<<< Deutsche Sprichwörter >>>

Den Schimmel färben.
z] Kann er meinen Schimmel blau färben?' fragte einst Herzog Karl von Würtemberg einen Färber, an dessen Tür er vorüberritt. 'Warum nicht', antwortete dieser, 'wenn er sonst das Sieden verträgt.' In Virginien strichen 1851 die Studenten in Lexington einem deutschen Professor seinen Schimmel schwarz an.

Den Schimmel meint man, vom Braunen spricht man, das Pferd mit weißen Beinen springt nach vorn.

Den Schimmel von Bronzell zu Tode reiten.
i] Einen falschen Weg bis ans Äußerste verfolgen.

Den Schinder und den Bierwirt rufen alle Stimmen beim Namen.

Den Schlaf des Gerechten schlafen.
en] The sleep of the righteous.
fr] Le sommeil du juste.
it] Il sommo del giusto.

Den schlafenden Hund wacker machen.
i] Aufwecken

Den Schlafenden hungert nicht.

Den Schlafenden lässt es schlafen, den Essenden wird Gott strafen.
i] Bezieht sich auf das Gewitter

Den Schläfrigen weckt man, den Faulen treibt man an, ein unbedeutendes Ding kann ja nirgendwo angeboten werden.
Estland

Den schlag' ich den rechten Weg.
Rottenburg
i] Tüchtig.

Den Schlag zumachen, wenn die Tauben fort sind.

Den Schlag, den ein anderer empfängt, siehst du an wie eine Ritze in der Mauer.
Oman

Den Schlägel weit werfen.
z] Also, das man jn schwärlich kan widerfinden, ist waidelich liegen, ins feld hinein, das man nicht waiss wa hinauss.

Den Schlechten dreimal schlecht.
la] Malis ter mala.

Den Schlechten geht's in der Welt besser als den Rechten.
jüdisch-deutsch] Dem Rusche (bösen, ruchlosen Menschen) geht es auf der Welt gut. Da der Ruchlose keinen Teil an dem Genuss der künftigen Welt haben soll, so soll er nach dem Volksglauben durch irdisches Glück entschädigt werden.

Den schlechten Mann selbst eine Maus anbeißen kann.
i] Das Schlechte wird, es sei auf was für eine Art es wolle, bestraft. Auch von denen, die über jede Kleinigkeit Zank anfangen und sich für verletzt und beleidigt halten.

Den Schlechten missfallen heißt gelobt werden.
Den Schlechten missfallen, ist der größte Ruhm.
la] Pessimis etenim displicere est laudari.
la] Non moror an laudet me turpis an improbet osor laus est magna malis displicuisse viris.

Den schlechten Zahlern, alt und jung,
Fehlt niemals die Entschuldigung.
es] A mal pagador, nunca le faltan excusas.

Den Schlechtesten selbst sollte man womöglich vor der Überzeugung schützen, dass er schlecht sei; schon mancher ist schlecht geworden, weil er sich zu früh für schlecht hielt.
Hebbel, Tagebücher, 1. 5. 1838

Den Schlegel weit werfen.

Den Schleier des Geheimnisses lüften
en] to lift (o. raise) the veil of secrecy
fr] lever (o. soulever) le voile du mystère
it] sollevare il velo del mistero

Den Schleier des Zweifels kannst du nur durch die richtigen Fragen lüften.

Den Schleier nehmen.
i] Sie hat den Schleier genommen, d.i. sie ist Nonne geworden.

Den Schließer soll man halten für den Dieb.
i] Wenn ein Mann in Verdacht kam, gestohlenes Gut in seinen Geweren (Wohnräumen) zu haben und Haussuchung vorgenommen werden sollte; so konnte er sich reinigen, wenn er unweigerlich die Schlüssel ausantwortete. Die Haussuchenden mussten im bloßen Hemde eintreten, damit nicht einer den Gegenstand erst hineintrage. Fand sich die Sache im verschloßenen Raum, so galt der Schlüßelträger, d.i. der Hausherr, für den Dieb, außer die Sache war so klein, dass sie zum Fenster hineingeworfen sein konnte. Hatte der Mann die Schlüssel nicht herausgegeben, so galt er als Dieb.
mhd] Den slisser sal man halden vor eynen dip.

Den schlimmsten Leuten soll man die besten Zeugnisse geben.

Den Schlitten verschneien lassen.

Den Schlüssel in der Tasche haben.

Den Schlüssel zu meiner Tür gebe ich zurück. Nichts will ich mehr aus meinem Haus. Ich bitte nur um Eure letzten lieben Worte.
Rabindranath Tagore (1861-1941)

Den Schlüssel zur Ehre darf man nicht verborgen.

Den Schmachtenden spielen.
nl] Hij speelt den smachtende.

Den Schmachtriemen anlegen.
i] Sich gegen das Darben, gegen den Hunger waffnen.
nl] Den smachtriem aandoen. - Zij zullen den buikriem wat moeten aanhalen.

Den Schmiereimer anhängen.
z] Gute Worte geben, die Hand küssen, die Leute ins Angesicht loben.

Den Schmutztod ist noch niemand gestorben.
Estland

Den Schnabel brauchen, wozu er gewachsen ist.

Den Schnee des vorigen Jahres suchen.
la] Anni nioes praeteriti.

Den Schnee für Salz verkaufen wollen.

Den Schnee hat d' Sonn' g'holt, drum bringt sen au wieder.

Den schnee im ofen backen (dörren).
en] Carry coals to Newcastle. - He roasts snow in a furnace. - The devil rebukes him. - To pour water in a sieve. - To wash a black-moor white.
fr] Battre l'eau. - Chercher une aiguille dans une botte de foin. - Donner un coup d'épée dans l'eau. - Faire de la bouillie pour les morts. - Mesurer les sauts des puces. - Ne faire que de l'eau claire. - Piler l'eau dans un mortier. - Porter de l'eau à la rivière. - Porter lanterne à midi. - S'amuser à la moutarde. - Se battre de la chape à l'évêque. - Se confesser au renard. - Traire les boucs. - Travailler pour le roi de Prusse.
it] Disputar dell' ombra dell' asino. - Far la zuppa nel paniere. - Far un buco nell' acqua. - Pestar l'acqua nel mortajo. - Seminar nell' arena.
la] Actam rem agere. - Bovi clitellas imponere. - Cribro aquam haurire. - Croesi pecuniae teruncium addere. - De asini umbra disceptare. - De lana caprina rixari. - Imbrem in cribrum gerere. - Litus arare. - Noctuas Athenas portare. - Sidera coelo addere.
pl] Groch na ściane rzucać. - Kozła doie próżno. - Sitem wodę czerpać.

Den Schnee selchen.
i] Selchen, in einigen Gegenden, wie Bayern, Österreich, soviel als im Rauche trocknen, dörren, genießbar machen, räuchern. Fleisch selchen, daher geselchtes Fleisch. Der Selcher, auch einer, der Fleisch einsalzt.

Den Schnee weiß färben wollen.
Russland
la] Exurere mare. - Mare exhauris.

Den Schneider auskaufen (austreiben, herausjagen, ausklopfen).
i] J-n, der ein neues Kleidungsstück trägt, scherzweise schlagen oder kneifen. Zu denen, die man auf das neue Kleid schlägt, das sie das erstemal anhaben.
fr] Il faut rabattre les coûtures.

Den Schneider herauszwicken.
Oberösterreich
i] Indem man denjenigen, der zum erstenmal ein neues Kleidungsstück anhat, sanft in den Arm kneift.

Den schnurschlag überhauen.

Den schönen Apfel frisst ein Schwein.
Serbien

Den Schönen fliegt die Liebe mit dem Wind zu.
Russland

Den schönen Tag soll man am Abend und das Leben nach dem Tode loben.
fr] Loue le beau jour au soir, et la vie à la mort.

Den schönen Tagen und den lachenden Herren ist schlecht zu trauen.
mhd] Den klaren dagen unde lachenden heren is quât to löven.
la] Ne credas Phobi radiis regique sereno.
la] Ridenti domino diffide poloque sereno.

Den schönsten Blumen fehlt oft der Duft.
dk] Akeley er vel en smukker urt, han haver dog ingen lugt.

Den schönsten Weiberstand hat Hall' im Sachsenland und Montpellier im franschen Land.

Den Schöpfer, der alles gut gemacht, tadle nicht in Unbedacht.

Den Schragen zum Markt richten.

Den Schritt muss man dem Bein anpassen.
Frankreich
fr] Il faut faire le pas selon la jambe.

Den Schrull kregen.
i] Tollheit, Unsinn.
z] Bistu duen effte vul, odder heffstu gekregen den Schrul.
z] In dem Spottlied der Katholiken: 'O Danske, we bistu also dul hefstu kregen der boddeker scrull.'

Den schuldigen beisst sein eigen Mut (o. Rauch).
en] Guilt is always jealous.

Den Schuldigen erschreckt eine Maus.
fr] Il ne faut qu'une souris pour faire peur du méchant.

Den Schuldigen führt man auch aus der Kirche fort.
Litauen

Den schuldigen Mann geht 's Grausen (kommt Grausen) an.
la] Crimina quisquis agit tremebundo pectore vivit. Fures clamorem metuunt.

Den Schuldigen schreckt eine Maus.

Den Schulern gehören lange Kleider.
la] Vestes talares debent portare scholares.

Den Schulfuchs spielen.
z] Der Schulfuchs hofft mit dürren Gründen den Beifall alter Welt zu finden, allein er wird geprellt.
fr] Faire le pédant.

Den schull man mit Appeldreck besmiten, un schicken em den Döwel to Niejahr.

Den Schulsack fressen.
i] Fleißig lernen.
z] Wiewol ich hab ein schulsack fressen, noch hab ich mein Latein vergessen.

Den Schurken hält der Strick nicht.
i] Eine Dame sprach von Beaumarchais, von seinen Schurkereien, seinem Glück, seinem Schicksal. 'Der Schurke wird gehängt werden, aber der Strick wird reißen, ehe er tot ist.'

Den Schurken und Narren gehört die Welt.
en] Knaves and fools divide the world.

Den Schutz des Gesetzes verliert, wer das Gesetz zu untergraben versucht. [RSpW]
la] Beneficium legis amittit, qui legem subvertere intendit.

Den Schwanen und Gänsen ists angeboren, dass sie oben aufm wasser fließen.

Den Schwanz (o. die Hörner) einziehen
v] die Segel (o. die Flagge) streichen - die Waffen strecken - das Feld räumen - klein und hässlich werden - vom hohen Pferd herabsteigen - Wasser in seinen Wein gießen
en] to have to eat dirt - to sing small - to climb down - to lower o's colours - to draw (o. pull) in o's horns - to pocket o's pride - to beat a retreat - to eat humble pie - to tuck o's tail - to come down a peg - to take in sail
fr] baisser pavillon (o. le ton) - perdre son aplomb - courber l'échine
it] farsi piccolo piccolo - piegare la testa - abbassare le corna (o. le ali o. la cresta) - diventar mogio mogio - mettersi la coda tra le gambe - tirare i remi in barca

Den Schwanz hängen lassen.
i] Verzagt sein.
z] Dann hangen solche gesellen den schwantz und ruffen Friedrichen an.
fr] Faire la poule mouillée.

Den schwanz über das nest ausstrecken.
la] Pennas nido majores extendere.

Den schwedischen Trunk geben.
i] Es gehörte dasselbe zu den grausamen Mitteln, durch welche die schwedischen Soldaten im Dreißigjährigen Kriege von den Leuten die versteckte Habe erpressten. Ein Zeitgenosse, der Bürgermeister Kaspar Staudt von Ansbach, entwirft in seinen Aufzeichnungen aus den Jahren 1834-35 eine haarsträubende Schilderung davon. Er führt verschiedene Torturen oder Erpressungsformen auf, welcher sie sich bedienten, deren erste 'der schwedische Trunk' war, 'da man einen auf dem Rücken gelegt, das Maul mit einem Knebel aufgesperrt, Wasser in den Mund gegossen zu zwei, drei, neun oder mehr Maß, so lange und so viel, bis einer gesagt, wo er sein Vermögen habe. Sind auch viel Menschen auf solche Art ersäuft worden.' Nach einer schlesischen Sage hat man statt des Wassers Mistjauche genommen.
z] Steckten ihm ein Sperrholz ins Maul und schütteten ihm eine Melckkubel voll garstig Mistlachen-Wasser in Leib. Das nannten sie einen Schwedischen Trunk.

Den Schweif einziehen.
i] Sich zurückziehen, nachgeben, kleinlaut werden. Offenbar von Hunden entlehnt.

Den Schweineschwanz bekommt der Fütterer.
Estland

Den Schwerpunkt nach Ofen verlegen.
i] Mit diesen Worten schildert man die österreichischungarische Staatsleitung, indem man damit andeuten will, dass jetzt das Hauptgewicht der Entscheidung von dem ungarischen Volke gegeben werde.

Den schwersten Eid schwört man bei seines Vaters Seele.

Den Schwüren eines Verliebten darf man nicht trauen.
es] Juras del que ama mujer, no se han de creer.

Den sech behelpt, het sinnen Well (Willen) nit.
Meurs

Den See machen seine Fische berühmt.
Usbekistan

Den See von Camarino bewegen.
i] Freventlich ein Unglück stiften. Der See unweit der Stadt Camarino in Sizilien war in einen Sumpf ausgeartet, der oft die Pest erzeugte. Man fragte das Orakel, ob es nicht besser sei, ihn vollends ganz auszutrocknen. Apoll verbot aber, ihn aufzurühren. Gegen des Orakels Ausspruch trocknete man ihn aber dennoch aus. Zwar hörte die Pest auf, aber die Feinde fielen durch den ausgetrockneten Raum ins Land. Die Redensart beruht auf dem Aberglauben, dass, wenn man vorsätzlich etwas hineinwerfe, ein schweres Ungewitter entstehe.

Den Seelen, im Fegfeuer ist mit den Feiertagen to viel geholfen, als einem mit einer faust ins Aug.

Den seelischen Wert einer Frau erkennst du daran, wie sie zu altern versteht und wie sie sich im Alter darstellt.
Christian Morgenstern, Stufen

Den Segen körperlicher Leiden vermag ich noch nicht zu begreifen, aber ich weiß, er ist vorhanden.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1908)

Den Segler erkennt man am Wimpel, am Geschwätz den Gimpel.

Den seigt kein hoffärtiger Hund mehr an.
Rottenburg
i] So verachtet ist er

Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf.
Psalm 127, 2
i] Bei unverdientem Glück
en] Good things come to him sleeping.
fr] La fortune vient en dormant.
fr] Les biens viennent en dormant à ceux que Dieu aime.
it] Chi ha ad avere bene, dormendo gli viene.
la] Cui homini dei sunt propitii, lucrum ei profecto obiciunt.
la] Largitur dilectis suis in somno.
la] Quibusdam beneficia dormientibus deferuntur.
sp] Á quien Dios quiere, la casa le sube.

Den selig will sterben, muss sein Vermögen vermachen an die rechten Erben.
Meurs

Den Senf bezahlen.
z] Es ward kein sache nie so kalt, wenn man euch den senff bezalt und nam von euch consilium, so was sie recht, wer si schon krum.

Den Senf überzuckern.
i] Dem Unangenehmen eine milde Form geben.

Den Sieg davontragen.

Den Sieg erringt, wer sich bezwingt.
mhd] Möht ich mir selbe ane gesigen, ich hete mîn nôt gar überstigen. - Swer im einem an gesît, der hêt verendet allen strît.

Den Sieg hat Gott in seiner Hand.

Den Simon (28.10.) kann man nicht vertreiben, er will doch Herr im Hause bleiben.

Den sin Aben (Ofen) warm is, dei meint, dat's allewegs Sommer.
Mecklenburg

Den sîn Brot ik ät, den sîn Lêd ik sing.
Süderdithmarschen

Den sind se ock et begrawen vergeten.
Meurs
i] Er sieht aus wie der lebendige Tod

Den Sinnen hast du dann zu trauen,
Kein Falsches lassen sie dich schauen,
Wenn dein Verstand dich wach erhält.
Mit frischem Blick bemerke freudig
Und wandle, sicher wie geschmeidig,
Durch Auen reichbegabter Welt.
Goethe (1749-1832), Gott und Welt - Vermächtnis

Den Sirenen wirft man, um das Schiff zu retten, leere Legeln hin, damit sie spielen.

Den Sklaven lobt man selten, die Schwiegertochter nie.
Estland

Den Sklavendienst des Körpers nach Möglichkeit einzuschränken, damit die dadurch gewonnene Zeit auf die freie Ausbildung des Geistes verwendet werden kann. Darin liegt nämlich. das Glück des Lebens.
Morus, Utopia

Den so am Fieber kranck ligen, ist alles Gall.

Den Sohn der Nachbarin, verheirate ihn mit deiner Tochter.

Den Sohn glücklich machen heißt, die Mutter glücklich machen.
Kikuju (Kenia)

Den Söhnen muss man viel freien Willen lassen.
Russland

Den Soldaten macht nicht der Anzug, sondern der Feldzug.

