<<< Deutsche Sprichwörter >>>

Der Bauer wird immer um ein Jahr zu spät weise.
Frankenwald

Der Bauer wünscht Land, der Edelmann Ehren, der Soldat Krieg, der Kaufmann Geld, der Landmann Frieden, der Handwerker Arbeit, der Maler Schönheit, und eine Frau die ganze Welt.
Polen

Der Bauer würd' sein Gut verkaufen und - vergessen, hätte er nur immer Käse, Brot und Birnen zu essen.
it] Il villano venderebbe il podere, per mangiar cocco, pan e pere. 'Formaggio, pan e pere, pasto da cavaliere, formaggio, pere e pan è pasto da villan. (Käse, Brot und Birnen - der Kavaliere Schmaus, auf Käse, Brot und Birnen geht auch der Bauer aus.)

Der Bauer, der ist wie sein Kuh, die hat viel lieber ein Hand voll Gras als ein Sack mit Gelt.

Der Bauer, der seine Felder nie verlassen hat, denkt, dass sein Landwirtschaftssystem das Beste ist.
Afrika

Der Bauer
Ist ein Lauer.

Der Bauern Lüge ist Sünde und Schimpf, der Herren Lüge ein lützel Unglimpf.

Der Bauern Schalkheit und Gottes Barmherzigkeit dauert alle Zeit.

Der Bauern Weisheit und der Huren Schönheit gelten nicht weit.
nl] De wijsheid van een' boer, de schonheid van een hoer, en zakkeltragers kracht - 't is al niet veel geacht.

Der Bauern Wetterglas.
i] Man versteht darunter die verschiedenen Kleearten, welche beim Herannahen eines Gewitters ihre Blätter zusammenziehen und so das nahende Unwetter sicher verkündigen.

Der Bauern Wort ist auch ein Wort.
dk] Det staaer paa bondes svar, hvor ledes man skal efter deele. Af bonde-sagen reyser sigkonge-sagen, og bonden bör först sin ret og saa kongen.

Der Bauernkuchen will Weißes (d. i. Milch), der Brei Reines (d. i. Mehl).
Estland

Der Baum auf dem Hügel denkt, er ist größer als die anderen.
Mali

Der Baum biegt sich, aber der Mann beugt sich nicht.
Estland

Der Baum der im Frühling nicht aufblüht, trägt im Herbst keine Frucht.

Der Baum der Trägheit trägt die Frucht der Gottlosigkeit.
Persien

Der Baum der Wünsche wird nicht grün.
Kurdistan

Der Baum des toten Nimmergrün hängt immer voller Früchte.
i] So heißt der Galgen in der englischen Kunstsprache. Die Franzosen nennen den Galgen, oder die Leiter zum Hängen, die Abtei von Rauberg (L'abbaye de Monte-à-Regret)

Der Baum fällt immer auf die Seite, zu der er sich neigt.
fr] L'arbre tombe toujours du côté où il penche.

Der Baum fällt immer zum Abhang, zu dem er sich neigt.
Ruanda

Der Baum fällt nicht auf den ersten Hieb, sondern nach mehreren Schlägen.
var] Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden.
la] Arbor non primo, sed saepe cadit feriendo.

Der Baum fällt nicht auf einen Hieb.
fr] Al premier cop arbres ne chiet.
fr] L'arbre ne tombe pas du premier coup.
fr] Paris n'a pas été bâti en un jour.
nl] Allengskens slaan velt den boom.
it] Al primo colpe non cade (o. casca) l'albero.
la] Arbor per primum quacvis non corruit ictum.

Der Baum fällt nicht auf einen Span (= Hieb).
Estland

Der Baum fällt nicht beim (o. vom) ersten Schlag.
Italien

Der Baum fällt nicht beim ersten Hieb.
fr] L'arbre ne tombe pas du premier coup.
it] L'albero non cade al primo calpo.

Der Baum folgt den Enden.
[RSpW]
i] Es galt, wenn auch nicht allgemein, der Grundsatz, dass derjenige das Recht auf den ganzen Baum habe, auf dessen Grund sich die Wurzeln befinden.
mhd] Der baum folgt den enden.

Der Baum genießt seiner Äpfel nicht.

Der Baum hangt zwischen Tod und Leben.
i] Geschieht, wenn man einen frisch gepflanzten Baum sogleich an den Pfahl befestigt, sodass er nicht einwurzeln kann, weil sich das frische Erdreich senkt, wodurch die Wurzeln bodenlos werden.

Der Baum im Hinterhof liefert kein Heilmittel.
Telugu, Indien
i] Ähnlich Matthäus 13,57: Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande.)

Der Baum ist alt, aber der Ast ist stark.
Estland

Der Baum ist älter als der Mensch.
Estland

Der Baum ist an seinen eigenen Würmern erkrankt.
Irak

Der Baum kann sich den Vogel nicht aussuchen, der auf ihm landet.
China

Der Baum kennt weder Vater noch Mutter. Türkei

Der Baum lebt von der Wurzel, und die Wurzel des Menschen ist die Mutter.
Mongolei

Der Baum muss gerade gebogen werden, solange er jung ist.
Italien

Der Baum muss geradegebogen werden, solange er jung ist.
it] L'abero va raddrizzato mentre è giovane.

Der Baum muss zuvor gut sein, ehe er gute Früchte bringt.

Der Baum neigt dazu, auf die Seite zu fallen, zu der er schwingt.
Spanien

Der Baum sagt zu der Axt: 'Du könntest mich nicht fällen, hätte ich dir nicht den Stiel gegeben (wenn der Stiel nicht von mir wäre).'
Armenien

Der Baum selbst gibt zur Axt den Stiel, die seinem Leben setzt ein Ziel.

Der Baum sprach zur Axt: Du konntest mich nicht fällen, wenn der Stiel nicht von mir wäre.
Armenien

Der Baum steht noch, aber er ist verloren.
Samoa

Der Baum stürzt immer dorthin, wohin man ihn fällen will.
Estland

Der Baum stützt sich auf den Baum und der Mensch auf den Menschen.
Serbien

Der Baum Sui hat sein Kind fallen gelassen. Es war zu schwer geworden.
Kongo

Der Baum sündigt, und der Zweig empfängt.
it] L'albero pecca e il ramo riceve.

Der Baum trägt die Äpfel nicht ihm selbst.

Der baum trägt ihm selbst keine äpfel.
i] Sowie schon nach Plato keiner sich selbst, sondern den Ältern, dem Freunde, dem Vaterlande, der Menschheit geboren wird.
mhd] De bôm en drecht neine appel to syner bate.
nl] De boom draagt voor zich zelven geene appelen.
la] Nemo sibi nascitur.
la] Non sibi poma gerit, verum mortalibus arbor.

Der Baum trägt sich selbst keine Äpfel.

Der Baum verdirbt, die Frucht fällt ab;
Gott hat die Seel', den Leib das Grab.
Grabspruch zu Basel (1571)

Der Baum weicht einem Schlag nicht aus, fällt nicht vor einem breiten Span.
Estland

Der Baum wird nicht von einer Seite abgehauen.
Estland

Der Baum wird sich biegen, wenn er Früchte trägt.
Aserbaidschan

Der Baum wird um seines Schattens willen geehrt.
la] Honoratur arbor ob umbram.

Der Baum wird zu spät geschüttelt, wenn der Wind das Obst verjagt hat.

Der Baum wünscht Ruhe, aber der Wind hört nicht auf.
China

Der Baum zum Ast.
i] Von denen, die zum Teil notgedrungen das Ganze hergeben müssen. - Ein Wortspiel mit Ast und Asti. Franz I. von Frankreich verlangte vor der Schlacht von Marignan (1515) die Grafschaft Asti und nach der Schlacht musste ihm der Herzog sein ganzes Land überlassen.

Der Baum, den das Volk verflucht, vertrocknet bald. Türkei

Der Baum, der dem Wind standhält, hat feste Wurzeln.
Korea

Der Baum, der edle Frucht bringt, wächst langsam.
nl] De boom, daer ghy nu onder zit dat was een rijsken, als een lidt.
nl] De boom, waar gij nu vrucht van leest, die is wel eer een rijs geweest.

Der Baum, der im Frühling nicht aufblüht, trägt im Herbst keine Frucht.
Japan

Der Baum, der nicht größer ist als du, kann dir keinen Schatten geben. Senegal

Der Baum, der oft knarrt, bricht (fällt) nicht (so leicht).

Der Baum, der zuviel oder zu wenig Schatten spendet, sollte gefällt werden. Rußland

Der Baum, dessen Frucht reif ist, wehrt sich gegen das Schütteln.
Afrika, Haussa (Eltern trennen sich ungern von ihren Kindern(

Der Baum, in einen Topf gesetzt, wurzelt nicht weit.

Der Baum, vor dem du ruhest, ist nie der, auf dem du sitzest.

Der Baum, welcher knarrt, fällt nicht schnell.
Rumänien
i] Alte Leute sind oft zäh.

Der Baumstamm lag lange im Wasser, er wird aber nie ein Kaiman werden.
Botswana

Der Baumstamm sitzt fest, du kannst nicht in den Himmel steigen.
Litauen

Der Baumwollenbaum ist kein hohes Holz, er steht beim Hinterhause der Großmutter.
Surinam
i] Prahle nicht mit deiner Herkunft, wir kennen sie, oder: Wir kennen von dir nur ganz gewöhnliche Reden, aber keine großen Taten.

Der Baumwollkrämer sieht mit scheelem Blick auf einen weißen Hund zurück.

Der Bauren gewalt und Pürsing Baum blühn früh und werden nicht alt.

Der Baurn tanz und bettler zehren, von den sagt man in allen ehren.

Der Bawman (Bauer) ist allezeit aufs künftige Jahr reich.

Der Bawmann erhellt Land und Leute.

Der Bawmann füllt Kasten und Keller.

Der Bawr (= Bauer) den bawren in nacken schlegt, wenn er gleich gold vnd samet tregt.

Der Bawren tantz vnd bettler zehren, von den sagt man in allen ehren.

Der Beamte, der Zeit übrig hat, möge lernen. Der Lernende, der Zeit übrig hat, möge ein Amt antreten.
Konfuzius

Der Becher ist um die Quelle herumgegangen.
Arabien

Der Becher schützt den Wein.

Der Becher tut's nicht, wenn sauer Wein darin

Der Beck ist darin geschloffen geschlüpft.
i] Von großlöchrigem Brote

Der bedarf eines weiten Ärmels wohl, der manlichem den Mund verschieben soll.

Der bedarf viel Brotes, der jedem den Mund will stopfen.
mhd] He behovet vele brodes, de malk wil den munt stoppen.
la] Panis eget magni qui cunctis ora replebit.

Der Beduine nimmt nach vierzig Jahren Rache und glaubt, er habe sich damit beeilt.

Der Bedürfnislose ist König.

Der Befehl des Fleisches widerspricht dem Befehl des Geistes.
Estland

Der Befehl ist älter als der Mensch.
Estland

Der Befehl ist geistlich, dem Befehl gehorchen aber fleischlich.
Estland

Der Befehlshaber (des Schiffes) will den einen Weg, der Steuermann den anderen.
i] Von jemandem, der eine ganz unpassende Antwort gibt

Der Beflissene gibt dem Geflügel auch Wasser, wenn es regnet.
Afrika

Der begannevt unsern Harjet (Herrgott).
Jüdisch-deutsch
i] Beganneven aus dem hebräischen ganab = stehlen.

Der Begehrgeist ist ein Störgeist.

Der begehrt Gabe, der sich vermisst, dass er viel zu geben habe.

Der begehrt genug, welcher sich beklagt und jammert.

Der begeht das Verbrechen, der davon Nutzen hat.
Frankreich

Der Beginn der Arbeit ist zwei Drittel von ihr.
Wales

Der Beginn ist das Schwerste.
mhd] Dat begin is ulle tyt dat swârste.
la] Est grave principium: laedunt iuga prima invencos.

Der Beginn sei wie er will, das Ende bekommt das Lob.
z] Alst ein gemein Bywôrt is: dat lof wert in dem ende gesungen.
mhd] Dat beginsel sy wo it wil, dat ende kricht dat lof.
la] Principium vanum, finis conquirit honores.

Der behälper (Unterlehrer) sitt mär as der wuolliäwer.
Iserlohn

Der behält seine Sache, der beim Rechte steht.
i] Das Gericht soll nicht bloß entscheiden und den Schuldigen bestrafen, sondern auch die Schadloshaltung des Beschädigten anordnen.

Der beichtet recht, der Gott vertraut.
mhd] Der beicht recht, der Gott vertrawet.

Der Beifall ist das Brot des Künstlers.

Der beim Recht steht, behält seine Sache.
i] Er sollte sie wenigstens behalten.
isl] Hinn have sittmal, er a logomstendr.

Der beisst dem lieben Gott die Zehen ab.

Der beisst in einen sauern Apfel und jenem zieht's die Zähne.

Der beisst nicht mehr.
i] Ist besiegt, beseitigt, unschädlich gemacht

Der beist ein nuss durch einen sack, der buhlet, dass ihm nit werden mag.

Der bejahrte Murrkopf, welcher fest glaubt, dass in seiner Jugend die Welt viel ordentlicher und die Menschen besser gewesen wären, ist ein Phantast in Ansehung der Erinnerung.
Immanuel Kant

Der bekannte Dieb zahlt schließlich für das Huhn, das er nicht gestohlen hat.
Gabun

Der bekannte Mann gehet vor.

Der bekannte Mann zeugt (zieht) dem unbekannten das brot aus dem Maul.

Der bekannte Weg ist immer der sicherste.

Der beklaget sich zu unrecht über die See, der sich zweimal darauf gewagt hat.

Der Beklagte kann gestehen und zahlen, oder leugnen und schwören.

Der bekommt bei Hofe schlechten Bescheid, der nichts hat als Frömmigkeit.

Der bekommt der Schlange die Eier fort, und wenn sie darauf sitzt.

Der bekommt ein ausgewähltes Weib, der eine übriggebliebene freit.

Der bekommt keinen Honig zu lecken, der sich von der Bienen Stachel lässt schrecken.

Der beladne Esel schreit.

Der belaubteste Baum hat nicht immer die saftigsten Früchte.
Panama

Der Beleidiger verzeiht nicht (o. nie).
Frankreich
i] In den meisten Fällen ist der Hass desjenigen, der beleidigt, bitterer und hartnäckiger als der des Beleidigten.
fr] L'offenseur ne pardonne pas.

Der Beleidigte schreibt mit Stahl auf einen Marmorstein.
Schottland

Der Belik (d. h. das Kriegspferd) läuft und wird doch getadelt.
Arabien

Der Benedikt (21.3.) leitet deine Hand, säest du mit ihm die Frucht in's Land.

Der Bengel liegt immer beim Hunde.
la] Non desit baculus, si vult mordere catellus.

Der beredte Hahn kräht (schon), wenn er noch im Ei ist.
Libanon

Der beredte Hahn kräht aus dem Ei.
Syrien

Der beredte Hahn schreit aus dem Bauch seiner Mutter.
Arabien

Der bereit, schlegt den Unbereiten.

Der Berg bedarf des Berges nicht, aber der Mensch des Menschen.
Spanien

Der Berg braut die Nebel und die Ebene muss sie trinken.

Der Berg ermüdet das Pferd; Zorn bringt Unglück über das Volk.

Der Berg hat eine Maus geboren.
fr] La montagne a enfanté une souris.

Der Berg ist ein Kornkasten.
Estland

Der Berg ist erstiegen.
i] Wir sind am Ziel, oder wir haben, nachdem die größten Schwierigkeiten überwunden sind, einen Ruhepunkt erreicht. - In Ägypten sagt man in ähnlichem Sinn: die Kamele haben die Sykomoren erreicht. Sykomoren sind Bäume, die in Ägypten sehr häufig neben den öffentlichen Brunnen angepflanzt sind, und unter deren Schatten die Reisenden und ihre Lasttiere ausruhen.

Der Berg ist nicht vom Nagel zu nehmen.
Estland

Der Berg kann nicht zum Berg kommen, aber der Mensch zum Menschen.
Jüdisch

Der Berg kann ohne den Berg bestehn, die Menschen müssen zusammengehn.
Spanien

Der Berg schimpft den Berg, aber der Berg merkt nichts davon.

Der Berg wird schon die Nässe trocknen.
Estland

Der Berg wollt einen Riesen hecken und bracht ein Mäuslin für die Gecken.

