<<< Weisheiten 0421 >>>

Dem Kaufmann genügt ein Auge, aber für den Käufer sind hundert kaum genug. Basken

Dem Kaufschatz ist der Zoll vermeint.
mhd] Dem koufschatz ist der zoll gezilt.

Dem kein Licht im Auge brennt, der kein Kind sein eigen nennt.

Dem Kenner genügen wenige Worte.
it] A buon intenditor poche parole.

Dem Kenner reichen wenige Worte.
it] A buon intenditore poche parole bastano.

Dem Kerle trifft man's nicht und wenn man ihm mitten auf den Kopf scheisst.

Dem Kessel den Strick nachwerfen.

Dem Kind all sein Mutwillen wehr', so hast du sein im Alter Ehr'.

Dem kind die dutten (o.mammen) zucken.

Dem Kind ein Messer oder dem Hirten Geld.
Estland

Dem Kind mit vielen Hebammen bleibt die Nabelschnur ungeschnitten.
Rumänien

Dem Kind muss man weder Messer noch Stock in die Kand geben.

Dem Kind schadet der Mutter Bruch nicht.
[RSpW]
i] Wenn die Eltern sich straffällig machen, so haben dies die Kinder nicht zu büßen.

Dem Kind steckt man die Brust in den Mund, (aber) was tut man mit dem Mann.
Estland

Dem Kind tut die Fingerspitze weh, der Mutter tut das Herz weh.
Estland

Dem Kind wird gesungen, die Braut soll es verstehen.
Estland

Dem Kinde bot die Hand zu meiner Zeit der Mann;
Da streckte sich das Kind und wuchs zu ihm hinan:
Jetzt kauern hin zum lieben Kindlein
Die pädagogischen Männlein.
Abraham Gotthelf Kästner, Pädagogie

Dem Kinde einen Namen geben, ehe es geboren ist.

Dem Kinde frommt die große Brust mehr als die große Warze.
Russland

Dem Kinde keinen Branntwein, dem Füllen keinen Hafer.

Dem Kinde kindischer Verstand.
Lettland

Dem Kinde macht es große Freud, wenn man ihm flickt (gibt) sein (ein) altes (neues) Kleid.

Dem Kindlein war nie bass, denn da es rotz und Geiffer frass.

Dem Kirchenglauben kann, ohne dass man ihm weder den Dienst aufsagt, noch ihn befehdet, sein nützlicher Einfluss als eines Vehikels erhalten, und ihm gleichwohl als einem Wahne von gottesdienstlicher Pflicht aller Einfluss auf den Begriff der eigentlichen (nämlich moralischen) Religion abgenommen werden, und so, bei Verschiedenheit statutarischer Glaubensarten Verträglichkeit der Anhänger derselben untereinander durch die Grundsätze der einigen Vernunftreligion, wohin die Lehrer alle jene Satzungen und Observanzen auszulegen haben, gestiftet werden...
Kant, Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft

Dem Kläger gebührt der Beweis.
[RSpW]
altfries] Dem clager geburt dye beweysunge.

Dem Kläger gehört das erste Wort, dem Beklagten das letzte.
Russland

Dem Kläger kann seine Ausfahrt nicht zu Hilfe kommen.
[RSpW]
i] Zu den rechtsgültigen Entschuldigungen wegen Nichtfolgeleistung einer gerichtlichen Vorladung gehörte nach dem obigen Sprichwort eine Reise ins Ausland nicht.
z] Wer nicht dableiben will, der mag seine Klage aufgeben. Münchener Stadtrecht
z] Ym (dem Kläger) kan synn vsvart nîcht tzu hulfe kommen.

Dem Kleinbürgertum, groß im Prahlen, fehlt die Kraft zur Tat, und es scheut ängstlich vor jedem Wagnis zurück.
Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland

Dem Kleinen gibt Gott kleine Gaben.
Dänemark

Dem kleinen Gordian (10.5.) man nicht trauen kann.

Dem kleinen Händler ein kleiner Korb.
fr] À petit mercier petit panier.

Dem Kleinsten auch kein Unrecht thu', dann lebst du stets in Rast und Ruh'.

Dem Klugen braucht man nur den Anfang zu sagen, das Ende weiß er selber.

Dem Klugen fehlt die Kunst auch oft.

Dem Klugen genügt eine Andeutung.
la] Intelligenti pauca.

Dem Klugen kommt das Leben leicht vor, wenn dem Toren schwer, und oft dem Klugen schwer, dem Toren leicht.
Goethe, Maximen und Reflexionen 919

Dem klugen Kopfe genügt ein Wort.
pl] Mądréj głowie dość na słowie.