Den Soldaten macht nicht die Blumage, sondern die Courage.
i] Um den tüchtigen Soldaten zu charakterisieren.
z] Den Soldaten machen nicht die Pasteten, sondern die Pastein, nicht die Paracken, sondern die Barakein; einen Soldaten macht nicht das Haarpulver, sondern das Schießpulver, nicht das Ballspiel, sondern das Hannibalspiel, nicht der Aufzug, sondern der Feldzug, nicht die Schlafhaube, sondern die Beckelhaube, nicht die Flöte, sondern die Flinte, nicht die Sabinerl, sondern der Säbel.
z] Wie die Gloire selbst ein Rausch ist, so kämpft auch der Franzose wie im Rausch. Der Pulverdampf begeistert ihn, setzt ihn in einen Fieberzustand, der sich seiner in einer Weise bemächtigt, dass er, ohne rechts noch links zu blicken, vorwärts strebt, bis der fieberhafte Rausch vorüber ist, und dann Erschlaffung eintritt. Wo aber, was übrigens selten, dieser Rausch fehlt, ist er der schlechteste Soldat von der Welt, ein Soldat, von dem selbst das französische Sprichwort sagt: Le soldat' u.s.w.
fr] Le soldat fait la soupe et la soupe fait le soldat.

Den soll der Teufel holen.
nl] De droes zal hem halen.

Den sollen die Hunde fressen.
1 Kön. 14, 11 u. 21, 14. (Der Hund, welcher bei den Griechen und anderen Völkern geopfert wurde, war bei den Juden unrein)

Den söllet' mer uf'n Saudrak balz'n (pfropfen).
Franken
i] Er ist ein erbärmlicher Wicht.

Den sollt' man einpuppen und nach Texas schicken auf dem Dampfschiff.
Nürtingen
i] Vom Dummen

Den sollt man in einer alten Kuhhaut herumfahren (herumfummeln).
Nürtingen
i] Anspielung auf das bekannte Kuhhautschleifen als Verschärfung der Todesstrafe.

Den sollt man mit Eselsfürzen vergraben.
Nürtingen
i] So dumm ist er

Den sollte der Teufel lotweis holen.
Rottenburg

Den sollte man mit Pelzkappen verschießen.
Nürtingen

Den sollten die Gänse anseigen.
Rottenburg

Den Sommer bringt uns St. Urban, der Herbst hebt Bartolomäus an.

Den Sommer ins Land reiten.
i] Diese Redensart ist aus dem in die christliche Zeit übergegangenen Reste des Wodanskultus zu erklären.
z] Wie die zwölf Nächte der Wintersonnenwende waren unsern Vorfahren auch die zwölf ersten Tage des Mai heilig und wurden als Beginn des Sommers festlich und feierlich begangen. In dieser Weihezeit fand der altgermanische Landtag statt, der daher auch bis ins Mittelalter Maifeld oder Mailager hieß. Wie bei der Feier der Wintersonnenwende bildete auch bei dem feierlichen Cultus dieser Tage Wodan als Gott des Himmels und des Jahres den geistigen Mittelpunkt. Die Reste solcher Frühlings-Wodanfeste sind uns noch an vielen Orten in mannichfaltigen Kampfspielen, im 'Maireiten' und in der Einholung des 'Maikönigs' erhalten. Den Germanen war nämlich von jeher die Lenzfeier ein Kampffest, in welchem der Gedanke des alten Götterglaubens dargestellt wurde. Sieg des wiedererwachten guten Sonnengottes und seiner lichten Heergesellen über die finstern Dämonen des Winters. Dieser Kampf wurde bei den Maifesten ebenso dramatisch zur Aufführung gebracht, wie der Umzug des Wuotanheeres zu Weihnacht. Jähns weist a.a.O. noch vorhandene Volkssitten und Gebräuche nach, die sich wie Wettspiele, Maikönig, Blumengraf an den Cultus des Mai-Wodans anlehnen. Jahr für Jahr ritten ehedem in den Städten Niederdeutschlands die bewaffneten Bürger zu Walde, um den 'Maigrafen' zur Stadt zu führen. Der sass dann in Laub eingehüllt auf weißem Roße und die Maien, die ihn geschmückt hatten, wurden in der ganzen Stadt als segenbringende Gabe vertheilt. Diesen schönen Gebrauch, der in Holstein noch jetzt gelten soll, nannte man: Den Sommer ins Land reiten, o. die Zît empfahen.

Den Sommer liebt man besonders im Winter und den Winter im Sommer.
Serbien

Den Sommer maut alles wassen.
i] Eine Warnung vor verfrühtem Säen und Pflanzen.

Den Sommer mit dem Tore (= durch Herumtreiben an den Haus- oder Hoftoren), den Winter mit dem Rotze versäumen.
Litauen

Den Sommer schändet kein Donnerwetter.
i] Dem kaltblütigen Winter stehen aber solche leidenschaftliche Zornausbrüche nicht wohl an.

Den Sommer sieht man an den Augen, den Winter spürt man an den Zähnen.
Estland

Den Sommer wächst dem Arbeiter zu, den Winter dem Schläfer.

Den Sommertag schändet kein Donnerwetter.

Den Sonnabend hilt de Düwel Hûshöllige.
i] Dieser Tag ist für die Hausgenossen der mühevollste und unangenehmste in der ganzen Woche, weil an demselben das Haus von oben bis unten gereinigt wird, woher die Übertragung auf das höllische Hauswesen kommen mag. Nach dem Volksglauben soll am Sonnabend mit dem Begonnenen abgeschlossen werden, vorzüglich soll man den Rocken an diesem Tage abspinnen, sonst gerät das Garn schlecht und ist nicht weiß zu machen. Aus dem Garne, das man Sonntagsnacht auf dem Haspel stehen lässt, soll eine Wurst werden. Nach andern soll, wer vom Sonnabend bis in die Nacht hinein spinnt, nach dem Tode als Geist umgehen. Nach estnischem Glauben wird ein am Sonnabend Geborener spät oder nie heiraten. Am Sonnabend darf man keinen neuen Dienst antreten, nichts borgen, selbst nicht ein Gerät aus dem Nachbarhause. Katholische Landleute werfen sonst am Sonnabend die in der Tischlade gesammelten Brotkrumen ins Feuer, um damit die armen Seelen zu speisen.

Den Sonnenschein verbieten.

Den Sonntag aus der Woche streichen.
i] Das Angenehmste und Beste von einer Sache wegnehmen.
la] Ver ex anno tollere.

Den Span teilen.
i] Die Misshelligkeiten ausgleichen, sodass jeder Teil etwas nachgibt. Span = Uneinigkeit, Streit, Trennung; davon spängeln = einen kleinen Zwist haben.

Den spanischen Mantel anlegen.

Den Spaten auf den Deich setzen.
Nordfriesland
i] Sich seines Eigentumsrechtes begeben. In einer Verleihungsurkunde des Herzogs Friedrich von 1654 für niederländische Einwanderer auf die friesischen Aussenlande heißt es: 'Wenn die einmal von ihnen eingedeichten Ländereien wieder überschwemmt würden, und sie genötigt wären, >den Spaten auf den Deich zu setzen<, so sollen sie dennoch nicht, wie die frühern Bewohner, ihre Rechte dadurch verlieren.'

Den Speck auf den Teller legen und die Beine Gott vorwerfen.

Den Speck bekommen mit der Spinde.
z] So spricht er: bringt mir opfers mer das mein magt und mein kind dest bass im huss versehen sind und unss der speck werd mit dem spind.

Den Speck schlicken und Gott das Kraut vorsetzen.
z] Du bist wohl eine ungehobelte Welt, den Speck und die Feiste soll man Gott überlassen, du aber kehrst es um, d.h. hier die witzigen Leute für dich behalten und das Stroh, d.h. hier die Strohköpfe, den Klöstern schenken, die Rosen willst du behalten, die Saublumen Gott opfern.

Den Speck tadeln, dass er fett ist.

Den Speck von der Maus kaufen.

Den Speer kann man nicht im Sack verstecken.
Bosnien

Den Sperling fängt man, so man ihm Salz auf die Flügel streut.

Den Sperling in der Hand fliegen lassen, um die Taube auf dem Dache zu fangen.
fr] Mettre à terre ce qu'on a dans les mains.

Den Sperling speist man mit einem Mücklein, der Löwe muss auf einmal ein ganzes Schaf haben.

Den Spiegel darfst du nicht schelten, wenn er dir eine schiefe Fratze zeigt.
Russland

Den Spielern nimmt der Teufel das Geld ab.
bm] Mezi hráči d'ábel peníze béře.
pl] Między graczmi diabeł pieniądze bierze.

Den Spieß beim Hag abziehen.
z] Der sich fürchtet, weiset das Ross neben aus und zieht den Spieß am Hag ab.

Den Spieß umkehren (o. umdrehen)
en] to turn the tables
fr] renvoyer la balle à qn.
it] ritorcere le accuse
la] Stylum vertere.
la] Talum reponere.

Den Spieß verkehrt tragen.
la] Scilicet ut retro post se fert rusticus hastam.

Den Spieß wegwerfen.
i] Den Kampf vor dessen Beendigung aufgeben.
la] Hastam abjicere.

Den Splitter im Auge des Bruders sieht man gewöhnlich, den Balken in den eigenen Augen sieht man selbst nicht.
la] Cernere festucam mos est in fratris ocello,
in propriis oculis non videt ipse trabem.

Den spott zu den streichen haben.

Den Spott zum Schaden haben.
nl] Waer spot, quaet spot.
la] Damnum sequitur ludibrium.
la] Habeat damnum cum sunna.

Den Springer zieh nicht wie den Bauer.

Den Spülichttod ist noch niemand gestorben.
Estland

Den St. Servatius begleitet St. Bonifatius.

Den Staat von der Kirche trennen.
i] Scherzhaft für Kirchendiebstahl, wenn angenommen wird, dass weltliche Güter für die Kirche nur Luxus sind. Auf die Frage des Untersuchungsrichters: 'Sie sollen die goldenen Borten von den Messgewändern getrennt haben, was haben Sie darauf zu sagen?' antwortete der Angeschuldigte: 'Ich glaube damit nichts Unrechtes getan zu haben, da ich immer höre, dass der Staat von der Kirche getrennt werden müsse.' Im ernsten Sinne aber versteht man darunter solche Einrichtungen, durch welche die Kirche vom Staate unabhängig wird und sich selbst regiert. Es leuchtet ein, dass dies eine Unmöglichkeit ist, denn zwei Regenten im Haus, triebe einer den andern hinaus. Die Bildungsanstalt Kirche darf keine Auflösung und Zerstörung für den Staat werden.

Den Staat vorbildlich leiten.
i] Devise des brasilianischen Bundesstaats Rio de Janeiro
la] Recte rem publicam gerere.

Den Stab in den Boden senken.
i] Symbolisch erklären: Bis hierher und nicht weiter.

Den Stab über einen brechen.
i] Eigentlich ihn zum Tode verurteilen. Von einer frühern Form, bei Verkündung des Todesurteils, wobei ein Stab gebrochen wurde; dann aber allgemein über jemanden in irgendeiner Sache ungünstig urteilen.
nl] Den staf over iemand breken.

Den Stachel wider sich selbst kehren.

Den stal zu, wen das ross hin ist.

Den Stall des Augias ausmisten.
i] Von einer mühsamen, schmutzigen und zugleich undankbaren Arbeit. Augias, König von Elis in Griechenland, welcher einen sehr großen Stall hatte, worin er 3000 Ochsen hielt, und der in 30 Jahren nicht ausgemistet worden war. Augias verdingte die Ausmistung dieses Stalles an den Herkules, welcher sich dieser Arbeit glücklich entledigte, indem er den Fluss Alphius in den Stall leitete. Augias wollte jedoch den Herkules nicht bezahlen, und verbannte seinen Sohn, welcher für den Herkules zeugte; worauf Herkules in Elis einfiel, den Augias umbrachte, und seinen Sohn auf den Thron setzte.
i] Eine sehr beschwerliche Arbeit verrichten.
la] Augiae cloacas stabulum purgare.

Den Stall zuschließen, wenn das Pferd (das Schaf) gestohlen ist.
z] Den stal mot men betteren to vorn, er wen de oßen werden verlorn.
bm] Co platno chléva zavírati, kdyz krávy pokradli.
bm] Pozdĕ závory dĕlali, kdyz konĕ vyvedli.
en] When the steed is stolen, to shut the stable door.
fr] Fermer l'étable, quand les chevaux n'y sont plus.
fr] Fermer l'étable quand les vaches sont prises.
fr] Il est bien tems de fermer l'étable, quand le chevaux en sont sortis.
fr] Il est trop tard de fermer l'écurie quand les chevaux sont pris.
fr] Il ferme l'écurie quand les chevaux sont dehors.
nl] Man sluit den stal te laat, als het paard gestolen is.
it] Dopo che i cavalli sono presi, serrar la stalla.
it] Si serra la stalla, quando son persi i buoi.
la] Grege amisso septa claudere.
la] Accepto damno januam claudere.
la] Est tarde nimium post bombum claudere valum.
la] Machinas post bellum adferre.
la] Maxima pars pecore amisso praesepia claudit, tuncque sapit cum calvaretro fortuna recessit.
la] Nil juvat amisso claudere septa grege.
la] Quando quidem accepto claudenda est janua damno. Juvenal
la] Quid juvat amisso claudere septa grege?
la] Sera in fundo parsimonia.
pl] Zamknął stajnię, jak mukonia ukradli.

Den Stallhengst wird ja kein Wolf fressen.
Estland

Den Star haben.
i] Blind oder verblendet sein, falsch oder schief urteilen.
fr] Avoir la berlue.

Den Starken hilft das Glück.
la] Fortes fortuna adiuvat.

Den stärksten Anlass zum Handeln bekommt der Mensch immer durch Gefühle.
Carl von Clausewitz, Vom Kriege

Den stärksten Mann Weiberlist betrügen kann.

Den Staub bringt man nit aus den Kleidern ohne Steckenschlag, und die Boßheit nit aus den Kindern ohne die Rute.
la] Poena leves non possunt refraenare insaniam.

Den Staub von den Füßen schütteln.
fr] Oster la pouldre de ses pieds.
la] Puluerem excutere pedum.

Den stechen leichtlich die Grillen, dems nicht geht nach seinem willen.

Den steckt en 't Hemd, met de Kopp herut.
Meurs

Den Stein auf beiden Schultern tragen.
z] Beim Fuchs wirdt der fein angezeigt, dern stein auf beiden schultern trägt.
z] Aber wer sich kan zur seiten lencken, gegen den wird den mantel hencken, den stein auf achsseln tragen und, was man gerne hört, kan sagen u.s.w.

Den Stein der Weisen suchen.
i] Das Geheimnis, Geld zu machen.
fr] Travailler au grand oeuvre.
nl] Hij zoekt den steen der wijzen.

Den Stein des Sisyphus wälzen.
la] Sisyphi saxum volvere. Cicero

Den Stein kann man nicht weit werfen.

Den Stein muss man ziehen, wenn man das Spiel will gewinnen.
i] Der Ton liegt hier wie bei dem vorhergehenden auf den.

Den Stein nach dem Senkel und nicht den Senkel nach dem Steine.

Den Stein verstecken und das Brot zeigen.
i] Von einem hinterlistigen Menschen, der jemanden durch Versprechungen an sich lockt, um ihn zu verderben, wie man einem Hunde ein Stück Brot zeigt, um ihn zu locken und dann mit dem Steine wirft, oder mit dem verborgenen Stocke schlägt.
la] Altera manu fert lapidem, altera panem ostentat.

Den Stein werfen und dann die Hand verbergen (o. verstecken).
es] Tirar la piedra y esconder la mano.

Den Stein werfen und die Hand verstecken.
sp] Tirar la piedra y esconder la mano.

Den Stein, den du nicht heben kannst, den sollst du liegen lassen.

Den Stein, den ein Narr ins Meer (in den Brunnen) geworfen, können zehn Kluge nicht herausholen.
fr] La pierre qu'un sot a jetée dans la mer, cent sages ne l'en retireront point.

Den Stein, den ein Verrückter in einen Brunnen wirft, können 40 Kluge nicht wieder heraufholen.
Türkei

Den Stein, den ich nicht heben kann, laß ich liegen.

Den Stein, den man nicht heben kann, muss man in Frieden liegen lassen.

Den Stein, den man nicht heben kann, muss man liegen lassen.

Den Stein, den man nicht heben kann, soll man lassen liegen.

Den Stein, den man nicht heben kann, soll man selbander liegen lan.
i] Selbst ist der Mann. Was man nicht mit eigenen Mitteln und Kräften auszuführen sich getraut, soll man nicht unternehmen.

Den Stein, den seine Vorfahren nicht lichten (heben) konnten, wird auch er liegen lassen.
i] Er wird nichts mehr tun, als seine Vorfahren.

Den Stein, der im Wege liegt, muss man wegnehmen, dass niemand darüber falle.

Den Stein, oft berührt, Moos nicht überwachsen wird.
Polen

Den Stein, welchen man nicht heben kann, muss man liegen lassen.

Den Stempel der Natur selbst ändert Übung.
Sie zwingt den Teufel - oder treibt ihn aus.
Goethe (1749-1832)

Den sten afboren.
i] Den Stein abheben; ahd. burjan und borôn = elevare; gelt up boren: Geld erheben. Der engel heft den sten afgeboret, der Engel (an Christi Grabe) hat den Stein vom Grabe abgehoben.