Der Berg, der keinen Rat annimmt, verbrennt, während die Menschen zusehen.
Tansania

Der Berg, der verfolgt wird, wird nicht wegrennen.
Malaysia

Der Bergamaske sich erweist als grob von Sprache, fein von Geist.
i] Die Bergamasken gelten in Italien als roh und verschmitzt. Ihre Mundart ist rauh, und für das italienische Volksschauspiel liefern sie die Possenreißer.
it] Il Bergamasco ha il parlare grosso e l' ingegno sottile.

Der Berggipfel ist nie ohne Wolken.
Türkei

Der Bericht vom Fest ist das halbe Fest.
Tadschikistan

Der bescheidene Mensch erinnert sich immer an seine Vergangenheit.
Liberia

Der bescheidenste Mensch ist auch der zuverlässigste.
China

Der Beschiss findet sich.
Rheinhessen

Der Beschluß, den man am Abend gefaßt hat, wird am Morgen abgeändert.
Samoa-Inseln

Der beschmutzte Schuh bringt mehr Gewinn als der gewichste.
Italien
it] Scarpa infangata guadagna piu che l'inncerata.)

Der beschnitte Baum weiß, was die Axt will.
Mali

Der Besen ist am Mast, um die See zu fegen.
i] Zeichen des bevorstehenden Kampfes

Der Besenmarkt ist Henkers Vortrab.

Der Besennutz ist ungewiss, so lang er nicht verkert ist.

Der Besetzer lohnt dem Vorlader.
[RSpW]
i] In Bezug auf Gerichtskosten, die aus der Ladung des Beklagten erwachsenen Kosten fielen dem Kläger zu.
ndt] De Besater lohnet den Verdager. Rügen

Der Besiegte verwandelt sich in Asche, der Sieger - in Kohle.

Der besieht einem das Wasser, wenn man es noch in der Blase hat.

Der Besitz besitzt. Nur bis zu einem gewissen Grade macht der Besitz den Menschen unabhängiger, freier; eine Stufe weiter - und der Besitz wird zum Herrn, der Besitzer zum Sklaven.
Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Der Besitz des Großvaters wird einmal ein Ende finden, die Kraft seiner Hände wird bleiben.

Der Besitz des Reichen ist ein endloses Thema für den Habenichts.
tü] Zenginin malı zü eoğürdün çenesini yorar.

Der Besitz ist neun Zehntel des Gesetzes.
England

Der Besitz schützt.

Der Besitzer der Kuh geht nah bei ihrem Schwanz.
Färöer - Inseln

Der Besitzer des Hauses weiß, wer darin ist.
Jemen

Der Besitzer des Hauses weiß, wo sein Dach leckt.
Tschad

Der Besitzer des Hundes gehorcht seinem Hund nicht.
Pygmäen

Der Besitzer des kleinen Pakets erkennt es.
Sambia

Der Besitzer des Leoparden fürchtet sich nicht vor ihm.
Kamerun

Der Besitzer eines fröhlichen Herzens wird immer mehr Freude finden.
Kenia

Der Besitzer hat einen Kopf, der groß ist.
Uganda

Der Besitzer kann enteigneten werden.
Kenia

Der Besitzer von fünf Münzen gibt sich den Anschein von doppelt so viel.
Sri Lanka

Der bessere Gelehrte ist der, der den besseren Mantel trägt.
Spanien

Der bessere Hund bekommt den schlechtern Knochen zu nagen.
Russland
fr] A bon chien il ne vient jamais un bon os.
fr] Au chien qui d'aboyer s'égueule jette un bon os en la gueule, in continent il se taira.
fr] Jamais à un bon chien il ne vient bon os.

Der bessere Satz ist auf dem Grund.
Estland

Der bessert sich nicht, der sich nicht betrübt.
Finnland

Der bessert sich sehr, der mit den Guten umgeht.
ndt] He betert sik sêr, de mit dem guden ummegeit.

Der Best hat die Gais gestohlen.

Der Best' hat'n Sack gestohlen.
Bayern
i] Wer sich zu sehr entschuldigt, gibt sich schuldig

Der best Hauss-Rat ein fromm Weib.

Der best Huusroth (Hausrat) in 're brave Frau b'stoht.
Hauenstein im Aargau

Der Best ist keinen Batzen wert.
nl] De best van die allen is een boefe.
nl] De best van hen allen deugt niet veel.

Der best' Pfaff ist nex nutz.
Ulm

Der best Rebler (Kletterer) kan o z' Tod g'keie.

Der Beste (o. Bravste, Schönste) hat die Geiß gestohlen.

Der beste Acker bringt allein keine Frucht.
it] Buona terra ha bisogno di lavoratore.

Der beste Advokat, der schlimmste Nachbar.

Der beste Affe lässt den Zapote fallen.
Nicaragua

Der beste Anker ist das Haus (o. die Stube).
i] Anker bezeichnet bei den Alten Zufluchtsort, alles, worauf man baut und sich stützt
la] Ancora domus. Terenz

Der beste Arzt ist die Zeit.
Ungarn

Der beste Arzt ist jederzeit des eigenen Menschen Mässigkeit.

Der beste Arzt ist oft (o. meist) der schlechteste Patient.

Der beste Arzt ist oft der schlechteste Patient.

Der beste Arzt wird in die Hölle gewünscht.

Der beste Ausweg ist meistens der Durchbruch.

Der beste Bauer ist ein Schelm.

Der beste Baum bringt auch wohl eine kröpliche (krüppelige) Frucht.

Der beste Baum bringt ungleiche Frucht.

Der beste Bergmann ist noch kein Goldschmied.
i] Erze ausspüren ist etwas anderes als sie bearbeiten, es gehört zu jedem ein eigenes Talent.

Der beste Bissen kommt an den ärgsten Hund.
Jiddisch

Der beste Bote, wenn man selber geht.
fr] Il n'est point de meilleur messager que soi-même.
nl] Daar men zelf gaat, woordt men door geen bode bedrogen.
nl] De beste bode is de man zelf.
it] Non vi è così buon messo, quanto il padron istesso.

Der beste Brauer macht einmal schlechtes Bier.

Der beste Brunnen wird erschöpft.

Der beste Doktor ist die Zeit, die festeste Mauer die Ewigkeit.

Der beste Dünger für die Erde ist der Fuß des Besitzers.
Frankreich

Der beste Erzieher ist jener, der sich allmählich überflüssig macht.
Norwegen

Der beste Feind ist der enthauptete.
Tadschikistan

Der beste Feind ist derjenige, der mich fürchtet.
Wales

Der beste Flicken ist der vom selben Stoffe.
Spanien

Der beste Freund auf Erden ist der Pfennig in der Tasche.

Der beste Freund des Menschen ist sein Hund.
England

Der beste Fuhrmann wirft einmal um.

Der beste Gedank' liegt oft unter der Bank.

Der beste Gefährte ist, wer ohne zu beschönigen spricht; der beste Herr, wer ohne Beschämung zuhört.

Der beste Gewinn kommt aus Arbeitsschweiß.
dk] Gavn skal med ervedes gieldes.

Der beste Glaube ist bares Geld.
nl] Het beste geloof is gereed geld (of: een gelders geloof).

Der beste Gottesdienst ist die Pflichterfüllung.

Der beste Griff ist, das zu erhalten, was man gern hat und jedem zu sagen, was er gern hört.

Der beste Hammer kann kaltes Eisen nicht breit schlagen.

Der beste Handel ist keinen Kreuzer wert.
Wienerwald
i] Hier in der Bedeutung von Prozess

Der beste Hausmeister ist der Wirt selber.
nl] Geen beter hofmeester dan de waard zelf.

Der beste Hausrat ist, nicht alles kauffen.

Der beste Heilige ist der, so vier Hinterbacken hat.
z] Welcher-Heilige hat vier Hinterbachen, i nun, der heilige Ehestand.

Der beste Herr könnte noch besser sein.
fr] Il n'est bon maistre qui ne faille.

Der beste Herrgott ist der in der Tasche.

Der beste Honig verdirbt im unreinen Glas.

Der beste Humor kommt aus der Küche.

Der beste Hund verliert zuweilen die Spur.

Der beste Jäger kommt oft leer nach Haus.
nl] De beste jager en zijn hond doen wel eens een' vergeefschen sprong.

Der beste Jäger lügt mehr, als er jagt.
Kuba

Der beste Jurist, der schlimmste Christ.
nl] Hoe grooter jurist, hoe boozer Christ.

Der beste Kampf ist der gegen uns selbst.
Arabien

Der beste Kampf ist oft der gegen sich selbst.
Marokko

Der beste Karren kann umwerfen.
en] The best cart may overthrow.

Der beste Käse ist der Erste, in den Mäuse beißen.
Norwegen

Der beste Katz vertrint auch a mol a Maus.
Schwaben
en] A good marksman may miss.
en] It is a good horse that never stumbles.
en] Many a good cow has a bad calf.
fr] A bon pêcheur souvent anguille échappe.
nl] Aan de beste kat kann eene muis ontloopen.
it] Al migliore pescatore pesci scappano.
sp] No hay pescador que pesque todos los peces.

Der beste Kegler kann einen Pudel werfen.

Der beste Kegler kann wohl einmal einen Pudel werfen.

Der beste Krieg ist eine goldene Angel.
i] Er trägt selten so viel ein, als er kostet.

Der beste Kriegsvorteil ist, aus einem heimlichen (und inheimischen) Feind einen öffentlichen machen.

Der beste Krug verliert einmal den Henkel.

Der beste Kutscher kann umwerfen.
i] Auch der Geschickteste macht Fehler.

Der beste Läufer ist die Lüge.
Wales

Der beste Liebestrank ist, liebenswürdig sein.
i] Man hatte früher für beide Geschlechter Liebestränke, welche die Kraft besitzen sollten, Liebe gegen gewisse Personen zu erzeugen. In Rom und Alexandrien war dies für Juden ein bedeutender Handelsartikel. Einige dieser Geheimnisse findet man in Albertus Magnus; noch deutlicher lernt man sie in der Verteidigung kennen, welche der Römer Apulejus gegen seinen christlichen Schwiegervater aufsetzte, der ihn anklagte, seine Tochter mittels eines Philtrums zur Heirat bewogen zu haben. Die wahren Liebestränke sind Jugend und Gesundheit. Manche betrachten auch Schokolade als Liebestrank; aber man kann zehn Tassen Schokolade trinken, ohne liebenswürdig zu werden.
la] Ut ameris, amabilis esto.

Der beste Mann auf Erden wird nie vollkommen werden.
Aargau

Der beste Mann hat oft ein böses Weib.
nl] Daar had nooit goed man kwaad wijf.

Der beste Mantel ist der, den ich besitze.
Wales

Der beste Marzipan wird wurmstichig, wenn man ihn zehn Jahre aufhebt.

Der beste Mensch ist der, der den Menschen nützt.
Arabien

Der beste Mensch wird manchmal zornig,
Kein Liebespaar kann immer kosen -
Die schönsten Rosen selbst sind dornig,
Doch schlimm sind Dornen ohne Rosen.
Bodenstedt, Die Lieder des Mirza Schaffy

Der beste Mist fällt von des Bauern Stiefeln.
Schweden

Der beste Mönch ist, der sich selbst überwindet.
it] Quello è vero monaco ch'in tutto vince se stesso.

Der beste Nachbar bleibt der, den man von weitem grüßt.
England

Der beste Name ist, den ich besitze (mein eigener).
Wales

Der beste Prediger ist die Zeit.

Der beste Prediger ist, der mit Sack und Pack predigt.
i] In voller geistiger Rüstung, wie die zu ihrer Zeit beliebten und berühmten beiden Oberdomprediger zu Magdeburg, Dr. Siegfr. Sack (gestorben 1596) und Dr. R. Bake (gestorben 1657), deren beide Namen zu der obigen Redensart im 17. Jahrhundert Veranlassung gaben, in welcher der Volksmund den beiden Männern ein ehrendes Denkmal schuf.

Der beste Prozess ist des Teufels Kochtopf, worin Neid, Zorn und Hass gesotten wird.

Der beste Prozess ist nicht des Teufels wert.
i] Wenn er für eine gute Sache geführt wird, so hat er mindestens den Wert, das verletzte Recht zu verteidigen.
it] Muovi lite, acconicio (accordo) non ti falla.

Der beste Prozess ist nichts nütz.
fr] Le meilleur procès ne vaut pas un mauvais accommodement.

Der beste Rat heißt: geradezu!

Der beste Rat ist in der Not: Mensch, hilf dir selbst, so hilft auch Gott!

Der beste Rat oft einen schlimmen Ausgang hat.
dk] Beste raad har tit værst udgang.
sd] All gjärning lyckas intet.
sd] Wålmeent råd slår ofta feelt.

Der beste Rat steht im mittleren Grad.

Der beste Rat wird auf dem Kissen gefunden.
Dänemark

Der beste Rat, der zu geben sei, ist die Deutschen, wie die Juden, in alle Welt zu zerstreuen, nur auswärts seien sie noch erträglich.
Goethe (1749-1832), W. v. Humboldt (1767-1835), 17./18.11.1808

Der beste Ratgeber ist das Kopfkissen.
dk] Paa hoved-puden finder man beste raad.
it] La notte è madre di consiglio.

Der beste Richter muss Wasser trinken.
i] Bestechungen und Geschenke sind für ihn keine Quelle des Wohllebens.

Der beste Schlafgesell ist ein gut Bett ohn ein Schlafgesellen.

Der beste Schuldner will erinnert sein, 's Bezahlen fällt ihm sonst nicht ein.
la] Vel optima nomina non appellando fiunt mala.

Der beste Schutz ist Unschuld.
Wales

Der beste Schwimmer wird zum Schluss ertrinken.
Jüdisch

Der beste Seemann segelt wohl gegen eine Klippe (einen Pfahl).

Der beste Segen, der mir gedeiht,
Ist der gute Name zu aller Zeit.

Der beste Sklave ist noch nicht so viel wert als der schlechteste Sohn.
Tschad

Der beste Spiegel ist der, welcher verschönert.
fr] Il n'est si bon miroir que plus belle que soi.

Der beste Spiegel ist ein alter Freund.
en] The best mirror is an old friend.

Der beste Spieler ist derjenige, welcher gewinnt.
en] He plays best (well) who (tat) wins.
it] Quegli che vince, è il miglior giuocatore.

Der beste Spieß hat oft den schlechtesten Stiel.

Der beste Staat ist der, der die meiste Polizei hat.
i] Ein Ausspruch des preussischen Ministers Kühlwetter, bei Gelegenheit der Schöpfung des Instituts der Constabler.

Der beste Steuermann ist zuerst im Hafen.
nl] De geschickteste stuurman komt het eerst in de haven.

Der beste Teil jeder Mahlzeit ist der erste.
Irland

Der beste Umgang ist mit seinesgleichen.
dk] I omgængelse skal man vige den større, lide den ringere, og holde sig til sin liige.

Der beste Umgang, der da mag sein, ist ein Weib, gut, rein und fein.
fr] S'il n'y avait pas de femmes, les hommes seraient des ours mal léchés.
it] Donna dabbene vale un gran bene.

Der beste Umgang, der mag sein, ist ein Weib, gut, rein und fein.

Der beste Vogel ist derjenige, den ich fange.
Wales

Der beste Wahrsager ist, wer nicht zurät.

Der beste Wanderer muss vorangehen.
la] Optimus viator praeire debet.

Der beste Weg aufzuwachen, ist, es ohne Sorge zu tun.
Peru

Der beste Weg, das göttliche Licht zu sehen, ist, die eigene Kerze auszulöschen.
England

Der beste Weihrauch kommt von alten Bäumen.
Schlesisch, 17. Jh.

Der beste Weihrauch kommt von den ältesten Bäumen.
nl] De beste wierook komt van de oudste boomen.

Der beste Wein ist der Gänsewein. [Gänsewein = scherzhaft für Wasser].

Der beste Wein schmeckt nicht gut allein.
z] Ein Glas Wein lieb ich nit allein.

Der beste Wein verdirbt in schmutziger Kanne (o. Flasche).
dk] God drik fordaerves i et skident kar.

Der beste Weizen hat seine Spreu.

Der beste Wille ist der feste Wille.

Der beste Winter taugt nichts.

Der Beste wird immer ein Bester sein,
Auch wenn sich die Zeiten erneuen,
Und nur wer selber kein echter Stein,
Hat die Feuerprobe zu scheuen.
Börries von Münchhausen, Gedichte

Der beste Wirt ist ein Schelm.

Der beste Wurf im Spiel ist, gar nicht spielen.

Der beste Wurf in Karten ist, wenn man sie ins Feuer wirft.
la] Vix fovet undecimum, sed pauperat alea multos.

Der beste Wurf ist: nicht würfeln.
Spanien
sp] El mejor lance de los dados es no jugarlos.

