<<< Weisheiten 0424 >>>

Dem Ochsen fllt sein Horn nicht zur Last.

Dem Ochsen gehrt das Joch, dem Pferde der Sattel.
la] Bos sub jugum.
la] Bovi clitellas imponere.
la] Bovi non conveniunt clitellae.
pt] Aonde hir o boi, que no lavre, pois que sabe?

Dem Ochsen gehrt Haberstroh.

Dem Ochsen gibt das Wasser Kraft, dem Burschen Bier (Punsch) und Rebensaft.

Dem Ochsen sind seine Hrner keine Last, die Flgel nicht dem Vogel.

Dem Ochsen, der da drischt, sollst du nicht das Maul verbinden! - ist ein Naturgesetz...
Wieland, Geschichte der Abderiten

Dem Ochsen, der drischt (o. pflgt), muss man das Maul nicht verbinden.
5 Mos. 25, 4
i] Den Personen, deren wir uns in irgendeiner Angelegenheit bedienen, mssen wir auch trauen. Weil in gypten die Einzunungen fehlen, so tragen die Ochsen, Kamele u.s.w. aus Stricken verfertigte Maulkrbe, damit sie nicht die Wege entlang an fremden Feldern weiden. Von dem russischen Grundbesitzer und Kriminalgerichtsdirektor Stahrewski wird erzhlt, dass er seinen leibeigenen Bauern und Buerinnen whrend der Obsternte Maulkrbe anlegen lie, um sie vom Obstessen abzuhalten.
ho] Gij zult den dorschenden os niet muilbanden (den muil niet toe binden).
la] Non alligabis os bovi trituranti.

Dem Ofen entgeht schwer, wer einmal auf die Schaufel gekommen ist.
i] Der Verschwender, der Wagehals, wir knnten jetzt sagen der Grnder entgeht nicht leicht seinem Verderben.
it] Chi non nel forno, e in sulla pala.

Dem le Brn s schlmm danze lre.

Dem Oe kann man wat ver e Zoagel legge.
i] Dnhofstadt

Dem Palmesel Zweige streuen.
z] Kompt er alsdann wider, da ist Frewd in allen Gassen, ... da rist man, da verdst man, da strewet man dem Palmesel Zweige vnder, da macht man die Tor weit u.s.w.

Dem Papst ein schnes Liedlein singen,
das heisst: Geschenk' und Gaben bringen.

Dem Papst in den Sattel helffen.
Luther
i] Einen wieder zu Ansehen bringen.

Dem Pastor das Latein und dem Bauer die Ochsen.

Dem Perser ist ein Sohn 'des Blinden Stab', dem Hindostaner 'die Lampe eines dunkeln Hauses', dem Araber 'die Frucht des Herzens'.

Dem Peter nehmen und dem Paul geben.
la] Nudato Petro Paulum tegere nefas.

Dem Pfaffen es ein freude bringt, wann die Glock zum Begrbnis klingt.
la] Clericus applaudit, cum pulsum funeris audit.

Dem Pfaffen es gro Freude bringt, wenn die Begrbnisglocke klingt.

Dem Pfaffen fehlt es nicht an Worten.
Estland

Dem Pfaffen gehrt das beste.
i] Nmlich nach ihren eigenen bescheidenen Ansprchen und nach der Ansicht der von ihnen in blindem Glauben erzogenen Leute.

Dem Pfaffen gilt's fr keine Snd', wenn er erzeugt ein Hurenkind.
la] Clericus uxorem qui ducit, perdit honorem, amittit florem propter mulieris amorem.

Dem Pfaffen Heuchelei so gut, als wahre Tugend Vorschub tut.
en] Hypocrisy will serve as well to propagate a church as zeal.

Dem Pfaffen lacht das Herz im Leib, wenn vor ihn tritt ein hbsches (o. sauber) Weib.
la] Clericus in cella gaudet venienti pulla.

Dem Pfarrer 's Platt'l scheren.
Bayern
i] Ihm den Zehnten unterschlagen, ihm die Platte abscheren.

Dem Pfau den Schweif stutzen.

Dem Pfennig tut man die Ehr', spricht man zum Reichen: Esset, Herr!

Dem Pfenning beut man die grest ehr.

Dem Pferd schnallt man das Zaumzeug auf, der Mensch legt es sich selber an.
Jiddisch

Dem Pferd und dem Manne traue nie, glaubst du sie in gutem Trab, werfen sie erst recht dich ab.

Dem Pferd, wenn's nicht kann ziehen bass, nimmt man den Hafer und schlgt's ins Gras.

Dem Pferde den Hafer, dem Esel das Stroh.

Dem Pferde die Sporen geben.
ho] Hij geeft het paard de sporen.