Den Sterbenden ist der Ozean nur knietief.

Den Steuermann darf man nicht meistern.

Den Stichauf machen.
i] Den Enthüller, Ausplauderer, Verräter.

Den sticht keiner als ein Hummeler.
i] Hummel, Bombos. Wortspiel mit dem doppelsinnigen Worte 'stechen'.

Den Stiel der Axt nachwerfen.
i] Alles verloren geben, aufs Spiel setzen, das Äußerste wagen.
en] To throw the helve after the hatchet.
fr] Jeter le manche après la cognée.
nl] Men moet de steel de bijl niet na werpen.
sp] Echar el mango tras el destral.

Den Stiel nach dem Beil (o. Besen) werfen.
sp] Echan el mango tras el destral.

Den Stiel umkehren.
i] Das Entgegengesetzte machen.

Den Stier bei den Hörnern fassen (o. packen).
i] Gerade an dem Punkte, wo er seine beste Wehrkraft besitzt.
z] Diese Partei verlässt den Kampfplatz, auf den sie in der Absicht getreten war, den Stier bei den Hörnern zu fassen, in sehr niedergeschlagener Stimmung.
en] to take the bull by the horns
fr] prendre le taureau par les cornes
it] prendere il toro per le corna

Den Stier muss man nicht bei den Hörnern fassen.
z] Warum auch nicht bei den Hörnern, wenn man nur stärker ist als der Stier.

Den Stier nimmt man bei den Hörnern, den Mann beim Worte und das Weib beim Rocke.
Schweiz

Den Stinkbaum schütteln.
i] Der Stinkbaum (Anagyris foetida Linn.), auf den Inseln des griechischen Inselmeers und im übrigen Südeuropa einheimisch, kommt als Strauch und Baum von mittelmäßiger Größe vor, und hat einen stinkenden Geruch. Daher sagten die Alten bei Aufregung einer verdrießlichen Sache: den Stinkbaum schütteln (Anagyrin movere).

Den Stock aus der Hand legen.
en] To lay down the cudgels.

Den Stoff gibt die Natur, die Kunst nur Politur.
la] Fit arte mite, quidquid est ortum rite.

Den Stoff nimm nach der Leist, die Tochter nach der Mutter allermeist.

Den Stoff sieht jedermann vor sich, den Gehalt findet nur der, der etwas dazu zu tun hat, und die Form ist ein Geheimnis den meisten.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 289

Den Stolz hat man umsonst, das Brot muss man kaufen.
Wendische Lausitz
la] Melius est labi pedipus, quam oculis.

Den Storch klappern lehren.

Den Storch lausen.
Schlesien
i] Etwas Schwieriges und Unfruchtbares treiben.

Den Storch zum Aufseher der Frösche machen.

Den Stören liegt sehr wenig dran, dass sie (hoch) schätzt der Fischersmann.

Den stoß' ich mit dem kleinen Finger um.

Den Strand pflügen.
nl] Hij ploejt het strand, en zaait in 't zand.

Den Strauch für die Blätter geben (nehmen).

Den Streit der Adligen kann man auf den Rücken der Bauern nachlesen.
Russland
i] Vgl. Horaz, Episteln 1,2: Wenn die Könige rasen, so büßen's die Griechen

Den Strick an das Seil binden.
i] Wenn jemand in einer Sache zu viel tut.

Den Strick an zwei Seiten fassen.

Den Strick dem Kessel nachwerfen.
i] Alles aufgeben, das Kind mit dem Bade ausschütten. Den Stiel der Axt nachwerfen. Das Haus aus dem Fenster werfen.
nl] Hij werpt de koord naar den ketel, het moet al op.

Den Strick nach dem Eimer werfen.
it] Gettar la corda dietro la secchia.

Den Stuhl neu besetzen.
i] Das Amt.
la] Praepostere Tullius.

Den Stuhl vererbt der Vater auf den Sohn.
mhd] Dissen stul erbit er uff sinen (eldisten) son.

Den Stummen versteht Gott.
Armenien

Den Süll überladen.
z] Ich sack daz ein sülle (Balken, Schwelle) was grôz unt wart doch überladen.

Den Sündenbalg pflegen wir alle jährlich einmal abzulegen.

Den Sündenbock spielen (müssen)
en] to be the scapegoat (o. the whipping boy)
fr] servir de bouc émissaire (o. de souffre-douleurs)
it] fare da capro espiatorio

Den süt se kûm över de Schultern an.
i] Begegnet ihm verächtlich.

Den Tabak kann man (kannst du) nicht einfach pflanzen, man muss ihn (den musst du) heiraten.
Kuba

Den Tabak mag ich nicht kauen (rauchen).

Den Taffent mit dem Sack vertauschen.
i] Der Eitelkeit der Welt entsagen und Buße tun.

Den Tag bei der Wurzel nehmen.

Den Tag der Ausfahrt kennen wir, nicht den der Einfahrt.

Den Tag der heiligen Agathe (5.2.), der war oftmals reich an Schnee.

Den Tag erkennst du schon an seinem Morgen.
Bulgarien

Den Tag mit der Laterne suchen.

Den Tag muss man rot in den Kalender schreiben.
i] Nämlich diesen, einen solchen Tag.
la] Diem numera meliore lapillo.
nl] Dezen dag moet ik tekenen.

Den Tag soll man erst am Abend loben und die Ehefrau, wenn sie im Grabe ruht.

Den Talpen (hinterrücks) geben.
i] Der Talpen = Tatze von dem Zeitwort talpen = langsam arbeiten, auch mit den Füßen schwer auftreten, einen plumpen, schwerfälligen Gang haben, davon tälpeln = mit den Tatzen berühren, auch etwas mit der Spitze der Finger bestoßen.

Den Tambour (auch: das Tambourin) machen.
i] Sich zur siegenden Partei schlagen.
it] Far il tamburino.
it] Far come il tamburo.

Den Tanz anfangen.
i] Den Anfang von einer Sache machen, zuerst an die Reihe müssen.
fr] Mener le branle.

Den Tanz führen.
i] Vortanzen, andere anführen, aufhetzen, Rädelsführer sein.
fr] Mener la danse.

Den Tanz verkaufen.
i] Bezieht sich auf einen (frühern) Brauch in Österreich, wo zur Zeit der Kirmes das Recht, Tanzmusik zu gewähren, an Spekulanten verkauft wurde.
z] Wenn eine Kirchweihe einfällt, so nehmen zween (Bauern) die Spielleute und gehen mit denselben zu dem Landesgerichtsherrn und kaufen von ihm den Tanz um einen Dukaten in Gold. Alsdann bezahlen selbige zween Tanzkäufer die Spielleut; und wer tanzen will, muss sich zuförderst mit ihnen abfinden.' So verkaufen sie den Tanz.

Den tapfern Mann kann eine feige Kugel töten.
fr] Couard souvent coup mortel au preux donne.

Den tapfern Mann und den guten Wein soll man nicht nach dem Herkommen fragen.

Den Tauben Gänseeier unterlegen.

Den Tauben ist gut predigen.

Den Tauben predigen ist vergebliche Mühe.
ndt] Em Dauven ess gôt prädige. Köln
nl] Men zal voor geen doove twee missen zingen.

Den Teil (od. Fleisch) ißt man wie einen Berg.
Estland

Den Teufel am (beim) Schwanze ziehen.
z] Um meinen Wohlthätigkeitsgelüsten zu genügen, musste ich sehr oft den Teufel am Schwanze ziehen. H. Heine
i] Diese Redensart, welche so viel heißt, als es sich sehr sauer werden lassen, ist französisch: Tirer le diable par la queue und soll folgenden Ursprung haben. Gegen das Ende der Regierung Franz I. um das Jahr 1546 wurden die ersten Kutschen in Frankreich eingeführt. Die Königin Eleonore von Österreich hatte die erste, Diana, Herzogin von Angoulême, die zweite, und die dritte der Präsident. Der letztere, ein spekulativer Kopf, jede Gelegenheit, Geld zu machen benutzend und voraussetzend, dass die neuen Wagen die älteren verdrängen würden, kaufte die letzteren so weit auf, als er sie unterbringen konnte, und beauftragte einen Bildhauer, an dem Vorderteil derselben einen Teufel zu befestigen, dessen Schwanz, drei Ringe bildend, bis auf die Deichsel hinabreichten. Als seine Wagenräume reichlich damit versehen waren, befahl er, dass alle vierzehn Tage der Unrat der Stadt in die Seine geschafft werden solle. Damit nun aber die für diesen Zweck bestimmten Wagen erkannt und nicht für andere Dinge in Gebrauch kämen, gab er den Befehl, dass sie alle mit einem Teufel nach dem Muster der in seiner Wagenstatt befindlichen versehen sein sollten. Sein Schuppen war natürlich bald ausgeleert. Jeder, der sich dieser Arbeit widmete, bediente sich seiner Wagen, um sich nicht misliebig zu machen. Die Unglücklichen, die man Maîtres des basses-oeuvres nannte, zu arm, um sich Pferde zu kaufen, zogen einen Strick durch die Ringe, die der Schwanz des Teufels bildete, und auf diese Weise den Wagen an die Seine. Diese Art Wagen gab zu der obigen Redensart Veranlassung, um eine Person zu bezeichnen, die sich ihren Lebensunterhalt sehr sauer erwerben muss.

Den Teufel an die Wand malen.
z] Mancher glaubt genug getan zu haben, wenn er den Teufel nicht an die Wand malt

Den Teufel anzurufen, ist nicht das gleiche, wie ihn kommen zu sehen.
Puerto Rico

Den Teufel auf deinen Kopf, sagte eine Frau zu ihrem Mann, als er dem Fuchs für einen erwiesenen Dienst dankbar sein wollte.

Den Teufel auf den Buckel kriegen.

Den Teufel auf den Pfulben binden.

Den Teufel austreiben mitten unter die Wölfe.
Luther

Den Teufel barfuß laufen sehen.
i] So sagt man in Thüringen für: der Teufel macht seinen Besuch

Den Teufel bei der Nase ziehen.
z] Nun kann man dem Teufel Trotz bieten und ihn bei der Nase ziehen, weil, ihn zu verjagen, nur Herz nötig ist.

Den Teufel bei seiner Mutter verklagen.
i] Bei einem parteiischen Richter, der für den Gegner eingenommen ist, und bei dem folglich nichts zu gewinnen ist. Sinnverwandt mit: Leeres Stroh dreschen

Den Teufel beten lehren.

Den Teufel bleichen.
it] Lavar la coda al diavolo.

Den Teufel braucht man nicht zu rufen, er kommt wohl von selbst.

Den Teufel darf man nicht so fürchten als böse Menschen.
bm] Neboj se čerta, ale zlého človĕka.

Den Teufel durch Belzebub austreiben.
i] Ein Übel durch ein anderes vertreiben.
fr] Reprendre du poil de la bête.
la] Clavus clavo pellitur.
la] Lutum luto purgare.
la] Malum malo mederi.
la] Similia similibus curantur.

Den Teufel freut das Jagen, worüber arme Leute klagen.

Den Teufel fromm machen wollen.
Luther

Den Teufel gegen seine Mutter hetzen.
nl] De donder tegen zijne moeder.

Den Teufel halte, wer ihn hält!
Er wird ihn nicht so bald zum zweiten Male fangen.
Goethe (1749-1832), Faust I, Studierzimmer (Faust) Vs 1428

Den Teufel hast du, rief die Frau, die stets widersprach, ihrem Manne zu, als dieser, als sie schalt, zu ihr sagte: Lass gut sein, ich weiß, dass ich ein gutes Weib habe.

Den Teufel hat noch keiner ungestraft betrogen.

Den Teufel im Glas zeign.
i] Mit Nachdruck drohen, Furcht einjagen.

Den Teufel in den Haaren sitzen haben.
z] Aber der Teufel hätte mit ihm fechten mögen, den er auch, wie mir gesagt wurde, in Haaren sitzen hatte.

Den Teufel in der Börse haben.
i] Die Schotten sagen auch: Der ärgste Teufel sei der, welcher in der Börse tanze. Beide Sprichwörter stammen aus der Zeit der Münzen, welche mit einem Kreuz bezeichnet waren. Anspielungen auf solche Kreutzer finden sich besonders bei Shakespeare (1564-1616), z.B.: 'Wo das Kreuz ist, hält sich der Teufel nicht auf'. Also heißt obiges Sprichwort: Eine leere Börse haben.

Den Teufel in der Schüssel finden.
i] Leere Schüsseln finden.
it] Trovare il diavolo nel catino.

Den Teufel in die Hölle jagen.
z] Möge den tapfern schwarzen Leibkürassieren noch oft Gelegenheit geboten sein, nach dem Ausspruch des General Dünewaldt den Teufel zum Ruhme Preussens in die Hölle zu jagen.

Den Teufel in ein Bockshorn zwingen wollen.

Den Teufel in ein Glas bannen.
la] Homo utatur mundo, non fruatur.

Den Teufel in roten Hosen tanzen sehen.
z] Ein altes Sprichwort von Beschwerlichkeiten des Frauenzimmers.

Den Teufel ins Haus laden, ist leicht, aber schwer, von ihm loskommen.

Den Teufel jagt man aus, der Satan kommt ins Haus.

Den Teufel jagt man heraus, der Satan kommt wieder herein.

Den Teufel kann man mit dem Kreuz bannen, aber den Russen wird man nie los.
Ukraine

Den Teufel kann man mit dem Kreuz vertreiben, sagte der Pfaffe, aber Calvinisten und Lutheraner lachen bloß darüber.

Den Teufel kann man vertreiben durch das Kreuz (durch Weihrauch), eine Sau durch einen Knittel, aber wodurch böse Menschen?
bm] Čerta křízem, svinĕ kyjem se zbavis, ale ničím zlého človĕka.

Den Teufel kannst du mit dem Kreuz vertreiben, aber den Russen wirst du nie los.
Ukraine

Den Teufel kennt man an den Klauen.

Den Teufel muß man anbeten, daß er einem keinen Schaden tut.

Den Teufel ohne Klauen malen.
fr] On ne peut pas peigner un diable qui n'a pas de cheveux.

Den Teufel sind wir los, die Bösen sind geblieben.

Den Teufel spielen.
fr] Il fait le diable.

Den Teufel und ein bös Weib straft man am besten durch Verachtung.
dk] Dievelen og en ond kvinde har ei større plage end at foragtes.

Den Teufel und Gott in ein glas bannen.

Den Teufel verabschieden und seine Großmutter einlassen.
z] vngereimbt, vnmöglich Ding tun.
dä] Al slippe fanden og tage ved hans oldemoder.

Den Teufel verklagen.

Den Teufel will ich dir geben, aber kein Geld.
i] In den sprichwörtlichen Redensarten ist der Teufel fast heimischer als in den Sprichwörtern selbst; in den mannigfachsten Beziehungen und für die verschiedensten Zwecke tritt er dort auf. Wer vom Glück nicht begünstigt worden ist, wird als 'armer Teufel' bedauert. Wer zu ehrlich ist, um bei günstiger Gelegenheit einen guten Schnitt zu machen, ist ein 'dummer Teufel'. Ist einem anderen ein Betrug oder ein anderer Streich gelungen, so nennt man ihn einen 'verteufelten Kerl' oder einen 'Teufelskerl'. Wenn jemand etwas nicht vermag, oder wenn es ihm besondere Schwierigkeiten macht, so ruft er aus: 'Das ist doch des Teufels'. Wenn ein Schuldner an Zahlung erinnert wird, so bedient er sich der obigen Redensart. Und der erbärmlichste Wicht, den der Teufel gar nicht in der Hölle gebrauchen kann, spricht: 'Der Teufel soll mich holen', weil er weiß, dass er ihn nicht holt.

Den Teufel zu beherbergen brauchts (o. kostet) einen klugen Wirt.

Den Teufel zu Gevatter bitten.
i] Sich den Verführungen aussetzen, bloßstellen. In einem Briefe, den Luther unter dem 8. Dec. 1532 an Hans Kohlhas richtete, empfahl er dem letztern 'Frieden anzunehmen, den Teufel nicht zu Gevatter zu bitten, und den ihm zugefügten Schaden zu verbeißen.'

Den Teufel zu Hause laden.

Den Teufel zur Tür hinauswerfen und seine Großmutter zum Fenster einlassen.
i] Aus der Asche ins Feuer, aus dem Fegefeuer in die Hölle fallen, aus dem Regen in die Traufe, aus dem Rauch ins Feuer kommen.
dä] A slippe fanden, og tage ved hans olde-moêr; falde af asken i ilden, af skiers-ild i helvede flye for regnen og falde i bekken, for røgen og komme i ilden.

Den Teutschen seind jhre Manschafft, stattliche rüstung, Zeughäusere und Geschütz soviel nutz, als die Vögel, die man vor's fenster hengt, die man kaufft und erhält, und sie anderen singen.
i] Sie haben in neuerer Zeit anderen Gebrauch davon zu machen gelernt.

Den Tisch abg'rommt, der Schneider kommt.
Wurmlingen

Den Tisch rücken.
Oberpfalz
i] Acht Tage nach der Hochzeit wieder ein kleines fröhliches Mahl mit Gesang und Tanz geben.