Der beste Wurf mit den Würfeln ist, sie wegzuwerfen.
es] El mejor lance de los dodos, es no jugarlos.

Der beste Zeitpunkt, einen Baum zu pflanzen, ist vor zwanzig Jahren. Der zweitbeste Zeitpunkt ist heute.
China

Der besten Dinge Bestes ist das Brot.
Indien

Der besten Katz' kann eine Maus entrinnen.
Luzern

Der besten Katze kommt eine Maus hinaus.

Der Betbruder (Scheinheiliger) ist ein Teufel ohne Feuer.
Sizilien

Der betretene Weg trägt kein Gras.
ndt] An Wâi diar altidj gingen waardt, diar wêkst nian gêrs.
Amrum
en] Grass grows not upon the high-way.
fr] A chemin battu il ne croit point d'herbe.
nl] Op een pad, dat veel begann wordt, wost geen koren.
nl] Op eenen betreden weg wast geen gras.
sd] Det wäxer intet gjärna grås å allmanna wägen.

Der Betriebsame bekommt immer, entweder in den Mund oder auf den Rücken.
Estland

Der Betrug gilt nichts, er werde denn dem Gewandten (o. Durchtriebenen) gespielt.
i] Einen Tölpel zu überlisten ist keine Kunst.

Der Betrug ist der beste Meister, er verspricht viel und hält wenig.

Der betrug ist zweyerley, gut und böss.
z] Dass ist ein guter betrug und ein kunststuck dardurch man dem schendlichen betrug den Hals kan abstechen.
la] Bonus dolus est, quo malus pellitur.

Der Betrug kehrt zu seinem Herren zurück.
fr] Tricherie revient à son maître.

Der Betrug lauert im Dunkeln.
la] Latet anguis in herba. Virgil

Der Betrüger betrügt sich selbst.

Der Betrüger bleibt dem Betrogenen vor den Füßen.
Estland

Der Betrüger hat keinen Galgen.
Estland

Der Betrüger kommt dem Betrogenen unter die Füße.
z] Oft hört man im Leben das Sprichwort, dass der Betrüger dem Betrogenen unter die Füße kommt. Niederschlesische Zeitung, 1877

Der Betrüger prügelt sich selbst.
Estland

Der Betrüger trägt eine doppelte Last.
Indien, Chittagong

Der Betrüger unterliegt dem Betrogenen.
it] L' inganna tore cade a pié dell' ingannato.

Der Betrüger wird oft der Betrogene.

Der Betrüger, wie die Biene, hat Honig im Munde und Galle im Schwanz.
Spanien

Der betrügt alle Christen.

Der Betrunkene ist in der Obhut des Nüchternen.
Ägypten

Der Betrunkene sagt, was der Nüchterne denkt.
Schweden

Der Betrunkene wird seinem Wesen nicht untreu.
Japan

Der Bettel ist ein Orden, worinnen viel zu Herren worden.

Der Bettel kauft Fürsten und Herren aus.

Der Bettelmann ist fertig.
i] Von jemandem, dessen Vermögen dahin ist
la] Ad manticam res rediit.

Der Bettelmönch ziert den Priesterstand wie der Esel den Roßmarkt.

Der Bettelsack an der Wand und Staat auf der Straße.

Der Bettelsack gesellt sich zu ihm.
i] Er gerät in Armut

Der Bettelsack hat ein offenes (o. gähnend) Maul, sagt nie: es ist genug.
nl] De bedelzak heeft een gat.

Der Bettelsack hat einen langen Zettel, man trägt aller Welt Garn darein.

Der Bettelsack hat keinen Boden.
nl] Der bedelaren hand is eene bodemlooze mand.
nl] De bedelzak heeft geen' boden.
nl] Eene bedelaars tasch is nooit vol.

Der Bettelsack ist dem Bettler nicht hinderlich.

Der Bettelsack ist ein Freibrief zum Stehlen.

Der Bettelsack stehet nit zu füllen.
nl] Dat vult den bedelzak niet.
la] Mendici pera neu impletur.

Der Bettelsack ward (wird) nie voll.
z] Bettelsack wird nimmer voll, wie man ihn füllt, so bleibt er hohl.
en] A beggars purse is always empty.
fr] Le sac des mendians n'a point de fonds.
it] Il sacco de mendici non ha fondo.
la] Mendicorum loculi semper inanes. Zenodot
pt] Fardel de pedinte nunca he cheio.

Der Bettelstab geleitet nicht in den Himmel, ein seidenes Kleid geleitet nicht in die Hölle.
Estland

Der Bettelstab ist das härteste Holz.
Nürtingen

Der Bettelstab ist der schwerste.
Estland

Der Bettelstab ist kein Holz für ihn.

Der Bettelstab ist noch niemandem verbrannt.
Niederösterreich
i] Sei jemand noch so reich, er ist vor seinem Lebensende nicht vor Armut geschützt

Der Betteltanz geht zu Ende.
i] So antwortete der Dichter Blankenburg auf seinem Sterbebette, als sich Seume nach seinem Befinden erkundigte

Der Bettler behält seinen Quersack.
i] Der Arme wird schwerlich reich

Der Bettler bestellt seine Herberge nicht.
ndt] De Bedler bestellt sin Harbarge nich.

Der Bettler bittet sich einen Sack.
Estland

Der Bettler braucht nur zwei Dinge zum Leben: den Weg ins Land und den Stock in der Hand.

Der Bettler dankt, solange der Mund naß ist.
Estland

Der Bettler feiert sechs Tage in der Woche und am siebenten sitzt er vor der Kirche.

Der Bettler feiert sechs Tage, und am siebenten sitzt er vor der Kirche.

Der Bettler geht in den Bauerhof, wo er Brot bekommt, auch wenn der Hund bellt.

Der Bettler Glocken läuten: Tragt her, mehr her, gebt mir, mangelt ihr.

Der Bettler greift nie fehl.

Der Bettler hat das Recht, den König um ein Feuer zu bitten. Spanien

Der Bettler hat eine geheizte Kammer, jeden Tag warmes Brot.
Estland

Der Bettler hat Fett und Mehl, Haus und Hof, Kisten und Kasten bei anderen Leuten.

Der Bettler hat hundert Rubel in (seinem) Stab.
Estland

Der Bettler hat immer gebackenes Brot.
Estland

Der Bettler hat vollauf: ohne Müh' (o. Sorg) und Arbeit.

Der Bettler hat vom Räuber nichts zu fürchten.
Irland

Der Bettler ist dankbar, solange sein Mund feucht ist.
Estland

Der Bettler ist des Armen Bruder.
Estland

Der Bettler ist des Hauses Hexe.
Estland

Der Bettler ist immer für seinen Sack.
Estland

Der Bettler ist so wenig wert wie seine Rede.

Der Bettler ist Stolz, kein Dieb zu sein.

Der Bettler kann auch vor dem Räuber singen.
it] Il mendicante può cantare dinanzi al ladro.

Der Bettler kann nicht tragen, was er sich erbettelt hat.
China

Der Bettler kommt nicht mit einem Tragekorb. Kosi, Afrika (Armut macht bescheiden)

Der Bettler lacht über das, worüber auch die Hausangehörigen lachen.
Estland

Der Bettler nimmt nichts übel.
i] Weil man geschenktem Gaule nicht ins Maul sieht

Der Bettler Noten in ihrem Gesang sind: Soll - soll, mi - mi, soll - soll, mi - mi.

Der Bettler sagt nie: es ist zuviel.

Der Bettler sammelt Brot, der Weise Worte.

Der Bettler schlägt kein Almosen, der Hund keine Bratwurst, der Krämer keine Lüge aus.

Der Bettler stirbt, der König stirbt, die Welt bleibt immer beim alten.
Estland

Der Bettler treibt das goldene faule Handwerk, davon er sechs Tage feiert und den siebenten vor der Kirche sitzt.

Der Bettler verachtet weder Brot noch Strömlinge.
Estland

Der Bettler verdient mit Geschichten und Liedern seinen Unterhalt.
Estland

Der Bettler, der den Bettler anbettelt, wird nie reich. Jamaika

Der Bettler, der um Krümel bittet, erhält mehr als der, der um Brote bittet.
Indien

Der Bettler,
Der Ritter worden, jagt sein Pferd zu Tod.
en] Beggars mounted run their horse to death.
Shakespeare (1564-1616), König Heinrich VI., Dritter Teil, I, 4

Der Bettlerstab ist die schwerste Bürde.
Estland

Der Bettzipfel wird's heilen.
Breslau
i] Über Nacht, oder im Schlaf wirds besser werden

Der Beutel eines Prozessierenden und eines Verliebten muss mit Spinnweben geschlossen sein.
i] Beide müssen leicht hinein können und dürfen das Geld nicht schonen.

Der Beutel ist immer golden, der klare Himmel blau.
Estland

Der Beutel macht beredt.

Der Beutel öffnet Kerkertüren.

Der Beutel unserer Begierden ist mit Lauchblättern zugebunden.
la] Cupidinum crumena porri folio vincta est.

Der Beutel, in dem das Gold von einem anderen liegt, ist leer.
Island

Der Beutelschneider hat einen sicheren Handel, er hat blankes Geld, wenn die Arbeit getan ist.
en] A cut-purse is a sure trade, for he has ready money when his work is done.

Der beutelt (schüttelt) die Schläg ab, wia de Hund d' Flöh.
Wien

Der bewegte Stein hat keinen Seetang.
Altgriechisch
i] Der Unstete wird keine Reichtümer sammeln

Der bewegte Vogel der Aufregung zerstört sein Nest.
Gabun

Der Beweibte hat viel Sorgen, aber der Ehelose noch mehr.
Finnland

Der Beweis des Puddings besteht darin, ihn zu essen.
Spanien

Der bezahlte Knecht hat den Arm gebrochen.

Der Bezuoldâch bléift nemessten ouss.
Siebenbürgen/Sachsen
hdt] Der Bezahltag bleibt niemandem aus.

Der Biankoon rührt sich.
i] Unter dem 24. Juli 1870 schrieb man aus Florenz: Seit ein paar Tagen hört man hier tausendmal das Wort: 'Der Biankoon rührt sich.' Sie fragen, was das bedeuten soll, und ich muss Sie darauf anweisen, dass alle geistreiche Völker darin eine Aehnlichkeit mit einander haben, sich bisweilen in eine Narrheit zu verlieben. Erinnern wir uns, wie vor einigen Jahren ganz Paris von dem Rufe wiederhallte: voila Lampert, der gar keinen Sinn hatte. Was nun unsern Biankoon betrifft, so führt dieser Name jene eben nicht sonderlich schöne Statue des Neptun, die auf der Piazza della Signoria zu sehen ist und die Autoren des: 'der Biankoon rührt sich' hatten dabei im Sinn, anzuzeigen, dass Garibaldi sich rühre. (Breslauer Zeitung 1870

Der Bibel fehlt nichts, als dass sie nicht Geld bringt.

Der biegsame Zweig des Baumes bricht nicht leicht ab.

Der Bien muss, ging es auch ans (o. ums) Leben.
i] Nach einer Anekdote, wonach ein Russe erzählt, dass in seinem Vaterlande die Bienen so groß wie in Deutschland die Sperlinge seien, und auf die Frage, wie sie zu den kleinen Fluglöchern hineinkönnten, antwortete: 'Der Bien muss.' Man gebraucht die sprichwörtlich gewordene Redensart mit oder ohne den spätern Zusatz, um irgendeinen unvernünftigen, widersinnigen, lächerlichen Zwang zu charakterisieren.

Der Biene allein hat Gott von Geburt an die Wissenschaft eröffnet.

Der Bienen Schwärmen ist für das Ohr der Imker ein angenehmes Lärmen.

Der Bienenstock des Glücks enthält mehr Wachs als Honig.

Der Bienenstock wird geheiratet, das Klopfholz wird zu Hause gelassen.
Estland

Der Bier morwelt en soanjt (singt): ech bän der Grest, ech bän der Grest.
Schässburg

Der Bierbrauer kann dumm sein, aber der Malzbrauer muss klug sein.

Der Biernarr ist schlimmer als der Branntweinnarr.
Estland

Der Biernarr ist selten, der Kwaßnarr immer ein Narr.
Estland

Der billigste Weg, einem Mann in dieser Welt weiterzuhelfen, besteht darin, Blumen auf seinem Grabstein anzuhäufen.
Australien

Der Bindfaden ist ihm ausgegangen.
i] Er hat den Zusammenhang verloren, in Preußen auch von männlicher Schwäche.

Der biologische Standpunkt der äußeren (englischen) Politik ist klar. Erstens: Bündnis mit unseren Kolonien und der geographischen Isolierung vorbeugen durch Zusammenschluß der angelsächsischen Rasse; zweitens bereit sein, Deutschland zu bekriegen, weil es vernichtet werden muss.
Saturday Review, am 1.2. 1896

Der Birkenpilz ist sicherer vor dem Blitz als der Birkenbaum.
Moskau

Der Birkenstock ist des Hirtenjungen Lohn.

Der birn mag ich nicht fressen.

Der Bisam wurde so gemein und so umhergeworfen, dass sich selbst die Kühe seiner bedienten.
i] Von kostbaren Sachen, wenn sich ihrer gemeine Leute bedienen, oder von Personen höhern Ranges, die mit Leuten umgehen, die ihres Umgangs unwürdig sind.

Der Bischof ist wie ein zweiherrischer Bauer, wenn's ihm der Kaiser nicht recht macht, so beruft er sich auf den Papst, macht's ihm der Papst nicht recht, so beruft er sich auf den Kaiser.

Der Bischof von Magdeburg und Halberstadt hatte einen Narren, Claus Narr genannt. Dieser trennte einmal seines Herrn Bettdecke auf und verstreute die Federn im ganzen Zimmer, wobei der Hund des Bischofs mit dem Namen Lepsch anwesend war. Als der Bischof ins Zimmer trat und die verstreuten Federn sah, wollte er wissen, wer das gewesen sei. Der Hund Lepsch lief mit offenem Maul zu seinem Herrn, was der Narr Claus wiederum sah. Der Narr sprang herbei und hielt dem Hund das Maul zu und rief: 'Lepsch, lass nicht schnappen!' Dieser Ausruf wurde wegen der häufigen Wiederholungen danach zum Sprichwort, um andere zu erinnern, von einem ihnen bekanntem Vorfall nicht zu sprechen.)

Der Bischof weihet nit allwegen.

Der Bismarck muss noch so klein werden, dass er aus der Hand eines ehrlichen pommerschen Junkers gern ein Stück Brot frisst, sagte Herr von Diest-Daber, da schob ihm der Wärter einen Napf Bohnensuppe in die Zelle.
i] Bezieht sich auf den Beleidigungsprozess gegen den Herrn von Diest-Daber im Mai 1877, der wegen der ausgesprochenen Beleidigung des Fürsten Bismarck zu Gefängnisstrafe verurteilt wurde.

Der Biß einer Eidechse soll neunmal mehr weh tun als derjenige einer Schlange.
Estland

Der Biss vom eignen Hunde schmerzt mehr als vom fremden.

Der Bissen hat den Schluck im Geleite.
Litauen

Der Bissen im Munde stirbt ihm.
i] Wirkung einer überraschenden, erschütternden Mitteilung

Der Bissen in der Hand hat noch weit zum Munde.
la] Casus utrumque dirimunt os sepe bolumque.
sd] Langtaer stundom mallom mun ok sagha (sawe).

Der Bissen, den man unter Tränen isst, wird übel verdaut.
la] Que masticatur flendo male mica voratur.
sd] Thz wardher illa swlghit som gratande wardher aetith.

Der bissige Hund zeigt seine Zähne nicht.

Der Biswind im Brachmonat windet Korn ins Land.
Luzern
i] Nordwind, genauer Nordostwind, von Bys, Bise, allem. Bisa, ital. Bisa. Daher bisen, stark wehen.

Der bittere Bissen wird lange gekaut.
Walisisch

Der bitterliche Wein soll der bessere sein.
it] Vino amaro, tienlo caro.

Der bitterste Kummer auf der ganzen Welt ist der, wenn man bei aller Einsicht keine Gewalt in den Händen hat, das Vorausgesehene abzuwenden.
Herodot

Der blanke Hans klopft ans Fenster.
i] So sagt man auf den Halligen der Nordsee, wenn das über das Wiesenland getretene Meer seinen Schaum gegen die Häuser der Wurthhügel, d.h. der Erhöhungen, auf denen die Häuser erbaut sind, spritzt.

Der Blasbalg lässt sich treten.

Der blasse Neid.
mhd] Grüene gel und weitîn sol diu nîtvarwe sîn.