Dem klugen Mann dient auch der Waschlägel als Frau.
Estland

Dem Klugen nützen seine Feinde mehr als dem Dummen seine Freunde.
Baltasar Graciàn y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Dem klugen Pferd ist ein einziger Schlag genug.
Rumänien

Dem Klugen, Weltumsichtigen zeigt fürwahr sich oft
Unmögliches noch als möglich.
Goethe, Faust II A III, Vor dem Palast des Menelas (Helena) Vs 8964

Dem klügsten Fischer entschlüpft (o. entwischt) ein Aal.

Dem Knecht gebührt sein Brot, Strafe und Arbeit.

Dem Knecht, dem das Brot schmeckt, braucht man nicht auch noch Knoblauch zu geben.
sp] Al mozo que le sabe bien el pan, pecado es el ajo que le dan.

Dem knökern Heiland kann man dat Vaterunser dör de Keven (Kiefern) blasen.
Holstein
i] Von einem, der sehr mager ist. So sagt man auch von knökern Dirk, auch Hinrk, en knökern Herrgott, all wollte man damit sagen, den hat Grott aus Knochen gemacht.

Dem kommt noch der Kikeriki.
i] Von einem alten verliebten Narren.

Dem kommt's wie dem Bock die Milch.

Dem König am nächsten, dem Galgen am nächsten.
Schottland

Dem König seinen Batzen, dem Gutsherrn lauter Ratzen.

Dem König sollte nichts Geheimnis sein...
Goethe, Iphigenie A I Sz 2 (Arkas) Vs 179

Dem Könige (ge)treu bis zum Bettelsack.

Dem Könige die Erde, dem Bauer das Holz.
[RSpW]
i] Was der für Gemeindegut geltende Wald, der Wald der Almende trug, gehörte den angesessenen Mitgliedern der Gemeinde gemeinschaftlich. Der abgeholzte Boden aber ging keineswegs in das Privateigentum derer über, die das Holz abgeschlagen hatten, er blieb Gemeindeeigentum, die Erde gehört dem König.
ndt] Deme könige de erde, deme bondten dat hoedt. Jütland

Dem Könige dienen ist ein' Ehr'; wer's nicht braucht, hat noch mehr.
dä] Berøm dig ei at du giør kongen tieneste, men kongen, at han værdiger dig dertil.

Dem könnt' man Rüben ins Gesicht säen.

Dem könnte man auch einen Sirupsack schicken.
i] Beruht auf einem gerichtlichen Vorgange. Ein Kauf- oder Handelsmann, der mit einem andern in Feindschaft geraten war, schickte diesem einen Sirupsack, der darin eine Beleidigung fand, und klagbar wurde, weil er annahm, der Absender habe dadurch zu ihm sagen wollen: 'Sie Ruppsack!'

Dem könnte man weißmachen, dass der Schnee schwarz sei.
ho] Men zoude hem wel wijs kunnen maken, dat wit zwart is.

Dem könnten zehn Räuber nichts nehmen.
la] Ne tempestas quidem nocere possit. Cicero

Dem könnt's nischt schaden, wenn a monchmol müsste oa de Nalke riechen!
Oberlausitz
i] Wenn einer dem andern etwas Übles gönnt.

Dem Korn im Tau gleicht am Sonntag die Frau.

Dem Korn ist ebenso behaglich unter dem Schnee, wie dem Greise unter dem Pelze.
Russland

Dem Korn unter dem Schnee tut die Kälte nicht weh.

Dem Korsaren anderthalb Korsaren!
i] Korsar = Seeräuber, dem kühnen Angreifer muss man größere Kühnheit entgegensetzen.
fr] À corsaire, corsaire et demi.

Dem kostet der Bart auch mehr als der ganze Kopf wert ist.

Dem kotzte Kind git men der decksten Appel.

Dem Kranken hilft kein goldenes Bett.

Dem Kranken hilft nicht einmal eine goldene Schlafstelle.

Dem kranken Hund genügt auch ein dreckiges Butterbrot.

Dem Kranken ist der Artzt nütz und angenem, die Gesunden achten sein nicht.
Luther

Dem Kranken mangelt nur eines, dem Gesunden fehlt vieles.

Dem Kranken nützt auch ein Bett aus Gold nichts.
Russland

Dem Kranken schmeckt alles bitter.

Dem Kranken schmeckt selbst der Honig nicht, der Gesunde kann auch Steine essen.

Dem Kranken wird angeboten, dem Gesunden gegeben.

Dem Kranz ein Blum nach der ander aussrupfen.

Dem Krät (Kröte) mine Dochter.
i] Ausruf beim Stechen der Karte des Gegners. In Litauen: Dem Kêrl mine Dochter.