Den Tisch wohl eher meiden, als andrer Ehr' abschneiden.

Den Tischler kennt man an den Händen, die Pferde an den Zähnen, die Säufer aus der Nasen, den Wind am Blasen; die Fuhrleute am Schnalzen, die Kuchel am Schmalzen, die Glocke am Klange und den Vogel am Gesange.

Den Töchtern gibt man gern, was sie bedürfen, den Söhnen, was man kann.

Den tod am halse tragen.

Den Tod am Leibe herumtragen.
fr] Mourir tout debout.

Den Tod austragen.
i] Der Gebrauch des Todaustragens rührt aus der heidnisch-germanischen Zeit her und bestand darin, dass man einen Strohmann, welcher den Winter vorstellte, am Sonntag Lätare, d.i. kurz vor Frühlingsanfang, im feierlichen Aufzuge ins Wasser trug oder auf freiem Felde verbrannte, auf dem Rückwege aber nach dem Orte ein Tannenbäumchen mitführte, zum Zeichen, dass nun der Frühling den Sieg gewonnen habe.

Den Tod austreiben.
i] In Italien geschieht Ähnliches, der Donnerstag vor Mitfasten ist auf den lombardisch-venetianischen Dörfern zum Verbrennen von Strohfiguren bestimmt, die man le vecchie, die Alten, nennt und welche bald Hexen, bald heidnische Gottheiten vorstellen sollen, vielleicht aber auch wie anderwärts den Winter bedeuten. Hier und da geschieht das Verbrennen dieser Alten auch in den Carnevalstagen, im Friaul an Lätare, wo man in Venedig sonst die Alte entzwei zu sägen pflegte (siegàr la vecchia), indem man die Strohfigur zur Repräsentantin der Fastenzeit oder Leca machte. In Toscana heißt es sogar la monaca (die Nonne entzwei sägen).

Den Tod frisst ein jeder am ersten Brei.
la] Nascentes morimur, finisque ab origine pendet.

Den Tod für ein paar Pfennige wagen.
bm] Za haléř vázím smrt', hlava jmĕní, a vse ostatni mrt'.

Den Tod fürchten ist schlimmer als sterben.
z] Was sollt' ich vor dem Tod erschrecken? ein gutes Ding ist's um das Grab; denn, seht nur, alle die es schmecken, die lassen gar nicht wieder ab.

Den Tod fürchten sie, ins Paradies verlangen sie, und doch kriechen sie in die Hölle.

Den Tod fürchtet niemand, der das Leben verschmähen kann.

Den Tod hat selbst Gott gefürchtet, als er Mensch war.
Griechenland

Den Tod im Busen tragen.
nl] Den dood in den boezen dragen.

Den Tod in den Beinen haben.
Holstein
i] Geschwollene Beine haben.

Den Tod kann (soll) man überall erwarten.
pl] Wszędzie śmierci cżekać.

Den Tod kann das schnellste Rentier nicht einholen.
Russland

Den Tod kann sich niemand abkaufen.
la] Per nullam sortem poteris depellere mortem.
un] A' halàllal senki se ivott áldomást.

Den Tod kannst du weder fortsegnen noch fortbeten.
Polen

Den Tod lassen wir auf die Letzt.
Böhmen

Den Tod mit nach Hause führen.
i] Das geschieht nach dem Volksglauben in Oberösterreich, wenn der Tote nicht mit dem Füßen voran aus dem Hause gebracht wird, in welchem Falle der Tote wiederkommt, umgeht (spukt). Der Totenfuhrmann bekommt einen Wecken, damit der Tod nicht mit ihm nach Hause fahre.

Den Tod segnest du weder weg noch betest du ihn weg.

Den Tod und Ehrabschneiden ein jeder Mensch muss leiden.
la] Nemini parco detractori, et morti proprium est.

Den Tod verträumt keiner.
Russland

Den Tod vor Augen sehen.

Den Tod wünschen sie sich oft, weil sie ihn scheuen.
Seneca

Den Tod zum Nachbar schicken.
la] Mors alios morde, mihi parce, precor, per amor.

Den Tod, die Scheißlust und den Regierungsbefehl - diese drei mußt du ausführen.
Estland (Sind unvermeidlich)

Den Todfeind solltet Ihr so tödlich quälen!
en] Lay breath so bitter on your bitter foe.
Shakespeare (1564-1616), Ein Sommernachtstram III,2

Den Ton angeben.

Den Ton verloren haben.
i] Außer Fassung sein, sich nicht mehr zu raten und zu helfen wissen.

Den Ton wechseln.
i] In dem Sinne: Andere Saiten aufziehen.
it] Cambiar di tuono. Mutar registro.

Den Topf beim Henkel fassen.
i] Die Sache da angreifen, wo sie einen Anknüpfungspunkt bietet; jemanden da fassen, wo er sich gibt.
fr] Rendre le panier par l'ause.

Den topf erkennt man aus seinem Klang und den thorn und narren aus seym gesang.
bm] Hrnec po zvuku ze pozná.
bm] Po peři ptáka, a po řeči človĕka.
fr] Le pot au son et l'homme à la parole le connoissent.

Den Topf zu überfüllen, bedeutet, ihn zu zerbrechen.
Botswana

Den Topf, worin ein Aal ist, decke zu.
Holstein
i] Von etwas, das geheim gehalten werden muss, wenn anders nicht viel Nachteile für uns daraus erwachsen sollen. Wenn der Aal entschlüpft ist, bringt man ihn nur mit vieler Mühe wieder in sein Gefängnis zurück.
nl] Dek toe den pot, daar is aal in.

Den Töpfer kümmert's nicht, wenn ein Topf zerbricht.
la] Quid figulus curat, si frangitur olla.

Den Toren erkennt man an zwei Dingen: reden, wenn man schweigen und schweigen, wenn man reden soll.

Den Toten bei die Toten, den Lebendigen bei die Lebendigen.

Den Toten beweint man an seinem Tage.

Den Toten im Hause haben und zu einer andern Leiche gehen.

Den toten Löwen kann jeder Hase am Bart (o. an der Mähne) zupfen.
la] Leonem mortuum et catuli mordent, calcat jacentem vulgus.

Den Toten lügt er nach und die Lebendigen lästert er ins Gesicht.

Den Toten nützen unsere Tränen nichts.
it] Chi piange il morto, indarno s'affatica.

Den toten Punkt überwinden
en] to get o's second wind
fr] sortir de l'impasse
it] superare il punto morto

Den Toten setzt man Marmorstein, den Lebenden gab man kein Brot hinein.
z] Was räucherst du nun deinen Toten? Hätt'st du's ihnen so im Leben geboten! Goethe

Den Toten soll man allzeit im Besten gedenken.

Den Toten soll man nicht fluchen.

Den Toten Steuer abfordern.
la] A mortuis tributum exigit.

Den Toten tut kein Zahn mehr wehe.
la] Mortui non dolent.
la] Mortuis mala nulla sunt.

Den Toten übel nachreden ist überall große Schand.

Den Totengräber nicht erwarten können.
en] He tat lives too fast, goes to his grave too soon.

Den Totenwagen rasten lassen.
i] Man zieht für diesen Zweck nach der Zurückkunft vom Begräbnis ein oder zwei Räder ab, und zwar ein Hinterrad oder beide linke Räder und belässt ihn einige Zeit so in geneigter Stellung oder durch eine untergesetzte Achse gestützt, stehen.

Den Totschläger soll man töten nach dem Munde zweier Zeugen.
4. Mose 35, 10

Den trägen Mann spornt der Hunger an.
it] Il negligente la fame lo fa diligente.

Den Tränen folgt die Freude.
Frankreich

Den Tremulanten ziehen.
i] jemanden durch seine Rede rühren wollen. In der Niederlausitz wird die Redensart besonders auf die Geistlichen angewandt, welche es auf die Tränen alter Frauen abgesehen haben.

Den Trieb zu rechten, zeugte die Hölle selbst.
Lichtwer, Vermischte Gedichte

Den Triel (Mund) hängen lassen.

Den Triel herabhängen, d.i. vor Unmut ein langes Gesicht machen.
i] Mürrisch sein

Den Turm hab' ich nicht gesehen, sagte das alte Weib, aber die Nadel darauf.
bm] Vidĕla bába jehlu na vĕzi, a vĕze nevidĕla.

Den Umständen Rechnung tragen.
i] Eine sprichwörtliche Redensart, die durch die politischen Bewegungen Deutschlands in den letzten Jahrzehnten gangbar geworden ist, um zu sagen: Man kann nicht stets das erreichen, was als das Beste erkannt ist, man muss sich oft mit dem begnügen, was die eben bestehenden Verhältnisse gestatten.

Den Unbekannten bellt der Hund an.
i] Fremdes ist verdächtig

Den Undankbaren ist alle Welt feind, ja er ist jhm auch selbs kein freund.
la] Ingratus atque est omnibus odio, ac sibi.

Den ungebetenen Gast in die ungefegte Ecke.
Aserbaidschan

Den Unglücklichen soll man nicht schelten.
i] Das Unglück straft ihn schon genug.
la] Crudelis est in re adversa, objurgatio.

Den Unmusikalischen gilt der Spatz als ein guter Sänger.
Griechenland

Den unrechten Baum anbellen.
i] Um ein Verfehlen des Ziels auszudrücken. Von der Jagd entlehnt, bei welcher ein Hund ein Eichhörnchen oder ein anderes Wild bis an einen Baum verfolgt, vor welchem er bellt, bis der Jäger kommt, zuweilen bellt er aber vor dem unrechten Baume.
en] To bark up the wrong tree.

Den unsaubern Rüssel an einem reiben.

Den Unschuldigen quäle nicht zu Tode.

Den Unterschied zwischen zwei Frauen kann man mit Klafter messen.
Estland

Den Unverschämten gehört auch das Paradies.

Den Uolerich rüefen.

Den Ursprung der Dinge vermag die Vernunft nicht zu erfassen, aber nirgends steht sie im Widerspruch mit der Regel, welche alle leitet. Vernunft und Weltordnung sind konform, sie müssen gleichen Ursprungs sein.
Moltke, Letzte Gedanken, 1890

Den Vater erkennt man am Kinde, den Herrn am Hausgesinde.
nl] Den vader kent men bij zijn kind.

Den Vater erkennt man am Kinde, wie das Wetter am Winde.

Den Vater erkennt man an seinem Kind.

Den Vater kennt man an dem Kind, den Herrn an seinem Hausgesind'.

Den vaterlosen Waisen mangelt es an Ehre; die mutterlose Waise ist eine traurige Waise.
Kasachstan

Den Venetiern springt es in die Hand, ins Bett.

Den verdrießt es, dass er gehen gelernt hat.
i] Ist sehr faul.

Den verheirateten Männern steht eins von drei Dingen bevor: Gefangenschaft, Krankheit oder Hahnreischaft.
Venetien

Den Verliebten fragt man nicht, wo Bagdad liegt.
tü] Aşığa Bağdat sorulmaz.

Den Verliebten scheint Bagdad nicht weit.
Osmanien

Den Verliebten sind die Meilen nur Schritte.
i] Die Liebe kennt keine Entfernung.

Den Verräter braucht man, wie dass Gifft in Nöhten.
dk] Man bruger forrædere som gift i nød.

Den Verräter trifft der Tod.

Den versäumten Augenblick bringt kein Wunsch zurück.
fr] Le temps passé ne revient jamais.
fr] Ne perdez pas une heure, puisque vous n'êtes pas sûr d'une minute.
fr] Temps perdu n'est à recouvrer, sage est qui le sait employer.

Den verschuldeten Bauern trifft jedes Jahr der Hagel.
Spanien

Den versprochenen Kuß vergisst das Gedächtnis nicht, aber der empfangene ist bald vergessen.
Finnland

Den Verstand halte fest, die Zunge kurz.
Russland

Den Verstand kann man nicht mit dem Löffel messen.

Den Verstand verlieren ist schlimmer als das Licht der Augen.

Den vêrteinten (14.) April mot der Kuckuck roupen oder hi mot basten.
i] In Harth bei Büren spricht der Kuckuck: Jei (ihr) könnt räupen, wanner dat jei willt, ik räupe nit eher bis den feifteinten April.

Den Vettern ist am wenigsten zu trauen, sagte der Fuchs zum Hunde.
la] Vulpes fert catulis pare pelle sibi rubicundis: Vir ferus est tribui quae sit egena sui.
sd] Fraendher aeru wslum waerst, saghdhe raeff til röda hunda.

Den Vogel abschießen.
i] Die beste Leistung zeigen. Vom Schützenfest [Vogelschießen] her genommen.
en] to carry off the prize - to hit the jackpot - to take the bun (sl.)
fr] décrocher la timbale - remporter la palme
it] riportare la palma

Den Vogel der am Abend pfeift, frisst am Abend die Katz.
it] Chi ride il venerdì, piange la domenica.

Den Vogel erkennt man am Gesang.
Estland

Den Vogel erkennt man an den Federn.
Estland

Den Vogel erkennt man an seinen Federn und den Arbeitsmann an seinem Werk.

Den Vogel erkennt man aus dem Nest.

Den Vogel fängt man mit Beeren, den Menschen mit Worten.
bm] Ptaka oklamávají zobem, a človĕka slovem.

Den Vogel im Käfig, das Mädchen im Hause.
Russland

Den Vogel im Nest ergreifen (treffen).
pl] Zdybał go, jak czajkę na gniaździe.

Den Vogel kennt man am Gesang,
Den Hafen an dem Klang,
Den Esel an den Ohren,
Und am Gesang den Toren.

Den Vogel kennt man am Gesange, den Hafen am Klange, den Menschen am Gange, den Esel an den Ohren und am Gesang den Toren.

Den Vogel kennt man an den Federn, den Mönch aber am Tische.

Den Vogel kennt man an den Federn.
Litauen

Den Vogel kennt man an seinen Federn, den Mann an seiner Sitte.
z] Du magst mir wohl die rechte seyn; jedoch den Vogel kann man an den Federn kennen.
fr] L'oiseau se connaît aux plumes.
it] Gii uccelli si conoscono alle penne.
la] Ex pennis cognoscitur avis.
pl] Poznai ptaka po pierzu.
sd] Foglen kännes af fjädrarna.

Den vogel kent man bei seim gesang, und den hafen an seim klang, und den Esel bei den ohrn, den narren bei dem wort und zorn.

Den Vogel kent man beim gesang, den Hafen beim Klang, den Narren beim Tandt.
fr] On connait l'oiseau à son chant.
fr] On connaît le cerf par ses abattures, le drap à la filure, les fous aux paroles et les ânes aux oreilles; à la plume et au chant l'oiseau et au parler le bon cerveau, à l'orgle le lion.
it] Dal canto si conosce l'uccello.
la] Cantu dignoscitur avis. Corporis ex habitu noscitur omnis homo.
la] Cauda de vulpe testatur.
la] E cantu dignoscitur avis.
la] Elephantum ex proboscide.
la] Ex ungue leonem.
la] Ex verbis facetos, ex aure tenemus asellum.
la] Fructibus usque suis, quae sit, cognoscitur arbor.
la] Quaelibet avis ex proprio cantu dignoscitur.
la] Turpis sermo turpis animi character.
sd] Af ljudet kännes malmen.
sd] Af orden prôfwas mannen.
sd] Foglen kännes af sången und mannen kännes af talet.
un] Szaváról esmérik meg a' harist.

Den Vogel lobt man für das Lied, den Menschen für die Tat.
Estland

Den Vogel pfeifen lehren.

Den Vogel schießt man nicht wegen seiner Federn.
Finnland

Den Vogel schmücken die Federn, den Menschen die Gelehrsamkeit.

Den Vogel täuscht man durch Ruten und Leim.
la] Decipitur calamis et retibus ales.

Den Vogel vernimpt man am Gesang, den Topff am Klang, den Menschen an den Augen und worten.

Den Vogel, der am Morgen singt, frisst am Abend die Katze.

Den Vogel, der brütet, sollst du nicht töten.
Peru

Den Vogel, der Federn hat, kan man rupffen, einem blotten kan man nichts nemen.

Den Vogel, der früh singt, frisst des Abends die Katze.
i] Drückt Misstrauen gegen das frühe Lächeln des Glücks aus. Der lauten Fröhlichkeit folgt sehr oft der Kummer auf dem Fuße nach.

Den Vogel, der noch morgens jubelt, beißen des Tags alle Katzen.

Den Vögeln Salz auf den Schwanz streuen, um sie zu fangen.

Den Vögeln, die im Wasser leben, fettet Gott die Federn.

Den Vögeln, so viel singen, geht alles im Gesang hin.
la] Nescit vox missa reverti.

Den von der Arbeit Schmutzigen sieht niemand (an), zu Hause sieht man den Faulen (an).
Estland

Den Vorhang heben (oder ziehen).
nl] Hij schuilt achter de gordijn.

Den Vorsichtigen behütet Gott.

Den wackern Lehrer kränze stets der reichste Lohn.
Aristophanes, Die Wolkengöttinnen 1147 (Strepsiades)

Den Wagen für den zug (die Pferde) spannen.
sd] Spänna wagnen för hästarna.