Der blaue Dienstag.
z] Den Dienstag in der Marterwoche nannte man vorzeiten den blauen Dienstag wegen den blawen Striemen des Herrn Jesu.

Der blaue König.
i] Die Brandenburger hatten unter Max Emanuel von Bayern gegen die Türken gefochten, die ihn 'den blauen König' wegen seiner hellblauen Uniform nannten.

Der blaue Montag führt zum grauen Dienstag.

Der bleibe aus der Küche, der nicht braten kann.
mhd] He blyve buten der köken, de nicht en broden kan.
la] Cauponam fugiat, obelum qui vertere nescit.

Der bleibt auf seiner faulen Haut, der allen Dingen misstraut.

Der bleibt gewiss ein verderbtes Kind, der mehr verzehrt, als er gewinnt.

Der bleibt keine Lüge im Halse stecken.
i] Von einer argen Schwätzerin.

Der bleibt selten rein, der mit fünf Dingen wird gemein: mit kleinen Kindern, weichen Eiern, roten Füchsen, schachernden Juden und alten Büchsen.
z] Von roten Füchssen, Juden alt, von alten Vetteln vngestalt, von weichen Eyern, jungen Kinden, tut man gar selten einen finden, er sey auch, wie er will, geflissen, das er kumm dannen vnbeschissen.

Der bleibt stehen, wo man ihn hinstellt.

Der Bleistift Gottes hat kein Radiergummi.
Haiti

Der Blenny wird nie den Wal schlagen.
Marshallinseln

Der Blick der Kröte kann keine Schlange töten, aber der Blick der Schlange die Kröte.
Surinam

Der blind ist geborn und der das Gesicht hat verlohrn, kann einer dem anderen nichts verweisen.

Der Blinde (d.i. der Narr) geht mit dem Sieb zum Fluß, der Verrückte hilft mit der Mistgabel nach.
Estland

Der Blinde fragt den nackten Kerl, ihn zu führen.
Färöer - Inseln

Der Blinde fragt nicht, wie teuer das Öl ist.

Der Blinde fürchtet keine Geister.
Myanmar

Der Blinde gibt einen bösen Wegweiser.

Der Blinde hadert nicht mit dem Busche.
Surinam
i] Der Abhängige muss schweigen können, der Arme muss nicht recht haben wollen.

Der Blinde hält, der Nichtsehende (od. Narr) tritt (mit dem Fuß).
Estland

Der Blinde hat keine Augen und sagt, dass ein Auge riecht.
Afrika

Der Blinde hat keinen höhern Wunsch als die (o. zwei) Augen.
Türkei
dä] Hvad kærer den blinde uden atat han ei kand see.
la] Organa visina (visina) sunt ceco plus dolitina (dolitina).
sd] Hwat kaare thaen blinde wtan sin öghon.

Der Blinde hofiert (pinkelt) auf dem Dache und glaubt, die Leute sehen ihn nicht.
i] Von einem Pinsel, der glaubt, es bemerke niemand seine dummen Streiche, so offen er sie auch treibt.

Der blinde Hund hofft auf einen lahmen Fuchs.
Kirgisien

Der Blinde isst die Fliegen im Spinate, wenn er auch noch so viel Ekel davor hat.

Der Blinde isst und wird nicht satt.
Jemen
i] Sehen trägt zur Sättigung bei

Der Blinde isst viel Mücken.

Der Blinde ist besser dran als derjenige, der vor Scham niemand ansehen darf.

Der Blinde ist schon mit dem Bettelstab zur Stelle, obwohl die Moschee noch im Bau ist.
Aserbaidschan

Der Blinde kann mit dem Stock erkennen.
Estland

Der Blinde kennt nicht den Weg, der Betrunkene keine Ruhe.
Russland

Der Blinde lacht über den Lahmen.

Der Blinde liebt den Blinden.
Arabien

Der blinde Mann sieht des Nachbarn Fehler.
Antigua/Barbuda

Der Blinde sagt, dass das Auge übel riecht.
Afrika, Haussa

Der Blinde schluckt manche Fliege mit hinter.
en] The blind eat many a flie.

Der Blinde sieht bei Tag soviel als bei der Nacht.
i] Er ist daher gar kein so schlechter Beobachter.
dä] Den blinde seer saa meget om natten som om dagen.

Der Blinde sieht so viel als ein Maulwurf.

Der Blinde singt nicht umsonst.
it] Per niente l' orbo non canta.

Der Blinde soll nicht über Farbe urteilen.
la] Caecus ne judicet colore.

Der Blinde spottet des Hinkenden.
fr] La pelle se moque du forgeron.

Der Blinde sucht eine Nadel in der Scheune und der Lahme macht einen Korb, sie hinein zu werfen.
i] Wenn völlig ungeeignete Kräfte sich zur Lösung einer Aufgabe verbunden haben, oder dafür verwandt werden. Eine ähnliche Redensart hat auch das folgende neugriechische Sprichwort: Der Blinde sieht eine Nadel, welche in die Streu gefallen ist, und der Taube sagt ihm, wo sie nach dem Schall hingefallen sein kann.

Der Blinde tappt so lange bis er fällt.
i] In Warschau lautet ein jüdisch-deutsches Sprichwort: Bojden (Boden, Heuboden) Bojden, aus Bojden. Wird in Sachen gebraucht, die eine Zeit lang hinhalten, bis sie ein trauriges Ende nehmen. Das Bild ist von einem Blinden entnommen, der auf dem Heuboden so lange herumtappt, bis dieser seinen Füssen entschwindet und er dann zur Erde fällt.

Der Blinde trägt den Lahmen zum Laternenfest - du borgst dir meine Beine, ich borg mir deine Augen.

Der Blinde trägt den Lahmen.
nl] De blinde draagt den kreupele.

Der Blinde träumt stets, als wenn er sähe.

Der Blinde verlacht den Lahmen.
en] The pot calls the kettle black.
fr] La pelle se moque du fourgon.

Der Blinde verliert nur einmal seinen Stock.
Tadschikistan

Der Blinde verliert seinen Stecken nur einmal.
Kasachstan

Der Blinde weiß erst, dass du ihn gesehen hast, wenn du ihn auf den Kopf haust.
Nigeria

Der Blinde will (Fremden-) Führer sein.
Kassuben

Der Blinde will alles sehen, der Stotternde über alles reden und der am wenigsten Verstand hat, am meisten klug sprechen.
bm] Breptavý nejvíc chce mluviti, kulhavý schoditi, slepý vidĕti, bezmlý dĕlati a blázen mudrovati.

Der Blinde wirft sich gern zum Führer auf.
Kassuben

Der Blinde wünscht nichts als ein paar gesunde Augen.

Der Blinden Leiter und Blinde fallen beide in die gruben.

Der Blindesiehet so viel als ein Maulwurf.

Der blindeste der Blinden: ein unverständiger Mensch.
Wales

Der blindsch Elias kit mät dem donnerwäder.
Siebenbürg.-sächsisch
hdt] Der blinde Elias kommt mit dem Donnerwetter.

Der Blitz entdeckt Dinge, die die Papierlaterne nicht aufdecken kann.
China

Der Blitz geht vorm Streich.

Der Blitz kommt aus der Wolke, der große Mann aus seinem Volke.

Der Blitz macht alles licht, da es finster war.

Der Blitz schlägt dort ein, wo kein Blitzableiter ist.
Spanien

Der Blitz schlägt immer nur im Gipfel ein.
i] Hochgestellte Menschen sind am meisten Angriffen oder sonstigen Gefahren ausgesetzt.
fr] La foudre ne tombe que sur les sommets.
fr] Le foudre tombe tousjours sur la teste des plus hauts pins et pardonne aux humbles arbrisseaux.
la] Feriunt summos fulgura montes. Horaz

Der Blitz schlägt in keine Brennsessel.
Ungarn

Der Blitz schlägt in keine Sennhütte.
Bayern

Der Blitz schlägt nicht in die Nesseln.
Montenegro

Der Blitz schlägt nicht jedesmal ein, wenn es donnert.
Frankreich

Der Blitz schlägt nie zweimal am selben Orte ein.
USA

Der Blitz schlägt niemals da ein, wo das Ungewitter tobt.
Spanien

Der Blitz schlägt öfter in den einzelnen Baum des Bauern, als in den Wald des Gutsherrn.

Der Blitz trifft den, der rennt.
Ungarn

Der Blitz trifft eher einen Turm als eine Hütte.
en] Better be the head of an ass than the tail of a horse.
en] Better the head of a dog than the tail of a lion.
nl] De bliksem en de nijd gaan de kleine huisjes voorbij, en slaan op te groote torens.
it] E meglio esser capo di gatto, che coda di leone.
it] E meglio esser testa, di luccio che coda di storione.
la] Tutior in terris locus est, quam sedibus altis.

Der Blitz trifft immer das Haus ohne Blitzableiter.
i] Das Unglück trifft immer die Armen und Schwachen.
sp] Allá cae la centella donde no hay pararrayos.

Der Blitz trifft mehr Bäume als Grashalme.

Der Blitz trifft nur die Spitzen der Türme.

Der Blitz trifft öfter den Baum des Bauern als den Wald des Edelmannes.
Russland

Der Blitz und die Liebe verschonen das Kleid und versengen das Herz.
es] El rayo y el amor, la ropa sana, y quemado el corazón.

Der Blitzt trifft nicht immer wenn es donnert.

Der Block aus Holz (Holzklotz) sollte nicht dem Schnitzer diktieren.
Neuseeland

Der Blocksberg, wie der deutsche Parnass,
Hat gar einen breiten Gipfel.
Goethe (1749-1832), Faust I (Genius der Zeit)

Der Blödheit der Frauen kommt man zu Hilfe.
i] Man entschuldigt ihre Rechtsunkenntniss

Der Blutegel hört auch zeitig auf.
i] Nämlich zu saugen
ndt] Se en hôrt ôk bytyden up.
la] Mittit hirudo cutem nunquam nisi sanguine plena.

Der Blutegel läßt erst dann von der Haut ab, wenn er sich vollgesogen hat.
la] Non missura cutem nisi plena cruoris hirudo.

Der Blutegel setzt sich an keine kranke Beule.
i] Er will gesundes, nicht verdorbenes Blut
bm] Pijavka néchytá se vředu.

Der Blutegel will nicht anbeißen, sagte Doktor Schluckmeier, als er ihn an die Lederhosen gesetzt hatte.

Der Blutegel, der nicht loslässt, wenn sie gefüllt ist, stirbt auf dem trockenen Land.
Mosambik

Der Blütentage sind nicht viel.

Der Bluthund Seel, der Hellen Queel.

Der Blutsfreund macht oft das meiste Herzeleid.

Der Boasiekranke schmückt sich in dunkler Nacht.
Surinam
i] Nur bei Einfältigen giltst du für einen klugen Mann.

Der Bock bleibt nicht ohne Bart.
i] Natur verleugnet sich nicht

Der Bock dient nicht zum Gärtner.

Der Bock fand Wasser und badete seinen Bart.
i] Von denen, welche ein Glück, das ihnen zu Teil wird, ohne Maß und Ziel genießen.

Der Bock geht an.

Der Bock hat die Weinrebe gebracht.
Tirol
i] Darum wird z.B. in Unteretsch kein Bock, der in ein Weingut kommt, gepfändet, während anderes Klauenvieh in den Pfandstall getrieben wird.

Der Bock ist aus dem Garten.
Ostpreußen
i] Sagt man von Kindern, die mit Schmollen (Maulen) aufgehört haben.

Der Bock ist aus dem Haus, aber der Gestank ist darin geblieben.

Der Bock ist ihn angegangen.
i] Er hat Glück, gute Einnahmen gehabt.
z] Du host reacht Geld eignomme, dir ist der Bock anganga.
i] Vielleicht nimmt man an, dass hier der Teufel als Bock, wie sonst als Drache, Geld und Schätze herbeitrage.

Der Bock ist im Garten.
i] Von kleinen Kindern, wenn sie muckisch sind.

Der Bock ist im Stalle, des Bockes Hörner sind draußen (o. der Bock ist drinnen und die Hörner draußen). Was ist das?
Der Degen (o. Säbel).
Rätsel aus Litauen

Der Bock ist kein guter Gärtner.

Der Bock kriegt andres Haar, aber er bleibt was er war.
nl] De bok verandert wel van haar, maar niet van nukken.

Der Bock lässt sein Stoßen nicht.

Der Bock lässt wohl vom Bart, aber nicht von der (o. seiner) Art.

Der Bock stößt.
i] Wenn Kinder aus Eigensinn weinen, so sagt man: sie bocken, hören sie damit auf, so haben sie ausgebockt.

Der Bock taugt nicht zum Gärtner.

Der Bock trägt (oft) einen Tugendrock.

Der Bock trauet der Geiss, was er selbst wohl weiß.

Der Bock verlässt sich auf seine Hörner.

Der Bock weiß, dass er Hörner hat.
dk] Bukken veed at han har horn.
dä] Bukken veed at han har horn.
la] Parata tollo cornua. Horaz

Der Bock will aus dem Garten nicht, der Mund will von der Schwarten nicht.

Der Bock, der nur mit einem Horne geboren ist, wird sich dasselbe leicht abstoßen.

Der Bock, so nicht mehr springen kann, der Geissen je soll ledig gan.

Der Boden bleibt dem Auslachenden, der Frauen Ende (= der Rest) dem Lachenden.
Estland

Der Boden brennt dort, wo Feuer ist.
Afghanistan

Der Boden des Eßkorbes macht sehr schlechte Musik.
Schwarze in den USA

Der Boden ist nass, eh' der Blinde verstopft das Fass.

Der Boden nahe am Fluss ist feucht, die Bäume nahe am Berge sind hoch.

Der Boden trägt gut, wenn der Herr selber das Beste tut.
dk] Den jord bliver frugtbar hvor huusbonden selv viiser hvad der skal giøres.

Der Boden tragt's nit.