Dem Krieg eingeboren ist das Phänomen seiner Zwitterhaftigkeit: die Prinzipien des Sieges und der Niederlage wohnen beide demselben Körper inne, und ihr notwendiger Gegenspieler, der Feind, ist nur das Bett, auf dem sie einander erschöpfen...
Faulkner, Eine Legende

Dem Kriege gewisse Regeln und Beschränkungen vorschreiben zu wollen, scheint mir ganz aussichtslos. Krieg ist eben kein Spiel und kann daher nicht nach Spielregeln getriebet werden. Nur der Krieg als solcher kann bekämpft werden, und dies vonseiten der Massen am wirksamsten durch Organisation der absoluten Kriegsdienstverweigerung im Großen schon in Friedenszeiten.
Albert Einstein, Über den Frieden

Dem Kriege opfert man den Reichtum der Völker und Millionen Menschenleben. Auch die Wissenschaft und die Kultur.
Paustowski, Devonkalk

Dem Krieger die Beute, dem Feldherrn die Ehre.
dä] Krigs-folket byttet, men hovedsmandenæren.

Dem kriegführenden Feind überlegen, gegen den Besiegten milde.
Horaz, Carmen sec.

Dem Kritiker ist es so leicht gemacht, eine Abneigung, die er etwa gegen einen Autor, dessen Persönlichkeit, dessen Werk empfindet, in einer völlig gefahrlosen Weise zum Ausdruck zu bringen, sodass es schon einer ganz besonderen Charakterstärke und Selbstüberwindung bedarf, um dieser Verführung nicht zu unterliegen.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Dem Krokodil die Fische befehlen.

Dem Kruge, der wider den Stein stößt, bekommt's übel.

Dem Kuckuck ein Ohr abgehen müssen.
i] Zur Bezeichnung eines langen Weges.

Dem Kuckuck ein Ohr abschwatzen.

Dem Kuckuck kann man nur mit Kuckuck antworten.
ho] Antwoord den koekoek niet, of zey wat nieuws.

Dem Kühnen hilft (o. lacht) das Glück, den Feigen weist's zurück.
ho] Den koene helpt het avontuur.

Dem Kühnen hilft das Glück, den Feigen weist's zurück.

Dem kühnen Manne reicht das Glück die Hand.
Spanien
en] Fortune gives her hand to a bold man.
fr] Fortune aveugle suit aveugle hardiesse.
it] La fortuna ajuta i coraggiosi, ed i matti.
la] Audaces fortuna juvat, timidosque repellit.
la] Fortes Fortuna juvat. Cicero
pt] Ao homem ousado a fortuna lhe dá a mão.
sp] A los osados aguda la fortuna.
sp] Al hombre osado, la fortuna le da la mano.

Dem Kuppler ein paar Schuh
Und die Hölle dazu!

Dem laaft der Scheeker zum Maul heraus.
i] Er sprudelt über von Lügen; er lügt, wenn er den Mund auftut.

Dem Lächeln der Großen und dem heiteren Himmel darf man nicht trauen, denn beide verändern sich im Augenblick.

Dem Lahmen ist die Lust zum Tanzen vergangen.

Dem Lande einen Buben geben.
i] Dem Strafgesetz verfallen, auf schlechte Wege geraten.

Dem Lande ist besser (o. mehr) zu trauen als dem Wasser.

Dem Lande ist mehr zu trauen als dem Wasser.

Dem Landfrieden ist nicht zu trauen.
i] Aus der Zeit da Maximilian I. den ewigen Landfrieden anordnete. Da aber schon mehrere Kaiser vor ihm denselben geboten hatten, um dem raub- und fehdesüchtigen Adel Einhalt zu tun, ohne im Stande gewesen zu sein, ihre Befehle durchzusetzen, so betrachteten anfänglich viele auch den durch Maximilian befohlenen Landfrieden nur mit Mistrauen. Der obige, sprichwörtlich gewordene Satz bezieht sich ursprünglich auf die Fehde Mangolds von Eberstein zum Brandenstein gegen die Reichsstadt Nürnberg 1516-22.

Dem längsten Tage folgt sein Abend.

Dem langte der Boden (nicht) zu.
i] In der Niederlausitz bei Begräbnissen, wenn die Leute sehen, dass beim Schließen des Grabes der Grabhügel höher oder weniger hoch wird. Einem Geizigen sagt man z.B.: dir wird wol der Boden auch noch einmal zulangen, womit man auf die Erde deutet, die zum Schliessen des Grabes notwendig ist.

Dem Lässigen gerät sein Handel nicht.

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