraft zur Tat, und es scheut ängstlich vor jedem Wagnis zurück.
Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland

Dem Kleinen gibt Gott kleine Gaben.
Dänemark

Dem kleinen Gordian (10.5.) man nicht trauen kann.

Dem kleinen Händler ein kleiner Korb.
fr] À petit mercier petit panier.

Dem Kleinsten auch kein Unrecht thu', dann lebst du stets in Rast und Ruh'.

Dem Klugen braucht man nur den Anfang zu sagen, das Ende weiß er selber.

Dem Klugen fehlt die Kunst auch oft.

Dem Klugen genügt eine Andeutung.
la] Intelligenti pauca.

Dem Klugen kommt das Leben leicht vor, wenn dem Toren schwer, und oft dem Klugen schwer, dem Toren leicht.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 919

Dem klugen Kopfe genügt ein Wort.
pl] Mądréj głowie dość na słowie.

Dem klugen Mann dient auch der Waschlägel als Frau.
Estland

Dem Klugen nützen seine Feinde mehr als dem Dummen seine Freunde.
Baltasar Graciàn y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Dem klugen Pferd ist ein einziger Schlag genug.
Rumänien

Dem Klugen, Weltumsichtigen zeigt fürwahr sich oft
Unmögliches noch als möglich.
Goethe (1749-1832), Faust II A III, Vor dem Palast des Menelas (Helena) Vs 8964

Dem klügsten Fischer entschlüpft (o. entwischt) ein Aal.

Dem Knecht gebührt sein Brot, Strafe und Arbeit.

Dem Knecht, dem das Brot schmeckt, braucht man nicht auch noch Knoblauch zu geben.
es] Al mozo que le sabe bien el pan, pecado es el ajo que le dan.

Dem knökern Heiland kann man dat Vaterunser dör de Keven (Kiefern) blasen.
Holstein
info] Von einem, der sehr mager ist. So sagt man auch von knökern Dirk, auch Hinrk, en knökern Herrgott, all wollte man damit sagen, den hat Grott aus Knochen gemacht.

Dem kommt noch der Kikeriki.
info] Von einem alten verliebten Narren.

Dem kommt's wie dem Bock die Milch.

Dem König am nächsten, dem Galgen am nächsten.
Schottland

Dem König seinen Batzen, dem Gutsherrn lauter Ratzen.

Dem König sollte nichts Geheimnis sein..
Goethe (1749-1832), Iphigenie A I Sz 2 (Arkas) Vs 179

Dem Könige (ge)treu bis zum Bettelsack.

Dem Könige die Erde, dem Bauer das Holz.
[RSpW]
info] Was der für Gemeindegut geltende Wald, der Wald der Almende trug, gehörte den angesessenen Mitgliedern der Gemeinde gemeinschaftlich. Der abgeholzte Boden aber ging keineswegs in das Privateigentum derer über, die das Holz abgeschlagen hatten, er blieb Gemeindeeigentum, die Erde gehört dem König.
ndt] Deme könige de erde, deme bondten dat hoedt. Jütland

Dem Könige dienen ist ein' Ehr'; wer's nicht braucht, hat noch mehr.
dk] Berøm dig ei at du giør kongen tieneste, men kongen, at han værdiger dig dertil.

Dem könnt' man Rüben ins Gesicht säen.

Dem könnte man auch einen Sirupsack schicken.
info] Beruht auf einem gerichtlichen Vorgange. Ein Kauf- oder Handelsmann, der mit einem andern in Feindschaft geraten war, schickte diesem einen Sirupsack, der darin eine Beleidigung fand, und klagbar wurde, weil er annahm, der Absender habe dadurch zu ihm sagen wollen: 'Sie Ruppsack!'

Dem könnte man weißmachen, dass der Schnee schwarz sei.
nl] Men zoude hem wel wijs kunnen maken, dat wit zwart is.

Dem könnten zehn Räuber nichts nehmen.
la] Ne tempestas quidem nocere possit. Cicero

Dem könnt's nischt schaden, wenn a monchmol müsste oa de Nalke riechen!
Oberlausitz
info] Wenn einer dem andern etwas Übles gönnt.

Dem Korn im Tau gleicht am Sonntag die Frau.

Dem Korn ist ebenso behaglich unter dem Schnee, wie dem Greise unter dem Pelze.
Russland

Dem Korn unter dem Schnee tut die Kälte nicht weh.

Dem Korsaren anderthalb Korsaren!
info] Korsar = Seeräuber, dem kühnen Angreifer muss man größere Kühnheit entgegensetzen.
fr] À corsaire, corsaire et demi.

Dem kostet der Bart auch mehr als der ganze Kopf wert ist.

Dem kotzte Kind git men der decksten Appel.

Dem Kranken hilft kein goldenes Bett.

Dem Kranken hilft nicht einmal eine goldene Schlafstelle.

Dem kranken Hund genügt auch ein dreckiges Butterbrot.

Dem Kranken ist der Artzt nütz und angenem, die Gesunden achten sein nicht.
Luther

Dem Kranken mangelt nur eines, dem Gesunden fehlt vieles.

Dem Kranken nützt auch ein Bett aus Gold nichts.
Russland

Dem Kranken schmeckt alles bitter.