Den Wagen in kot führen.

Den Wagen muss man vorn, Schlitten und Schiff hinten voll laden.
dk] Lesset for i vognen, men bog i sleden og skibet.

Den Wagen vor die Pferde spannen.

Den Wagen wohl geschmiert, ist halb gefahren.
nl] Den wagen wel gesmeerd, is half gereden.

Den wahren Freund erkennt man in der Not.
fr] fr] Au besoin on connaît l'ami.
la] Amicus certus in re incerta cernitur. (Ennius bei Cicero (103-43 v. Chr.), Laelius de amicitia )
tü] İyi dost kara günde belli olur.

Den wahren Geschmack des Wassers erkennt man in der Wüste.
Israel

Den wahren Kavalier erkennt man am Ess- und am Spieltisch.

Den Waisen wird der Vetter bald fremd.
Wendische Lausitz

Den Waisenkindern gibt man den Rand vom Bauernkuchen und die Mitte von der Rübe.
Estland

Den Wald vor lauter Bäumen nicht (mehr) sehen.

Den Wanderstab in die Hand nehmen.

Den Wäscherschern is in 'n Sommer kein Kraus Bêr (Krug Bier) to düer, in 'n Winter is 'ne kein Knust to hart.
i] Im Sommer haben sie guten Verdienst, im Winter müssen sie darben.

Den Waschmarkt einstellen.
i] Dem Geschwätz ein Ende machen.

Den Wassertrinker geht kein Spick an.
la] Aquam bibens níl boni paries.

Den Wauwau spielen. Bayern
i] Im stillen für sich brummen, maulen, unzufrieden sein.

Den Weg alles Fleisches (aller Welt) gehen.
i] Sterben.
nl] Hij gaat den weg van alle vleesch.

Den Weg bei Tagesanbruch kennenzulernen und am Abend zu sterben, ist genug.
Konfuzius

Den Weg der Ameise beschreiben.
i] Bis ins einzelne mit seinen Darlegungen und Mitteilungen gehen. Von Schwätzern, die in ihren Beschreibungen, Erzählungen kein Ende finden.
la] Formicae semitam canere.

Den Weg finden wir im (finstern) dunkeln.

Den Weg mööt wi all, sä de oll Froo, do föhr de Schinner mit de Koh ut'n Stall.

Den Weg muss jeder gehen.
i] Der Weg zum Tode.

Den Weg öm.
Deutz
i] So ist's falsch, umgekehrt ist's recht.

Den Weg unter die Füße nehmen
v] sich auf die Socken (o. Strümpfe) machen - den Staub von den Füßen schütteln
en] to get a move on
fr] se mettre en route
it] mettersi la strada fra le gambe

Den Weg verfehlt mancher aus Blindheit und mancher fällt mit sehenden Augen in den Brunnen.

Den Weg von Balize nach Omoa und zurück finden die Schiffe von selbst.
i] Sprichwort, an den Küsten des Golfs von Honduras, um den ruhigen Charakter des durch eine Reihe vorliegender Koralleninseln gegen die hohe See geschützten Fahrwassers zu bezeichnen.
z] Wenn die Fahrzeuge ihren Weg auch nicht von selbst fänden, so wäre es unbegreiflich, wie sie des Nachts es vermeiden könnten, an der einen Seite auf die Riffe, an der andern auf die Küste zu laufen.

Den Weg zu wählen gebührt dem Fuhrmann.

Den Weg zum Tode kann man mit blinden Augen finden.

Den Weg zwischen die Beine nehmen.

Den Weg, welchen der Mensch gehen will, führt ihn Gott.

Den Wehdam tauschat ma gern um an guatn Acker fort.

Den Weibern darf man nicht glauben.
mhd] Den wyven steit nicht to löven.
la] Vanae nulla mulieri dicitur esse.

Den Weibern geht das Maul wie eine Windmühle.
z] Man sagt immer, die Weiber schwätzten viel, und wenn die Männer anfangen, so hat's gar kein Ende. Goethe

Den Weibern ist der Schleier gegeben, damit sie das Maul verbinden sollen, denn sie haben viel Pilze gegessen.

Den Weibern wachsen die Lügen unter der Hand, wie den Männern die guten Räte.

Den Weibern, der Ehr' und dem Geld widersteht der Klügste nicht in der Welt.

Den Weihen einen Hühnerdieb schelten.
z] Schalt den Weyhen ein Hünerdieb und stal jhm keins.'

Den Weihen über die Eier setzen.

Den Wein auf den Tisch, das Wasser für die Fisch'.
la] Vina bibunt homines.

Den Wein ausrüffen.
i] Die Leute schmähen.
z] Sag an, du Schelm, was ist dein lon, dass du kein frommen last daruon; du henckest jm ein Schellen an, der hat dir das, der jhens getan . Cartheuser, Prediger, Carmeliten rüffst du den Wein, zu allen ziten, der dich doch darum nie gebat und dir kein leid auf erden tat . Ist das dein Ampt, so sey dein lon, vom Pranger zu dem Galgen gon. Du rüffst den Wein; doch nur zuruck. Ist das nit eine böse Art, das der Schelm kein menschen spart.
z] Vnd ruffent jm den wein so theur, das doch weder yetz noch heur, niemandts mit jm will han zu schaffen, das hatt gethon das schedlich klaffen des schelmens der das hat erlogen.

Den Wein durch den Regen jagen.
fr] Baptiser le vin. 596.)

Den Wein erkennt man am Geruch,
Den Esel an den Ohren,
Den Weisen wohl am Tun und Spruch,
Und am Geschwätz den Toren.
Jüdisch

Den Wein erkennt man am Geschmack, das Brot an der Farbe.
fr] Vin à la saveur, et pain à la couleur.
nl] Den wijn kent men aan den smaak, het brood aan de kleur.

Den Wein erkennt man noch am Essig.
i] Am Alter noch die Jugend; das Alter ist ein Bild der Jugend.
pl] Znać wino po occie.

Den Wein gibt der Herr, aber seine Güte kommt vom Gärtner.
en] Wine is the master's, but the goodness is the drauer's.

Den Wein gibt Gott, aber die Rebe muss der Mensch pflanzen.

Den Wein kauft man nicht nach dem Ansehen des Fasses.

Den Wein kennt man nicht am Fass.
en] You cannot know wine by the barrel.
fr] Le vin ne se connait pas au cercle, ni l'homme à l'habit.
nl] Men kent de vrouw niet aan haar rokje, noch den wijn aan het zwikje.
nl] Men kent zoo min den man aan den hoed, als den wijn aan het vat.

Den Wein mit der Wasserstange schlagen.
z] Andeutend, dass die Wirthe den Wein mit der Wasserstange schlagen und vermengen, ehe sie den verkaufen.

Den Wein mit Öl vermengen.
i] Die herbe Wahrheit durch gelinde Worte mildern.

Den Wein sparen, wenn das Fass leer ist.

Den Wein taufen.
i] Amphiktrion lehrte die Menschen zuerst Wasser unter den Wein schütten. Wahrscheinlich stammen viele Weinhändler und Gastwirte von dieser Familie her.
z] Der Wein muss durchaus jüdisch sein, so bleibt er ungetauft; das ist vor andern echter Wein, mit dem kein Wasser läuft.
i] Nach der Ansicht der alten Römer sollte, wie Plinius und Columella erzählen, Wein mit Meerwasser vermischt, angenehmer. haltbarer und besser werden, daher das Sprichwort: Dionysium aequore mergendum.

Den Wein trinken und andern die Hefen lassen.

Den Wein wieder in seinen Keller leiten.
i] Von der Abschweifung wieder zum Gegenstande zurückkehren, o. wieder zu seinen Gunsten reden.

Den Wein, welcher zu großen Taten führt, hat der Prophet nicht verboten.

Den Weinberg erbe man vom Vater, den Olivenhain vom Großvater.
tü] Bağ babadan, zeytin dededen kalmalı.

Den Weinstock nimm aus gutem Boden zum Bau, von guten Eltern nur die Frau.

Den Weisel verlieren.

Den Weisen kann man nicht vertreiben.
i] Wo er hinkommt ist sein Vaterland

Den Weisen macht des Nachbars Torheit weiser und fremde Armut reich.
la] Felix, alieno periculo quisquis sapit.

Den Weisen regiert Vernunft, den Narren der Stock.
fr] Le sage se régit par raison.

Den weißen Hirsch jagen.
i] Von erfolglosen Verfolgungen
i] In einem Gleichnis wird erzählt, dass der in einem großen Walde von einem wilden Jäger und seiner Rotte gehetzte Hirsch seinen Verfolgern stets entgehe. Man meint, dass unter dem weißen Hirsch die Kinder Gottes zu verstehen seien, die von der Welt heftig verfolgt würden, aber diesen Verfolgungen entgehen, weil die klugen Kinder der Welt nicht wissen, wie die Gemeine der Heiligen aussieht. Man kann sich unter dem z] weißen Hirsch' wohl aber ebenso gut gehetzte Freigemeindler und Demokraten denken, deren Gegner auch selten wissen, wie Vernunft und Freiheit aussehen.

Den weißen Kriegsfürsten stehet es wohl zu, auch mit den Göttern den Spieß zu brechen.

Den Weiten in de Wasch, den Roggen in d' Asch'.
i] Den Weizen soll man in nasses, den Roggen in trockenes Land säen.

Den Weizen mit dem Unkraute ausjäten.
i] Das Gute mit dem Bösen vernichten.

Den Weizen sä' in Schollen, so hast du alles im vollen.

Den well der Gut an.
Deutz
i] Er fordert ungebührlich

Den Weltlichen Herren ist gut dienen, unter den Geistlichen gut wohnen.

Den Wemmerweh singen.
i] Die Redensart kommt bei Hans Sachs wiederholt vor. 'So vergeht uns das frölich Gsangk, und singen dann den Wemmerweh, bis uns die elend Seel aussgeh.' 'Alsdann in schmach und schanden gen und singen stets den Wemmerwen.'

Den wenig leut kennen, der ist am besten daran.

Den werd Gad (Gott) nich lange vor Sünte Petrus Pârten schillern laten.

Den werd' ich beim Worte halten.

Den werd' ich ohne Rattenkraut los werden.
i] Drohend in dem Sinne: dem werde ich den Weg, die Tür weisen.
z] So ward sie diese Gesellen ohne Rattenkraut los.

Den werde ich erst in jener Welt wiedersehen.

Den werde ich schon mürbe kriegen
en] I'll manage to break him down
fr] je l'aurai à l'usure
it] piegherò il suo orgoglio (o. la sua resistenza)

Den werden die Hunde noch anpissen.
nl] De honden zullen nog aan hem pissen.

Den Werkleuten zusprechen ist halb Tagewerck.

Den Wert der Jugend erkennt man im Alter.
tü] Gençliğin kıymeti ihtiyarlıkta bilinir.

Den Wert des Ernährers erkennt man erst, wenn man selber einer geworden ist.
Turkmenistan

Den Wert des Goldes kennt der Juwelier.
tü] Altının kıymetini sarraf bilir.

Den Wert des Goldes kennt der Wechsler.
Türkei

Den Wert des teuersten Falken kennt man erst, wenn man ihn auf Beute losgelassen hat.
Japan

Den Wert einer Sache erkennt man erst, wenn man sie nicht mehr hat.
en] Blessings brighten as they take their flight.

Den Wert eines Dinges erkennt man am besten, wenn es an ihm mangelt.
England

Den Wert eines Menschenlebens bestimmt nicht seine Länge, sondern seine Tiefe.
Gustav Frenssen, Grübeleien

Den Widerhaken ziehn.

Den Wiedehopf erkennt man mit der Nase, die Atzel am Gange, die Nachtigall am Gesange.

Den wilden Mann spielen
en] to be raving like a madman
fr] s'agiter comme un diable dans un bénitier
it] essere su tutte le furie

Den will i de Mêning (Meinung) geig'n.
Franken

Den will i leucht'n.
Franken
i] Fortbefördern, im drohenden Sinne.

Den will ich auseinander nehmen wie eînen alten Seiger.

Den will ich brechen und machen.
Oberösterreich
i] Dem bin ich an Kraft, besonders physischer, weit überlegen.

Den will ich in die Schere nehmen.

Den will ich mit der gleichen Münze bezahlen.

Den will ich neunmal vor der Morgensuppe betrügen.

Den will ich schon herumkriegen.

Den will ich verwurzeln.
Xanten
i] Mit der Erklärung erhalten: ad absurdum führen.

Den will ich zu meinem Beichtvater nicht.
nl] Gij zijt immers mijn biechtvader niet.

Den Willen eines Menschen bricht auch Buddha nicht.
China

Den Willen erbt niemand.

Den willen für das Werk (die Tat) nemen.
nl] Men ziet er zijn' goeden will aan.

Den willen gibt Gott, den zwang die Not.
dk] Gud giver villie, nöd giver tvang.

Den Willen ich für die Werke han, ihr sollt der Rede drum erlan.

Den Willen kann man nicht zwingen.
la] Voluntas cogi non potest.

Den Willen kann niemand beweisen.

Den Willigen kann man mit einem Haar herbeiziehen.

Den willigen Ochsen soll man nicht übertreiben.

Den Wind auf dem Felde holst du nicht ein.

Den Wind auf Flaschen ziehen.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).
la] Reti ventos venaris.

Den Wind aus den Segeln nehmen.

Den Wind blasen.
z] Wer bett (bet't), und weiß nicht, was er bett, der blosst den Wind, und fleucht die schet.

Den Wind im Felde holt man nicht ein, eine Schwätzerin im Hause wird man nicht los.
bm] Vítr v poli nedohonís, a kmotry klevetné se nesprostis.

Den Wind im Gesicht haben.
i] Mit Hindernissen und Schwierigkeiten kämpfen müssen.
la] Ventum a facie habere.

Den Wind im Rücken haben.
dk] Al löbe for vind og vove.
fr] Avoir le dessus du vent.
fr] Être au-dessus du vent.

Den Wind in den Segeln behalten.
i] Vor dem Winde fahren.
fr] Conserver l'avantage du vent.

Den Wind in die Segel fassen.
fr] Gagner le vent. Monter (passer) au vent.

Den Wind in ein truhen sperren.

Den Wind in Garnen (Netzen) (fahen wollen).
i] Das machen die Aufpasser und Horcher.
en] He catches the wind with a net.
nl] Hij vangt den wind met het net.

Den Wind kann man nicht verbieten, aber man kann Windmühlen bauen.
Niederlande

Den Wind kümmert nicht die Müdigkeit des Baumes.
Japan

Den Wind mit dem Scheffel messen und das Feuer auf der Waage wegen, ist Torheit und umsonst.

Den Wind mit Netzen fangen.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).

Den wind verkaufen.

Den Winden ein Gebiss anlegen.
i] Von den Philosophen, welche die Begierden (Affecten) im Menschen ausrotten wollen.

Den Winter fressen die Wölfe nicht auf.
es] Al invierno no se lo comen los lobos.

Den Winter um Sankt Andreas (30.11.) sieht man lieber dürr als nass.

Den wird der Fuchs nicht holen.

Den wird der Neid noch selber aufressen.

Den wird Meister Kilian zu Grabe begleiten.
i] Der Henker.
z] Vermutlich steht diese Benennung mit dem bekannten Apostel der Franken und Bischof von Würzburg in Beziehung, den man mit Schwert und Dolch abgebildet sieht.
z] Ok heb' ik wohl gesehn van einer olden Hex, wo Meister Kilian er maeked ein experfex (den Garaus).

Den wirr i (dem werde ich) 's Maul sauber halt'n.
Franken
i] Er wird davon nichts bekommen.

Den Wirt bezahlt man auf dem Boden.
i] In der Schweiz durfte der Wirt dem Gast nur dann auf Borg einschenken, wenn er trockene und unblutige Pfänder gab, die dann verkauft wurden, sobald das angestochene Fass leer getrunken war, da auf dem Fassboden jeder Ausstand bezahlt werden soll.

Den Wirt findet man überall daheim, wohin man laufen mag.
la] Cauponi inest mens, ut quidem visum est mihi.

Den Wirt kennt man mittags, den Gast am Morgen.

Den Wirt muss man nicht fragen, ob er guten Wein hat.
it] Non domandar mai all' hoste, se hà buon vino.

Den Wirt nach gutem Weine fragen.

Den Wocken, so ich angefangen, will ich vollend abspinnen.

Den Wolf an den Ohren halten
z] Von Menschen, die sich in einer äußerst verwickelten Lage befinden, in der sie, ohne Gefahr zu laufen, weder vor- noch rückwärts können. Der Wolf hat sehr kurze Ohren und lässt sich schwer dabei halten.
z] So hat mich die Sache verwirrt. Ich halte jetzt recht den Wolf bei den Ohren!

Den Wolf beim Ohr fassen ist schwer.

Den Wolf bellen viele Hunde an, doch wenige gehen nah an ihn heran.

Den Wolf erkennt man an seinem Pelz.

Den Wolf ernähren seine Beine.

Den Wolf haben.
i] Von ungewohntem Reiten an den innern Schenkeln verwundet sein.

Den Wolf in den Schafstall einlassen (einschließen.)
nl] Den wolf in de schaapskooi sluiten.