Dem Pferde die Sporen, der Frau den Stock.
it] A su caddu s'isprone, ad sa femina su bastone.

Dem Pferde schadet langes Stehn oft mehr als langes Gehn.
fr] L'curie use plus le cheval que la course.

Dem Pferde, das den Sattel nicht liebt, wird kein Haber gesiebt.
it] A cavallo che non porta sella, biada non si crivella.

Dem Pferde, das man schenket dir, dem sieh nicht nach den Zhnen.
Griechenland

Dem Pflger des Ackers schlag mit einem Stein auf den Kopf, dem Mher der Wiese gib ein Stck Brot.
Estland

Dem Pflger fehlt es nicht an Land, dem Ruderer nicht an Wasser.
Estland

Dem Pbel kann niemand recht tun.

Dem Pbel muss man weichen, will man ihm nicht gleichen.
la] Cedendum multitudini.

Dem Pbel und den weisen Leuten gefallen, ist unmglich.
z] Der Beifall des Pbels schndet seine Lieblinge, aber der Beifall der Edeln ist die schnste Brgerkrone.

Dem Pbel weich, tus ihm aber nit gleich.

Dem Pbel weicht auch der Teufel.

Dem Pbelsinn verworrner Geister
Entwickelt sich ein Widerstand:
Die Ketzer sinds! die Hexenmeister!
Und sie verderben Stadt und Land.
Goethe, Faust II A I, Saal des Thrones (Kanzler) Vs 4909f

Dem Poeten, welchem Takt, Parallelstellung, Silbenfall, Reim die grten Hindernisse in den Weg zu legen scheinen, gereicht alles zum entschiedensten Vorteil, wenn er die Rtselknoten glcklich lst, die ihm aufgegeben sind oder die er sich selbst aufgibt, die khnste Metapher verzeihen wir wegen eines unerwarteten Reims und freuen uns der Besonnenheit des Dichters, die er in einer so notgedrungenen Stellung behauptet.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Vergleichung

Dem predigt man vergeblich, der keine Lust hat, Gutes zu tun.

Dem Priester gibt man zu trinken und der Kster drstet.
it] D bere al prete, che il cherico ha sete.

Dem Priester, Arzt und Advokaten soll man nichts verschweigen.
d] For prsten, lgen og talsmanden, skal man intet dlge.

Dem Priscian Ohrfeigen geben.
i] Fehler gegen die lateinische Grammatik begehen. Priscian war ein berhmter lateinischer Sprachlehrer zur Zeit Justinians.
z] Wie wir in der Schule sagen, wenn einer bel lateinisch redet oder schreibet: Er gibt dem Prisciano eine Ohrfeige.

Dem Prokurator mis em e jed Wrt md em Taler bezuolen.
Siebenbrgen/Sachsen

Dem Proletariat die Intellektuellen, welche denken.
Brecht, Schwierige Lage der deutschen Intellektuellen

Dem Prozess ein Loch machen.
i] Ihm einen Ausgang verschaffen.

Dem Raben auf dem Dach und dem Fuchs vor der Tr ist nicht zu trauen.

Dem Raben hilft kein Bad.
bm] Nepomůze havranu mdlo, ani mrtvmu kadidlo.
en] A crow is never the whiter for washing herself often.
it] Chi lava il capo all' asino, perde il sapone.
la] Balnea cornici non prosunt, nec meretrici, nec meretrix munda, nec cornix alba fit unda.
pl] Niepomoze krukowi mydło, ani umarłemu kadzidło.
un] Ha frdik is a' cska, nem lesz fehr galambb.

Dem Racker sine Duwe.
i] Es sind die Krhen gemeint.

Dem Rappen das Mus einstreichen.
i] Wortspiel fr: Muss.

Dem Rappen den Brei einstreichen.
i] Einem hofieren.

Dem Rate des Stolzes oder der Rachsucht folge nicht.

Dem Ruber ist es leid, wenn er wenig findet.
ho] Den rueris lect als hi lttel vint.

Dem Rauch entgeht man nicht, auch wenn man in der Dachkammer wohnt.

Dem Rauch und Feuer, dem Wasser und den Bauernstreichen muss man so schnell wie mglich weichen.
ho] Rook, water en vuur maakt men haast plaats.

Dem Recht den Rcken gewen.
i] Nicht vor Gericht erscheinen wollen.

Dem Recht ein Ohr umtreiben.
la] Aequum stultitiae ferre.

Dem Recht eine wchserne Nasen drehen.

Dem Recht ist (o. tut) fter Hilfe Not.

Dem Recht ist keiner gewachsen.

Dem Recht ist fter Hilfe Not.

Dem Recht will nachgeholfen sein.