Dem Kranken schmeckt selbst der Honig nicht, der Gesunde kann auch Steine essen.

Dem Kranken wird angeboten, dem Gesunden gegeben.

Dem Kranz ein Blum nach der ander aussrupfen.

Dem Krät (Kröte) mine Dochter.
info] Ausruf beim Stechen der Karte des Gegners. In Litauen: Dem Kêrl mine Dochter.

Dem Krieg eingeboren ist das Phänomen seiner Zwitterhaftigkeit: die Prinzipien des Sieges und der Niederlage wohnen beide demselben Körper inne, und ihr notwendiger Gegenspieler, der Feind, ist nur das Bett, auf dem sie einander erschöpfen..
Faulkner, Eine Legende

Dem Kriege gewisse Regeln und Beschränkungen vorschreiben zu wollen, scheint mir ganz aussichtslos. Krieg ist eben kein Spiel und kann daher nicht nach Spielregeln getriebet werden. Nur der Krieg als solcher kann bekämpft werden, und dies vonseiten der Massen am wirksamsten durch Organisation der absoluten Kriegsdienstverweigerung im Großen schon in Friedenszeiten.
Albert Einstein, Über den Frieden

Dem Kriege opfert man den Reichtum der Völker und Millionen Menschenleben. Auch die Wissenschaft und die Kultur.
Paustowski, Devonkalk

Dem Krieger die Beute, dem Feldherrn die Ehre.
dk] Krigs-folket byttet, men hovedsmandenæren.

Dem kriegführenden Feind überlegen, gegen den Besiegten milde.
Horaz, Carmen sec.

Dem Kritiker ist es so leicht gemacht, eine Abneigung, die er etwa gegen einen Autor, dessen Persönlichkeit, dessen Werk empfindet, in einer völlig gefahrlosen Weise zum Ausdruck zu bringen, sodass es schon einer ganz besonderen Charakterstärke und Selbstüberwindung bedarf, um dieser Verführung nicht zu unterliegen.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Dem Krokodil die Fische befehlen.

Dem Kruge, der wider den Stein stößt, bekommt's übel.

Dem Kuckuck ein Ohr abgehen müssen.
info] Zur Bezeichnung eines langen Weges.

Dem Kuckuck ein Ohr abschwatzen.

Dem Kuckuck kann man nur mit Kuckuck antworten.
nl] Antwoord den koekoek niet, of zey wat nieuws.

Dem Kühnen hilft (o. lacht) das Glück, den Feigen weist's zurück.
nl] Den koene helpt het avontuur.

Dem Kühnen hilft das Glück, den Feigen weist's zurück.

Dem kühnen Manne reicht das Glück die Hand.
Spanien
en] Fortune gives her hand to a bold man.
fr] Fortune aveugle suit aveugle hardiesse.
it] La fortuna ajuta i coraggiosi, ed i matti.
la] Audaces fortuna juvat, timidosque repellit.
la] Fortes Fortuna juvat. Cicero
pt] Ao homem ousado a fortuna lhe dá a mão.
sp] A los osados aguda la fortuna.
sp] Al hombre osado, la fortuna le da la mano.

Dem Kuppler ein Paar Schuh und die Hölle dazu!

Dem Kuppler ein paar Schuh
Und die Hölle dazu!

Dem laaft der Scheeker zum Maul heraus.
info] Er sprudelt über von Lügen; er lügt, wenn er den Mund auftut.

Dem Lächeln der Großen und dem heiteren Himmel darf man nicht trauen, denn beide verändern sich im Augenblick.

Dem Lahmen ist die Lust zum Tanzen vergangen.

Dem Lande einen Buben geben.
info] Dem Strafgesetz verfallen, auf schlechte Wege geraten.

Dem Lande ist besser (o. mehr) zu trauen als dem Wasser.

Dem Lande ist mehr zu trauen als dem Wasser.

Dem Landfrieden ist nicht zu trauen.
info] Aus der Zeit da Maximilian I. den ewigen Landfrieden anordnete. Da aber schon mehrere Kaiser vor ihm denselben geboten hatten, um dem raub- und fehdesüchtigen Adel Einhalt zu tun, ohne im Stande gewesen zu sein, ihre Befehle durchzusetzen, so betrachteten anfänglich viele auch den durch Maximilian befohlenen Landfrieden nur mit Mistrauen. Der obige, sprichwörtlich gewordene Satz bezieht sich ursprünglich auf die Fehde Mangolds von Eberstein zum Brandenstein gegen die Reichsstadt Nürnberg 1516-22.

Dem längsten Tage folgt sein Abend.

Dem langte der Boden (nicht) zu.
info] In der Niederlausitz bei Begräbnissen, wenn die Leute sehen, dass beim Schließen des Grabes der Grabhügel höher oder weniger hoch wird. Einem Geizigen sagt man z.B.: dir wird wol der Boden auch noch einmal zulangen, womit man auf die Erde deutet, die zum Schliessen des Grabes notwendig ist.

Dem Lässigen gerät der Handel nicht.

Dem Lässigen gerät sein Handel nicht.

Dem Laster feind, der Person Freund.

Dem Lauf der Dinge darf man nicht zürnen, denn er kümmert sich um nichts.
Marc Aurel

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