Den Wolf kennt man bei den Haaren.
la] Noticia didimus est suspicione lupinus.
sd] Weff aer ödhkavndir man.

Den Wolf mit beiden oren halten.
schweiz] Er hät de Wolf bin Ohre.
bm] Vlka za usi drzeti, a hady v klínĕ nositi.
en] To have a wolf by the ears.
fr] Tenir le loup par les oreilles.
nl] Hij heeft den wolf bij den ooren, en weet niet, hoe hij hem zal vashouden of loslaten.
la] tenere lupum auribus

Den Wolf mit dem Zobel decken.
i] Innere Falschheit mit äußerer.

Den Wolf schert es wenig, dass die Schafe gezählt sind.

Den Wolf schlage nicht, und das Schaf lass nicht hungern.
i] Sei liebreich und mild gegen Freund und Feind. Unter den vielen in Kairo umlaufenden Sprichwörtern soll dies, nach der einzige Grundsatz sein, welcher allgemeine Menschenliebe empfiehlt.

Den Wolf tötet man nicht mit einer Stecknadel.
Finnland

Den Wolf treibt der Hunger zum Stehlen und Rauben, den Menschen aber der Neid und die Habsucht.

Den Wolf über den Schafstall setzen.
i] Seine Sache verkehrt anfangen. Eine Wunde zuheilen, ehe sie ausgeheilt ist, ein äußeres Übel nach innen treiben.
fr] Donner la brebis à garder au loup.
fr] Enfermer le loup dans la bergerie.
nl] Den wolf over de schapen stellen.

Den Wolf z'risse hab'n.
i] Sagt man in Oberösterreich von Kindern, wenn sie aus dem Walde mit einem Munde kommen, der vom Heidelbeeressen geschwärzt ist.

Den Wolf zum Hirten der Renntiere machen.
Russland

Den Wolf zum Schäfer machen.

Den Wölfen die Zähne besehen.
z] Besahe den Wölffen die Zän.

Den Wölfen soll man kein Schaf anvertrauen.

Den wollt ich deussen (jagen).
Trebnitz

Den Worten anderer ist man ausgeliefert, den eigenen preisgegeben.
Benyoëtz

Den Worten folgt die Tat.
la] Dicta fides sequitur.

Den wunden Fleck treffen.
v] den wunden Punkt berühren - den Finger auf die wunde Stelle legen
en] to put o's finger on the sore spot - to touch s. o. on the raw
fr] trouver le point sensible - mettre le doigt dessus (o. sur la plaie)
it] toccare un punto doloroso - mettere il dito sulla piaga - colpire qd. nel vivo - pungere qd. sul vivo - toccare qd. dove gli prude

Den würd' ich noch nach dem Abendbrot verspeisen.
bm] Necht' se obouvá jeste v mé skorne.

Den Wurm schneiden.
i] Gewinn machen, andere überVorteilen, prellen.
z] Im Alamode Politicus sagt jemand von den Bauern, sie 'wären so hochmütig, dass wenn sie Getreyd, Käss und Butter zu Marckt brächten, wüsten sie nicht, wie teuer sie es bieten solten, und wenn man ihrer bedörfft, mit Pferden u.s.w. zu ackern oder säen, so thue es schier Not, dass man einen Erbarn Mantel anlegte, sie Fleißig bet mit tieffen Sitten, davon geschwelle ihnen der Bauch und wären doch so gewaltig schlauch, dreyfach nehmen sie ihren Lohn, woltens doch haben zu gefallen tun, schnitten den Wurm ohn alle Scham.'

Den Zahn wüll wi utslân.
i] Das Vergnügen, diese Lust, den Appetit dazu wollen wir uns vergehen lassen.

Den Zankapfel hinter sich (weg) werfen.
fr] Le procès pendre au clou.
la] Litem a clauo pendere.

Den Zankapfel teilt man.

Den Zappen reinschlagen.
Westfalen
i] Einem Zustande, Dinge u.s.w. Ein Ende machen.

Den Zar sieht nicht jedermann, aber jeder betet für ihn.
Russland

Den Zaren über Gott setzen.
Russland

Den Zaum in der Hand halten.

Den Zaum nicht zu lang lassen.

Den Zaun des Gartens wegen grüßen.
i] Der Mutter z.B. schmeicheln, um die Tochter zu bekommen.

Den Zaun errichte bei Neumond, das Dach decke bei Altmond (= Vollmond).

Den Zaun musst dir anschauen, wann du wissen willst, wie der Hof beisammen ist.

Den Zaun übertretend ist der Wolf größer als das Pferd.

Den Zehnten von Stroh geben.
i] Sehr peinlich in Erfüllung religiöser Satzungen sein, zur Bezeichnung von Frömmlern, Heuchlern, Pharisäern.
jüdisch-deutsch] Ejssev git Maasser vün Stroj. (Esau gibt Zehnten von Stroh. Nach der Sage soll nämlich Esau seinen Vater, um ihm eine hohe Vorstellung von seiner Frömmigkeit beizubringen, gefragt haben, ob man auch von leerem, ausgedroschenem Stroh den Armen Zehnten geben müsse)

Den Ziegel und den bösen Mann niemand rein waschen kann.
mhd] Den zigel und den boesen man nieman volle waschen kann.

Den Ziegenbock zum Gärtner und den Säufer zum Kellner machen.
bm] Kozel v zahradĕ, a ochlasta sklepník.

Den Zierbengel spielen.
nl] Hij speelt den vieze.

Den Zigeuner betrügt der Jude, den Juden der Grieche und den Griechen der Teufel.
bm] Cikána osidí Zid, Zida Rek, a Řeka čert.

Den Zinken blasen.
i] Der Zinken ist ein Blasinstrument, in gerader wie gekrümmter Form. In den Orgeln sind Zinken die Pfeifen, welche den Ton dieses Instruments nachahmen und das sie anziehende Register.
la] Apertis (ut ajunt) tibiis.

Den Zobel kann man streichen, wie man will, er bleibt immer glatt.
i] So ist der rechte Hofmann und auch der ruhige Mann von Weltkenntnis.
bm] Hlad' sobol po srsti i proti srsti, vzdy se hladí.

Den Zoll der Natur bezahlen.
nl] Den tol der natuur betalen.

Den Zoll muss jeder zahlen.
i] Jeder muss sterben; den Ton auf: den.

Den zorn bei dir lass nicht regiern, dan das Gemüt tut er verfürn.
la] Impedit ira animum, ne possit cernere uerum.

Den Zorn eines Fürsten überwindet man am besten durch Flucht.

Den Zorn erlegen ist der besste Sieg.

Den Zorn sich lân bald übergahn, steht übel an eim weysen Mann.

Den Zorn verschieb, wenn's Herz ist trüb.
la] Irae dilatio, mentis pacatio.

Den Zorn von heute sollst du auf morgen verschieben.
Ungarn

Den zottigen Hunden und den faulen Leuten wird g'schwind warm.
Wien

Den zu Boden Liegenden schlägt man nicht.
Russland

Den zu lieben, der dich nicht liebt, heißt den Regen lieben, der in den Wald fällt.
i] Der dir nichts nützt
Bantu

Den zu viel Zivilisierten ist ein kleiner Barbarismus von Nutzen.

Den Zuckerballen zu nahe kommen.
i] Weibliche Brüste.

Den Zufall bändige zum Glück,
Ergetz am Augentrug den Blick;
Hast Nutz und Spaß von beiden.
Goethe (1749-1832), Gott und Welt - Die Weisen und die Leute - Epikur

Den Zufall muss man beim Haar fassen.
Holland

Den Zufriedenen machen selbst Armut und Niedrigkeit glücklich, dem Unzufriedenen bringen selbst Reichtum und Ehren Elend.
China

Den Zug nicht abfahren lassen.
i] Die letzte Gelegenheit nicht verpassen

Den Zweck treffen (herausschießen).

Den, der nicht schmeichelt, liebt man nit, das ist yetzunde der welt sitt.
en] Flattery now a days gets friends.
la] Si uis laudari, si uis charusque uocari discas adulari: nam tales sunt modo chari.

Den, der seine Frau zu seinem Meister macht, musst du weiden lassen.

Den, der wirklich Hunger hat, dünkt das trockene Brot Salami.

Den, welchen der Himmel bei seiner Geburt mit Narrheit ausgestattet hat, zu lehren, ist eine Verschwendung des Unterrichts.
China

Denarius Petri
Kirchensprachlich
dt] Peterspfennig
i] freiwillige, zeitweise auch zwangsweise Abgabe an die römische Kurie

Denck jung an den alten man, wiltu nit betlen gahn.
i] Wenn man aber jung ist, so glaubt man, dass man Staub in Gold verwandeln könne.
bm] Mlád jsa pamatuj, ze stár budes.
it] Chi non fa in gioventà, stenta in vecchiezza.
pl] Młodym będąc pamiętaj, że starym będziesz.

Dene Müse ist scho no z' richte.
i] Es wird Müse = Schwierigkeiten, Hindernisse haben.

Denen geschiehet wehe, die kein frucht zeugen in der ehe.

Denen, die lieben, ist nichts zu schwer; keine Mühe ist zu hart für den, den die Sehnsucht erfüllt.
Hieronymus

Denen, die niedrig fliegen, tut der Fall am wenigsten weh.
China

Denen, die viel jagen und finken (Finken fangen), wird das Fleisch im Topfe nicht stinken.

Denen, die wirklich arm sind, muss man helfen.
Martin Luther, Tischreden

Denis Diderot, Über die Frauen

Denjenigen Dingen, die durch Kunst entstehen, wohnt ein Ziel und ein Zweck inne, denn immer wird der Künstler dir über den Grund Rechenschaft geben, aus dem und um dessentwillen er z.B. etwas gemalt hat; und dieser Zweck steht immer höher als das, was um seinetwillen geschieht.
Aristoteles, Protreptikos

Denjenigen, mit dem du einmal am Dastarchan vertraulich geredet hast, wirst du bis zu deinem Lebensende schwer vergessen.
Kasachstan

Denk am Eingang an den Ausgang.

Denk an alles, was du tust, aber tue nicht alles, was du denkst.
Estland

Denk an das Herausgehen, ehe du hineingehst.
Arabien

Denk an den alten mann.

Denk an den Anfang und an das Ende dieser Welt.

Denk an den königlichen Spruch: 'Den Feind
Verachte nicht, wie klein er immer scheint.'
Virdusi, Schah-nameh, Sohrab

Denk an den Mann im Monde.
i] In Böhmen, um zu sagen: Arbeite nicht am Sonntage.

Denk an den Tag, den niemand meiden mag.
nl] Denkt vry al dickwils op den dag, die niet en mensch voor by en mach.

Denk' an den Tod, ist Gottes Gebot.
la] Ipse jubet mortis te meminise deus.

Denk an den Tod, mein Christ, was denkst du anders viel?
Man denkt nicht Nützlicheres, als wie man sterben will.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Denk an den todt und letzte noth.

Denk an den Winter, weil (o. solange es) noch Sommer ist.

Denk an den Wolf und halte stets eine Rute für ihn in Bereitschaft.

Denk an vieles, tu eins.
Portugal

Denk ans Ende.
Estland

Denk auf den alten Mann.

Denk auf faule Tage und arbeite drauflos.

Denk daran, was recht sei thon.

Denk daran, wieviel Gutes ein rechtzeitiger Tod an sich hat, wie vielen es geschadet hat, länger zu leben.
la] Cogita quantum boni opportuna mors habeat, quam multis diutius vixisse nocuerit.

Denk dran, du bist kein Fußabtreter!
Russland

Denk erst an dich, dann an die Deinen, dann erst an die andern, wenn du kannst.
Italien

Denk erst ans Brot und dann an die Braut.
Norwegen

Denk erst ans Essen, dann an die Kleidung.
China

Denk erst nach, dann sag es auch uns!

Denk falsch, wenn du magst, aber denk um Gottes Willen für dich selber.
Doris Lessing

Denk immer nur an die Meile, die vor dir liegt, nicht an die Meile danach.
Dänemark

Denk jung an den alten mann, wiltu nit betlen gan.
en] Save something for the man tat rides on the white horse.
la] Venturae memores jam nunc estote senectae, sic nullum vobis tempus abibit iners. Ovid

Denk mit dem Verstand, wenn deine Zunge spricht.
Estland

Denk' mit Klugheit und Vernunft, was wohl bringt die Zukunft.
la] Ingenti cura pensanda est vita futura.

Denk nach, bevor du handelst.
Kenia

Denk nach, bevor du sprichst.
it] Prima di parlare, pensa.

Denk' ni dran, so thut dir's nymmer weh.

Denk nicht an deinen Ruf, und du kannst tun, wozu du Lust hast.
China

Denk nicht dran, so tut's (dir) nicht weh.

Denk nicht mehr dran, wer Unrecht dir getan.

Denk nicht, dass schlaf der ganze hauf, der lig und mit der nasen schnauf.
la] Naso stertentes, interdum sunt uigilantes.

Denk nichts, was nicht alle Leute wissen dürfen, rede nichts, was nicht alle Leute hören dürfen, tu nichts, was nicht alle Leute sehen dürfen.

Denk nimmer dran, so tut es dir nimmer wehe.

Denk nimmer dran, wer dir hat Unrecht getan.

Denk oft an den Tag, den niemand vermeiden mag; wer stets gedenkt zu sterben, kann nimmermehr verderben.

Denk oft an den Tag,
Den niemand vermeiden mag:
Wer stets gedenkt zu sterben,
Kann nimmermehr verderben.

Denk viel, sprich wenig, schreibe noch weniger.
Frankreich

Denk viel, sprich wenig.
Estland

Denk, es soll ä Hansching waren, wärd küm a Deimling.
i] Von Großprahlern, welche eine viel gepriesene und verheißene Arbeit gar nicht oder dürftig ausführen

Denk', o Mensch, an deinen Tod.
la] Finem vitae specta.
la] Memento mori.

Denk', red' und tue nichts, was nicht alle wissen, hören und sehen dürfen.

Denk, was du sprichst, mach, was du sprichst.
Estland

Denk, was du willst, und iss, was du hast.

Denk, wer du bist.

Denke an (o. auf) faule Tage und arbeite darauf los.
en] Thinke of ease, but work on.
fr] Ouvre la porte au bon jour et prépare toi au mauvais.

Denke an deine Mutter. Das ist die beste Ablenkung bei bösen Gedanken.
Italien

Denke an die Folgen, bevor du eine Sache in Angriff nimmst.
Arabien

Denke an viele Dinge, aber tu nur eins zur gleichen Zeit.
Portugal

Denke auf faule Tage und arbeite darauf los.
en] Thinke of ease, but work on.

Denke bescheiden, fühle stolz.
Bulgarien

Denke daran, dass deine Kinder nicht dir gehören, sie sind dir vom Schöpfer verliehen.
Indianer

Denke daran, du sterben musst.
la] Memento mori.

Denke daran, wie lang der Winter ist.
i] In der Jugend sparsam, um im Alter nicht zu darben
la] Cogitato, quam longa sit hiems.

Denke daran: Wenn es donnert, ein Regenbogen immer folgt.
Afrika

Denke dir tausend Gulden, du bezahlst damit keinen Pfennig Schulden.

Denke erst an die Weide und dann an das Vieh.

Denke erst ans Essen, dann an die Kleidung.

Denke gemächlich und handle schnell.
Spanien

Denke immer an das Ende, zumal auch da die verlorene Zeit nicht zurückkehrt.
Thomas von Kempen, Nachfolge Christi

Denke langsam, handle schnell.
es] Despacio piensa y obra aprisa.

Denke mit Weile und arbeite mit Eile.

Denke nicht an das Gute, das du andern getan, nur vergiss nicht, was du von andern Gutes empfangen.
China

Denke nicht an den Chili, wenn du den Büffel schlachtest.
Thailand

Denke nicht dran, so tut es nicht weh.

Denke nicht, dass es keine Krokodile im stillen Wasser gibt.
Brunei

Denke nicht, dass keine Krokodile da sind, weil das Wasser ruhig ist.
Malaysia

Denke nicht, dass ruhiges Wasser ohne Krokodile ist.
Malaysia

Denke nicht, es gibt keine Haie, weil das Wasser ruhig ist.
Madagaskar

Denke nicht, es wären Blätter, wenn es der Stamm ist.

Denke nicht, weil das Rohr krumm ist, ist auch der Zucker krumm.
Malaysia

Denke nichts, was nicht alle Leute wissen dürfen, rede nichts, was nicht alle Leute hören dürfen, tue nichts, was nicht alle Leute sehen dürfen.

Denke nie an Wissen und Klugheit als gering.
Myanmar

Denke so, dass du nicht umzudenken brauchst!

Denke viel, rede wenig und schreibe noch weniger.
dk] Man skal betænke længe, det man skal sjelden sige.
en] Think much, speak little and write less.
fr] Pense moult, parle peu, écris moins.
it] Pensa molto, parla poco, e scrivi meno.

Denke von Menschen nur das Schlechteste.

Denke vor dem Sprechen.
Thailand

Denke was du willst und iss was du hast.

Denke zuerst an die Weide, dann an das Vieh.
Russland

Denke zuvor, ehe du redest.
la] Lingua mentem ne praecurrat.

Denke zweimal ehe du einmal sprichst.