Der Boden wankt unter seinen Füßen.
i] Er hat einen starken Rausch. Der Redensarten, womit mau das Trinken geistiger Getränke wie das Trunkensein in seinen verschiedenen Graden bezeichnet, sind sehr viele. Er ist abgefallen. Er ist abschüssig gebaut. Er hat sich einen Affen angetrunken. Er hat sich einen angekrümelt. Er ist angeraucht. Er ist angeschoßen. Er ist angestochen. Er macht Augen wie ein gestochener Bock. Er macht gläserne Augen. Er sieht aus wie eine Gans, wenn's wetterleuchtet. Er sieht aus wie ein gestochen Kalb. Er hat sich einen Bart gemacht. Er kann nicht mehr über den Bart spucken. Er sieht einen kalenberger Bauer für 'ne Erdbeere an. Er hat zu viel gebechert. Er hat sich begabet (begiegelt, beknillt, bekneipt, bepumpelt, beschlumpert, besäbelt, beduselt). Man hat ihn begraben. Die Beine versagen ihm den Dienst. Er kann auf keinem Beine mehr stehen. Er hat sich was bene getan. Er hat sich (ist) benebelt. Er ist berauscht. Er hat sich beschlumpert. Er ist besoffen. Er ist besoffen wie ein Schwein. Er ist betrunken. Das Bett tanzt mit ihm. Er hat sich bezecht. Er hat einen hinter die Binde gegoßen. Er ist blau. Er hat Blei an den Füssen und Pech an dem Hintern. Er ist blindhagelvoll. Er ist vom Bock gestoßen. Er sieht den Bock für den Gärtner an. Er ist bombenvoll. Er hat auf einen Bösewicht ge sattelt. Er geht breitspurig. Er weiss nicht mehr, ob er ein Bübli oder ein Maidli ist. Die Buchstaben schwimmen ihm vor den Augen. Er sieht die Buchstaben doppelt. Er macht mit dem Chausseegraben Bekanntschaft. Cunradi, hahl na di. Er ist dabei gewesen. Er hat was im Dache. Er hat einen dito. Er sieht doppelt. Er hat ein Dünstchen. Er hat über den Durst getrunken. Er kann nicht um die Ecke kommen. Er ist fertig. Das Feuer schlägt ihm aus dem Gesicht. Er kann's mit dem Finger reichen. Er geht flöten (s.d.). Seine Frau wird ihre Freude an ihm haben. Er hat einen Frosch unter der Zunge. Er riecht nach Fuselbulle. Er hat runde Füsse. Er will mit den Füssen hebräisch schreiben. Er ist gedeckt. Er hat ein gut Gefälle. Er geht als wenn alle Häuser ihm gehörten. Er geht wie die Donau bei Dillingen. Er ist geliefert. Er hat sich was zu Gemüthe geführt. Er hat genug. Er hat geschnapst. Er liegt etwas hoch in der Gewerbesteuer. Es spukt ihm im Giebel. Er hat ein Glas zu viel getrunken. Er kann 's Glas nicht mehr an den Mund bringen. Er hat zu tief ins Glas geschaut. Er bleibt im Glase über Nacht. Er hat Glasaugen. Er hat ein Gläschen über den Durst getrunken. Er hat das Gleichgewicht verloren. Er macht mit Gott und der Welt Schmollis. Er ist gut. Er hat des Guten zu viel gethan. Er hat einen Haarbeutel (Haarschwanz). Er ist mit einem Hering durch den Hals geschoßen. Es kommt ihm schon zum Halse heraus. Er hat. Er hat einen Heiligenschein. Er ist herumgeführt. Er sieht ein Fuder Heu für eine Pelzmütze an. Er hat einen Hieb. Er sieht den Himmel für eine Bassgeige (Dudelsack) an. Er ist hin. Er füttert die Hühner. Er sieht einen weissen Hund für einen Mühlknappen an. Er legt Hundshaare auf. Er hat den Hut auf Einem Ohr. Er hat einen Igel im Leibe. Er ist illuminirt. Er ist Hans Immerdurstig. Er hat die Jacke voll. Er hat einen Jesuiten (ein Jesuiterlein). Er hat einen Jesuiterspitzel. Er kälbert. Er bindet Kälber an. Dem Kamerad wird unwohl. Er ist katzendick. Er hat den Katzenjammer. Er hat sein Kind. Er meint, der Kirchthurm wollte eine Menuet mit ihm tanzen. Er läd't alles zur Kirmes. Er ist knüll. Der Kopf ist ihm schwer. Er hat etwas im Kopfe. Er säuft sich ein Kopfkissen. Er kotzt wie ein Gerbershund. Er hat Krakehlwasser getrunken. Er kreuzt. Er hat was in der Krone. Er hat das Krügelchen zu oft marschiren lassen. Er hat schwer geladen. Er hat sich an den Laden gelegt. Er hat seine Ladung. Er hat zu stark lackiert. Er laviert. Er kann kaum noch lallen. Die Leber schwimmt ihm. Er hat eine durstige Leber. Er nimmt einen auf die Lunge. Er hat sich den Magen überladen. Er ist über sein Mass gegangen. Er trinkt mit Massen (massweis). Das Maul steht ihm nicht mehr stille. Der Mond macht ihm ein schiefes Gesicht. Er hat Moses' Zunge. Er hat den Mund verfehlt. Er hat eine Musterkarte im Leibe. Er hat sich die Nase begoßen. Er hat zu viel unter die Nase gegoßen. Seine Nase blüht wie eine Rose. Seine Nase sieht aus, als ob sie der Zimmermann mit Röthel gemessen hätte. Er ist nudeldick. Er hat etwas im Oberstübchen. Er ist im Oberstübchen nicht richtig. Er war an einem guten Orte. Er hat zu viel gepichelt. Er macht einen pas frisé. Er trinkt sich einen Pelz, damit ihm der Narr nicht erfriert. Er versteht sich aufs Pichen. Er ist nicht mehr vom Platze zu bringen. Er hat pokulirt. Er ist pudelhageldick. Er hat einen Rausch. Er hat ein Räuschchen. Er ist satt. Er ist ein Saufaus. Er hat schief geladen. Er schießt nur noch. Er sieht Schleifkannen am Himmel. Er nimmt einen Schleppsäbel mit nach Hause. Er hat über die Schnur gehauen. Er hat zu viel geschöppelt. Er kann das Schlüsselloch nicht mehr finden. Er ist schräg. Er hat sich schwarz gemacht. Er schwebt. Er holt sich einen Schwips. Er hat einen Schuss. Er segelt mit vollen Segeln. Er segelt gegen den Wind. Er ist selig. Er ist gut gesegnet. Er hat gesoffen wie ein Loch. Er sieht zwei Sonnen. Er kann über keinen Span mehr pissen. Er hat einen Spitz. Er hat eine Spitze. Er kann mit der Sprache nicht mehr fort. Er findet die Spur nicht mehr. Er spürt den Spiritus. Er hat Staffetten nach Speier geschickt. Er hat einen Stalleimer leer getrunken. Er ist steif. Er ist sternblinddick. Er hat einen Stich. Er sieht ein ein Paar Stiefeln für ein Messerbesteck an. Er ist bis zum Stolpern. Er stolpert über seine eigenen Beine. Die Strasse ist ihm zu enge. Er hat einen Strich. Er geht den SS-Strich. Er ist im Sturm. Er hat seinen Talis. Er taumelt. Er taumelt nach Haus. Er sieht den Teufel für ein Eichkätzchen an. Er hat sein Theil. Er kann die Thür nicht mehr finden. Er hat in den Thran getreten. Er sieht die Thurmspitze für einen Zahnstocher an. Er hat ein Tipschen. Er ist unterm Tische. Er hat die Tramontane verloren. Er fällt die Treppe hinauf. Er trinkt auf den künftigen Durst über drei Wochen. Er trinkt ohne den Bart zu wischen. Er ist toll und voll. Er ist à tout. Er hat einen Tummel. Er hat viel übergebeugt. Er hat sich übernommen. Er ruft Sanct-Ulrichen. Er ulricht. (?) Seine Unterthanen wollen nicht mehr. Er ist unzurechnungsfähig. Er hat etwas zu viel. Er ist voll. Er ist voll bis obenhin. Er ist so voll, dass er's mit den Fingern im Halse fühlen kann. Er ist voll wie ein Pole. Er ist voll wie ein Stiefel. Er hat sich gut vorgesehen. Er wackelt. Er ist weg. Er hat die Wegsteuer nicht mehr. Er ist vom Wein geworfen. Er spürt den Wein. Der Wein spricht aus ihm. Die Weingeister spuken in ihm. Er fährt mit Weitspur. Die Welt geht mit ihm herum. Er will die Welt umarmen. Noch einen gegen 's böse Wetter. Er geht im Zickzack. Er hat einen guten Zug am Hals. Er hat sich gut zugedeckt. Er ist bös zugerichtet. Die Zunge geht ihm auf Stelzen. Die Zunge ist ihm schwer. Er kann die Zunge nicht mehr heben. Seine Zunge stösst an. Er spricht in fremden Zungen. Er geht zu zweien nach Haus. Er bringt einen mit. Er hat einen Kanonenrausch. (Rottenburg.) Er hat einen Rausch wie ein Buckliger. Er geht selbander nach Haus. Er hat Oel am Kopp. Er hat einen Dampf (Dampis, Dampus). Er hat einen Schwips. Er hat einen Stibis. Er hat sich einen gekauft. Er hat sich bespitzt. Er hat einen gehagelten Rausch. Er hat etwas unter den Troppen. Er ist im Tran. Er ist im Tritt. Er ist halb sieben. Er ist angetrunken. Er hat sich betudelt. (Schlesien.) Die Zunge ist ihm gelähmt. (Schlesien.) Er hat etwas im Krüsel. (Schlesien.) Er hat der Flasche auf den Riemen getreten. Er hat die große Krausen ergriffen. Er hat den Willkomm (großes Trinkgeschirr) erhascht. Sie haben ihm nichts zu trinken gegeben. Er hat einen Sares (Troppau) - einen Stirum, einen Zapfen, Zopf. Er hat etwas unter der Kappen. (Nürtingen.) Er hat einen Rachenputzer genommen. (Pennsylvanien.) Er hat einen Fetzen. (Wien.) Er ist ein Bürger zu Kandelberg. Er sieht eine schwarze Kuh für eine Kapellen an. Er hat eine Krête. (Schlesien.) Er hat auf den Bock geladen. (Altenburg.) Er schielt mit den Beinen. (Berlin.)
ho] Hij heeft het hooi binnen. - Hij heef een geducht kleusen in. - Hij speelt den Landmeter. - Hij zet zijn ligchaan op steckwater. - Hij loopt met den lijmpot. - Hij is bucten Westen. - Hij vrijt Trui met éien vor. - Hij kan de kleine stuntjes niet zien. - Hij heeft het voor zijne ster. Men laat hem naae de sterren kijken. - Hij is zoo dronken als een steel. - Hij muet er één dun gesneden. - Hij zíet er twee voo één. - Hij heeft nulle voelen. - Hij is in het vuur geweest. - Hij is in het vuur verguld. - Hij is in den Heere. - Hij is halfzalig. - Hij is een lijk. - Hij heeft de hondenzickle. - Hij heeft de hoogte. - Hij is behoorlijk op de hoogte. - Hij is op de hoogte van partij. - Hij is stukkerig. - Hij heeft een stuk in. - Hij heeft een stuk in zijn kroog. - Hij is knips. - Hig heeft een' knip weg. - Hij heeft er eenige achter de knoopen. - Zijn kompos is van de pen.
ejng] You have eaten some Hull cheese. (Hull ist berühmt wegen starken Bieres, Ale)

Der Bogen bricht und wird ein Spazierstock, die Hacke nutzt sich ab, und nur der Griff bleibt übrig.
Nigeria

Der Bogen ist gespannt, aber der Pfeil ist noch im Köcher.
nl] De boog is al dikwijls gespannen, eer men den pijl uit den koker haalt.

Der Bogen will nicht immer (o. mag nicht stets) gespannt sein.
en] A bow long bent at last waxeth weak.
fr] L'arc, toujours tendu, se gâte.
nl] De boog kan niet altijd gespannen zijn.
it] Chi troppo assotiglia, si scavezza.
sd] Om man spänner bågen för högt, så brister den.

Der Bogen, welcher droht, trifft nicht stets.

Der Bogenschütze, der ein schlechter Schütze ist, hat eine Lüge bereit.
Mexiko

Der Bohnengarten grinst, der Rübengarten lächelt, wenn du ohne zu kosten an ihnen vorbeigehst.
Estland

Der Bolz findet die Meise wohl.
nl] Den bolt vint die mese wael.
la] Saepe licet parva sit avis, perit illa sagitta.

Der Bolz trifft auch wohl einen Spatz.
ndt] De bolte vindt ôk wol eine musche.
la] Nonne sagîtta potest volucrem vel caedere parvam?

Der Bootshaken gemeinsam, das Essen gemeinsam.

Der Bootsmann (am Steuerruder) hat das Glas geschüttelt.
i] Ist zu früh umgekehrt
fr] Le timonier a mangé le (du) sable.

Der Bootsmann erreichte die Landung teilweise durch Ziehen, teils durch Loslassen.
Ägypten

Der Borger ist Lehners Knecht.
dk] Borger og buur dem skiller kem en muur.

Der Borger muss auf den Zahler denken.

Der borgt ohn pfand, der hat ein Wurm im verstand.

Der bös gedenkt, dem gibt Gott bös.

Der Böse (od. der Teufel) schleppt den Menschen von Ast zu Ast (= von Stufe zu Stufe).
Estland

Der Böse ändert wohl den Ort, aber nicht den Sinn.

Der Böse ärgert den Guten, denn an den Bösen wagt er sich nicht.
es] El malo al bueno enoja, que al malo no osa.

Der Böse bemerkt nur den Fehler an dem, der hundert gute Eigenschaften hat; das Schwein wühlt nur den Schlamm im Lotusteiche auf.
Indien

Der böse Charakter vertraut in der Not nicht auf den Beistand anderer: ruft er ihn an, so geschieht es ohne Zuversicht: erlangt er ihn, so empfängt er ihn ohne wahre Dankbarkeit: weil er ihn kaum anders denn als Wirkung der Torheit begreifen kann.
Schopenhauer (1788-1860), Grundlage d. Moral, 22, Metaphysische Grundlage

Der Böse denkt immer an Betrug.
es] El malo siempre piensa engaño.

Der Böse flieht, wann ihn schon niemand jagt.
la] Mali semper timent.
la] Qui sceptra dura saevus imperio regit, timet timentes, metus in autorem redit.

Der böse Gedanke klopft, wenn man auch Türen und Fenster verstopft.

Der Böse geht Vieh hüten, hängt sich an den Ochsen.
Estland

Der Böse Geist ist tot, aber er hat seinen Sohn zu seinem Nachfolger bestimmt.
Arabien

Der Böse gibt keinen Rückschoß, der Schlechte keinen Lakenzipfel.
Estland

Der Böse glaubt an die Schlechtigkeit, der Gute an die Tugend.
Brasilien

Der Böse hat kein größern Feind als sich selber.
la] Vitato ut hostem temetipsum, si es malus.

Der Böse hat Krallen, der Dreckige (= der Schlechte) Augen.
Estland

Der Böse ist am schlimmsten, so er fromm sein will.
dk] Naar den onde vil synes god, da er han værst af alle.

Der Böse ist ein Kieselstein, je mehr man darauf schlägt, je mehr Feuer gibt er.

Der Böse ist eine Kohle, sie brennt oder schwärzt.

Der Böse ist immer böse, denn so er sich fromm stellt.

Der Böse ist nie böser, als wenn er sich fromm stellt.

Der Böse ist nie schlimmer, als wenn er fromm tut (scheint).

Der Böse ist nimmer böser, dann so er sich fromm stellet.
la] Simulata probitas, duplex nequitia.
un] Akkor legroszszabb a' rosz, midön magát jónak tetteti.

Der Böse ist wie ein Fußeisen, man werfe ihn wie man will, so tut er schaden.
pl] Kiedy złodzieja wieszają, rad by zeby s nim wszystkich powieszano.
pl] Zly człowiek rad by wszystkich zgubił, gdy sam ginie.

Der Böse ist wie ein Hundswadel, so lange man den in Händen hat, ist er gerade, lässt man ihn aus der Hand, so ist er krumm, wie seine Art ist.

Der Böse ist wie ein Klette, die Stacheln stehen allzeit über sich.

Der Böse kann dem Guten wohl drohen, aber er kann ihn nicht schrecken.
la] Minae et metus nihil integrum ortae movent.

Der Böse kann nicht lieben.
Wilde, Die Herzogin von Padua

Der böse Kuckuck, das schlechte Gänschen, am boshaftesten war das Fohlen.
Estland

Der böse März hat ein arges Herz.

Der Böse nimmt aus der Schöpfkelle. das schlechte Wort aus dem Kessel.
Estland

Der Böse scheut das Licht wie der Teufel das Kreuz.
bm] Zlosti kdo strojí, svĕtla se bojí.
dä] Den onde skyer lyset som fanden korset.
nl] De kwade schuwt het licht gelijk de duivel het kruis.
nl] Die quade schuwet dat licht als die duvel dat cruce.
la] Demon ipse crucem fugit ut malus undique lucem.

Der Böse stirbt im Dorf, der Ehrliche im Walde.
i] Der Schlechte wird reich
Bantu

Der böse Trieb ist zu Anfang dünn wie Spinnenfaden, aber bald wird er stark wie Wagenseile.

Der Böse verleumdet den anderen, der Unbedeutende lobt sich selbst.
Estland

Der Böse vertreibt Böses mit Bösem, der Gute durch Gutes.
la] Trudunt malo mali malum, boni bono.

Der Böse wird schon den Einschuß bringen, wenn die Weberin den Aufschlag schärt.
Estland

Der bösem Weibe kann entsagen, der kann von großem Glücke sagen.
it] Gran fortuna passa, chi la donnaccia lascia.

Der Bösen Freud' wird ihnen Leid.

Der Bösen Freude ist der Guten Herzeleid.

Der Bösen Freundschaft wird nicht alt.
la] Sunt mane amici, vespere aversi mali.

Der Bösen Furcht und der Guten Liebe ist des Lebens schönster Lohn.
dk] Lad de onde sa frygte dig at de fromme kand elske dig.

Der Bösen Glück ist ihr (großes) Unglück.

Der bösen Grund wendet Gott zur Stund.

Der bösen ist das meiste.

Der bösen Katze eine böse Ratte.
i] Boshafte Menschen vertragen keine gute Behandlung
fr] À mauvais chat mauvais rat.

Der Bösen Missfallen ist ein schönes Lob.

Der bösen schonen, heißt den frommen schaden.
dk] Hvo som sparer de onde, forderver de fromms.

Der Bösen Tod ist der Frommen Gnade.

Der Bösen Wohlstand ist der Frommen Jammer.

Der bösen Zeitung Gift macht krank den Boten.
en] The nature of bad news infects the teller.
Shakespeare (1564-1616), Antonius und Cleopatra I, 2

Der böseste Hund bekommt den besten Bissen.
nl] De kwaadste hond krijgt 't beste been, de beste hond heeft veeltijds geen.

Der böseste Hund schweigt, wenn er mit Fleisch geworfen und auch der ärgste Feind wird versöhnt, wenn man ihn mit goldenen Pfeilen schießt.