Dem Regen entlaufen und ins Wasser fallen.
z] Er will dem Regen entlaufen und fllt gar ins wasser.

Dem Reichen (jdisch: Kozen) und dem Schechter (Schoochet, Fleischer) bleibt nix brig als ein weiter Hals.
i] Trostspruch fr den Unbemittelten. Dem Reichen bleibt zuletzt nichts weiter brig als dem Metzger, ein durch gutes Essen ausgeweiteter Hals.

Dem Reichen erwachsen seine Leiden nicht aus seinem Stande, sondern aus ihm selbst, der ihn missbraucht. Wre er noch unglcklicher als der Arme, so wre er nicht zu beklagen, da seine Leiden sein Werk sind, und da es nur von ihm abhngt, glcklich zu sein.
Rousseau, Emile

Dem Reichen fehlt die Ruhe, dem Armen fehlt das Vermgen.
Estland

Dem Reichen gehren des Armen F' und Hnde.

Dem Reichen gehrt das ganze Himmelreich.
Estland

Dem Reichen Geld schenken, heisst Wasser ins Meer gieen.

Dem Reichen gibt man fr Geld, dem Armen aus Gnade.
Estland

Dem Reichen gibt man hinzu, dem Armen nimmt man weg.
Estland

Dem Reichen glauben alle, dem Armen glaubt niemand.
Estland

Dem Reichen hngt der Geldbeutel am Arsch, deshalb kommt er nicht in den Himmel.

Dem Reichen ist alles verwandt.

Dem Reichen kalbet bisweilen ein Ochs, da doch dem Armen keine Kuh kalbet.
i] Dem Glcklichen gelingt alles.
jdisch-deutsch] Der Ojscher (Glckliche) hot die Maarusche (glcklicher Zufall). Warschau

Dem Reichen kalbt die Kuh oft, und dem Armen fhrt der Wolf das Kalb weg (o. dem Armen frisst der Wolf das einzige Schaf).

Dem Reichen kriecht das Glck in die Rocktasche.
Russland

Dem Reichen legen selbst die Teufel Eier.

Dem Reichen legt man alle Dinge wohl aus.

Dem reichen Manne kalbt der Ochs, dem armen nicht die Kuh.
fr] Au riche homme, souvent sa vache vle et du pauvre le loup veau emmne.

Dem reichen Menschen reisst das Hemd auf der Brust, dem Sklaven (d. i. Untergebenen) auf der Schulter.
Estland

Dem Reichen nichts schulden, dem Armen nichts versprechen.
sp] Ni a rico debas, ni a pobre prometas.

Dem Reichen prgen die Teufel das Geld.
Russland

Dem Reichen regnet's Gulden, dem Armen keine Pfennige fr seine Schulden.
bm] Gros bohatmu a dtĕ chudemu.

Dem Reichen sind Ehre und Habe teuer, dem Armen sind Essen und Schlaf s.
Estland

Dem Reichen tut sich jedes Tor auf.

Dem reichen Walde wenig schadet, wenn sich ein Mann mit Holz beladet.
[RSpW]
i] Man unterschied in der deutschen Gemeinde frher einen vollwerigen und halbwerigen von einem unwerigen (unbehoften) Manne. Wer an dem Gemeingut der Mark theilhaben wollte, musste im Gau 'eigen Feuer und Bauch' haben, d.h. in der Gemeinde angesessen sein, ein Privatbesitztum haben, dann war er werig; der unwerige Mann, der kein Haus und Hof hatte, sollte keinen Teil haben an den Nutzungen der Almende oder des Gemeindeguts. So wenig indess der Mrker in dem Gemeingut nach Belieben schalten konnte, so wenig sollte der Ausmrker oder Unwerige aus Billigkeitsrcksichten von der Nutzung des Almendeguts vllig ausgeschlossen sein. Man gestattete ihm, im obigen Sprichwort der 'arme Mann' genannt, sich Holz tragweise zu holen.
mhd] Dem richen walt lutzel schadet ob sich eyn man mit holze ladet.

Dem Reichen wiegt der Teufel die Kinder.
i] Sie geraten selten.

Dem Reichen will jederman verwandt seyn.

Dem Reichen wird gegeben, der Arme muss in Sorge (Elend) leben.
z] Den reichen gibt man gern viel gaben und lest die armen mangel haben.
la] Cui sunt multa bona, huic dantur plurima dona.

Dem Reichtum, der gerafft wurde, folgt oft der Geiz als Strafe.

Dem reifen Mdchen fehlt es nicht an Glck. Venedig

Dem Reinen ist alles rein, sagte der Bauer, als er betrunken im Drecke lag.

Dem Reinen ist alles rein, sagte der Pfaff, und nahm einen Judengulden als Peterspfennig an.

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