Denke zweimal, bevor du einmal zuschlägst.
Wales

Denke zweimal, eh' du einmal sprichst.
it] Chi è presto a giudicare, presto si pente.
la] Ad poenitendum properat qui cito judicat.

Denke zweimal, sagen einmal.
Nordmazedonien

Denke, bevor du handelst.
Kenia

Denke, bevor du springst.
Malaysia

Denke, dass du hundert Jahre leben wirst und morgen sterben kannst.
Finnland

Denke, ehe du nicht mehr denken sollst.

Denke, solange du lebst, an die, die dir auch einen Gefallen getan haben.
Indien

Denke, was du willst, und iß, was du hast.

Denken bricht das Herz.
Kamerun

Denken darf man alles, aber nicht sagen.

Denken drüggt (trügt), segt de Voss.
Altmark

Denken heißt Scheitern.
Thomas Bernhard

Denken heißt Vergleichen.
Rathenau

Denken immer daran, ein Lächeln ist etwas Heiliges, das geteilt wird.
Indianer

Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Darum ist sie bei vielen Menschen so unbeliebt.

Denken ist eine vnnütze Mühe.

Denken kannst dir alles, aber net all's sagen!

Denken macht einen oft zum Lügner und aus einem großen Herrn einen kleinen Knecht.
i] Denken = meinen, träumen

Denken macht oft seufzen.

Denken steht frei, aber Reden will Scheu.
en] One may think, that dares not speak.
en] Thoughts are free.

Denken tun die Narren.
Braunschweig
i] Als Erwiderung, wenn jemand eine Entschuldigung mit den Worten beginnt: Ich dachte.

Denken tun Narren, kluge Leute wissen schon.

Denken und meinen dat drügt.
Göttingen

Denken und tun (o. wissen) ist zweierlei.
pt] Cuidar naõ he saber.

Denken und tun ist zweierlei.

Denken unterm Tornister, ist ein Verbrechen, das wisst'r.

Denkmal stehen.
i] Die auf öffentlichen Plätzen errichteten Statuen sehen leider oft so aus, dass der betreffende Gefeierte in seiner Stellung und Haltung sagt: 'Ich stehe Denkmal.'

Denkst du an ein Jahr, säe ein Samenkorn, denkst du an ein Jahrzehnt, pflanze einen Baum, denkst du an ein Jahrhundert, erziehe einen Menschen.
China

Denkst du an Engel, so bewegen sie ihre Flügel.
Israel

Denkst du daran, mein tapfrer Lagienka?
i] Um jemanden an irgend einen Vorgang zu erinnern. Ein Liederanfang aus dem Singspiel von Holtei: Der alte Feldherr, das 1826 zum erstenmal in Berlin gegeben ward.

Denkst du dein Alter hoch zu bringen, so halte Mass in allen Dingen: in Essen, Trinken, Leid und Freud, in Arbeit und in Schlafenszeit.

Denkst du mein, so denk' ich dein.

Denkst du nur an deinen Arsch, wenn du auf dem Kopf stehen musst?

Denkt der Reiche schon an das nächste Jahr, denkt der Anne an das, was er vor Augen hat.

Denn darf ich keinen Degen mehr tragen.
i] Aus den Zeiten, wo der Degen die tägliche Zierde der Schweizer war. Tobler in seinem Appenzellischen, Sprachschatz bemerkt, wie man sich jetzt noch sehr gut darauf besinnen könne, dass der Degen so oft getragen wurde, als man bei besondern Anlässen sich öffentlich zeigte. Jeder Prozessführende musste vor den Gerichtsschranken mit einem Seitengewehr erscheinen. Im Jahre 1786 blieb es den Kommunikanten überlassen, ihn bei der Kommunion zu tragen oder nicht. An einzelnen Orten war es Sitte, dass der Bräutigam und der Brautführer bei der Einladung zur Hochzeit einen Degen trugen. Wenn nun das Tragen des Degens eine Ehre war, so ist es klar, dass mit einer entehrenden Handlung dies Ehrenrecht verloren ging. Wenn man einem nicht glauben will, so sagt er im Scherz, er dürfte keinen Degen mehr tragen.

Denn der Mann ist das Paradies der Frauen.
Mailand

Denn die Sprache des Geldes wird in allen Ländern verstanden.
Russland
nl] Als geld spreekt, zoo zwijgt elk.
la] Regina mundi pecunia.

Denn Ennen mut man üm sîne Gutheit, denn Annern üm sîne Lêgheit to Frünne holen.
Bremen

Denn es ist besser, zu heiraten als sich in Begierde zu verzehren.

Denn Geföhl na hett de Mann recht, sä de Avkat, dar har em de Keerl en Daler in die Hand stecken.

Denn gegen Gott kann nie mand.
Venetien

Denn Gott nimmt dem die Speise, der seinen Trunk nicht mag.
England

Den'n hemmen de Schwien ut de Braak wäuhlt un de Kreigen tau Dörp dragen.
i] Das außereheliche Kind

Den'n Herrn sîn Brôt ick ät', den'n sîn Lêd ick sing'.
Mecklenburg

Denn in der Entwicklung der Menschheit ist leider vorläufig der Instinkt stärker als die Vernunft.

Denn Kalenner makt de Lüe, aberssen dat Weer makt us Herrgott!

Denn kriggt he dat bi ehr so gaut, as set he in Abrahams schot.
Mecklenburg
i] Wenn jemand eine günstige Heirat in Aussicht hat.

Denn Minschen sin Will, is sin Himmel un sin Höll.

Denn mogen de Gastlüd' lieden.

Denn müsste ja mein Herz 'n Affe sind.
i] Ich müsste ja ein Tor, dumm sein, wenn ich das täte; ich tue es nicht.
Berlin

Denn Politik, sagt der Bauer, ist anders reden als tun.

Denn Rügg fast hemm, is en schöne Sack.
Rendsburg
hdt] Den Rücken fest haben, ist eine schöne Sache.

Denn um dessentwillen, was ihnen (den Menschen) ein Gut

Denn was sichtbar ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

Denn wer die Zeit hat, dem ist sogar der Dschungel ein Paradies.
Sri Lanka

Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.

Denn wo nicht Gutes inne ist, kommt nichts Gutes raus.
Walking the Back Streets and Crying

Denne kast'n Waogenrung' im Hinnersten afbrêken.
Pommern
i] So derb, drall, stämmig ist er.

Dennoch, sagt Gerlach.
Berlin
i] Mit diesem Sprichwort haben die Berliner der Kammertätigkeit des bekannten preussischen Abgeordneten von Gerlach ein Denkmal gesetzt oder vielmehr seine Gewohnheit charakterisiert, im zweiten Teile seiner Rede mitzuteilen, dass er gegen die Ansichten stimmen werde, für die er sich im ersten Teile ausgesprochen, was er durch das auf diese Weise sprichwörtlich gewordene Dennoch anzuzeigen pflegt. Die Redensart wird natürlich in ähnlichem Sinne angewandt. Der Revierförster Thiel in Giersdorf bei Warmbrunn hatte das Dennoch ebenfalls zum Sprichwort, er hieß deshalb: Herr Andennoch.
z] Ich habe genug getrunken', hörte ich sagen, 'dennoch, sagt Gerlach, Kellner, noch ein Töpfchen.

Denselben Kelch trinken.
i] An demselben Übel leiden, dasselbe Ungemach erdulden.
la] Eodem bibere poculo. Plautus

Denselben Mond hab' ich auch in Paris gesehen, sagte Hans, als er von seiner Wanderschaft heimkam und den Mond erblickte.
nl] Dezelfde maan, die ik te Paris gezien heb, zei de Duitschen, zie ik hier in ons land ook.

Denunziantenseelen muss der Teufel quälen.

Deo gratias ist der Mönche Trankgeld.

Deo gratias ist Gott das beste Kostgeld.

Deo gratias! Die Sau ist Trumpf! Gestochen die Schelln, ist der Kapuziner Nachtgebet.

Deom géit et as dem undüenigen Gelle, dat es ümmer doa.
Grafschaft Mark (Gelle = Untauglichen, schlechten Gelde)

Deos ist so gewiss wie Nudel.
Schwaben

Der (Ein) Amboss fragt nach keinem Streich.

Der (hässlich) Hammerkopf Vogel bewundert sich selbst auch im Wasser. (sein Spiegelbild)
Simbabwe

Der (hölzerne) Wassereimer soll gesagt haben: Wenn ein faules Mädchen sich keine Mühe geben will, ihn umzukippen, dann soll es ihn mit dem Fuß umstoßen, sonst durchweicht er und wird schwer.
Estland

Der 1. Sept. ist der Semintag oder Sommerwegführer.
Russland

Der 15. April, der Kuckuckstag heißen will.

Der 18. August ist ein Unglückstag.

Der Aal gehört zu den Schlangen, da er sich mit ihnen paart
z] Es sol der Aal ein hassz gegen der Schlangen haben.

Der Aal ist ein guter Fisch, er braucht kein Fett zur Sauce.
dk] Aal er en god fisk, mi han dum dypper sig selv.

Der Aal ist ein guter Fisch, er trägt seine Sprungfedern bei sich.

Der Aal ist kapital.
i] Die Sache ist vortrefflich. Nach einem Volksliede, das beginnt: Madam, köp he den Aal, he is gans kapital.

Der Aal ist Symbol des Phallus

Der Aal kann einen badenden Menschen erdrosseln

Der Aal lebt von jedem Fisch, aber er gibt keinem einen Tisch.
dk] Ald fisk föder aal, men aal föder ingen fisk.

Der Aal stirbt nicht, er werde denn zuvor mit einem Trunke Wein begossen.

Der Aasgeier hat keinen Wunsch, als dass das Pferd sterben möchte.
Surinam
i] Jeder ist auf seinen eigenen Vorteil bedacht.

Der Aasgeier hatte immer einen üblen Geruch, und nun er tot ist, erst recht.
Surinam
i] Von denen, die den schlechten Ruf ihrer Jugend mit den Jahren gesteigert.

Der Aasgeier liebt das Aas.
Surinam
i] Jeder bewegt sich gern in seinem Elemente.

Der Aasgeier sieht den Hinrichtungen zu und kommt, abends die Augen auszupicken.
Surinam
i] Der Dieb ersieht sich erst eine günstige Gelegenheit.

Der Abdecker steckte das Schindmesser demjenigen, der ihm ins Handwerk gepfuscht, d.h. ein gefallenes Stück Vieh selbst enthäutet hatte, in den Türpfosten, zum Zeichen, dass er sich dafür bei ihm lösen müsse.
Aberglaube

Der Abend Allerheiligen ist noch nicht.

Der Abend bringt alle nach Hause.
Schottland

Der Abend bringt das Stroh in die Stube, die Dunkelheit legt schlafen.
Estland

Der Abend des Guten ist labend.
la] Conscientia bene actae vitae jucundissima est.

Der Abend gibt das Urteil über den Tag ab.
var] Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
la] Diem vesper commendat.

Der Abend hängt Sorgen an die Tür, Leiden an die schwarze Darrstange, Nöte an den weißen Nagel.
Estland

Der Abend ist des Tages Versprechen.
Island

Der Abend ist die geeignete Zeit zur Erforschung der Zukunft, besonders der Vorabend wichtiger Festtage, die einen neuen Zeitabschnitt einleiten, wie der Weihnachtsabend, der Silvesterabend und der Abend vor Dreikönig, in bezug auf Liebe und Ehe vornehmlich der Andreasabend.
Aberglaube

Der Abend ist die Mutter der Geduld.
Indien

Der Abend ist die seligste Zeit.
Estland

Der Abend ist klüger als der Morgen.
Estland

Der Abend ist labend, der Morgen voll Sorgen.

Der Abend ist schneller als der Morgen.
Irland
i] Schiebe nicht bis zum Morgen auf

Der Abend ist weiser als der Morgen.
pl] Wieczór bywa mądrzejszy niż poranek.

Der Abend kommt mit Glück, der Morgen mit Sorgen.
Estland

Der Abend kommt übers Glück, die Dämmerung übers Korn.
Estland

Der Abend lobt den Tag und das Ende das Leben.
en] The evening crowns the day.
it] Al fine loda la vita, ed alla sera il giorno.
se] Aftonen kröner dagen.
se] Aftonen kröner morgonen.

Der Abend lobt den Tag.
en] The evening crowns the day.
pl] Wieczór pochwałą dnia.
sd] Aftonen kröner dagen.
sd] Aftonen kröner morgonen.

Der Abend Prass beschwert den Magen, kurtz essen kan man bass tragen.

Der Abend preißt den Tag, der Tod das Leben.

Der Abend preist den Tag, und der Morgen den Wirt.
en] The evening praises the day, and the morning a host.

Der Abend rot und weiß das Morgenlicht, da (o. dann) trifft den Wanderer böses Wetter nicht.

Der Abend rot, der Morgen grau, bringt (o. gibt) das schönste Tagesblau.
en] An evening red and a morning grey will set the traveller on his way.
en] Evening red and morning gray, is the sign of a fair day.
fr] (Ciel) rouge au soir, blanc au matin, c'est la journée du pèlerin.
it] (Aria) rossa di sera, buon tempo si spera.
it] Rosso di sera, bel tempo si spera, rosso di mattina, la pioggia s'avvicina.
la] Nocte rubens coelum cras indicat esse serenum.
sz] Obetrot, Guetwetterbot. Appenzell
sp] Noche tinta, blanco et día.

Der Abend rot, und weiß das Morgenlicht; dann trifft den Wanderer böses Wetter nicht.
Breslauer Hauskalender

Der Abend sammelt ein, der Morgen breitet aus.
Estland

Der Abend versammelt die Herde, die Nacht die Wächter der Erde.

Der Abend zeigt sich, wie der Tag gewesen ist.
bm] Večer ukáze, jaký den byl.

Der abendliche Gast bringt Glück, der morgendliche Gast Unglück ins Haus.
Estland

Der abendliche Magenvoll (d.i. das Abendessen) bleibt für sich selbst.
Estland

Der Abergläubische lässt den Himmel einfallen, wenn eine Mücke niest.

Der Abfall guckt ihm zum Gesicht heraus.
i] Auf seinem Gesicht liegt die Abtrünnigkeit vom Judentum ausgeprägt.

Der abgang des einen ist des anderen ufgang.

Der Abgang von einem verachteten Amte verlacht den Stolz des Herrschers.
i] Wer seine Stellung verlassen hat, sieht das Lächerliche derselben ein.

Der Abgrund lacht die Ebene aus.
i] Jeder dünkt sich der Beste
Kikuju (Kenia)

Der Abgrund lacht in der Ebene.
Afrika

Der Ablass hilfft so viel, die Seelen auss dem Fegefewer zu erlösen, als der Chrisam, die stiffel und schuen damit zu schmieren.

Der Ablass ist immer vergeben (o. ausgeteilt), wenn er kommt.

Der Abspliss soll wieder in die Sale gelten.
[RSpW]
i] Unsere Vorfahren waren gegen die große Zerstückelung der Güter, weil sie nach ihrer Ansicht zur Verarmung der Bauern führte. Nach Grimm, Weisthümer, II, 222 durfte eine Hufe in nicht mehr als zwei Teile geteilt werden, wobei sie auf mögliche Wiedervereinigung der Teile drangen und den Gespilden besondere Vorzüge im Näherrechte einräumten

Der Abstand zwischen den Augen der Wölfe und den Gedanken der Diebe sind (untereinander) gleich
Finnland

Der Abstand zwischen Himmel und Erde ist nicht größer als ein Gedanke.
Mongolei

Der abstrakte Denker hat daher gar oft ein kaltes Herz, weil er die Eindrücke zergliedert, die doch nur als ein Ganzes die Seele rühren.
Schiller, Über die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen, Brief 6

Der Abt erbt Frommen und keinen Schaden.
[RSpW]
i] Die Kirche und was dazu gehört ist bekanntlich sehr begierig, Erbe zu nehmen, damit ihr nun aus der fertigen und geprüften Annahme von Erbspesen kein Schade erwachse, erhielt sie das Vorrecht, vor den übeln Folgen einer solchen Erbesantretung befreit zu bleiben.
mhd] Ain apt der erpt, nemen und keinen schaden.

Der Abt frisst das Kloster.
fr] L'abbé mange le couvent.

Der Abt ist auch zuvor Diener gewesen.

Der Abt ist ausgeritten.
i] So sagt man in katholischen Ländern, wenn es in einem nicht beaufsichtigten Hause buntüber hergeht. Auf diese Redensart gründet sich das geräuschvolle Gesellschaftsspiel: Der Abt ist nicht zu Hause, er ist auf einem Schmause u.s.w.
z] Wenn sich das Gesinde wegen eines fröhlichen Tages für die nächste Abwesenheit der Herrschaft beredet, so heißt es: Wir wollen den Abt reiten lassen.

Der Abt ist ein Mönch, kein Herr.

Der Abt lebt besser als die Mönche.
z] Es ist billich, dass der Abt besser lebe, denn die Mönche.

Der Abt lobt sein Kloster nicht.
it] Monaco vagabondo non loda mai 'l suo monastero.

Der Abt macht das Kloster nicht teuer.

Der Abt singt das Lied, das der Küster nur mitspricht.