Der Bösewicht denkt, alle anderen seinen ihm gleich.

Der Bösewicht sieht in jedem anderen seinesgleichen.

Der Boshafte glaubt dem Gerechten nicht.
Estland

Der Boshafte verunglückt, der Neidische verschwindet, der Böse hat nirgends einen Platz.
Estland

Der Bosheit dünkt es nie zu viel, sie muss aussprechen, was sie will.

Der Bosheit fehlt selten eine Zielscheibe, nach der sie schießen kann.
England

Der Böss ist nimmer bösser, dann so er sich fromb stellet.
la] Simulata probitas, duplex nequitia.
un] Akkor legroszszabb a' rosz, midön magát jónak tetteti.

Der böste Hund kriegt das zerissenste Fell.

Der Böswillige hat keine Wolle, der Faule keine Schafe.
Estland

Der Bote isst, während das Pferd läuft.
Korea
i] Und er wird für dessen Schnelligkeit gepriesen

Der Bote ist schon auf dem Wege.

Der Bote kann nicht entgelten, was im Briefe steht.
dk] Budskab maae jeg baere ansvar jeg ey vaelge.

Der Bote kann nichts für den Schaden, den sein Meister angerichtet.

Der Bote kann seinen Auftrag noch so gut bestellen, aber was für Antwort (Bescheid) er erhalten wird, kann er nicht wissen.
la] Jussa queofari responsis non dominari.
sd] Budskap ma jak frambaera answar ma jak ey walda.

Der Bote steht für zwei.
[RSpW]
i] Das Zeugnis des Gerichtsboten hatte volle Beweiskraft aber nur bezüglich der Ladung, in anderen Stücken konnte er häufig gar kein Zeugnis ablegen, oder es hatte wenigstens keine größere Beweiskraft als das eines anderen Zeugen.
mhd] Der bote steit vor Zwene.

Der Brand nimmt die Schuhe von der Wand.

Der Brand wird vom Feuer leicht ergriffen.

Der Brand zieret den Krieg, wie das Magnificat die Vesper.

Der Brandschwanz raucht noch.
i] Es ist noch Gefahr da
z] Wir müssen uns nicht fürchten vor dem Grimm des Brandschwanzes, der noch ein wenig raucht.
Luther

Der Branntwein - ein Zauberer, das Bier - eine Hexe.
Estland

Der Branntwein ist der Alten Gehstock und die Jungen halten sich dran.
ndt] Der Branntewei es d'n Allene er Gêestecke on di Jonge halle sich drô ô.
Meiningen

Der Branntwein ist ein schlechter Botengänger: man sendet ihn nach unten, und dann kriecht er gar nach oben.
Jiddisch
i] Nämlich in den Kopf

Der Branntwein macht nichts Gutes.
ndt] De Branwin maket nix Goes.
Lippe

Der Branntwein sagt: 'Vertreib die Zeit!' Das Bier sagt: 'Verweil noch!'.
Estland

Der Branntwein stürzt das Haus ein.

Der Branntwein zeigt sich im Gesicht.
nl] Men kan hem de brandewijn (Jenever) wel uit sijn gezigt tappen.

Der Branntweinpfad ist der kürzeste zum Friedhof.
Niederlande

Der brät sich die Vögel zum Schmaus, der sich dieselben zuerst holt aus dem Nest heraus.

Der Braten schmeckt ihm nicht.

Der Braten verbrennt, während der Koch tanzt.
i] Während man seinen Vergnügungen und Zerstreuungen nachgeht, geht die Hauptsache verloren.
fr] Pendant que vous vous amuses, le rôt brûle.

Der Braten war verzehrt, als er kam.

Der Bratenwender ist sein liebstes Instrument.

Der Brauch bildet Gesetze.
Italien

Der Brauch des Urwaldes kommt in die Stadt.
Brasilien

Der Brauch ist der Herrscher in allem.
Pindar, nach Herodot

Der Brauch ist kein Gesetz, hat aber dessen Kraft.
Bulgarien

Der Brauch ist löblich, Missbrauch sträflich.
la] Usus habet laudem, crimen abusus habet.

Der Brauch lehret alles.
z] Ein jeder der mag zusehen was seines Landesgelegenheit ist, darnach achte er sich, denn der Brauch lehret alles.

Der Brauch muss dem Rechte (o. Gesetze) weichen.
[RSpW]

Der braucht keinen Prediger, der sich nicht bessern will.
en] He tat will not be saved needs no preacher.

Der braucht viel Brei, welcher jedem den Mund stopfen soll.

Der Brauer und die Bäckerin haben nicht einerlei Sinn.
nl] Brouwers bidden om goeden, bakken om duren tijd.

Der Brauer verwässert das Bier, wenn man es zu sehr lobt.
Kenia

Der Bräundel hat ihn geschlagen.
i] Er hat zu viel getrunken

Der Bräutigam des Guten ist das Böse, der des Lebens der Tod und der der Liebe das Auseinandergehen.
Malaysia

Der Bräutigam ein Schaf, in der Ehe ein Zahn.
Estland

Der Brautschatz ist ein Gottesheller.
i] Oft aber nur ein Konfektteller, den man ansieht

Der brave Junge sagte: Ich bin der Mann; nicht: Mein Vater war's.

Der brave Mann antwortet, wie er gefragt wird.
es] Acometa quien quiera, el fuerte espera.

Der brave Mann hilft, wo er kann.

Der brave Mann tut seine Pflicht
Und tat sie (Ich verhehl es nicht),
Eh' noch Weltweise waren.
Schiller, Gedichte: Die Weltweisen

Der Bravste hat die Gans (o. Geiß) gestohlen.
i] Spott gegen übertriebenes Selbstlob. Der Dieb will der Ehrlichste sein. Ironisch, wenn sich jemand wegen Verdachts mit sehr wenig durchgreifenden Gründen zu rechtfertigen sucht.

Der Brei ist fertig.
nl] De brij is gaar.

Der Brei ist unsere Mutter.
pl] Kasza mat' nasza.

Der Brei wird nicht so heiß gegessen, als er aufgetragen (o. aufgegeben) wird (o. vom Feuer kommt).

Der Bremsen Hochgezeit vergeht, so der Augest Ende hat.

Der Bremsen ist leichter wehren als der Schmeissfliegen.

Der bricht noch den Finger im Arsch ab.
i] Hat ganz besonderes Missgeschick

Der Brief ist wie das Antlitz des Abwesenden.
Jemen

Der Brief redet.
i] Wenn man sich auf ein Schriftstück, eine Urkunde, eine Sache, die vorgezeigt werden kann, beruft.

Der Bringende bringt das Ernteglück (weg), der Leihende bringt das Brotglück (weg).
Estland

Der Bringer ist willkommen, sagte der Bote, da brachte er dem (faulen) Sohne die Nachricht, dass der (reiche) Vater gestorben.

Der bringt den Strick mit, an dem er gehängt werden soll.

Der bringt viel auf und webt wenig ab.
i] Von einem Lügner

Der Broch var alle Bröch.
Jüdisch-deutsch, Warschau
hdt] Der Bruch für alle Brüche.

Der Brot hat, dem leiht man Brot.

Der Brotschneider soll jährlich drei Hemden bekommen, die anderen (bekommen) zwei Hemden.
Estland

Der Bruch einer Verlobung ist keine kleine Angelegenheit.
Afrika

Der Bruder erkennt schon den Bruder.
Estland

Der Bruder gibt dem Bruder, die Liebe allen.
Estland

Der Bruder ist dem Bruder schlimmer als ein Fremder.
Estland

Der Bruder ist mein, doch sein Verstand ist sein.

Der Bruder ist nicht vom Haken zu nehmen, die Schwester nicht unter dem Rockrand (zu suchen).
Estland

Der Bruder nimmt mit zwei Händen, die Schwester mit einer.
[RSpW]
i] Es war eine Härte, dass die männlichen Verwandten ein unbedingtes Vorzugsrecht vor den weiblichen genoßen. Man suchte sie allmählich zu mildern und beschränkte jenes Recht auf gewisse Grade der Verwandtschaft, oder man ließ die Töchter gleichzeitig in der Erbfolge zu, gestattete ihnen aber, wie das obige Sprichwort sagt, geringere Teile)
fries] De broder last an de lowa mil tom handen und di suster mit sure hant.
fries] Es tritt, wenn der Vater gestorben, an dessen Stelle aus dem rigischen Ritterrecht: de öldester bröder i, o jungesten Richter)

Der Bruder verfängt die Schwester.
[RSpW]
i] Er ist gesetzlicher Erbe des Gutes.
fries] De broder verunanget di suster.

Der Brüllaffe sendet nicht den Coaita.
Surinam
i] Der letztere wird für klüger gehalten als der erstere. Art lässt nicht von Art.

Der brüllende Löwe tötet kein Wild.
Tansania

Der Brunnen ernährt den Hausstand.

Der Brunnen gehört dem einen Haus, das Seil dem anderen, ein drittes Haus hat mit großem Lärm Wasser geschöpft.
Indien

Der Brunnen ist der Ort, wo Klatsch und Tratsch zusammengetragen werden.

Der Brunnen ist für mich eine Hauptsache, das nächste Wasser ist eine Viertelstunde entfernt, sagte der Milchhändler, als man ihn fragte, warum er wegen desselben einen langen Prozess führe.

Der Brunnen muss Weg und Steg haben.

Der Brunnenschöpfer zieht nicht recht am Rad, wenn er leere für volle tauscht.

Der Brunzscherben ist ihm ins Bett gefallen.

Der Brustton der Überzeugung.

Der Bube bleibt ein Bube auch unter dem Chorrock.
i] Das Amtskleid gibt die Würde nicht, der Mann muss dem Amte Ehre machen.

Der Bube katzbalgt sich mit dem Jungen.
Tschechien

Der Bücher Wohlgeschmack würzte schon immer die Welt. Nur gute Ernte bringt des Tuschebeckens Feld.
China

Der Buchstabe ist des Antichrists Schwert und aller Sekten Großmutter.

Der Buchstabe ist ein Sklave.
en] The letter killeth, but the spirit giveth life.
fr] La lettre tue, et l'esprit vivifie.
it] La lettera uccide e lo spirito vivifica.
la] Litera enim occidit, spiritus autem vivificat.
sd] Bokstafwen dödar, men anden giôr lefwande.

Der Buchstabe tötet, (aber) der Geist macht lebendig.
2. Korinther 3, 6

Der Buchstabe tötet, aber er errötet nicht.
la] Litera non erubescit. Demokrit

Der Buchweizen ist nicht eher sicher, als bis er im Magen ist, sagte der Bauer, da fiel ihm der Pfannkuchen in die Asche.

Der Buchweizen muss von einem Reiter zu Pferde in vollem Galopp ausgestreut werden.
i] Im gewöhnlichen Maße anderer Getreidearten würde er nur wenig Seitenzweige treiben

Der Buckel bringt's, der Wanst verschlingt's.
Russland

Der Buckel des Schulzen drückt auf die ganze Gemeinde.
Russland

Der Buckel juckt ihm (schon wieder).
i] Von solchen, namentlich Knaben, die allerhand mutwillige Streiche machen, obwol sie wissen, dass sie dafür bestraft werden.
ndt] De Puck'l jäökt em. Altmark
z] Es sticht und juckt noch vil der Buckel nach Streichen.
la] Dorsum prurit.

Der Buckel juckt mich nicht.
i] Was soll ich kratzen, mich geht die Sache nichts an.

Der Bucklige kennt seine Lagerstätte.

Der Bucklige schläft nicht auf dem Rücken.

Der Bucklige sieht nicht seinen eigenen Höcker, sondern den des Nachbarn.
Brasilien

Der Bucklige sieht seinen Buckel nicht, aber den seines Gefährten.
fr] Le bossu ne voit pas sa bosse et voit celle de son confrère.
sp] El corcovado no ve su corcova, y ve la de su compañero.

Der Bucklige sieht seines Nachbars Höcker wohl, aber nicht den eigenen.
fr] Le bossu ne voit pas sa bosse et voit celle de son confrère.
it] Un gobbo vede la gobba del compagno e non la sua.
sp] El corcovado no ve su corcova, y ve la de su compañero.

Der Buddha aus Lehm ermahne nicht den Buddha aus Ton.
China

Der Buddha der Pagode in der Nähe ist nicht heilig.
Vietnam

Der Buer es wie 'ne Mehlsack, wie men drop klop, kümmt Stopp raus.
Bedburg

Der Büffel bedarf wohl des Stachels, aber das Ross nur des Zaumes.
Bulgarien

Der Büffel gehört dem Mann mit dem großen Stock.
Hindi, Indien
i] Die Macht regiert

Der Büffel kann sich nicht über seine Stärke vor dem Elefanten rühmen.
Gabun

Der Büffel prahlt nicht mit seiner Kraft, wenn der Elefant da ist.
Afrika

Der Büffel tötete den Mann, der dachte, er wüsste alles.
Uganda

Der Büffel tut sich nicht groß mit seiner Kraft, wenn der Elefant da ist.
Bantu

Der Buhler Hertz ist ein Taubenhaus, die eine fleugt ein, die andere aus.

Der Buhler lest wie ein zeck nit nach, er gehe denn darob zu stucken.

Der Buhler Lust ist kurzer Tanz und lohnt mit einem Dornenkranz.

Der Buhler lust weret so lang als ein kurtzer Tantz, und schmertzt und schändt biss ans lebens end.

Der Buhler seckel ist mit lauchblettern zugeknüpfft.
i] Er bleibt nicht zu, er öffnet sich immer wie von selbst, weil man mit diesen Blättern weder Schleifen noch Knoten schürzen kann.
it] Gli amanti legano la borsa con un filo di ragnatelo.
la] Amantium marsupia porri folio vinciuntur.
un] A nöszö legény nem kémélli költségét.

Der Buhler weiss wohl, was er begehrt, aber er weiß nicht, was es ist.
mhd] De boler wet, wat he begert, mer he en wet nicht wattet is.
dä] Boler veed hvad han begierer, men ei hvad han skulde begiere.
la] Amans quid cupiat scit, quid valeat non videt.
la] Scit bene quod poscit, sed quid scit, nescit amator.

Der Buhler Zank ist der Liebe Anfang.

Der Buhler Zorn ist der Liebe (o. Buhlschaft) Sporn.

Der Buhlschaft Art nie beständig ward.

Der Buhlschaft niemand pflegen mag, still heimlich einen ganzen Tag.

Der Bulle (Stier) ohne Hörner wird 'Sharpy' genannt.
Nepal

Der Bulle ist die halbe Herde.'

Der Bund bringt uns auf den Hund.

Der Bund und das Reich Gottes währen ewig.
Aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges

Der Bur dur sini Müh im Koth, erhält, was reitet und was goht.
Schaffhausen

Der Bûr ist am armsten, wenn er d' frucht in der Schür hed.
Luzern

Der Bur ist ein Slur.

Der Bûr muss die schwere Uehri im Boden inne suche.
Luzern
i] Er muss tief pflügen, wenn er schwere Frucht ernten will

Der Bureauschimmel (Büroschimmel).
i] Das alte verknöcherte Bureauwesen

Der Bürge ist des Gerichtes Protokoll.
[RSpW]
i] Zu einem vollständigen Gericht gehört ein Gerichtsschreiber, wo er fehlte, musste er, wie es noch jetzt die bayersche Gerichtsordnung gestattet, durch zwei eigens zugezogene Zeugen ersetzt werden.

Der Bürge muss selber bezahlen.
[RSpW]
i] Wenn der Schuldner nicht bezahlt. Nach einigen Rechten hat der Gläubiger sogar die Wahl, ob er sich an den Hauptschuldner oder an den Bürgen halten will. Tut er das Letztere, so ist jener frei.
mhd] Die Buorge onnoz daz guot selbe gelden.

Der Bürger Eintracht ist der Städte beste Festigkeit.

Der Bürger ist bei seinem Geschäft schon ehe er aufsteht.
England

Der Bürger ist des Staatswohls Bürge.

Der Bürger Streit bringt der Stadt Herzeleid.

Der Bürger wil Edel werden, der Bawer wil Kauffmannschafft treiben, die Fraw wil Herr sein und vor dem Hahn krähen, der Schichmeister wil des Königs Rath sein, und der Esel wil geritten werden, der Gaul begehrt zu ackern die Erden, eine Magd sol dienen, so wil sie eine Höcklerin werden.

Der Bürgerschafft gute Hausshaltung ist einer Statt gemeiner Schatz.

Der Burggraf kann nicht dingen, denn mit voller Bank.
[RSpW]
i] Ohne die erforderliche Anzahl von Schöffen konnte der Richter kein Ding (Gerichtssitzung) abhalten. Die Gegenwart der Schöffen war unbedingt notwendig, die geringste Zahl war zwei, der Richter der dritte.
z] De Borchgreve mach nicht dyngen, wen mit vuller Bang.

Der Bursch hat doch koan Tropfa Religion im Bauch, sagte der Wirt, schmiert der miserable Lump dem Herrn Kaplan an einem Freitag die Stiefeln mit Speck.

Der Bursche will kapitulieren, sagte der Bauer, als er einen Fuchs in der Falle fand, der herauswollte.
nl] De vent wil capituleeren, zei de boer, en hij zag eene rat, die solliciteerde, om uit de val te komen.

Der Busch antwortet nicht, wenn man auch hineinschreit.
i] Was helfen Klagen, die am unrechten Orte angebracht werden, man muss vor die rechte Schmiede gehen.

Der Busch hat Augen, der Baumstumpf trägt einen Hut.
Jamaika

Der Busch hat keine Bäume, das Meer kein Wasser.
i] Wenn jemand etwas leugnet, was offenbar vorhanden ist, z.B. ein Reicher sagt, er habe kein Geld.
nl] Het bosch heeft geene boomen.

Der Busch hat Ohren, das Feld hat Augen.
i] Überall wird mitgehört
ndt] Der busch hat oren, das veld hat augen.
ndt] De Besch huot och Ören. Luxemburg
fr] Buisson a oreilles
fr] Le bois a oreilles, et le champ des yeux.
nl] De boschen hebben ooren on de velden oogen.
it] Anche i boschi hanno l' orecchio.
la] Calumniatoribus undique patet calumniandi campus.
la] Dispiciendum igitur nequid temere sive agatur, sive efficiatur.
la] Nullus in his terris est sine teste locus.
la] Sub omni lapide scorpius dormit.

Der Busch mag noch so klein sein, er wirft Schatten.
fr] Il n'est si petit buisson qui ne porte ombre.

Der Busch, in dem du dich versteckst, hat Augen.
Afrika

Der Buschneger weiß, welche Plantage er zerstört.
Surinam
i] Er kennt seine Leute, er weiß, wo er ankommt kann.

Der Busebâr (meist: Buschebâr) kommt.
i] Um Kinder zu schrecken

Der Büttel löst das Gebot auf, das der Amtmann schließt.

Der Butterfisch hat seinen Namen, weil er obenaufschwimmt, schneide aber nur den Kauweri (Fisch) den Leib auf, so wirst du's auch finden.
Surinam
i] Ich bin einmal in einem schlechten Rufe, wollte man aber bei anderen genau untersuchen, so würde man finden, dass sie auch nicht besser sind.

Der Canton Solothurn ist von hinten und von vurn: vil Heg und weni Garte, weni Späck aber vil Schwarte.
Solothurn

Der Cent dem Bettler, der Knochen dem Hund.
Estland

Der Charakter eines Mannes wird bestimmt durch seine Familie.
Ägypten

Der Charakter eines Menschen wird am besten erkannt in der Vertraulichkeit, denn da herrscht kein Zwang; oder in der Leidenschaft, denn diese überrennt eines Mannes Grundsätze oder endlich in einer neuen, unerprobten Lage, denn da lässt ihn die Gewohnheit im Stich. Glücklich sind diejenigen Menschen, deren Berufe mit ihrem Charakter harmonieren.
Bacon, Essays, 38, Vom menschl. Charakter

Der Charakter ist die sittliche Ordnung, durch das Medium einer individuellen Natur gesehen. Die Männer von Charakter sind das Gewissen der Gesellschaft, zu der sie gehören.
Smiles, Der Charakter, Einer der zwei Wahlsprüche des 1. Kap.: Einfluss des Charakters (Emerson)

Der Charakter ist eine Rille im Stein.
Afrika, Haussa
i] Er kann nicht ausgelöscht werden

Der Charakter ist kein Bauernrock, man kann ihn nicht ablegen.
Russland

Der Charakter macht's, ob eine Person geliebt oder verabscheut wird.

Der Charakter steckt unter der Seele, so lange man diese nicht aushaucht, gibt man jenen nicht auf.
Osmanien
la]Sepem erigere durum est.
la] Naturam mutare difficile est.

Der Chaser (Schwein) is treife (verboten), ober der Mejkech (Preis) is kuscher (erlaubt).
i] Der Genuss von Schweinefleisch ist zwar den Juden verboten, aber der Schweinehandel ist erlaubt.

Der Chassen muss ein Narr sein.
Jüdisch-deutsch
i] Vermutlich weil er, als der Vorbeter, bei diesen Mahlzeiten nicht selten als Lustigmacher fungierte.

Der Chef ist ein Mensch wie jeder andere, er weiß es nur nicht.

Der Chili ist nicht scharf, aber seine Frucht ist scharf.
Gabun

Der Chinese liebt das Bett beim Ofen, die Ziege den Zucker.

Der Chinkal, der über Nacht steht, lernt zu reden.
Russland

Der Chochem stößt sich an allem.
i] Dem Weisen geht keine auffallende Erscheinung unbemerkt vorüber. Oft auch scherzhaft und im wirklichen Sinne, wenn jemand sich unvorsichtig gestoßen hat: 'Nun ja, der Chochem stößt sich an alles.'

Der Choleriker ist verliebt.
it] Chi è collerico è amoroso.

Der Christ wird von dem Juden betrogen wie der Teufel von seiner Grossmutter.
Böhmen

Der Christen Blut Christen zeugen tut.

Der Christen Feiertag ist Gottes Werktag.

Der Christen Gebet ist ihre stärkeste Wehr.

Der Christen mauer ist nicht balk und steine, sonder glaub und gebet.

Der Christen tot ist ein end all ihrer not.

Der Christen Unglück ist ihr Glück.

Der Christen Unverträglichkeit haut ihn'n mit der linken die rechte Hand ab.

Der Chübel (Kübel) g'heit (sinkt) em z' hufe.
Solothurn
i] Sinkt zusammen, das geht dem ökonomischen Ruin entgegen.

Der Chuchem (Weiser) vûn Ma - nischtanne.
i] Ma - nischtanne = ein Gebetstück, welches an den Osterabenden gesagt wird. Von einem Menschen, der klug sein sollende Fragen zu beantworten hat.

Der Clan hat keinen Preis (ist unbezahlbar).
Gabun

Der Clan von 'wir werden es tun' wurde von der Sippe überholt 'haben wir es geschafft.'
Kenia

Der da hat die Kühe, der hab' auch die Mühe.

Der da hat keine Mühe,
dem gibt man die Kühe,
und der da hat die Mühe,
dem nimmt man die Kühe
und gibt ihm die Brühe.

Der da oben hat alles in seiner Hand.

Der da oben hat's getan.

Der da saget, dass kein Leer
Irgendwo zu finden wär,
Der hat nicht gesehn soweit
in die Beutel unsrer Zeit.
Logau, Die Natur duldet nichts Leeres

Der Dachboden ist voll von Versprechungen.
Ungarn

Der Dachs geht nicht aus seinem Bau, es treib' ihn denn der Hunger.

Der Dachs in seinem Bau erträgt nur sich selbst.
Schottland

Der Dachs ist des Fuchses Arbeitsmann.
Estland

Der Dachs lässt das Graben nicht.

Der Dachs zehrt vom eignen Fett.

Der Dahir hatte Schmerzen am Finger, und das hielt ihn vorm Heiraten zurück.

Der Dairi (Japanischer Papast) stirbt nicht.

Der Dakale-Baum stirbt nicht von der Sonne, der Mensch stirbt nicht von Schimpfworten.
Angola

Der Dalfen (Arme) darf kaan Natur habe'!
i] So sagte ein Armer zum anderen, als dieser äußerte, dass eine gewisse Speise seiner Natur nicht zusage-

Der Dalfen hot die maaschte Kinder.

Der Dalles (Not, Armut) is Grosshofmeister bei'm.

Der Damaszener ist ein Betrüger.

Der Dämon schleudert eine Woge (des Unglücks) nach der anderen.
Altgriechisch
i] Ein Unglück kommt selten allein.

Der dampft als wêi a Herschahêiter.
Nürnberg
i] Er bläst den Tabackrauch so stark aus, qualmt so wie ein Flurwächter gegen Wildschäden, ein Hirschhüter.

Der Dank für die Wohltat kommt immer erst nachher.

Der Dank ist bald eingenommen.
la] Si quid benefacias pluma levior est gratia.
la] Si quid peccaris plumbeas iras gerunt.

Der Dank ist schon gessen.
la] Post munus illico seneseit gratia.

Der Dank kostet nichts und gefällt doch Gott und Menschen wohl.
dk] Tak koster lidt, og behager gud og mennesker.

Der Dantz regt den Schwantz.

Der darf auf Schand und Frevel pochen,
Der auf Mitschuldigte sich stützt.
Goethe (1749-1832), Faust II A I, Saal des Thrones (Kanzler) Vs 4795f.

Der darf Narr zu Prag sein.
i] Die prager, metzer und fürter Juden galten als die jüdischen Schildaer, wie die wormser als wundergläubig.

Der darf nicht sagen: Gott straf mich, der ist gestraft genug.
Rottenburg
i] zB. wer die oder die heiratet

Der darf sich vor dem Wasser nicht fürchten.
i] Er ist so hager und leicht, dass er nicht untersinken kann.

Der darf vom Recht nichts Gutes hoffen, der sich selber klaget an.
la] Qui genus jactat suum, aliena laudat. Seneca

Der das dünnste Kleid anhat, muss am nächsten bei der Tür sitzen.
nl] Die het duurste kleed aanheeft, moet met den rug tegen het gat van de deur zitten.
la] In vili veste nemo tractatur honeste.

Der das eis zuerst bricht, hat auch seinen ruhm und wohl die meiste arbeit.

Der das Gänschen gab, wird auch für das Gräschen sorgen.

Der das Käpplein gemacht hat, kann auch die Kappe machen.

Der das Kind haben soll, muss unten liegen.
ndt] De dat Kind hebben sall, mut ünner liggen.
i] Pflegte man früher in Hamburg beim Anstecken einer Tabakspfeife an der andern zu sagen.

Der das Kleid macht, trägt es nicht.
nl] Die het kleed maakt, draagt het niet.

Der das Kleine in Ehren hält, ist des Großen desto würdiger.

Der das Laufen erdacht hat, der ist kein Narr gewesen.

Der das laufen hat erdacht, hat viel aus not und schanden bracht.

Der das Pferd sattelt, ist nicht immer der, der es reitet.
Russland

Der das Schwert zieht, soll durchs Schwert fallen.

Der das seine begert zu erhalten, der hat besser recht, als der begert zu gewinnen.

Der dass unrecht mit ernsten reden straffen soll, und er ein brey im maul hat, dessen schatten nutzt so viel als er.

Der Date und Dabitur sind zwei Brüder, welche stets beieinander sind.

Der Dativ ist der Optativ.
Italien
i] Der Gebe-Fall ist der Wunsch-Fall, schenken heißt angeln.

Der dauernde Tropfen poliert den Stein.
Peru

Der Daumen ist eine Drittelhand.
i] Wer einen anderen um den Daumen bringt, hat ein Drittel der Buße zu zahlen, die für den Verlust der Hand festgesetzt ist.
fries] Fhil thumma is en trimma hond.

Der Daumen ist ihm endlich in dîe Hand gefallen.
i] Er ist endlich zu Verstande gekommen

Der Daus, da blieb ein Wagenrad stecken.
i] Ausruf der Verwunderung.

Der de Schur hat, hat's Amt.
Oberschwaben

Der Deckel passt zur Schüssel.
un] Cseréptálhoz fakanál.

Der Degen nützt die Scheide ab.

Der Degen soll ohne Ursache nicht ausgezogen und ohne Ehre nicht wieder eingesteckt werden.

Der Degen und das Geld erfordern kluge Hände.

Der dem Bruder den Bruder gegeben, hat ihre Geldbeutel besonders gemacht.

Der dem hund nicht wehret, der hetzt ihn.

Der dem Kläffer nicht in seine Nachrede fällt, der bestellt ihn.

Der dem Menschen ein Wolf ist, ist kein Mensch, sondern ein Wolf.
Brecht Ist der Kommunismus exklusiv?

Der dem Spiel zusieht, will's immer anders gespielt haben.

Der Demant (Diamant) ist ein teurer Stein, aber Funken gibt er nicht.
dk] Demanten er blandt ædelstene som guldet blandt metallerne.

Der Demant ist ein teurer Stein, aber Funken gibt er nicht.

Der Demut Stand kriegt Oberhand.

Der Demütige hat einen sicheren Schritt.
Hawaii

Der Demütige hat Kummer, der Sorgende verkauft Güter, froher Sinn geht durch die Mitte.

Der den andern vermag, der steckt (stößt) ihn in Sack.
nl] Die den ander over kan, steckt hem in zijn zak.
la] Tollitur e medio sapientia, vi geritur res.
sd] Den meer kan han sticker den andra i säcken.

Der den Braten dreht, bekommt ihn nicht.

Der den Braten nicht genossen, den schmeißt man mit dem Bratenspieß.

Der den Brei gekocht hat (bläst), der esse ihn.

Der den Brei gekocht hat, muss ihn auch selbst ausessen.

Der den Hasen fängt, genießt nichts davon.

Der den Hund hetzt, bekommt nicht immer den Hasen.

Der den Kläffer nit in sein nachred felt, der bestelt jn.

Der den Korkbaum erschuf, hat auch den Stöpsel mit erfunden.

Der den mann fängt, hat auch sein haut.

Der den mantel gegen den wind halt und sich auf alle sättel gerecht macht, der redt mit zweyen zungen.

Der den Menschen vertraut ist einer, der Wasser in einem Sieb trägt.
Palästina

Der den Mond gemacht hat, wird wissen (o. weiß wohl), wie alt er ist.
dk] Den som har skabt maanen, veed vel hvor gammel han er.
nl] Die de mane maecte, weet wael hoe alt si is.
la] Quam vetus est luna, scit cuncta creans deus una.

Der den Opinionen folgt, ist wie einer, der sich lässt am strohhalm führen, und meint, er sey an Händen gefesselt.

Der den Sack aufhält und der, der etwas hineintut, sind beide die gleichen Schelme.
Schweiz

Der den Sack aufhebt ist so schlimm als der hineinschüttet.
fr] Autant pèche celui qui tient le sac que celui qui met dedans.

Der den Schalcksbalg hat abgestreifft, ist zunächst an den Grezen der Tugend.

Der den Schwarm austreibt, den stechen die Bienen, aber den, der den Honig isst, schmerzt es nicht.

Der den Teufel schrecken will, muss laut schreien.

Der den Teufel um Rat fraget, wird geäffet und betrogen.

Der den Teufel zu Hause ladet, muss jhm Werk schaffen.

Der den Wagen baut, fährt am wenigsten darin.
i] Einer baut die Kibitke, der andere fährt darin.
Russland

Der den Wolf fürchtet, sollte nicht in den Wald.
Russland

Der denkt alle Furzlang was anders.
Hirschberg
i] Von Wankelmütigen, Veränderlichen, Unbeständigen

Der denkt auch, mit Schulden zahlen wird das meiste Geld verläppert.

Der denkt oh, der große Hund ist sein Pate.
i] In der Gegend von Görlitz von Großsprechern und Dicktuern.

Der denkt sich seine Sache bei Tage aus, da kann er zu Nacht schlafen.

Der denkt übel, der das Widerspiel nicht doppelt bedenkt.
fr] Mal pense qui ne contrepense et repense.

Der denkt, Kuhdreck ist sein Vetter.

Der der gemeinde dient, hat ein bösen herren (o. Meister).
fr] Qui sert au commun a un méchant maître.
nl] Die der ghemeinten dient, dient enen quaden heer.
it] Chi serve la communità, ha un cattivo padrone.
la] Pravo servit hero, qui vulgo servit iniquo.
la] Pro beneficentia Agamemnonem ulti sunt Archivi.

Der der Nächste ist, bleibt bei dem Gut.
i] Im lübeckschen Recht: De de negeste is blifft bi dem gude.

Der der zeit dient, der dient ehrlich.

Der des Feuers bedarf, der sucht es in der asche.

Der des fewers (Feuers) darff (bedarf), ser sucht ys in der asche.

Der des Rauchs gewohnt ist, der lässt sich ein kleinen rauch nicht beißen oder vertreiben.

Der des teufels eigen ist, frey ist der zu keiner frist.
la] Non liber natus, qui daemonibus propriatus.