Der Abt singt das Lied, der Küster singts mit.
es] Como canta el abad responde el sacristán.

Der Abt so selber ein Mönch gewesen, weiss am besten, was im Kloster herum gehet.

Der Abt von Schwarzach hat das Recht, vierzehn Tage lang gangbare Münzen zu prägen, ob er anders das Silber dazu hat.

Der Abt von St.-Hilarii schläft bei der Königin.
i] Der heilige Hilarius ist Schutzpatron von Poitiers. Der König selbst ist nämlich, nach einem alten Schriftsteller, Abt in dem Colleg der dasigen Kanoniker, daher der sprichwörtliche Scherz

Der Abt wird gewählt, wenn auch ein Mönch fehlt.
it] Per un sol monaco non si lascia di far l'abbate.

Der Abt wollte den Pater auf die Finger klopfen und hat dann selber in die Milch gelangt.

Der Abt, so selber ein Mönch gewesen, weiß am besten, was im Kloster herumgeht.

Der Abtrieb ist von den Einwohnern hergebracht.

Der Abwesende bewegt sich jeden Tag weiter und weiter fort.
Slowenien

Der Abwesende hat immer eine Rechtfertigung.
Afrika

Der Abwesende hat immer unrecht.
England

Der Abwesende hat seine eigene Rechtfertigung.
Libyen

Der Abwesende hatte schon immer eine Rechtfertigung.
Algerien

Der abwesende ist eine ideale Person, die Gegenwärtigen kommen sich einander ganz trivial vor.
Goethe (1749-1832), an Zelter, 19. Okt. 1829

Der Abwesende ist immer im Unrecht.

Der Abwesende muss die Haare lassen.

Der Abwesende muss Haare lassen.
en] He who is absent is always in the wrong.
en] Never were the absent in the right.
en] The absent are always in the wrong.
en] The absent party is always to blame.
fr] Les absents ont toujours tort.
fr] Aux absents les os.
fr] Les absents ont toujours tort.
it] Alla fine dei fatti il morto ha sempre torto.
fr] Les os sont pour les absents.
it] Chi è assente ha sempre torto.
it] Gli assenti hanno sempre torto.
la] Absenti nemo non nocuisse velit.
sd] De frånvarande ha alltid orätt.
sp] Á muertos y á idos no hay amigos.
sp] Quien no aparece perece.

Der Achezer überlebt den Krachezer.
i] Ach überlebt den Krach

Der Achsennagel ist ein kleines Ding, aber (o. und) er hält einen großen Wagen zusammen.

Der acht solch ehr vor nüt und nichtig.

Der Acker bringt nicht Frucht allein, Gott muss ihm Geben das Gedeihn.

Der Acker der Faulheit steht voller Disteln.

Der Acker Fridolini.
z] Gegenüber ragte niedrig aus den Fluten eine Kiesbank - unbewachsen - oftmals gänzlich überflutet sie die Strömung, scherzend heißt der Mann im Rheinthal sie den Acker Fridolini.
Scheffel, Trompeter

Der Acker ist das Heu, die Wiese der Knecht.
Frankenwald

Der Acker ist der dankbarste Schuldner.
Sachsen

Der Acker klît, der Wäinjert (Weingarten) bräinjt nît.
Siebenbürgen

Der Acker muss schwächer sein als der Bauer.
i] Man muss seiner Aufgabe gewachsen sein
la] Oportet agrum imbecilliorem esse.
i] Vergil sagt zu der Erklärung dieses Sprichworts: 'Die großen Felder magst du loben, die kleinen aber anbauen.' Ein zu großes Feld macht mehr Arbeit, als verrichtet werden kann. Auch in Bezug auf Ämter, welche die Kraft des Beamten übersteigen.

Der Acker spürt's schon, wenn man Weißrübensamen nur darüber trägt.
Franken

Der Acker taugt so viel wie der Mann.
fr] Tant vaut l'homme, tant vaut sa terre.

Der Acker weniger spann' als der Ackersmann.
i] Eigentlich: Der Acker, das Feld, muss schwächer sein als der Bauer.

Der Acker, den man mit silbernen Scharen pflügt, trägt goldene Früchte.

Der Acker, der das Sonnwendfeuer trägt, freut sich neun Jahre darauf.

Der Ackermann muss den Acker bauen, ehe er die Frucht genießt.

Der Ackermann, welcher nicht gebückt geht, zieht krumme Fruchen.
i] Derjenige, welcher auf sein Geschäft nicht alle Aufmerksamkeit verwendet, kommt leicht vom Ziele.
la] Arator nisi incurvus praevaricatur.

Der Ackersmann erwirbt's, der Kriegsmann verdirbt's.

Der Ackersmann ist das folgende Jahr reich.

Der Adamssohn (d.h. jeder Mensch) ist schwarz im Kopf.
Libanon

Der Adel beweist seine Tugend im Unglück.

Der Adel ist ein Verdienst für solche, die sonst keins haben.
China

Der Adel kommt nicht von der Geburt, sondern nur von der Tugend, die man übt.
i] Tugend ist der beste Adel

Der Adel macht die Klöster reich und die Klöster den Adel arm.
i] Der Adel hat die meisten Klöster gestiftet, während seine Familien in Armut versanken, blühten die Klöster auf und verzehrten die erhaltenen Reichtümer.

Der Adel muss einen Bogen haben und sollte die Trommel die Saiten (o. Sehnen) spannen.
nl] De adel moet eenen boog hebben, al' zou de drommel de pees spannen.

Der Adel tut wie die Schwein, die Bauern wie die Hunde, die stehen nicht fest einer bei dem anderen.

Der Adel und der Hühnerhund machen die Liebe der Jäger zu den Hasen kund.
z] Der Adel sei der Vermittler zwischen dem Monarchen und dem Volke wie der Hühnerhund zwischen Jäger und Hasen. Chamfort

Der Adel wohnt in keinem Kinderrocke.

Der Aderlass muss sich nach dem Arm richten.

Der Adler des einen Hauses ist nur ein Dummkopf in einem anderen.
i] Mancher ist auf seinem Gebiete ein tüchtiger Meister, während er durch Unwissenheit auf anderen Gebieten versagt. Der Tüchtige genießt nur so lange Anerkennung, bis er einem Überlegenen weichen muss.

Der Adler ergötzt sich nicht mit Fliegenfangen.
i] Große Geister halten es unter ihrer Würde, zu kleinlichen Mitteln zu greifen.

Der Adler erzeugt einen Adler, die Eule gebiert eine Eule.
Russland

Der Adler fängt keine Fliegen.
Italien

Der Adler fängt keine Mücken.
en] Goshawk beats no bunting.
en] An eagle does not catch gnats.
fr] L'aigle ne s'amuse point à chasser, prendre les mouches.
fr] La lune ne se soucie pas des aboiements du chien.
it] L'aquila non piglia mosche.
sp] El águila no se divierte con cazar mosquitos.

Der Adler fängt keinen Krieg mit den Fröschen an.
Italien

Der Adler fliegt allein, der Rabe scharenweise;
Gesellschaft braucht der Tor, und Einsamkeit der Weise.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen, Buch 16, I, 5

Der Adler fliegt auf keinen Misthaufen.
Altgriechisch

Der Adler fliegt im Himmel, aber sein Nest ist auf dem Boden.
Albanien

Der Adler frisst nicht aus dem eigenen Nest.
China

Der Adler geht auf die Fliegenjagd.
i] Wenn sich große Männer zu sehr um Kleinigkeiten bekümmern.
la] Aquila venatur muscas.

Der Adler hat keine Sorge wegen Mücken.
Albanien

Der Adler heckt keine Zeislein.

Der Adler hoch von Mut hat furchtsam Tauben nie gebrut.

Der Adler ist wahrscheinlich aus dem Preussischen herüber gekommen, sagte der Österreicher zu einem Landjunker, der es nicht glauben wollte, dass der geschossene Vogel ein Adler sei, weil er nur einen Kopf habe.

Der Adler lehre nicht die Fische fliegen,
Es wär ihm nützer, wenn er schwimmen lernte.

Der Adler sagt vom Raben zwar nicht mein Sohn, aber der Rabe sagt vom Adler mein Vater.
Bulgarien

Der Adler sieht das Luder wohl (o. sieht wohl den Fang), aber nicht den Jäger.

Der Adler steigt allein, Kühe und Schafe gehen miteinander.

Der Adler, der Fleisch frisst, wartet nicht auf seine Gefährten.

Der Admiral hat geschossen.
i] Der Gastgeber beginnt die Mahlzeit und die Gäste folgen seinem Beispiel. Von einer Flotte entlehnt, wobei vom Admiralschiffe durch Schüsse die Zeichen für das Verhalten der anderen Fahrzeuge gegeben werden.

Der Advokat ist dem Silber hold, der Richter liebt das Gold.
it] La borsa trema innanzi la porta del giudice e dell'avvocato.

Der Advokat kann die Sache führen wie er will, wenn sie nicht vor seiner Tür liegt.
i] Man urteilt über Dinge, die uns nicht selbst betreffen, in der Regel anders

Der Advokat schlingt 's Kaibl, bevor die Kuah zuatriebn is.

Der Advokat sieht auf den Neger mit einem Auge, aber auf seine Tasche mit zwei.
Jamaika

Der Advokat zieht den Prozess wie der Schuster das Leder.

Der Advokaten Beutel und der Hölle Rachen sprechen nie: es ist genug.

Der Aff liebt (o. druckt für liebe) seine Jungen zu todt.
en] The ape claspeth her young so long that at last, she killeth them.
la] Caecus amor prolis.

Der Affe auf der Rückseite lacht über den Schwanz des Affen vor ihm.
Uganda

Der Affe bleibt ein Aff', und würd' er König oder Pfaff'.
i] Auch von der Elster, vom Ochsen, vom Reis

Der Affe bleibt ein Affe,
Und trägt er einen goldenen Ring.
nl] Een aap is en aap, al draagt hij een' gouden ring.

Der Affe bleibt immer Affe, auch in Seide gekleidet.
en] An ape is an ape, a varlet is a varlet, tho' they be clad in silk or scarlet.
en] Jack will never make a gentleman.
fr] Qui nait fou, n'en guérit jamais.
it] La scimia resta scimia, benchè vestita di seta.
it] La scimmia è sempre scimmia, anche vestita di seta.
la] Simia est simia, et si aurea gestet insignia.
pl] Namazty chlopa pizmem przecie on dziegciem smierdzi.
sp] Anunque se vista de seda, la mona se queda.
un] A majom, ha legszebb is, mégis rút.

Der Affe der Welt.
i] Als Teufelstier ('figura diaboli') galt der Affe dem Mittelalter. Er stand für weltliche Eitelkeit, Sündhaftigkeit und Teufelsverfallenheit. Der Affe hat etwas mit dem Sündenfall zu tun. Vor Adam sitzt ein Affe, der vom Apfel frisst, was den Sündenfall vorwegnimmt. Die Situation des apfelfressenden Affen ist nicht primär humoristisch. Die 'similitudo hominis', die Menschenähnlichkeit des Affen hat schon die mittelalterliche Wissenschaft beschäftigt. Wegen seiner scheinbar menschlichen Eigenschaften galt der Affe auch als extrem hässlich, als 'turpissima bestia', weil er 'quam similis nobis' war.

Der Affe dreht (schlägt) Rädlein ungebeten.
i] Rädlein schlagen = Possen treiben

Der Affe findet nie seine Jungen hässlich.
Afrika

Der Affe gar possierlich ist,
Zumal wenn er vom Apfel frisst.
Alter Fibelvers, zur Bezeichnung gereimter Ungereimtheiten. Siehe auch bei Wilhelm Busch, Naturgeschichtliches Alphabet

Der Affe hat kein schön Gesichte und findet doch die besten Früchte.

Der Affe hat seine Nägel nicht umsonst.

Der Affe in Seide gekleidet bleibt immer noch ein Affe.
Spanien

Der Affe ist ein hässlich Ding.
i] Mit aller Nachahmung ist's etwas Hässliches

Der Affe kennt den Ast, um hinauf zu schwingen.
Belize

Der Affe kennt den Baum, auf den er klettert.
Puerto Rico

Der Affe kennt nichts Schöneres als seine Jungen und der Narr nichts Klügeres als seine Taten.
dk] Aben kalder sine unger kjönnest, og daaren sin tale klogest.

Der Affe leckt so lange an der Feile, bis die Zunge abgeleckt.
dk] Aben slikki de saa lange paa fiilen tel den afslikkede sin egen tunge.

Der Affe muss dich kratzen.
Oberlausitz

Der Affe nimmt die Pfoten der Katze, um die Kastanien aus dem Feuer zu ziehen.

Der Affe schaute in den Spiegel und schätzte sich selbst als Gazelle ein.

Der Affe sieht nicht seine eigenes Hinterteil, er sieht die seiner Nachbarn.
Simbabwe

Der Affe sieht niemals seinen eigenen Hintern, nur den der anderen.
Suaheli

Der Affe springt ihm aus dem Ärmel.
i] Er zeigt seine wahre Natur. Die Äffchen mögen sich bei Schelmen in die weiten Ärmel der Schlafröcke verstecken, und dann unerwartet zum Vorschein kommen, um zu kratzen oder irgendeinen Streich auszuführen, und dabei ihre wahre Natur zeigen.

Der Affe springt nur so weit, wie er reichen kann.
Afrika

Der Affe steigt nicht umsonst auf die Bäume.
it] Alla simia piace le cirege.

Der Affe stiehlt, weil er nicht arbeitet.
Sudan

Der Affe trank die Milch, und der Bär bekam die Schläge.

Der Affe tut nach der Menschen Hand, aber nicht nach ihrem Verstand.

Der Affe und der Gorilla können Einigkeit behaupten, aber der Affe ist Affe und der Gorilla, Gorilla.
Afrika

Der Affe vergisst nicht, wie man herumspringt.
Afrika

Der Affe wird kein Mensch, wenn er sich eine Brille aufsetzt.
Brasilien

Der Affe wird nicht dadurch zum Menschen, dass man ihm den Schwanz abschneidet.

Der Affe wirft die Kastanien ins Feuer und lässt sie die Katze herausholen.
i] Wenn jemand eine Sache wohl anfängt, aber sie, sobald Gefahren lauern, sie einen anderen ausführen lässt.

Der Affe, der ablehnt, schwingen zu lernen, ist sicher, jemandes Abendessen zu sein.
Liberia

Der Affe, der schläft, isst keine Bohnen.
Tschad

Der After ist ja nur dazu da, um einem Luft zu machen.

Der Agame schuldet Geld, sodass der Waran nicht mehr auf den Markt geht.
Ghana

Der Ahne hat den Baum gepflanzt. Der Nachkomme geniest den Schatten.
China

Der Ahnen Taten preist niemand mehr als verdorbene Söhne.
i] Weil sie von und an sich nichts zu rühmen haben.

Der Alchemie ist niemand wert.
z] Zur Alchemie sechs Stücke gehören:
Tag und Nacht laborieren,
das Feuer ohne Unterlass schüren,
Rauch und Dampf spüren,
sich selber infizieren,
Gesicht und Gesundheit verlieren,
und am Ende den Betrug mit schwerem Herzen spüren.

Der ale Fritz kimmt nê wieder.
i] Eine Redensart schlesischer Landleute, besonders in Zeiten, wo es Preußen unglücklich geht und sie unzufrieden sind

Der Alendâch brocht vil.
Der Alendâch huod e griss Mil.
hdt] Der Alltag braucht viel (hat ein großes Maul).

Der Alkohol ist eine Brücke, aber kein Weg.

Der Alkoholiker ist wie ein Wahnsinniger.
Mongolei

Der all Mäuler verkleiben will, muss des Mehls haben gar viel.

Der alle Hecken fürchtet, soll nicht in den Wald fahren.

Der allen raten kann, ist oft selbst ein ratlos Mann.

Der allerbeste Degen, der je ein Schild getragen.

Der allerbeste Mist auf dem Acker ist des Herrn Auge.
nl] De beste mest op den akker is des meesters oog en voet.

Der allererste Tod: der Schlaf.
Gabun

Der Allerfrömmste (Bote) ist ein Schalk.
la] Simiarum pulcherrima deformis est. Plutarch

Der Allerseelentag will drei Tropf Räge ha.
Solothurn

Der allerwegen ist, der ist nirgend daheim.
la] Nullibi est, qui ubique est.

Der alles siehet und weiss, lasst ihn nit auf den Ärmel malen.

Der alles weiß, dem mangelt nichts.
fr] A celui qui tout sçait rien ne manque.

Der alles weiß, wird auch betrogen.

Der alles will haben, das die augen ersehen, heyst selten reich.

Der alles will haben, soll nichts haben.

Der alles will rächen, manu bellatoria, Simsonskräffte werden ihm gebrechen, nec erit victoria.
dk] Hvo som vil hevne sig, skal vare sig.

Der Alles-Tadler und der Alles-Lober sind beide Dummköpfe.
England

Der Alligator legt Eier, aber er ist kein Vogel.
Jamaika
i] Der Schein trügt

Der Alltag macht's Jahr!

Der alltägliche Weg hat keine Wegemarken.
Afrika

Der allzeit studiert im Buch Biber(e), wird nimmer Doktor, glaubet mir.

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