Der Despot ist ein Menschenfresser.
Helvetius, Vom Menschen

Der Deutsche (d. i. der Herr) prügelt, der Deutsche zahlt.
Estland

Der Deutsche (der Herr) beisst vom Überfluss ab, der Bettler beisst vom Hunger ab.
Estland

Der Deutsche (der Herr) fährt mit dem Schlitten, der Bauer mit dem Bauernschlitten, ich mit einem armseligen Rodelschlitten, von hinten komme ich, nach vorn gehe ich.
Estland

Der Deutsche (der Herr) hat hundert Bäuche und tausend Münder.
Estland

Der Deutsche (der Herr) hat tausend Nöte.
Estland

Der Deutsche (der Herr) prügelt, der Deutsche zahlt.
Estland

Der Deutsche (der Herr) rügt des Bettlers Mundvoll, der Bettler des Deutschen (d. i. des Herrn) Mahlzeit.
Estland

Der Deutsche (der Herr) soll ein einziges Auge und auch dieses im Arsch haben.
Estland

Der Deutsche (der Herr) war des Bauern Teufel und der Pastor sein Gott.
Estland

Der Deutsche (der Herr) will ein Geschenk, das Rad Schmiere.
Estland

Der Deutsche bezahlt und der Ungar regiert.
i] Ein seit 1866 in Österreich entstandenes Sprichwort, welches die Bevorzugung der Ungarn den Deutschen gegenüber bitter charakterisiert.

Der Deutsche Bund - das deutsche bunt.
i] So taufte Ludwig Jahn den Deutschen Bund bei seiner Entstehung

Der Deutsche Bund bracht' uns auf den Hund.

Der Deutsche denkt - und die Polizei lenkt.

Der Deutsche denkt an das, was gewesen, der Franzose an das, was ist, und der Spanier an das, was sein wird.

Der Deutsche denkt es aus,
der Franzose macht's nach zuhaus,
der Brite kommt hinterdrein
und steckt den Nutzen ein.

Der Deutsche denkt und die Polizei lenkt.

Der Deutsche duldet alles, nur keine Nasenstieber.
z] Der Teutsche lässt alles mit sich machen, nur Nasenstieber verträgt er nicht. Ch. Fr. D. Schubart an Kayser, Ulm 1776

Der Deutsche findet es durch Überlegung heraus, der Russe mit den Augen.
Russland

Der Deutsche fürchtet nicht, dass er seine Unterhosen verliere.
Bosnien

Der Deutsche glaubt an Gott wie der Teufel an seine Hörner.
Polen

Der Deutsche hat die Welt überlistet, beim Litauer verließ ihn sein Glück.
Polen

Der Deutsche hat für alles ein Instrument.
Russland

Der Deutsche hat seinen Verstand in den Fingern.
Italien

Der Deutsche hat seinen Witz (o. Verstand) in den Fingern.
it] Gl' Inglesi scrivono profondo, i Francesi grazioso, gl' Italiani divino, ma i Tedeschi molto. (Die Deutschen sind Vielschreiber, während der englischen Literatur Tiefsinnigkeit, der französischen Angenehmheit und der italienischen Göttlichkeit zukäme)

Der Deutsche ist dumm, er kauft alles.
Polen

Der Deutsche ist groß wie eine Pappel, aber dumm wie eine Bohne.
Polen

Der Deutsche ist klug bis Mittag, bald danach wird er töricht.
Polen

Der Deutsche ist schlau: er hat den Affen erfunden (o. erdacht).
Russland

Der Deutsche ist schwer in Harnisch zu bringen, aber noch schwerer wieder heraus.

Der deutsche Kaiser ist Herr über Könige, der Spanier über Pferde, der Franzose über Esel und der Engländer über Teufel.
i] Es möge ein japanisches Sprichwort Platz finden, welches daran erinnert, dass der japanische Kaiser zu den Großen seines Reichs in einem ähnlichen Verhältnisse steht, wie einst der deutsche Kaiser gestanden hat, nämlich: 'Es muss schlecht um den Kaiser stehen, wenn der Satzuma zwei Jahre ausbleibt.' Nach der Reichsverfassung des japanischen Reichs soll jeder Edelmann täglich den Hof des Taikuns (Wahlkaisers) zu Yeddo besuchen, um auf Begehr seinen Rat zu erteilen; aber viele Daimios (Edelleute) bleiben jahrelang auf ihren Gebieten und begnügen sich, ihren Erben, der noch ein Kind sein kann, oder ihre Gemahlin in Yeddo als Geisel zurückzulassen. Der Fürst von Satzuma, einer der 24 Kurfürsten oder Kaiserwähler, der im obigen Sprichwort erwähnt ist, pflegt sogar sein Missfallen der Regierung durch Fernbleiben von der Hauptstadt auszudrücken.
fr] L'empereur d'Allemagne est le roy des roys; le roy d'Espagne roy des hommes, le roy de Trance roy des ânes, et le roy d'Angleterre roy des diables.

Der Deutsche kommt wie die Weide überall fort, wohin man sie setzt.
Russland

Der Deutsche läuft keine größere Gefahr, als sich mit und an seinen Nachbarn zu steigern. Es ist vielleicht keine Nation geeigneter, sich aus sich selbst zu entwickeln, deswegen es ihr zum größten Vorteil gereichte, dass die Außenwelt von ihr so spät Notiz nahm.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 764

Der Deutsche lebt von Sauerkraut.

Der Deutsche liebt das Bierglas, der Franzose das Weinglas, der Russe das Schnapsglas.

Der Deutsche lügt, sobald er höflich ist.
z] Nichts ist widerlicher als jene von der Menge für Bildung gehaltene äußerliche Höflichkeit, die bei allem eiteln Kleinigkeitssinne doch der rechten ungeschminkten Herzensdemut bar und ledig ist, die dem offenen Biedersinne unsers Volkscharakters Hohn spricht, und die jenes bekannte Wort Goethe's rügt: Der Deutsche lügt, sobald er höflich ist.

Der Deutsche macht kein Loch, aber er saugt das Blut aus.
Polen

Der deutsche Magen und die deutschen Zeitungen nehmen alles auf.

Der deutsche Michel.
i] Entweder der Titel, den man man jenseit des Rheins den biedern, geraden, ehrlichen Deutschen gibt, oder den man diesseits desselben denen beigelegt, oder richtiger früher beilegte, die keine lateinische Schule besucht hatten. Jetzt fängt man an, auch die allmählich zu den Menschen zu rechnen, zu deren Bildung die alten Sprachen nicht mitgewirkt haben. Wohl richtiger die gemeinsame Benennung der Deutschen als Vertreter des gesammten Volks, wie Jan Hagel für Pöbel, John Bull für das englische Volk, Yankees oder Bruder Jonathan für Nordamerikaner gebraucht, der Franzose Jean Foutre und der Holländer Mynheer genannt wird. Es scheint das althochdeutsche mihil, mittelhochdeutsch michel oder groß (unbeholfen, schwerleibig, klotzig) zu sein, womit man sagen will: unbeholfener Deutscher; der deutsche Michel so viel als das ganze schwerleibige deutsche Volk. Man hat zwar versucht, den Ausdruck 'deutscher Michel' von diesem spöttischen Beigeschmack zu befreien, indem man ihn auf eine wirkliche Person zurückführen wollte. Zum Beweis dessen hat man behauptet, der erste Träger desselben sei ein tapferer Soldat, Michael Obertraut, 1620-22 Generallieutenant im Dienste des dänischen Königs gewesen, der sehr erfolgreich gegen die Spanier gekämpft habe. Bei jedem Vorteil, den man errang, hieß es: 'Das haben wir dem deutschen Michel zu verdanken.'
z] Diese Benennung führt Phil. Andr. Bourgoldensis in seinen Discursa ad instrumentum Pacis Osnabrugo-Monasteriensi her von den in dem Dreissigjährigen Kriege durch seine Tapfferkeit berühmten Michaele Obertrautio, welcher als eine Zierde der deutschen Milit. der deutsche Michel genannt wurde, wiewohl dieses Wort jetzund gantz in einem andern Verstande angewendet wird.
z] Anno 1638 ist zu Insprug der deutsche Michel oder ein neues Mengelied wider alle Sprachverderber nachgedruckt worden, das sich anhebt: Ich deutscher Michel versteh schier Nichel in meinem Vaterland. Es ist eine schand, man tut fremde reden in allen Läden. Die Leite reden Latein, Welsch und Französisch, halb japonesisch' u.s.w. Die Bezeichnung 'deutscher Michel' ist aber ältern Ursprungs und hat sich, längst vorhanden, sicher nur an den Vornamen des Generals Obertraut angelehnt, selbst wenn die aus dem Althochdeutschen angeführte Belegstelle: 'Das diutschiu Volk ist mihhil giheissan', unecht und nur von ihm erfunden wäre, was man bei seinen Citaten nicht wissen kann, da sie, wie eben die vorstehende, der Quellenangabe gänzlich ermangeln oder nicht am angeführten Orte zu finden sind. Es erscheint aber fast geboten, hier schließlich noch zu bemerken, dass das Jahr 1870-71 in den Anschauungen und Urteilen über den 'deutschen Michel' als Volksbezeichnung eine wesentliche Änderung herbeigeführt hat. Noch 1845 klagt der Dichter in: Des armen Michel's Lebenslauf. Teutsches Heldengedicht in sechs Klageliedern: 'Ich armer Michelissimus, Weltmutter, was hatt'st du verbrochen, das dich unser lieber Herrgott ließ kommen mit mir in die Wochen?' Und sagt, ihn zu charakterisieren: 'Sie (andere Völker) kräftigten zu Nationen sich, und ich ich blieb der Michel. Ich blieb der Michel und ging nach Haus und legte mich auf den Glauben; denn weil mir die irdischen hingen zu hoch, so schielt' ich nach himmlischen Trauben. So bracht' ich das Mittelalter herum, gehorsam Gott und dem Fürsten, den einen Hang verspürend nur, nach Sauerkraut und Würsten.' Namentlich wurde der 'deutsche Michel' als verschlafen, unerweckbar, als unempfindlich gegen üble Behandlung dargestellt. H. Heine sagt: 'Ich konnte dadurch bei dem schnarchenden Giganten nur ein sanftes Niesen, keineswegs ein Erwachen bewirken. Riss ich auch heftig an seinem Kopfkissen, so rückte er es sich doch wieder zurecht, mit schlaftrunkener Hand. Michel lächelte im Schlummer.' Noch 1849 behauptet die Westdeutsche Zeitung: 'Kein Schriftsteller in der Welt ist stark genug, den deutschen Michel aufzureizen'; er hat aber 1870 bewiesen, dass alles einmal, auch sein Schlaf und seine Geduld ein Ende habe, er hat gezeigt, dass er, wenn er zur rechten Zeit und auf die rechte Weise geweckt wird, aufzustehen und den ihm gebührenden Platz einzunehmen weiß.

Der Deutsche muss einen Zopf haben.
Amerika
i] Die personifizierte Kleinigkeitskrämerei oder ein sklavischer Anhänger an überkommenen Formen

Der Deutsche nichts lieber kaut als Bratwurst und Sauerkraut.

Der Deutsche rechnet auf einen Koch drei Kellner.
i] Mehr trinken als essen

Der Deutsche schießt auf wie eine Weide, wo er auch hingepflanzt ist.
Russland

Der deutsche Stamm führt nichts Gutes gegen die Slawen im Schilde.
Russland

Der Deutsche trinkt das meiste, der Engländer isst das meiste, der Flandrer isst und trinkt das meiste.

Der Deutsche tut alles für Geld, der Schwede alles für 'n Schnaps.
Schweden

Der Deutsche wird dem Tschechen erst günstig sein, wenn sich die Schlange auf dem Eise wärmt.
Tschechien und Slowakien

Der Deutsche wird schon noch so klug werden als der Litauer.
Litauen

Der Deutschen (d. i. der Herren) Sache geht in die Breite.
Estland (Die Herren leben ausschweifend).

Der Deutschen (d.i. der Herren) Bettler sind die armseligsten.
Estland

Der Deutschen (d.i. der Herren) Kessel kocht, bis der Kohl unter dem Deckel dünstet; bricht er einmal aus, dann ist es zuviel.
Estland

Der Deutschen (der Herren) Bettler sind die armseligsten.
Estland

Der Deutschen (der Herren) Sache geht in die Breite.
Estland
i] Die Herren leben ausschweifend

Der Deutschen Herzhaftigkeit, mut und Tapferkeid ist ein A.B.C. Papier und Tinten, und erlischt die Seel in worten.

Der Deutschen Sauferei,
der Italiener Liebeshunger
und der Spanier Klauerei
kann man keine Grenzen setzen.

Der Diamand schicket sich nur in das Gold.

Der dich betrügt, ist nahe bei dir.
Uganda

Der dich nicht liebt, schätzt deinen Kopf, der tausend Tillja wert ist, nicht einmal für einen Zehner.
Usbekistan

Der Dichter findet wohl die Palmen, aber nicht die Datteln.
Äthiopien

Der Dichter hat gesehen, was die Sonne nicht sah.
Indien

Der Dichter ist der wahrhaftigste Geschichtsschreiber.
England

Der Dichter reimt zwar Arbusen und Kukuruzen (Mais), er hält aber beide für Waldgewächse.
Kleinrussland

Der Dichter zu Hause sieht die ganze Welt.
Japan

Der Dicke kümmert sich nicht darum, wer seinetwegen dünn geblieben ist.
Brana Crnčević

Der dickste Mantel hängt oft da, wo nichts zu erfrieren ist.

Der die bekommt, darf nimmer sagen: Gott straf' mich.
Nürtingen

Der die bolzen fiedert, und der sie abschießt, sind beid in gleicher schuld.
la] Agentes et consentientes pari poena puniuntur.

Der die Ehre verdient, hat sie (oft) nicht, und der sie hat, verdient sie (oft) nicht.
dk] Man ærer tidt dem som ere det ikke værd.

Der die Ehre verdient, ist oft rühmlicher als der sie annimmt.

Der die eier will haben, muss das gatzen (kakeln) der hennen auch leiden.
i] Wer auf Vorteile Anspruch macht, muss sich auch die Unannehmlichkeiten, welche damit unzertrennlich verbunden sind, gefallen lassen.
dä] Den som vil æde egg, maa og lide hønsene kagle.
nl] Die de eijeren wil hebben, moet het kakelen der hennen kunnen verdragen.
it] Chi vuol l'uovo ha da patir la schiamazzo della gallina.
la] Commoditas quaevis sua fert incommoda secum et sorti appendix illaetabilis omni.
la] Nullum lucrum sine incommodo.
la] Qui vult sentire commodum debet sentire et onus.

Der die Esel stiehlt, kann sie wohlfeil verkaufen.

Der die Fass füllet, muss jemand haben, der sie wieder ledig macht.

Der die Feigen frist, der muss sie wider speyen.
nl] Als hij vijgen eet, moeten hem de tanden kraken.

Der die Feind überwindt und der die Laster vertreibet, sind beide löbliche krieger.

Der die Gefahr verachtet, ist derjenige, der den Kopf in die Schlinge legt.
Afrika

Der die Glocke goss, dachte nicht, dass sie ihm zu Grabe läuten würde.
Russland

Der die größte Last trägt, bekommt oft den wenigsten Lohn.
fr] En grand fardeau n'est pas l'acquêt.

Der die Härlinge gegessen, dem werden billig die Zähne stumpf.

Der die Lampe trägt, soll vorne gehen.
Japan

Der die Leiter hält, ist so schuldig wie der Dieb.
fr] Autant vaut celui qui tient que celui qui écorche.
fr] Celui qui tient l'échelle est aussi coupable que celui qui dérobe.
fr] Celui qui tient le pied de l'échelle est puni comme celui, qui vole.
nl] Die den stijgbeugel houdt, is dikwijls even goed als die erop klimt.
it] Tanto vale quel che tiene, quanto quel che scortica.
la] Qui non vetat peccare, cum possit, jubet. Seneca

Der die Mönch' und die Nonnen erdacht, hat dem Herrgott das fünfte Rad an den Wagen gemacht.

Der die Muttersprache vergißt, der vergißt die Mutter.
Estland

Der die Nacht Bischof war, ist morgens Erzbischof.
Neugriechisch

Der die not für sich hat, der hat gnugsam vrsach seines thuns.
la] Necessitas pro ratione est.

Der die Pfanne bei dem Stiel hält, kehrt sie, wo er hin will und darum lässt er sie nicht gern von sich.

Der die Pfanne hält beim Stiel, kehrt sie, wohin er will.
nl] Die de pan bij den steel heeft, keert ze, zoo hij will.

Deutsche Sprichwörter
01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119

<<< Deutsche Sprichwörter >>>